[0001] Die Erfindung betrifft ein implantierbares Hörgerät zur Anregung des Innenohres.
[0002] Bei einem bekannten Hörgerät zur Anregung des Innenohres (DE-OS 28 25 233) werden
die das Hörgerät bildenden Baugruppen einschließlich einer Tritiumbatterie hermetisch
gekapselt in den äußeren Gehörgang eingesetzt oder im Mastoid implantiert, und das
Hörgerät wird ausgangsseitig über eine elektrische Leitung direkt mit dem Hörnerv
verbunden. Bei einer abgewandelten Ausführungsform des bekannten Gerätes werden akustische
Schwingungen, die von dem im Mastoid implantierten Hörgerät erzeugt werden, über den
Prozessus mastoideus-Knochen in das Mittelohr unter Ausnutzung des Umstandes übertragen,
daß dieser kochen Hohlräume aufweist, die über das Vorhoffenster mit dem Mittelohr
in Verbindung stehen.
[0003] Bei einem anderen bekannten Hörgerät (EP 0 242 038 A2) sind in einem in den äußeren
Gehörgang einzuschiebenden Gehäuse ein Mikrophon, ein Verstärker, eine Batterie,
ein Lautstärkeregler und eine Anregungsspule für einen Magneten untergebracht, der
an einem der Hörknöchelchen befestigt wird. Es ist ferner ein Hörgerät bekannt (GB-PS
1 440 724), bei dem ein Mikrophon, ein Verstärker und eine Batterie in einem Gehäuse
angeordnet sind, das steckerartig in einen Sockel eingesteckt wird, der ins Schläfenbein
hinter der Ohrmuschel implantiert ist. Das Ausgangssignal des Verstärkers geht an
eine im Mittelohr implantierte Erregerspule eines auf dem Steigbügel befestigten
Magneten.
[0004] Desweiteren ist ein Hörgerät bekannt (US-PS 4 532 930), bei dem über eine implantierbare
Elektrodenanordnung eine unmittelbare elektrische Reizung des Innenohres mit Hilfe
von Signalen erfolgt, die von einer zweckentsprechenden Signalverarbeitungselektronik
bereitgestellt werden. Die Signalverarbeitungselektronik ist dabei in einem relativ
großvolumigen Gehäuse untergebracht, das extern in einer separaten Tasche mitgeführt
wird. Die Signalverarbeitungselektronik ist über ein Verbindungskabel an eine Sendeantenne
angeschlossen, die im Bereich des betreffenden Ohres angeordnet wird.
[0005] Bei den bekannten Hörgeräten läßt die erzielbare Klangqualität häufig zu wünschen
übrig. Es kann zu Anpassungsproblemen kommen, und die Anregung über einen an einem
Hörknöchelchen befestigten Magneten macht einen mit Risiken verbundenen Eingriff in
die Kette der Gehörknöchelchen erforderlich.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein implantierbares Hörgerät zur Anregung
des Innenohres zu schaffen, das eine hohe Klangqualität hat sowie einen relativ einfachen
und risikolosen Einsatz erlaubt.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Hörgerät ein eingangsseitig
an einen elektromechanischen Wandler angeschlossenes hydromechanisches Koppelelement
zum Übertragen der von dem Wandler erzeugten mechanischen Schwingungen zum Innenohr
auweist.
[0008] Bei dem Hörgerät nach der Erfindung werden mechanische Schwingungen, die von dem
elektromechanischen Wandler erzeugt werden, über das hydromechanische Koppelelement
- unter Umgehung der Schallübertragung der Gehörknöchelchen im Innenohr - in Form
von Druckschwankungen auf die flüssigkeitsgefüllten Innenohrräume übertragen. Es läßt
sich dadurch auf verhältnismäßig einfache Weise eine besonders wirkungsvolle Innenohranregung
mit hoher Klangqualität erzielen.
[0009] Das hydromechanische Koppelelement kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung einfach
einen an den elektromechanischen Wandler angeschlossenen, flüssigkeitsgefüllten Schlauch
auiweisen, dessen von dem Wandler abliegendes Ende im implantierten Zustand in die
flüssigkeitsgefüllten Innenohrräume reicht.
