Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Metallbearbeitung durch
plastische Oberflächenverformung und betrifft insbesondere eine Vorrichtung zum Schlicht-und
Festwalzen der Oberflächen von Rotationskörpern komplizierter Form.
[0002] Die vorliegende Erfindung eignet sich zum Einsatz bei dem verfestigenden Fertigmaßschlichten
von Maschinenteilen in der Kraftfahrzeug-, Flugzeug-, elektrotechnischen Industrie,
in dem Hydrogerätebau, bei der Fertigung von Armaturen, Hauahaltgeräten und im Textilmaschinenbau.
[0003] Am effektivsten kann diese Erfindung zur Oberflächenverfestigung von hochfesten Bolzen
und Radtrommeln, die in der Flugzeugindustrie zum Einsatz kommen, verwendet werden.
Zugrundeliegender Stand der Technik
[0004] Zur Zeit wachsen die Forderungen an die Qualität von Werkstücken, die unter Wechselbelastungen
arbeiten, ständig an. Die bestehenden Vorrichtungen zum Schlicht- und Festwalzen,
welche zur Erhöhung der Ermüdungsfestigkeit der Werkstücke in besonders betriebswichtigen
Fällen benutzt werden, gewährleisten nicht die erforderlichen Kennwerte der Verkstückqualität
bei der Prüfung auf die Kurzzeitermüdung.
[0005] Am schärfsten steht das Problem der Erhöhung der Dauerhaltbarkeit von Werkstücken,
die im Flugzeugbau zum Einsatz kommen.
[0006] Dies erklärt sich dadurch, daß die Sollbetriebszeit der Werkstücke, die man mit den
bestehenden Vorrichtungen zur plastischen Oberfläohenverformung bearbeitet, viel kleiner
als die der Flugzeugzelle ist.
[0007] Beim Verfestigen von ebenen, kegeligen, kugelformigen Rotationsflächen eines Werkstückes
und Hohlkehlen zwischen ihnen benutzt man mehrere verschiedene Vorrichtungen zum Schlicht-
und Festwalzen. Dies führt dazu, daß auf der Oberfläche des bearbeiteten Werkstücks
Spannungsanhäufungsstellen auftreten, wodurch die Langlebigkeit der fertigen Teile
sowie die Bearbeitungsleistung für ein jedes Werkstück fallen.
[0008] Es ist eine Vorrichtung zum Verfestigen von Hohlkehlen an Werkstücken weit bekannt.
[0009] Diese Vorrichtung enthält einen eine Rolle tragenden Dorn und einen Halter mit einem
Walzkrafterzeugungsmittel zum Rollieren der Werkstückhohlkehlen. Die Form der Rolle
entspricht dem erforderlichen Profil der zu rollierenden Hohlkehle.
[0010] Die Vorrichtung kann nur zur Bearbeitung der Hohlkehlzone eines Werkstücks verwendet
werden.
[0011] Dabei führt man die Bearbeitung beim Wälzen der Rolle mit axialer Zustellung bei
gleichbleibender Walzkraft durch. Um hierbei den erforderlichen Verfestigungsgrad
der Oberfläche der Werkstückhohlkehle zu erreichen, muß die Lastspielzanl jedes Punktes
dieser Oberfläche groß sein, in manchen Fällen müssen es zwanzig und mehr Lastspiele
sein.
[0012] Infolgedessen entstehen Metallanhäufungen am Rand der Bearbeitungszone des Werkstücks,
was in der Folge seine Zerstörung herbeiführen kann.
[0013] Aufgrund des Obengesagten verschlechtert sich die Bearbeitungsqualität und zwar wird
die Dauerhaltbarkeit des Werkstücks bei dessen Betrieb vermindert.
[0014] Außerdem ist diese Vorrichtung nicht universell, denn sie eignet sich zur Bearbeitung
nur eines Bereiches des Werkstücks, d.h. seiner Hohlkehle.
[0015] Weit bekannt sind Vorrichtung zum Verfestigen verschiedener Werkstücke bzw. verschiedener
Bereiche eines Werkstücks.
