[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von in Aufzugskabinen abgesetzten
Zielrufen bei Aufzugssteuerungen mit Sofortzuteilung der auf den Stockwerken abgesetzten
Zielrufe.
[0002] Es ist eine Zielrufsteuerung mit Stockwerkgebern und Kabinengebern für eine aus mehreren
Aufzügen bestehende Aufzugsgruppe nach US-PS 4 555 000 bekannt, bei der zugeteilte
Stockwerkzielrufe in den Aufzugskabinen angezeigt werden. In den Aufzugskabinen abgesetzte
Zielrufe werden ohne Rücksicht auf die zugeteilten Stockwerkzielrufe ausgeführt.
[0003] Der Nachteil dieser bekannten Zielrufsteuerung liegt darin, dass die mit der Sofortzuteilung
von Stockwerkzielrufen erreichte Optimierung der Leistungsfähigkeit durch die Kabinenzielrufe
beeinträchtigt wird.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, ein Verfahren zu schaffen, bei dem die Behandlung
von Kabinenzielrufen ohne Wirkung auf die durch die Sofortzuteilung der Stockwerkzielrufe
erreichte bessere Nutzung der Aufzugsanlagen erfolgt.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass die Wünsche einer Minderheit von Benutzern berücksichtigt werden, dass mit gezielter
Benutzerinformation der Kenntnisgrad über die Benutzung verbessert wird und dass sich
unerfahrene Benutzer die Handhabung von Aufzugsanlagen mit Sofortzuteilung autodidaktisch
aneignen können.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der am Verfahren beteiligten, aus den Aufzügen
1 ... n bestehenden Aufzugsgruppe,
Fig. 2a eine graphische Darstellung zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens
bei schwachem Verkehrsaufkommen,
Fig. 2b und Fig. 2c eine numerische Darstellung der in Fig. 2a graphisch dargestellten
Fahrten einer Aufzugskabine,
Fig. 3a eine graphische Darstellung zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens
bei mittlerem Verkehrsaufkommen,
Fig. 3b und Fig. 3c eine numerische Darstellung der in Fig. 3a graphisch dargestellten
Fahrten einer Aufzugskabine,
Fig. 4a eine graphische Darstellung zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens
bei hohem Verkehrsaufkommen,
Fig. 4b und Fig. 4c eine numerische Darstellung der in Fig. 4a graphisch dargestellten
Fahrten einer Aufzugskabine,
Fig. 5 eine schematische Darstellung der am Verfahren beteiligten Datenquellen und
Datensenken,
Fig. 6 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen,
Fig. 7 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen bei
schwachem Verkehrsaufkommen,
Fig. 8 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen bei
mittlerem Verkehrsaufkommen,
Fig. 9 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen bei
hohem Verkehrsaufkommen,
Fig. 10 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Bewertung und Eintragung von Kabinenrufen
und für die Ausgabe von Benutzerinformation und
Fig. 11 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Eintragung von Kabinenrufen und
für die Ausgabe von Benutzerinformation.
[0007] Der besseren Übersicht wegen werden im weiteren die Namen der Algorithmen und die
Namen der Einrichtungen der Fig. 1 ... 5 sowie die in der Spalte "Memo-Code" der Tab.
1 aufgeführten Kurzzeichen der Konstanten, Statusvariablen und Variablen als Bezugszeichen
verwendet. In den Fig. 6 ... 10 sind Schritte dargestellt, in denen geprüft wird,
ob Konstanten, Statusvariablen oder Variablen die dreieckförmig umrahmten Bedingungen
positiv oder negativ erfüllen. Ein positives Ergebnis einer Prüfung ist mit dem Bezugszeichen
J, ein negatives Ergebnis einer Prüfung ist mit dem Bezugszeichen N im jeweiligen
Prüfschritt gekennzeichnet.
[0008] In der Fig. 1 ist eine aus den Aufzügen 1 ... n bestehende Aufzugsgruppe mit den
Stockwerken E0 ... EN dargestellt. Auf den Stockwerken E0 ... EN sind Rufeinrichtungen
GEBER.E0 ... GEBER.EN und Anzeigeeinrichtungen ANZEIGE.E0 ...ANZEIGE.EN vorgesehen.
Eine mit MOTOR.1 bezeichnete Fördermaschine treibt eine Aufzugskabine KABINE.1 des
Aufzugs 1 an. Die Fördermaschine MOTOR.1 wird von einem Antriebssystem SYSTEM.1 mit
elektrischer Energie versorgt, das von einer Aufzugssteuerung STEUERUNG.1 gesteuert
wird. An der Aufzugskabine KABINE.1 ist eine Rufeinrichtung GEBER.1 und eine Anzeigeeinrichtung
ANZEIGE.1 angeordnet. Die Aufzüge 2; 3 ... n mit den Fördermaschinen MOTOR.2; MOTOR.3
... MOTOR.n, Antriebssystem SYSTEM.2; SYSTEM.3 ... SYSTEM.n, Aufzugssteuerungen STEUERUNG.2;
STEUERUNG.3 ... STEUERUNG.n und den Aufzugskabinen KABINE.2; KABINE.3 ... KABINE.n
entsprechen im Aufbau und in ihrer Funktionsweise dem Aufzug 1. Ein Prozessrechner
RECHNER steht mit den Rufeinrichtungen GEBER.E0 ... GEBER.EN, mit den Anzeigeeinrichtungen
ANZEIGE.E0 ... ANZEIGE.EN, mit den Rufeinrichtungen GEBER.1 ... GEBER.n, mit den Anzeigeeinrichtungen
ANZEIGE.1 ... ANZEIGE.n und mit den Aufzugssteuerungen STEUERUNG.1 ... STEUERUNG.n
in Verbindung. Ein im Prozessrechner RECHNER implementierter Algorithmus KONTROLLER.E
steuert die Zuteilung der auf den Stockwerken E0 ... EN abgesetzten Zielrufe. Ein
im Prozessrechner implementierter Algorithmus KONTROLLER.K steuert die Behandlung
der in den Aufzugskabinen KABINE.1 ... KABINE.n abgesetzten Zielrufe. Beide Algorithmen
haben freien Zugriff auf einen gemeinsamen Bereich REGION.
[0009] Zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens ist in den Fig. 2a, 3a und 4a eine
Aufzugsgruppe mit den Stockwerken E0 ... E7 dargestellt. Auf Stockwerk E3 werden in
der Aufzugskabine KABINE.1 die Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 abgesetzt. Ein nach oben
weisender Pfeil symbolisiert die Fahrtrichtung der Aufzugskabine KABINE.1. Eine kreisrund
umrahmte 1 weist auf eine Liste hin, in der die zugeteilten Stockwerkrufe der aktuellen
Halbrunde graphisch und in den Fig. 2b, 3b und 4b numerisch eingetragen sind. Eine
kreisrund umrahmte 2 weist auf eine Liste hin, in der die zugeteilten Stockwerkrufe
der nächsten Halbrunde graphisch und in den Fig. 2c, 3c und 4c numerisch eingetragen
sind. Aus drucktechnischen Gründen werden in der weiteren Beschreibung die Bezugszeichen
der beiden Listen ohne Kreise aufgeführt. Zugeteilte Stockwerkrufe sind in den Fig.
2a, 3a und 4a mit durchgezogenen Linien und behandelte Kabinenrufe mit unterbrochenen
Linien graphisch dargestellt. Beide Arten von Rufen sind in den Fig. 2c, 3c, 4c in
den Spalten START/ZIEL numerisch in die Liste 1 und Liste 2 eingetragen. Am Ende der
aktuellen Halbrunde wird die Liste 1 inhaltlich gelöscht und für Eintragungen der
künftigen nächsten Halbrunde verwendet. Gleichzeitig wird die Liste 2 zur Liste 1
der aktuellen Halbrunde gemacht.
[0010] In den Fig. 2a, 2b und 2c ist die Behandlung der Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 bei
schwachem Verkehrsaufkommen näher erläutert. Die Liste 1 der aktuellen Halbrunde enthält
eine Fahrt von Stockwerk E3 nach Stockwerk E7 und in die Liste 2 der nächsten Halbrunde
ist eine von einem Stockwerkruf verlangte Fahrt von Stockwerk E6 nach Stockwerk E2
eingetragen. Die von den Kabinenrufen K5 und K6 verlangten, der Aufzugskabine KABINE.1
vorausliegenden Fahrten von Stockwerk E3 nach Stockwerk E5 beziehungsweise E6 werden
bedingungslos in die Liste 1 eingetragen und ausgeführt. Auf die Absetzung der Kabinenrufe
KR5, KR6 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO3 mit dem Wortlaut
"Ruf wird ausgeführt." Der der Aufzugskabine KABINE.1 nachliegende Kabinenruf KR1
wird nicht ausgeführt, da die Fahrt über mehr als eine wählbare Anzahl Stockwerke,
im vorliegenden Beispiel sind es acht Stockwerke, führen würde. Auf die Absetzung
des Kabinenrufs KR1 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO1 mit
dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben".
[0011] In den Fig. 3a, 3b und 3c ist die Behandlung der Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 bei
mittlerem Verkehrsaufkommen näher erläutert. Die Liste 1 der aktuellen Halbrunde enthält
eine Fahrt E3/E7 und eine Fahrt E4/E7, die Liste 2 der nächsten Halbrunde eine Fahrt
E7/E2, eine Fahrt E4/E0 und eine Fahrt E2/E1. Die von den Kabinenrufen KR5 und KR6
verlangten Fahrten E3/E5 und E3/E6 werden mit zweiter Priorität behandelt und erst
in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt, falls dadurch die Fahrt nicht über mehr als
im vorliegenden Beispiel acht Stockwerke führt. Bei mittlerem Verkehrsaufkommen ergibt
sich somit für KR5 eine Fahrdistanz von sechs Stockwerken und für KR6 eine solche
von fünf Stockwerken. Die Liste 1 wird mit je einer Fahrt E3/E7 und die Liste 2 mit
einer Fahrt E7/E5 und einer Fahrt E7/E6 ergänzt. Auf die Absetzung der Kabinenrufe
KR5, KR6 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO2 mit dem Wortlaut
"Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt". Obwohl E1 ein Anhaltestockwerk ist,
wird KR1 nicht ausgeführt, weil die Fahrt E3/E7/E1 über mehr als acht Stockwerke führt.
Auf die Absetzung des Kabinenrufs KR1 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation
INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu
eingeben".
[0012] In den Fig. 4a, 4b und 4c ist die Behandlung der Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 bei
hohem Verkehrsaufkommen näher erläutert. Die Liste 1 der aktuellen Halbrunde enthält
die Fahrten E3/E5, E3/E7, E4/E7, E4/E7. In der Liste 2 der nächsten Halbrunde sind
die Fahrten E7/E3, E6/E2, E6/E2 und E6/E1 eingetragen. Die von den Kabinenrufen KR5
und KR6 verlangten Fahrten E3/E5 und E3/E6 werden nur ausgeführt, wenn in der Liste
1 oder in der Liste 2 die entsprechenden Anhaltestockwerke bereits eingetragen sind.
Im vorliegenden Beispiel ist E5 ein in der Liste 1 und E6 ein in der Liste 2 eingetragenes
Anhaltestockwerk. Auf die Absetzung des Kabinenrufs KR5 folgt unverzüglich die Ausgabe
der Benutzerinformation INFO3 mit dem Wortlaut "Ruf wird ausgeführt". Auf die Absetzung
des Kabinenrufs KR6 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO2 mit
dem Wortlaut "Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt". Für die Ausführung der
Fahrt E3/E6 in der Gegenfahrtrichtung gilt die gleiche Einschränkung wie bei mittlerem
Verkehrsaufkommen, indem sie nur dann ausgeführt wird, wenn zwischen START und ZIEL
nicht mehr als acht Stockwerke liegen. Damit die Zielrufsteuerung das zusätzliche
Verkehrsaufkommen berücksichtigen kann, wird die Liste 1 mit einer Fahrt E3/E5 und
einer Fahrt E3/E7 sowie die Liste 2 mit einer Fahrt E7/E6 ergänzt. Für die Behandlung
des Kabinenrufs KR1 gelten die gleichen Bedingungen, nämlich eingetragenes Anhaltestockwerk
und Fahrt nicht länger als acht Stockwerke. Beide Bedingungen sind im vorliegenden
Beispiel nicht erfüllt, was zur unverzüglichen Absetzung der Benutzerinformation INFO1
mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben"
führt.