[0010] Vorteilhaft ist der elektromechanische Wandler hermetisch gekapselt zur Implantation
in der Paukenhöhle oder im Mastoid, ausgebildet. Der Schlauch ist zwecks optimaler
mechanischer Impedanzanpassung vorteilhaft mit einer lymphähnlichen Flüssigkeit gefüllt
und an dem von dem Wandler abliegenden Ende mit einer dünnen Membran verschlossen.
Er kann mittels einer aufgeschobenen Drahtwendel oder durch einen oder mehrere in
die Schlauchwandung eingelassene Drähte entsprechend den jeweiligen anatomischen Gegebenheiten
dauerhaft geformt werden. Der elektromechanische Wandler kann in ein Gehäuse einer
implantierbaren Signalverarbeitungselektronik integriert sein und auf dem elektrodynamischen,
elektromagnetischen oder, vorzugsweise, piezoelektrischen Prinzip beruhen. Insbesondere
kann der Wandler einen piezoelektrischen Biegeschwinger aufweisen, der auf einer
Trägermembran sitzt, die in dem den Wandler aufnehmenden Gehäuse eingespannt ist.
Der Biegeschwinger kann aus einer einlagigen piezoelektrischen Scheibe bestehen oder
eine zur Trägermembran symmetrische Bimorphstruktur aufweisen, und er hat vorteilhaft
einen Durchmesser, der mindestens dem 0,8-fachen und vorzugsweise mindestens dem 0,9-fachen
des Innendurchmessers des zugehörigen Gehäuses entspricht. Durch ein großes Verhältnis
von Wandlerscheibendurchmesser zu Schlauchinnendurchmesser wird dabei eine Schnelletransformation
erzielt, die schon bei kleinen elektrischen Wandlerleistungen hohe Ausgangsdrücke
an dem vom Wandler abliegenden Schlauchende entstehen läßt.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist ein den elektromechanischen Wandler über
eine Signalverarbeitungselektronik mit Eingangssignalen versorgendes Mikrophon mit
einem akustischen Koppelelement zur Schallaufnahme aus der Paukenhöhle verbunden,
wodurch die natürliche Richtcharakteristik des Außenohres voll ausgenutzt wird. Das
akustische Koppelelement kann einfach als an das Mikrophon angeschlossener Schalleitungsschlauch
ausgebildet sein, dessen vom Mikrophon abgewendetes Ende im implantierten Zustand
in die Paukenhöhle hineinragt und zweckmäßig mit einer Membran verschlossen ist.
[0012] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachstehend unter Bezugnahme auf
die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Schnitt durch ein menschliches Ohr mit implantiertem Hörgerät,
sowie gleichfalls schematisch einen externen Steuersignalgeber,
Fig. 2 in größerem Maßstab einen schematischen Schnitt durch einen elektromechanischen
Wandler mit zugehörigem hydromechanischem Koppelelement zur Übertragung von Wandlerschwingungen
auf das Innenohr, und
Fig. 3 in größerem Maßstab einen Schnitt durch das Gehäuse der Signalverarbeitungselektronik
in welchem zugleich der elektromechanische Wandler untergebracht ist.
[0013] Das in Fig. 1 dargestellte Hörgerät weist ein in der näheren Umgebung des betreffenden
Ohres 10, insbesondere im Mastoid 11 implantierbares, hermetisch dichtes Gehäuse 12
auf, in welchem, wie schematisch angedeutet, ein Mikrophon 13, eine Signalverarbeitungselektronik
14 und eine Energieversorgung, beispielsweise eine Sekundärzellenanordnung 15 (d.h.
ein oder mehrere wiederaufladbare Akkumulatoren) untergebracht sind. Das Mikrophon
13 steht über ein akustisches Koppelelement in Form eines Schalleitungsschlauchs 16
mit der Paukenhöhle 17 in Verbindung. Das von dem Mikrophon 13 abgewendete Ende des
Schalleitungsschlauchs 16 reicht dabei im implantierten Zustand in die Paukenhöhle
17, und es ist dort mittels einer dünnen Membran 18 verschlossen.