[0016] Zur Bearbeitung zylindrischer Außenflächen von Werkstücken benutzt man eine von diesen
Vorrichtungen, die einen Dorn, an dem ein Körper mit darin untergebrachten zwei Verformungsrollen
und drei oder vier diese unterstützenden Rollen befestigt ist, und ein Walzkrafterzeugungsmittel
zum Rollieren zylindrischer Flächen enthält.
[0017] Diese Vorrichtung eignet sich nur zur Bearbeitung des zylindrischen Bereiches eines
Werkstücks, wobei durch Verdrängung des Metälls während der Oberflächenbearbeitung
des Werkstücks Metallwülste beim Auftritt eines beliebigen Ansatzes auf diesem Werkstück
zurückbleiben.
[0018] Um Hohlkehlen zu bearbeiten, muß man eine andere von diesen Vorrichtungen benutzen,
die einen eine Verformungsrolle tragenden Dorn und ein Walzkrafterzeugungsmittel zum
Rollieren von Hohlkehlflächen enthält.
[0019] Man bearbeitet die Hohlkehlen auf dieser Vorrichtung, indem man die Rolle auf der
Hohlkehlzone bei gleichbleibender Walzkraft wälzt.
[0020] Infolgedessen bilden sich Metallwülste am Rand der Bearbeitungszone des Werkstücks,
was die Bearbeitungsqualität aufgrund der verminderten Dauerhaltbarkeit des Werkstücks
bei dessen betrieb herabsetzt.
[0021] Jede der beschriebenen Vorrichtungen ist nicht universell, d.h. man muß zur Bearbeitung
verschiedener Bereiche ein und desselben Werkstücks mehrere Vorrichtungen einsetzen.
Das verschlechtert jedoch die Qualität des Werkstücks und vermindert die Bearbeitungsleistung.
[0022] Es ist eine Vorrichtung zum Schlicht- und Festwalzen der Oberflächen von Rotationskörpern
bekannt (SU, A,931426). Diese Vorrichtung enthält einen Dorn mit einem angelenkten
gabelförmigen Schwengel, der zwei Rollen trägt, deren jede eine torusförmige Oberfläche
aufweist. Außerdem besitzt die Vorrichtung einen Halter, der einen Körper mit einem
Mittel zum Erzeugen der auf die zu bearbeitende Oberfläche einwirkenden Radialkraft
der Rolle enthält.
[0023] Die Vorrichtung eignet sich für die aufeinanderfolgende Bearbeitung der Stirnenden,
Hohlkehlen und zylindrischen Oberflächen von Werkstücken vom Typ Spulen unter der
Bedingung, daß der Abstand zwischen den Rollen kleiner als der Abstand zwischen den
Stirnenden der Spule ist.
[0024] Während der Bearbeitung der Oberflächen mit Hilfe dieser Vorrichtung bilden sich
im mittleren Bereich der Spule Doppelbearbeitungszonen, was die Bearbeitungsqualität
der Werkstüke herabsetzt, weil der Verformungsgrad über dem optimalen Niveau liegt
und in den Übergangszonen zusätzliche Spannungsanhäufungsstellen auftreten.
[0025] Es besteht auch die Gefahr der Verklemmung der Rollen in bezug auf ihre Drehachse,
weil die Verformungskräfte unter einem Winkel zur Rollenachse erzeugt werden.
[0026] Darüber hinaus ist diese Vorrichtung nicht universell, d.h. man kann mit dieser Vorrichtung
nur Werkstücke einer bestimmten Form bearbeiten.
[0027] Auf der bearbeiteten Oberfläche einer Hohlkehle bleiben im Moment der Umschaltung
des Vorschubs von dem radia- len auf den axialen und umgekenrt Wülste des verdrängten
Metalls zurück, weil der toroidale Teil der Rolle nach dem Radius ausgeführt ist und
das Metall die Rückflußmöglichkeit hat, was sich durch die entsprechende Form der
Berührungsfleckbläche erklärt. Die Metallwülste entstehen in den Ubergangszonen im
mittleren Teil der Spule. Alles das setzt die Bearbeitungsqualität des Werkstücks
herab.
Offenbarung der Erfindung
[0028] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Schlicht- und Festwalzen
der Oberflächen von Rotationskörpern komplizierter Form zu schaffen, deren bauliche
Gestaltung durch Gewährleistung einer ununterbrochenen aufeinanderfolgenden Bearbeitung
von Oberflächen komplizierter Form es gestatten würde, die Bearbeitungsgüte des Werkstücks
zu erhöhen und die technologischen Binsatzmöglichkeiten dieser Vorrichtung zu erweitern.
[0029] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Vorrichtung zum Schlicht- und Festwalzen
der Oberflächen von Rotationskörpern komplizierter Form, enthaltend einen gabelförmigen
Schwengel, in dem eine eine torusförmige Oberfläche aufweisende Rolle drehbar gelagert
ist, und einen Halter, in dessen Körper ein Mittel zum Erzeugen der Radialkraft der
Rolle auf die zu bearbeitende Obefläche des Rotationskörpers angeordnet ist, erfindungsgemäß
einen abgefederten und am gabelförmigen Schwengel angelenkten Gleitschuh besitzt,
der mit dem Mittel zum Erzeugen der Radialkraft der Rolle auf die zu bearbeitende
Oberfläche des Rotationskörpers zusammenwirkt, wobei die Rolle eine mit der torusförmigen
Oberfläche stufenlos konjugierte torusförmige Nebenfläohe aufweist, deren Erzeugende
mit dem Radius eines Kreises beschrieben ist, dessen Mittelpunkt an der Achse der
Gelenkverbindung des gabelförmigen Schwengels mit dem Gleitschuh liegt.
[0030] Die erfindungsgemäße bauliche Gestaltung der Vorrichtung ergibt beim Schlicht- und
Festwalzen des Werkstücks eine derartige Ausrichtung der Rolle in bezug auf die zu
bearbeitende Oberfläche, daß ein neues physikalisches Wesen des Werkstückbearbeitungsprozesses
entsteht. Dieses neue Wesen besteht darin, daß im Verformungsherd das Gleitlinienfeld
des Metalls und dessen Fließzone so verteilt und ausgerichtet sind, daß das Metall
nur nach der Seite der unbearbeiteten Oberfläche (vor der Rolle) fließt und kein Fließen
des Metalls in Richtung der zu bearbeitenden Oberfläche hin (hinter der Rolle) stattfindet.
Aufgrund des Obengesagten entsteht während des Schlicht- und Festwalzens eine axiale
elastoplastische Welle vor der Rolle in Richtung des Walzvorsohubes des Werkstücks
hin.
[0031] In dem Maße wie die Rolle sich während der Bearbeitung auf der Metalloberfläche wälzt,
durchläuft jeder Punkt der Oberfläche nacheinander alle Verformungsstufen, und an
der Berührungsgrenze zwischen der Rolle und der bearbeiteten Oberfläche wird eine
Zone elastischer Verformungen beobachtet, die nach der Entlastung (Walzkräftebeseitigung)
völlig verschwinden. Auf der Metalloberfläche bleiben dabei keine Metallwülste bzw.keine
plastische Komponente der von der Berührung der Rolle mit dem Werkstück herrührenden
elastoplastischen Welle.
[0032] Im Laufe der Bearbeitung des Werkstücks spielt auch der Faktor eine bestimmende Rolle,
daß die torusförmige Hauptfläche der Rolle mit der torusförmigen Nebenfläche stufenlos
konjugiert ist, deren erzeugende mit dem Radius des Kreises beschrieben ist, dessen
Mittelpunkt an der Achse der Gelenkverbindung des gabelförmigen Schwengels mit dem
Gleitschuh liegt. Durch diese Ausführung der Vorrichtung wird verhindert, daß der
Teil der elastoplastischen Welle, welcher der Rolle voranläuft, abreißt und sich hinter
die Rolle verlagert.
