[0001] Die Erfindung betrifft einen Sportschuh, insbesonders Wintersport-, Schi- oder Tourenschuh,
mit einer im wesentlichen steifen Schuhschale und einer daran im Knöchelbereich verschwenkbar
angelenkten Schaftmanschette, wobei an einer Anlenkungsstelle der Schaftmanschette
Einstellelemente zur Einstellung einer seitlichen Verkantung der Schaftmanschette
gegenüber der Schuhschale angeordnet sind.
[0002] Als Schischuhe ausgeführte Sportschuhe der genannten Art sind beispielsweise aus
der US-PS 4.601.118 bzw. auch der EP-A1 111.472 bekannt. Als Materialien für derartige
Schischuhe werden heute praktisch ausnahmslos relativ steife Kunststoffe eingesetzt,
was die Anordnung von Schwenklagern zwischen Schuhschale und Schaftmanschette im
Knöchelbereich des Fusses der den Schuh tragenden Person erforderlich macht, um den
unterschiedlichen Vor- bzw. Rücklagenwinkeln der Schaftmanschette bei verschiedenen
Bewegungsstellungen des Fusses des Schuhträgers gerecht werden zu können. Um den seitlichen
Verkantwinkel zwischen Schaftmanschette und Schuhschale - der ja unmittelbar beispielsweise
die Schiverkantung bei normaler Fußstellung des Schuhträgers beeinflußt - verstellen
zu können, sind zusätzlich an einer Anlenkungsstelle der Schaftmanschette (zweckmäßigerweise
der äußeren) die genannten Einstellelemente vorgesehen, die eine Relativverstellung
der zusammenwirkenden Anlenkungspunkte an der Schuhschale und der Schaftmanschette
der Höhe nach erlauben.
[0003] Gemäß den beiden oben zitierten Schriften ist zur Ermöglichung dieser Verkantung
jeweils eine Klemmschraube von außen her durch eine langlochartige Ausnehmung der
Manschette in einen an der Anlenkungsstelle der Schuhschale fixierten Gewindeteil
eingeschraubt. Nach Lösung dieser Klemmschraube kann die Schaftmanschette relativ
zur Schuhschale an dieser einen Anlenkungsstelle nach oben oder unten bewegt werden;
nach dem Wiederanziehen der Klemmschraube ist die Schaftmanschette in der gewünschten
Verkantstellung fixiert, bzw. nur mehr um die nun eine geänderte Neigung aufweisende
Anlenkungsachse nach vor und zurück verschwenkbar.
[0004] Obwohl für den genannten Zweck der Berücksichtigung unterschiedlicher Fuß- bzw. Unterschenkelstellungen
verschiedener Schuhträger die genannten bekannten Anordnungen zur Einstellung des
Verkantwinkels der Schaftmanschette gegenüber der Schuhschale durchaus ausreichend
sind, ist es doch ein wesentlicher Nachteil, daß derartige Einstellelemente wiederum
keine seitliche Bewegung des Fusses des Schuhträgers im eigentlichen Sinne erlauben,
sodaß derartige Schuhe für verschiedene Sportarten nicht oder nur sehr eingeschränkt
verwendbar sind. Zu letzteren zählt insbesonders das Snowboard-Fahren bei dem die
den Sportschuh tragende Person im wesentlichen seitlich ausgerichtet auf dem Einzelbrett
steht, wobei das Halten von Balance und Richtung hauptsächlich durch Gewichts- bzw.
Schwerpunktsverlagerungen durchgeführt wird. Die dazu auch erforderlichen relativ
großen seitlichen Verschwenkungen und Vorlageänderungen des Fusses des Schuhträgers
relativ zum Snowboard bzw. zur Sohle des Schuhs können jedoch bei den bekannten Schischuhen
gemäß den obigen Ausführungen nicht oder nur gegen die Haltewirkung der steifen Schaftmanschette
durchgeführt werden, was bisher meistens dazu geführt hat, daß Snowboards von Könnern
eher mit normalen Stiefeln (Moonboots) gefahren wurden, was wiederum eine Vergrößerung
des Verletzungsrisikos mit sich bringt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Sportschuh der eingangs genannten
Art so zu verbessern, daß die genannten Nachteile bekannter derartiger Schuhe nicht
auftreten und daß insbesonders auch solche Sportarten, bei denen eine wechselnde seitliche
Verkantung des Fusses des Schuhträgers relativ zur Schuhsohle erforderlich ist, wie
insbesonders das erwähnte Snowboard-Fahren, bei gleichzeitiger Beibehaltung der sonstigen
Vorteile eines aus steifen Schalenteilen bestehenden Schuhs, ausführbar werden sollen.
