(19)
(11) EP 0 400 664 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.12.1990  Patentblatt  1990/49

(21) Anmeldenummer: 90110450.5

(22) Anmeldetag:  01.06.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5: A61G 7/10, B66C 23/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH FR GB IT LI

(30) Priorität: 02.06.1989 DE 8906752 U

(71) Anmelder: Schneider, Hans
D-73529 Schwäbisch Gmünd (DE)

(72) Erfinder:
  • Schneider, Hans
    D-73529 Schwäbisch Gmünd (DE)

(74) Vertreter: Lorenz, Werner, Dipl.-Ing. 
Fasanenstrasse 7
D-89522 Heidenheim
D-89522 Heidenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Hebe- und Transportvorrichtung für Kranke


    (57) Eine Hebe- und Transportvorrichtung für Kranke oder Behinderte mit einer an einem Basisteil (1) verstellbar befestigten Trageinrichtung (17), ist das Basisteil (1) verfahrbar, und von dem Basisteil (1) kragt ein Kran­arm (9) frei aus, der höhenverstellbar um eine verti­kale Achse schwenkbar ist. Die Trageinrichtung (17) ist um eine vertikale Achse schwenkbar und am vorderen Ende des Kranarmes (9,14) befestigt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Hebe- und Transportvor­richtung für Kranke oder Behinderte mit einer an einem Basisteil verstellbar befestigten Trageinrichtung.

    [0002] Durch die zunehmende Personalnot, insbesondere in Krankenhäusern, Senioren- und Behindertenheimen wird es immer wichtiger, dem Betreungspersonal Arbeits­erleichterungen zu verschaffen. So sind z.B. zum An­heben von Patienten, z.B. zum Bettenmachen, zum Ver­legen auf eine Krankentrage oder umgekehrt zum Ver­legen von einer Krankentrage auf ein Bett, im all­gemeinen wenigstens zwei Personen notwendig, wenn sich der Patient selbst nicht bewegen oder mithelfen kann. Gleiches gilt für ein Umlegen von einer Krankentrage oder einem fahrbaren Bett auf einen Behandlungstisch, wie z.B. einen Operationstisch, für die Computertomo­graphie, zum Röntgen u.dgl.

    [0003] Bekannt sind bereits einfache Hebeeinrichtungen, durch die bettlägrige Patienten z.B. in eine Badewanne ge­legt werden können. Die bekannten Vorrichtungen sind jedoch zum einen relativ unbequem in der Bedienung und zum anderen nicht transportabel. Weiterhin ist häufig für die ausreichende Versorgung des Patienten doch noch eine zweite Person notwendig.

    [0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu­grunde, eine Hebe- und Transportvorrichtung für Kranke und Behinderte zu schaffen, die sehr universell ein­setzbar ist, wobei zum Versorgen des Kranken oder Be­hinderten im Bedarfsfalle nur eine Person erforderlich ist, insbesondere wobei gleichzeitig auch eine Trans­portmöglichkeit gegeben ist.

    [0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Basisteil verfahrbar ist, daß von dem Basisteil ein Kranarm frei auskragt, der höhenverstellbar um eine vertikale Achse schwenkbar ist, und daß die Trag­einrichtung um eine vertikale Achse schwenkbar am vorderen Ende des Kranarmes befestigt ist.

    [0006] Die erfindungsgemäße Hebe- und Transportvorrichtung ist sehr universell einsetzbar, wobei zu dessen Be­dienung im Bedarfsfalle nur eine Person notwendig ist. So kann der Patient nicht nur durch die Trageinrich­tung angehoben werden, sondern durch den Kranarm gleichzeitig auch noch seitlich bewegt werden. Wird zusätzlich noch die Verfahrbarkeit des Basisteiles benützt, so kann der angehobene Patient sogar noch über größere Strecken transportiert werden.

    [0007] In einer sehr vorteilhaften Weiterbildung der Erfin­dung ist vorgesehen, daß der Kranarm und die Trag­einrichtung durch hydraulische Einrichtungen ver­stellbar und bewegbar sind.