[0014] An den Ausgang der Signalverarbeitungselektronik 14 ist über eine Wandlerzuleitung
20 ein elektromechanischer Wandler 21 angeschlossen, der hermetisch gekapselt in der
Paukenhöhle hinter dem Trommelfell 22 mechanisch fest fixiert ist. Der Wandler 21
ist seinerseits mit einem hydromechanischen Koppelelement 23 verbunden. Über das Koppelelement
23 werden von dem Wandler 21 mechanische Schwingungen zum Innenohr 24 übertragen.
Bei dem in Fig. 1 veranschaulichten Ausführungsbeispiel erstreckt sich dazu das Koppelelement
23 durch eine Bohrung in der Steigbügelfußplatte 25 hindurch.
[0015] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 gelangen Schallsignale über das Außenohr 26,
den Gehörgang 27 und das Trommelfell 22 zur Paukenhöhle 17. Sie werden dort von dem
Schalleitungsschlauch 16 hinter dem Trommelfell 22 aufgenommen und an das in dem Gehäuse
12 sitzende Mikrophon 13 weitergeleitet. Das Mikrophon 13 wandelt den Schall in elektrische
Mikrophonsignale um. Diese Signale werden in der Signalverarbeitungselektronik 14
in geeignete Ausgangssignale umgesetzt und verstärkt über die Wandlerzuleitung 20
an den elektromechanischen Wandler 21 geführt. Der Wandler 21 setzt die elektrischen
Ausgangssignale in mechanische Schwingungen um. Die mechanischen Schwingungen werden
über das hydromechanische Koppelelement 23 auf die flüssigkeitsgefüllten Innenohrräume
übertragen.
[0016] Die Fig. 1 läßt erkennen, daß das Hörgerät vollständig implantiert ist. Der Träger
wird durch das Gerät unter normalen Alltagsbedingungen nicht beeinträchtigt. Zum Beispiel
ist Schwimmen ohne weiteres möglich. Die natürliche Richtcharakteristik des Außenohrs
26 wird voll ausgenutzt und nicht durch mechanische Elemente im äußeren Gehörgang
27 beeinträchtigt. Nach der Signalverstärkung in der Signalverarbeitungselektronik
14 erfolgt keine Wandlung im Luftschall, wodurch eine hohe Klangqualität möglich wird.
Etwaige Rückkopplungsprobleme lassen sich relativ einfach beherrschen. Die natürliche
Übertragung über die Gehörknöchelchenkette 28 bleibt unbeeinflußt. Damit ist das Risiko
für den Patienten minimiert.
[0017] Zum wahlweisen Einstellen eines oder mehrerer Kennwerte der Signalverarbeitungselektronik
14 kann ein externer Steuersignalgeber 30 vorgesehen sein, an dessen Ausgang eine
Sendespule 31 angeschlossen ist. In dem Gehäuse 12 ist in einem solchen Fall eine
Empfangsspule 32 untergebracht. Auf diese Weise kann im Bedarfsfall über die Spulen
31 und 32 eine hochfrequente induktive Datenübertragung zwischen dem externen Steuersignalgeber
30 und der implantierten Signalverarbeitungselektronik 14 erfolgen. Zweckmäßig kann
die für die induktive Datenübertragung vorgesehene Hochfrequenzstrecke auch genutzt
werden, um Energie zum Aufladen der implantierten Sekundärzellenanordnung 15 zu übertragen.
