[0001] Die Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von Schrittmotoren für den Antrieb
von Mischgaspumpen anstelle von Elektromotoren mit mechanischen Getrieben.
[0002] Mischgaspumpen sind Kolbendosierungspumpen besonderer Bauart. Zwei Kolbenpumpen sind
über Räderpaare oder Übersetzungsgetriebe fest miteinander gekoppelt. Über diese Räderpaare
wird das Verhältnis der Kolbenhübe pro Zeiteinheit fest vorgegeben. Damit ist auch
das Volumenverhältnis der Mischgaspumpe vorbestimmt. Durch Auswechseln der Räderpaare
kann das Volumenverhältnis geändert werden. Um im laufenden Betrieb die Kolbenhubzahl
pro Zeiteinheit verändern zu können, können statt der Räderpaare Schaltgetriebe vorgesehen
werden. Diese Schaltgetriebe werden von Hand oder über Magnete betätigt. Angetrieben
werden Mischgaspumpen über Synchron- oder Spaltpolmotoren . Die Förderleistung ist
somit nahezu konstant.
[0003] Diese Ausführung von Mischgaspumpen hat einige Nachteile:
- In einer Mischgaspumpe können immer nur zwei Komponenten eines Gases gemischt werden,
- sind mehr als zwei Komponenten eines Gases zu mischen, so müssen bei n Gaskomponenten
n-1 Mischpumpen in Kaskade verwendet werden,
- die Mischungsverhältnisse sind durch Räderpaare oder Getriebeübersetzung fest vorgegeben,
- Ändern des Mischungsverhältnisses bedingt ein Wechseln der Räder oder ein Umschalten
des Getriebes (nur in Stufen möglich),
- die Schalthäufigkeit der Getriebe ist gering und damit ein kontinuierlicher Dauerbetrieb
nicht möglich,
- hoher Wartungsaufwand,
- die Dosierleistung ist nicht veränderbar.
[0004] Es ist bekannt, zur Dosierung von Flüssigkeiten in Medizin und Chemie ein Schlauchpumpensystem
zu verwenden, welches durch einen Permanentmagnet-Schrittmotor angetrieben wird (vgl.
Feinwerktechn. u. Meßtechn., F + M,
91 (1983), Nr. 3, S. 111 - 112). Allerdings sind Flüssigkeiten im Gegensatz zu Gasen
bei niederem Druck inkompressibel. Zudem ist es schwierig, bei einer Dosierung von
Gasen die entsprechende Dosiergenauigkeit zu erreichen. Außerdem werden Schlauchpumpen
für Gase unverhältnismäßig groß.
[0005] Es war weiterhin bekannt, eine Kolbendosierpumpe, die bei der Hochleistungschromatografie
Lösemittel in die Füllung, d.h. in das die stationäre Phase bildende Substrat, drücken
soll, mit einem Schrittmotor anzutreiben (vgl. DE-A 29 50 412). Dadurch sollen Druckschwankungen
ausgeglichen und/oder die Fördermenge konstant gehalten werden. Bei Mischgaspumpen
soll jedoch die Fördermenge der einzelnen Gase fortwährend variiert werden können.
[0006] Schließlich war eine Dosiereinrichtung bekannt, bei welcher in einem Zylinder ein
Kolben mittels einer Gewindespindel durch einen Schrittmotor bewegt wird, um den Zylinderinhalt
in mehreren Portionen gleicher Menge in einen Analysator zu fördern (vgl. GB-B 1 202
079). Eine kontinuierliche Förderung ist mit einer derartigen Einrichtung nicht möglich.
[0007] Die Aufgabe bestand nun darin, für Mischgaspumpen einen Ersatz für die mechanischen
Übersetzungsgetriebe oder Räderpaare zu finden und gleichzeitig die Möglichkeit zu
schaffen, in einer Stufe kontinuierlich veranderbare Mischungsverhältnisse von Mehrkomponentengemischen
herzustellen.
[0008] Es wurde gefunden, daß die Aufgabe mit Hilfe von elektrischen Schrittmotoren gelöst
werden kann.