    [0008] Durch die Verwendung einer Hydraulikeinheit in Ver­bindung mit einer elektrischen und/oder elektronischen Steuerung über eine Batterie oder einen Akku als Ener­giequelle ist die erfindungsgemäße Vorrichtung von einer externen Energieversorgung unabhängig, womit sie sehr universell einsetzbar ist. Im Bedarfsfalle ist es lediglich erforderlich, für die elektrisch oder elek­tronisch betätigten Teile oder andere elektrische Zu­satzeinrichtungen eine Batterie oder einen Akku vorzu­sehen, der bei Nichtbenutzung der Vorrichtung auf ein­fache Weise aufgeladen werden kann. Im allgemeinen wird man die Batterie oder den Akku im Basisteil an­ordnen.

    [0009] Wenn in einer erfindungsgemäßen Weiterbildung vorgese­hen ist, daß das Basisteil durch einen Motorantrieb verfahrbar ist, wird die Arbeit für die Betreuungs­person noch weiter erleichtert, denn auf diese Weise kann der Transport automatisch erfolgen.

    [0010] Damit in einfacher Weise auch Kurvenfahrten möglich sind, kann vorgesehen sein, daß für zwei sich gegen­überliegende Räder des Basisteiles je eine Antriebs­einrichtung vorhanden ist, die unabhängig voneinander steuerbar sind.

    [0011] Durch eine entsprechend unterschiedliche Ansteuerung der Antriebseinrichtungen kann damit das verfahrbare Basisteil Kurvenfahrten durchführen.

    [0012] Zur Drehmomentübertragung kann vorgesehen sein, daß hierfür ein Reibradantrieb in dem Basisteil angeordnet ist. Selbstverständlich sind im Rahmen der Erfindung jedoch auch noch andere Antriebs- und Steuermöglich­keiten denkbar.

    [0013] Zur Stabilisierung und zur Lagesicherung für das Ba­sisteil während des Anhebevorganges des Patienten und einer eventuellen Verschwenkung durch den Kranarm kann vorgesehen sein, daß das Basisteil mit ausfahrbaren oder ausziehbaren hydraulischen Stützen versehen ist.

    [0014] Selbstverständlich können im Rahmen der Erfindung auch mechanisch oder elektrisch betätigte Stützen vorgese­hen sein.

    [0015] Eine einfache Verbindung und Verschwenkbarkeit des Kranarmes mit dem Basisteil ist gegeben, wenn vorge­sehen ist, daß der Kranarm gelenkig auf einer um eine vertikale Achse drehbaren und auf dem Basisteil ange­ordneten Platte befestigt ist.

    [0016] Im allgemeinen wird ein einarmig frei auskragender Kranarm ausreichend sein. Damit neben der Ver­schwenkbarkeit um eine vertikale Achse auch die not­wendige Höhenverstellbarkeit gegeben ist, kann vorge­sehen sein, daß neben dem Kranarm ein Hydraulikzy­linder gelenkig auf der Platte befestigt ist, während das vordere Ende des Kolbens des Hydraulikzylinders an dem Kranarm angreift.

    [0017] Durch ein entsprechendes Aus- und Einfahren des Kol­ bens läßt sich der Kranarm durch eine Änderung seiner Schrägstellung gegenüber der Vertikalachse in der Höhe verstellen, wenn er entsprechend mit einer schrägen Achse zur Vertikalen an der Platte gelenkig befestigt ist.

    [0018] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß der Kranarm einen vorderen, in horizontaler Rich­tung abgewinkelten Hebearm aufweist, auf dem ein par­allel zu dem Hebearm verlaufender Hydraulikzylinder angeordnet ist, an dessem Kolben eine Aufhängeein­richtung für die Trageinrichtung befestigt ist.

    [0019] Durch den Hydraulikzylinder mit seinem Kolben sind auf diese Weise auch horizontale Ausgleichsbewegungen zur genauen Positionierung der Trageinrichtung möglich.

