(19)
(11) EP 0 400 630 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.12.1990  Patentblatt  1990/49

(21) Anmeldenummer: 90110307.7

(22) Anmeldetag:  30.05.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5: H04R 25/00, A61F 11/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE DK FR LI

(30) Priorität: 02.06.1989 DE 3918086

(71) Anmelder: IMPLEX GmbH Spezialhörgeräte
D-85737 Ismaning/München (DE)

(72) Erfinder:
  • Hortmann, Günter
    D-7449 Neckartenzlingen (DE)
  • Leysieffer, Hans, Dr.-Ing.
    D-8028 Taufkirchen (DE)

(74) Vertreter: Schwan, Gerhard, Dipl.-Ing. 
Elfenstrasse 32
81739 München
81739 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Implantierbares Hörgerät


    (57) Implantierbares Hörgerät zur Anregung des Innenohres (24) mit einem eingangsseitig an einen elektromechanischen Wandler (21) angeschlossenen hydromechanischen Koppelelement (23) zum Übertragen der von dem Wandler (21) erzeugten mechanischen Schwingungen zum Innenohr (24).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein implantierbares Hörgerät zur Anregung des Innenohres.

    [0002] Bei einem bekannten Hörgerät zur Anregung des Innenohres (DE-OS 28 25 233) wer­den die das Hörgerät bildenden Baugruppen einschließlich einer Tritiumbatterie hermetisch gekapselt in den äußeren Gehörgang eingesetzt oder im Mastoid implantiert, und das Hörgerät wird ausgangsseitig über eine elektrische Leitung direkt mit dem Hörnerv verbunden. Bei einer abgewandelten Ausführungsform des bekannten Gerätes werden akustische Schwingungen, die von dem im Mastoid implantierten Hörgerät erzeugt werden, über den Prozessus mastoideus-Knochen in das Mittelohr unter Ausnutzung des Umstandes übertragen, daß dieser kochen Hohlräume aufweist, die über das Vorhoffenster mit dem Mittelohr in Verbindung stehen.

    [0003] Bei einem anderen bekannten Hörgerät (EP 0 242 038 A2) sind in einem in den äuße­ren Gehörgang einzuschiebenden Gehäuse ein Mikrophon, ein Verstärker, eine Batte­rie, ein Lautstärkeregler und eine Anregungsspule für einen Magneten untergebracht, der an einem der Hörknöchelchen befestigt wird. Es ist ferner ein Hörgerät bekannt (GB-PS 1 440 724), bei dem ein Mikrophon, ein Verstärker und eine Batterie in einem Gehäuse angeordnet sind, das steckerartig in einen Sockel eingesteckt wird, der ins Schläfenbein hinter der Ohrmuschel implantiert ist. Das Ausgangssignal des Verstärkers geht an eine im Mittelohr implantierte Erregerspule eines auf dem Steigbügel befestig­ten Magneten.

    [0004] Desweiteren ist ein Hörgerät bekannt (US-PS 4 532 930), bei dem über eine im­plantierbare Elektrodenanordnung eine unmittelbare elektrische Reizung des In­nenohres mit Hilfe von Signalen erfolgt, die von einer zweckentsprechenden Signalver­arbeitungselektronik bereitgestellt werden. Die Signalverarbeitungselektronik ist dabei in einem relativ großvolumigen Gehäuse untergebracht, das extern in einer separaten Tasche mitgeführt wird. Die Signalverarbeitungselektronik ist über ein Verbindungska­bel an eine Sendeantenne angeschlossen, die im Bereich des betreffenden Ohres ange­ordnet wird.

    [0005] Bei den bekannten Hörgeräten läßt die erzielbare Klangqualität häufig zu wünschen üb­rig. Es kann zu Anpassungsproblemen kommen, und die Anregung über einen an einem Hörknöchelchen befestigten Magneten macht einen mit Risiken verbundenen Eingriff in die Kette der Gehörknöchelchen erforderlich.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein implantierbares Hörgerät zur Anregung des Innenohres zu schaffen, das eine hohe Klangqualität hat sowie einen relativ einfa­chen und risikolosen Einsatz erlaubt.

    [0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Hörgerät ein ein­gangsseitig an einen elektromechanischen Wandler angeschlossenes hydromechanisches Koppelelement zum Übertragen der von dem Wandler erzeugten mechanischen Schwingungen zum Innenohr auweist.