[0033] Die bekannten technischen Lösungen dieses Problems verhindern nicht das Abreißen
der Welle vor der Rolle und ihre Verlagerung hinter die Rolle und lassen die Welle
auf der bearbeiteten Oberfläche in Form von Metallwületen an den Verbindungsgrenzen
zwischen dem einen Typ der Oberfläche und dem anderen (beispielsweise zwischen dem
Stirnende und dem Hohlkehlübergang) bestehen,denn der Prozeß muß beim Umrichten (Rollenwechsel,
Wenden der Vorrichtung) auf die Bearbeitung der Oberfläche eines anderen Typs angehalten
werden.
[0034] Wenn für den einen Typ der Oberfläche die Größe der axialen elastoplastisohen Welle
diese Wellengröße für den anderen Typ der Oberfläche übersteigt, so wird in der vorliegenden
Erfindung die Metalldifferenz beim Übergang auf die andere Oberfläche eingedrückt,
wodurch eine verstärkte Verfestigung des Anfangsabschnittes dieser Oberfläche erfolgt.
Das gleiche Ergebnis kann man auch auf der Oberfläche ein und desselben Typs erzielen,
indem man den Walzvorschub ausschaltet, die axiale elastoplastische Welle beim Wälzen
auf ein und derselben Stelle ansammelt und daraufhin den Walzvorschub einschaltet
und die Differenz der Wellengrößen zerdrückt. Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Vorrichtung
läßt die obenerwähnten technologischen Arbeitsgänge realisieren und somit die Qualität
der bearbeiteten Oberfläche wesentlich erhöhen.
[0035] Außerdem spielt diese Welle eine entscheidende Rolle für die Verfestigung der Oberflächenschicht
des Werkstücks. Für jeden Typ der Oberfläche ist eine maß- und formspezifische axiale
elastoplastische Welle kennzeichnend. Wenn aber die Größe der axialen elastoplastischen
Welle nicht ausreichend sind, um eine wirkungsvolle Verfestigung zu bewirken, wird
der Walzvorschub ausgeschaltet, und die Rolle beginnt sich auf ein und derselben Stelle
zu wälzen. Dabei hat die Rolle eine derartige Form, daß kein Rückfließen des Metalls
zur bearbeiteten Oberfläche hin stattfindet, wobei nur die axiale elastoplastische
Welle vor der Rolle größer wird.
[0036] Der Gleitschuh kann zweckmäßigerweise T-förmig ausgebildet werden, wobei an dem einen
Ende seines waagerechten Flansches eine Feder und nahe dem anderen Ende an demselben
Flansch die Achse des Gelenkes angeordnet sind, welche die Verbindung des Gleitschuhs
mit dem gabelförmigen Schwengel herstellen.
[0037] Dies erweitert die technologischen Möglichkeiten der Vorrichtung dadurch, daß mit
der gleichen Vorrichtung die Oberfläche beliebigen Typs bearbeitet werden kann sowie
verbessert und stabilisiert die Qualität der bearbeiteten Oberfläche, weil die Bearbeitung
verschiedenartiger Oberflächen ununterbrochen durchgeführt wird und sich an Stellen
des Übergangs eines Typs der Oberfläche in den anderen keine Wülste ausgepreßten Metalls
bilden.
[0038] Das Mittel zum Erzeugen der Radialkraft der Rolle auf die zu bearbeitende Oberfläche
des Rotationskörpers kann vorteilhafterweise eine abgefederte Stange darstellen.
[0039] Durch eine solche bauliche Gestaltung des Mittels zum Erzeugen der Radialkraft der
Rolle ist die Möglichkeit gegeben, die Oberflächen von Rotationskörpern komplizierter
Form nach dem konstruktiv und fertigungsgemäß einfachsten Verfahren mit der erforderlichen
Radialkraft in Axialrichtung zu bearbeiten.
[0040] Der Radius der torusförmigen Oberfläche der Rolle kann vorteilhafterweise um 0,3
bis 0,4 mm kleiner als der Kleinstradius der Oberfläche des zu bearbeitenden Rotationskörpers
sein.
