[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein kassettenartiges Magazin für Schrauben nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der DE-PS 849 069 ist ein Magazin für Schrauben bekanntgeworden, das einen kasten-
oder kassettenartigen Behälter aufweist mit einer Reihe von Lagerbohrungen zur Aufnahme
von Schrauben. Die Schrauben werden aus den Lagerbohrungen von Hand oder mit einer
Pinzette herausgenommen, um am Werkstück plaziert zu werden.
[0003] Aus der DE-OS 34 15 201 ist ein kassettenartiges Magazin für Schrauben bekanntgeworden,
bei dem die Schrauben ebenfalls in Lagerbohrungen aufgenommen sind, wobei oberhalb
der Lagerbohrun gen eine Maske angeordnet ist mit Führungsausnehmungen für die Schraubenentnahme.
Die Schraubenentnahme erfolgt mit Hilfe einer zylindrischen Schraubnuß eines Bohrschraubers
zum Eindrehen der Schrauben. Ein derartiges Magazin dient vor allen Dingen zur Herstellung
von Schraubverbindungen für Trapezbleche auf Dächern, insbesondere für die sich überlappenden
Ränder der Trapezbleche. Das kassettenartige Magazin kann von einer geeigneten Halterung
aufgenommen werden, das sich mittels eines Untersatzes auf einem Untergrund, beispielsweise
der Dachfläche, abstützt. Sind alle Schrauben aus dem Magazin entfernt, kann ein neues
Magazin eingesetzt werden. Das Magazin ist vorzugsweise schräg zum Untergrund angeordnet,
um eine bequemere Entnahmemöglichkeit zu schaffen.
[0004] Bei dem bekannten Magazin ist die Anzahl der aufnehmbaren Schrauben naturgemäß begrenzt.
Die Verwendung einer Maske mit Führungsbohrungen vergrößert den Aufwand des bekannten
Magazins. Schließlich ist notwendig, zur Entnahme einer Schraube jeweils das Schraubgerät
zu einer anderen Lagerbohrung auszurichten.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein kassettenartiges Magazin für
Schrauben zu schaffen, bei dem die Entnahme der Schrauben vereinfacht und eine große
Anzahl von Schrauben pro Flächeneinheit untergebracht werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des Patentanspruchs
1.
[0007] Das erfindungsgemäße Magazin weist mindestens einen schachtförmigen Kanal auf, der
sich annähernd in der Falllinie erstreckt. In dem schachtförmigen Kanal werden die
Schrauben gleitend aufgenommen und können in Richtung einer unteren Entnahmeöffnung
rutschen, die als einzige dem Kanal zugeordnet ist.
[0008] Mit der Erfindung sind einige Vorteile verbunden. Bei Schrägstellung des Magazins
bzw. des Aufnahmekanals rutschen die Schrauben automatisch in Richtung der Entnahmeöffnung.
Der Bedienungsmann braucht daher lediglich mit der Schraubnuß in eine Entnahmeöffnung
einzutauchen, um eine Schraube zu entnehmen. Dadurch wird das erfindungsgemäße Magazin
bedienungsfreundlicher als das herkömmliche. Die Schrauben im Kanal können unmittelbar
aneinandergrenzend aufgenommen werden, so daß das erfindungsgemäße Magazin pro Flächeneinheit
eine größere Anzahl von Schrau ben aufzunehmen in der Lage ist als das bekannte.
Für die Aufnahme einer größeren Anzahl von Schrauben empfiehlt es sich, mehrere parallele
schachtartige Kanäle im Magazin vorzusehen, wobei jedem Kanal eine Entnahmeöffnung
zugeordnet ist.
[0009] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung kann der Entnahmeöffnung ein Führungssegment
zugeordnet sein, das mit einer Führungsfläche die Entnahmeöffnung teilweise umgibt.
Vorzugsweise liegt die Führungsfläche auf der dem schachtartigen Kanal gegenüberliegenden
Seite der Entnahmeöffnung. Das Führungssegment kann fest angebracht sein, es kann
jedoch auch verschiebbar sein und jeweils mit einer Entnahmeöffnung ausgerichtet
werden. Auf diese Weise wird die Entnahme der Schrauben zusätzlich erleichtert.
[0010] Der schachtartige Kanal weist vorzugsweise parallele beabstandete Gleitflächen auf,
auf denen sich die Köpfe der freihängenden Schrauben abstützen. Dadurch können die
Schrauben relativ leicht im schachtartigen Kanal in Richtung Entnahmeöffnung gleiten.
[0011] Damit die Schrauben bei der Handhabung des Magazins nicht aus den schachtartigen
Kanälen herausfallen, sind diese vorzugsweise nach oben durch eine Abdeckung geschlossen.
Die Abdeckung kann von einer Kunststoffolie gebildet sein. Das Magazin selbst kann
aus geeignetem Kunststoffmaterial geformt werden.
[0012] Die Entnahmeöffnungen können Bestandteil des Magazins sein. Alternativ sieht eine
Ausgestaltung der Erfindung vor, daß die Entnahmeöffnungen in einem separaten Entnahmeblock
ausgebildet sind, der lösbar mit dem Magazin verbindbar ist. Der Entnahmeblock kann
daher zum Beispiel Bestandteil der Halterung für das Magazin sein und ständig an seinem
Ort verbleiben. Beim Einsetzen eines kassettenartigen Magazins wird dieses mit dem
Entnahmeblock verbunden.
[0013] Dadurch, daß das Magazin eine größere Anzahl von Schrauben aufnehmen kann, ist der
Materialeinsatz verhältnismäßig gering.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 zeigt perspektivisch das erfindungsgemäße Magazin in einer Magazinvorrichtung
auf einem Trapezblech.
Fig. 2 zeigt perspektivisch in Explosionsdarstellung vergrößert das Magazin nach
Fig. 1.
Fig. 3 zeigt perspektivisch in Explosionsdarstellung eine abgewandelte Ausführungsform
des Magazins nach Fig. 1.
[0015] In Fig. 1 ist ein Trapezblech 10 gezeigt, wie es für Dächer verwendet wird. Eine
Magazinvorrichtung 11 ist auf dem Trapezblech 10 abgestellt. Sie weist eine Platte
12 auf, die an gegenüberliegenden Seiten Schlitze 13, 14 aufweist für die Aufnahme
von federnden Führungsrollen oder Bolzen, die mit dem Profil des Trapezbleches 10
zusammenwirken, damit die Vorrichtung 11 geführt auf dem Trapezblech entlang gerollt
werden kann. Eine Halterung 15a nimmt ein Magazin 15 auf. Die Halterung 15a stützt
sich über einen Stützfuß 16 auf der Platte 12 ab. Die Halterung enthält außerdem einen
Entnahmeblock 17. Einzelheiten der Vorrichtung 11 nach Fig. 1 sind in den nachfolgenden
Zeichnungen zu erkennen.
[0016] Das in Fig. 2 dargestellte Magazin 15 besteht z.B. aus einem geschäumten Kunststoff.
Es weist drei parallele schachtartige Kanäle 22 auf, die in Fig. 2 am unteren Ende
geöffnet und am oberen Ende indessen verschlossen sind. Oberhalb der Kanäle 22 sind
beidseitig Absätze 25 gebildet, zwischen denen sich schmale Leisten 23 befinden. Die
Kanäle 22 dienen zur Aufnahme der Schäfte von Schrauben, hier Bohrschrauben, deren
Kopf auf den Absätzen 25 aufliegen, so daß die Schäfte der Schrauben 25 frei hängen.
Das Magazin 15 kann eine Abdeckung aufweisen, z.B. in Form einer Abdeckfolie, die
z.B. auch verhindert, daß die magazinierten Schrauben nach vorn aus den Kanälen 22
herausrutschen. Im Gebrauch wird die Abdeckung entfernt und das Magazin 15 in die
Halterung 15a eingeschoben. Die Halterung 15a besteht aus einem quaderartigen Gehäuse
26, das am hinteren Ende eine Einschuböffnung 27 und am vorderen Ende den Entnahmeblock
17 aufweist. Das Gehäuse 26 wird von zwei seitlichen Wänden gebildet, die von oben
über eine Abdeckung 28 verbunden sind. Die Abdeckung 28 ist z.B. durchsichtig. Die
Wände sind auch durch einen Boden miteinander verbunden. Dieser kann jedoch in Fortfall
kommen, wenn die Wände eine geeignete Führung für das Magazin 15 aufweisen, das über
die Öffnung 27 eingeschoben wird.
[0017] Der Entnahmeblock 17 kann einteilig mit der Halterung 15a geformt sein oder als getrenntes
Teil, das mit Hilfe geeigneter Verbindungsmittel mit der Halterung 15a verbunden
wird. Es weist drei zur Halterung 15a gerichtete Aussparungen 29 auf, die zu den
Kanälen 22 ausgerichtet sind, wenn sich das Magazin 15 in der Halterung 15a befindet.
Der Ent nahmeblock 17 weist an der Oberseite eine Ausnehmung 30 auf, in die die Ausnehmungen
29 nach oben münden. In der Ausnehmung sind zwischen den Ausnehmungen 29 nach oben
weisende Vorsprünge 31 vorgesehen.
[0018] In die Ausnehmung 30 wird eine Führung 60 eingesetzt, die drei Bohrungen 61 aufweist.
Die Bohrungen 61 sind mit den Ausnehmungen 29 ausgerichtet, wenn das Führungsstück
60 sich in der Ausnehmung 30 befindet. Die Vorsprünge 31 können dabei mit nicht gezeigten
Nuten an der Unterseite des Führungsstücks 60 zusammenwirken, um dieses präzise in
der Ausnehmung 30 zu führen und zu sichern. Oberhalb der Bohrungen 61 sind winklige
Führungsflächen 62 geformt, die im Scheitel bei 63 kreisförmig gerundet sind, wobei
die Winkelschenkel sich in Richtung Magazin öffnen. Die Führungsflächen 62 dienen
dazu, die Schraubnuß eines Schraubers zu führen, damit dieser über die Bohrungen 61
eine Schraube aus einer der Ausnehmungen 29 herausholen kann.
[0019] Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 ist die Halterung 15a von gleichem Aufbau wie
die nach Fig. 2. Das Magazin 15b hat wie das Magazin 15 nach Fig. 2 drei parallele
schachtartige Kanäle 22b, die an der Oberseite beidseitig an Absätzen 25b enden.
Zwischen den Kanälen 22b befinden sich wiederum leistenartige Vorsprünge 23b. An der
Unterseite des Magazins 15b befinden sich jeweils zwischen benachbarten Kanälen 22b
weitere schachtartige Kanäle 50, die an der Unterseite beidseitig an Absätzen 51 enden.
Wie erkennbar, kann das Magazin 15b sowohl an der Ober- als auch an der Unterseite
mit Schrauben in den Kanälen 22b bzw. 50 bestückt werden. Mit diesem Magazin 15b kann
daher eine große Anzahl von Schrauben magaziniert werden.
[0020] In Fig. 3 ist eine Führung 70 dargestellt, die anstelle der Führung 60 nach Fig.
1 verwendet werden kann. Für diesen Fall sind jedoch die Vorsprünge 31 wegzulassen.
Die Führung 70 weist eine Führungsstange 71 auf, die an den Enden mit Befestigungsblöcken
72, 73 verbunden ist. Mit Hilfe der Blöcke 72, 73 wird die Führungsstange 71 am Entnahmeblock
17 befestigt. Ein Führungselement 74 weist eine Führungsausnehmung 75 auf, die annähernd
mit der Kontur der Ausnehmung 29 übereinstimmt. Das Führungselement 74 hat an der
Rückseite eine Nut 76, in der die Führungsstange 71 läuft. Die Nut 76 kann von einer
Platte 77 mittels Schrauben 78 verschlossen werden, so daß das Führungselement 74
frei auf der Führungsstange 71 verschoben werden kann. Bei befestigter Führung 70
läuft das Führungselement 74 in der Ausnehmung 30 des Entnahmeblocks 17 und kann zu
jeweils einer Ausnehmung 29 ausgerichtet werden.