    [0020] Durch ein Drehglied, das um eine vertikale Achse dreh­bar mit der Aufhängeeinrichtung verbunden ist bzw. ein Teil davon bildet, kann die Trageinrichtung ebenfalls exakt zu dem anzuhebenden Patienten positioniert wer­den.

    [0021] Eine einfache Ausgestaltung der Trageinrichtung kann darin bestehen, daß sie zwei Greifarme aufweist, die jeweils mit Schienen versehen sind, von deren unteren Enden aus jeweils Auflageteile mit wenigstens annä­hernd horizontalen Achsen nach innen ragen.

    [0022] Durch eine gemeinsame Betätigung der beiden Greifarme läßt sich damit die Trageinrichtung auf einfache Weise öffnen und schließen, womit die anzuhebende Person ähnlich der Kinematik eines Baggers mit zwei seit­lichen Schaufeln umfaßt werden kann.

    [0023] In Weiterbildung der Erfindung kann dabei vorgesehen sein, daß die Schienen auf jeder Seite an einem ge­meinsamen horizontalen Träger angeordnet sind, an der eine hydraulische Verstelleinrichtung für eine Öff­nungs- und Schließbewegung der beiden Greifarme an­greift.

    [0024] Durch die beiden seitlichen Träger ist eine Zentral­einheit geschaffen, an der die hydraulische Verstell­einrichtung angreifen kann. Gleichzeitig können an dem Träger in einer gewünschte Reihenfolge und einem ge­wünschten Abstand entsprechend Schienen in Abhängig­keit von dem Anwendungsfall angeordnet werden.

    [0025] Von Vorteil ist es dabei, wenn die Schienen an einer horizontalen Achse einstellbar mit dem Träger verbun­den sind.

    [0026] Auf diese Weise können die Schienen an die jeweils anzuhebende Person optimal angepaßt werden, denn auf diese Weise sind Seitenbewegungen möglich, und die Auflageteile der Schienen können in Abhängigkeit von der Größe des Patienten exakt z.B. unter dem Knie, unter dem Gesäß und zum Beispiel am Hals positioniert werden.

    [0027] Von Vorteil ist es dabei, wenn weiterhin vorgesehen ist, daß die Schienen längenverstellbar sind.

    [0028] Durch die Längenverstellbarkeit wird die Anpaßmöglich­keit an den Patienten noch weiter verbessert.

    [0029] Eine einfache Möglichkeit für eine Längenverstell­barkeit kann darin bestehen, daß die Schienen zwei­teilig mit einem Oberteil, das an dem Träger gelenkig befestigt ist, und einem Unterteil, von dem aus die Auflageteile abzweigen, ausgebildet sind.

    [0030] In einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die hydraulische Verstelleinrichtung lösbar mit den Trägern verbunden ist.

    [0031] Durch eine Lösbarkeit zwischen der hydraulischen Ver­ stelleinrichtung und den Trägern kann im Bedarfsfalle auch die gesamte Trageinrichtung ausgetauscht werden.

    [0032] So ist es z.B. möglich, statt horizontalen Trägern Träger vorzusehen, die abgewinkelt sind, wobei an jedem Schenkel der Winkelteile Schienen einstellbar befestigt sind.

    [0033] Durch eine auf diese Weise ausgebildete Trageinrich­tung können Patienten damit auch in einer sitzenden oder halbsitzenden Position angehoben und trans­portiert werden, was für diese bequemer ist, sofern der Gesundheits- oder Behindertenzustand diese Trans­portmöglichkeit zuläßt.

    [0034] Im allgemeinen werden vier auf Abstand nebeneinander angeordnete Schienen pro Träger auf jeder Seite aus­reichend sein. Im Bedarfsfalle sind selbstverständlich jedoch auch mehr Schienen möglich, wobei man die Auf­lageteile der Schienen mit Polsterungen versehen kann, um an dem Patienten Druckstellen oder sogar Verletzun­gen zu vermeiden.

    [0035] Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmäßig beschrieben. Es zeigt:

    Fig. 1 eine schematische Gesamtdarstellung der erfin­dungsgemäßen Hebe- und Transportvorrichtung

    Fig. 2 die Trageinrichtung der Hebe- und Transport­vorrichtung mit einer hydraulischen Verstell­einrichtung

    Fig. 3 eine schematische perspektivische Darstellung einer Trageinrichtung mit zwei Greifarmen

    Fig. 4 eine schematische Darstellung einer Tragein­richtung anderer Ausgestaltung (Seitenansicht eines Greifarmes).



    [0036] Die Hebe- und Transportvorrichtung für Kranke oder physisch Behinderte, wozu auch Patienten mit Unfall­verletzungen gehören, weist ein Basisteil 1 auf, das im wesentlichen ein fahrbares Gehäuse darstellt, wel­ches mit zwei größeren angetriebenen Rädern 2 und ein oder zwei kleineren vorderen um eine vertikale Achse drehbaren Führungsrädern 3 versehen ist. Die beiden hinteren Räder 2 sind jeweils unabhängig voneinander von einem Motor 4 über einen Keilriemen und eine mit dem Rad 2 verbundenen Keilriemenscheibe 6 antreibbar.

    [0037] Auf der Oberseite des Basisteiles 1 ist eine Drehplat­te 7 angeordnet, die motorisch, z.B. über einen Hydraulikantrieb, um eine vertikale Achse drehbar ist. Auf der Drehscheibe 7 ist über ein Gelenk 8 ein Ende eines Kranarmes 9 schwenkbar befestigt. Auf Abstand davon ist über ein weiteres Gelenk 10 ein Hydraulik­kolben 11 ebenfalls auf der Drehscheibe 7 befestigt. Das oben aus dem Hydraulikzylinder 11 ragende Ende des dazugehörigen Hydraulikkollbens 12 stützt sich an ei­ner Konsole 13 des Kranarmes 9 ab. Oberhalb der Konso­le 13 ist der Kranarm 9 mit einem in horizontaler Richtung abgewinkelten Hebeteil 14 versehen. Auf dem abgewinkelten Hebeteil 14 des Kranarmes 9 ist ein weiterer Hydraulikzylinder 15 angeordnet, dessen Hy­draulikkolben 16 nach vorne herausragt. Je nach der Position des im allgemeinen schräg von der Drehscheibe 7 nach oben ragenden Kranarmes 9 wird sich der abge­winkelte Hebeteil 14 des Kranarmes 9 und damit auch der Hydraulikkolben 16 wenigstens annähernd in hori­zontaler Richtung erstrecken. Grundsätzlich kann der Kranarm 9 jedoch in Pfeilrichtung um das Gelenk 8 entsprechend der Verschiebemöglichkeit des Hydraulik­kolbens 12 in Pfeilrichtung verschwenkbar sein. Auf diese Weise kann eine Trageinrichtung 17, die über eine Aufhängeeinrichtung 18 mit dem vorderen Ende des Hydraulikkolbens 16 und über eine Schubstange 19 mit dem abgewinkelten Hebeteil 14 des Kranarmes 9 verbun­den ist, horizontal und vertikal positioniert werden.

    [0038] Die Aufhängeeinrichtung 18 ist mit einem um eine ver­tikale Achse drehbaren Drehglied 20 versehen, das z.B. hydraulisch verdrehbar ist. Mit dem Drehglied 20 ist über ein Gestänge 21 jeweils seitlich ein Träger 22 verbunden. An den beiden Trägern 22, die sich in ihrer Grundposition in horizontaler Richtung erstrecken, sind nebeneinander und auf Abstand voneinander ange­ordnet jeweils vier Schienen 23 jeweils über einen Drehpunkt 31 mit ihren einen Enden gelenkig verbunden. Die gelenkige Verbindung kann jedoch durch eine Klemm­einrichtung (nicht dargestellt) bei Bedarf auch in ei­ner gewünschten Lage fixiert werden. Hierzu können z.B. Klemmschrauben dienen. Die Schienen 23 sind je­weils zweiteilig ausgebildet, und zwar bestehen sie jeweils aus einem oberen Teil 23 und einem längenein­stellbar damit verbundenen unteren Teil 230. Die Län­geneinstellbarkeit kann z.B. durch ein Langloch 24 er­folgen, das z.B. jeweils in dem oberen Teil der Schie­ne 23 angeordnet ist und über einen Gewindezapfen 25, der jeweils in dem unteren Teil 230 der Schiene 23 befestigt ist und durch eine Klemmschraube nach einer entsprechenden Positionierung in dem Langloch 24 ent­ sprechend festgeklemmt wird. Auf diese Weise ist die Gesamtlänge jeder Schiene 23 einstellbar, und zwar in­dividuell pro Schiene.

    [0039] Von den unteren Teilen 230 der Schienen 23 erstrecken sich jeweils horizontale Auflageteile 26 nach innen, die in einfacher Weise durch eine entsprechende Um­lenkung der unteren Teile 230 der Schienen gebildet sind und damit mit den Schienen einstückig sind. Jede Schiene 26 kann bei Bedarf mit einem Auflagepolster 27 versehen sein.

    [0040] Bei dem in der Fig. 3 dargestellten Ausführungsbei­spiel der Trageinrichtung 17 verlaufen die beiden Trä­ger 22 linear und in Grundstellung in horizontaler Richtung, wobei bei einer entsprechenden Länge der Schienen 23 auch die daraus sich ergebende Auflageflä­che für eine anzuhebende und zu transportierende Per­son auf den Auflageteilen 26 im wesentlichen horizon­tal verläuft.

    [0041] In der Fig. 4 ist eine Ausgestaltung einer Tragein­richtung 17 dargestellt, die für eine sitzende oder halbsitzende Position einer anzuhebenden Person ge­eignet ist. Grundsätzlich ist die Trageinrichtung jedoch in gleicher Weise aufgebaut wie die Tragein­ richtung nach der Fig. 3. Der wesentliche Unterschied besteht lediglich darin, daß der Träger 22A nunmehr gegen die horizontale Richtung abgewinkelt ist. Bei einer entsprechenden Anordnung der Schienen 23 im we­sentlichen jeweils vertikal zu der Längsrichtung der beiden Teile der Träger 22A ergibt sich somit auch eine gegenüber der horizontalen nach oben abgeknickte Auflagefläche für die anzuhebende Person und damit ei­ne sitzende oder halbsitzende Anhebe- und Transportla­ge.

    [0042] Im allgemeinen werden vier auf Abstand voneinander an­geordnete Schienen ausreichend sein, wobei man die beiden äußeren jeweils als Auflagefläche für den Kopf bzw. Hals und den Kniebereich und die beiden inneren Schienen für den Gesäßbereich der anzuhebenden Person verwenden wird.

    [0043] Zur Bedienungserleichterung und hauptsächlich auch deshalb, damit die Hebe- und Transportvorrichtung von einer Betreuungsperson alleine bedient werden kann, ist diese mit einer Fernsteuereinrichtung 28 versehen, die z.B. in dem Basisteil 1 angeordnet ist. Derartige Fernsteuereinrichtungen mit einem Empfangs- und einem Steuerteil sind allgemein bekannt, weshalb diese nach­folgend nicht mehr beschrieben werden. Die Fernsteue­ rung kann z.B. über Funk, über Infrarot, Ultraschall o.dgl. erfolgen. Selbstverständlich kann das Basisteil 1 jedoch auch mit einem entsprechenden Schaltpult zur direkten manuellen Bedienung versehen sein.

    [0044] Die Hebe- und Transportvorrichtung funktioniert auf folgende Weise:
    Das Basisteil 1 wird durch eine entsprechende Steue­rung der beiden Antriebsmotore 4 an die gewünschte Stelle, z.B. ein Bett mit einer darin liegenden Per­son, so weit wie möglich herangefahren. Anschließend fährt man die Hydraulikstützen 29 aus, damit das Ba­sisteil 1 positioniert und gesichert ist. Durch eine entsprechende Verschwenkung des Kranarmes 9 sind noch horizontale und vertikale Anpaßeinstellungen der Trag­einrichtung 17 möglich. Zusätzlich kann auch noch eine letzte Feineinstellung durch eine entsprechende Verstellung des Hydraulikkolbens 16 vorgenommen wer­den. Durch das Drehglied 20 kann die Trageinrichtung 17 mit den beiden Trägern 22 so über bzw. seitlich neben der anzuhebenden Person positioniert werden, daß die Träger 22 parallel zur Längsrichtung der liegenden Person verlaufen.

    [0045] Anschließend wird die Verstelleinrichtung mit dem Ge­stänge 21 derart betätigt, daß die horizontalen Aufla­ geteile 26 einander so weit angenähert werden, daß sie die anzuhebende Person untergreifen. Die Wirkungsweise des Gestänges 21 entspricht z.B. der Wirkungsweise ei­nes Baggers mit zwei Schaufeln und ist allgemein be­kannt, weshalb nachfolgend nicht näher darauf einge­gangen wird.

    [0046] Anschließend kann durch eine entsprechende Hubbewegung des Kranarmes 9 durch ein Ausfahren des Hydraulikkol­bens 12 die von der Trageinrichtung 17 erfaßte Person angehoben werden. Durch eine Betätigung der Drehschei­be 7 kann die angehobene Person dann in horizontaler Richtung beliebig verschwenkt werden, wobei durch eine Betätigung des Drehgliedes 20 auch Lageänderungen be­züglich der Längsrichtung der Person möglich werden, um diese z.B. richtig auf ein anderes Bett zu legen, das winklig zu dem ersten Bett steht. Durch eine ent­sprechend umgekehrte Bewegungsrichtung des Hydraulik­kolbens 12, d.h. ein Einfahren in den Hydraulikzylin­der 11, kann die Person dann an der gewünschten Stelle abgelegt werden. Anschließend wird die Trageinrichtung 17 durch ein Auseinanderfahren der Auflageteile 26 wieder geöffnet.

    [0047] Falls die angehobene Person weiter transportiert wer­den soll, z.B. in einen Operationssaal oder ein ande­ res Zimmer, so ist dies mit der Hebe- und Transport­vorrichtung ebenfalls möglich. Hierzu ist es lediglich erforderlich, die Hydraulikstützen 29 einzufahren und die beiden Antriebsmotore 4 für die Räder 2 entspre­chend zu betätigen, womit die gesamte Einheit mit der in der Trageinrichtung 17 liegenden Person verfahren werden kann.

    [0048] Die für die Hydraulikmotoren erforderlichen Einrich­tungen, wie z.B. eine Hydraulikpumpe, können im Basis­teil 1 angeordnet werden, wobei im Inneren des Kranar­mes 9 und dessen abgewinkelten Hebeteil 14 entspre­chend verlaufende Hydraulikleitungen für eine Energie­versorgung des Hydraulikkolbens 16 des Drehgliedes 18 und der Verstelleinrichtung 21 dienen. Für die elek­trische oder elektronische Steuerung und Aktivierung der angetriebenen Teile können in dem Basisteil 1 eine Batterie oder ein Akku 30 zur Energieversorgung ange­ordnet sein.

    [0049] Um die Trageinrichtung 17 bei Bedarf auswechseln zu können, z.B. um einen Austausch zwischen dem Ausfüh­rungsbeispiel nach der Fig. 3 oder der Fig. 4 vor­nehmen zu können, wird man die Verbindung des Gestän­ges 21 mit dem dazugehörigen hydraulischen Betäti­gungsteil 31 lösbar ausbilden.


    Ansprüche

    1. Hebe- und Transportvorrichtung für Kranke oder Be­hinderte mit einer an einem Basisteil verstellbar befestigten Trageinrichtung,
    dadurch gekennzeichnet, daß das Basisteil (1) verfahrbar ist, daß von dem Ba­sisteil (1) ein Kranarm (9) frei auskragt, der hö­henverstellbar um eine vertikale Achse schwenkbar ist, und daß die Trageinrichtung (17) um eine ver­tikale Achse schwenkbar am vorderen Ende des Kran­armes (9,14) befestigt ist.
     