    [0008] Bei dem Hörgerät nach der Erfindung werden mechanische Schwingungen, die von dem elektromechanischen Wandler erzeugt werden, über das hydromechanische Koppelele­ment - unter Umgehung der Schallübertragung der Gehörknöchelchen im Innenohr - in Form von Druckschwankungen auf die flüssigkeitsgefüllten Innenohrräume übertragen. Es läßt sich dadurch auf verhältnismäßig einfache Weise eine besonders wirkungsvolle Innenohranregung mit hoher Klangqualität erzielen.

    [0009] Das hydromechanische Koppelelement kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung einfach einen an den elektromechanischen Wandler angeschlossenen, flüs­sigkeitsgefüllten Schlauch auiweisen, dessen von dem Wandler abliegendes Ende im implantierten Zustand in die flüssigkeitsgefüllten Innenohrräume reicht.

    [0010] Vorteilhaft ist der elektromechanische Wandler hermetisch gekapselt zur Implantation in der Paukenhöhle oder im Mastoid, ausgebildet. Der Schlauch ist zwecks optimaler mechanischer Impedanzanpassung vorteilhaft mit einer lymphähnlichen Flüssigkeit ge­füllt und an dem von dem Wandler abliegenden Ende mit einer dünnen Membran ver­schlossen. Er kann mittels einer aufgeschobenen Drahtwendel oder durch einen oder mehrere in die Schlauchwandung eingelassene Drähte entsprechend den jeweiligen anatomischen Gegebenheiten dauerhaft geformt werden. Der elektromechani­sche Wandler kann in ein Gehäuse einer implantierbaren Signalverarbeitungselektronik integriert sein und auf dem elektrodynamischen, elektromagnetischen oder, vorzugs­weise, piezoelektrischen Prinzip beruhen. Insbesondere kann der Wandler einen piezo­elektrischen Biegeschwinger aufweisen, der auf einer Trägermembran sitzt, die in dem den Wandler aufnehmenden Gehäuse eingespannt ist. Der Biegeschwinger kann aus ei­ner einlagigen piezoelektrischen Scheibe bestehen oder eine zur Trägermembran symmetrische Bimorphstruktur aufweisen, und er hat vorteilhaft einen Durchmesser, der mindestens dem 0,8-fachen und vorzugsweise mindestens dem 0,9-fachen des Innen­durchmessers des zugehörigen Gehäuses entspricht. Durch ein großes Verhältnis von Wandlerscheibendurchmesser zu Schlauchinnendurchmesser wird dabei eine Schnelle­transformation erzielt, die schon bei kleinen elektrischen Wandlerleistungen hohe Aus­gangsdrücke an dem vom Wandler abliegenden Schlauchende entstehen läßt.

    [0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist ein den elektromechanischen Wandler über eine Signalverarbeitungselektronik mit Eingangssignalen versorgendes Mikrophon mit einem akustischen Koppelelement zur Schallaufnahme aus der Paukenhöhle verbunden, wodurch die natürliche Richtcharakteristik des Außenohres voll ausgenutzt wird. Das akustische Koppelelement kann einfach als an das Mikrophon angeschlossener Schallei­tungsschlauch ausgebildet sein, dessen vom Mikrophon abgewendetes Ende im implan­tierten Zustand in die Paukenhöhle hineinragt und zweckmäßig mit einer Membran ver­schlossen ist.

    [0012] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 einen schematischen Schnitt durch ein menschliches Ohr mit implan­tiertem Hörgerät, sowie gleichfalls schematisch einen externen Steuer­signalgeber,

    Fig. 2 in größerem Maßstab einen schematischen Schnitt durch einen elek­tromechanischen Wandler mit zugehörigem hydromechanischem Koppelelement zur Übertragung von Wandlerschwingungen auf das Innenohr, und

    Fig. 3 in größerem Maßstab einen Schnitt durch das Gehäuse der Signalver­arbeitungselektronik in welchem zugleich der elektromechanische Wandler untergebracht ist.



