[0001] Die Erfindung betrifft eine Sperreinrichtung zum steuerbaren, richtungsabhängigen
Sperren bzw. Blockieren der Rotationsbewegung eines Elements, insbesondere eines Drehkreuzes,
dessen Bewegung richtungsabhängig gesperrt bzw. blockiert werden soll, wobei eine
Welle koaxial von zwei gegenläufig sperrenden Freiläufen umgeben ist, von denen jeweils
ein Teil drehsicher mit der Welle verbunden ist und der jeweils andere, nur in einer
Drehrichtung um die Welle drehbare Teil mittels einer Bremseinrichtung in seiner Drehung
gehindert oder freigegeben werden kann.
[0002] Aus der DE-A-27 46 896 ist eine elektrisch steuerbare Sperrvorrichtung für eine Drehkreuz-Personenschleuse
bekannt, bei der eine Sperrwelle mit den drehbaren Teilen zweier gegenläufig sperrender
Richtgesperre verbunden ist, die je für sich mittels elektromagnetisch betätigbaren
Arretiervorrichtungen in Freilaufrichtung blockierbar sind. Dabei sind die beiden
Richtgesperre in Form von stufenlosen Klemmrichtgesperren koaxial auf der Sperrwelle
angeordnet, wobei jeweils ein Teil jedes Klemmrichtgesperres drehsicher mit der Sperrwelle
verbunden ist und der jeweils andere, nur in einer Drehrichtung um die Sperrwelle
drehbare Teile jedes Klemmrichtgesperres formschlüssig drehsicher jeweils mit einem
axial beweglichen, als Ringscheibe ausgebildeten Anker in Verbindung steht, der den
beweglichen Teil einer elektromagnetischen Kupplung bildet und von einem ringförmigen,
konzentrisch zur Sperrwelle feststehend in einem Blockgehäuse angeordneten Elektromagneten
arretierbar ist, welcher den feststehenden Teil der Kupplung bildet.
[0003] Eine andere Sperrvorrichtung ist aus der US-A-39 98 008 bekannt. Bei dieser Sperrvorrichtung
steht eine mit den Drehkreuzarmen direkt verbundene Sperrwelle über ein Zahnradgetriebe
mit mehreren Zahnrädern und Zahnritzen sowie zwei gegenläufig sperrenden Richtgesperren
konventioneller Bauart in getrieblicher Verbindung.
[0004] Der Einsatz von Freiläufen bei Durchgangssperrvorrichtungen ist auch in der DE-U-18
75 256 vorgeschlagen worden. Dort enthält ein Drehlager für Sperrstangen einen Freilauf,
der die Bewegung der Sperrarme eines Drehkreuzes zunächst in beiden Drehrichtungen
erlaubt. Um diese mit einem Freilauf ausgestattete Durchgangssperre für die eine oder
andere Drehrichtung wirksam machen zu können, wird mittels einer Sperrscheibe und
eines Sperrstiftes jeweils eine Drehrichtung des Freilaufes gesperrt bzw. in einer
Mittelstellung dafür gesorgt, daß beide Sperrstellungen aufgehoben und eine freie
Drehbarkeit gewährleistet ist.
[0005] Anstatt von Freilaufkonstruktionen wird in der GB-A-21 89 838 empfohlen, zwei einander
entgegengesetzt sperrende Schlingfederbremsen einzusetzen.
[0006] Drehkreuze mit steuerbaren Sperreinrichtungen, die bei Katastrophenfällen und dgl.
den Durchgang auch in beiden Richtungen und ohne Behinderung der durchgehenden Personen
freigeben, sind beispielsweise auch aus der EP-A-0 173 830 oder der DE-A-29 15 190
bekannt, wobei mit Schwenkhebeln und Sperrklinken gearbeitet wird.
