[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein hydraulisch dämpfendes Zweikammer-Motorlager mit
einer motorseitigen Arbeitskammer und einer durch eine Zwischenplatte abgetrennten
Ausgleichskammer, wobei Arbeits- und Ausgleichskammer über einen in der Zwischenplatte
verlaufenden Überströmkanal hydraulisch miteinander in Verbindung stehen und der zentrale
Bereich der Zwischenplatte durch eine Entkopplungsplatte gebildet ist, die an ihrem
Außenumfang in einem diesen umgreifenden Käfig mit axialem Freiweg gelagert ist.
[0002] Hydraulisch dämpfende Motorlager sind in vielfältiger Weise, beispielsweise aus der
DE-A-37 31 495, bekannt. Eine hohe Dämpfung wird dabei durch eine entsprechende Länge
des Überströmkanals, der in mehreren Wendeln übereinander verlaufen kann, erreicht.
Zur zusätzlichen Entkopplung kleiner Anregungsamplituden ist es dabei üblich, eine
zentrale Entkopplungsmembran vorzusehen, wobei diese Entkopplungsmembran beispielsweise
entsprechend der DE-A 27 27 244 auch in einem Käfig fliegend gelagert sein kann, so
daß sie ggf. auch zusätzlich von Flüssigkeit umströmt wird.
[0003] Die Dämpfungscharakteristik eines solchen Lagers ist dabei im allgemeinen vorgegeben
durch Länge und Querschnitt des Überströmkanals sowie die Viskosität der verwendeten
Flüssigkeit, wobei das gedämpfte Frequenzspektrum prak tisch festgelegt ist und sich
nur über einen relativ schmalen Bereich erstreckt.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, eine sehr wirksame Entkopplung
kleiner Anregungsamplituden bei gleichzeitiger Verbreiterung der Dämpfungscharakteristik
des Lagers bei bestimmten Amplituden zu erreichen.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Entkopplungsplatte
topfförmig ausgebildet ist und mit ihrem Außenmantel die radial innenliegende Wandung
des an der Innenseite des Lagergehäuses verlaufenden Überströmkanals bildet und in
ihrer unteren Stellung diesen verschließt.
[0006] Durch diese topfförmige Ausbildung der Entkopplungsplatte, die mit ihrem angenähert
zylindrisch verlaufenden Wandungsbereich die Innenseite des Überströmkanals bildet,
wird erreicht, daß bei Ansteigen des Druckes in der Arbeitskammer die Entkopplungsplatte
nach unten gedrückt wird und damit den Überströmkanal radial nach innen verschließt,
so daß eine hohe Dämpfung ereicht wird, während bei Einwirken von Zugkräften diese
Entkopplungsplatte angehoben wird und ein Spalt auf der Innenseite des Überströmkanals
freigegeben wird, der somit einen Bypass zu diesem Kanal für die hydraulische Flüssigkeit
bildet, wodurch die Dämpfungscharakteristik des Lagers verbreitert wird.
[0007] Zweckmäßig ist es dabei, wenn der Außenmantel der topfförmigen Entkopplungsplatte
konisch zulaufend ausgebildet ist.
[0008] Zur besseren Abdichtungwirkung kann die Entkopplungsplat te ferner zumindest im
Bereich ihres Außenmantels mit einer schichtförmigen Gummiauflage versehen werden.
[0009] Der Überströmkanal selbst weist zweckmäßigerweise einen zylindrischen, am Lagergehäuse
festgelegten Einsatz mit mehreren, sich radial nach innen erstreckenden, ringscheibenförmigen
Trennwänden auf, an die innenseitig dann der Außenmantel der Entkopplungsplatte angrenzt.
[0010] Zweckmäßig ist es, wenn der Überströmkanal mehrwendelig ausgebildet ist und dabei
die radialen Trennwände in ihrer Breite von oben nach unten entsprechend der Konizität
der topfförmigen Entkopplungsplatte zunehmen.
[0011] Zur Halterung dieser Entkopplungsplatte kann auf der oberen radialen Trennwand ein
nach innen offener Winkelring angeordnet sein, der die radial nach außen umgebördelte
und mit einer Gummiwulst ummantelte Oberkante der topfförmigen Entkopplungsplatte
mit Spiel umfaßt.
[0012] Die Einrittsöffnung von der Arbeitskammer in den Überströmkanal wird zweckmäßigerweise
durch eine Öffnung im Mantel der Entkopplungsplatte gebildet.
[0013] Bezüglich der Ausbildung der Entkopplungsplatte selbst kann bei dieser der Boden
zylindrisch eingezogen sein, oder aber die Entkopplungsplatte besteht aus einem konischen
Mantel und einer in etwa halber Höhe eingesetzten ebenen Platte, um damit durch die
Höhersetzung des Bodens ein größeres Volumen für die Ausgleichskammer zu erhalten.
[0014] Diese in halber Höhe eingesetzte Platte kann eine zentrale Öffnung aufweisen, die
mit einer elastischen Gummimembran abgeschlossen ist, um damit eine zusätzliche Entkopplung
zu bewirken.
[0015] Anhand einer schematischen Zeichnung sind Aufbau und Funktionsweise von Ausführungsbeispielen
nach der Erfindung näher erläutert. Dabei zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Zweikammer-Motorlager mit einer topfförmigen
Entkopplungsplatte mit konischem Mantel,
Fig. 2 eine weitere Gestaltung einer derartigen Entkopplungsplatte und
Fig. 3 einen Querschnitt durch den Überströmkanal-Einsatz mit einer Entkopplungsplatte
mit zylindrischem Mantel.
[0016] Wie aus Fig. 1 zu ersehen ist, weist das Zweikammer-Motorlager zunächst in herkömmlicher
Weise eine obere motorseitige Arbeitskammer 1 und eine Ausgleichskammer 2 auf, die
über einen noch zu beschreibenden Überströmkanal 3 miteinander in Verbindung stehen.
Die obere Arbeitskammer 1 wird von einer starkwandigen, hohlkegelförmigen Kammerwandung
5, der sogenannten Tragfeder, begrenzt, die an ihrer oberen Stirnseite eine Lagerplatte
6 mit einem Bolzen 7 zur Festlegung am nicht näher dargestellen Motor aufweist. Die
untere Ausgleichskammer 2 ist von einer beispielsweise tassenförmigen Kammerwandung
8 aus ebenfalls gummielastischem, jedoch weicherem Material als das der Kammerwandung
5 gebildet. Alle Lagerteile sind über ein zylindrisches Gehäuse 9 flüssigkeitsdicht
miteinander verspannt, wobei das Gehäuse 9 gleichzeitig den unteren Gehäusedeckel
10 mit einem Anschlußbolzen 11 zum Festlegen des Lagers an der Fahrzeugkarosserie
mit umfaßt.
[0017] Der Überströmkanal 3 ist nun auf folgende Weise gebildet und begrenzt. Angrenzend
an die Innenwandung des Gehäuses 9 ist ein zylindrischer Einsatz 15 mit drei sich
radial nach innen erstreckenden ringscheibenförmigen Trennwänden 16, 17 und 18 festgelegt,
von denen die einzelnen Windungen 3a und 3b des Überströmkanals 3 begrenzt werden.
Konzentrisch zu diesen Trennwänden 16, 17 und 18 ist eine topfförmige Entkopplungsplatte
20 angeordnet, die mit ihrem konusförmigen Außenmantel 21 den Überströmkanal 3 radial
nach innen begrenzt und damit praktisch die radial innenliegende Wandung bildet.
[0018] Diese Entkopplungsplatte 20 ist mit ihrem oberen, nach außen umgebördelten Rand 22,
der von einer Gummiauflage 23 ummantelt ist, in einem Käfig aufgehängt, der von einem
auf der oberen radialen Trennwand 16 aufgesetzten, nach innen offenen Winkelring 24
gebildet wird, und der den Rand 22 mit Spiel umfaßt. Dabei sind auch die übrigen Flächen
der Entkopplungsplatte 20 mit einer schichtförmigen Gummiauflage 25 bzw. 26 versehen.
[0019] Im Bereich der oberen Windung 3a des Überströmkanals 3 ist der Mantel 21 der Entkopplungsplatte
20 mit einer radialen Öffnung 27 versehen, die als Eintrittsöffnung für die hydraulische
Flüssigkeit von der Arbeitskammer 1 in den Überströmkanal 3 dient. Die Trennwand 17
ist im Bereich ihres Umfangs mit einem nicht näher dargestellten Durchlaß zur unteren
Windung 3b des Überströmkanals 3 versehen, wobei dann in der unteren Trennwand 18
eine Aussparung 28 als Auslaß für die hydraulische Flüssigkeit in die Ausgleichskammer
2 eingeschnitten ist.
[0020] Die Funktionsweise eines so aufgebauten Lagers ist nunmehr die folgende: Steigt
der Druck in der Arbeitskammer 1 beispielsweise durch Einfederung der Tragfeder 5,
so verschiebt sich die Entkopplungsplatte 20 nach unten, bis sie mit ihrem gummiummantelten
Außenmantel 21 jeweils auf den Trennwänden 17 und 18 aufliegt und damit den Überströmkanal
3 radial nach innen verschließt. Dadurch ist die Flüssigkeit gezwungen, über die Eintrittsöffnung
27 durch die beiden Windungen 3a und 3b des Überströmkanals 3 zu strömen und über
die Austrittsöffnung 28 in die Ausgleichskammer 2 auszutreten.
[0021] Wirken nunmehr jedoch Zugkräfte auf die Lagerplatte 6 des Motorlagers ein, so vergrößert
sich das Volumen der Arbeitskammer 1 unter Druckabsenkung, wobei die Entkopplungsplatte
20 bis zu ihrem oberen Anschlag im Winkelring 24 angehoben wird. Dadurch ergeben sich
- wie auf der rechten Seite von Fig. 1 dargestellt - zwischen den radial innenliegenden
Kanten der Trennwände 17 und 18 und dem konusförmigen Mantel 21 der Entkopplungsplatte
20 Ringspalten 30 und 31, die einen Kurzschluß und damit einen Bypass zum Überströmkanal
3 bilden. Das bedeutet, daß die Flüssigkeit sowohl durch die Eintrittsöffnung 27 als
auch entlang des Außenmantels 21 der Entkopplungsplatte 20 über die Ringspalten 30
und 31 direkt in die Kanalwindungen 3a und 3b des Überströmkanals strömt, so daß dadurch
eine kürzere Kanallänge entsteht. Diese kürzere Kanallänge bewirkt ein Phasenwinkelmaximum
bei höheren Frequenzen von etwa 20 - 40 Hz und verbreitert damit die gesamte Dämpfungscharakteristik
in einer vollen Schwingungsperiode.
[0022] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel weist die topfförmige Entkopplungsplatte
20 einen zylindrisch eingezogenen Boden 33 auf, der etwa in halber Höhe des konischen
Mantels 21 verläuft. Durch diese Einziehung wird ein größeres Volumen für die Ausgleichskammer
2 geschaffen.
[0023] Eine andere konstruktive Gestaltung ist mit der Entkopplungsplatte 35 nach Fig.
2 gezeigt. Danach weist die Entkopplungsplatte 35 einen konischen Mantel 36 auf,
in den etwa in halber Höhe eine ebene Platte 37 eingesetzt ist. Diese ebene Platte
37 kann dabei eine zentrale Öffnung aufweisen, die mit einer elastischen Gummimembran
38 abgeschlossen ist, um damit noch eine zusätzliche Amplitudenentkopplung zu ermöglichen.
[0024] Bei einem Motorlager, bei dem nur ein relativ kurzer Überströmkanal 3 erforderlich
ist, ist auch eine Anordnung und Ausbildung der Entkopplungsplatte nach Fig. 3 möglich,
in der lediglich der Zwischenplattenbereich des Lagers mit Enkopplungsplatte dargestellt
ist.
[0025] Danach ist nur ein Überströmkanal 3 mit einer einzigen Windung vorgesehen, in die
zentral eine topfförmige Entkopplungsplatte 40 mit einem zylindrischen Mantel 41
eingesetzt ist. Die Entkopplungsplatte 40 ist dabei in gleicher Weise in einem Käfig
42 gehaltert. Der zylindrische Mantel 41 reicht dabei bis nur zur unteren Trennwand
43 des Überströmkanals 3. Bei einer Druckabsenkung in der Arbeitskammer 1 wird dann
die Entkopplungsplatte 40 sich nach oben bewegen, wie das im rechten Teil der Zeichnung
dargestellt ist, und dabei einen Spalt 44 zwischen der Außenkante der Entkopplungsplatte
40 und der unteren Trennwand 43 des Überströmkanals 3 freigeben, so daß sich dabei
ebenfalls ein Bypass von sehr kurzer Kanallänge ergibt.
[0026] Mit der beschriebenen Ausbildung des hydraulisch dämpfenden Zweikammer-Motorlagers
ist es also auf einfache Weise möglich, bei bestimmten Druckverhältnissen und Druckverläufen
im Lager durch einen zusätzlichen Überströmspalt entlang des Kanals eine Verbreiterung
der Dämpfungscha rakteristik zu schaffen, um damit die Wirkungsweise des Lagers zu
optimieren.
1. Hydraulisch dämpfendes Zweikammer-Motorlager mit einer motorseitigen Arbeitskammer
und einer durch eine Zwischenplatte abgetrennten Ausgleichskammer, wobei Arbeits-
und Ausgleichskammer über einen, in der Zwischenplatte verlaufenden Überströmkanal
hydraulisch miteinander in Verbindung stehen und der zentrale Bereich der Zwischenplatte
durch eine Entkopplungsplatte gebildet ist, die an ihrem Außenumfang in einem diesen
umgreifenden Käfig mit axialem Freiweg gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Entkopplungsplatte (20; 35; 40) topfförmig ausgebildet ist und mit ihrem Außenmantel
(21; 36; 41) die radial innenliegende Wandung des an der Innenseite des Lagergehäuses
(9) verlaufenden Überströmkanal (3) bildet und in ihrer unteren Stellung diesen verschließt.
2. Motorlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Außenmantel (21; 36)
der topfförmigen Entkopplungsplatte (20; 35) konisch zulaufend ausgebildet ist.
3. Motorlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entkopplungsplatte
(20; 35) zumindest im Bereich ihres Außenmantels (21, 36) mit einer schichtförmigen
Gummiauflage (25, 26) versehen ist.
4. Motorlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge kennzeichnet, daß der Überströmkanal
(3) einen zylindrischen, am Lagergehäuse (9) festgelegten Einsatz (15) mit mehreren,
sich radial nach innen erstreckenden, ringscheibenförmigen Trennwänden (16, 17, 18)
aufweist.
5. Motorlager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Überströmkanal (3)
mehrwendelig (3a, 3b) ausgebildet ist und die radialen Trennwände (16, 17, 18) in
ihrer Breite von oben nach unten entsprechend der Konizität der topfförmigen Entkopplungsplatte
(20, 35) zunehmen.
6. Motorlager nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf der oberen
radialen Trennwand (16) ein nach innen offener Winkelring (24) angeordnet ist, der
die radial nach außen umgebördelte und mit einer Gummiwulst (23) ummantelte Oberkante
(22) der topfförmigen Entkopplungsplatte (20) mit Spiel umfaßt.
7. Motorlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintrittsöffnung
von der Arbeitskammer (1) in den Überströmkanal (3) durch eine Öffnung (27) im Mantel
(21) der Entkopplungsplatte (20) gebildet ist.
8. Motorlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (33)
der topfförmigen Entkopplungsplatte (20) zylindrisch eingezogen ist.
9. Motorlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die topfförmige
Entkopplungsplatte (35) aus einem konischen Mantel (36) und einer in etwa halber Höhe
eingesetzen ebenen Platte (37) besteht.
10. Motorlager nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich net, daß die Platte (37) eine
zentrale Öffnung aufweist, die mit einer elastischen Gummimembran (38) abgeschlossen
ist.