[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Nutentrommel für eine Fadenchangiervorrichtung
gemäss Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Nutentrommeln, auch Kehrgewindewalzen genannt, der genannten Gattung sind bekannt.
Sie bestehen im wesentlichen aus einem zylindrischen Körper, auf dessen Oberfläche
zwei gegenläufig angeordnete schraubenlinienförmig verlaufende Nuten angebracht sind
und an den Enden der Trommel miteinander verbunden sind. Der Scheitel des die beiden
Nuten miteinander verbindenden Bogens bildet den Umkehrpunkt eines in der Nut der
Nutentrommel geführten Fadenführers. Damit eine oszillierende Bewegung entsteht,
sind parallel zur Drehachse der Nutentrommel zwei Führungsschienen in einem gegenseitigen
Abstand befestigt und führen den in der Nutentrommel eingesetzten Fadenführer hin
und her.
Bei hohen Doppelhubzahlen und Aufwindgeschwindigkeit von z.B. 8000/M/Min. ergeben
sich an den Umkehrpunkten an den Enden der Nutentrommel sehr hohe Beschleunigungskräfte
auf den Fadenführer. Auch wenn der Fadenführer nur ca. 1g schwer ist, entstehen in
den Umkehrpunkten Kräfte, die ohne weiteres 80 N erreichen können. Da sich ein Teil
der Masse des Fadenführers ausserhalb der Nut befindet, ergibt sich durch die hohe
Umkehrbeschleunigung an den Enden ein Kippmoment auf den Fadenführer. Dieses Kippmoment
bewirkt ein Schleifen des Fadenführers auf der Oberfläche der Nutentrommel. Dies
führt einerseits zu einem Verschleiss der Nutentrommeloberfläche und andererseits
zu einer vorzeitigen raschen Abnutzung des Fadenführers.
[0003] Aus der US-PS 4,415,126 ist eine Changiervorrichtung bekannt, welche einen zweistufigen
Fadenführer aufweist, der im schraubenförmigen Bereich der Nut jeweils mit dem unteren
schmalen Teil und in den Umkehrpunkten an den Verbindungen der beiden gegenläufigen
Nuten nur noch vom oberen Bereich geführt wird. Dazu ist der Übergang der beiden gegenläufigen
Nuten an den Enden und in den anschliessenden Bereichen zweistufig ausgeführt, derart,
dass im Umkehrbereich der Fadenführer ausschliesslich vom oberen Abschnitt des Führungsteiles
des Fadenführers beidseitig geführt ist. Auf der Innenseite der Umkehrkurve ist eine
zusätzliche Führung eingesetzt, die eine von der aussenseitigen Kurve unterschiedliche
Führungsbahn aufweist. Diese bekannte Vorrichtung erfordert eine kostspielige Herstellungsweise
der Fadenführernutentrommel und verhindert zudem nicht die Kippbewegung des Fadenführers
im Umkehrpunkt, wenn die grössten Beschleunigungskräfte wirksam sind.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, eine Nutentrommel für eine Fadenchangiervorrichtung
zu schaffen, welche mit geringem Aufwand das Abkippen des Fadenführers in den Umkehrpunkten
der Nuten verhindert.
[0005] Überraschenderweise gelingt es, mit der oberhalb des Schwerpunktes des Fadenführers
liegenden Führungskurve den Fadenführer auch im Umkehrpunkt derart zu halten, dass
eine Verkantung und damit örtlich grössere Anpresskräfte auf der Nutentrommel vermieden
werden können. Die Ausbildung der den Fadenführer stützenden Kurve an den Umkehrstellen
kann den zu verarbeitenden Garnen angepasst werden, derart, dass die Charakteristik
der Umkehr unabhängig vom Abnutzungszustand des Fadenführers konstant bleibt. Ein
weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Nutentrommel ist darin zu sehen, dass sowohl
eine höhere Lebensdauer der Nutentrommel als auch des Fadenführers erreicht werden
kann.
[0006] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines illustrierten Ausführungsbeispieles
näher beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 eine Aufsicht auf eine Nutentrommel,
Figur 2 einen Querschnitt durch eine Changiervorrichtung,
Figur 3 einen vertikalen Längsschnitt durch die Nutentrommel in Figur 1,
Figur 4 eine Aufsicht eines Fadenführers,
Figur 5 eine Seitenansicht des Fadenführers gemäss Figur 4,
Figur 6 einen Querschnitt durch den Fadenführer gemäss Figur 4 längs Linie VI-VI,
Figur 7 eine Aufsicht eines zweiteiligen Fadenführers,
Figur 8 eine Seitenansicht des Fadenführers gemäss Figur 7 und
Figur 9 einen Querschnitt durch den Fadenführer gemäss Figur 7 längs Linie IX-IX.