[0007] Klinken- und Rastmechanismen ermüden jedoch mit der Zeit und benötigen regelmäßige
Wartungen und Sicherheitskontrollen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es verhältnismäßig
häufig zu versehentlichen oder auch mißbräuchlichen Fehlbedienungen kommt. Außerdem
führen sie zu einem außerordentlich massiven, platzaufwendigen Aufbau, der auch zu
einer großen Bauhöhe der Drehkreuze führt.
[0008] Nachteil aller vorgenannten Sperreinrichtungen und Drehkreuze mit derartigen Sperreinrichtungen
ist, daß sie entweder sehr kompliziert und fehleranfällig sind oder daß eine sehr
ungünstige Kraftübertragung erfolgt und damit auch bei an sich beabsichtigter freier
Durchquerbarkeit der Sperrvorrichtung bzw. Drehkreuze diese sehr mühsam ist.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine gattungsgemäße Sperreinrichtung
sowie ein Drehkreuz unter Verwendung einer derartigen Sperrvorrichtung vorzuschlagen,
mit denen eine -erleichterte Durchquerbarkeit ermöglicht wird, ohne auf die Vorteile
verzichten zu müssen.
[0010] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Welle eine Antriebswelle ist, die mit
einem Antrieb mit umkehrbarer Drehrichtung verbunden ist, und daß die Antriebswewelle
über ein Getriebe mit einer weiteren Welle gekoppelt ist, die die Drehkreuzwelle bildet.
Bei einem Drehkreuz wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß eine derartige Sperrvorrichtung
eingesetzt wird.
[0011] Grundsätzlich ist es bereits bekannt, ein Drehkreuz mit einem motorischen Antrieb
zu versehen, beispielsweise aus der EP-A-0 331 770 oder der EP-A-0 363 618.
[0012] Gerade im Zusammenwirken mit der Konstruktion mit den beiden gegenläufig sperrenden
Freiläufen bzw. Klemmrichtgesperren wird jedoch ein besonderer Vorteil erreicht. Die
etwa in der DE-A-27 46 896 nur als Sperrwelle und identisch mit der Drehkreuzwelle
vorgesehene einzige Welle muß bei einer Drehung den gesamten Mechanismus bewegen.
Im vorliegenden Falle dagegen kann über zwischengeschaltete Getriebe sowie entsprechende
Anpassung des Motors auf einfachste Weise Antrieb einerseits sowie Blockierung andererseits
miteinander koordiniert werden.
[0013] Bei einem Einsatz in Drehkreuzen wird die Antriebswelle mit der Drehkreuzwelle verbunden.
Wird durch die Bremseinrichtung die Drehung der Bremswelle verhindert, so wird durch
den einseitig sperrenden Freilauf zwischen der Bremswelle und der Antriebswelle auch
die Drehung dar Antriebswelle in einer Richtung verhindert, in der anderen jedoch
freigegeben. Dies bedeutet, daß das Drehkreuz den Durchgang in einer Richtung freigibt
und in der anderen Richtung sperrt. Dadurch wird die normale Funktion sichergestellt,
daß Räume nur durch einen Eingang betreten und durch einen Ausgang wieder verlassen
werden können.
[0014] Wird dagegen die Bremswelle von der Bremseinrichtung freigegeben, so daß sie sich
beliebig drehen kann, so ist der Freilauf ohne Wirkung und auch die Antriebswelle
kann sich in beiden Richtungen drehen bzw. der Antrieb in beide Richtungen wirken.
Bei einem Drehkreuz ist damit der Durchgang in beiden Richtungen ohne Behinderung
der durchgehenden Personen freigegeben und kann über den in beide Drehrichtungen arbeitenden
Motor entsprechend unterstützt werden.
[0015] Eine solche Einrichtung wäre etwa bei Drehkreuzen denkbar, die ständig nur in einer
Richtung den Durchgang freigeben sollen und nur bei Katastrophenfällen beidseitigen
Durchgang ermöglichen sollen. Ein Einsatz etwa bei Eingängen in Supermärkten würde
sich anbieten.