    2. Hebe- und Transportvorrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Kranarm (9,14) und die Trageinrichtung (17) durch hydraulische Einrichtungen verstellbar und bewegbar sind.
     
    3. Hebe- und Transportvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet, daß das Basisteil (1) durch einen Motorantrieb (4) verfahrbar ist, wobei gegebnenfalls für zwei sich gegenüberliegende Räder (6) des Basisteiles (1) je eine Antriebseinrichtung (4) vorhanden ist, die unabhängig voneinander steuerbar sind.
     
    4. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet, daß das Basisteil (1) mit ausfahrbaren oder aus­schwenkbaren hydraulischen Stützen (29) versehen ist.
     
    5. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet, daß sie zur Durchführung der verschiedenen Bewegungen von Basisteil (1), Kranarm (9,14), Trageinrichtung (17), hydraulischen Stützen (29) u.dgl. mit einer Fernsteuereinrichtung (28) versehen ist.
     
    6. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 1 bis 5,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Kranarm (9,14) gelenkig auf einer um eine ver­tikale Achse drehbaren und auf dem Basisteil (1) angeordneten Platte (7) befestigt ist.
     
    7. Hebe- und Transportvorrichtung nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet, daß neben dem Kranarm (9,14) ein Hydraulikzylinder (11) gelenkig auf der Platte (7) befestigt ist, während das vordere Ende des Kolbens (12) des Hy­draulikzylinders an dem Kranarm (9) angreift.
     
    8. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 1 bis 7,
    dadurch gekennzeichnet, daß der Kranarm (9) einen vorderen, in horizontaler Richtung abgewinkelten Hebearm (14) aufweist, auf dem ein parallel zu dem Hebearm verlaufender Hy­draulikzylinder (15) angeordnet ist, an dessem Kolben (16) eine Aufhängeeinrichtung (18) für die Trageinrichtung (17) befestigt ist, wobei die Auf­hängeeinrichtung (18) gegebenenfalls mit einem um eine vertikale Achse drehbaren Drehglied (20) ver­sehen ist.
     
    9. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 1 bis 8,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Trageinrichtung (17) zwei Greifarme aufweist, die jeweils mit Schienen (23,230) versehen sind, von deren unteren Enden aus jeweils Auflageteile (26) mit wenigstens annähernd horizontalen Achsen nach innen ragen.
     
    10. Hebe- und Transportvorrichtung nach Anspruch 9,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Schienen (23) auf jeder Seite jeweils an einem gemeinsamen horizontalen Träger (22) angeordnet sind, an der eine hydraulische Verstelleinrichtung (21) für eine Öffnungs- und Schließbewegung der beiden Greifarme angreift.
     
    11. Hebe- und Transportvorrichtung nach Anspruch 9 und 10,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Schienen (23) um eine wenigstens annähernd ho­rizontale Achse (31) einstellbar und gegebenen­falls längenverstellbar mit dem dazugehörigen Trä­ger (22) verbunden sind.
     
    12. Hebe- und Transportvorrichtung nach Anspruch 11,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Schienen (23,230) zweiteilig mit einem Ober­teil (23), das an dem jeweiligen Träger (22) ge­lenkig befestigt ist, und einem Unterteil (230), von dem aus die Auflageteile (26) abzweigen, aus­gebildet sind.
     
    13. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 10 bis 12,
    dadurch gekennzeichnet, daß die hydraulische Verstelleinrichtung (21) lösbar mit den Trägern (22) verbunden ist.
     
    14. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 10 bis 13,
    dadurch gekennzeichnet, daß die Träger (22A) abgewinkelt sind und an jedem Schenkel der Winkelteile Schienen (23) einstellbar befestigt sind.
     
    15. Hebe- und Transportvorrichtung nach einem der An­sprüche 10 bis 14,
    dadurch gekennzeichnet, daß an je einem Träger (22) wenigstens vier Schienen (23,230) nebeneinander und auf Abstand voneinander angeordnet sind.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht