| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 406 783 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
24.05.1995 Patentblatt 1995/21 |
| (22) |
Anmeldetag: 03.07.1990 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: D21J 3/00 |
|
| (54) |
Verfahren zur Herstellung von Formteilen mit räumlicher Formgebung aus lignocellulosehaltigen
Fasern
Process for making hollow articles from lignocellulosic fibres
Procédé de fabrication d'objets creux à partir de fibres lignocellulosiques
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
| (30) |
Priorität: |
07.07.1989 DE 3922382 12.09.1989 DE 8910860 U
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
09.01.1991 Patentblatt 1991/02 |
| (73) |
Patentinhaber: FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER
ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V. |
|
80636 München (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Jagdt, Eckhard, Dipl.-Volkswirt
D-1000 Berlin 33 (DE)
- Buchholzer, Paul, Dipl.-Ing.
D-3301 Schwülper-Walle (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
CH-A- 183 698 DE-C- 855 196 GB-A- 261 529
|
DE-A- 2 644 487 DE-C- 879 354 US-A- 1 623 731
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formteilen mit räumlicher
Formgebung aus lignocellulosehaltigen Fasern gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Die Herstellung von Formteilen mit räumlicher Formgebung aus lignocellulosehaltigen
Spänen und Fasern erfolgt bei den geforderten Festigkeiten vorzugsweise im Preßverfahren,
d.h. an den Streuvorgang schließt sich der Vorgang des Pressens an. Die Festigkeiten
der so hergestellten Formteile reichen auch für größere Abmessungen. Es handelt sich
dabei meistens um kunstharzgebundene Formteile mit Harzanteilen von 4 bis 20%. Diese
Formteile sind teuer. Bei der Verbrennung solcher Formteile werden umweltbelastende
Stoffe emittiert. Beides ist nachteilig.
[0003] Daneben ist ein Gießverfahren bekannt, nach dem Formteile aus lignocellulosehaltigen
Fasern (poröse Faserplatten) ohne anschließendes Pressen hergestellt werden. Dabei
wird die Faser-Suspension in einen Gießkasten eingebracht und das überschüssige Wasser
anschließend mittels Vakuum oder durch Schwerkraft ausgetrieben. Diese Platten weisen
eine Festigkeit auf, die durch die geringe Materialdichte bedingt, nicht für eine
breite Palette von Anwendungen ausreicht. Werden daraus räumliche Formteile von größeren
Abmessungen hergestellt, in denen eventuell auch schwere Gegenstände transportiert
werden müssen, reichen die Festigkeiten nicht aus. Will man höhere Festigkeiten erreichen,
so müssen die Wandungen und der Boden solcher Formteile eine unverhältnismäßig große
Wandstärke aufweisen. Dies ist nachteilig, die Anwendbarkeit, bzw. Verwendbarkeit
solcher Formteile wird dadurch begrenzt. So ist z.B. die Sarg-Industrie darauf angewiesen,
Särge aus Massivholz herzustellen, da die Verwendung von Särgen aus lignocellulosehaltigen
Spänen und Fasern bisher aus den obengenannten Gründen (keine Emissionsfreiheit, hohe
Kosten, nicht ausreichende Festigkeiten) scheiterte.
[0004] Aus der US A -162 3731 ist eine Vorrichtung zur Herstellung von dünnwandigen Formteilen
aus celluosehaltigem Material bekannt. Als Ausgangsmaterial wird hier Papierzellstoff
verwendet. Da das Material sehr fein ist, sind für die Entwässerung des Materials
bei der Herstellung von dünnwandigen Teilen hohe Kräfte notwendig. Während des Herstellungsprozesses
wird das feine cellulosehaltige Material im unteren Absaugbereich so verdichtet, welches
das überschüssige Material, welcher darüber gestaut ist, nicht abgesaugt werden kann.
Deshalb müssen die aus diesem Material hergestellten Teile dünnwandig ausgestattet
werden; dickwandige Teile können nach diesem Verfahren überhaupt nicht entwässert
werden.
[0005] Es ist ein weiteres Herstellungsverfahren für Formteile aus lignocellulosehaltigen
Fasern bekannt (VDI-Nachrichten (Nr. 32/ 12. August 1988). Danach wird ein wässriger
Brei aus lignocellulosehaltigem Material in eine Gießform gegossen und das Wasser
anschließend mit Vakuum abgesaugt. Die Rohmasse trocknet in einem Trockenkanal. Bei
dieser Vorgehensweise ist es wichtig, daß das entstehende Druckgefälle gleichmäßig
über den ganzen Querschnitt der Form wirkt. Geschieht dies nicht, so entsteht ein
Formteil mit ungleichmäßiger Dicke und Materialdichteverteilung. Um dies zu vermeiden,
werden bei der Herstellung von Vliesen/Faserplatten entsprechende Leitbleche eingesetzt.
Bei Herstellung von Formteilen besteht diese Möglichkeit nicht. Somit weisen die nach
dem bekannten Verfahren hergestellten Formteile aus Faserguß ungenaue Abmessungen
und ungleiche Dichteverteilung auf. Dies ist nachteilig.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von Formteilen mit räumlicher
Formgebung aus lignocellulosehaltigen Fasern anzugeben nach dem das Formteil einfach
herzustellen ist und auch bei einer komplizierten Profilierung unter Einhaltung gleichmäßiger
Dichteverteilung und Abmessungen kontrollierbare Festigkeiten aufweist.
[0007] Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche
1 und 4 gelöst. Die Unteransprüche stellen vorteilhafte Weiterbildungen dar.
[0008] Durch die Herstellung des Formteiles nach dem erfindungsgemäßen Verfahren derart,
daß die Wasser-Bindemittel-Faser-Suspension unter Druck in eine Form eingebracht wird,
wird erreicht, daß ein Formteil mit gleichmäßiger Dichteverteilung sowohl im bodenseitigen
Abschnitt als auch in den Wandungen entsteht. Auch bei Formteilen mit einer komplizierten
Profilierung ist dadurch eine gleichmäßige Dichteverteilung im gesamten Formteil erreichbar.
Durch die variable Einstellung des Druckes und des zum Absaugen des Überschußwassers
notwendigen Unterdruckes wird ein Formteil mit gewünschter Festigkeit hergestellt.
Des weiteren ist durch die Druckanwendung erreichbar, daß die Stärke des Bodens und
der Wandungen kontrollierbar ist. Durch das Einbringen der Suspension durch Gießen
unter Druck und gleichzeitiges Absaugen des Überschußwassers mittels einer Vakuumpumpe
wird wesentlich weniger Vakuum benötigt, als beim Gießen ohne Druck. Somit sinkt der
Energiebedarf. Die durch Gießen mit Druckanwendung hergestellten Formteile weisen
keine Stellen auf, die nicht genügend verdichtet sind und dadurch die Festigkeit des
Formteiles senken. Durch die Anwendung des Druckes kann der Faserstoffgehalt der Suspension
erhöht werden, so daß das Volumen des einzubringenden Materials wesentlich kleiner
ist als beim Herstellungsvorgang ohne Druck. Das gesamte Herstellungsverfahren dauert
durch die Druckanwendung wesentlich kürzer als vergleichbare Verfahren ohne Druckanwendung.
Die Wirtschaftlichkeit des Herstellungsprozesses kann auf diese Weise also wesentlich
gesteigert werden. Außerdem werden bei gleichgroßen Formteilen bei Einbringen der
Suspension unter Druck kleinere Formabmessungen benötigt als beim Herstellungsvorgang
ohne Druckanwendung.
[0009] Gemäß Lösungsvorschlag des Anspruches 2 wird erreicht, daß der bodenseitige Abschnitt
des Formteiles getrennt von den Wandungen hergestellt werden kann. Dies ist besonders
dann von Vorteil, wenn z.B. der Boden andere Festigkeiten bzw. Materialdichte aufweisen
soll als die Wandungen. Weiterhin ist dieses Verfahren der Herstellung des Formteiles
in zwei Schritten besonders dann vorteilhaft, wenn es sich um Formteile mit einer
flächenmäßig großen Bodenausdehnung handelt.
[0010] In Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens kann so vorgegangen
werden, daß die in die Form eingebrachte Suspension zusätzlich mechanisch verdichtet
wird. Eine Möglichkeit der Ausführung des Verdichtungsvorganges ist das Absenken eines
Verdichtungsstempels in die Form. Die zusätzliche mechanische Verdichtung wird immer
dann gewählt, wenn an die herzustellenden Formteile besonders hohe Anforderungen bezüglich
Festigkeit und Dichte gestellt werden.
[0011] Die Dichte der erfindungsgemäßen Formteile beträgt vorzugsweise 150 kg/m³ bis 350
kg/m³. Die entsprechenden Biegefestigkeitswerte liegen zwischen 1,2 N/mm². Sie kann
durch die zu dosierende Fasermasse und die Wahl des anzuwendenden Druckes und Unterdruckes
bestimmt werden. Diese vorgegebene Materialdichte kann nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren genau eingehalten werden.
[0012] Gemäß dem Lösungsvorschlag des Anspruches 4 ist ein Herstellungsverfahren für Formteile
mit räumlicher Formgebung aus lignocellulosehaltigen Fasern angegeben, bei dem die
in eine Form eingebrachte Suspension zweimal verdichtet wird. Die einzelnen Verdichtungsvorgänge
sind unabhängig voneinander; der erste Verdichtungsvorgang dient zur Verdichtung des
bodenseitigen Abschnittes des Formteiles, der zweite Verdichtungsvorgang dient zur
Verdichtung der Wandungen des herzustellenden Formteiles. Die Dichte der Wandungen
und des bodenseitigen Abschnittes kann gleich oder unterschiedlich sein. Auch die
Festigkeiten dieser beiden Teile des Formteiles können gleich oder unterschiedlich
sein. Dies ist durch die Verwendung des zweistufigen Verdichtungsvorganges einfach
erreichbar. Die mechanische Verdichtung erfolgt mittels in die Form absenkbarer Stempel.
Dabei ist der erste in die Form absenkbare Stempel, welcher zur Verdichtung des bodenseitigen
Abschnittes dient, so gewählt, daß er gleichzeitig als Rohform für die Wandungen dient.
Die Variation der Dickenabmessungen des bodenseitigen Abschnittes und der Wandungen
ist entweder durch entsprechende Verfahrwege der Stempel realisierbar oder durch Einsatz
verschiedener Stempel. Die erstgenannte Alternative ist besonders kostengünstig und
vorrichtungsmäßig einfach.
[0013] Das Austreiben des Wassers findet statt durch Schwerkraft oder Vakuum.
[0014] Die Trocknung des Teiles findet vorzugsweise bei 180° C statt. Bei Teilen von einer
mittleren Wandstärke von etwa 2cm beträgt die Trocknungszeit ca. eineinhalb bis zwei
Stunden. Verbleibt das Formteil während des Trocknungsprozesses in der Außen- oder
auf der Innenform, so werden die durch die Zugspannungen während der Trocknung auftretende
konvexe Wandverformungen in Richtung Formteilmitte verhindert.
[0015] Die Wirtschaftlichkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nicht zuletzt wesentlich
dadurch gesteigert, daß die Wasser-Bindemittel-Suspension im Recyclingverfahren verwendet
wird. Die zur Herstellung der Formteile verwendete Faser-Suspension kann aus 100%
Defibrator-Holzfaserstoff mit pflanzlichen Bindemitteln bestehen. Es ist vorteilhaft,
wenn das Binde- und Klebemittel mit Wasser eine neutrale kolloidale Lösung bildet,
wobei zugleich die Funktion eines Suspendiermittels erfüllt wird.
[0016] Die nach den erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Formteile weisen die bereits
beschriebenen Vorteile auf, wie gleichmäßige Dichteverteilung im gesamten Formteil,
gleichmäßige Festigkeit im gesamten Formteil oder gleichmäßige Dichte und Festigkeitsverteilung
nur im Bodenabschnitt bzw. nur in den Wandungen, d.h. eine gezielte Verstärkung eines
Teiles des Formteiles ist möglich.
[0017] Sollte das Formteil noch weitere Versteifungen aufweisen, so ist die Einlegung von
bodenseitigen bzw. seitlichen Armierungen beim Herstellungsprozeß nicht problematisch.
[0018] Die erfindungsgemäßen Verfahren sind nicht auf Herstellung von Formteilen kleinerer
Abmessungen beschränkt. Es können Formteile hergestellt werden, die eine komplizierte
Profilierung aufweisen und eine Größenordnung von einigen Metern besitzen. Dies ist
dadurch möglich, weil aufgrund der Druckanwendung bzw. der Verdichtung während des
Herstellungsprozesses wesentlich höhere Festigkeiten des Formteiles erreicht werden
als beim Herstellen ohne Druck und ohne Verdichtung. Außerdem kann die Festigkeit
des Formteiles durch die Variation des Drucks und des Unterdruckes den Anforderungen
entsprechend eingestellt werden.
[0019] Die Bearbeitung des fertigen Formteiles ist wie bei Massivholz möglich.
[0020] Die erfindungsgemäßen Verfahren können bevorzugt zur Herstellung von Formteilen für
die Sargindustrie angewendet werden. Daneben eignen sich diese Verfahren zur Herstellung
von Formteilen für die Verpackungsindustrie, dem Gärtnereibedarf oder Isolationszwecke.
[0021] Die Form zur Herstellung der Formteile besteht aus zwei Teilen, einer Innen- und
einer Außenform. Diese vorteilhafte Ausbildung kommt besonders dann zum Tragen, wenn
unter Beibehaltung der äußeren Abmessungen, die Wanddicke bzw. die Bodendicke des
Formteiles variiert werden soll. Die Außenform besitzt vorteilhaftenweise bodenseitige
und seitliche Perforationen. Diese erlauben einen einfache Entwässerungsvorgang durch
Unterdruck oder Schwerkraft.
[0022] Zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 3 ist eine Einrichtung notwendig, die
einen Stempel aufweist, welcher von oben in eine seitlich und/oder bodenseitig perforierte
Außerform absenkbar ist. Gleichzeitig hat dieser Stempel die Funktion der Begrenzung
des Füllraumes für die Suspension.
[0023] Zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 4 ist eine Einrichtung vorgesehen,
die eine mit bodenseitigen und seitlichen Perforationen versehene Außenform und einen
von oben in diese absenkbaren Gießstempel aufweist. Der Gießstempel verdichtet den
bodenseitigen Abschnitt und stellt mit der Außenform zusammenwirkend eine Rohkontur
für die Wandungen des Formteiles dar. Zur Verdichtung der Wandungen ist ein weiterer
in die Außenform absenkbarer Stempel vorgesehen.
[0024] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Verfahren sind in den nachfolgenden Zeichnungen
dargestellt. Es zeigen:
- Fig.1
- Eine schematische Darstellung des Verfahrensablaufes beim Einbringen der Suspension
unter Druck mit einer gleichzeitigen mechanischen Verdichtung.
- Fig.2
- Eine schematische Darstellung des Verfahrensablaufes bei Herstellung der Formteile
mit zweimaliger Verdichtung.
[0025] Die Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist einen Gießkasten 1, bestehend
aus einem Unterteil 1' und Oberteil 1'', eine mit seitlichen und bodenseitigen Perforationen
versehene Außenform 2 und einen Verdichtungsstempel 3 auf. An dem Gießkasten 1 sind
Zufuhrkanäle 4 für die Eingabe der Suspension vorgesehen. Es ergibt sich folgender
Verfahrensablauf: Die Suspension 5 wird durch die Kanäle 4 in die Außenform 2 unter
Druck eingegeben. Ist der Füllraum 5', der durch die Wandungen der Außenform 2 und
die Innenwandungen des Stempels 3 begrenzt ist, mit Suspension gefüllt, so wird der
Stempel 3 abgesenkt, die Suspensionszufuhr wird unterbrochen. Gleichzeitig wird das
überschüssige Wasser aus der Suspension 5 mittels Unterdruck ausgetrieben, was durch
die in der Außenform 2 angebrachten Perforationen erleichtert wird. Das so hergestellte
Formteil 6 wird anschließend bei erhöhter Temperatur getrocknet und wärmevergütet.
[0026] Zur Durchführung des in Fig. 2 dargestellten Verfahrensablaufes weist die Einrichtung
folgende Bestandteile auf: Einen Mischer 7, eine Dosierpumpe 8, eine in einem Gießkasten
9 angebrachte, bodenseitig und seitlich perforierte Außenform 10, einen Abscheider
11, einen Vakuumvorratsbehälter 12, eine Vakuumpumpe 13, einen Gießstempel 14, einen
Preßstempel 15, eine gesonderte, perforierte Innenform 16 und einen Trockenschrank
17 auf. Der Verfahrensablauf ist folgender: Aus den Bestandteilen Wasser (A), Fasern
(B), und Bindemittel (C) unter Zugabe des ausgetriebenen Wassers mit Bindemittelanteilen
(D) wird eine Suspension im Mischer 7 hergestellt. Die Suspension wird in die perforierte
Außenform 10 gegossen, die zwischen das Ober- und Unterteil des Gießkastens 9 eingelegt
ist. Nachdem die eingegebene Suspensionsmenge für den Bodenabschnitt ausreichend ist,
wird der Gießvorgang unterbrochen und die Sedimentation der Fasern abgewartet, bis
kein Wasser mehr aus dem Abscheider 11 fließt. Der Gießstempel 14 wird zentrisch in
die Außenform 10 eingelegt, wobei durch sein Eigengewicht und/oder einen mechanischen
Druck das gegossene Faserfließ verdichtet wird. Durch diesen Vorgang wird der Formteilboden
18 hergestellt. Anschließend werden Formteilwandungen 19 durch das Gießen der Suspension
in den Zwischenraum zwischen der Außenkontur des Gießstempels 14 und der Innenkontur
der Außenform 10 bis zu der Höhe, wo der Gießstempel 14 die größte Breite aufweist,
hergestellt. Die Sedimentation der Fasern wird abgewartet, bis kein Wasser mehr aus
dem Abscheider 11 fließt. Der Gießstempel 5 wird jetzt aus der Form herausgenommen
und der Preßstempel 15 eingefahren. Durch den mechanischen Druck werden ausschließlich
die Wandungen 19 des Formteiles verdichtet. Sobald der Preßstempel auf dem Gießkasten
9 aufliegt, wird Vakuum angelegt und das Formteil 20 durch Anlegung von Unterdruck
entwässert. Hierdurch sinken die Faserrückstellkräfte des Formteiles 20, so daß am
Ende des Herstellungsvorganges kein mechanischer Druck mehr erforderlich ist. Zu diesen,
Zeitpunkt wird das Vakuum abgeschaltet und der Preßstempel 15 herausgenommen. Das
Formteil 20 wird nochmals mittels Vakuum entwässert. Anschließend wird das Formteil
20 mit der Außenform 10 aus dem Gießkasten 9 herausgenommen und auf eine perforierte
Innenform 16 aufgelegt. Die perforierte Außenform 10 kann nun zur Herstellung eines
weiteren Formteiles eingesetzt werden. Auf der Innenform 16 aufgelegt, wird das Formteil
20 wärmevergütet.
1. Verfahren zur Herstellung von aus einem Bodenabschnitt und einem oder mehreren Wandungabschnitten
bestehenden dickwandigen Formteilen mit geringer Materialdichte mit räumlicher Formgebung
aus lignocellulosehaltigen Fasern mit pflanzlichen Bindemitteln, dadurch gekennzeichnet, daß eine Wasser-Bindemittel-Faser-Suspension (5) unter Druck in eine Form (2) eingebracht
wird und daß das Wasser und die in diesem eingebundenen Bindemittel mittels Unterdruck
weitgehend ausgetrieben werden und das Formteil (6) bei einer Temperatur von etwa
180° getrocknet und vergütet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zuerst die Suspension (5) für den Formteilboden unter Druck in die Form (2)
eingebracht wird und das Wasser, samt der darin eingebundenen Bindemittel, mittels
Unterdruck weitgehend ausgetrieben wird und dann weitere Suspension für die Wandungen
in die Form unter Druck eingebracht und durch Unterdruck entwässert wird und anschließend
das Formteil (6) bei einer Temperatur von etwa 180° C getrocknet und vergütet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in die Form (2) eingebrachte Suspension (5) zusätzlich mechanisch verdichtet
wird.
4. Verfahren zur Herstellung von aus einem Bodenabschnitt und einem oder mehreren Wandungsabschnitten
bestehenden dickwandigen Formteilen mit geringer Materialdichte mit räumlicher Formgebung
aus lignocellulosehaltigen Fasern mit pflanzlichen Bindemitteln, dadurch gekennzeichnet, daß eine Wasser-Bindemittel-Faser-Suspension in eine Form (10) eingebracht wird
und die eingebrachte Menge, die etwa für die Herstellung des bodenseitigen Abschnittes
(18) ausreichend ist, nach Austreiben des Wassers mechanisch verdichtet wird und,
daß danach weitere Suspension, deren Menge für die Herstellung der Wandabschnitte
(19) ausreichend ist, in die Form (10) eingebracht und nach Austreiben des Wassers
mechanisch verdichtet wird und daß das überschüssige Wasser aus dem gesamten Formteil
(20) durch Unterdruck ausgetrieben und das Formteil (20) anschließend vergütet und
getrocknet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Verdichtung mittels in die Form (2, 10) absenkbarer Stempel
(3, 14, 15) erfolgt.
6. Verfahren nach einem oder mehreren Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das ausgetriebene Wasser samt der darin eingebundenen Bindemittel (D) für eine
neu herzustellende Wasser-Bindemittel-Suspension (A, B, C, D) verwendet wird.
7. Dickwandiges Formteil mit räumlicher Formgebung und geringer Materialdichte, bestehend
aus lignocellulosehaltigen Fasern, vorzugsweise 100% Defibrator-Holzfaserstoff mit
pflanzlichen Bindemitteln, insbesondere Stärke und/oder Methylcellulose erhältlich durch Einbringen von Wasser-Bindemittel-Faser-Suspension (5) unter Druck in eine
Form (2), Austreiben des Wassers und der in diesem eingebundenen Bindemittel aus der
Suspension (5) durch Unterdruck und anschließende Trocknung und Wärmevergütung des
Formteiles (6) bei einer Temperatur von etwa 180°.
8. Dickwandiges Formteil mit räumlicher Formgebung und geringer Materialdichte, bestehend
aus einem bodenseitigen Abschnitt und einem oder mehreren Wandungsabschnitten aus
lignocellulosehaltigen Fasem mit pflanzlichen Bindemitteln erhältlich durch das Einbringen von Wasser-Bindemittel-Faser-Suspension in eine Form (10), in
einer Menge die für die Herstellung des bodenseitigen Abschnittes (18) ausreichend
ist, Austreiben des Wassers aus der Suspension, mechanische Verdichtung derselben,
Einbringen weiterer Suspension in die Form in einer Menge, die zur Herstellung der
Wandungsabschnitte (19) ausreichend ist, Austreiben des Wassers, mechanische Verdichtung
der Wandungsabschnitte (19), Austreiben des Wassers aus dem gesamten Formteil (20)
durch Unterdruck und anschließende Vergütung und Trocknung.
9. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Form eine bodenseitig und seitlich perforierte Außenform (2) und einen,
von oben in diese absenkbaren, eine Begrenzung für den Füllraum (5) der Form darstellenden
Stempel (3) aufweist.
10. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine bodenseitig und seitlich performierte Außenform (10) und ein in diese von
oben absenkbarer Gießstempel (14) vorgesehen sind und daß zwischen den Wandungen der
Außenform (10) und denen des Gießstempels (14) ein Raum vorhanden ist, der der Rohformkontur
der Wandungen (19) des Formteiles (20) entspricht und daß ein weiterer, in die Außenform
(10) von oben absenkbarer Preßstempel (15) vorgesehen ist, dessen Kontur so gewählt
ist, daß der Raum zwischen seinen Wandungen und denen der Außenform (10) der entgültigen
Form des Formteiles (20) entspricht.
