[0001] Die Erfindung betrifft eine Diebstahlsicherungs-Vorrichtung für eine zum Verkauf
bestimmte Kassetten-Dose, insbesondere eine Tonbandkassetten-Dose, bestehend aus
einer zur Aufnahme der Kassetten-Dose bestimmten und eine Einschieböffnung für die
Kassetten-Dose sowie Signalgeber zum Auslösen eines Alarms aufweisenden Hülle sowie
an dieser angeordneten und mit der Kassetten-Dose in Eingriff bringbaren Verriegelungsmitteln,
die zwecks Trennung von Kassetten-Dose und Hülle nur mit Hilfe eines Spezialwerkzeuges
entriegelbar sind.
[0002] Bekannte Hüllen dieser Art aus Kunststoffmaterial dienen als Sicherungseinrichtung
gegen Diebstahl beispielsweise zur Aufnahme einer Dose für eine Compact Disc und sind
beispielsweise mit Magnetstreifen versehen, um beim Passieren einer am Ausgang von
Verkaufsgeschäften angeordneten Induktionsschlaufe einen Alarm auszulösen, wenn die
Hülle einschliesslich der Ware ohne Bezahlung mitgenommen wird. Die Trennung der Hülle
von der käuflich zu erwerbenden Dose erfolgt an der Kasse mit Hilfe eines Spezialwerkzeuges.
Bei bekannten Hüllen für Compact Disc-Dosen greift mindestens ein an der Hülle beweglich
angeordneter Bolzen, Stift oder Haken in eine entsprechende Randausnehmung in der
Schmalseitenwand der Dose ein, steht bei den verschiedenen Ausführungsformen in der
Regel unter Federwirkung und lässt sich nur mit einem Spezialwerkzeug in die Entriegelunsstellung
bringen, wobei für diesen Zweck unter anderem auch Magnetkraft benutzt wird.
[0003] Compact Disc-Dosen besitzen konstruktionsbedingt für die Verriegelung mit einer Hülle
ausnutzbare Wandaussparungen an einer Dosenschmalseite, jedoch ist dieses Prinzip
nicht mehr anwendbar, wenn die zum Verkauf bestimmte Dose derartige Wandaussparungen
nicht aufweist. Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, eine Diebstahlsicherungs-Vorrichtung
unter Verwendung einer mit Mitteln zum Auslösen eines Alarms versehenen Hülle für
Tonbandkassetten-Dosen zu schaffen, an welchen für den Eingriff mit Verriegelungsmitteln
geeignete Wandaussparungen nicht vorhanden sind. Zur Lösung dieser Aufgabe weist
die Vorrichtung die Merkmale nach Anspruch 1 auf.
[0004] Vorzugsweise werden zwecks Erzielung einer sicheren Verriegelung von Hülle und Kassetten-Dose
zwei Verriegelungskörper verwendet, die im Abstand nebeneinander einstückig mit einer
Sockelscheibe verbunden sind, die als Anschlag und zum Arretieren an der Hülle dient
und in einer zur Sockelscheibe passenden Vertiefung in der Hülle zu liegen kommt.
Bei den mit der Sockelscheibe einstückig verbundenen Verriegelungskörpern sind die
Verbindungsbereiche zwischen diesen als Schwächungszone so ausgebildet, dass sie
an dieser Stelle durch Einwirkung von Druck von aussen brechen, sodass die Verriegelungskörper
und damit die Kassetten-Dose von der Hülle trennbar sind, wobei die Zerstörung durch
die flache Sockelscheibe durchdringende Stifte eines Spezialwerkzeuges erfolgt.
[0005] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und den Zeichnungen, in denen eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
rein beispielsweise dargestellt ist. Es zeigen:
Fig. 1 eine Vorderansicht der Hülle und zwei getrennt dargestellte und in die Hülle
einzusetzende Verriegelungskörper;
Fig. 2 eine Seitenansicht der Hülle mit getrennt dargestellten Verriegelungskörpern;
Fig. 3 den Ausschnitt A in Fig. 2 in grösserem Massstab, dargestellt als Schnitt durch
die Hülle mit eingesetzter Kassetten-Dose.
[0006] Die Hülle 1 gemäss Fig. 1 und 2 aus durchsichtigem Kunststoffmaterial ist quaderförmig
ausgebildet und umschliesst einen quaderförmigen Hohlraum 2 zum Einschieben einer
in Fig. 1 und 2 nicht dargestellten Tonbandkassetten-Dose durch eine Einschieböffnung
3 an einer Schmalseite. Die Frontfläche 4 ist durch eine grosse Wandaussparung 5 rahmenförmig
ausgebildet, die ihr gegenüberliegende geschlossene Bodenfläche 6 weist innenseitig
im der Einschieböffnung 3 gegenüberliegenden Endbereich eine Auffahrrampe 7 für die
nicht dargestellte Tonbandkassetten-Dose auf, die dazu dient, das für das Einschieben
der Kassetten-Dose notwendige Bewegungsspiel in der eingeschobenen Endstellung aufzuheben,
damit die Kassetten-Dose mit ihrer Deckelseite gegen die Frontfläche 4 der Hülle
1 gedrückt ist. Die Hülle ist innenseitig mit den bekannten und im Zusammenwirken
mit einer Induktionsschlaufe einen Alarm auslösenden Mitteln wie beispielsweise
Magnetstreifen, Dioden oder ähnlichen Mitteln ausgestattet.
[0007] Gemäss Fig. 1 und 2 weist die Hülle 1 an der oberen Schmalseite eine bezüglich dieser
Schmalseite aussermittig angeordnete Wanddurchbrechung 9 auf, die länglich ausgebildet
ist und die sich mit ihrer Mitte im wesentlichen auf dem Niveau der winklig angrenzenden
Hülleninnenfläche der Frontfläche 4 in die Hülle hinein erstreckt, was am deutlichsten
aus Fig. 3 hervorgeht. In Fig. 1 sind oberhalb der Hülle 1 zwei Verriegelungskörper
10 im Abstand nebeneinander und einstückig mit einer Sokkelscheibe 11 dargestellt.
Gemäss Fig. 2 von der Seite gesehen besitzen die Verriegelungskörper 10 einen haken
förmig verbreiterten und anschliessend zugespitzten Endabschnitt 12. Der Verbindungsbereich
zwischen der Sockelscheibe 11 und den einstückig mit diesen verbundenen Verriegelungskörpern
10 ist als Schwächungszone 13 ausgebildet, d.h. dort ist ein kleinerer Materialquerschnitt
vorhanden.
[0008] Die Tonbandkassetten-Dose, die zwecks Sicherung vor Diebstahl mit der Hülle 1 fest
zu verbinden sind, wobei diese Verbindung nur mit Hilfe eines Spezialwerkzeuges lösbar
ist, besitzen einen an einem Dosenunterteil schwenkbar angelenkten Klappdeckel, der
sich im geschlossenen Zustand der Dose etwas in den Dosen-Unterteil hineindrücken
lässt. Diese Eigenschaft der Kassetten-Dose wird hier für die Verbindung mit der Hülle
1 ausgenutzt.
[0009] In der ausschnittweisen Darstellung in grösserem Massstab gemäss Fig. 3 ist von einer
Tonbandkassetten-Dose ein Teil einer Seitenwand 15 sowie ein Teil des Dosendeckels
16 erkennbar. Um eine Tonbandkassetten-Dose mit der Hülle 1 zu verbinden, werden zunächst
die beiden Verriegelungskörper 10, die mit der Sockelscheibe 11 einstückig verbunden
sind, in die Wanddurchbrechung 9 in der Hülle 1 hineingesteckt und die Hülle 1 dann
aufrecht mit der Sockelscheibe untenliegend auf einer Tischplatte abgestützt, um
dann eine Kassetten-Dose durch die Einschieböffnung 3 in die Hülle 1 hineinzustossen.
Die Hülle 1 besteht aus einem speziellen Kunststoffmaterial, welches eine solche
Eigenschaft hat, dass der in Fig. 3 rechts neben dem Verriegelungskörper 10 befindliche
und in Wirklichkeit nur 0,8 mm Wandstärke aufweisende Bereich der rahmenförmig ausgebildeten
Frontfläche der Hülle 1 etwas ausweichen kann. Die Kassetten-Dosenseitenwand 15 überfährt
den hakenförmig verbreiteten und anschliessend keilförmig zugespitzten Endabschnitt
12 des Verriegelungskörpers 10 und dieser Endabschnitt 12 hält dann den Kassetten-Dosendeckel
16 etwas einwärts gedrückt, wobei gleichzeitig der Endabschnitt als Haken die Seitenwand
15 hintergreift. Da die Sockelscheibe 11 der Verriegelungskörper 10 sich an der Hülle
1 abstützt, lässt sich die Tonbandkassetten-Dose in dem verriegelten Zustand aus der
Hülle 1 nicht wieder herausziehen.
[0010] Üm die Tonbandkassetten-Dose von der Hülle 1 zu trennen, muss die als Schwächungszone
13 ausgebildete Verbindung zwischen den Verriegelungskörpern 10 und der Sockelscheibe
11 zerstört werden. Zu diesem Zweck dient ein in Fig. 3 oberhalb der Hülle 1 ausschnittweise
dargestelltes Spezialwerkzeug 17. Dieses Werkzeug weist in der Zeichnung rechts zwei
hintereinanderliegend angeordnete zugespitzte Bolzen 18 auf, von denen jeder in der
Mitte eines Verriegelungskörpers 10 gegen die Sockelscheibe 11 drückt und diese in
Wirklichkeit auch sehr dünne Scheibe durchdringt, um die Verbindung der Scheibe mit
dem Verriegelungskörper an der Schwächungszone 13 zu zerstören, wenn das Werkzeug
und die Hülle gegeneinander gedrückt werden. Die Hülle 1 besitzt ferner an der gleichen
Schmalseite, an der sich die Verriegelungskörper 10 befinden, mindestens eine weitere
Bohrung 20 vorzugsweise auf der Längsmittellinie dieser Hüllenschmalseite, wie aus
Fig. 2 hervorgeht. Das Werkzeug 17 weist ferner einen Auswerferstift 21 auf, der durch
diese Bohrung 20 hindurch gegen die Kassetten-Dosenseitenwand 15 gedrückt wird, wenn
das Werkzeug betätigt wird, um dadurch die Kassetten-Dose von der Hülle zu trennen.
