(19)
(11) EP 0 400 254 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.12.1990  Patentblatt  1990/49

(21) Anmeldenummer: 89810411.2

(22) Anmeldetag:  01.06.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5: A43C 11/00, A43B 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR IT LI

(71) Anmelder: ALUXA AG
LI-9490 Vaduz (LI)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Fischer, Franz Joseph et al
c/o Bovard AG Optingenstrasse 16
3000 Bern 25
3000 Bern 25 (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verschlussystem für Skischuhe


    (57) Das Verschlusssystem umfasst einen Verschlusshebel, insbesondere einen Multifunktionshebel, der an einer Dreh­achse befestigt ist, die rechtwinklig am Skischuh zur Ebe­ne, die aus der Sohlenachse und der Schaftachse definiert wird, befestigt ist. Dadurch kann der Verschlusshebel durch eine Bewegung in einer Richtung betätigt werden, die anato­misch günstiger ist, als bei den herkömmlichen Skischuh­schnallen, welche seitliche Kräfte benötigen. Zusätzlich zum Verschlusshebel wird für den erfindungsgemässen Ver­chluss ein auf die Schnalle abgestimmtes Zungensystem vor­geschlagen.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verschlusssy­stem für Skischuhe, insbesondere für Schalenskischuhe aus Kunststoff.

    [0002] Die bekannten Schnallen- und Verschlusssysteme der Schalenskischuhe weisen in der Regel den Nachteil auf, dass zum Schliessen und Oeffnen der Schnallen die Kraft von seitlicher Richtung angewendet werden muss. Dies ist für den Skifahrer sehr unpraktisch, da er in dieser Rich­tung diese Kraft nicht sehr bequem ausüben kann.

    [0003] Es ist demzufolge Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verschlusssystem zur Verfügung zu stellen, bei wel­chem der Skifahrer zum Verschliessen und ebenfalls zum Oeffnen eine Kraft von unten nach oben bzw. von oben nach unten anwenden kann. Es ist für jeden Skifahrer offen­sichtlich, dass diese Richtung der Kraftanwendung für ei­nen Skifahrer weit bequemer ist, als wenn er diese von seitlicher Richtung her anwenden muss.

    [0004] Dieses Problem konnte durch ein Verschlusssystem ge­löst werden, das mindestens einen Verschlusshebel auf­weist, der an einer Drehachse befestigt ist, die in verti­kaler Richtung und rechtwinklig zur Ebene, die aus der Sohlenachse und der Schaftachse des Skischuhs definiert wird, angeordnet ist.

    [0005] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demzufolge der im Patentanspruch 1 definierte Verschluss für Skischu­he.

    [0006] Der erfindungsgemässe Verschluss für Skischuhe erlaubt dem Skifahrer ein bequemeres Schliessen. Dabei ist es ohne weiteres möglich, dass der Skifahrer während einer Ski­liftfahrt den Verschlusshebel öffnet oder schliesst, da die Zugrichtung von unten nach oben bzw. die Stossrichtung von oben nach unten für den Skifahrer ergonomisch günsti­ger ist, als dies bei den bisherigen Schnallen der Fall ist. Auf diese Weise kann der Skifahrer mit Leichtigkeit am Skilift einen Verschlusshebel öffnen bzw. schliessen, da die Kraftanwendung in einer Richtung erfolgt, die kör­pergerechter ist, als bei herkömmlichen Schnallen, bei welchen seitliche Kräfte ausgeübt werden müssen.

    [0007] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Schnal­le des erfindungsgemässen Verschlusses noch einen weiteren Hebel für mindestens eine Zusatzfunktion auf. Vorzugsweise besteht diese Zusatzfunktion darin, dass beim Umklappen des Hebels die Vorlagestellung des Kippschaftes fixiert wird, wie dies für eine Fahrstellung des Skischuhs erfor­derlich ist. Ohne Begrenzung der Vorlagestellung kann der Schaft weiter nach hinten kippen, was ein bequemeres Gehen des Skifahrers ermöglicht. Der zusätzliche Hebel kann je­doch ebenfalls dazu dienen, dass beispielsweise der Haken, der an einem Nocken an der Zunge einhängt, eine weitere Bewegung durchführt, wobei er die Zunge des Skischuhs fe­ster an den Fuss drückt.