[0006] Dies wird gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch erreicht, daß, insbesonders zur
Verwendung des Sportschuhs als Snowboard-Schuh, die Einstellelemente eine vorzugsweise
arretierbare Offen-Stellung aufweisen, die auch bei der Benützung des Sportschuhs
eine zwischen Anschlägen freie Verkantung der Schaftmanschette ermöglicht. Dadurch
ist nun unmittelbar erreicht, daß die freie Verkantung der Schaftmanschette gegenüber
der Schuhschale auch bei der Benützung des Sportschuhs möglich ist, ohne daß die Gefahr
besteht, daß die Einstellelemente bzw. deren Teile verlorengingen oder beispielsweise
zufolge sich selbst immer weiter öffnender Klemmelemente Zustände auftreten, bei denen
die Relativbewegungen zwischen Schaftmanschette und Schuhschale zu Beschädigungen
an den Einstellelementen oder aber zu die Benützung des Sportschuhs beeinträchtigenden
Verschmutzungen oder dergleichen führen können. Es ist beispielsweise leicht einzusehen,
daß die zur sicheren Verstellung bzw. Wiederarretierung der Schaftmanschetten gemäß
den eingangs genannten beiden Druckschriften vorgesehenen verzahnten Plattenelemente
innerhalb kürzester Zeit beschädigt würden, wenn man die dort vorgesehenen Klemmschrauben
einfach bei der Benützung des Sportschuhs nicht festschließt.
[0007] Es kann mit dieser Ausgestaltung nach der Erfindung nun beispielsweise zum Snowboard-Fahren
der in Fahrtrichtung vordere Schuh auf eine bestimmte für die jeweilige Fußstellung
des Benutzers angenehme Verkantung fest eingestellt werden, wogegen der in Fahrtrichtung
hintere Schuh in der Offen-Stellung der Einstellelemente für die Verkantung verbleibt,
wodurch weitgehend freie Bewegungen des Snowboard-Fahrers für die erforderlichen Schwerpunktsänderungen
möglich bleiben.
[0008] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Anschläge
der Einstellelemente elastisch sind, insbesonders aus Gummi oder Kunststoff bzw. Federelementen
bestehen. Damit ist in einem mittleren Bereich der möglichen Verkantung der Schaftmanschette
deren Bewegung von den Einstellelementen her überhaupt nicht behindert; am oberen
und unteren Ende der möglichen Bewegung zwischen den Anschlägen wirken dann elastische
Begrenzungen, sodaß die tatsächlichen Endanschläge nicht abrupt und die jeweilige
Ausgleichsbewegung hart begrenzend sondern eben federnd elastisch erfahren werden.
[0009] Der Verkantwinkel bis zum Wirksamwerden des einer Verkantung der Schaftmanschette
nach außen zugeordneten Anschlages ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung geringer
als der Verkantwinkel für eine Verkantung nach innen, was auf der einen Seite (nach
innen) in einem weiten Bereich unbehinderte Verkantung ermöglicht und gleichzeitig
die Verletzungsge fahr durch zu große Verkantungen nach außen begrenzt.
[0010] Die Einstellelemente können nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
ein in die Schuhschale eingesetztes Gleitfenster sowie eine an der Schaftmanschette
angeordnete Klemmeinrichtung umfassen, wobei die Klemmeinrichtung eine im Gleitfenster
im wesentlichen vertikal geführte Feststelleinrichtung mit von außen betätigbarer
Handhabe aufweist. Durch die Anordnung des Gleitfensters an der innenliegenden und
von der Schaftmanschette übergriffenen Schuhschale ist eine gewisse Abdeckung der
die freie Bewegung ermöglichenden Ausnehmung des Gleitfensters gegeben, was Verschmutzungen
bzw. das Eindringen von Schnee und dergleichen weitgehend verhindert.
