[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Back-, Brat- und Grillofen.
[0002] Derartige Oefen sind beispielsweise in der CH-PS 631 802 eingehend erläutert.
[0003] Die bekannten Oefen versuchen wohl die immer höheren Ansprüche, insbesondere an den
Energieverbrauch und im Hinblick auf den Umweltschutz, zu optimieren. Dabei wird
aber auch noch eine gleichmässige Behandlung des Gargutes verlangt, was zum Teil nur
durch den vorgenannten Bedürfnissen widersprechende Massnahmen erreicht werden konnte.
[0004] Die vorliegende Erfindung bezweckt daher, eine all diesen Bedingungen Rechnung tragende,
d.h. weitergehende Optimierung zu verwirklichen, zu tunlichster Befriedigung aller
Ansprüche, allerdings unter Voranstellung der Behandlung des Gargutes, dem eigentlichen
und grundsätzlichen Zweck derartiger Back-, Brat- und Grillöfen entsprechend.
[0005] In diesem Sinne zeichnet sich der erfindungsgemässe Back-, Brat- und Grillofen durch
die Massnahme eines der Ansprüche aus.
[0006] Die Erfindung wird anschliessend beispielsweise anhand einer Zeichnung erläutert.
[0007] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines vertikalen Längsschnittes durch einen
Back-, Brat- und Grillofen, mit eingezeichneter Luftführung,
Fig. 2 eine Innenansicht des Backraumes von vorne gesehen,
Fig. 3 eine Ansicht analog Fig. 2, mit weggehobener Blende und Einsicht in den Gebläseraum,
Fig. 4 die trennende Blende in Seitenansicht.
[0008] Der in Fig. 1 schematisch dargestellte Längsmittelschnitt durch einen Backofen 1
zeigt eine Frontwand 2, eine Gehäuserückwand 3 sowie einen Boden 4 und eine Decke
5 des Gehäuses. Ferner ist der Garraum 7 mit dem Garraumboden 8, der Garraumdecke
9 und der einen Garraumseitenwand 10 dargestellt. Der Garraum 7 ist mittels einer
Blende 11 von einem Gebläseraum 12 getrennt, dessen Rückwand mit 13 bezeichnet ist.
Im Gebläseraum 12 befinden sich ein unteres und ein oberes Umwälzgebläse 14 bzw. 15,
welche grundsätzlich durch ein einziges Gebläse ersetzt werden könnten. Durch die
Verwendung von zwei - oder mehreren - Gebläsen ist aber der Backofen für die Anpassung
an besondere Umstände beweglicher. In diesem Sinne ist es ferner möglich, jedes Gebläse,
z.B. durch Aenderung seiner Drehzahl, dem zugehörenden Backgut anzupassen. Bei Benützung
nur eines Bleches kann der nicht benötigte Umlüfter abgeschaltet und dessen Ansaugöffnung
in der Blende 11 mittels einer Rückstauklappe geschlossen werden. Es kann auch eine
Umkehrung des Drehsinns der Umlüfter zweckmässig sein.
[0009] Im Garraum 7 sind ferner ein Oberhitze- 17 und ein Unterhitze-Heizkörper 18 vorgesehen.
[0010] In diesem Backofen 1 ist ferner ein oberes Blech 20 und ein unteres 21 zur Aufnahme
des zu behandelnden Gutes dargestellt. Wichtig ist der Umstand, dass diese Bleche
20 und 21 hinten mit der Blende 11 bündig abschliessen und ebenso seitlich. Dadurch
ergeben sich oben, unten und seitlich begrenzte Kanäle, dass sich die Luft gezwungenermassen,
wie mit den Pfeilen in Fig. 1 dargestellt, in Kanälen bewegt. Es können aber auch
mehr als zwei Bleche und eine entsprechende Einschiebeschienenzahl am Backofen und
zugehörige Heizkörper angeordnet werden, um die Ofenkapazität zu erhöhen. Eine entsprechende
Anzahl von Gebläsen erlaubt eine angepasste Luftumwälzung.
[0011] Als Folge der grundsätzlichen Asymmetrie der Guts- und zugehörigen Luftströmungsverhältnisse
ist die Blende 11 mit einem Luftlenkorgan 23 versehen, welches gestattet, den aus
dem Gebläseraum 12 austretenden Luftstrahl so zu lenken, dass letztendlich das zu
behandelnde Gut in den beiden Blechen 20 und 21 möglichst in gleicher Art und Weise
im zeitlich vorgegebenen Rahmen behandelt wird. Dies bedingt im vorstehenden Falle
eine Ablenkung des Luftstrahles nach oben, da hier das Gut auf seiner unteren Seite,
welche auf dem Blech liegt, die Wärme nicht direkt von der Luft, sondern erst nach
der Wärmeleitung durch den Boden des Bleches 20 aufnehmen kann. Dagegen erfährt der
Boden des unteren Bleches 21 den Einfluss des unter ihm liegenden Unterhitze-Heizkörpers
18 direkt. Flankierend dazu kann die programmierbare Ober- und/oder Unterhitze, je
nach Backgut, das auch unterschiedlich sein kann, zur Anwendung gebracht werden.
