(19)
(11) EP 0 407 731 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.01.1991  Patentblatt  1991/03

(21) Anmeldenummer: 90110552.8

(22) Anmeldetag:  02.06.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B66B 1/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE ES FR GB IT LI

(30) Priorität: 11.07.1989 CH 2583/89

(71) Anmelder: INVENTIO AG
CH-6052 Hergiswil NW (CH)

(72) Erfinder:
  • Aimé, Michel
    F-78990 Elancourt (FR)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zur Behandlung von in Aufzugkabinen abgesetzten Zielrufen


    (57) Bei diesem Verfahren werden in Aufzugskabinen (KABINE.1 ... KABINE.n) abgesetzte Zielrufe bei Aufzugssteuerungen mit Sofortzuteilung der auf den Stockwerken (E0 ... EN) abgesetzten Zielrufe nach einem im Prozessrechner (RECHNER) implementierten Algorithmus (KONTROLLER.K) abhängig vom Verkehrsaufkommen, abhängig von ihrer Lage und abhängig von den sofort zugeteilten Stockwerkzielrufen behandelt. Vom Algorithmus (KONTROLLER.E) zugeteilte Zielstockwerkrufe werden je Aufzugskabine in einer ersten Liste der aktuellen Halbrunde und/oder in einer zweiten Liste der nächsten Halbrunde eingetragen. Beide Listen sind in einem den Algorithmen (KONTROLLER.E, KONTROLLER.K) gemeinsamen Bereich (REGION) installiert. Bei schwachem Verkehrsaufkommen werden vom Algorithmus (KONTROLLER.K) den Aufzugskabinen (KABINE.1 ... KABINE.n) vorausliegende Kabinenzielrufe bedingungslos in die erste Liste und nachliegende Kabinenzielrufe abhängig von der Fahrdistanz in die zweite Liste eingetragen. Bei mittlerem Verkehrsaufkommen werden vorausliegende Kabinenzielrufe in die erste Liste eingetragen, falls darin bereits gleichnamige, zugeteilte Rufe vorhanden sind. Ansonsten werden diese wie auch die nachliegenden Kabinenzielrufe unter der Bedingung der Fahrdistanz in die zweite Liste eingetragen. Bei hohem Verkehrsaufkommen erfolgt ein Eintrag in die erste und zweite Liste nur, falls gleichnamige, zugeteilte Zielrufe eingetragen sind und die Bedingung der Fahrdistanz erfüllt ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von in Aufzugskabinen abgesetzten Zielrufen bei Aufzugssteuerungen mit Sofortzuteilung der auf den Stockwerken abgesetzten Zielrufe.

    [0002] Es ist eine Zielrufsteuerung mit Stockwerkgebern und Kabinengebern für eine aus mehreren Aufzügen bestehende Aufzugsgruppe nach US-PS 4 555 000 bekannt, bei der zugeteilte Stockwerkzielrufe in den Aufzugskabinen angezeigt werden. In den Aufzugskabinen abgesetzte Zielrufe werden ohne Rücksicht auf die zugeteilten Stockwerkzielrufe ausgeführt.

    [0003] Der Nachteil dieser bekannten Zielrufsteuerung liegt darin, dass die mit der Sofortzuteilung von Stockwerkzielrufen erreichte Optimierung der Leistungsfähigkeit durch die Kabinenzielrufe beeinträchtigt wird.

    [0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, ein Verfahren zu schaffen, bei dem die Behandlung von Kabinenzielrufen ohne Wirkung auf die durch die Sofortzuteilung der Stockwerkzielrufe erreichte bessere Nutzung der Aufzugsanlagen erfolgt.

    [0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dass die Wünsche einer Minderheit von Benutzern berücksichtigt werden, dass mit gezielter Benutzerinformation der Kenntnisgrad über die Benutzung verbessert wird und dass sich unerfahrene Benutzer die Handhabung von Aufzugsanlagen mit Sofortzuteilung autodidaktisch aneignen können.

    [0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Darstellung der am Verfahren beteiligten, aus den Aufzügen 1 ... n bestehenden Aufzugsgruppe,

    Fig. 2a eine graphische Darstellung zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens bei schwachem Verkehrsaufkommen,

    Fig. 2b und Fig. 2c eine numerische Darstellung der in Fig. 2a graphisch dargestellten Fahrten einer Aufzugskabine,

    Fig. 3a eine graphische Darstellung zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens bei mittlerem Verkehrsaufkommen,

    Fig. 3b und Fig. 3c eine numerische Darstellung der in Fig. 3a graphisch dargestellten Fahrten einer Aufzugskabine,

    Fig. 4a eine graphische Darstellung zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens bei hohem Verkehrsaufkommen,

    Fig. 4b und Fig. 4c eine numerische Darstellung der in Fig. 4a graphisch dargestellten Fahrten einer Aufzugskabine,

    Fig. 5 eine schematische Darstellung der am Verfahren beteiligten Datenquellen und Datensenken,

    Fig. 6 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen,

    Fig. 7 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen bei schwachem Verkehrsaufkommen,

    Fig. 8 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen bei mittlerem Verkehrsaufkommen,

    Fig. 9 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Behandlung von Kabinenrufen bei hohem Verkehrsaufkommen,

    Fig. 10 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Bewertung und Eintragung von Kabinenrufen und für die Ausgabe von Benutzerinformation und

    Fig. 11 ein Struktogramm eines Algorithmus für die Eintragung von Kabinenrufen und für die Ausgabe von Benutzerinformation.



    [0007] Der besseren Übersicht wegen werden im weiteren die Namen der Algorithmen und die Namen der Einrichtungen der Fig. 1 ... 5 sowie die in der Spalte "Memo-Code" der Tab. 1 aufgeführten Kurzzeichen der Konstanten, Statusvariablen und Variablen als Bezugszeichen verwendet. In den Fig. 6 ... 10 sind Schritte dargestellt, in denen geprüft wird, ob Konstanten, Statusvariablen oder Variablen die dreieckförmig umrahmten Bedingungen positiv oder negativ erfüllen. Ein positives Ergebnis einer Prüfung ist mit dem Bezugszeichen J, ein negatives Ergebnis einer Prüfung ist mit dem Bezugszeichen N im jeweiligen Prüfschritt gekennzeichnet.

    [0008] In der Fig. 1 ist eine aus den Aufzügen 1 ... n bestehende Aufzugsgruppe mit den Stockwerken E0 ... EN dargestellt. Auf den Stockwerken E0 ... EN sind Rufeinrichtungen GEBER.E0 ... GEBER.EN und Anzeigeeinrichtungen ANZEIGE.E0 ...ANZEIGE.EN vorgesehen. Eine mit MOTOR.1 bezeichnete Fördermaschine treibt eine Aufzugskabine KABINE.1 des Aufzugs 1 an. Die Fördermaschine MOTOR.1 wird von einem Antriebssystem SYSTEM.1 mit elektrischer Energie versorgt, das von einer Aufzugssteuerung STEUERUNG.1 gesteuert wird. An der Aufzugskabine KABINE.1 ist eine Rufeinrichtung GEBER.1 und eine Anzeigeeinrichtung ANZEIGE.1 angeordnet. Die Aufzüge 2; 3 ... n mit den Fördermaschinen MOTOR.2; MOTOR.3 ... MOTOR.n, Antriebssystem SYSTEM.2; SYSTEM.3 ... SYSTEM.n, Aufzugssteuerungen STEUERUNG.2; STEUERUNG.3 ... STEUERUNG.n und den Aufzugskabinen KABINE.2; KABINE.3 ... KABINE.n entsprechen im Aufbau und in ihrer Funktionsweise dem Aufzug 1. Ein Prozessrechner RECHNER steht mit den Rufeinrichtungen GEBER.E0 ... GEBER.EN, mit den Anzeigeeinrichtungen ANZEIGE.E0 ... ANZEIGE.EN, mit den Rufeinrichtungen GEBER.1 ... GEBER.n, mit den Anzeigeeinrichtungen ANZEIGE.1 ... ANZEIGE.n und mit den Aufzugssteuerungen STEUERUNG.1 ... STEUERUNG.n in Verbindung. Ein im Prozessrechner RECHNER implementierter Algorithmus KONTROLLER.E steuert die Zuteilung der auf den Stockwerken E0 ... EN abgesetzten Zielrufe. Ein im Prozessrechner implementierter Algorithmus KONTROLLER.K steuert die Behandlung der in den Aufzugskabinen KABINE.1 ... KABINE.n abgesetzten Zielrufe. Beide Algorithmen haben freien Zugriff auf einen gemeinsamen Bereich REGION.

    [0009] Zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens ist in den Fig. 2a, 3a und 4a eine Aufzugsgruppe mit den Stockwerken E0 ... E7 dargestellt. Auf Stockwerk E3 werden in der Aufzugskabine KABINE.1 die Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 abgesetzt. Ein nach oben weisender Pfeil symbolisiert die Fahrtrichtung der Aufzugskabine KABINE.1. Eine kreisrund umrahmte 1 weist auf eine Liste hin, in der die zugeteilten Stockwerkrufe der aktuellen Halbrunde graphisch und in den Fig. 2b, 3b und 4b numerisch eingetragen sind. Eine kreisrund umrahmte 2 weist auf eine Liste hin, in der die zugeteilten Stockwerkrufe der nächsten Halbrunde graphisch und in den Fig. 2c, 3c und 4c numerisch eingetragen sind. Aus drucktechnischen Gründen werden in der weiteren Beschreibung die Bezugszeichen der beiden Listen ohne Kreise aufgeführt. Zugeteilte Stockwerkrufe sind in den Fig. 2a, 3a und 4a mit durchgezogenen Linien und behandelte Kabinenrufe mit unterbrochenen Linien graphisch dargestellt. Beide Arten von Rufen sind in den Fig. 2c, 3c, 4c in den Spalten START/ZIEL numerisch in die Liste 1 und Liste 2 eingetragen. Am Ende der aktuellen Halbrunde wird die Liste 1 inhaltlich gelöscht und für Eintragungen der künftigen nächsten Halbrunde verwendet. Gleichzeitig wird die Liste 2 zur Liste 1 der aktuellen Halbrunde gemacht.

    [0010] In den Fig. 2a, 2b und 2c ist die Behandlung der Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 bei schwachem Verkehrsaufkommen näher erläutert. Die Liste 1 der aktuellen Halbrunde enthält eine Fahrt von Stockwerk E3 nach Stockwerk E7 und in die Liste 2 der nächsten Halbrunde ist eine von einem Stockwerkruf verlangte Fahrt von Stockwerk E6 nach Stockwerk E2 eingetragen. Die von den Kabinenrufen K5 und K6 verlangten, der Aufzugskabine KABINE.1 vorausliegenden Fahrten von Stockwerk E3 nach Stockwerk E5 beziehungsweise E6 werden bedingungslos in die Liste 1 eingetragen und ausgeführt. Auf die Absetzung der Kabinenrufe KR5, KR6 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO3 mit dem Wortlaut "Ruf wird ausgeführt." Der der Aufzugskabine KABINE.1 nachliegende Kabinenruf KR1 wird nicht ausgeführt, da die Fahrt über mehr als eine wählbare Anzahl Stockwerke, im vorliegenden Beispiel sind es acht Stockwerke, führen würde. Auf die Absetzung des Kabinenrufs KR1 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben".

    [0011] In den Fig. 3a, 3b und 3c ist die Behandlung der Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 bei mittlerem Verkehrsaufkommen näher erläutert. Die Liste 1 der aktuellen Halbrunde enthält eine Fahrt E3/E7 und eine Fahrt E4/E7, die Liste 2 der nächsten Halbrunde eine Fahrt E7/E2, eine Fahrt E4/E0 und eine Fahrt E2/E1. Die von den Kabinenrufen KR5 und KR6 verlangten Fahrten E3/E5 und E3/E6 werden mit zweiter Priorität behandelt und erst in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt, falls dadurch die Fahrt nicht über mehr als im vorliegenden Beispiel acht Stockwerke führt. Bei mittlerem Verkehrsaufkommen ergibt sich somit für KR5 eine Fahrdistanz von sechs Stockwerken und für KR6 eine solche von fünf Stockwerken. Die Liste 1 wird mit je einer Fahrt E3/E7 und die Liste 2 mit einer Fahrt E7/E5 und einer Fahrt E7/E6 ergänzt. Auf die Absetzung der Kabinenrufe KR5, KR6 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO2 mit dem Wortlaut "Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt". Obwohl E1 ein Anhaltestockwerk ist, wird KR1 nicht ausgeführt, weil die Fahrt E3/E7/E1 über mehr als acht Stockwerke führt. Auf die Absetzung des Kabinenrufs KR1 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben".

    [0012] In den Fig. 4a, 4b und 4c ist die Behandlung der Kabinenrufe KR1, KR5 und KR6 bei hohem Verkehrsaufkommen näher erläutert. Die Liste 1 der aktuellen Halbrunde enthält die Fahrten E3/E5, E3/E7, E4/E7, E4/E7. In der Liste 2 der nächsten Halbrunde sind die Fahrten E7/E3, E6/E2, E6/E2 und E6/E1 eingetragen. Die von den Kabinenrufen KR5 und KR6 verlangten Fahrten E3/E5 und E3/E6 werden nur ausgeführt, wenn in der Liste 1 oder in der Liste 2 die entsprechenden Anhaltestockwerke bereits eingetragen sind. Im vorliegenden Beispiel ist E5 ein in der Liste 1 und E6 ein in der Liste 2 eingetragenes Anhaltestockwerk. Auf die Absetzung des Kabinenrufs KR5 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO3 mit dem Wortlaut "Ruf wird ausgeführt". Auf die Absetzung des Kabinenrufs KR6 folgt unverzüglich die Ausgabe der Benutzerinformation INFO2 mit dem Wortlaut "Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt". Für die Ausführung der Fahrt E3/E6 in der Gegenfahrtrichtung gilt die gleiche Einschränkung wie bei mittlerem Verkehrsaufkommen, indem sie nur dann ausgeführt wird, wenn zwischen START und ZIEL nicht mehr als acht Stockwerke liegen. Damit die Zielrufsteuerung das zusätzliche Verkehrsaufkommen berücksichtigen kann, wird die Liste 1 mit einer Fahrt E3/E5 und einer Fahrt E3/E7 sowie die Liste 2 mit einer Fahrt E7/E6 ergänzt. Für die Behandlung des Kabinenrufs KR1 gelten die gleichen Bedingungen, nämlich eingetragenes Anhaltestockwerk und Fahrt nicht länger als acht Stockwerke. Beide Bedingungen sind im vorliegenden Beispiel nicht erfüllt, was zur unverzüglichen Absetzung der Benutzerinformation INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben" führt.

    [0013] In der Fig. 5 sind die am Verfahren beteiligten Datenquellen und Datensenken dargestellt. Der im Prozessrechner RECHNER implementierte Algorithmus KONTROLLER.E steuert die Zuteilung der auf den Stockwerken E0 ... EN mittels den Rufeinrichtungen GEBER.E0 ... GEBER.EN abgesetzten Zielrufe DCF. Kabinenzuteilungen ASC werden den Benutzern auf den Stockwerken mittels den Anzeigeeinrichtungen ANZEIGE.E0 ... ANZEIGE.EN mitgeteilt und an die Aufzugssteuerungen STEUERUNG.1 ... STEUERUNG.n weitergeleitet. Mit einer nicht dargestellten Einrichtung werden zugeteilte Rufe in den Aufzugskabinen KABINE.1 ... KABINE.n angezeigt. Die Aufzugssteuerungen STEUERUNG.1 ... STEUERUNG.n exportieren nach dem Algorithmus KONTROLLER.E die Fahrtrichtungen der Kabinen RDC und die Kabinenpositionen CPO. Der die Behandlung von in den Aufzugskabinen KABINE.1 ... KABINE.n mittels den Rufeinrichtungen GEBER.1 ... GEBER.n abgesetzten Zielrufe DCC steuernde Algorithmus KONTROLLER.K importiert vom Algorithmus KONTROLLER.E das Verkehrsaufkommen TRF, die Kabinenpositionen CPO.1 ...CPO.n und die Fahrtrichtungen der Kabinen RDC.1 ... RDC.n. Der Algorithmus KONTROLLER.K behandelt die Kabinenzielrufe DCC abhängig von den importierten Kabinenfahrtrichtungen RDC und von den importierten Kabinenpositionen CPO. Der Datenaustausch zwischen den Aufzugskabinen KABINE.1 ... KABINE.n und dem Algorithmus KONTROLLER.K wird durch die Statusvariablen Kabinendatenangebote RSC ausgelöst. Je nach der Art der Behandlung der Kabinenzielrufe DCC werden Meldungen INFO1 ... INFO3 nach den Anzeigeeinrichtungen ANZEIGE.1 ... ANZEIGE.n exportiert. Der gemeinsame Bereich REGION der Algorithmen KONTROLLER.E und KONTROLLER.K umfasst die Teilbereiche REGION.1 ... REGION.n. Dem Aufzug 1 ist der Teilbereich REGION.1 und dem Aufzug n der Teilbereich REGION.n zugeordnet. Je Teilbereich ist eine Liste 1 und eine Liste 2 installiert, in denen die zugeteilten Zielrufe in der Form START/ZIEL STT/DSN der aktuellen Halbrunde und der nächsten Halbrunde eingetragen sind. Die Listen werden vom Algorithmus KONTROLLER.E wie auch vom Algorithmus KONTROLLER.K gelesen oder aktualisiert. Der Algorithmus KONTROLLER.E übernimmt zudem am Ende jeder Halbrunde die Steuerung des Übergangs von einer Liste auf die andere Liste, so dass die Liste der nächsten Halbrunde zur Liste der aktuellen Halbrunde und die Liste der aktuellen Halbrunde inhaltlich gelöscht und zur Liste der künftigen nächsten Halbrunde wird.

    [0014] Fig. 6 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K. In einem Schritt S1 werden in bekannter Weise alle im Algorithmus KONTROLLER.K verwendeten Konstanten und Variablen einmalig in den Ausgangszustand gebracht. Im Schritt S2 prüft der Algorithmus KONTROLLER.K mittels der Statusvariablen Datenangebot Kabine RSC, ob Kabinenzielrufe DCC anstehen. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung wird in einem nicht dargestellten Schritt die datenanbietende Aufzugskabine identifiziert. Das in den nachfolgenden Schritten dargestellte Verfahren bezieht sich auf die identifizierte Aufzugskabine. Im Schritt S3 wird abhängig von der Fahrtrichtung RDC der identifizierten Kabine eine Selektionsprozedur ausgeführt. Bei einer mit einem Pfeil nach oben charakterisierten Aufwärtsfahrt werden im Schritt S4 dem Operator 1 OP1 der Vergleichsoperator > und dem Operator 2 OP2 der Vergleichsoperator < zugewiesen. Bei einer mit einem Pfeil nach unten charakterisierten Abwärtsfahrt werden im Schritt S5 dem Operator 1 OP1 der Vergleichsoperator < und dem Operator 2 OP2 der Vergleichsoperator > zugewiesen. Die in den Schritten S4 und S5 bewirkte Zuweisung ist mit dem Zeichen := symbolisiert. Die weitere Behandlung der Kabinenzielrufe ist abhängig vom Verkehrsaufkommen TRF, das in der im Schritt S6 dargestellten Selektionsprozedur auf schwach, mittel oder hoch geprüft wird. Bei schwachem Verkehrsaufkommen TRF wird das Verfahren in den in der Fig. 7 dargestellten Schritten fortgesetzt. Bei mittlerem Verkehrsaufkommen TRF erfolgt die Behandlung der Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 8 und bei hohem Verkehrsaufkommen gemäss Fig. 9. In einer weiteren Ausführungsvariante ist in der Selektionsprozedur eine kleinere Abstufung des Verkehrsaufkommens TRF vorgesehen.

    [0015] Fig. 7 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K zur Behandlung der Kabinenzielrufe DCC bei schwachem Verkehrsaufkommen TRF. Im Schritt S7 wird geprüft ob der Kabinenzielruf DCC in Fahrtrichtung gesehen vor der Aufzugskabine liegt. Die Fahrtrichtung wird mit dem im Schritt S4 oder S5 dem Operator 1 OP1 zugewiesenen Vergleichsoperator bestimmt. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung wird die Behandlung der Kabinenzielrufe DCC in der Fig. 11 fortgesetzt. Im Schritt S8 wird geprüft, ob der Kabinenzielruf DCC in Fahrtrichtung gesehen nach der Aufzugskabine liegt. Mit dieser nochmaligen Prüfung der Lage des Kabinenzielrufs DCC wird erreicht, dass Fälle, bei denen der Kabinenzielruf DCC gleich der Kabinenposition CPO ist, ausgeschlossen werden. Die Fahrtrichtung wird mit dem im Schritt S4 oder S5 dem Operator OP2 zugewiesenen Vergleichsoperator bestimmt. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung wird die Behandlung der Kabinenzielrufe DCC in der Fig. 10 fortgesetzt.

    [0016] Fig. 8 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K zur Behandlung der Kabinenzielrufe DCC bei mittlerem Verkehrsaufkommen TRF. Die Schritte S7 und S8 sind identisch mit den Schritten S7 und S8 der Fig. 7. Sie werden daher nicht näher erläutert. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung im Schritt S7 erfolgt im Schritt S9 eine weitere Prüfung, in der geprüft wird, ob in der Liste 1 der aktuellen Halbrunde bereits dem Kabinenzielruf DCC gleichnamige Zielrufe eingetragen sind. Falls für das mit DCC bezeichnete Zielstockwerk in der Liste 1 bereits Zielrufe eingetragen sind, erfolgt die weitere Behandlung der Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 11. Bei einem negativen Ergebnis der Prüfung im Schritt S9 wird die Behandlung der Kabinenzielrufe DCC in der Fig. 10 fortgesetzt.

    [0017] Fig. 9 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K zur Behandlung der Kabinenzielrufe DCC bei hohem Verkehrsaufkommen TRF. Die Schritte S7, S8 und S9 sind identisch mit den Schritten S7, S8 und S9 der Fig. 8. Sie werden daher nicht näher erläutert. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung im Schritt S9 erfolgt die weitere Behandlung der Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 11. Bei einem negativen Ergebnis der Prüfung im Schritt S9 erfolgt im Schritt S10 eine weitere Prüfung, in der geprüft wird, ob in der Liste 2 der nächsten Halbrunde bereits dem Kabinenzielruf DCC gleichnamige Zielrufe eingetragen sind. Falls für das mit DCC bezeichnete Zielstockwerk in der Liste 2 bereits Zielrufe eingetragen sind, erfolgt die weitere Behandlung der Kabinenzielrufe DCC gemäss Fig. 11. Auf ein negatives Ergebnis der Prüfung im Schritt S10 folgt der Schritt S11, in dem die Benutzerinformation INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben" nach der Anzeigeeinrichtung der Aufzugskabine exportiert wird.

    [0018] Fig. 10 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K zur Überprüfung der Fahrdistanz DST und zum Eintrag von zulässigen Fahrten in die Liste 1 der aktuellen Halbrunde und in die Liste 2 der nächsten Halbrunde. Im Schritt S12 wird das in der Liste 1 eingetragene letzte Ziel LDN und der in der Liste 2 eingetragene erste Start FST importiert. Im Schritt S13 wird geprüft, ob das letzte Ziel LDN der Liste 1 nach dem ersten Start FST der Liste 2 liegt. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung im Schritt S13 erfolgt die Berechnung der Fahrdistanz DST gemäss der im Schritt S14 gezeigten Gleichung. Dabei wird die Fahrdistanz DST von der aktuellen Kabinenposition CPO über das letzte Ziel LDN zum mit dem Kabinenzielruf DCC gewünschten Zielstockwerk berechnet. Bei einem negativen Ergebnis der Prüfung im Schritt S13 erfolgt die Berechnung der Fahrdistanz DST gemäss der im Schritt S15 gezeigten Gleichung. Dabei wird die Fahrdistanz DST von der aktuellen Kabinenposition CPO über den ersten Start FST zum mit dem Kabinenzielruf DCC gewünschten Zielstockwerk berechnet. Ergibt die Prüfung im Schritt S16, dass die Fahrdistanz DST betragsmässig kleiner oder gleich einer frei wählbaren maximalen Fahrdistanz MDT ist, so wird im Schritt S17 eine zum Schritt S13 identische Prüfung durchgeführt. Bei einem positiven Ergebnis der Prüfung im Schritt S17 wird im Schritt S18 eine Fahrt in der Form Start/Letztes Ziel STT/LDN in die Liste 1 und eine Fahrt in der Form Letztes Ziel/Ziel LDN/DSN in die Liste 2 eingetragen. Dabei entspricht der Start STT der aktuellen Kabinenposition CPO und das Ziel DSN dem Kabinenzielruf DCC. Bei einem negativen Ergebnis der Prüfung im Schritt S17 wird im Schritt S19 eine Fahrt in der Form Start/Erster Start STT/FST in die Liste 1 und eine Fahrt in der Form Erster Start/Ziel FST/DSN in die Liste 2 eingetragen. Dabei entspricht der Start STT der aktuellen Kabinenposition CPO und das Ziel DSN dem Kabinenzielruf DCC. Auf die Schritte S18 und S19 folgt der Schritt S20, in dem die Benutzerinformation INFO2 mit dem Wortlaut "Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt" nach der Anzeigeeinrichtung der Aufzugskabine exportiert wird. Ein negatives Ergebnis der Prüfung im Schritt S16 wird mit dem Schritt S21 beantwortet, in dem die Benutzerinformation INFO1 mit dem Wortlaut "Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben" nach der Anzeigeeinrichtung der Aufzugskabine exportiert wird.

    [0019] Fig. 11 zeigt die Struktur und den sequentiellen Ablauf des Algorithmus KONTROLLER.K zum Eintrag von zulässigen Fahrten in die Liste 1 und zur Ausgabe von Benutzerinformation. Im Schritt S22 wird eine Fahrt in der Form Start/Ziel STT/DSN in die Liste 1 der aktuellen Halbrunde eingetragen. Eine Benutzerinformation INFO3 mit dem Wortlaut "Ruf wird ausgeführt" wird im Schritt S23 nach der Anzeigeeinrichtung der Aufzugskabine exportiert.
    Tab.1
    Memo-Code Konstante
    INFO1 Ruf wird nicht ausgeführt, bitte aussteigen und Zielruf neu eingeben
    INFO2 Ruf wird in der Gegenfahrtrichtung ausgeführt
    INFO3 Ruf wird ausgeführt
    MDT Maximale Fahrdistanz
    Memo-Code Statusvariable
    RDC Fahrtrichtung Kabine
    RSC Datenangebot Kabine
    OP1 Operator 1
    OP2 Operator 2
    Memo-Code Variable
    ASC Zuteilung Kabine
    CPO Position Kabine
    DCC Zielruf Kabine
    DCF Zielruf Stockwerk
    DSN Ziel
    DST Fahrdistanz
    FST Erster Start
    LDN Letztes Ziel
    STT Start
    TRF Verkehrsaufkommen



    Ansprüche

    1. Verfahren zur Behandlung von in Aufzugskabinen (KABINE.1 ... KABINE.n) abgesetzten Zielrufen (DCC) bei Aufzugssteuerungen mit Sofortzuteilung der auf den Stockwerken (E0 ... EN) abgesetzten Zielrufe (DCF),
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Behandlung der Kabinenzielrufe (DCC) abhängig vom Verkehrsaufkommen (TRF), abhängig von ihrer Lage und abhängig von den zugeteilten Zielrufen nach einem Algorithmus (KONTROLLER.K) erfolgt.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass bei schwachem Verkehrsaufkommen (TRF) vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) bedingungslos und nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von der Fahrdistanz (DST) behandelt werden.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass bei mittlerem Verkehrsaufkommen (TRF) vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von den zugeteilten Zielrufen und nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von der Fahrdistanz (DST) behandelt werden.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass bei hohem Verkehrsaufkommen (TRF) vorausliegende und nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von den zugeteilten Zielrufen und abhängig von der Fahrdistanz (DST) behandelt werden.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    - dass vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) in der aktuellen Halbrunde behandelt werden, wenn dieser gleichnamige Zielrufe zugeteilt sind und
    - dass vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) als nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) behandelt werden, wenn der aktuellen Halbrunde keine gleichnamigen Zielrufe zugeteilt sind.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    - dass vorausliegende Kabinenzielrufe (DCC) in der aktuellen Halbrunde behandelt werden, wenn dieser gleichnamige Zielrufe zugeteilt sind und
    - dass vorausliegende und nachliegende Kabinenzielrufe (DCC) in der nächsten Halbrunde behandelt werden, wenn dieser gleichnamige Zielrufe zugeteilt sind.
     
    7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    - dass die Fahrdistanz (DST) für Fahrten über mehr als eine Halbrunde nach der Gleichung
    DST = (LDN-CPO) + (LDN-DCC) berechnet ist, worin LDN das letzte Ziel der aktuellen Halbrunde, CPO die aktuelle Kabinenposition und DCC ein Kabinenzielruf ist und
    - dass die Fahrdistanz (DST) eine wählbare maximale Fahrdistanz (MDT) nicht überschreitet.
     
    8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    - dass die Fahrdistanz (DST) für Fahrten über mehr als eine Halbrunde nach der Gleichung
    DST = (FST-CPO) + (FST-DCC) berechnet ist, worin FST der erste Start der nächsten Halbrunde, CPO die aktuelle Kabinenposition und DCC ein Kabinenzielruf ist und
    - dass die Fahrdistanz (DST) eine wählbare maximale Fahrdistanz (MDT) nicht überschreitet.
     
    9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass zulässige Kabinenzielrufe (DCC) abhängig von ihrer Behandlung als Fahrten in der Form Start/Ziel in Listen (1; 2) mit zugeteilten Zielrufen der aktuellen und der nächsten Halbrunde eingetragen werden.
     
    10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass jeder Kabinenzielruf (DCC) mit einer nach den Anzeigeeinrichtungen (ANZEIGE.1 ... ANZEIGE.n) exportierten vom Verfahrensverlauf abhängigen Benutzerinformation (INFO1 ... INFO3) beantwortet wird.
     




    Zeichnung




























    Recherchenbericht