[0001] Die Erfindung betrifft eine Teilnehmeranschlußbaugruppe zum Anschließen einer Vielzahl
von Teilnehmerendgeräten an ein diensteintegrierendes digitales Fernmeldenetz ISDN.
[0002] Im ISDN ist zum Anschluß von Teilnehmerendgeräten der sogenannte Netzabschluß NT
definiert, der netzseitig über die ebenfalls definierte U
o-Schnittstelle den Übertragungsabschnitt zur Teilnehmervermittlungsstelle abschließt
und teilnehmerseitig, d.h. zum Anschluß von digitalen Endgeräten, eine international
genormte Teilnehmer-Netz-Schnittstelle S
o enthält. An die S
o-Schnittstelle sind digitale (ISDN)-Endgeräte direkt anschließbar.
[0003] Zum Anschluß analoger Endgeräte, die nur für den Anschluß an ein analoges Fernsprechnetz
vorgesehen sind, ist eine Endgeräteanpassung TA zwischen Endgerät und S
o-Schnittstelle notwendig (ISDN-Praxis, K.H. Rosenbrock, G. Hentschel, Loseblatt-Ausgabe,
ISBN-3-923759-10-X (Grundwerk 1988), Kapitel 3.2 und 5.4).
[0004] Gerade dann, wenn bereits vorhandene, in Analogtechnik arbeitende Endgeräte weiter
verwendet werden sollen, stellt diese Endgeräteanpassung TA ein sehr teuere Lösung
dar.
[0005] Aus der nicht vorveröffentlichten älteren europäischen Patentanmeldung EP-A-0 350
402 ist ein Personal Computer mit einem Bus, an dem eine zentrale Steuerung, sowie
eine Vielzahl von mit dem Bus verbundenen Einsteckkarten angeschlossen sind, zu entnehmen.
Diese Einsteckkarten weisen je eine eigene Steuerung auf und sind somit unabhängig
von der Zentralsteuerung des Personal Computers. Diese Einsteckkarten ermöglichen
den Anschluß von analogen wie auch von digitalen Teilnehmern und stellen auch die
Verbindung zu einem digitalen Netz her.
[0006] Weiterhin ist eine zum Anschließen einer Vielzahl von Teilnehmerendgeräten an ein
ISDN vorgesehene Teilnehmeranschlußbaugruppe bekannt (Commutation et Transmission,
Band 9, Nr. 3, Seiten 30-50, September 1987, Paris FR, Lavoisard et al), die eine
digitale Netzschnittstelle (T) und, teilnehmerseitig, je nach Größe eine oder mehrere
S
o-Schnittstellen oder analoge Z-Schnittstellen zur Verfügung stellen. Dabei wird ein
sogenanntes Bussystem vorgestellt, welches eine direkte Verbindung zwischen einer
S und einer T-Schnittstelle erlaubt. Dann gibt es ein Steuerungssystem in Art einer
kleinen Nebenstellenanlage und es gibt ein großes heterogenes System, welches in Art
eines LAN's arbeitet.
[0007] Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, eine universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe
zu realisieren, die mit geringem Aufwand den Anschluß von beliebigen analogen und
digitalen Endgeräten sowie drahtlosen Endgeräten an ein diensteintegrierendes digitales
Fernmeldenetz ISDN ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Lehre des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0009] Durch die universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe, die in vorteilhafter Weise Bestandteil
eines digitalen Endgerätes sein kann, wird, gesteuert durch einen ohnehin im Regelfall
vorhandenen Mikroprozessor, eine "kleine" Vermittlungsstelle mit analogen und digitalen
Endgeräten realisiert, so daß eine Steuerung eines Internverkehrs zwischen analogen
und analogen oder analogen und digitalen oder digitalen und digitalen Endgeräten in
einfachster Weise möglich ist. Zusätzlich können ISDN-Leistungsmerkmale an den analogen
Endgeräten umgesetzt werden.
[0010] Durch die universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe ist, durch entsprechende Programmierung
der Steuereinheit und Abspeicherung von Konfigurations-Parametern, prinzipell jedes
beliebige analoge Endgerät zusammen mit einem oder mehreren digitalen Endgerät bzw.
Endgeräten im ISDN betreibbar.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung sind den abhängigen
Ansprüchen zu entnehmen.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel wird im folgenden anhand der Zeichnung erläutert.