    [0008] Das erfindungsgemässe Verschlusssystem weist vorzugs­weise eine Zunge auf, die aus einer üblichen Zunge und ei­nem Zungenbügel besteht, welcher Zungenbügel die Zunge durch verstellbare Befestigungsbänder an den Fuss drückt. Beim Schliessen wird dieser Zungenbügel auf der der Schnalle abgewandten Seite an entsprechend vorgesehenen, gekrümmten Lappen, die eine Art Haken bilden, eingehängt und auf der anderen Seite mittels des Greifmittels des Verschlusshebels an der am Zungenbügel vorgesehenen Stel­le festgehalten. Vorzugsweise ist diese Stelle ein im Zun­genbügel integrierter Nocken.

    [0009] Es sind ebenfalls Ausführungsformen des erfindungsge­mässen Verschlusssystems möglich, worin der Verschlusshe­bel zwei Haken aufweist. Ebenso können mehr als ein Ver­schlusshebel, beispielsweise zwei, verwendet werden, so­fern dies bei einem bestimmten Skischuhmodell erforderlich ist.

    [0010] Die vorliegende Erfindung wird beispielsweise durch die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Ausführungsform erläutert; es zeigt:

    Fig. 1 eine seitliche Ansicht eines Skischuhs mit dem er­findungsgemässen Verschlusssystem,

    Fig. 2 eine perspektivische Darstellung einer Schale mit der Schnalle und dem Verschlussbügel des erfin­dungsgemässen Verschlusssystems und

    Fig. 3 eine Ansicht eines Skischuhs mit einem erfindungs­gemässen Verschlusssystem von hinten, dabei ist insbesondere die Funktion des zusätzlichen Hebels einer Multifunktionsschnalle ersichtlich.



    [0011] Fig. 1 zeigt eine seitliche Ansicht eines Schalenski­schuhs mit einer Schale 1, einem Schaft 2, einem Kippge­lenk 3 und einer Sohle 4 mit einem erfindungsgemässen Ver­schlusssystem. Dieses Verschlusssystem umfasst die Zunge 5, den Verschlusshebel 6, das Gelenk 7, den Zusatzhebel 8, den Zungenbügel 14 mit dem Griff 18 sowie den Befesti­gungsbändern 15, 16 und 17. Der Verschlusshebel 6 ist an der Drehachse 7 drehbar befestigt. Die punktierte Linie 6a zeigt den Verschlusshebel in offenem Zustand, während der mit durchgehenden Linien gezeichnete Hebel den geschlosse­nen Zustand darstellt. Beim Verschliessen des Skischuhs greift der Haken 12 den Nocken 13, wobei die Zunge durch den Zungenbügel an den Fuss gepresst wird. Der Anpress­druck der Zunge ist durch die Befestigungsbänder 15, 16 und 17 verstellbar. Diese Bänder sind zur Einstellung vor­zugweise mit einem Klettenverschluss versehen. Der An­pressbügel ist an der Oese 19 am Vorderteil des Schaftes 1 befestigt und ist nach vorne aufklappbar. Dadurch wird ein leichter und bequemer Einstieg in den Skischuh ermöglicht. Auf der dem Hebel entgegengesetzten Seite (auf Fig. 1 nicht sichtbar) befinden sich gekrümmte Lappen, in welchen der Zungenbügel eingehängt werden kann, wobei durch Druck auf den Griff 18 der Zungenbügel zum Einhängen in die ge­nannten Lappen leicht gespreizt wird. Nach dem Einhängen wird dann der Verschlusshebel 6 geschlossen. In der darge­stellten Ausführungsform weist der Verschlusshebel 6 einen Zusatzhebel 8 auf, der durch das Scharnier 9 befestigt ist. Einerseits dient dieser zusätzliche Hebel der Verlän­gerung des Verschlusshebels 6 und somit dem leichteren Verschliessen und andererseits kann dieser Hebel eine Zu­satzfunktion ausüben. In der dargestellten Ausführungsform rastet der Hebel 8 in der zwischen der Vorrichtung 10 für die Regulierung des Schaftes und zwischen dem Gegenlager 11 vorgesehenen Anpassung ein, womit die Kippbewegung des Schaftes in Richtung Rücklage begrenzt wird. In geöffneten Zustand des Hebels 8 (jedoch in geschlossenem Zustand des Verschlusshebels) wird die Beweglichkeit des Fusses nach hinten erhöht und damit ein bequemeres Gehen erlaubt.

    [0012] Fig. 2 zeigt die Schale und den Schaft eines Schalen­skischuhs mit einem erfindungsgemässen Verschlusssystem. Zusätzlich zu den meisten auch in der Fig. 1 dargestell­ten Merkmalen mit entsprechender Nummer sind insbesondere die gekrümmten Lappen 20, 21 und 22 ersichtlich, die eine Art Haken darstellen und das Einhängen des Zungenbügels 14 erlauben. Zum Einhängen wird Druck auf den Griff 18 ausge­übt, wobei der Zungenbügel zum Einhängen gespreizt wird.