[0041] Dies ermöglicht die Bearbeitung der Oberflächen von Rotationskörpern komplizierter
Form ohne Verklemmung der Rolle.
[0042] Zum anderen hat dies den Vorteil, daß während der Bearbeitung der Schnitteffekt,
d.h. die Metallabnahme an der zu bearbeitenden Oberfläche anstatt der Verfestigung
derselben, vermieden werden kann, sowie daß die Bildung der Welle des ausgepreßten
Metalls auf der bearbeiteten Oberfläche verhindert wird, wodurch man die Oberfläche
mit verbesserten Qualitätskennwerten erhalten kann.
[0043] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Schlicht- und Festwalzen von Rotationskörpern
komplizierter Form besitzt also, wie dies aus der obenangeführten Darlegung folgt,
die Universalität, ist einfach in der Fertigung sowie läßt die Qualität der Oberfläche
des zu bearbeitenden Werkstücks erhöhen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0044] Nachstehend ist ein konkretes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung mit
Hinweisen auf beigefügte Zeichnungen angeführt, in denen es zeigt:
Fig. 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung mit teilweisen Ausbrüchen;
Fig. 2 schematische Darstellung der Bearbeitung eines Werkstücks mit einer Hohlkehle.
Beste Ausführungsform der Erfindung
[0045] Die Vorrichtung zum Schlicht- und Festwalzen der Oberflächen von Rotationskörpern
komplizierter Form enthält einen gabelförmigen Schwengel I (Fig. 1;). In diesem gabelförmigen
Schwengel I ist eine Rolle 2 in bezug auf ihre Längsachse drehbar gelagert.
[0046] Die Vorrichtung zum Schlicht- und Festwalzen der Oberflächen von Rotationskörpern
enthält ferner einen Halter 3, in dessen Körper 4 ein Mittel zum Erzeugen der Radialkraft
der Rolle 2 auf die zu bearbeitende Oberfläche des Rotationskörpers angeordnet ist.
[0047] Das Mittel zum Erzeugen der Radialkraft der Rolle 2 auf die zä bearbeitende Oberfläche
des Rotationskörpers stellt im gegebenen Beispiel eine Stange 5 dar, die durch eine
Feder 6 abgefedert ist.
[0048] Am unteren Ende der Stange 5 ist eine Mutter 7 angebracht, mit der eine Feder 6 zusammengedrückt
wird, um die Radialkraft der Rolle 2 auf die zu bearbeitende Oberfläche des Rotationskörpers
aufzubringen.
[0049] Das Mittel zum Erzeugen der Radialkraft der Rolle 2 kann auch eine beliebige andere
bekannte Ausführung haben, die das Erzeugen der Radialkraft der Rolle 2 auf die zu
bearbeitende Oberfläche des Rotationskörpers gewährleistet.
[0050] Zwischen dem gabelförmigen Schwengel I und dem Halter 3 ist ein Gleitschuh 8 angeordnet,
der mit dem Mittel zum Erzeugen der Radialkraft der Rolle 2 auf die zu bearbeitende
Oberfläche des Rotationskörpers zusammenwirkt.
[0051] Der Gleitschuh 8 ist T-förmig ausgebildet. An dem einen Ende 9 seines waagerechten
Flansches 10 ist eine Tellerfeder II und nahe dem anderen Ende I2 an dem gleichen
Flansch 10 eine Achse 13 der Gelenkverbindung des Gleitschubs 8 mit dem gabelförmigen
Schwengel 1 angeordnet. Ganz am Ende 12 des waagerechten Flansches 10 des Gleitschuhs
8 ist eine Bohrung nahe der Achse 13 der Gelenkverbindung des Gleitschuhe 8 mit dem
gabelförmigen Schwengel I vorgesehen, in welcher Bohrung eine Schraube 14 sitzt, die
das Schwenken des gabelförmigen Schwengels I auf der Achse I3 der Gelenkverbindung
des Gleitschuhs 8 mit dem gabelförmigen Schwengel 1 von der einen Seite her begrenzt.