Es können auch mehrere derartige Bohrungen an der Hülle und Auswerferstifte am Werkzeug
vorgesehen sein.
[0011] Mit den ebenfalls aus Kunststoffmaterial bestehenden und billige Wegwerfartikel
bildenden Verriegelungskörpern ist damit eine preiswerte Diebstahlsicherungs-Vorrichtung
geschaffen, die ausserdem den Vorteil besitzt, dass sie in den vorhandenen und weitverbreiteten
Verkaufsgestellen verwendet werden kann, weil die Hülle 1 kürzer ist als die hochkant
in diese eingeschobene Tonbandkassetten-Dose, deren unterer Rand daher zum Einsetzen
in das Verkaufsgestell frei ist.
1. Diebstahlsicherungs-Vorrichtung für eine zum Verkauf bestimmte Kassetten-Dose,
insbesondere eine Tonbandkassetten-Dose, bestehend aus einer zur Aufnahme der Kassetten-Dose
bestimmten und eine Einschieböffnung für die Kassetten-Dose sowie Signalgeber zum
Auslösen eines Alarms aufweisenden Hülle sowie an dieser angeordneten und mit der
Kassetten-Dose in Eingriff bringbaren Verriegelungsmitteln, die zwecks Trennung von
Kassetten-Dose und Hülle nur mit Hilfe eines Spezialwerkzeuges entriegelbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die zur Aufnahme der mit einem Klappdeckel versehenen
Kassetten-Dose bestimmte Hülle (1) aus festem Material an einer der Einschieböffnung
(3) gegenüberliegenden Hüllenschmalseite eine bezüglich dieser aussermittig angeordnete
Wanddurchbrechung (9) aufweist, die sich mit ihrer Mitte im wesentlichen auf dem
Niveau der winklig angrenzenden Hülleninnenfläche in die Hülle (1) hineinerstreckt,
und dass mindestens ein von der Hüllenaussenseite durch die Wanddurchbrechung (9)
hindurchsteckbarer und an der Hülle (1) mit Anschlag (11) festsetzbarer Verriegelungskörper
(10) einen hakenförmig verbreiteten und anschliessend keilförmig zugespitzten Endabschnitt
(12) aufweist, um bei einer in die Hülle eingeschobenen Kassetten-Dose (15,16) deren
Klappdeckel (16) mittels des keilförmigen Endabschnitts (12) des Verriegelungskörpers
(10) etwas einwärts gedrückt zu halten, wobei dieser gleichzeitig als Haken die benachbarte
Kassetten-Dosenseitenwand (15) zwecks Verriegelung von Kassetten-Dose und Hülle übergreift.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Verriegelungskörper
(10) im Abstand nebeneinander einstückig mit einer als Anschlag zum Arretieren an
der Hülle (1) dienenden Sockelscheibe (11) verbunden sind und die als Schwächungszone
ausgebildeten Verbindungsbereiche (13) zwischen der Sockelscheibe (11) und den Verriegelungkörpern
(10) zwecks Lösen der Verriegelung durch Druck gegen die Sockelscheibe und durch
diese mittels eines Werkzeuges von aussen zerstörbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die quaderförmige Hülle
(1) an der Frontfläche (4) rings um eine mittige Wandaussparung (5) in derselben
rahmenförmig ausgebildet ist und an einer Schmalseite, die der die Wanddurchbrechung
(9) für den mindestens einen Verriegelungskörper (10) aufweisenden Hülle-Schmalseite
gegenüberliegt, eine Einschieböffnung (3) zum Einschieben der Kassetten-Dose und ferner
an der Bodenfläche (6) innenseitig im der Einschieböffnung gegenüberliegenden Endbereich
und unterhalb der Wanddurchbrechung (9) eine Auffahrrampe (7) für die Kassetten-Dose
zwecks Aufhebung des Spiels im Bereich der zu verriegelnden Kassetten-Dosenwand (15)
aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülle (1) im Abstand
von der Wanddurchbrechung (9) für den mindestens einen Verriegelungskörper (10)
und vorzugsweise auf der Längsmittellinie der Hüllenschmalseite mindestens eine weitere
Wanddurchbrechung (20) in Form einer Bohrung für mindestens einen durch die Hülle
(1) hindurch und gegen die Kassetten-Dosenwand (15) anzudrücken bestimmten Auswerferstift
(21) eines Werkzeuges (17) aufweist, welches ferner zwei angespitzte Bolzen (18)
zum Zerstören der Verbindungsbereiche (13) zwischen den Verriegelungskörpern (10)
und der Sockelscheibe (11) aufweist.