[0011] Im letztgenannten Zusammenhang ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
vorgesehen, daß die Feststelleinrichtung eine mit der Handhabe verbundene Gewindestange
und einen von der Schuhinnenseite her auf diese Gewindestange aufgeschraubten Klemmteil
aufweist, welcher aus einem unverdrehbar im Ausschnitt des Gleitfensters geführten
Ansatzteil und einer von der Schuhinnenseite her am Rand des Ausschnitts anliegenden
Klemmplatte besteht. Damit ist die Wirkung der Klemmeinrichtung im wesentlichen auf
die Ausübung von Zugkräften bzw. daraus resultierenden Zusammendrückungen der dazwischen
liegenden Bauteile reduziert; in der Offen-Stellung der Klemmeinrichtung bzw. der
Einstellelemente gleitet der Ansatzteil im Ausschnitt des Gleitfensters zwischen oberem
und unterem Anschlag, sodaß auch größere dabei auftretende dynamische Belastungen
ohne weiteres aufgenommen werden können.
[0012] Die Gewindestange kann dabei in weiterer Ausbildung der Erfindung die Schaftmanschette
in einem Distanzelement durchsetzen, was auch auf dieser Seite eine wesentlich verbesserte
Haltbarkeit der Einstellelemente insbesonders im Zusammenhang mit der Verwendung
des Sportschuhs in der Offen-Stellung derselben sicherstellt.
[0013] Die oben bereits angesprochenen Anschläge für die Begrenzung der freien Verschwenkung
der Schaftmanschette gegenüber der Schuhschale sind in weiterer Ausgestaltung der
Erfindung im oberen und unteren Bereich des Ausschnittes des Gleitfensters angeordnet,
was eine einfache Ausbildung und Montage der Einstellelemente ermöglicht und eine
unmittelbare Zusammenwirkung des Ansatzteils des auf die Gewindestange aufgeschraubten
Klemmteils mit diesen Anschlägen sicherstellt.
[0014] Die Handhabe kann gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung in jeder beliebigen
Klemmstellung sowie in zumindest einer Offen-Stellung der Klemmeinrichtung arretierbar
sein, wobei es belanglos ist, ob diese Arretierung durch Festlegung der relativen
Stellung der Handhabe gegenüber Teilen der Klemmeinrichtung selbst oder gegenüber
umgebenden Schuhteilen erfolgt. So kann beispielsweise außen an der Schaftmanschette
eine leicht vorstehende Nase vorgesehen sein, welche mit einer Ringnut an der Hinterseite
der Handhabe zusammenwirkt und dort in der Offen-Stellung in eine rastähnliche Ausnehmung
eingreift. Möglich wäre hier aber auch eine Arretierung dadurch sicherzustellen, daß
nach einer gewissen Drehung der Gewindestange in Offen-Richtung das Gewinde selbst
im Ansatzteil verklemmt.
[0015] Um trotz der seitlich stark verkantbaren Schaftmanschette auf einfache Weise eine
Einstellung für den die Vorlage beeinflussenden Schwenkbereich der Schaftmanschette
nach vorne und hinten zu ermöglichen, wird in Weiterbildung der Erfindung im Fersenbereich
eine Einstelleinrichtung für den Schwenkbereich vorgesehen, die eine kardanisch an
einem der beiden Schuhteile befestigte Gewindestange mit zwei im Abstand aufgeschraubten
Anschlagelementen sowie einen drehbar am anderen Schuhteil befestigten, hülsenförmigen
Sperrteil umfaßt, welcher den der Befestigung abgewandten Bereich der Gewindestange
übergreift, am zwischen den Anschlagelementen liegenden Ende einen Sperranschlag und
im Inneren über die Länge der Gewindestange einen dem zugehörigen Anschlagelement
angepaßten Querschnitt aufweist. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch bei
einer zufolge einer seitlich verkanteten Schaftmanschette relativ zum hülsenförmigen
Sperrteil schiefstehenden Gewindestange das an dieser aufgeschraubte Anschlagelement
von außen her einfach durch Drehung des Sperrteiles trotzdem einfach und sicher in
seiner relativen Lage verstellt werden kann. Über die beiden separat und unabhängig
auf der Gewindestange verstellbaren Anschlagelemente kann also sowohl die Lage des
Bereiches der möglichen Bewegung in Vorlagerichtung als auch die Größe des möglichen
Bereiches festgelegt werden, wobei diese beiden Einstellmöglichkeiten voneinander
komplett unabhängig sind. Die kardanische Befestigung der Gewindestange sichert darüberhinaus
im Zusammenhang mit der erwähnten Zusammenwirkung des innerhalb des Sperrteiles liegenden
Anschlagelementes mit dem entsprechend ausgebildeten Innenraum des Sperrteiles diese
Verstellmöglichkeiten völlig unabhängig von der aktuellen Verkantung sowie auch Verschwenkung
der Schaftmanschette.
[0016] Zumindest der im inneren Querschnitt dem zugehörigen Anschlagelement angepaßte Bereich
des Sperrteiles kann nach bevorzugter Ausbildung der Erfindung aus elastisch verformbarem
Material, insbesonders Kunststoff, bestehen, was eine sichere Mitnahme des Anschlagelementes
durch elastische Klemmung desselben auch bei stärkeren Schrägstellungen zwischen
Sperrteil und Gewindestange ermöglicht.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden noch anhand des in der Zeichnung teilweise schematisch
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 die Ansicht eines erfindungsgemäßen Sportschuhs von der Fersenseite her,
Fig. 2 die perspektivische Ansicht der im Bereich II gemäß Fig. 1 außen am Sportschuh
angeordneten Handhabe,
Fig. 3 eine Draufsicht und
Fig. 4 einen Schnitt durch die Verkantungs-Einstellelemente des Sportschuhs gemäß
Fig. 1 in vergrößertem Maßstab,
Fig. 5 eine schematische Seitenansicht eines weiteren erfindungsgemäßen Sportschuhs
im Fersenbereich,
Fig. 6 die gemäß Fig. 5 im Fersenbereich des Sportschuhs vorgesehene Einstelleinrichtung
und
Fig. 7 einen Schnitt entlang der Linie VII-VII in Fig. 6.
[0018] Der Sportschuh gemäß Fig. 1 weist eine im wesentlichen steife Schuhschale 1 sowie
eine im Knöchelbereich an zwei Anlenkungsstellen 2,3 im wesentlichen senkrecht zur
Ebene der Darstellung verschwenkbar ange lenkte Schaftmanschette 4 auf. Die Schuhschale
1 umfaßt auch die Sohle 5; die Schaftmanschette besteht zur Ermöglichung eines Zentraleinstieges
aus mehreren mit Verschlußelementen verbundenen Teilen; auf diese und sonstige Elemente,
wie Zunge, Innenschuh, Verschlußanordnungen, und dergleichen soll hier nicht weiter
eingegangen werden.
[0019] Wesentlich ist im vorliegenden Zusammenhang lediglich, daß im Bereich II an der Anlenkungsstelle
3 Einstellelemente 6 gemäß den Fig. 3 und 4 vorgesehen sind, welche bedarfsweise
entweder die fixe Einstellung einer seitlichen Verkantung der Schaftmanschette 4 gegenüber
der Schuhschale 1 im Bereich des durch die Pfeile 7 angedeuteten Winkels, oder aber
- in einer Offen-Stellung - auch bei der Benützung des Sportschuhs eine zwischen Anschlägen
freie Verkantung der Schaftmanschette 4 in eben diesem Winkelbereich ermöglichen.
Diese Verkantung ist - wie im oberen Bereich der Fig. 1 angedeutet - nach außen entsprechend
dem Pfeil 8 kleiner als nach innen (siehe Pfeil 9), was dem Umstand Rechnung trägt,
daß bei Verkantungen nach außen ein größeres Verletzungsrisiko für den Knöchel des
Schuhträgers besteht.
[0020] Ermöglicht werden die zu Fig. 1 besprochenen Verkantungen der Schaftmanschette 4
dadurch, daß die Einstellelemente 6 gemäß den Fig. 3 und 4 ein in die Schuhschale
1 eingesetztes Gleitfenster 10 sowie eine an der Schaftmanschette 4 (in Fig. 3 der
Übersichtlichkeit halber weggelassen) angeordnete Klemmeinrichtung 11 umfassen. Die
Klemmeinrichtung 11 wiederum weist eine im Ausschnitt 12 des Gleitfensters 10 im wesentlichen
vertikal geführte Feststelleinrichtung 13 mit von außen betätigbarer Handhabe 14
auf. Die Feststelleinrichtung 13 besteht im wesentlichen aus einer mit der Handhabe
14 verbundenen Gewindestange 15 sowie einem von der Schuhinnenseite her auf diese
Gewindestange aufgeschraubten Klemmteil 16, der wiederum aus einem unverdrehbar im
Ausschnitt 12 des Gleitfensters 10 geführten Ansatzteil 17 (beispielsweise einer Vierkant-
oder Sechskantmutter) und einer von der Schuhinnenseite her am Rand des Ausschnitts
12 anliegenden Klemmplatte 18 aufgebaut ist.