[0016] Dabei könnte die Bremseinrichtung aus Sicherheitsgründen so geschaltet sein, daß
sie stromlos die Drehung der Bremswelle freigibt.
[0017] Weitere Einsatzmöglichkeiten ergeben- sich beispielsweise bei Schiebetoren. In diesem
Falle würde die antreibbare Welle mit einem Zahnstangenantrieb gekoppelt. Würde die
Bremswelle freigegeben, so könnte das Schiebetor beliebig auf- und zugeschoben werden.
Würde die Bremswelle eingeschaltet, so wäre nach wie vor eine Bewegung des Schiebetores
in einer Richtung möglich, beispielsweise in Schließrichtung, ein Öffnen würde jedoch
wirksam verhindert. Als Einsatz würden sich beispielsweise Sicherheitstüren und -tore
anbieten, die normalerweise frei für jeden Benutzer geöffnet werden können, nach dem
Eintreten einer vorgegebenen Situation jedoch nur noch geschlossen werden können.
In sicherheitsgefährdeten Bereichen könnte in diesem Falle das Verlassen des Geländes
verhindert werden, umgekehrt könnte das Betreten bei Katastrophenfällen verhindert
werden.
[0018] Auch im Bereich des Arbeitsschutzes ist ein Einsatz solcher Sperreinrichtungen möglich.
So besteht beispielsweise bei Maschinen gelegentlich die Gefahr, daß die Bedienungspersonen
noch hineingreifen, wenn dies aus Sicherheitsaspekten unerwünscht ist. Als Beispiel
sei auf Pressen hingewiesen, in denen eine Bedienungsperson ein möglicherweise nicht
vollständig korrekt liegendes Objekt zurechtrücken möchte. Um dies zu verhindern,
können Sicherheitsklappen oder -schranken vorgeschaltet werden, die sich normalerweise
frei wegschieben lassen, bei vorgegebenen Situationen jedoch nur noch in eine Richtung
bewegt werden können.
[0019] Durch die Erfindung wird eine Art abschaltbarer mechanischer Gleichrichter geschaffen,
der Bewegungen nur noch in eine Richtung gestattet.
[0020] Die Bremseinrichtung ist in der Lage, die Drehung in beide Richtungen unabhängig
voneinander zu blockieren. Der eine Freilauf wird durch eine Bremswelle, der andere
durch eine weitere Bremswelle gesteuert.
[0021] Mit einer solchen Konstruktion kann die Sperreinrichtung vier verschiedene Funktionen
ausführen.
[0022] Werden beide Bremswellen an ihrer Drehung gehindert so bewirken die beiden gegensinnig
sperrenden Freiläufe, daß die antreibbare Welle nicht mehr gedreht werden kann.
[0023] Wird eine der beiden Bremswellen freigegeben, so bewirkt der jeweils nicht zugeordnete
Freilauf, daß eine Drehung der antreibbaren Welle in einer Richtung möglich wird.
[0024] Die andere Richtung bleibt gesperrt. Dadurch kann eine Bewegung des Elements in einer
Richtung erfolgen, beispielsweise das Drehkreuz in einer Richtung passiert werden,
während es in der anderen Richtung verriegelt ist.
[0025] Werden beide Bremswellen freigegeben, so ist wie in der obengenannten vereinfachten
Ausführung ein freies Drehen der antreibbaren Welle und damit ein Bewegen in beide
Richtungen, etwa ein beidseitiges Passieren des Drehkreuzes möglich.
[0026] Von besonderem Vorteil ist es, daß die Bremswellen von einer Bremsscheibe gebildet
werden, die eine zentrale Ausnehmung besitzt, durch welche die Antriebswelle verläuft.