[0007] Die in Figur 1 dargestellte Nutentrommel 1 in Gestalt einer zylindrischen Walze,
in deren Oberfläche 3 zwei gegenläufige schraubenlinienförmig ausgebildete Nuten 5
und 7 eingelassen sind, ist unter Weglassung der in Figur 2 sichtbaren Führungsschienen
9 dargestellt. Die Nuten 5 und 7 sind in herkömmlicher Weise ausgebildet und daher
im zentralen schraubenlinienförmig verlaufenden Bereich nicht dargestellt. In den
Umkehrbereichen A, wo die beiden Nuten 5 und 7 durch einen bogenförmigen Abschnitt
11 miteinander verbunden sind, verläuft im wesentlichen parallel zur aussenliegenden
Nutenflanke 13 des bogenförmigen Abschnittes 11 eine Stützkurve 15. Die Stützkurve
15 überragt die Oberfläche 3 der Nutentrommel 1 und kann Teil eines umlaufenden Flansches
sein oder in einem über ein Teilstück des Umfanges verlaufenden Flanschabschnittes
sein.
[0008] Die Nutentrommel 1 ist in einem Gehäuse 17 untergebracht und seitlich an diesem mittels
Wälzlagern 19 drehbar gelagert. Seitlich ist das Gehäuse unter Freilassung eines
Schlitzes 21 durch die beiden Führungsschienen 9 abgeschlossen.
Die Führungsschienen 9 können entlang des Schlitzes 21 eine ebene oder - wie in Figur
2 dargestellt - eine V-förmig ausgebildete Führung für den Fadenführer aufweisen.
Es ist auch möglich, die beiden, den Schlitz 21 bildenden Kanten der Führungsschienen
9 mit anderen Führungsformen auszubilden.
Durch den Schlitz 21 hindurch ragt das Oberteil 23 eines Fadenführers 25. Das Unterteil
27 des Fadenführers 25, das sog. Schiffchen, liegt vollständig innerhalb der Führungsnuten
5,7. über die Oberfläche des Schlitzes 21 hinaus ragt das vorzugsweise aus Keramik
bestehende, einen Schlitz 29 aufweisende, im Oberteil 23 eingelassene Fadenführerplättchen
31.
[0009] In den Figuren 4 - 9 sind zwei für den Einsatz in die oben beschriebene Nutentrommel
1 geeignete Fadenführer 25 näher erläutert.
Der einteilige Fadenführer gemäss Figur 4 weist ein in bekannter Weise ausgeführtes
Schiffchen 27 auf, dessen Form eine möglichst flächenförmige Anlage an den Führungsnuten
5 und 9 erlaubt und im wesentlichen reibungsarm den Umkehrbereich A durchlaufen kann.
Die Höhe h des Schiffchens entspricht in etwa der Tiefe t der Nuten 5 und 7. Mittels
eines Halses 33 ist das Schiffchen 27 mit dem Oberteil 23 verbunden. Das Oberteil
23 gemäss Figur 4 ist im wesentlichen rautenförmig ausgebildet, wobei die grössere
Diagonale, quer zur Längsrichtung des Schiffchens 27 angeordnet ist. Die abgerundeten,
am weitesten vom Zentrum entfernten Bereiche weisen eine zur Ausbildung der Kanten
der Führungsschienen 9 gegengleiche Form auf. Im Ausführungsbeispiel gemäss den Figuren
4 - 6 ist die Führung des Oberteils 23 des Fadenführers 25 im wesentlichen rechteckig,
im Ausführungsbeispiel gemäss den Figuren 7 - 9 ist die Führung des Oberteils 23 des
Fadenführers V-förmig und passt in eine Führungsnut 21, wie sie in Figur 2 dargestellt
ist.
[0010] Der Fadenführer 25 gemäss den Figuren 7 - 9 ist zweiteilig ausgebildet, damit eine
Verdrehung des Oberteiles 23 gegenüber dem Unterteil (Schiffchen) 27 möglich ist.
Am Schiffchen 27 ist zu diesem Zwecke ein Stift 35 eingespritzt oder eingesetzt,
der in eine Bohrung 37 im Oberteil 23 drehbar eingesteckt ist. Selbstverständlich
könnte der Stift 35 auch am Oberteil 23 und die Bohrung 37 am Schiffchen 27 angebracht
sein. Der zweiteilige Fadenführer 25 weist ein Oberteil 23 auf, dessen Führungen 38
geradlinig aus gebildet sind und eine linienförmige Führung an den Führungsschienen
9 im Führungsschlitz 21 erlauben. Die stirnseitigen Kanten 39, welche im bogenförmigen
Abschnitt 11 in Anlage mit der Stützkurve 15 gelangen, sind bogenförmig ausgebildet.
Der Bogenradius kann dem Radius der Stützkurve 15 angenähert sein. Eine absolute
Übereinstimmung erfolgt nicht, da die Stützkurve 15 einen Verlauf aufweist, der der
Charakteristik der Umkehrkurve des Fadenführerschlitzes 29 entspricht. Der radiale
Abstand zwischen der äusseren Flanke der Nuten 13 im bogenförmigen Abschnitt 11 zur
Oberfläche der Stützkurve 15 ist mindestens im Scheitelbereich konstant und entspricht
dem Abstand B zwischen der seitlichen Flanke des Schiffchens 27 und der stirnseitigen
Kante 39 des Oberteiles 23.
[0011] Im folgenden wird die Funktionsweise der Stützkurve 15 kurz erläutert.
Zwischen den beiden Umkehrstellen am Ende der Nutentrommel 1 erfolgt die Führung
und der Transport des Fadenführers 25 in herkömmlicher Weise. Beim Einlaufen in den
bogenförmigen Abschnitt 11, der die beiden Nuten 5 und 7 miteinander verbindet, gelangt
abwechselnd eine der stirnseitigen Kanten 39 des Fadenführers 25 in Anlage mit der
Stütz- oder Führungskurve 15. Die durch die Umkehr im Scheitel S auftretenden, ein
Kippmoment auf den Fadenführer 25 bewirkenden Beschleunigungskräfte werden vollständig
durch die Anlage an der Stützkurve 15 aufgenommen. Weder die äussere Flanke 13 des
Führungsnutenbereiches 11, noch die Oberfläche 3 der Nutentrommel 1 zwischen dem bogenförmigen
Abschnitt 11 und der Führungskurve 15 werden durch hohe Reibkräfte der Unterseite
des Oberteils 23 des Fadenführers 25 beansprucht. Analog dazu ist die örtliche Beanspruchung
des Fadenführers 25, insbesondere auch der den Oberteil 23 mit dem Unterteil 27 verbindende
Hals 33 sehr geringen Wechsellasten ausgesetzt. Eine entsprechend gewählte Oberflächenbeschaffenheit
sowohl der Stützkurve 15 als auch des zwischen der Stützkurve 15 und der Nut liegenden
Bereiches 11 ergeben einen im wesentlichen verschleissfreien Betrieb der Nutentrommel
1. Die Standzeit der Fadenführer 25 erhöht sich dadurch ebenfalls sehr wesentlich.
1. Nutentrommel (1) für eine Fadenchangiervorrichtung mit zwei gegenläufig angeordneten
schraubenlinienförmigen, einen Fadenführer (25) entlang einer Führungsschiene (9)
hin- und herführenden, in der Oberfläche der Trommel (1) eingelassenen Nuten (5,7),
welche an den Enden der Trommel (1) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet,
dass im Umkehrbereich (11) an den Enden der schraubenlinienförmigen Nuten (5,7) je
eine die Oberfläche (3) der Nutentrommel (1) überragende Stützkurve (15) angeordnet
ist, welche im Bereich des Scheitels (S) des Umkehrbereiches (11) im wesentlichen
in konstantem Abstand (B) zur aussenliegenden Flanke (13) der Nut verläuft.
2. Nutentrommel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das einlaufseitige Ende
der Stützkurve (15) im Bereich der Nuten (5,7) mit gleichbleibender Steigung liegt.
3. Nutentrommel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der
Fadenführer (25) ein Oberteil (23) aufweist, welches das in der Nut (5,7) geführte
Unterteil (27) seitlich überragt, wobei dessen mit der Stützkurve (15) in Anlage gelangende
Kante (39) bogenförmig ausgebildet ist.
4. Nutentrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
quer zum Unterteil (27) des Fadenführers (25) angeordnete Kante (38) des Oberteiles
(23) im wesentlichen geradlinig ausgebildet und der Oberteil (23) schwenkbar mit
dem Unterteil (27) verbunden ist.