Stattdessen kann für eine transkutane Datenübertragung zwischen dem Steuersignalgeber
30 und der Signalverarbeitungselektronik 14 auch eine lichtgebundene Infrarotstrecke
vorgesehen sein.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel des elektromechanischen Wandlers 21 und des hydromechanischen
Koppelelements 23 ist in größerem Maßstab in Fig. 2 dargestellt. Der Wandler 21 weist
ein zweiteiliges, hermetisch dichtes Gehäuse 34 auf. In dem Gehäuse 34 ist ein vorzugsweise
kreisförmiger piezoelektrischer Biegeschwinger 35 untergebracht, der auf einer Trägermembran
36 sitzt. Die vorzugsweise aus Messing oder Aluminium bestehende Trägermembran 36
ist an ihrem Rand in dem Gehäuse 34 etwa mittig eingespannt. Der veranschaulichte
Biegeschwinger 35 hat eine zu der Trägermembran 36 symmetrische Bimorphstruktur,
deren beide Lagen mit 37 und 38 bezeichnet sind. Die Lagen 37, 38 können elektrisch
parallel oder hintereinander geschaltet sein. Dabei werden die zwei oder bei elektrischer
Parallelschaltung drei Elektrodenflächen der Lagen 37,38 kontaktiert und durch Gehäusedurchführungen
an die Wandlerzuleitung 20 angeschlossen.
[0019] Es versteht sich, daß gegebenenfalls auch die eine der beiden Lagen 37,38 weggelassen
werden kann, so daß der Biegeschwinger 35 aus einer einlagigen piezoelektrischen Scheibe
besteht. Der Biegeschwinger 35 hat zweckmäßig einen Durchmesser, der mindestens dem
0,8-fachen und vorzugsweise mindestens dem 0,9-fachen des Innendurchmessers des Gehäuses
34 entspricht. Die Trägermembran 36 unterteilt den Innenraum des Gehäuses 34 in zwei
Kammern 39 und 40. Die eine Kammer 39 ist mit einer Flüssigkeit 41 gefüllt, deren
Dichte und Zusammensetzung mindestens näherungsweise der Perilymphe (der Flüssigkeit
im Innenohr) entsprechen. Durch eine Wandung des Gehäuses 34 ist ein Anschlußstutzen
42 geführt, über den durch die Wandlerschwingung erzeugte Druckschwankungen auf einen
das hydromechanische Koppelelement 23 bildenden Schlauch 43 geleitet werden. Der
Schlauch 43 ist mit der gleichen Flüssigkeit wie die Kammer 39 gefüllt, und sein von
dem Wandler 21 abliegendes Ende ist mittels einer dünnen Membran 44 verschlossen.
Der Schlauch 43 kann zweckmäßig aus biokompatiblem Silikon bestehen, und er hat vorteilhaft
einen Außendurchmesser von 0,3 bis 1,0 mm, vorzugsweise etwa 0,6 mm, sowie eine Wandstärke
von 0,05 bis 0,3 mm, vorzugsweise etwa 0,1 mm. Das Wandlergehäuse 34 ist kreisförmig
oder annähernd kreisförmig ausgebildet, und es hat zweckmäßig einen Durchmesser von
5 bis 10 mm, vorzugsweise etwa 8 mm. Das Gehäuse 34 kann ebenso wie das Gehäuse 12
vorteilhaft aus einer biokompatiblen Keramik, z.B. Al₂O₃, oder aus Titan bestehen.
Die andere Kammer 40 des Gehäuses 34 ist mit einem Edelgas, vorzugsweise Argon, gefüllt.
Um den Schlauch 43 ist ein dünner Draht 45 aus biokompatiblem Werkstoff, vorzugsweise
Platin, gewendelt. Die Drahtwendel erlaubt es, eine beständige Formung von Biegeradien
zur Anpassung an die jeweiligen anatomischen Gegebenheiten zu erreichen. An Stelle
der Drahtwendel können auch ein oder mehrere Drähte, vorzugsweise Platindrähte, in
die Wandung des Schlauchs 43 eingelassen sein.
[0020] Die wesentliche Wirkung der in Fig. 2 veranschaulichten Anordnung beruht einerseits
auf dem Prinzip einer Druckkammer, durch das erreicht wird, daß bei großem Verhältnis
von Wandlerscheibendurchmesser zu Schlauchinnendurchmesser eine Schnelletransformation
entsteht, die bei Kleinen elektrischen Wandlerleistungen hohe Ausgangsdrücke an der
Schlauchmembran 44 ermöglicht. Andererseits erlaubt die Füllung des Schlauchs 43 mit
einer lymphähnlichen Flüssigkeit eine optimale mechanische Impedanzanpassung an das
Innenohr. Dadurch werden störende Reflexionen vermieden.