Dadurch, daß der Freilauf die Antriebswelle koaxial umgibt, entsteht ein besonders
platzsparender Aufbau und die Anforderungen lassen sich mit den in großen Stückzahlen
auf dem Markt befindlichen Freilauf-Konstruktionen problemlos erfüllen.
[0027] Eine derartige Konstruktion ist auch besonders zuverlässig und geeignet für eine
Kraftübertragung. Die Bremsscheiben bieten von der Seite her, also parallel zur Achsrichtung
der antreibbaren Welle, große Angriffsflächen, an denen Bremseinrichtungen eingreifen
können. Darüber hinaus ist die Angriffsfläche auch noch ringförmig um die ggf. festzuhaltende
antreibbare Welle angeordnet, so daß auch eine symmetrische Haltekraft entsteht. Bei
einem Versuch, gewaltsam das Element in eine nicht gewünschte Richtung zu bewegen,
beispielsweise das Drehkreuz in einer nicht gewünschte Richtung zu drehen, müssen
daher enorme Kräfte aufgewendet werden, und ein Aushebeln, Abbrechen oder Wegdrücken
ist praktisch unmöglich.
[0028] Als Bremseinrichtung würden vorzugsweise elektromagnetische Bremsen eingesetzt. Wenn
die Bremseinrichtung elektromagnetisch betätigbar ist, so kann je nach Schaltung der
Elektromagneten die Bremswirkung entweder bei Erregung oder bei Entregung der Magnete
erfolgen, wobei ggf. zusätzliche Druckfedern vorgesehen sein können, die den elektromagnetischen
Kräften entgegenwirken.
[0029] Besonders bevorzugt weist die eine oder eine der Bremseinrichtungen eine stromlos
entriegelnde Magnetbremse auf. Dies bedeutet, daß im Katastrophenfall, wenn möglicherweise
ein Stromausfall vorliegt, eine Bewegung in zumindest eine vorgegebene Richtung problemlos
möglich ist, etwa das Drehkreuz in zumindest eine vorgegebene Richtung problemlos
durchquerbar bleibt. Etwa gefährdete Räume können auf diese Weise verlassen werden.
[0030] Alternativ besteht die Möglichkeit, daß die oder eine der Bremseinrichtungen eine
stromlos verriegelnde Federdruckbremse aufweist. Auch eine Permanentmagnetbremse würde
sich anbieten. Mit einer solchen Konstruktion kann erreicht werden, daß das Betreten
bestimmter Räume bei Stromlosigkeit verhindert wird. Dies könnten beispielsweise einbruchsgefährdete
Räume sein.
[0031] Eine besonders bevorzugte Lösung besitzt je eine stromlos entriegelnde Bremse und
eine stromlos verriegelnde Bremse als Bremseinrichtung. Mit einer solchen Konstruktion
kann genau eine definierte Bewegungsrichtung für den Katastrophenfall vorgegeben werden,
beispielsweise eine definierte Ausgangsrichtung bei Drehkreuzen.
[0032] Die Bremseinrichtung(en) wird bevorzugt von einer Steuerungsvorrichtung gesteuert,
der äußere Daten von einem Befehlsgeber zugeführt werden.
[0033] Durch den motorischen Antrieb wird außerdem eine weitgehend gleichförmige Winkelbewegung
des Drehkreuzes bzw. der Sperreinrichtung von einer Sperrstellung zur nächsten sowie
eine sicherer Überführung des Drehkreuzes an die jeweils folgende Position gewährleistet.
Die Drehkreuze selbst können auch sehr massiv ausgeführt werden.
[0034] Der Antrieb erfolgt vorzugsweise über einen Elektromotor, der mit einem Bruchteil
seiner Nennleistung (etwa 1/10 seiner Nennleistung) betrieben wird. Dadurch kann bei
Drehkreuzen oder auch Schiebetoren verhindert werden, daß in der Bewegungsrichtung
des Elements stehende Personen oder Objekte beiseite geschoben oder verletzt werden,
falls sie sich zu langsam oder überhaupt nicht bewegen.
[0035] Eine besonders zweckmäßige Ausführung wird erreicht, wenn im Stromkreis des Motors
ein Frequenzumformer angeordnet ist, dem von der Steuerungsvorrichtung Signale zugeführt
werden. Über den Frequenzumformer kann der gesamte Bewegungsablauf des Elementes gesteuert
und den jeweiligen Verhältnissen angepaßt werden, um beispielsweise der Geometrie
der Bewegung Rechnung zu tragen, beispielsweise bei Drehkreuzen mit geneigt verlaufender
Drehachse. Günstig ist es, wenn auch der Stromkreis der Bremseinrichtung einem Frequenzumformer
angeschlossen ist, so daß auch eine präzise Steuerung der Bremse erfolgen kann. Der
Frequenzumformer kann durch Signale der Steuerungsvorrichtung beeinflußt werden.
[0036] Eine weitere günstige Möglichkeit besteht darin, Drehfeldmagnetmotoren einzusetzen.
Dies sind Motoren, die nicht für eine bestimmte Leistung, sondern für ein Drehmoment
im Stillstand ausgelegt werden. Sie sind elektrisch so bemessen, daß sie bei Nennspannung
mit fest gebremster Welle in Dauer- bzw. Aussetzbetrieb eingeschaltet bleiben können
und dabei ihr größtes Drehmoment, das sogenannte Stillstandsmoment, entwickeln. Diese
Motoren sind an sich bekannt und in Form eines Drehstromwicklermotors beispielsweise
in der DE-C-38 33 787 erwähnt.
[0037] Im folgenden wird anhand der Zeichnung ein Anwendungsfall der Erfindung näher beschrieben.
Dabei ist ein Einsatz der Sperreinrichtung in einem Drehkreuz näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt in schematischer Darstellung eine Prinzipskizze eines Drehkreuzes mit Einsatz
der erfindungsgemäßen Sperreinrichtung,
- Fig. 2
- zeigt eine nähere Darstellung der Bremseinrichtung.
[0038] Das Drehkreuz 10 besitzt in dem dargestellten Ausführungsbeispiel drei Bügel 11,
die drehsicher an einer Drehkreuzwelle 12 montiert sind. Die Drehkreuzwelle 12 steht
lotrecht, die drei Bügel 11 schließen miteinander jeweils einen Winkel von 120° ein.
[0039] Vorgesehen ist ein Antrieb 20, der einen Motor 21 aufweist. Der Motor 21 treibt eine
Antriebswelle 22. Es handelt sich um einen Elektromotor 21 mit einer Stromversorgung
bzw. Spannungsquelle 23, die auch ggf. über einen Transformator an den Motor angeschlossen
sein kann.
[0040] Die Antriebswelle 22 führt vom Motor 21 zu einem Getriebe 24. Das Getriebe 24 ist
in dem Beispiel ein Winkelgetriebe mit zwei Kegelrädern 25, 26. Das Kegelrad 25 sitzt
auf der Antriebswelle 22 des Motors 21 und dreht sich mit dieser. Das Kegelrad 26
sitzt sicher auf der Drehkreuzwelle 12. Der Motor 21 treibt also über das Winkelgetriebe
24 das Drehkreuz 10. Alternativ kann auch ein Schneckengetriebe vorgesehen werden,
dessen Platzbedarf besonders gering ist.
[0041] Vorgesehen ist außerdem eine Steuerungsvorrichtung 30.
[0042] Ein äußerer Befehlsgeber 34, beispielsweise eine Bedienungsperson in einer Zentrale
oder auch eine automatische Warnfunktion im Katastrophenfall bzw. ein nicht dargestellter
Magnetkartenleser kann der Steuerungsvorrichtung 30 Informationen geben. Insbesondere
wird dabei festgelegt, welche der beiden möglichen Drehrichtungen des Drehkreuzes
10 als Durchgangsrichtung und welche als Sperrichtung betrieben werden soll. Außerem
kann die Steuerungsvorrichtung 30 in Meldelampen 35 oder anderen Anzeigevorrichtungen
jeweils Informationen über ihren Betriebszustand nach außen geben.