[0012] Es ist dabei möglich, die Lage dieser Luftlenkorgane 23 zu verstellen, wobei dieses
Organ entweder aus Klappen oder aus einem Rohr bestehen kann. Die Einstellung kann
entweder permanent oder von aussen mittels eines Betätigungsgestänges, gegebenenfalls
in Funktion von Gutstemperaturen, reguliert werden.
[0013] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist die Blende 11 an ihren Rändern 24 an der Rückwand
15 befestigt, so dass sich ein achteckiger Gebläseraumquerschnitt bildet. Dessen Schrägseiten
sind mit 25 bezeichnet.
[0014] Aus Fig. 3 ist die Anordnung der beiden als Propellergebläse ausgebildeten Umwälzgebläse
14 und 15 ersichtlich, welche selbstredend durch eine andere Gebläsebauart, wie
Radialgebläse, Querstromgebläse, Axiallüfter o. dgl. ersetzbar sind.
[0015] Beim beschriebenen Umluft-, Brat-, Back- und Grillofen kann es sich um einen Ofen
mit sog. pyrolytischem Reinigungssystem handeln, wobei dieser Ofen weitgehend automatisiert
ist. Bei dieser Konstruktion wird grundsätzlich das Prinzip hochgehalten, die Speisen
im ganzen Ofenraum bzw. Garraum gleich zeitig auf gleiche Temperaturen zu bringen
und damit einer möglichst gleichen homogenen Behandlung zu unterziehen. Dies kann
auf zwei oder mehr Ebenen erfolgen, wobei, wie geschildert, das asymmetrische Anbringen
des Gutes im Garraum dazu zwingt, mit anderen asymmetrischen Komponenten, z.B. Stereoreglern,
tunlichst Symmetrie bezüglich des zu behandelnden Gutes zu erreichen.
[0016] Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist erkannt worden, dass die Kombination des
Anbringens der Wärmequelle im Bereich des Gargutes einerseits und deren einstellbarem
Bestreichen durch im Umwälzsystem geförderte Luft andererseits die besagte Gutsasymmetrie
zu egalisieren vermag. Durch diese Kombination der direkten Strahlungswärme von den
Heizelementen einerseits und der turbulenten temperaturausgleichenden Luftbewegung
andererseits sowie durch die Möglichkeit der Regulierung der einzelnen Komponenten
bezüglich Temperatur, Energie, Umwälzgeschwindigkeit, Umwälzrichtung der bewegten
Luft u. dgl. wird eine Anpassung in optimierendem Sinne möglich.
[0017] Dadurch ergibt sich sogar die Möglichkeit, ungleiches Gargut gleichzeitig im gleichen
Backofen zufriedenstellend zu behandeln.
[0018] Alle in der Beschreibung und/oder den Figuren dargestellten Einzelteile und Einzelmerkmale
sowie deren Permutationen, Kombinationen und Variationen sind erfinderisch, und zwar
für n Einzelteile und Einzelmerkmale mit den Werten n = 1 bis n → ∞.
1. Back-, Brat- und Grillofen (1), gekennzeichnet durch mindestens ein Gebläse (14,
15) und eine das Gebläse gegen den Garraum (7) abschirmende Blende (11), welche mindestens
ein Lenkorgan (23) zum Ablenken des vom Gebläse erzeugten Luftstromes in eine oder
aus einer zur Guteinschieberichtung parallele(n) Richtung aufweist.
2. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Lenkorgan (23) als Rohr oder Doppelklappe ausgebildet und vorzugsweise richtungsverstellbar
ist.
3. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das Lenkorgan (23) im Bereich der Mittellängsachse des Garraumes (7) angeordnet
ist.
4. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Blende (11) oben und unten einen Durchgang für die Rückführung der Luft zu
den Gebläsemitteln aufweist und sie vorzugsweise demontierbar ist.
5. Ofen, vorzugsweise nach mindestens einem der Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich des Bodens (8) und der Decke (9) je ein Heizregister (17, 18) angeordnet
ist, welche Heizregister vorzugsweise programmiert schaltbar sind (60).