[0021] Bei der abgewandelten Ausführungsform gemäß Fig. 3 ist der elektromechanische Wandler
21 mit in das Gehäuse 12 der Signalverarbeitungselektronik 14 integriert. Die von
der Trägermembran 36 des Biegeschwingers 35 begrenzte, in diesem Fall gleichfalls
in dem Gehäuse 12 ausgebildete, flüssigkeitsgefüllte Kammer 39 ist analog der Fig.
2 mit dem hydromechanischen Koppelelement 23 in Form des flüssigkeitsgefüllten Schlauches
43 verbunden. Entsprechend der Ausführungsform der Fig. 1 sind in dem Gehäuse 12 ferner
das Mikrophon 13 und die Energieversorgung, beispielsweise eine Sekundärzellenanordnung
15, untergebracht. Der Schall wird dem Mikrophon 13 aus der Paukenhöhle 17 über den
Schalleitungsschlauch 16 zugeführt. Letzterer ist mit dem Gehäuse 12 über einen Anschlußstutzen
46 verbunden und an seinem freien Ende mittels der dünnen Membran 18 abgeschlossen.
Um Rückkopplungen zu vermeiden, ist das Mikrophon 13 in dem Gehäuse 12 schwingungstechnisch
isoliert aufgehängt. Wie in Fig. 3 angedeutet ist, sitzen das Mikrophon 13, die Signalverarbeitungselektronik
14 und die Energieversorgung 15 in einer von der gasgefüllten Kammer 40 mittels einer
Trennwand 47 abgeteilten dritten Kammer 48. Gegebenenfalls können mindestens einzelne
dieser Baugruppen aber auch in der Kammer 40 untergebracht sein.
[0022] Zur Energieversorgung kann auch eine Primärzellenanordnung vorgesehen sein, die in
einem von dem Gehäuse 12 der Signalverarbeitungselektronik 14 getrennten Gehäuse untergebracht
und über eine trennbare Verbindung an die Signalverarbeitungselektronik 14 angeschlossen
ist. Dadurch kann im Bedarfsfall die Primärzellenanordnung (eine oder mehrere Batterien)
ausgetauscht werden, ohne daß ein gleichzeitiger Austausch des Gehäuses 12 bzw. ein
Eingriff in dieses Gehäuse notwendig wird.
[0023] Es ist ferner möglich, das Schall aus der Paukenhöhle 17 aufnehmende Mikrophon 13
in einem gesonderten Gehäuse unterzubringen, das bei der Implantation unmittelbar
in der Paukenhöhle 17 fixiert wird. Das Mikrophon 13 nimmt dabei den Schall aus der
Paukenhöhle über einen durch das Gehäuse geführten Stutzen auf, der zur Abdichtung
mit einer dünnen Membran abgeschlossen ist.
1. Implantierbares Hörgerät zur Anregung des Innenohres, gekennzeichnet durch ein eingangsseitig an einen elektromechanischen Wandler (21) angeschlossenes hydromechanisches
Koppelelement (23) zum Übertragen der von dem Wandler erzeugten mechanischen Schwingungen
zum Innenohr.
2. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das hydromechanische Koppelelement
(23) einen an den elektromechanischen Wandler (21) angeschlossenen, flüssigkeitsgefüllten
Schlauch (43) aufweist, dessen von dem Wandler abliegendes Ende im implantierten
Zustand in die flüssigkeitsgefüllten Innenohrräume reicht.
3. Hörgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der elektromechanische
Wandler (21) hermetisch gekapselt zur Implantation in der Paukenhöhle oder im Mastoid
ausgebildet ist.
4. Hörgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der flüssigkeitsgefüllte
Schlauch (43) an dem von dem elektromechanischen Wandler (21) abliegenden Ende verschlossen
ist.
5. Hörgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Schlauchende mit einer
dünnen Membran (44) abgeschlossen ist.