[0043] Mit den bei ihr vorliegenden Informationen wirkt sie u.a.auf ein Wechselschütz 36
über eine Leitung 37 ein, das die Drehrichtung des Motors 21 bestimmt und ihn mit
der Stromversorgung verbindet.
[0044] Außerdem betätigt die Steuerungsvorrichtung 30 die Bremseinrichtungen 40 und 41.
Diese werden über Leitungen 43, 44 angesprochen.
[0045] Die Bremseinrichtungen 40 und 41 weisen je eine Bremswelle 45 bzw. 46 auf. Die Bremswellen
45, 46 werden dabei durch Bremsscheiben gebildet. Diese Bremsscheiben sind axial durchbohrt;
durch die zentral angeordneten Bohrungen erstreckt sich die Antriebswelle 22. Beide
Bremswellen 45, 46 (bzw. Bremsscheiben) sind daher parallel angeordnet. Zwischen den
Bremswellen 45, 46 und der Antriebswelle 22 ist jeweils ein Freilauf 55, 56 eingeschaltet,
der einseitig sperrt. Dabei sperren die beiden Freiläufe 55, 56 gegensinnig; d.h.
einer der beiden Freiläufe sperrt im und der andere gegen den Uhrzeigersinn.
[0046] Beispiele für geeignete Freilauf-Konstruktionen sind in verschiedenen Ausgaben von
Lueger, Lexikon der gesamten Technik, beschrieben. Es handelt sich um Klemmgesperre,
Einwegkupplungen mit selbstsperrender Kraftschlüssigkeit, die zwei drehbare Teile
(Wellen) in einem Drehsinn relativ zueinander kuppeln, während bei entgegengesetztem
Relativdrehsinn die Teile selbsttätig gelöst werden.
[0047] Eine etwas deutlichere Darstellung ist hierzu in Fig. 2 angegeben. Die Bremsscheiben
bzw. Bremswellen 45 und 46 werden von nicht näher dargestellten Bremskräften an ihrer
Drehung gehindert bzw. freigegeben. Diese Bremskräfte werden im Falle der Bremseinrichtung
40 von einer stromlos entriegelnden Magnetbremse und im Falle der Bremseinrichtung
41 von einer stromlos verriegelnden Federdruckbremse ausgeübt.
[0048] Auch andere elektromagnetisch wirkende stromlose entbzw. verriegelnde Bremsen wären
einsetzbar.
[0049] Auf der Drehkreuzwelle 12 sitzt außerdem ein Schalter 50, der weitere Informationen
über eine Leitung 51 an die Steuerungsvorrichtung 30 abgibt. Der Schalter 50 stellt
u.a. fest, ob sich die Bügel 11 des Drehkreuzes 10 gerade in einer der um 120° zueinander
versetzten Raststellungen befinden. Er ermittelt auf diese Weise, ob beispielsweise
ein Durchquerungsvorgang des Drehkreuzes 10 durch die Person beendet ist. Aufgrund
dieser Informationen schaltet die Steuerungsvorrichtung 30 den Motor 21 ab.
[0050] Die Funktion des Drehkreuzes 10 ist wie folgt:
[0051] Abhängig von der Befehlsgabe (bei 34) durch einen Drucktaster, Schlüsselschalter,
Kartenleser, Kodegerät oder bei Dauerfreigabe stellt die Steuerungsvorrichtung 30
die Bremseinrichtungen 40 und 41 in eine der vier folgenden Möglichkeiten ein:
1. Die Federdruckbremse 56 wird stromlos verriegelt und die Magnetbremse 55 unter
Strom verriegelt. Das Drehkreuz ist damit in Grundstellung, da beide Bremsscheiben
in Bremsstellung sind und die ihnen zugeordneten Freiläufe 55, 56 eine Drehung der
Antriebswelle 22 nicht ermöglichen können, da jede der beiden Bremseinrichtungen eine
Drehrichtung blockiert.