    [0013] Auf der Verschlusshebelseite des Schaftes sind keine solchen Einhängevorrichtungen vorhanden, da der Zungenbü­gel durch den Verschlusshebel gehalten wird. Gegebenen­falls können auf der Verschlusshebelseite des Schaftes die Nocken 23, 24 und 25 vorhanden sein, die ein Einrasten des Zungenbügels erlauben, wenn dieser durch den Verschlusshe­bei fixiert ist.

    [0014] Fig. 3 zeigt einen Schalenskischuh mit einem erfin­dungsgemässen Verschlusssystem von hinten. Auf dieser Dar­stellung ist der Skischuh mit der Schale 1, dem Schaft 2, den Gelenken 3 und der Sohle 4 dargestellt. Weiter ist die Schnalle 6 mit dem Zusatzhebel 8 dargestellt. Der Ver­schlusshebel 6 ist um die Achse 7 drehbar. Der Haken 12 ist am Nocken 13 eingerastet. Der Hebel 8 befindet sich zwischen der Vorrichtung 10 und dem Gegenlager 11. Damit ist die Rücklage des Skischuhs begrenzt und der Skischuh ist in Fahrstellung fixiert. Weiter angedeutet sind die am Zungenbügel 14 vorhandenen Befestigungsbänder 15, 16 und 17. Ebenfalls sichtbar sind der Griff 18 des Zungenbügels und die Lappen 20, 21 und 22, welche zum Einhängen des Zungenbügels dienen.


    Ansprüche

    1. Verschlusssystem für Skischuhe, insbesondere für Schalenskischuhe aus Kunststoff, enthaltend einen Ver­schlusshebel (6) und ein darauf abgestimmtes Zungensystem (5, 14 - 18), dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss­hebel (6) seitlich am Skischuh um eine Drehachse (7) dreh­bar befestigt ist, wobei die Drehachse (7) im wesentlichen rechtwinklig zur Ebene angeordnet ist, welche aus der Ski­achse und der Schaftachse des auf dem Ski befestigten Ski­schuhs gebildet wird und der Verschlusshebel (6) ein Greif­mittel (12) aufweist, das beim Schliessen des Skischuhs an einer dem Greifmittel (12) angepassten Stelle (13) des Zun­gensystems eingreifen kann, wobei die Richtung der Kraft zum Verschliessen bzw. Oeffnen des Skischuhs in einer Rich­tung erfolgt, die im wesentlichen vertikal zur Skiebene ist.
     
    2. Verschlusssystem nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, dass die Drehachse im wesentlichen in der Mitte des Verschlusshebels vorhanden ist.
     
    3. Verschlusssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, dass das Greifmittel des Verschlusshebels als Haken ausgebildet ist und die dem Verschlussmittel ange­passte Stelle des Zungensystems ein Nocken darstellt, wel­cher zum Einhängen des Hakens dient.
     
    4. Verschlusssystem gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlusshebel eine Mehr­ fachfunktion aufweist und am Griffende einen mittels Schar­nier befestigten und umklappbaren Teil aufweist, der zur Ausübung mindestens einer weiteren Funktion dient.
     
    5. Verschlusssystem gemäss Anspruch 4, dadurch gekenn­zeichnet, dass der umklappbare Teil am Verschlusshebel auf solche Weise befestigt ist, dass er beim Umklappen in Rich­tung des Skischuhs in eine für diesen Teil vorgesehene Oeffnung einrastet, wobei die zusätzliche Funktion bei­spielsweise darin besteht, dass die Beweglichkeit des Kipp­schaftes bezüglich der Schale des Skischuhs durch das Ein­rasten eingeschränkt wird.
     
    6. Verschlusssystem gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Zungensystem aus einem Zungenbügel, welcher im wesentlichen die Umrisse der Zunge aufweist und mindestens an einer Stelle mit der Schale des Skischuhs beweglich verbunden ist und aus einer eigentli­chen Zunge besteht, welche durch den Zungenbügel auf den Fuss des Skifahrers gepresst werden kann.
     
    7. Verschlusssystem gemäss Anspruch 6, dadurch gekenn­zeichnet, dass der Zungenbügel als eine dem Verschlusshebel angepasste Stelle einen Nocken aufweist.
     
    8. Verschlusssystem gemäss Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass am Zungenbügel mehrere verstellbare Bänder vorhanden sind, die dem Andruck der eigentlichen Zunge dienen.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht