(19)
(11) EP 0 407 338 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.01.1991  Patentblatt  1991/02

(21) Anmeldenummer: 90810453.2

(22) Anmeldetag:  21.06.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E04F 13/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GR IT

(30) Priorität: 26.06.1989 CH 2366/89

(71) Anmelder: ANCOTECH AG
CH-8165 Schöfflisdorf (CH)

(72) Erfinder:
  • Moesch, Thomas
    CH-8105 Regensdorf (CH)

(74) Vertreter: Werffeli, Heinz R., Dipl.-Ing.ETH. 
Postfach 275 Waldgartenstrasse 12
CH-8125 Zollikerberg-Zürich
CH-8125 Zollikerberg-Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verankerungssystem und Anwendung desselben


    (57) Dieses Verankerungssystem dient zur Befestigung von Fassa­denverkleidungselementen (1) an einer Hausfassade (2). Es ist mit einer Mehrzahl von Tragschienen (3) sowie einer Mehr­zahl von die letzteren mit den Fassadenverkleidungselementen (1) verbindenden Trag- und Halteankern (5,6) versehen.
    Die Tragschienen (3) sind mit je einer in ihrer Längsrich­tung verlaufenden ersten Aufnahme- und Führungsnut (7) ver­sehen. Die Halteanker (6) sind zu ihrer einfachen Montage auf dem Bau derart ausgebildet, dass sie in einer quer zur Tragschienenlängsachse verlaufenden Ebene von vorne in Rich­tung des Pfeiles A in diese erste Nut (7) einführbar, inner­halb dieser längs derselben stufenlos verschiebbar und dieser in eine formschlüssige Position (dargestellt) beweg­bar sind, so dass sie in vertikaler Richtung zur Fassadenver­kleidungselementenebene formschlüssig arretiert sind.
    Für die Traganker (5) sind auf beiden Seiten der ersten Aufnahme- und Führungsnut (7) je eine zweite und dritte, symmetrisch zueinander und zur ersten Nut (7) verlaufende Führungs- und Aufnahmenut (8,9) zur in horizontaler Richtung seitlich formschlüssigen Aufnahme des nach hinten gerichte­ten freien Endes der Traganker (5) vorgesehen. Die letzteren werden in ihrer gewünschten Position und in der zweiten oder dritten Nut (8,9) festgelegt, z.B. mittels Selbstbohrschrau­ben (11) fest mit den Tragschienen (3) verbunden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verankerungssystem zur Befesti­gung von Fassadenverkleidungselementen an Hausfassaden, mit einer Mehrzahl von Tragschienen sowie einer Mehrzahl von die letzteren mit den Fassadenverkleidungselementen verbindenden Trag- und/oder Halteankern, sowie eine Anwendung dieses Ver­ankerungssystems.

    [0002] Es sind bereits Verankerungssysteme der eingangs genannten Art bekannt, die als Tragschienen gelochte U-Profile verwen­den, wobei diese U-Profile über Distanzier- und Halteele­mente mit ihren Schenkeln parallel zur Hausfassadenebene verlaufend an der Hausfassade befestigt werden. Solche Trag­schienen weisen die Nachteile auf, dass deren Herstellung durch die erforderliche Lochung relativ teuer in Herstellung ist, dass die Verstellung der Trag- und/oder Halteanker infolge der zu deren Befestigung vorgesehenen Lochung nicht stufenlos möglich ist, und dass die Befestigung der Trag- und/oder Halteanker an diesen ein U-Profil aufweisenden Tragschienen nur von der einen Seite des Profils her, das heisst von der Basis des U-Profils her, an letzterem möglich ist, so dass vor der Montage der Tragschienen immer genau überlegt werden muss, von welcher seitlichen Richtung her nachher die Trag- und/oder Halteanker bzw. die Fassaden­verkleidungselemente an diesen Tragschienen befestigt werden sollen, da eine spätere Änderung der Montagerichtung der Fassadenverkleidungselemente bei bereits montierten Trag­schienen nicht mehr möglich ist.

    [0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist insbesondere die Schaffung eines Verankerungssystems das diese Nachteile nicht aufweist, das heisst bei dem im Strangpressverfahren einfach herstellbare Tragschienen verwendet werden können, und bei denen die Trag- und/oder Halteanker von beiden seit­lichen Richtungen der Tragschienen stufenlos an diesen be­festigt werden können.

    [0004] Diese Aufgabe wird bei einem Verankerungssystem der eingangs genannten Art erfindungsgemäss nach dem Kennzeichen des Pa­tentanspruchs 1 gelöst.

    [0005] Vorteilhafte Weiterausgestaltungen des erfindungsgemässen Verankerungssystems sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 9.

    [0006] Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Anwendung des er­findungsgemässen Verankerungssystems gemäss Anspruch 10.

    [0007] Nachstehend wird die Erfindung anhand der Zeichnung bei­spielsweise erläutert. Es zeigt:

    Fig.1 eine Frontansicht auf eine erste beispielsweise Aus­führungsform eines erfindungsgemässen Verankerungssy­stems;

    Fig.2 eine Seitenansicht auf das in Figur 1 dargestellte Verankerungssystem;

    Fig.3 einen Schnitt längs der Linie III-III in Figur 1;

    Fig.4 einen Schnitt längs der Linie IV-IV in Figur 1;

    Fig.5 in vergrössertem Massstab eine Frontansicht auf einen in Figur 1 dargestellten, in einer Tragschiene einge­hängten Halteanker;

    Fig.6 eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten De­tails;

    Fig.7 einen Schnitt längs der Linie VII-VII in Figur 5;

    Fig.8 in vergrössertem Massstab eine Frontansicht auf einen in Figur 1 dargestellten, in einer Tragschiene einge­hängten Traganker;

    Fig.9 eine Seitenansicht des in Figur 8 dargestellten De­tails;

    Fig.10 einen Schnitt längs den Linien X-X in Figur 8;

    Fig.11 eine Frontansicht auf eine zweite beispielsweise Aus­führungsform eines erfindungsgemässen Verankerungssy­stems mit den gleichen Tragschienen wie in den Figu­ren 1 bis 3;

    Fig.12 eine Seitenansicht auf das in Figur 11 dargestellte Verankerungssystem;

    Fig.13 einen Schnitt längs der Linie XIII-XIII in Figur 11;

    Fig.14 in vergrössertem Massstab eine Frontansicht auf einen in Figur 11 dargestellten, in einer Tragschiene ein­gehängten Traganker;

    Fig.15 eine Seitenansicht des in Figur 14 dargestellten De­tails;

    Fig.16 einen Schnitt längs der Linie XVI-XVI in Figur 14;

    Fig.17 in vergrössertem Massstab analog zu Figur 14 eine Frontansicht auf einem in einer Tragschiene eingehäng­ten Halteanker;

    Fig.18 eine Seitenansicht des in Figur 17 dargestellten De­tails; und

    Fig.19 einen Schnitt längs der Linie XIX-XIX in Figur 17.



    [0008] Nachstehend wird eine erste beispielweise Ausführungsform eines erfindungsgemässen Verankerungssystems zur Verankerung von Fassadenverkleidungselementen 1 an einer Hausfassade 2 anhand der Figuren 1 bis 9 näher beschrieben.

    [0009] Das in diesen Figuren 1 bis 9 dargestellte Verankerungssy­stem weist eine Mehrzahl von vertikal verlaufend angeordne­ten Tragschienen 3 sowie eine Mehrzahl von die letzteren mit den Fassadenverkleidungselementen verbindenden, in den Ver­tikalfugen 4 der Fassadenverkleidung angeordneten Trag- und Halteankern 5 und 6 auf.