2. Durch erneute Betätigung, beispielsweise Einlesen einer zugangsberechtigenden Magnetkarte,
wird das Drehkreuz 10 für eine definierte Eingangs-Situation freigegeben. Dies bedeutet
beispielsweise, daß die Federdruckbremse unter Strom die Bremswelle bzw. Bremsscheibe
46 freigibt, die Magnetbremse unter Strom dagegen die ihr zugeordnete Bremswelle 45
sperrt. Die Antriebswelle 22 wird durch den Freilauf der Magnetbremse nun in einer
Drehrichtung freigegeben, ohne durch den Freilauf der Federdruckbremse gesperrt zu
werden.
3. Umgekehrt könnte durch stromloses Blockieren der Federdruckbremse und stromloses
Freigeben der Magnetbremse genau die umgekehrte Drehrichtung der Antriebswelle 22
und damit des Drehkreuzes 10 durch den Freilauf der Federdruckbremse erlaubt werden.
Dadurch entstünde eine definierte "Ausgangs"-Situation.
4. Durch stromloses Freigeben der Magnetbremse und gleichzeitiges Freigeben der Federdruckbremse
unter Strom könnte auch eine Drehung des Drehkreuzes in beide Richtungen - gegebenenfalls
motorunterstützt - möglich werden.
[0052] Sollte - beispielsweise im Katastrophenfall - ein Stromausfall eintreten, würde sich
automatisch bei den beiden Bremseinrichtungen 40, 41 eine Einstellung wie in der "Ausgangs"-Situation
gemäß Punkt 3 ergeben. Auch ohne gesonderte Betätigung des Drehkreuzes könnte damit
- ohne Motorunterstützung - das Drehkreuz in Ausgangsrichtung durchquert werden.
[0053] Ist nur eine der beiden Drehrichtungen durch die Freiläufe bzw. Bremseinrichtungen
ermöglicht, kann ein Benutzer, der in dem Drehkreuz 10 steht, dieses zwar gegen die
Motorkraft per Hand oder durch Stehenbleiben anhalten, wenn wie bevorzugt der Antrieb
20 einen Elektromotor 21 aufweist, der nur mit einem Bruchteil seiner Nennleistung
betrieben wird. Ein Drehen gegen die freigegebene Richtung ist jedoch nicht möglich,
da bei einem Versuch der entsprechende Freilauf sofort blockieren würde.
[0054] Die Drehbewegung würde fortgesetzt, wenn der Benutzer das Drehkreuz 10 wieder losläßt.
[0055] Über einen (nicht dargestellten) Wahlschalter, der ebenfalls bei 34 auf die Steuerungsvorrichtung
30 einwirkt, ist es dem Betreiber möglich, je nach Bedarf das Drehkreuz 10 so einzustellen,
daß sowohl der Eingang als auch der Ausgang nur von berechtigten Personen durch den
vorgesehenen Befehlsgeber benutzt werden können. Es können auch nur der Eingang oder
nur der Ausgang den berechtigten Personen vorbehalten bleiben und die andere generell
nicht gesperrte Richtung von jedem benutzt werden.