1. Method of producing thick-walled formed elements consisting of a bottom portion and
one or several wall segments and presenting a small materials density with three-dimensional
shaping of lignocellulose-bearing fibres with vegetable bonding agents, characterized in that a suspension of a water, bonding agents and fibers (5) is introduced under pressure
into a mold (2), and that the water and the bonding agents bonded therein are largely
expelled by means of vacuum whereupon the formed element (6) is dried and treated
at a temperature of 180 °C approximately.
2. Method according to claim 1, characterized in that first said suspension (5) for the bottom of the formed element is introduced
under pressure into said mold (2) and that the water, inclusive of the bonding agent
bonded therein, is largely expelled by means of vacuum, whereupon another suspension
quantity for the walls is introduced under pressure into said mold and is dehydrated
by vacuum, and that subsequently the formed element (6) is dried and treated at a
temperature of 180 °C approximately.
3. Method according to claim 1, characterized in that the suspension (5) introduced into said mold (2) is subjected to additional
mechanical compression.
4. Method of producing thick-walled formed elements consisting of a bottom segment and
one or several wall segments and presenting a small materials density with three-dimensional
shaping of lignocellulose-bearing fibres with vegetable bonding agents, characterized in that a suspension of a water, bonding agents and fibers (5) is introduced under pressure
into a mold (10) and that, following the expulsion of water, the introduced quantity,
which is sufficient approximately for producing the bottom-side segment (18), is subjected
to mechanical compression, and that subsequently another quantity of suspension, which
is sufficient for producing the wall segments (19), is introduced into said mold (10)
and, following the expulsion of the water, is subjected to mechanical compression,
and and that the excess water is expelled from the entire formed element (20) by vacuum,
whereupon whereupon the formed element (20) is dried and treated.
5. Method according to claim 3 or 4, characterized in that the mechanical compression is carried out by means of rams (3, 14, 15) adapted
to be lowered into said mold (2, 10).
6. Method according to one or several of claims 1 to 5, characterized in that the expelled water, inclusive of the bonding agents (D) bonded therein, is
used for a water/bonding agent suspension (A, B, C, D) to be freshly produced.
7. Thick-walled formed element with three-dimensional shaping and a small materials density,
consisting of lignocellulose-bearing fibers, preferably 100% defibrator wood-fiber
material, with vegetable bonding agents, in particular starch and/or methyl cellulose,
realizable by introducing, under pressure, a suspension (5) of water, bonding agents, fibers
into a mold (2), expelling the water and the bonding agents bonded therein from said
suspension by means of vacuum, and by subsequently drying and heat-treating said formed
element (6) at a temperature of 180°C approximately.
8. Thick-walled formed element with three-dimensional shaping and a small materials density,
consisting of a bottom-side segment and one or several wall segments of lignocellulose-bearing
fibers with vegetable bonding agents, realizable by introducing, under pressure, a suspension (5) of water, bonding agents, fibers
into a mold (2), in a quantity sufficient for producing the bottom-side segment (18),
by expelling the water from said suspension, by mechanically compressing same, by
introducing another quantity of suspension into said mold in a quantity sufficient
for producing the wall segments (19), by expelling the water, by mechanically compressing
said wall segments (19), by expelling the water from the entire formed element (20)
by means of vacuum, and by subsequent treatment and drying.
9. Device for carrying out the method according to Claim 3, characterized in that said mold comprises an outside mold (2) at the bottom side with lateral perforations,
and a ram (3) adapted to be lowered from above into said mold and constituting a definition
of the charging space (5) of said mold.
10. Device for carrying out the method according to Claim 4, characterized in that an outside mold (10) at the bottom side and having lateral perforations,
as well as a casting ram (14) are provided, with the latter being adapted to be lowered
from above into said mold, and that between the walls of said outside mold (10) and
those of said casting ram (14) a space is provided which conforms to the contour of
the rough shape of said walls (19) of said formed element (20), and that another ram
(15) is provided which is adapted to be lowered from above into said outside mold
(10) and which has a contour so selected that the space between its walls and those
of said outside mold (10) corresponds to the final shape of said formed element (20).