    [0010] Die Tragschienen 3 sind dabei auf ihrer Vorderseite, das heisst auf ihrer von der zu verkleidenden Hausfassade 2 ab­gewandten Seite mit einer ersten in ihrer Längsrichtung ver­laufenden, von vorne zugänglichen Aufnahme- und Führungsnut 7 versehen, die zur Aufnahme der Halteanker 6 dient. Dabei ist die Form der Aufnahmenuten 7 sowie des in diese einzu­führenden Teiles der Halteanker 6 derart, dass dieser Teil der letzteren in einer quer zur Tragschienenlängsachse verlaufenden Ebene, in schräger Ausrichtung und von vorne in diese Nuten 7 einführbar, innerhalb dieser längs diesen stu­fenlos verschiebbar und durch eine Verschwenkung in ihre in diesen Figuren dargestellte Einsatzlage in eine formschlüssi­ge Position bewegbar sind, in welcher sie in einer senkrecht zu der zu verkleidenden Hausfassade verlaufenden Richtung formschlüssig arretiert sind.

    [0011] Für die Traganker 5 sind auf beiden Seiten der ersten Aufnah­me- und Führungsnut 7 je eine zweite und dritte, symmetrisch zueinander und zur ersten Nut 7 verlaufende Führungs- und Aufnahmenut 8 respektive 9 vorgesehen, welche zur seitlich formschlüssigen Aufnahme des nach hinten gerichteten freien Endes der Traganker 5 dienen.

    [0012] Die symmetrische Ausbildung des Tragschienenprofils ermög­licht eine Montage der Traganker 5 und damit auch der Fas­sadenverkleidungselemente 1 von der linken oder von der rech­ten Seite der Tragschienen 3 her, das heisst die Montage­richtung der Fassadenverkleidungselemente 1 kann selbst nach erfolgter Montage der Tragschienen 3 an der zu verkleidenden Hausfassade 2 jederzeit beliebig gewechselt werden.

    [0013] Nach Einführung des hinteren Endteiles eines Tragankers 5 in die zweite bzw. dritte Nut 8 respektive 9 liegt der Trag­anker 5 mit seinem derart fixierten Schenkelteil an einer Anlagefläche 10 respektive 10′ des die erste Nut 7 des Trag­schienenprofils an und kann dort an einer beliebigen Stelle in Längsrichtung der Tragschiene 3 gesehen zum Beispiel mit Hilfe einer Selbstbohr- oder Selbstfurchschraube 11 fest mit der Tragschiene 3 verbunden werden.

    [0014] Wie insbesondere aus den Figuren 3,4,7 und 10 ersichtlich, weist das dargestellte Tragschienenprofil zur Vergrösserung seiner Einsatzmöglichkeiten auf seiner hinteren Längsseite eine weitere Aufnahme- und Führungsnut 12 auf, welche zum Beispiel bei einer Anordnung gemäss dem nachstehend anhand der Figuren 11 bis 19 beschriebenen Ausführungsbeispiel bei Anordnung der Trag- und Halteanker 13 in den Horizontalfugen 14 verwendet wird.

    [0015] Zu den vorangehend beschriebenen Teilen analoge Teile der nachstehend anhand der Figuren 11 bis 19 beschriebenen Aus­führungsbeispiele sind mit gleichen Uberweisungszeichen versehen, so dass sich eine nochmalige Beschreibung dieser Teile erübrigt.

    [0016] Wie aus den Figuren 11 und 13 ersichtlich, dienen die in den Horizontalfugen 14 angeordneten Anker 13 für das unmittelbar oberhalb diesem angeordnete Fassadenverkleidungselement 1 als Traganker und für das unmittelbar unterhalb diesem Anker 13 vorgesehene Fassadenverkleidungselement 1 gleichzeitig als Halteanker. Dabei weist der Anker 13, wie aus Fig. 14 er­sichtlich,einen quer in die Nut 12 einführbaren Haltelappen auf, dessen Breite b geringfügig geringer als die Breite der Nut 12 ist, so dass der Haltelappen 15 in der letzten leicht verschiebbar ist. Die Höhe h des Haltelappens 15 ist so bemessen, dass er bei einer Drehung des Ankers 13 um 90° gegenüber Figur 14 noch ohne Schwierigkeiten von der Vor­derseite der Tragschiene 3 her in die Nut 12 eingeführt und durch erneute Drehung des Ankers 13 in die in Figur 14 dar­gestellte Lage in dieser eingehängt werden kann.

    [0017] Nach Verschiebung des Ankers 13 längs der Nut 12 in die ge­wünschte Position wird der Haltelappen 15 mittels einer Selbstbohr- oder Selbstfurchschraube 11 fest mit dem Boden­ teil der Nut 12, das heisst mit der Tragschiene 3 verbunden.

    [0018] In den Figuren 17 bis 19 ist ein in der Nut 12 frei ver­schiebbarer Halteanker 16 dargestellt, bei dem der Haltelap­pen 15 zur Vermeidung eines übermässigen Kippmomentes fast in der Horizontalebene des Halteankers 16 angeordnet ist.

    [0019] Sämtliche Trag- und/oder Halteanker 5,6,13 und 15 sind mit Bolzen 17 zur Einhängung der Fassadenverkleidungselemente 1 versehen, und über herkömmliche Distanzier- und Haltelemente 18 mit der zu verkleidenden Hausfassade 2 fest verbunden.


    Ansprüche

    1. Verankerungssystem zur Befestigung von Fassadenverklei­dungselementen an Hausfassaden, mit einer Mehrzahl von Tragschienen sowie einer Mehrzahl von die letzteren mit den Fassadenverkleidungselementen verbindenden Trag- und/oder Halteankern, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschienen (3) je mit mindestens einer in ihrer Längs­richtung verlaufenden Aufnahme- und Führungsnut (7,8,9) versehen sind, dass mindestens ein Teil der Anker (6, 15) in einer quer zur Tragschienenlängsachse verlau­fenden Ebene in mindestens eine dieser Nuten (7,12) ein­führbar, innerhalb dieser längs diesen verschiebbar und in diesen in eine formschlüssige Position bewegbar sind, derart, dass sie in vertikaler Richtung zur Fassa­denverkleidungselementenebene formschlüssig arretiert sind, und dass mindestens ein Teil der Anker (5,13) mit­tels zusätzlicher Befestigungsmittel (11) mit den Trag­schienen (3) fest verbunden sind.
     
    2. Verankerungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, dass die Tragschienen (3) auf zwei einander gegen­überliegenden Längsseiten mit je mindestens einer Auf­nahme- und Führungsnut (7,12) versehen sind.
     
    3. Verankerungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, dass die Tragschienen (3) mit mindestens einer Längsnut (8,9) zur Unterfangung eines Schenkel­endes eines Tragankers (5) versehen und die letzteren mittels zusätzlicher Befestigungsmittel (11) fest mit den Tragschienen (3) verbunden sind.
     
    4. Verankerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschienen (3) aus einem ungelochten Schienenprofil, vorzugsweise aus einem Aluminium-Strangprofil, bestehen.
     
    5. Verankerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzlichen Befesti­gungsmittel aus Selbstbohr- und/oder Selbstfurch­schrauben (11) bestehen.
     
    6. Verankerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragschienenprofil bezüglich einer senkrecht zur Hausfassadenebene ver­laufenden Tragschienen-Mittelebene symmetrisch ausge­bildet ist.
     
    7. Verankerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschienen (3) mit zusätzlichen, in ihrer Längsrichtung verlaufenden Auf­nahmenuten zur formschlüssigen Aufnahme von weiteren Tragelementen oder mit diesen in Eingriff bringbaren Verbindungselementen versehen sind.
     
    8. Verankerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragschiene (3) ein wie aus der Zeichnung ersichtliches Querschnittsprofil aufweist.
     
    9. Verankerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Trag- und/oder Halte­ anker (5,6; 13) eine wie aus der Zeichnung ersichtliche Form aufweist.
     
    10. Anwendung des Verankerungssystems nach einem der An­sprüche 1 bis 7 zur Verankerung von Fassadenverklei­dungselementen (1) in Horizontal- und/oder Vertikal­fugen einer Fassadenverkleidung.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht