| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 406 249 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
29.07.1992 Patentblatt 1992/31 |
| (22) |
Anmeldetag: 06.02.1989 |
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/DE8900/076 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 8908/512 (21.09.1989 Gazette 1989/23) |
|
| (54) |
ANLAGE ZUM HERSTELLEN VON WARMGEWALZTEM STAHLBAND
INSTALLATION FOR MANUFACTURING HOT-ROLLED STEEL STRIP
INSTALLATION POUR LA FABRICATION DE RUBANS D'ACIER LAMINES A CHAUD
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE |
| (30) |
Priorität: |
17.03.1988 DE 3809681
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
09.01.1991 Patentblatt 1991/02 |
| (73) |
Patentinhaber: MANNESMANN Aktiengesellschaft |
|
40027 Düsseldorf (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- HOPPMANN, Hans-Dieter
D-4000 Düsseldorf (DE)
- FROMMANN, Klaus
D-4005 Meerbusch (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Meissner, Peter E., Dipl.-Ing. et al |
|
Meissner & Meissner,
Patentanwaltsbüro,
Postfach 33 01 30 14171 Berlin 14171 Berlin (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 221 373 FR-A- 1 308 895 GB-A- 2 129 723
|
DE-C- 972 603 GB-A- 652 772
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Herstellen von warmgewalztem Stahlband aus
einem stranggegossenen Vormaterial, bei der der Gußstrang nach dem Verlassen der Stranggießanlage
in einer Haspelstation zu einem Bund aufgehaspelt und nach Umsetzen des Bundes in
einer weiteren Haspelstation abgehaspelt einem Walzwerk zugeführt wird, wobei die
Haspelstationen in einem gemeinsamen Ofen angeordnet sind.
[0002] Derartige Anlagen sind bekannt. Sie haben den Vorteil, daß kontinuierlich hergestelltes
warmgewalztes Band aus einem stranggegossenen Vormaterial kostengünstig ist, weil
eine erhebliche Einsparung an Energie allein dadurch ermöglicht wird, daß die bei
herkömmlichen Verfahren und Anlagen notwendigen Einrichtungen zum Wiedererwärmen der
Brammen, Zwischentransporteinrichtunge und Lagerplätze entfallen. Der bereits bandförmig
gegossene Gußstrang macht eine Reduzierung des Querschnittes mit hohem verformungsaufwand
und hoher Verformungsenergie entbehrlich und gestattet, ein Aufwickeln des Gußstranges
unmittelbar hinter der Stranggießanlage zu Bunden. Dieses Aufwickeln oder Aufhaspeln
ist deshalb notwendig, weil die maximale Gießgeschwindigkeit, mit der der Gußstrang
die Stranggießanlage verläßt, viel geringer ist als die niedrigstmögliche Walzgeschwindigkeit
herkömmlicher Walzgerüste.
[0003] Es ist deshalb durch die gattungsbildende DE-C-32 41 745 vorgeschlagen worden, den
Gußstrang in einem Ofen dornlos zu einem Bund zu wickeln und nach Umsetzen des Bundes
dieses diskontinuierlich wieder abzuwickeln und einem Walzwerk zuzuführen. Zum Wickeln
wird eine als Coil-Box bekannte dornlose Einrichtung verwendet, mit der relativ dicke
Gußstränge gewickelt werden können.
[0004] Die bekannte Anlage mit der Anordnung der dornlosen Haspelstationen innerhalb des
Ofens ist konstruktiv ungünstig und sehr aufwendig. Außerdem ist das wickeln ohne
Dorn nur für relativ dicke Gußstränge als betriebssicher anzusehen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ausgehend von dem vorstehend beschriebenen
Stand der Technik, die Anordnung der Haspelstationen innerhalb des Ofens so zu verbessern,
daß ein problemloses Auf- und Abhaspeln des Gußbandes und ggf. Zwischenspeichern möglich
und das Umsetzen des Bundes vereinfacht wird.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit den Merkmalen im Anspruch 1.
[0007] Anders als beim Stand der Technik laufen bei der Erlindung Wickeldorne um, so daß
auch Band gewickelt und umgesetzt werden kann, daß auf dornlosen Wickeleinrichtungen
nicht gewickelt werden kann.
[0008] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Wickeldorne
unabhängig voneinander angetrieben und die relativ zur Umlaufbahn der Wickeldorne
feststehenden Antriebe mit den Wickeldornen lösbar gekuppelt sind. Dies empfiehlt
sich, da die Wickeldorne aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeiten zum Aufhaspeln
und Abhaspeln mit unterschiedlichen Antriebsgeschwindigkeiten arbeiten müssen. Die
Wickeldorne können gegebenenfalls schrittweise in die jeweilige Wickelposition gebracht
werden und dort mit den Antrieben gekoppelt werden.
