(19)
(11) EP 0 401 173 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.12.1990  Patentblatt  1990/49

(21) Anmeldenummer: 90810400.3

(22) Anmeldetag:  30.05.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F24C 15/32
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 31.05.1989 CH 2046/89

(71) Anmelder: Electrolux AG
CH-8048 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Keller, Edwin
    CH-8604 Volketswil (CH)
  • Müller, Fritz
    CH-8954 Geroldswil (CH)

(74) Vertreter: Troesch, Jacques J., Dr. sc. nat. et al
Troesch Scheidegger Werner AG Siewerdtstrasse 95
8050 Zürich
8050 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Back-, Brat- und Grillofen


    (57) Der Back-, Brat- und Grillofen (1) hat zwei Gebläse (14, 15) und eine die Gebläse gegen den Garraum (7) abschirmende Blende (11), welche mindestens ein Lenkorgan (23) zum Ablenken des vom Gebläse erzeug­ten Luftstromes aus einer zur Guteinschieberichtung parallelen Richtung aufweist. Das Lenkorgan (23) ist als Rohr, Ein- oder Doppelklappe ausgebildet und vorzugsweise richtungsverstellbar. Es ist im Bereich der Mittellängsachse des Garraumes (7) angeordnet. Die Blende (11) weist oben und unten einen Durchgang für die Rückführung der Luft zu den Gebläsen auf. Ferner ist im Bereich des Bodens (8) und der Decke (9) je ein Heizregister (17, 18) angeordnet, welche programmiert schaltbar sind. Dieser Ofen trägt all den heutigen Gepflogenheiten und Wünschen Rechnung. Er stellt eine weitergehende Optimierung zu tunlich­ster Befriedigung aller Ansprüche dar.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Back-, Brat- und Grillofen.

    [0002] Derartige Oefen sind beispielsweise in der CH-PS 631 802 eingehend erläutert.

    [0003] Die bekannten Oefen versuchen wohl die immer höheren Ansprüche, insbesondere an den Energieverbrauch und im Hinblick auf den Umweltschutz, zu optimieren. Da­bei wird aber auch noch eine gleichmässige Behandlung des Gargutes verlangt, was zum Teil nur durch den vorgenannten Bedürfnissen widersprechende Massnahmen erreicht werden konnte.

    [0004] Die vorliegende Erfindung bezweckt daher, eine all diesen Bedingungen Rechnung tragende, d.h. weiterge­hende Optimierung zu verwirklichen, zu tunlichster Befriedigung aller Ansprüche, allerdings unter Voran­stellung der Behandlung des Gargutes, dem eigentli­chen und grundsätzlichen Zweck derartiger Back-, Brat- und Grillöfen entsprechend.

    [0005] In diesem Sinne zeichnet sich der erfindungsgemässe Back-, Brat- und Grillofen durch die Massnahme eines der Ansprüche aus.

    [0006] Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise an­hand einer Zeichnung erläutert.

    [0007] Es zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Darstellung eines ver­tikalen Längsschnittes durch einen Back-, Brat- und Grillofen, mit einge­zeichneter Luftführung,

    Fig. 2 eine Innenansicht des Backraumes von vorne gesehen,

    Fig. 3 eine Ansicht analog Fig. 2, mit weggeho­bener Blende und Einsicht in den Geblä­seraum,

    Fig. 4 die trennende Blende in Seitenansicht.



    [0008] Der in Fig. 1 schematisch dargestellte Längsmittel­schnitt durch einen Backofen 1 zeigt eine Frontwand 2, eine Gehäuserückwand 3 sowie einen Boden 4 und eine Decke 5 des Gehäuses. Ferner ist der Garraum 7 mit dem Garraumboden 8, der Garraumdecke 9 und der einen Garraumseitenwand 10 dargestellt. Der Garraum 7 ist mittels einer Blende 11 von einem Gebläseraum 12 getrennt, dessen Rückwand mit 13 bezeichnet ist. Im Gebläseraum 12 befinden sich ein unteres und ein oberes Umwälzgebläse 14 bzw. 15, welche grundsätz­lich durch ein einziges Gebläse ersetzt werden könn­ten. Durch die Verwendung von zwei - oder mehreren - Gebläsen ist aber der Backofen für die Anpassung an besondere Umstände beweglicher. In diesem Sinne ist es ferner möglich, jedes Gebläse, z.B. durch Aende­rung seiner Drehzahl, dem zugehörenden Backgut anzu­passen. Bei Benützung nur eines Bleches kann der nicht benötigte Umlüfter abgeschaltet und dessen An­saugöffnung in der Blende 11 mittels einer Rückstau­klappe geschlossen werden. Es kann auch eine Umkeh­rung des Drehsinns der Umlüfter zweckmässig sein.

    [0009] Im Garraum 7 sind ferner ein Oberhitze- 17 und ein Unterhitze-Heizkörper 18 vorgesehen.

    [0010] In diesem Backofen 1 ist ferner ein oberes Blech 20 und ein unteres 21 zur Aufnahme des zu behandelnden Gutes dargestellt. Wichtig ist der Umstand, dass diese Bleche 20 und 21 hinten mit der Blende 11 bün­dig abschliessen und ebenso seitlich. Dadurch erge­ben sich oben, unten und seitlich begrenzte Kanäle, dass sich die Luft gezwungenermassen, wie mit den Pfeilen in Fig. 1 dargestellt, in Kanälen bewegt. Es können aber auch mehr als zwei Bleche und eine ent­sprechende Einschiebeschienenzahl am Backofen und zugehörige Heizkörper angeordnet werden, um die Ofenkapazität zu erhöhen. Eine entsprechende Anzahl von Gebläsen erlaubt eine angepasste Luftumwälzung.