[0021] Im oberen und unteren Bereich des Ausschnittes 12 sind Anschläge 19 aus elastischem
Material, wie beispielsweise Gummi oder Kunststoff, angeordnet und auf insbesonders
in Fig. 3 ersichtliche Weise eingeklemmt gehalten. Je nach Härte, Größe, Anbringungsort
und dergleichen lassen sich mit diesen Anschlägen 19 die Verkantwinkel bzw. die Kraft/Weg-Charakteristik
der Verkantung leicht beeinflussen.
[0022] Aus Fig. 4 ist noch ersichtlich, daß die Gewindestange 15 die Schaftmanschette 4
in einem Distanzelement 20 durchsetzt, welches auch geringfügig dicker als die Schaftmanschette
ausgeführt sein kann, damit die Handhabe 14 nicht an der Manschette reibt.
[0023] Wenn der in Fig. 3 obere Teil 21 der Handhabe 14 gemäß der strichlierten Darstellung
in Fig. 2 in Richtung des Pfeiles 22 ausgeklappt wird, kann der Schuhträger auch beispielsweise
mit dicken Winterhandschuhen die Handhabe 14 und damit die Gewindestange 15 leicht
entsprechend den Pfeilen 23 verdrehen. Gemäß Fig. 4 wird dadurch zufolge des im Ausschnitt
12 verdrehfest gehaltenen Ansatzteils 17 dieser zusammen mit der Klemmplatte 18 entweder
zur Anlage an den inneren Rand des Ausschnitts 12 des Gleitfensters 10 gezogen oder
aber - wie in Fig. 4 dargestellt - von diesem abgehoben. In der abgehobenen Stellung,
in der die Handhabe 14 auf hier nicht dargestellte Weise in ihrer "Offen-Stellung"
arretiert werden kann - ist der Klemmteil 16 und die über die Gewindestange 15 und
das Distanzelement 20 damit in Verbindung stehende Schaftmanschette 4 frei in vertikaler
Richtung zur Schuhschale 1 bewegbar, was der angesprochenen freien Verschwenkbarkeit
der Schaftmanschette 4 insgesamt entspricht. Andererseits kann die Klemmplatte 18
durch entsprechendes Anziehen der Handhabe 14 in jeder beliebigen Relativstellung
zwischen Schaftmanschette 4 und Schuhschale 1 auch gegenüber dem Gleitfenster 10 verspannt
werden, was eine fix eingestellte Verkantung ergibt.
[0024] Zur Ermöglichung einer Arretierung der Einstellelemente 6 insbesonders in der Offen-Stellung
ist gemäß den Fig. 3 und 4 ein nasenähnlicher Vorsprung 37 an der Schaftmanschette
4 hinter der Handhabe 14 vorgesehen, welcher mit einer Ringnut 38 an der der Schaftmanschette
zugewandten Seite des Basisteils der Handhabe 14 in Eingriff ist. In der geöffneten
Stellung der Einstellelemente 6, bzw. bei aufgeschraubter Handhabe 14, kann dieser
Ansatz 37 in Eingriff mit einer verengten Stelle 39 der Nut 38 gebracht werden, worauf
die Arretierung in der Offen-Stellung gegeben ist. Davon abweichend wären aber noch
andere, dem Fachmann geläufige Maßnahmen zur Sicherstellung einer entsprechenden Festlegung
der Einstelleinrichtung in den verschiedenen Stellungen anwendbar.
[0025] In allen möglichen Stellungen der Klemmeinrichtung 11 bzw. des Klemmteils 16 sind
die elastischen Anschläge 19 einerseits durch die Schaftmanschette 4 und andererseits
durch die Klemmplatte 18 am seitlichen Austritt aus dem Gleitfenster 10 gehindert.
[0026] Abgesehen von den dargestellten Ausführungen könnten natürlich einzelne Teile der
Einstellelemente selbst auch durchaus anders ausgebildet sein - wesentlich ist die
Ermöglichung einer freien Verschwenkbarkeit der Schaftmanschette 4 relativ zur Schuhschale
1 - insbesonders könnten bedarfsweise auch andere als die dargestellten Handhaben
verwendet oder aber Einstellelemente 6 an beiden Seiten des Schuhs vorgesehen werden.
[0027] Der Sportschuh gemäß Fig. 5 ist wiederum als Schischuh bzw. insbesonders als Snowboard-Schuh
zu verwenden und besteht aus einer im wesentlichen steifen Schuhschale 1 sowie einer
daran im Knöchelbereich angelenkten Schaftmanschette 4. Diese Schaftmanschette 4 ist
zufolge ihrer hier nicht weiter dargestellten Anlenkung an der Stelle 3 nach vorne
bzw. hinten in Richtung der Pfeile 24 relativ zur Schuhschale 1 verschwenkbar und
- zufolge der Möglichkeit, den Manschettenbereich an der Stelle 3 auf hier wiederum
nicht dargestellte Weise relativ zur Schuhschale 1 in Richtung der Pfeile 25 zu bewegen
- auch seitlich aus der Ebene der Darstellung verkantbar.
[0028] Im Fersenbereich 26 ist eine Einstelleinrichtung für den theoretisch möglichen Schwenkwinkel
(Doppelpfeil 28) zwischen Schaftmanschette 4 und Schuhschale 1 vorgesehen, welche
über zwei Anschlagelemente 29, 30 eine Verstellung der Vorlage an sich sowie auch
des möglichen Bewegungsbereiches in Vorlagerichtung erlaubt und mit 27 bezeichnet
ist.
[0029] Die Einstelleinrichtung 27 ist in Fig. 6 losgelöst von der Umgebung im Schuh vergrößert
dargestellt und umfaßt eine kardanisch im Bereich einer Öse 31 an der Schuhschale
1 befestigte Gewindestange 32 mit den beiden im Abstand aufgeschraubten Anschlagelementen
29, 30, sowie einen drehbar an der Schaftmanschette 4 befestigten, hülsenförmigen
Sperrteil 33. Der beispielsweise aus Kunststoff ausgebildete Sperrteil 33 umgreift
den der Befestigung an der Öse 31 abgewandten Bereich der Gewindestange 32 und weist
am zwischen den Anschlagelementen liegenden Ende 34 einen eingezogenen Sperranschlag
35 auf, der hier rundumlaufend ausgebildet ist. Das Innere des hülsenförmigen Sperrteiles
33 weist zumindest über die Länge der Gewindestange 32 einen dem Anschlagelement 30,
das hier als Sechskantmutter ausgebildet ist, angepaßten Querschnitt auf, wie dies
insbesonders aus Fig. 7 hervorgeht.
[0030] Am dem Sperranschlag 35 abgewandten Ende des Sperrteils 33 ist eine gekerbte Handhabe
36 in Form eines umlaufenden, verdickten Ansatzes angeordnet, mittels der im eingebauten
Zustand gemäß Fig. 5 der Sperrteil 33 verdreht werden kann. Da das Anschlagelement
30 im Inneren des Sperrteils 33 verdrehsicher gehalten ist, wird bei einer Verdrehung
der Handhabe 36 dieses Anschlagelement 30 auf der Gewindestange 32 nach oben oder
unten wandern, was einer Verstellung des vorderen Anschlages für die Vorlage der Schaftmanschette
4 gleich kommt. Die Verstellung des hinteren Anschlages erfolgt davon unabhängig über
das ohnedies frei von außen zugängliche Anschlagelement 29, welches hier als gekerbtes
Verstellrad ausgebildet ist. Wie in Fig. 6 strichliert angedeutet ist, kommt es bei
einer seitlichen Verkantung der Schaftmanschette 4 (ebenso, wenn auch in geringerem
Ausmaß, bei einer Verschwenkung derselben) auch zu Schrägstellungen der Gewindestange
32 relativ zur Achse des Sperrteils 33, was aber keinen Einfluß auf die Verstellmöglichkeit
des Anschlagelementes 30 hat, welches ja nach wie vor gemäß Fig. 7 im angepaßten Inneren
des Sperrteils 33 drehsicher geführt bleibt.
[0031] Entgegen der dargestellten Ausführung könnten die Gewindestange und der Sperrteil
aber natürlich auch umgekehrt herum am Schuh angeordnet sein, soferne dies sonstige
Umstände erforderlich machen. Ebenfalls ist hier noch darauf hinzuweisen, daß am in
der Darstellung gemäß Fig. 6 oberen Ende der Gewindestange bzw. des umgebenden Innenbereiches
des Sperrteils auch eine - hier nur in Form eines verschlagenen Gewindeendes dargestellte
- Begrenzung für den Verstellweg des Anschlagelementes vorgesehen sein könnte, soferne
dies zur Vermeidung eines Auseinanderschraubens der Teile erforderlich ist. Weiters
könnte erforderlichenfalls zwischen dem Anschlagelement 30 und dem Sperranschlag
35 ein Dämpfungselement, beispielsweise eine Gummi- bzw. Kunststoffhülse, eingesetzt
sein, um den vorderen Anschlag für die Vorlage zu dämpfen.
1. Sportschuh, insbesonders Winter-, Schi- oder Tourenschuh, mit einer im wesentlichen
steifen Schuhschale und einer daran im Knöchelbereich verschwenkbar angelenkten Schaftmanschette,
wobei an einer Anlenkungsstelle der Schaftmanschette Einstellelemente zur Einstellung
einer seitlichen Verkantung der Schaftmanschette gegenüber der Schuhschale angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß, insbesonders zur Verwendung des Sportschuhs als Snowboard-Schuh, die Einstellelemente
(6) eine arretierbare Offen-Stellung aufweisen, die auch bei der Benützung des Sportschuhs
eine zwischen Anschlägen (19) freie Verkantung der Schaftmanschette (4) ermöglicht.
2. Sportschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschläge (19) der
Einstellelemente (6) elastisch sind, insbesonders aus Gummi oder Kunststoff bzw. Federelementen
bestehen.
3. Sportschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verkantwinkel
(8) bis zum Wirksamwerden des einer Verkantung der Schaftmanschette (4) nach außen
zugeordneten Anschlages (19) geringer als der Verkantwinkel (9) für eine Verkantung
nach innen ist.
4. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellelemente
(6) ein in die Schuhschale (1) eingesetztes Gleitfenster (10) sowie eine an der Schaftmanschette
(4) angeordnete Klemmeinrichtung (11) umfassen, wobei die Klemmeinrichtung (11) eine
im Gleitfenster (10) im wesentlichen vertikal geführte Feststelleinrichtung 13) mit
von außen betätigbarer Handhabe (14) aufweist.
5. Sportschuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststelleinrichtung
(13) eine mit der Handhabe (14) verbundene Gewindestange (15) und einen von der Schuhinnenseite
her auf diese Gewindestange (15) aufgeschraubten Klemmteil (16) aufweist, welcher
aus einem unverdrehbar im Ausschnitt (12) des Gleitfenster (10) geführten Ansatzteil
(17) und einer von der Schuhinnenseite her am Rand des Ausschnitts (12) anliegenden
Klemmplatte (18) besteht.
6. Sportschuh nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewindestange (15)
die Schaftmanschette (4) in einem Distanzelement (20) durchsetzt.
7. Sportschuh nach Anspruch 2 und einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anschläge (19) im oberen und unteren Bereich des Ausschnittes (12) des Gleitfensters
(10) angeordnet sind.
8. Sportschuh nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Handhabe
(14) in jeder beliebigen Klemmstellung sowie in zumindest einer Offen-Stellung der
Klemmeinrichtung (11) arretierbar ist.
9. Sportschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß im Fersenbereich
(26) eine Einstelleinrichtung (27) für den Schwenkbereich (28) vorgesehen ist, die
eine kardanisch an einem (1) der beiden Schuhteile (1,4) befestigte Gewindestange
(32) mit zwei im Abstand aufgeschraubten Anschlagelementen (29,30) sowie einen drehbar
am anderen Schuhteil (4) befestigten, hülsenförmigen Sperrteil (33) umfaßt, welcher
den der Befestigung (31) abgewandten Bereich der Gewindestange (32) übergreift, am
zwischen den Anschlagelementen (29,30) liegenden Ende (34) einen Sperranschlag (35)
und im Inneren über die Länge der Gewindestange (32) einen dem zugehörigen Anschlagelement
(30) angepaßten Querschnitt aufweist.
10. Sportschuh nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der im inneren
Querschnitt dem zugehörigen Anschlagelement (30) angepaßte Bereich des Sperrteiles
(33) aus elastisch verformbarem Material, insbesonders Kunststoff, besteht.