1. Procédé de fabrication de pièces moulées à parois épaisses composées d'un fond et
d'une ou plusieurs parties de paroi, avec une faible densité de matière d'une forme
tridimensionnelle, à l'aide de fibres lignocellulosiques additionnées d'un liant végétal,
caractérisé en ce qu'on introduit une suspension eau/liant/fibres (5) sous pression
dans un moule (2) et on expulse dans une très large mesure l'eau et le liant qu'il
contient par dépression et on sèche et on traite thermiquement la pièce moulée (6)
à une température d'environ 180°.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on introduit tout d'abord la
suspension (5) du fond de la pièce, sous pression dans le moule (2) puis on expulse
l'eau ainsi que le liant qu'elle contient, en appliquant une dépression puis on introduit
une autre quantité de suspension pour les parois dans le moule en appliquant une pression
et on évacue l'eau sous les pressions puis on sèche la pièce moulée et on la traite
thermiquement à une température d'environ 180°.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la suspension (5) introduite
dans le moule (2) est en outre comprimée mécaniquement.
4. Procédé de fabrication de pièces moulées à parois épaisses formées d'un fond et d'une
ou plusieurs parties de paroi, avec une faible densité de matière et une forme tridimensionnelle,
en fibres lignocellulosiques, avec des liants végétaux, caractérisé en ce qu'on introduit
dans le moule (10) une suspension eau/liant/fibres, et cette quantité introduite qui
est suffisante sensiblement pour la fabrication de la partie de fond (18) est comprimée
mécaniquement après expulsion de l'eau puis on introduit une autre quantité de suspension,
suffisante pour la fabrication des parties de paroi (19), dans le moule (10) et après
expulsion de l'eau on comprime mécaniquement et l'eau en excédent est expulsée de
l'ensemble de la pièce moulée (20), par dépression puis on traite thermiquement la
pièce moulée (20) et on la sèche.
5. Procédé selon les revendications 3 ou 4, caractérisé en ce que la compression mécanique
se fait à l'aide d'un poinçon (3, 14, 15) qui s'abaisse dans le moule (2, 10).
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'eau
expulsée ainsi que le liant (D) qu'elle contient est utilisée pour fabriquer une nouvelle
suspension eau/liant (A, B, C, D).
7. Pièce moulée à parois épaisses à forme tridimensionnelle et faible densité de matière,
formée de fibres lignocellulosiques de préférence 100 % de fibres de bois de défibration
avec des liants végétaux, notamment de l'amidon et/ou de la méthylcellulose, par introduction
d'une suspension eau/liant/fibres (5) sous pression dans un moule (2), expulsion de
l'eau et du liant contenu dans l'eau, de la suspension (5) sous dépression puis séchage
et traitement thermique de la pièce moulée (6) à une température environ de 180°.
8. Pièce moulée à parois épaisses à forme tridimensionnelle et faible densité de matière,
composée d'une partie de fond et d'une ou plusieurs parties de paroi en fibres lignocellulosiques
à liants végétaux, par introduction de la suspension eau/liant/fibres dans un moule
(10), sur une quantité suffisante pour fabriquer la partie de fond (18), expulsion
de l'eau de la suspension, compression mécanique, introduction d'une autre quantité
de suspension suffisante pour fabriquer les parties de paroi (19), expulsion de l'eau,
compression mécanique des parties de paroi (19), expulsion de l'eau de l'ensemble
de la pièce moulée (20), par dépression puis traitement thermique et séchage.
9. Installation pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 3, caractérisée
en ce que le moule comprend un moule extérieur (2) perforé dans son fond et ses parois
latérales et d'un poinçon (3), qui descend dans la chambre de remplissage (5) du moule
et qui constitue une limite pour cette chambre.
10. Installation pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 4, caractérisée
par un moule extérieur perforé au niveau du fond et des parois latérales et d'un Poinçon
de coulée (14) qui descend dans le moule extérieur et en ce que les parois du moule
extérieur (10) et celles du poinçon de coulée (14) délimitent un volume qui correspond
au contour extérieur brut des parois (19) de la pièce moulée (20) et un autre poinçon
de pression (15) est prévu pour descendre dans le moule extérieur (10) et dont le
contour est choisi pour que le volume compris entre ces parois et celles du moule
extérieur (10) correspondent à la forme définitive de la pièce moulée (20).