[0009] Die Erfindung betrifft somit eine Mischgaspumpe als Kolbendosierpumpe, bestehend
aus zwei miteinander gekoppelten Kolbenpumpen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schrittmotor
zum Antrieb verwendet wird, wobei die Kolbenpumpen nicht durch mechanische Übersetzungsgetriebe
oder Räderpaare untereinander verbunden sind.
[0010] Für die erfindungsgemäße Verwendung kann jede handelsübliche Mischgaspumpe eingesetzt
werden, sofern der Antrieb abgenommen werden kann. Bevorzugt werden Kolbenpumpen.
[0011] An die Mischgaspumpe wird anstelle des Elektromotors und des Getriebes ein Schrittmotor
anmontiert. Falls mehrere Mischgaspumpen als Kaskade arbeiten, wird vorzugsweise nur
an der ersten Pumpe der Kaskade ein Schrittmotor als Antrieb angebracht.
[0012] Geeignete Schrittmotoren sind handelsüblich und können anhand der Listen der Hersteller
ausgewählt werden. Ihre Größe und ihre technischen Daten richten sich nach den Anforderungen
der Mischgaspumpen.
[0013] Bei einem Schrittmotor läßt sich die Schrittgeschwindigkeit und die Schrittzahl pro
Zeiteinheit elektrisch verstellen. Diese Verstellung erfolgt über einen Steuer- und
Leistungsteil. Auf diese Weise kann das Dosiervolumen pro Zeiteinheit verändert werden.
Dieser Steuerteil kann seinerseits durch einen Analysenrechner oder ein ähnliches
Gerät gesteuert werden.
[0014] Der Einsatz eines Schrittmotors als Antrieb für eine Mischgaspumpe hat folgende Vorteile:
- die hohe Genauigkeit der Schrittmotoren,
- kein mechanischer Verschleiß (im Gegensatz zu Schaltgetrieben),
- keine Notwendigkeit einer Rückstellungsmeldung,
- geringe Wartung,
- transparenter Aufbau der Hardware,
- die Möglichkeit einer kontinuierlichen Gasmischung während des laufenden Betriebes.
Beispiel
[0015] In einer Kaskade aus mehreren Mischgaspumpen, welche eine H₂/C₂H₄-Referenzgasmischung
für einen Gasanalysator herstellte, wurde die erste Pumpe mit einem Schrittmotor versehen,
während die übrigen Pumpen der Kaskade ihre Normalantriebe mittels Zahnradgetriebe
behielten.
[0016] Die Ansteuerung des Steuerteils des Schrittmotors erfolgte über eine V.24-Schnittstelle
des Analysenrechners.
[0017] Der vom Analysenrechner übermittelte Wert wurde im Steuerteil in die entsprechende
Schrittzahl umgewandelt und über den Leistungsteil die entsprechende Schrittzahl des
Schrittmotors eingestellt.
[0018] Die so angetriebenen Mischgaspumpe erstellte das Gasmischverhältnis H₂/C₂H₄, das
nach Durchlaufen der Pumpenkaskade die Referenzgasmischung für den Gasanalysator ergab.
Je nach Prozeßsituation konnte somit das Mischungsverhältnis der Gase H₂/C₂H₄ durch
den Analysenrechner kontinuierlich und automatisch während des Betriebs verändert
werden, ohne daß ein mechanischer Eingriff erfolgen mußte.
[0019] Im Vergleich zur alten Anordnung mit mechanischem Getriebe war mit der neuen Anordnung
die Betriebszeit der Anlage verlängert worden, da eine Wartung praktisch nicht mehr
nötig war.
1. Mischgaspumpe als Kolbendosierpumpe, bestehend aus zwei miteinander gekoppelten Kolbenpumpen,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Schrittmotor zum Antrieb verwendet wird, wobei die
Kolbenpumpen nicht durch mechanische Übersetzungsgetriebe oder Räderpaare untereinander
verbunden sind.
1. Pompe doseuse pour gaz en tant que pompe doseuse à piston, se composant de deux pompes
à piston couplées l'une à l'autre, caractérisée en ce que l'on utilise un moteur pas
à pas en vue de l'entraînement, les pompes à piston n'étant pas reliées l'une à l'autre
par l'intermédiaire de multiplicateurs mécaniques ou d'une paire de roues.