[0052] In dem gabelförmigen Schwengel I ist eine Bohrung fluchtend mit der auf dem Gleitschuh
8 angebrachten Tellerfeder II ausgeführt, in welcher Bohrung eine Schraube 15 angeordnet
ist. Diese Schraube 15 steht mit der Tellerfeder II in Berührung und begrenzt das
Schwenken des gabelförmigen Schwengels I auf der Achse II von der anderen Seite her.
[0053] Die Feder II kann auch eine andere Ausführung haben. In diesem Fall muß für die Schraube
15 für die Berührung mit der Feder II vorgerichtet sein.
[0054] Eine derartige Ausführung gestattet es, den Prozeß des Schlicht- und Festwalzens
verschiedener Oberflächen von Rotationskörpern komplizierter Form ununterbrochen in
einem Arbeitsgang durchzuführen, wodurch die Qualität der Oberfläche des zu bearbeitenden
Werkstücks und die Bearbeitungsleistung gesteigert sowie die technologischen Möglichkeiten
der erfindungsgemäßen Vorrichtung erweitert werden können.
[0055] Der Gleitschuh 8 ist mit seinem unteren Teil 16 im oberen Teil des Körpers 4 des
Halters 3 angeordnet, derart, daß er mit der Stange 5 des Mittels zum Erzeugen der
Radialkraft der Rolle 2 auf die zu bearbeitende Oberfläche des Rotationskörpers in
Berührung kommen kann.
[0056] Die Rolle 2 weist eine torusförmige Hauptfläche 17 und eine mit dieser stufenlos
konjugierte torüsförmige Nebenfläche 18 auf.
[0057] Diese torusförmige Nebenfläche 18 ist derart ausgebildet, daß ihre Erzeugende mit
dem Radius R des Kreises beschrieben ist, dessen Mittelpunkt 0 an der Achse 13 der
Gelenkverbindung des Gleitschuhs 8 mit dem gabelförmigen Schwengel I liegt.
[0058] Durch eine solche Ausbildung der torusförmigen Nebenfläche kann vorgebeugt werden,
daß sich die elastoplastische Welle, die der Rolle 2 voranläuft, während der Oberflächenbearbeitung
des Werkstücks hinter die Rolle 2 auf die bearbeitete Oberfläche verlagert.
[0059] Der Radius "R" der torusförmigen Nebenfläche 18 der Rolle 2 wird aufgrund der konstruktiven
Erwägungen beim Projektieren der erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgelegt, d.h., er
hängt von den Abmessungen des zu bearbeitenden Werkstücks, dessen Werkstoff, den Abmessungen
der Lager und der Werkzeugmaschine, in der diese Vorrichtung aufgenommen ist, usw.
ab.
[0060] Der Radius "r" der torusförmigen Hauptfläche 17 der Rolle 2 wird aus der Bedingung
des freien Rollierens der Hohlkehle des zu bearbeitenden Werkstücks ohne Verklemmung
festgelegt. Hierfür reicht es, diesen Radius um 0,3 bis 0,4 mm kleiner als der Kleinstradius
einer beliebigen der Hohlkehlen des zu bearbeitenden Werkstücks zu dimensionieren.
Dabei ist die hohe Universalität der erfindungsgemässen Vorrichtung hervorzuheben.
Wenn z.B. der Radius "r" der torusförmigen Hauptfläche 17 der Rolle 2 gleich 0,7 mm
ist, kann man die Werkstücke mit Hohlkehlen von ein, zwei, drei, vier mm und mehr
verfestigen, was mit keinem der bekannten Werkzeuge bei diesen kleinen Werten der
Hohlkehlen von Werkstücken gemacht werden kann. Die kleinen Werte der Hohlkehlen an
Werkstücken sind im Maschinenbau am weitesten verbreitet.