    [0013] Das in Fig. 1 dargestellte Hörgerät weist ein in der näheren Umgebung des betreffenden Ohres 10, insbesondere im Mastoid 11 implantierbares, hermetisch dichtes Gehäuse 12 auf, in welchem, wie schematisch angedeutet, ein Mikrophon 13, eine Signalverarbei­tungselektronik 14 und eine Energieversorgung, beispielsweise eine Sekundärzellenan­ordnung 15 (d.h. ein oder mehrere wiederaufladbare Akkumulatoren) untergebracht sind. Das Mikrophon 13 steht über ein akustisches Koppelelement in Form eines Schalleitungsschlauchs 16 mit der Paukenhöhle 17 in Verbindung. Das von dem Mikro­phon 13 abgewendete Ende des Schalleitungsschlauchs 16 reicht dabei im implantierten Zustand in die Paukenhöhle 17, und es ist dort mittels einer dünnen Membran 18 ver­schlossen.

    [0014] An den Ausgang der Signalverarbeitungselektronik 14 ist über eine Wandlerzuleitung 20 ein elektromechanischer Wandler 21 angeschlossen, der hermetisch gekapselt in der Paukenhöhle hinter dem Trommelfell 22 mechanisch fest fixiert ist. Der Wandler 21 ist seinerseits mit einem hydromechanischen Koppelelement 23 verbunden. Über das Kop­pelelement 23 werden von dem Wandler 21 mechanische Schwingungen zum Innenohr 24 übertragen. Bei dem in Fig. 1 veranschaulichten Ausführungsbeispiel erstreckt sich dazu das Koppelelement 23 durch eine Bohrung in der Steigbügelfußplatte 25 hindurch.

    [0015] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 gelangen Schallsignale über das Außenohr 26, den Gehörgang 27 und das Trommelfell 22 zur Paukenhöhle 17. Sie werden dort von dem Schalleitungsschlauch 16 hinter dem Trommelfell 22 aufgenommen und an das in dem Gehäuse 12 sitzende Mikrophon 13 weitergeleitet. Das Mikrophon 13 wandelt den Schall in elektrische Mikrophonsignale um. Diese Signale werden in der Signalverarbei­tungselektronik 14 in geeignete Ausgangssignale umgesetzt und verstärkt über die Wandlerzuleitung 20 an den elektromechanischen Wandler 21 geführt. Der Wandler 21 setzt die elektrischen Ausgangssignale in mechanische Schwingungen um. Die mechani­schen Schwingungen werden über das hydromechanische Koppelelement 23 auf die flüs­sigkeitsgefüllten Innenohrräume übertragen.

    [0016] Die Fig. 1 läßt erkennen, daß das Hörgerät vollständig implantiert ist. Der Träger wird durch das Gerät unter normalen Alltagsbedingungen nicht beeinträchtigt. Zum Beispiel ist Schwimmen ohne weiteres möglich. Die natürliche Richtcharakteristik des Außen­ohrs 26 wird voll ausgenutzt und nicht durch mechanische Elemente im äußeren Gehör­gang 27 beeinträchtigt. Nach der Signalverstärkung in der Signalverarbeitungselektronik 14 erfolgt keine Wandlung im Luftschall, wodurch eine hohe Klangqualität möglich wird. Etwaige Rückkopplungsprobleme lassen sich relativ einfach beherrschen. Die na­türliche Übertragung über die Gehörknöchelchenkette 28 bleibt unbeeinflußt. Damit ist das Risiko für den Patienten minimiert.

    [0017] Zum wahlweisen Einstellen eines oder mehrerer Kennwerte der Signalverarbei­tungselektronik 14 kann ein externer Steuersignalgeber 30 vorgesehen sein, an dessen Ausgang eine Sendespule 31 angeschlossen ist. In dem Gehäuse 12 ist in einem solchen Fall eine Empfangsspule 32 untergebracht. Auf diese Weise kann im Bedarfsfall über die Spulen 31 und 32 eine hochfrequente induktive Datenübertragung zwischen dem ex­ternen Steuersignalgeber 30 und der implantierten Signalverarbeitungselektronik 14 er­folgen. Zweckmäßig kann die für die induktive Datenübertragung vorgesehene Hoch­frequenzstrecke auch genutzt werden, um Energie zum Aufladen der implantierten Se­kundärzellenanordnung 15 zu übertragen. Stattdessen kann für eine transkutane Daten­übertragung zwischen dem Steuersignalgeber 30 und der Signalverarbeitungselektronik 14 auch eine lichtgebundene Infrarotstrecke vorgesehen sein.

    [0018] Ein Ausführungsbeispiel des elektromechanischen Wandlers 21 und des hydro­mechanischen Koppelelements 23 ist in größerem Maßstab in Fig. 2 dargestellt. Der Wandler 21 weist ein zweiteiliges, hermetisch dichtes Gehäuse 34 auf. In dem Gehäuse 34 ist ein vorzugsweise kreisförmiger piezoelektrischer Biegeschwinger 35 unterge­bracht, der auf einer Trägermembran 36 sitzt. Die vorzugsweise aus Messing oder Alu­minium bestehende Trägermembran 36 ist an ihrem Rand in dem Gehäuse 34 etwa mit­tig eingespannt. Der veranschaulichte Biegeschwinger 35 hat eine zu der Trägermem­bran 36 symmetrische Bimorphstruktur, deren beide Lagen mit 37 und 38 bezeichnet sind. Die Lagen 37, 38 können elektrisch parallel oder hintereinander geschaltet sein. Dabei werden die zwei oder bei elektrischer Parallelschaltung drei Elektrodenflächen der Lagen 37,38 kontaktiert und durch Gehäusedurchführungen an die Wandlerzulei­tung 20 angeschlossen.

    [0019] Es versteht sich, daß gegebenenfalls auch die eine der beiden Lagen 37,38 weggelassen werden kann, so daß der Biegeschwinger 35 aus einer einlagigen piezoelektrischen Scheibe besteht. Der Biegeschwinger 35 hat zweckmäßig einen Durchmesser, der min­destens dem 0,8-fachen und vorzugsweise mindestens dem 0,9-fachen des Innendurch­messers des Gehäuses 34 entspricht. Die Trägermembran 36 unterteilt den Innenraum des Gehäuses 34 in zwei Kammern 39 und 40. Die eine Kammer 39 ist mit einer Flüs­sigkeit 41 gefüllt, deren Dichte und Zusammensetzung mindestens näherungsweise der Perilymphe (der Flüssigkeit im Innenohr) entsprechen. Durch eine Wandung des Ge­häuses 34 ist ein Anschlußstutzen 42 geführt, über den durch die Wandlerschwingung erzeugte Druckschwankungen auf einen das hydromechanische Koppelelement 23 bil­denden Schlauch 43 geleitet werden. Der Schlauch 43 ist mit der gleichen Flüssigkeit wie die Kammer 39 gefüllt, und sein von dem Wandler 21 abliegendes Ende ist mittels einer dünnen Membran 44 verschlossen. Der Schlauch 43 kann zweckmäßig aus bio­kompatiblem Silikon bestehen, und er hat vorteilhaft einen Außendurchmesser von 0,3 bis 1,0 mm, vorzugsweise etwa 0,6 mm, sowie eine Wandstärke von 0,05 bis 0,3 mm, vor­zugsweise etwa 0,1 mm. Das Wandlergehäuse 34 ist kreisförmig oder annähernd kreis­förmig ausgebildet, und es hat zweckmäßig einen Durchmesser von 5 bis 10 mm, vor­zugsweise etwa 8 mm. Das Gehäuse 34 kann ebenso wie das Gehäuse 12 vorteilhaft aus einer biokompatiblen Keramik, z.B. Al₂O₃, oder aus Titan bestehen. Die andere Kam­mer 40 des Gehäuses 34 ist mit einem Edelgas, vorzugsweise Argon, gefüllt. Um den Schlauch 43 ist ein dünner Draht 45 aus biokompatiblem Werkstoff, vorzugsweise Pla­tin, gewendelt. Die Drahtwendel erlaubt es, eine beständige Formung von Biegeradien zur Anpassung an die jeweiligen anatomischen Gegebenheiten zu erreichen. An Stelle der Drahtwendel können auch ein oder mehrere Drähte, vorzugsweise Platindrähte, in die Wandung des Schlauchs 43 eingelassen sein.

    [0020] Die wesentliche Wirkung der in Fig. 2 veranschaulichten Anordnung beruht einerseits auf dem Prinzip einer Druckkammer, durch das erreicht wird, daß bei großem Verhält­nis von Wandlerscheibendurchmesser zu Schlauchinnendurchmesser eine Schnelletrans­formation entsteht, die bei Kleinen elektrischen Wandlerleistungen hohe Ausgangs­drücke an der Schlauchmembran 44 ermöglicht. Andererseits erlaubt die Füllung des Schlauchs 43 mit einer lymphähnlichen Flüssigkeit eine optimale mechanische Impe­danzanpassung an das Innenohr. Dadurch werden störende Reflexionen vermieden.

    [0021] Bei der abgewandelten Ausführungsform gemäß Fig. 3 ist der elektromechanische Wandler 21 mit in das Gehäuse 12 der Signalverarbeitungselektronik 14 integriert. Die von der Trägermembran 36 des Biegeschwingers 35 begrenzte, in diesem Fall gleichfalls in dem Gehäuse 12 ausgebildete, flüssigkeitsgefüllte Kammer 39 ist analog der Fig. 2 mit dem hydromechanischen Koppelelement 23 in Form des flüssigkeitsgefüllten Schlauches 43 verbunden. Entsprechend der Ausführungsform der Fig. 1 sind in dem Gehäuse 12 ferner das Mikrophon 13 und die Energieversorgung, beispielsweise eine Sekundärzellenanordnung 15, untergebracht. Der Schall wird dem Mikrophon 13 aus der Paukenhöhle 17 über den Schalleitungsschlauch 16 zugeführt. Letzterer ist mit dem Gehäuse 12 über einen Anschlußstutzen 46 verbunden und an seinem freien Ende mit­tels der dünnen Membran 18 abgeschlossen. Um Rückkopplungen zu vermeiden, ist das Mikrophon 13 in dem Gehäuse 12 schwingungstechnisch isoliert aufgehängt. Wie in Fig. 3 angedeutet ist, sitzen das Mikrophon 13, die Signalverarbeitungselektronik 14 und die Energieversorgung 15 in einer von der gasgefüllten Kammer 40 mittels einer Trennwand 47 abgeteilten dritten Kammer 48. Gegebenenfalls können mindestens einzelne dieser Baugruppen aber auch in der Kammer 40 untergebracht sein.

    [0022] Zur Energieversorgung kann auch eine Primärzellenanordnung vorgesehen sein, die in einem von dem Gehäuse 12 der Signalverarbeitungselektronik 14 getrennten Gehäuse untergebracht und über eine trennbare Verbindung an die Signal­verarbeitungselektronik 14 angeschlossen ist. Dadurch kann im Bedarfsfall die Primär­zellenanordnung (eine oder mehrere Batterien) ausgetauscht werden, ohne daß ein gleichzeitiger Austausch des Gehäuses 12 bzw. ein Eingriff in dieses Gehäuse notwendig wird.

    [0023] Es ist ferner möglich, das Schall aus der Paukenhöhle 17 aufnehmende Mikrophon 13 in einem gesonderten Gehäuse unterzubringen, das bei der Implantation unmittelbar in der Paukenhöhle 17 fixiert wird. Das Mikrophon 13 nimmt dabei den Schall aus der Paukenhöhle über einen durch das Gehäuse geführten Stutzen auf, der zur Abdichtung mit einer dünnen Membran abgeschlossen ist.


    Ansprüche

    1. Implantierbares Hörgerät zur Anregung des Innenohres, gekennzeichnet durch ein eingangsseitig an einen elektromechanischen Wandler (21) angeschlossenes hydro­mechanisches Koppelelement (23) zum Übertragen der von dem Wandler er­zeugten mechanischen Schwingungen zum Innenohr.
     
    2. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das hydromechanische Koppelelement (23) einen an den elektromechanischen Wandler (21) angeschlos­senen, flüssigkeitsgefüllten Schlauch (43) aufweist, dessen von dem Wandler ablie­gendes Ende im implantierten Zustand in die flüssigkeitsgefüllten Innenohrräume reicht.
     
    3. Hörgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der elektromechanische Wandler (21) hermetisch gekapselt zur Implantation in der Paukenhöhle oder im Mastoid ausgebildet ist.
     
    4. Hörgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der flüssigkeitsgefüllte Schlauch (43) an dem von dem elektromechanischen Wandler (21) abliegenden Ende verschlossen ist.
     
    5. Hörgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Schlauchende mit ei­ner dünnen Membran (44) abgeschlossen ist.
     
    6. Hörgerät nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (43) mit einer lymphähnlichen Flüssigkeit gefüllt ist.
     
    7. Hörgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der flüs­sigkeitsgefüllte Schlauch (43) einen Außendurchmesser von 0,3 bis 1,0 mm, vor­zugsweise etwa 0,6 mm und eine Wandstärke von 0,05 bis 0,3 mm, vorzugsweise etwa 0,1 mm hat.
     
    8. Hörgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch (43) mit einem biokompatiblen Draht (45), vorzugsweise Platindraht, um­wendelt ist.
     
    9. Hörgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere Drähte, vorzugsweise Platindrähte, in die Wandung des Schlauchs (43) eingelassen sind.
     
    10. Hörgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der elek­tromechanische Wandler (21) in einem kreisförmigen oder annähernd kreisförmi­gen Wandlergehäuse (34) untergebracht ist, das einen Durchmesser von 5 bis 10 mm, vorzugsweise etwa 8 mm, hat.
     
    11. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der elektromechanische Wandler (21) in ein Gehäuse (12) einer implantierbaren Signalverarbeitungselektronik (14) integriert ist.
     
    12. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wandler (21) auf dem elektrodynamischen, elektromagnetischen oder, vor­zugsweise, piezoelektrischen Prinzip beruht.
     
    13. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der elektromechanische Wandler (21) einen, vorzugsweise kreisförmigen, piezo­elektrischen Biegeschwinger (35) aufweist, der auf einer Trägermembran (36) sitzt, die in dem den Wandler aufnehmenden Gehäuse (12,34) eingespannt ist.
     
    14. Hörgerät nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegeschwinger (35) aus einer einlagigen piezoelektrischen Scheibe besteht.
     
    15. Hörgerät nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegeschwinger (35) eine zu der Trägermembran (36) symmetrische Bimorphstruktur hat, deren beide Lagen (37,38) elektrisch parallel oder hintereinander geschaltet sind.
     
    16. Hörgerät nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Biegeschwinger (35,) einen Durchmesser hat, der mindestens dem 0,8-fachen und vorzugsweise mindestens dem 0,9-fachen des Innendurchmessers des zugehörigen Gehäuses (12,34) entspricht.
     
    17. Hörgerät nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägermembran (36) den Innenraum des Gehäuses (12,34) in zwei Kammern (39, 40) unterteilt.
     
    18. Hörgerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die eine der beiden Kammern (39) mit dem hydromechanischen Koppelelement (23) verbunden ist.
     
    19. Hörgerät nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Kammer (39) des Gehäuses (12, 34) mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, deren Dichte und Zusam­mensetzung mindestens näherungsweise derjenigen der Perilymphe entspricht.
     
    20. Hörgerät nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß die andere Kammer (40) des Gehäuses (12,34) mit einem Edelgas, vorzugsweise Argon, gefüllt ist.
     
    21. Hörgerät nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß in der anderen oder einer dritten Kammer (48) des Gehäuses eine Signalver­arbeitungselektronik (14) und/oder ein Mikrophon (13) und/oder eine Ener­gieversorgung (15,15′) untergebracht sind.
     
    22. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das hydromechanische Koppelelement (23) im implantierten Zustand durch eine Bohrung in der Steigbügelplatte oder eine Bohrung in der Nähe des runden Fen­sters hindurch in das Innenohr hineinreicht.
     
    23. Hörgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein den elektromechanischen Wandler (21) über eine Signalverarbeitungselektronik (14) mit Eingangssignalen versorgendes Mikrophon (13) mit einem akustischen Koppelelement (16) zur Schallaufnahme aus der Paukenhöhle verbunden ist.
     
    24. Hörgerät nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß als akustisches Koppel­element ein an das Mikrophon (13) angeschlossener Schalleitungsschlauch (16) vorgesehen ist, dessen vom Mikrophon abgewendetes Ende im implantierten Zu­stand in die Paukenhöhle hineinragt.
     
    25. Hörgerät nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalleitungs­schlauch (16) an dem vom Mikrophon (13) abgewendeten Ende mit einer Membran (18) verschlossen ist.
     




    Zeichnung