[0013] Die Zeichnung zeigt ein Prinzipschaltbild der erfindungsgemäßen universellen Teilnehmeranschlußbaugruppe.
[0014] Eine universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe 1 besteht aus einer Steuereinehit 2,
die einen digitalen Speicher 3 enthält. Die Steuereinheit 2 und der Speicher 3 sind
untereinander mit einem internen Systembus 4 verbunden.
[0015] Weiterhin ist eine digitale Teilnehmer-Schnittstelle 6, d.h. eine S
o-Schnittstelle, zum Anschluß digitaler (ISDN)-Endgeräte 9 mit dem Systembus 4 verbunden.
[0016] Zum Anschluß von analogen Endgeräten 10 ist eine analoge Teilnehmerschnittstelle
11 mit dem Systembus 4 verbunden.
[0017] Zusätzlich ist, wie in der Figur gezeigt, eine Funkteilnehmer-Schnittstelle 12 für
drahtlose Endgeräte 13, wie z.B. schnurlose Telefonapparate, mit dem Systembus 4 verbunden.
Ferner weist die universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe 1 eine mit dem Systembus
4 verbundene digitale Netzschnittstelle 5, eine sogenannte U
o-Schnittstelle auf, die zur Herstellung einer Verbindung mit einem diensteintegrierenden
digitalen Fernmeldenetz 8 dient.
[0018] Üblicherweise notwendige Teile, wie Strom- und Taktversorgung sind aus Gründen der
Übersichtlichkeit nicht dargestellt.
[0019] Um nun universell alle analogen und digitalen Endgeräte mit dem digitalen Netz verbinden
zu können, enthält der digitale Speicher 3 der Steuereinheit 2 die zur funktionalen
Steuerung und Übewachung notwendigen Konfigurations-Parameter.
[0020] Dadurch kann die erfindungsgemäße Teilnehmeranschlußbaugruppe 1 durch einfache Programmierung
an jegliche Endgerätekonfigurationen angepaßt werden.
[0021] Um auf das digitale Fernmeldenetz ISDN - 2 x 64 kbit/s B-Kanäle für Nachrichten,
1 x 16 kbit/s D-Kanal für Signalisierung - zugreifen zu können, ist der interne Systembus
4 wie folgt aufgebaut. Der Rahmen besteht aus vier Oktetten, wobei in den ersten zwei
Oktetten zwei 64 kbit/s B-Kanäle, im dritten Oktett Überwachungsinformation und im
vierten Oktett Signalisierungs- und Steuerinformation übertragen wird (davon 2 Bit
für den D-Kanal).
[0022] Die Teilnehmerschnittstellen 6, 11, 12 übernehmen die Umsetzung von und zum internen
Systembus 4. Dabei ist die digitale Teilnehmerschnittstelle 6 als S
o-Schnittstelle oder als U
Po-Schnittstelle für ISDN-Endgeräte ausgelegt, wobei eine 4- bzw. 2-Draht Anschaltung
möglich ist.
[0023] Über die analoge Teilnehmerschnittstelle 11 erfolgt eine Anpassung einer analogen
Anschlußleitung (a/b) oder eines mit analogen Endgeräten verbundenen Bussystemes auf
den internen Systembus 4, wobei die analoge Teilnehmerschnittstelle 11 in wesentlichen
eine 2-Draht-/4-Draht-Umsetzung und eine Signalisierungs-Umsetzung durchführt und
zur Analog-Digital-Wandlung oder Digital-Analog-Wandlung einen Codec beinhaltet.
[0024] Entsprechend erfolgt über die Funkteilnehmer-Schnittstelle 12 eine Umsetzung auf
den internen Systembus 4 für drahtlose Endgeräte 13, wie z.B. für schnurlose Telefone.
[0025] Zusätzlich ermöglicht die erfindungsgemäße Teilnehmeranschlußbaugruppe für die teilnehmerseitig
angeschlossenen Endgeräte 9, 10, 13 einen Internverkehr. Zur Durchführung eines teilnehmerseitigen
Internverkehrs sind im digitalen Speicher 3 vorgegebene Signalisierungssequenzen abgelegt,
so daß infolge eines teilnehmerseitigen Verbindungsaufbaus, gesteuert durch die Steuereinheit
2, eine Durchschaltung einer Verbindung zwischen zwei Endgeräten erfolgt, ohne daß
eine Signalisierung über die U
o-Schnittstelle 5 zum ISDN-Netz 8 erfolgt.
[0026] Es können Verbindungen zwischen analogen und digitalen Endgeräten oder zwischen analogen
und analogen Endgeräten aber auch zwischen digitalen und digitalen Endgeräten hergestellt
werden (z.B. Familientelefonanlage mit analogen Geräten, einem schnurlosen Telefon
und einem ISDN-Endgerät).
[0027] Ein ankommender Ruf wird, gesteuert durch die Steuereinheit 2, parallel über die
Teilnehmerschnittstelle 6, 11, 12 an alle angeschlossenen Endgeräte 9, 10, 13 angelegt,
so daß ein ankommendes Gespräch von digitalen als auch von analogen Endgeräten entgegengenommen
werden kann.
[0028] Ferner besteht die Möglichkeit, aufgrund einer vorgegebenen, im digitalen Speicher
2 abgelegten Signalisierungssequenz, intern das Gespräch von einem Endgerät zu einem
anderen Endgerät umzulegen.
[0029] Falls bereits ein Endgerät sich in einem Belegtzustand befindet, wird ein ankommender
Ruf parallel an alle nicht belegten Endgeräte angelegt, wobei gleichzeitig ein Hinweis
zum besetzten Endgerät erfolgen kann (Anklopfen). Bei ISDN-Endgeräten mit Datenanzeige
kann zusätzlich die Rufnummer des rufenden Teilnehmers angezeigt werden.
[0030] Es ist auch vorgebbar, daß ein ankommender Ruf nur an einzelne Endgeräte, z.B. nur
an die Endgeräte, die im Wohnraum eines Hauses (nicht aber im Schlafzimmer) installiert
sind, anlegbar ist.
[0031] Da normalerweise digitale Endgeräte 9 eine eigene Steuereinheit aufweisen, kann,
gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung, die universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe
1 als integraler Teil des ISDN-Endgerätes ausgeführt werden, wobei die Funktionen
der Steuereinheit 2 der Teilnehmeranschlußbaugruppe 1 durch die Steuereinheit des
digitalen Endgerätes 9 mit ausgeführt werden können.
[0032] Die universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe 1 ermöglicht somit eine optimale Anpassung
an bereits bestehende Endgerätekonfigurationen und deren Leistungsmerkmalen in Verbindung
mit den Vorteilen eines ISDN-Netzabschlusses.
[0033] Darüber hinaus ist jederzeit eine Erweiterung/Änderung der Endgerätekonfiguration
analog wie digital ohne wesentlichen Mehraufwand durch einfache Programmierung möglich.
1. Universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe (1) zum Anschließen einer Vielzahl von Teilnehmerendgeräten
(9, 10, 13) an ein diensteintegrierendes digitales Fernmeldenetz (8), bestehend aus
- einem internen Systembus (4),
- einer mit dem internen Systembus (4) verbundenen Steuereinheit (2, 3), die einen
mit dem Systembus (4) verbundenen digitalen Speicher (3) enthält, in dem die zur funktionalen
Steuerung und Überwachung der Teilnehmeranschlußbaugruppe (1) notwendigen Konfigurations-Parameter
abgespeichert sind,
- wenigstens einer mit dem Systembus (4) verbundenen digitalen Teilnehmer-Schnittstelle
(Schnittstelle So, Upo) (6) für digitale Endgeräte (9),
- wenigstens einer mit dem Systembus (4) verbundenen analogen Teilnehmer-Schnittstelle
(11) für analoge Endgeräte (10),
- wenigstens einer mit dem Systembus (4) verbundenen Funkteilnehmer-Schnittstelle
(12) für drahtlose Endgeräte (13) und
- einer mit dem Systembus (4) verbundenen digitalen Netzschnittstelle (Schnittstelle
Uo) (5) für das digitale Fernmeldenetz (8).
2. Universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe nach Anspruch 1, mit im digitalen Speicher
(3) der Steuereinheit (2) abgelegten Signalisierungssequenzen, die infolge eines teilnehmerseitigen
Verbindungsaufbaus zur Erkennung eines teilnehmerseitigen Internverkehrs und zur Durchschaltung
einer internen Verbindung zwischen teilnehmerseitigen Endgeräten (9, 10, 13) verwendet
werden.
3. Universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe nach Anspruch 1 oder 2, bei der ein ankommender
Ruf parallel an alle angeschlossenen oder an einzeln vorgebare angeschlossene Endgeräte
(9, 10, 13) anlegbar ist, die keinen Belegtzustand aufweisen, wobei gleichzeitig ein
Hinweis auf einen ankommenden Ruf zum belegten Endgerät (9, 10, 13) übertragbar ist.
4. Universelle Teilnehmeranschlußbaugruppe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die
als integraler Teil eines digitalen Endgerätes derart aufgebaut ist, daß eine Steuereinheit
des digitalen Endgeräts die Funktionen der Steuereinheit (3, 2) der Teilnehmeranschlußbaugruppe
(1) ausführt.
1. A universal subscriber line module (1) for connecting a plurality of subscriber terminals
(9, 10, 13) to an integrated services digital communication network (8), comprising
- an internal system bus (4),
- a control unit (2, 3) connected to the internal system bus (4) and including a digital
memory (3) connected to the system bus (4) and containing the configuration parameters
required to control and monitor the subscriber line module (1),
- at least one digital subscriber interface (interface S₀, UP0) (6) connected to the system bus (4) for interfacing to digital terminals (9),
- at least one analog subscriber interface (11) connected to the system bus (4) for
interfacing to analog terminals (10),
- at least one radiotelephone subscriber interface (12) connected to the system bus
(4) for interfacing to wireless terminals (13), and
- a digital network interface (interface U₀) (5) connected to the system bus (4) for
interfacing to the digital communication network (8).
2. A universal subscriber line module as claimed in claim 1 wherein the digital memory
(3) of the control unit (2) contains signalling sequences which are used to detect
internal traffic and to switch through internal calls between subscriber terminals
(9, 10, 13).
3. A universal subscriber line module as claimed in claim 1 or 2 wherein an incoming
call can be applied in parallel to all connected or to individually predeterminable
connected terminals (9, 10, 13) which are not busy, with a signal indicative of an
incoming call being simultaneously transmissible to the busy terminal (9, 10, 13).
4. A universal subscriber line module as claimed in any one of the preceding claims which
forms an integral part of a digital terminal and is constructed in such a way that
a control unit of the digital terminal performs the functions of the control unit
(3, 2) of the subscriber line module (1).
1. Bloc universel de raccordement d'abonné (1) pour raccorder une pluralité de terminaux
d'abonné (9, 10, 13) à un réseau numérique de télécommunications à intégration de
services (8), constitué
- d'un bus de système interne (4),
- d'une unité de commande (2, 3) qui est reliée au bus de système interne (4) et qui
contient une mémoire numérique (3) qui est reliée au bus de système (4) et dans laquelle
sont mémorisés les paramètres de configuration nécessaires pour la commande et la
surveillance fonctionnelles du bloc de raccordement d'abonné (1),
- d'au moins une interface abonné numérique reliée au bus de système (4) (interface
So, Upo) (6) pour terminaux numériques (9),
- d'au moins une interface abonné analogique (11) reliée au bus de système (4) pour
terminaux analogiques (10),
- d'au moins une interface abonné du radiotéléphone (12) reliée au bus de système
(4) pour terminaux sans fil (13) et
- d'une interface réseau numérique (interface Uo) (5) reliée au bus de système (4) pour le réseau numérique de télécommunications
(8).
2. Bloc universel de raccordement d'abonné selon la revendication 1, comportant des séquences
de signalisation qui sont mémorisées dans la mémoire numérique (3) de l'unité de commande
(2) et qu'à la suite de l'établissement d'une liaison côté abonné on emploie pour
identifier un trafic interne côté abonné et pour établir une liaison interne directe
entre des terminaux (9, 10, 13) côté abonné.
3. Bloc universel de raccordement d'abonné selon la revendication 1 ou 2, dans le cas
duquel un appel qui arrive peut parvenir en parallèle à tous les terminaux (9, 10,
13) raccordés ou à différents terminaux raccordés (9, 10, 13) à prescrire et qui ne
présentent pas d'état d'occupation, une indication d'un appel arrivant pouvant être
simultanément transmise au terminal (9, 10, 13) occupé.
4. Bloc universel de raccordement d'abonné selon l'une des revendications précédentes,
qui est construit, en tant que partie intégrante d'un terminal numérique, de façon
qu'une unité de commande du terminal numérique assure les fonctions de l'unité de
commande (3, 2) du bloc de raccordement de d'abonné (1).