[0061] Es ist nicht wünschenswert, den Radius "r" der torusförmigen Hauptfläche 17 der Rolle
2 kleiner als 0,3 bis 0,4 mm je nach den Eigenschaften des zu bearbeitenden Werkstoffs
auszuwählen, weil sich bei kleineren Werten auf der bearbeiteten Oberfläche der Werkstückhohlkehle
eine Welle des ausgepreßten Metalls zu bilden beginnt oder ein Schnitteffekt entsteht.
[0062] Bei größeren Werten kann es zur Verklemmung der Rolle 2 im Werkstückstoff kommen.
[0063] Innerhalb dieser Werte befindet sich die elastoplastische Welle des ausgepreßten
Metalls stets vor der Stirnseite der Rolle 2 bei der Bearbeitung sämtlicher Oberflächen
des Werkstücks mit den Hohlkehlen.
[0064] In Fig. 2 ist ein Bearbeitungsschema zum Verfestigen eines Werkstücks 19 mit einer
Hohlkehle 20 dargestellt. Das zu bearbeitende Werkstück 19 mit der Hohlkehle 20 kann
mit der Rolle 2 ununterbrochen vorwärts und rückwärts bei optimalen Betriebszuständen
des Verformungsherdes bearbeitet werden.
[0065] Auf dem Schema ist die Abwicklung des Verformungsherdes auf der Ebene, d.h. der Berührungsflecke
21, 22, 23 bei der Bearbeitung verschiedener Oberflächenarten gezeigt.
[0066] Für eine zylindrische Fläche 24 (Stab) ist es der elliptische Fleck 21; für die Hohlkehle
20 (Torus) verändert sich der Flecks ständig und geht allmählich vom elliptischen
Fleck 21 mit großer Längsachse in den elliptischen Fleck 22 mit kleiner Längsachse
und daraufhin in den tropfenförmigen Fleck 23 über, für eine ebene Fläche 25 (Stirnfläche)
ist es der tropfenförmige Fleck 23.
[0067] Die Vorrichtung zum Schlicht- und Festwalzen der Oberflächen von Rotationskörpern
arbeitet forgenderweise.
[0068] Man spannt die Vorrichtung im Support einer Drehmaschine (in der Zeichnung nicht
gezeigt) mittels des Halters 3 fest.
[0069] Mit Hilfe der Mutter 7 erzeugt man eine radiale Vorspannung.;, indem man auf die
Rolle 2 mit der Feder 6 des Mittels zum Erzeugen der Radialkraft einwirkt.
[0070] Durch die Schrauben 14 und 15 erzeugt man eine axiale Vorspannung, indem man auf
die Tellerfeder II einwirkt.
[0071] Man schaltet die Drehung des zu bearbeitenden Werkstücks 19 ein und führt die Vorrichtung
an das Werkstück 19 heran.
[0072] Im Moment der Berührung der Rolle 2 mit dem zu bearbeitenden Werkstück 19 wirkt die
vorher zusammengedrückte Feder 6 auf das Werkstück 19 ein, dann bringt man die Radialkraft
auf den für diesen Oberflächentyp optimalen Wert und schaltet, den Axialvorschub ein,
und es beginnt die Bearbeitung des zylindrischen Teils des Werkstücks (wie in Fig.
2 gezeigt ist, die Bearbeitung des Stabes).
[0073] In dem Moment, da die Rolle 2 die Mitte des Torus des Werkstücks 19 überschritten
hat, beginnt sie zusammen mit dem gabelförmigen Schwengel I an der Achse I3 zu wenden,
und unter der Wirkung der Tellerfeder II beginnt auf das Werkstück 19 die Axialkraft
einzuwirken, die zunimmt und im Moment des Übergangs der Rolle 2 vom Torus des Werkstücks
auf dessen Stirnfläche einen optimalen Wert erreicht. In diesem Moment wird der Axialvorschub
auf den Radialvorschub umgeschaltet, worauf die Stirnfläche des Werkstücks 19 bearbeitet
wird.