[0013] In der Fig. 5 sind die am Verfahren beteiligten Datenquellen und Datensenken dargestellt.
Der im Prozessrechner RECHNER implementierte Algorithmus KONTROLLER.E steuert die
Zuteilung der auf den Stockwerken E0 ... EN mittels den Rufeinrichtungen GEBER.E0
... GEBER.EN abgesetzten Zielrufe DCF. Kabinenzuteilungen ASC werden den Benutzern
auf den Stockwerken mittels den Anzeigeeinrichtungen ANZEIGE.E0 ... ANZEIGE.EN mitgeteilt
und an die Aufzugssteuerungen STEUERUNG.1 ... STEUERUNG.n weitergeleitet. Mit einer
nicht dargestellten Einrichtung werden zugeteilte Rufe in den Aufzugskabinen KABINE.1
... KABINE.n angezeigt. Die Aufzugssteuerungen STEUERUNG.1 ... STEUERUNG.n exportieren
nach dem Algorithmus KONTROLLER.E die Fahrtrichtungen der Kabinen RDC und die Kabinenpositionen
CPO. Der die Behandlung von in den Aufzugskabinen KABINE.1 ... KABINE.n mittels den
Rufeinrichtungen GEBER.1 ... GEBER.n abgesetzten Zielrufe DCC steuernde Algorithmus
KONTROLLER.K importiert vom Algorithmus KONTROLLER.E das Verkehrsaufkommen TRF, die
Kabinenpositionen CPO.1 ...CPO.n und die Fahrtrichtungen der Kabinen RDC.1 ... RDC.n.
Der Algorithmus KONTROLLER.K behandelt die Kabinenzielrufe DCC abhängig von den importierten
Kabinenfahrtrichtungen RDC und von den importierten Kabinenpositionen CPO. Der Datenaustausch
zwischen den Aufzugskabinen KABINE.1 ... KABINE.n und dem Algorithmus KONTROLLER.K
wird durch die Statusvariablen Kabinendatenangebote RSC ausgelöst. Je nach der Art
der Behandlung der Kabinenzielrufe DCC werden Meldungen INFO1 ... INFO3 nach den Anzeigeeinrichtungen
ANZEIGE.1 ... ANZEIGE.n exportiert. Der gemeinsame Bereich REGION der Algorithmen
KONTROLLER.E und KONTROLLER.K umfasst die Teilbereiche REGION.1 ... REGION.n. Dem
Aufzug 1 ist der Teilbereich REGION.1 und dem Aufzug n der Teilbereich REGION.n zugeordnet.
Je Teilbereich ist eine Liste 1 und eine Liste 2 installiert, in denen die zugeteilten
Zielrufe in der Form START/ZIEL STT/DSN der aktuellen Halbrunde und der nächsten Halbrunde
eingetragen sind. Die Listen werden vom Algorithmus KONTROLLER.E wie auch vom Algorithmus
KONTROLLER.K gelesen oder aktualisiert. Der Algorithmus KONTROLLER.E übernimmt zudem
am Ende jeder Halbrunde die Steuerung des Übergangs von einer Liste auf die andere
Liste, so dass die Liste der nächsten Halbrunde zur Liste der aktuellen Halbrunde
und die Liste der aktuellen Halbrunde inhaltlich gelöscht und zur Liste der künftigen
nächsten Halbrunde wird.
[0014] Fig. 6 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K.
In einem Schritt S1 werden in bekannter Weise alle im Algorithmus KONTROLLER.K verwendeten
Konstanten und Variablen einmalig in den Ausgangszustand gebracht. Im Schritt S2 prüft
der Algorithmus KONTROLLER.K mittels der Statusvariablen Datenangebot Kabine RSC,
ob Kabinenzielrufe DCC anstehen. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung wird in
einem nicht dargestellten Schritt die datenanbietende Aufzugskabine identifiziert.
Das in den nachfolgenden Schritten dargestellte Verfahren bezieht sich auf die identifizierte
Aufzugskabine. Im Schritt S3 wird abhängig von der Fahrtrichtung RDC der identifizierten
Kabine eine Selektionsprozedur ausgeführt. Bei einer mit einem Pfeil nach oben charakterisierten
Aufwärtsfahrt werden im Schritt S4 dem Operator 1 OP1 der Vergleichsoperator > und
dem Operator 2 OP2 der Vergleichsoperator < zugewiesen. Bei einer mit einem Pfeil
nach unten charakterisierten Abwärtsfahrt werden im Schritt S5 dem Operator 1 OP1
der Vergleichsoperator < und dem Operator 2 OP2 der Vergleichsoperator > zugewiesen.
Die in den Schritten S4 und S5 bewirkte Zuweisung ist mit dem Zeichen := symbolisiert.
Die weitere Behandlung der Kabinenzielrufe ist abhängig vom Verkehrsaufkommen TRF,
das in der im Schritt S6 dargestellten Selektionsprozedur auf schwach, mittel oder
hoch geprüft wird. Bei schwachem Verkehrsaufkommen TRF wird das Verfahren in den in
der Fig. 7 dargestellten Schritten fortgesetzt. Bei mittlerem Verkehrsaufkommen TRF
erfolgt die Behandlung der Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 8 und bei hohem Verkehrsaufkommen
gemäss Fig. 9. In einer weiteren Ausführungsvariante ist in der Selektionsprozedur
eine kleinere Abstufung des Verkehrsaufkommens TRF vorgesehen.
[0015] Fig. 7 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K
zur Behandlung der Kabinenzielrufe DCC bei schwachem Verkehrsaufkommen TRF. Im Schritt
S7 wird geprüft ob der Kabinenzielruf DCC in Fahrtrichtung gesehen vor der Aufzugskabine
liegt. Die Fahrtrichtung wird mit dem im Schritt S4 oder S5 dem Operator 1 OP1 zugewiesenen
Vergleichsoperator bestimmt. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung wird die Behandlung
der Kabinenzielrufe DCC in der Fig. 11 fortgesetzt. Im Schritt S8 wird geprüft, ob
der Kabinenzielruf DCC in Fahrtrichtung gesehen nach der Aufzugskabine liegt. Mit
dieser nochmaligen Prüfung der Lage des Kabinenzielrufs DCC wird erreicht, dass Fälle,
bei denen der Kabinenzielruf DCC gleich der Kabinenposition CPO ist, ausgeschlossen
werden. Die Fahrtrichtung wird mit dem im Schritt S4 oder S5 dem Operator OP2 zugewiesenen
Vergleichsoperator bestimmt. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung wird die Behandlung
der Kabinenzielrufe DCC in der Fig. 10 fortgesetzt.
[0016] Fig. 8 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K
zur Behandlung der Kabinenzielrufe DCC bei mittlerem Verkehrsaufkommen TRF. Die Schritte
S7 und S8 sind identisch mit den Schritten S7 und S8 der Fig. 7. Sie werden daher
nicht näher erläutert. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung im Schritt S7 erfolgt
im Schritt S9 eine weitere Prüfung, in der geprüft wird, ob in der Liste 1 der aktuellen
Halbrunde bereits dem Kabinenzielruf DCC gleichnamige Zielrufe eingetragen sind. Falls
für das mit DCC bezeichnete Zielstockwerk in der Liste 1 bereits Zielrufe eingetragen
sind, erfolgt die weitere Behandlung der Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 11. Bei einem
negativen Ergebnis der Prüfung im Schritt S9 wird die Behandlung der Kabinenzielrufe
DCC in der Fig. 10 fortgesetzt.
[0017] Fig. 9 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K
zur Behandlung der Kabinenzielrufe DCC bei hohem Verkehrsaufkommen TRF. Die Schritte
S7, S8 und S9 sind identisch mit den Schritten S7, S8 und S9 der Fig. 8. Sie werden
daher nicht näher erläutert. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung im Schritt S9
erfolgt die weitere Behandlung der Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 11. Bei einem negativen
Ergebnis der Prüfung im Schritt S9 erfolgt im Schritt S10 eine weitere Prüfung, in
der geprüft wird, ob in der Liste 2 der nächsten Halbrunde bereits dem Kabinenzielruf
DCC gleichnamige Zielrufe eingetragen sind. Falls für das mit DCC bezeichnete Zielstockwerk
in der Liste 2 bereits Zielrufe eingetragen sind, erfolgt die weitere Behandlung der
Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 11. Auf ein negatives Ergebnis der Prüfung im Schritt
S10 folgt der Schritt S11, in dem die Benutzerinformation INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf
wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben" nach der Anzeigeeinrichtung
der Aufzugskabine exportiert wird.
[0018] Fig. 10 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K
zur Überprüfung der Fahrdistanz DST und zum Eintrag von zulässigen Fahrten in die
Liste 1 der aktuellen Halbrunde und in die Liste 2 der nächsten Halbrunde. Im Schritt
S12 wird das in der Liste 1 eingetragene letzte Ziel LDN und der in der Liste 2 eingetragene
erste Start FST importiert. Im Schritt S13 wird geprüft, ob das letzte Ziel LDN der
Liste 1 nach dem ersten Start FST der Liste 2 liegt. Bei einem positiven Ergebnis
der Prüfung im Schritt S13 erfolgt die Berechnung der Fahrdistanz DST gemäss der im
Schritt S14 gezeigten Gleichung. Dabei wird die Fahrdistanz DST von der aktuellen
Kabinenposition CPO über das letzte Ziel LDN zum mit dem Kabinenzielruf DCC gewünschten
Zielstockwerk berechnet. Bei einem negativen Ergebnis der Prüfung im Schritt S13 erfolgt
die Berechnung der Fahrdistanz DST gemäss der im Schritt S15 gezeigten Gleichung.
Dabei wird die Fahrdistanz DST von der aktuellen Kabinenposition CPO über den ersten
Start FST zum mit dem Kabinenzielruf DCC gewünschten Zielstockwerk berechnet. Ergibt
die Prüfung im Schritt S16, dass die Fahrdistanz DST betragsmässig kleiner oder gleich
einer frei wählbaren maximalen Fahrdistanz MDT ist, so wird im Schritt S17 eine zum
Schritt S13 identische Prüfung durchgeführt. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung
im Schritt S17 wird im Schritt S18 eine Fahrt in der Form Start/Letztes Ziel STT/LDN
in die Liste 1 und eine Fahrt in der Form Letztes Ziel/Ziel LDN/DSN in die Liste 2
eingetragen. Dabei entspricht der Start STT der aktuellen Kabinenposition CPO und
das Ziel DSN dem Kabinenzielruf DCC. Bei einem negativen Ergebnis der Prüfung im Schritt
S17 wird im Schritt S19 eine Fahrt in der Form Start/Erster Start STT/FST in die Liste
1 und eine Fahrt in der Form Erster Start/Ziel FST/DSN in die Liste 2 eingetragen.
Dabei entspricht der Start STT der aktuellen Kabinenposition CPO und das Ziel DSN
dem Kabinenzielruf DCC. Auf die Schritte S18 und S19 folgt der Schritt S20, in dem
die Benutzerinformation INFO2 mit dem Wortlaut "Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung
ausgeführt" nach der Anzeigeeinrichtung der Aufzugskabine exportiert wird. Ein negatives
Ergebnis der Prüfung im Schritt S16 wird mit dem Schritt S21 beantwortet, in dem die
Benutzerinformation INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen
und Zielruf neu eingeben" nach der Anzeigeeinrichtung der Aufzugskabine exportiert
wird.
[0019] Fig. 11 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K
zum Eintrag von zulässigen Fahrten in die Liste 1 und zur Ausgabe von Benutzerinformation.
Im Schritt S22 wird eine Fahrt in der Form Start/Ziel STT/DSN in die Liste 1 der aktuellen
Halbrunde eingetragen. Eine Benutzerinformation INFO3 mit dem Wortlaut "Ruf wird ausgeführt"
wird im Schritt S23 nach der Anzeigeeinrichtung der Aufzugskabine exportiert.
Tab.1
Memo-Code |
Konstante |
INFO1 |
Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben |
INFO2 |
Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt |
INFO3 |
Ruf wird ausgeführt |
MDT |
Maximale Fahrdistanz |
Memo-Code |
Statusvariable |
RDC |
Fahrtrichtung Kabine |
RSC |
Datenangebot Kabine |
OP1 |
Operator 1 |
OP2 |
Operator 2 |
Memo-Code |
Variable |
ASC |
Zuteilung Kabine |
CPO |
Position Kabine |
DCC |
Zielruf Kabine |
DCF |
Zielruf Stockwerk |
DSN |
Ziel |
DST |
Fahrdistanz |
FST |
Erster Start |
LDN |
Letztes Ziel |
STT |
Start |
TRF |
Verkehrsaufkommen |
1. Verfahren zur Behandlung von in Aufzugskabinen (KABINE.1 ... KABINE.n) abgesetzten
Zielrufen (DCC) bei Aufzugssteuerungen mit Sofortzuteilung der auf den Stockwerken
(E0 ... EN) abgesetzten Zielrufe (DCF),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Behandlung der Kabinenzielrufe (DCC) abhängig vom Verkehrsaufkommen (TRF),
abhängig von ihrer Lage und abhängig von den zugeteilten Zielrufen nach einem Algorithmus
(KONTROLLER.K) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei schwachem Verkehrsaufkommen (TRF) vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) bedingungslos
und nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von der Fahrdistanz (DST) behandelt
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei mittlerem Verkehrsaufkommen (TRF) vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) abhängig
von den zugeteilten Zielrufen und nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von
der Fahrdistanz (DST) behandelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei hohem Verkehrsaufkommen (TRF) vorausliegende und nachliegende Kabinenzielrufe
(DCC) abhängig von den zugeteilten Zielrufen und abhängig von der Fahrdistanz (DST)
behandelt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
- dass vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) in der aktuellen Halbrunde behandelt werden,
wenn dieser gleichnamige Zielrufe zugeteilt sind und
- dass vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) als nachliegende Kabinenzielrufe (DCC)
behandelt werden, wenn der aktuellen Halbrunde keine gleichnamigen Zielrufe zugeteilt
sind.
6. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
- dass vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) in der aktuellen Halbrunde behandelt werden,
wenn dieser gleichnamige Zielrufe zugeteilt sind und
- dass vorausliegende und nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) in der nächsten Halbrunde
behandelt werden, wenn dieser gleichnamige Zielrufe zugeteilt sind.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Fahrdistanz (DST) für Fahrten über mehr als eine Halbrunde nach der Gleichung
DST = (LDN-CPO) + (LDN-DCC) berechnet ist, worin LDN das letzte Ziel der aktuellen
Halbrunde, CPO die aktuelle Kabinenposition und DCC ein Kabinenzielruf ist und
- dass die Fahrdistanz (DST) eine wählbare maximale Fahrdistanz (MDT) nicht überschreitet.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Fahrdistanz (DST) für Fahrten über mehr als eine Halbrunde nach der Gleichung
DST = (FST-CPO) + (FST-DCC) berechnet ist, worin FST der erste Start der nächsten
Halbrunde, CPO die aktuelle Kabinenposition und DCC ein Kabinenzielruf ist und
- dass die Fahrdistanz (DST) eine wählbare maximale Fahrdistanz (MDT) nicht überschreitet.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zulässige Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von ihrer Behandlung als Fahrten in
der Form Start/Ziel in Listen (1; 2) mit zugeteilten Zielrufen der aktuellen und der
nächsten Halbrunde eingetragen werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Kabinenzielruf (DCC) mit einer nach den Anzeigeeinrichtungen (ANZEIGE.1
... ANZEIGE.n) exportierten vom Verfahrensverlauf abhängigen Benutzerinformation (INFO1
... INFO3) beantwortet wird.