[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Füllen von Beuteln mit Schüttgut
gemäss Anspruch 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch
7.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Füllen von Beuteln zu
schaffen, das eine gute Beutelformung und eine sichere Abfüllung für sperrige Produkte
gestattet.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
[0004] Nachfolgend wird die Erfindung beispielsweise anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Anlage mit einer Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemässen Verfahrens, und
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Ausführung der Arbeitsweise einer solchen
Vorrichtung.
[0005] In der in Fig. 1 schematisch dargestellten Einrichtung werden links Beutel und rechts
Schachteln hergestellt. Die Beutel können aus einer kontinuierlichen Bahn 1 hergestellt
werden, die aus einem warmverschweissbaren Material besteht, das mit einer Schweissnaht
längs aneinanderstossender Längsränder versehen ist. Die benachbarten Enden von aufeinanderfolgend
hergestellten Beuteln 2, 3, 4, 5, 6 werden warmverschweisst und abgeschnitten oder
voneinander getrennt. Die in Fig. 1 dargestellten Beutel 5 und 6 sind bereits abgetrennt.
[0006] Die Schachteln bilden steife Verpackungen, beispielsweise aus vorgeformten Kartons
11, die zuerst am Boden geschlossen werden, während die oberen Schliesslappen offen,
vorzugsweise horizontal nach aussen gestreckt bleiben. Die Schachteln 12, 13, 14,
..., werden in an sich bekannter Weise geformt und in die Nähe der Beutel gebracht.
Die Beutel 2, 3, 4, 5, 6 befinden sich nach dem Verschweissen und Trennen in einem
flachgefalteten Zustand. Um die Beutel auszuspreizen sind Spreizvorrichtungen 21,
22, 23, ..., vorgesehen, die im geschlossenen Zustand in die gefalteten Beutel bis
zum Beutelgrund eingeführt werden, um sie nachher zu öffnen und dadurch jeweils
die Vorderwand von der Rückwand eines Beutels auseinanderzustrecken. In Fig. 1 ist
die geschlossene Spreizvorrichtung 21 vorbereitet, um in einen Beutel eingeführt
zu werden; die geschlossene Spreizvorrichtung 22 ist teilweise und die geschlossene
Spreizvorrichtung 23 gänzlich in den Beutel 5 bzw. 6 eingeführt.
[0007] In einem weiteren Verfahrensschritt werden die Beutel mit den eingesteckten, vorzugsweise
noch geschlossenen Spreizvorrichtungen mindestens teilweise in die Schachteln eingeführt,
um in dieser Lage die Beutel durch Oeffnen der Spreizvorrichtungen zu spreizen und
sie mit dem Schüttgut zu füllen. Zu diesem Zweck weist die Einrichtung nach Fig.
1 einen Verteiler 31 auf, mit dessen Hilfe die Beutel gefüllt werden. Falls die Beutel
am Anfang nur teilweise in die Schachteln eingeführt wurden, wird diese Operation
jetzt vollständig nachgeholt, bis die Beutel zumindest angenähert den Boden der Schachteln
berühren. In einem weiteren Verfahrensschritt werden die offenen Spreizvorrichtungen
herausgezogen und die Schachteln verschlossen.
[0008] In Fig. 2 sind zwei taschenförmig oder flach gefaltete Beutel 41 und 42 und eine
geschlossene Spreizvorrichtung 43 dargestellt, die im Begriff ist, in den Beutel
42 eingesteckt zu werden. Eine weitere geschlossene Spreizvorrichtung 44 ist in einen
Beutel 45 eingeführt.
[0009] Die Vorrichtung 43 weist vier steife Ausformelemente oder Finger 46, 47, 48 und 49
auf, die paarweise ausspreizbar sind. In der Vorrichtung 43 oder 44 befinden sich
die Finger in einer geschlossenen Position, bei der sich die Spitzen der Finger 46
und 47 bzw. 48 und 49 nahezu berühren, wobei sie sich vorzugsweise auch an eingeebneten
Flächen flach berühren könnten.
[0010] In einen weiteren Beutel 50 ist eine dritte Spreizvorrichtung 51 eingeführt, deren
Ausformelemente oder Finger paarweise bereits ausgespreizt wurden, so dass der Beutel
nicht mehr taschenförmig ist, sondern zumindest angenähert einen Quader oder ein Parallelepiped
bildet. Der Beutel 50 mit der eingesteckten offenen Vorrichtung 51 befindet sich oberhalb
einer Schachtel 52, in die er in einem späteren Verfahrensschritt hineingesteckt
wird.
[0011] Fig. 2 zeigt auch einen Verteiler in Form eines Löffelpaares 53, das beispielsweise
Corn-Flakes oder Maisflocken 54 in einen Beutel 55 fallen lässt. Nachdem ein Beutel
56 mit dem Schüttgut ausgefüllt ist, wird die in ihm noch eingesteckte offene Spreizvorrichtung
57 herausgezogen, und zwar vorzugsweise indem vor dem Herausbewegen der Spreizvorrichtung
die Finger um einen geringen Betrag zusammengezogen wurden.
1. Verfahren zum Füllen von Beuteln mit Schüttgut, insbesondere mit Zerealienprodukten,
dadurch gekennzeichnet, dass spreizbare Ausformelemente (46,47) in die Oeffnung eines
flachgefalteten Beutels (42) gemeinsam eingestossen werden, dass die Ausformelemente
(46,47) gespreizt werden, um den Beutel (42) zu erweitern, dass zwischen den gespreizten
Ausformelementen hindurch der Beutel mit dem Schüttgut gefüllt wird, und dass schliesslich
die Ausformelemente vom Beutel herausgezogen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beutel (50) mit eingesteckten
Ausformelementen in eine steife Verpackung (52) eingeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Beutel noch im flachgefalteten
Zustand mindestens teilweise in die Verpackung eingeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Beutel mit
Schüttgut gefüllt wird, bevor er vollständig in die Verpackung eingeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Beutel mit
Schüttgut gefüllt wird, nachdem er vollständig in die Verpackung eingeführt wurde.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausformelemente
vor dem Herausbewegen um einen geringen Betrag zusammengezogen werden.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, dass eine Spreizvorrichtung (43) vorhanden ist, die Ausformelemente
(46,47,48,49) aufweist, die paarweise ausspreizbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausformelemente
derart dimensioniert sind, dass sie im eingesteckten Zustand bis in den Beutelgrund
reichen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausformelemente
als steife Stäbe (46, 47,48,49) ausgebildet sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die
Ausformelemente, die nicht paarweise ausspreizbar sind, paarweise an einer Wandung
ortsfest angeordnet sind.