[0074] Bei der Bearbeitung verschiedenartiger Oberflächen (zylindrische Fläche 24, Hohlkehle
20 und ebene Fläche 25) mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird für jede dieser
Oberflächen bei der Berührung mit der Rolle 2 ein optimaler Verformungsherd (Berührungsfleck)
gebildet.
[0075] Jeder Typ des Berührungsfleckes 21,22,23 ist für die Bearbeitung der obenerwähnten
Oberflächen optimal. Besonders ist der Torus hervorzuheben. Im Anfangsmoment seiner
Bearbeitung hat der Berührungefleck 21 eine elliptische Form mit großer Längsachse.
Dies verhindert das Fließen des Metalls zur bearbeiteten Oberfläche hin und die Bildung
einer Welle des ausgepreßten Metalls auf dieser Oberfläche. Beim Abstützen der Rolle
2 gegen die Stirnfläche des Werks tücks 19, was immer nach dem Überschreiten der Mitte
des Torus stattfindet, beginnt sich die Tellerfeder II, welche die Axialkraft vergrößert,
zusammenzudrücken. Dabei wendet sich die Rolle 2 ununterbrochen unter Verminderung
der Längsachse und der Fläche des Berührungsfleckes 21. Nach Erreichen der berechneten
Lastspielzahl der zu bearbeitenden Oberfläche wird auf dieser Bearbeitungsstufe der
Radialvorschub eingeschaltet und gleichzeitig der Axialvorschub ausgeschaltet. Der
Berührungsfleck 21,22,23 durchläuft dabei die drei obenerwähnten Stufen. Dabei sei
besonders betont, daß im Laufe der gesamten Oberflächenbearbeitung der Vorschub immer
vorliegt. Der Vorschub gewährleistet die ständige Verlagerung der Welle des ausgepreßten
Metalls vor der Rolle 2, wodurch die Bearbeitungsqualität der Oberfläche einer Rotationskörper
komplizierter Form besser wird.
[0076] Um die Bildung von Metallwülsten durch die vor der Rolle 2 laufende elastoplastische
Welle zu verhindern, wird der Prozeß am Ende der Bearbeitung durch Abführen der Rolle
2 aus der Bearbeitungszone unter zügiger Abnahme der Walzkraft vom optimalen Wert
auf den Nullwert eingestellt.
[0077] Die Größe der vor der Stirnseite der Rolle 2 entstehenden elastoplastischen Welle,
die die Bearbeitungsqualität des Werkstücks 19 bestimmt, hängt von den geometrischen
Abmessungen der Rolle 2, der technologischen Führung des Rollierens, den physikalisch-mechanischen
Eigenschaften des Stoffes des Werkstücks 19 und der gegenseitigen-Lage der Rolle 2
und des zu bearbeitenden Werkstücks 19 im Prozeß des Schlicht- und Festwalzens, d.h.
von der Größe des Verformungsherdes in der Dynamik des Prozesses, ab.
[0078] Die technologischen Einsatzmöglichkeiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung hängen
immer mit der Bearbeitungsqualität des Werkstücks 19 zusammen, wobei den Vorrang diese
letztere hat.
[0079] Die technologischen Einsatzmöglichkeiten der erfindungsgemäß Vorrichtung hängen von
den geometrischen Abmessungen, der Form und dem Stoff des Werkstücks sowie von den
Kenndaten der verwendeten Werkzeugmaschine ab.
Gewerbliche Verwertbarkeit
[0080] Die vorliegende Erfindung läßt sich bei dem verfestigenden Fertigmaßschlichten von
Maschinenteilen in der Kraftfahrzeug-Flugzeugindustrie und anderen Industriezweigen
verwenden.
[0081] Mit dem größten Nutzeffekt kann diese Erfindung zum Verfestigen der Oberflächen von
hochfesten Bolzen und Radtrommeln in der Flugzeugindustrie eingesetzt werden.
[0082] Bei der Bearbeitung von Werkstücken komplizierter Form mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist die Dauerhaltbarkeit dieser Werkstücke gegenüber denen, die mit den
bekannten Vorrichtungen bearbeitet werden, um 80 % höher.