[0021] Im Betrieb wird die Halterung 15a in der in Verbindung mit Fig. 1 beschriebenen Art
und Weise auf dem Dach aufgestellt. Ein Magazin 15 bzw. 15b wird in die Halterung
eingeschoben, nachdem gegebenenfalls die Folienabdeckung entfernt wird. Die Kanäle
22, 22b bzw. 50 sind zu den Ausnehmungen 29 des Entnahmeblocks 17 ausgerichtet. Die
Schrauben in den schachtartigen Kanälen 22, 22b bzw. 50 rutschen dabei in Richtung
Entnahmeblock 17 in diesen hinein. Nunmehr kann die Bedienungsperson die Schrauben
aus dem Magazin über den Entnahmeblock 17 entnehmen, wobei eine aus dem Entnahmeblock
entnommene Schraube sofort durch eine nachrutschende Schraube ersetzt wird. Sobald
das Magazin leer ist, wird es aus der Einschubtasche der Halterung 15a entfernt und
durch ein anderes ersetzt. Die Führung 60 nach Fig. 2 oder 70 nach Fig. 3 erleichtert
dabei das Einführen der Schraubnuß zwecks Entnahme einer Schraube.
[0022] Es ist auch ohne weiteres möglich und vorteilhaft, die Halterung selbst als Magazin
auszubilden, das dann nicht als Einschnitteil gefertigt ist. Vielmehr bleibt das Magazin
dann an Ort und Stelle und wird wieder gefüllt, sobald alle Schrauben verbraucht worden
sind. Das Befüllen erfolgt z.B. durch das Einsetzen der Schrauben von Hand, z.B. an
der offenen Rückseite des Magazins.
1. Kassettenartiges Magazin für Schrauben, bei dem die Schrauben in einer oder mehreren
Reihen nebeneinander angeordnet und über Entnahmeöffnungen mittels eines Antriebskopfes
eines motorischen Schraubers entnehmbar sind und bei dem ein Untersatz vorgesehen
ist zum Abstellen auf einem Untergrund, vorzugsweise in einer gegenüber dem Untergrund
geneigten Lage, dadurch gekennzeichnet, daß das Magazin (15) mindestens einen schachtartigen
Kanal (22, 22b, 50) aufweist, der sich annähernd in der Fallinie erstreckt und in
dem die Schrauben gleitend aufgenommen sind und dem unteren Ende des schachtartigen
Kanals eine einzige Entnahmeöffnung (29) zugeordnet ist.
2. Magazin nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Entnahmeöffnung ein Führungssegment
(60, 74) mit einer die Entnahmeöffnung teilweise umgebenden gerundeten Führungsfläche
(62, 75) zugeordnet ist, vorzugsweise auf der dem schachtartigen Kanal (22, 22b, 50)
gegenüberliegenden Seite.
3. Magazin nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,daß das Führungssegment (60) fest
angebracht ist.
4. Magazin nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,daß das Führungssegment (74) verschiebbar
angebracht und wahlweise zu einer von mehreren Entnahmeöffnungen (29) ausrichtbar
ist.
5. Magazin nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der schachtartige
Kanal (22, 22b, 50) parallele, beabstandete Gleitflächen (25, 25b, 51) aufweist,
auf denen sich die Köpfe der freihängenden Schraube abstützen.
6. Magazin nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der schachtartige
Kanal (22, 22b, 50) von einer oberen Abdeckung geschlossen wird.
7. Magazin nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahmeöffnungen
(29) in einem separaten Entnahmeblock (17) ausgebildet sind, der gegebenenfalls lösbar
mit dem Magazin (15) verbindbar ist.
8. Magazin nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Entnahmeblock Teil eines
Aufnahmeteils ist, in das das Magazin schubladenartig einschiebbar ist.
9. Magazin nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Untersatz
Führungsrollen oder Bolzen aufweist.