6. Hörgerät nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (43)
mit einer lymphähnlichen Flüssigkeit gefüllt ist.
7. Hörgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der flüssigkeitsgefüllte
Schlauch (43) einen Außendurchmesser von 0,3 bis 1,0 mm, vorzugsweise etwa 0,6 mm
und eine Wandstärke von 0,05 bis 0,3 mm, vorzugsweise etwa 0,1 mm hat.
8. Hörgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch
(43) mit einem biokompatiblen Draht (45), vorzugsweise Platindraht, umwendelt ist.
9. Hörgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder
mehrere Drähte, vorzugsweise Platindrähte, in die Wandung des Schlauchs (43) eingelassen
sind.
10. Hörgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der elektromechanische
Wandler (21) in einem kreisförmigen oder annähernd kreisförmigen Wandlergehäuse (34)
untergebracht ist, das einen Durchmesser von 5 bis 10 mm, vorzugsweise etwa 8 mm,
hat.
11. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der elektromechanische Wandler (21) in ein Gehäuse (12) einer implantierbaren Signalverarbeitungselektronik
(14) integriert ist.
12. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Wandler (21) auf dem elektrodynamischen, elektromagnetischen oder, vorzugsweise,
piezoelektrischen Prinzip beruht.
13. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der elektromechanische Wandler (21) einen, vorzugsweise kreisförmigen, piezoelektrischen
Biegeschwinger (35) aufweist, der auf einer Trägermembran (36) sitzt, die in dem den
Wandler aufnehmenden Gehäuse (12,34) eingespannt ist.
14. Hörgerät nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegeschwinger (35)
aus einer einlagigen piezoelektrischen Scheibe besteht.
15. Hörgerät nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegeschwinger (35)
eine zu der Trägermembran (36) symmetrische Bimorphstruktur hat, deren beide Lagen
(37,38) elektrisch parallel oder hintereinander geschaltet sind.
16. Hörgerät nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegeschwinger
(35,) einen Durchmesser hat, der mindestens dem 0,8-fachen und vorzugsweise mindestens
dem 0,9-fachen des Innendurchmessers des zugehörigen Gehäuses (12,34) entspricht.
17. Hörgerät nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägermembran
(36) den Innenraum des Gehäuses (12,34) in zwei Kammern (39, 40) unterteilt.
18. Hörgerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die eine der beiden Kammern
(39) mit dem hydromechanischen Koppelelement (23) verbunden ist.
19. Hörgerät nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Kammer (39) des
Gehäuses (12, 34) mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, deren Dichte und Zusammensetzung
mindestens näherungsweise derjenigen der Perilymphe entspricht.
20. Hörgerät nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß die andere Kammer
(40) des Gehäuses (12,34) mit einem Edelgas, vorzugsweise Argon, gefüllt ist.
21. Hörgerät nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß in der
anderen oder einer dritten Kammer (48) des Gehäuses eine Signalverarbeitungselektronik
(14) und/oder ein Mikrophon (13) und/oder eine Energieversorgung (15,15′) untergebracht
sind.
22. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das hydromechanische Koppelelement (23) im implantierten Zustand durch eine Bohrung
in der Steigbügelplatte oder eine Bohrung in der Nähe des runden Fensters hindurch
in das Innenohr hineinreicht.
23. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein den elektromechanischen Wandler (21) über eine Signalverarbeitungselektronik (14)
mit Eingangssignalen versorgendes Mikrophon (13) mit einem akustischen Koppelelement
(16) zur Schallaufnahme aus der Paukenhöhle verbunden ist.
24. Hörgerät nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß als akustisches Koppelelement
ein an das Mikrophon (13) angeschlossener Schalleitungsschlauch (16) vorgesehen ist,
dessen vom Mikrophon abgewendetes Ende im implantierten Zustand in die Paukenhöhle
hineinragt.
25. Hörgerät nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalleitungsschlauch
(16) an dem vom Mikrophon (13) abgewendeten Ende mit einer Membran (18) verschlossen
ist.