    [0011] Als Folge der grundsätzlichen Asymmetrie der Guts- und zugehörigen Luftströmungsverhältnisse ist die Blende 11 mit einem Luftlenkorgan 23 versehen, wel­ches gestattet, den aus dem Gebläseraum 12 austre­tenden Luftstrahl so zu lenken, dass letztendlich das zu behandelnde Gut in den beiden Blechen 20 und 21 möglichst in gleicher Art und Weise im zeitlich vorgegebenen Rahmen behandelt wird. Dies bedingt im vorstehenden Falle eine Ablenkung des Luftstrahles nach oben, da hier das Gut auf seiner unteren Seite, welche auf dem Blech liegt, die Wärme nicht direkt von der Luft, sondern erst nach der Wärmeleitung durch den Boden des Bleches 20 aufnehmen kann. Dage­gen erfährt der Boden des unteren Bleches 21 den Einfluss des unter ihm liegenden Unterhitze-Heizkör­pers 18 direkt. Flankierend dazu kann die program­mierbare Ober- und/oder Unterhitze, je nach Backgut, das auch unterschiedlich sein kann, zur Anwendung gebracht werden.

    [0012] Es ist dabei möglich, die Lage dieser Luftlenkorgane 23 zu verstellen, wobei dieses Organ entweder aus Klappen oder aus einem Rohr bestehen kann. Die Ein­stellung kann entweder permanent oder von aussen mittels eines Betätigungsgestänges, gegebenenfalls in Funktion von Gutstemperaturen, reguliert werden.

    [0013] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist die Blende 11 an ih­ren Rändern 24 an der Rückwand 15 befestigt, so dass sich ein achteckiger Gebläseraumquerschnitt bildet. Dessen Schrägseiten sind mit 25 bezeichnet.

    [0014] Aus Fig. 3 ist die Anordnung der beiden als Propel­lergebläse ausgebildeten Umwälzgebläse 14 und 15 er­sichtlich, welche selbstredend durch eine andere Ge­bläsebauart, wie Radialgebläse, Querstromgebläse, Axiallüfter o. dgl. ersetzbar sind.

    [0015] Beim beschriebenen Umluft-, Brat-, Back- und Grill­ofen kann es sich um einen Ofen mit sog. pyrolyti­schem Reinigungssystem handeln, wobei dieser Ofen weitgehend automatisiert ist. Bei dieser Konstruk­tion wird grundsätzlich das Prinzip hochgehalten, die Speisen im ganzen Ofenraum bzw. Garraum gleich­ zeitig auf gleiche Temperaturen zu bringen und damit einer möglichst gleichen homogenen Behandlung zu un­terziehen. Dies kann auf zwei oder mehr Ebenen er­folgen, wobei, wie geschildert, das asymmetrische Anbringen des Gutes im Garraum dazu zwingt, mit an­deren asymmetrischen Komponenten, z.B. Stereoreg­lern, tunlichst Symmetrie bezüglich des zu behan­delnden Gutes zu erreichen.

    [0016] Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist erkannt wor­den, dass die Kombination des Anbringens der Wärme­quelle im Bereich des Gargutes einerseits und deren einstellbarem Bestreichen durch im Umwälzsystem ge­förderte Luft andererseits die besagte Gutsasymme­trie zu egalisieren vermag. Durch diese Kombination der direkten Strahlungswärme von den Heizelementen einerseits und der turbulenten temperaturausglei­chenden Luftbewegung andererseits sowie durch die Möglichkeit der Regulierung der einzelnen Komponen­ten bezüglich Temperatur, Energie, Umwälzgeschwin­digkeit, Umwälzrichtung der bewegten Luft u. dgl. wird eine Anpassung in optimierendem Sinne möglich.

    [0017] Dadurch ergibt sich sogar die Möglichkeit, unglei­ches Gargut gleichzeitig im gleichen Backofen zu­friedenstellend zu behandeln.

    [0018] Alle in der Beschreibung und/oder den Figuren darge­stellten Einzelteile und Einzelmerkmale sowie deren Permutationen, Kombinationen und Variationen sind erfinderisch, und zwar für n Einzelteile und Einzel­merkmale mit den Werten n = 1 bis n → ∞.


    Ansprüche

    1. Back-, Brat- und Grillofen (1), gekennzeichnet durch mindestens ein Gebläse (14, 15) und eine das Gebläse gegen den Garraum (7) abschirmende Blende (11), welche mindestens ein Lenkorgan (23) zum Ablen­ken des vom Gebläse erzeugten Luftstromes in eine oder aus einer zur Guteinschieberichtung parallele(n) Richtung aufweist.
     
    2. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkorgan (23) als Rohr oder Doppelklappe ausgebildet und vor­zugsweise richtungsverstellbar ist.
     
    3. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lenkorgan (23) im Bereich der Mittellängsachse des Garraumes (7) angeordnet ist.
     
    4. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blende (11) oben und unten einen Durchgang für die Rückführung der Luft zu den Gebläsemitteln aufweist und sie vor­zugsweise demontierbar ist.
     
    5. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Bodens (8) und der Decke (9) je ein Heizregister (17, 18) angeordnet ist, welche Heizregister vorzugsweise programmiert schaltbar sind (60).
     




    Zeichnung