[0009] Sofern die Temperatur des Gußstranges nicht die für das Haspeln oder Walzen notwendigen
Werte aufweist, ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, daß vor
und/oder hinter dem Ofen eine Vorrichtung zum gesteuerten Erwärmen des Gußstranges
auf Haspel oder Walztemperatur angeordnet ist. Solche Einrichtungen können selbstverständlich
entfallen, wenn die Temperatur des Ofens ein Walzen ohne Nacherwärmung ermöglicht
bzw. die Temperatur des Grußstranges der Haspeltemperatur entspricht.
[0010] Schließlich wird vorgeschlagen, daß den Wickeldornen in an sich bekannter Weise eine
Querteilschere vor- und/oder Einrichtungen zum Entzundern nachgeordnet sind. Die Querteilschere
ist dann erforderlich, wenn das Gußstranggewicht größer als das Bundgewicht des in
der Aufwickelhaspelstation befindlichen Bundes ist. Einrichtungen zum Entzundern sind
in der Regel hinter dem Ofen erforderlich, um ein Einwalzen des Zunders im Walzwerk
zu verhindern.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 die grob vereinfachte Ansicht einer Anlage zum Herstellen von warmgewalztem
Stahlband mit einem Ofen,
Fig. 2 eine vergrößerte Ansicht des Ofens nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Darstellung des Ofens nach Fig. 2 mit vier Wickeldornen.
[0012] In Fig. 1 ist bei 1 die Stranggießanlage angedeutet. Der Gußstrang B durchläuft bei
2 eine Schere, bevor er mit Hilfe des Treibers 6 in den Ofen 3 eingeführt und auf
dem Wickeldorn 4 aufgehaspelt wird.
[0013] Wie in Fig. 2 vergrößert dargestellt, ist der Wickeldorn 4 auf der gestrichelt gezeichneten
kreisförmigen Umlaufbahn U in Pfeilrichtung in eine Position verbringbar, in der in
Fig. 2 der Wickeldorn 5 gezeichnet ist. Von dem Wickeldorn 5 wird mit Hilfe des Treibapparates
7 der Gußstrang B abgewickelt und durch die Vorrichtung zum Erwärmen 8 hindurch dem
Walzwerk 10 zugeführt, wobei der Gußstrang B zuvor die Einrichtung zum Entzundern
9 durchläuft. Bei 11 ist eine Kühlstrecke angedeutet, in der das Band abgekühlt wird,
bevor es bei 12 aufgehaspelt wird.
[0014] In Fig. 3 ist eine Alternative dargestellt, bei der vier Wickeldorne 4, 4a, 5, 5b
auf der Umlaufbahn U bewegbar angeordnet sind. Die Wickeldorne haben gleiche Abstände
voneinander und gestatten ein Zwischenspeichern von gewickelten Bunden in den Stationen
4a und 5a.
[0015] In einer nicht dargestellten Variante kann die Vorrichtung zur Erwärmung des Gußstranges
sich auch zwischen Stranggießanlage 1 und Ofen 3 befinden; sie kann auch eine spezielle
Vorrichtung nur zum Erwärmen der Bandkanten sein.
1. Anlage zum Herstellen von warmgewalztem Stahlband aus stranggegossenem Vormaterial,
in der der Gußstrang (B) nach Verlassen der Stranggießanlage (1) in einer Aufwickelvorrichtung
(4, 5) zu einem Bund aufgewickelt und der Bund mit Hilfe von Transportmitteln in eine
Abwirkelvorrichtung (4, 5) umsetzbar ist, von der aus der abgewickelte Gußstrang (B)
einem Walzwerk (10) zugeführt wird, wobei die Auf- und Abwickelvorrichtung und die
Transportmittel zum Umsetzen des Bundes in einem Ofen (3) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportmittel (4, 5) für die Bunde schrittweise auf einer geschlossenen,
in einer vertikalen Ebene verlaufenden Umlaufbahn bewegbar sind,
daß mit Hilfe der Transportmittel mehr als zwei Bunde (4, 5) gleichzeitig in der Umlaufbahn
(U) bewegbar sind und daß jedes Transportmittel (4, 5) ein mindestens in den Auf-
und Abwickelpositionen antreibbarer Wickeldorn ist.
2. Anlage zum Herstellen von warmgewalztem Stahlband nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportmittel (4, 5) auf einer Kreisbahn bewegbar sind.
3. Anlage zum Herstellen von warmgewalztem Stahlband nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wickelrohre unabhängig voneinander über relativ zur Umlaufbahn (U) der Wickelvorrichtungen
(4, 5) feststehende Antriebe antreibbar sind, die mit den Wickeldornen lösbar gekuppelt
sind.
4. Anlage zum Herstellen von warmgewalztem Stahlband nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor und/oder hinter dem Ofen (3) eine Vorrichtung (8) zum gesteuerten Erwärmen
des Gußstranges (B) auf Wickel- oder Walztemperatur angeordnet ist.
5. Anlage zum Herstellen von warmgewalztem Stahlband nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportmittel (4, 5) in dem einlaufseitigen Haspelofen eines Steckelwalzwerkes
angeordnet sind.
6. Anlage zum Herstellen von warmgewalztem Stahlband,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Transportmittel (4, 5) einer Querteilerschere (2) vorgeordnet und/oder Einrichtungen
zum Entzundern (9) nachgeordnet sind.
1. An installation for producing hot-rolled steel strip from continuously-cast starting
material, in which the billet (B) after leaving the continuous-casting installation
(1) is wound into a coil in a winding-up device (4, 5) and the coil can be transferred
with the aid of transport means into an unwinding device (4, 5), from where the unwound
billet (B) is supplied to a rolling mill (10), with the winding-up and unwinding device
and the transport means for transferring the coil being located in a furnace (3),
characterised in that
the transport means (4, 5) for the coils can be moved in steps on a closed orbit running
in a vertical plane,
that more than two coils (4, 5) can be moved simultaneously in the orbit (U) with
the aid of the transport means and that each transport means (4, 5) is a winding spindle
which can be driven at least in the winding-up and unwinding positions.
2. An installation for producing hot-rolled steel strip according to Claim 1,
characterised in that
the transport means (4, 5) are movable on a circular path.
3. An installation for producing hot-rolled steel strip according to Claim 1,
characterised in that
the winding pipes can be driven independently of each other via drives which are fixed
relative to the orbit (U) of the winding devices (4, 5) and which are detachably coupled
to the winding spindles.
4. An installation for producing hot-rolled steel strip according to Claims 1 to 3,
characterised in that
a device (8) for controlled heating of the billet (B) to the winding or rolling temperature
is located before and/or after the furnace (3).
5. An installation for producing hot-rolled steel strip according to Claims 1 to 4,
characterised in that
the transport means (4, 5) are located in the inlet-side reeling furnace of a Steckel
mill.
6. An installation for producing hot-rolled steel strip,
characterised in that
the transport means (4, 5) precede a transverse cutter (2) and/or succeed means for
de-scaling (9).
1. Installation pour fabriquer des feuillards d'acier, laminés à chaud, à partir d'un
matériau coulé en continu, dans laquelle la barre de coulée (B), après avoir quitté
l'installation de coulée continue (1), est enroulée dans un dispositif d'enroulement
(4,5) en une bobine, et la bobine peut être déplacée, à l'aide de moyens de transport,
dans un dispositif de déroulement (4,5), duquel la barre de coulée déroulée (B) est
amenée à un laminoir (10), le dispositif d'enroulement et le dispositif de déroulement
et les moyens de transport pour déplacer la bobine étant agencés dans un four (3),
caractérisée en ce que
les moyens de transport (4,5) pour les bobines sont déplaçables pas à pas sur un circuit
fermé s'étendant dans un plan vertical,
en ce que, à l'aide des moyens de transport, plus de deux bobines (4,5) sont déplaçables
en même temps sur le circuit (U), et en ce que chaque moyen de transport (4,5) est
un mandrin de bobinage entraînable au moins dans les positions d'enroulement et de
déroulement.
2. Installation pour fabriquer des feuillards d'acier selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
les moyens de transport (4,5) sont déplaçables sur une trajectoire circulaire.
3. Installation pour fabriquer des feuillards d'acier selon la revendication 1,
caractérisée en ce que
les tubes enroulés peuvent être entraînés indépendamment l'un de l'autre par l'intermédiaire
d'entraînements fixes par rapport au circuit (U) des dispositifs d'enroulement (4,5),
qui sont couplés de façon amovible aux mandrins de bobinage.
4. Installation pour fabriquer des feuillards d'acier selon les revendications 1 à
3,
caractérisée en ce que,
devant et/ou derrière le four (3), est agencé un dispositif (8) pour réchauffer, de
façon commandée, la barre de coulée (B) à la température d'enroulement ou de laminage.
5. Installation pour fabriquer des feuillards d'acier selon les revendications 1 à
4,
caractérisée en ce que
les moyens de transport (4,5) sont agencés dans le four de bobinage, du côté d'entrée,
d'un laminoir Steckel.
6. Installation pour fabriquer des feuillards d'acier, caractérisée en ce que les
moyens de transport (4,5) sont disposés en aval d'une cisaille transversale (2) et/ou
en amont de dispositifs de décalaminage (9).