1. Sperreinrichtung zum steuerbaren, richtungsabhängigen Sperren bzw. Blockieren der
Rotationsbewegung eines Elements, insbesondere eines Drehkreuzes (10), dessen Bewegung
richtungsabhängig gesperrt bzw. blockiert werden soll, wobei eine Welle (22) koaxial
von zwei gegenläufig sperrenden Freiläufen (55,56) umgeben ist, von denen jeweils
ein Teil drehsicher mit der Welle (22) verbunden ist und der jeweils andere, nur in
einer Drehrichtung um die Welle (22) drehbare Teil mittels einer Bremseinrichtung
(40,41) in seiner Drehung gehindert oder freigegeben werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (22) eine Antriebswelle ist, die mit einem Antrieb (20) mit umkehrbarer
Drehrichtung verbunden ist, und daß die Antriebswelle (22) über ein Getriebe (24)
mit einer weiteren Welle (12) gekoppelt ist, die die Drehkreuzwelle (12) bildet.
2. Sperreinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die oder eine der Bremseinrichtungen (40,41) eine stromlos entriegelnde Bremse,
insbesondere eine Magnetbremse, aufweist.
3. Sperreinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die oder eine der Bremseinrichtungen (40,41) eine stromlos verriegelnde Bremse
aufweist.
4. Sperreinrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Bremseinrichtung eine stromlos entriegelnde Bremse, insbesondere eine Magnetbremse,
und die andere Bremseinrichtung eine stromlos verriegelnde Bremse aufweist.
5. Sperreinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremseinrichtung/einrichtungen (40,41) von einer Steuerungsvorrichtung (30)
gesteuert werden, der äußere Daten über die Sperrichtung bzw. Durchgangsrichtung von
einem Befehlsgeber (bei 34) zugeführt werden.
6. Sperreinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (20) einen Drehfeldmagnetmotor oder einen Elektromotor (21) aufweist,
der nur mit einem Bruchteil seiner Nennleistung betrieben wird.
7. Sperreinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Stromkreis des Motors (21) ein Frequenzumformer angeordnet ist, dem von der
Steuerungsvorrichtung (30) Signale zugeführt werden.
8. Sperreinrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Signalabgabeeinrichtung (50) vorgesehen ist, die bei einem Bewegungsimpuls
in der jeweiligen Durchgangsrichtung auf das Drehkreuz (19) ein elektrisches Signal
abgibt, welches mittelbar oder unmittelbar den Antriebsmotor (21) betätigt.
9. Sperreinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zum Öffnen der Bremseinrichtung/einrichtungen (40,41) ein berührungslos arbeitender
durch Annäherung an das Drehkreuz (10) in der jeweiligen Durchgangsrichtung betätigbarer
Schalter oder ein in der jeweiligen Durchgangsrichtung vor dem Dreh kreuz angeordneter
mit einem mechanischen oder elektronischen, insbesondere durch Magnetkarte betätigbaren
Schloß verbundener Schalter vorgesehen ist.
1. Locking arrangement for controllable and direction-dependent locking or blocking of
the rotational movement of an element, particularly a turnstile (10), the movement
of which is to be locked or blocked depending upon the direction thereof, wherein
a shaft (22) is surrounded coaxially by two free wheels (55, 56) which lock in opposite
directions and of which in each case one part is connected to the shaft (22) so as
to be fixed against rotation and the other part, which is rotatable about the shaft
(22) in only one direction of rotation, can be hindered in its rotation or released
by means of a braking arrangement (40, 41), characterised in that the shaft (22) is
a drive shaft which is connected to a drive (20) with reversible direction of rotation,
and that the drive shaft (22) is coupled by means of a gear unit (24) to a further
shaft (12) which forms the shaft (12) of the turnstile.
2. Locking arrangement according to Claim 1, characterised in that the or one of the
braking arrangement(s) (40, 41) has a brake, particularly a magnetic brake, which
unlocks without current.
3. Locking arrangement according to Claim 1 or 2, characterised in that the or one of
the braking arrangement(s) (40, 41) has a brake, which locks without current.
4. Locking arrangement according to Claim 2 and 3, characterised in that one braking
arrangement has a brake, particularly a magnetic brake, which unlocks without current,
and the other braking arrangement has a brake which locks without current.
5. Locking arrangement according to one of the preceding claims, characterised in that
the braking arrangement(s) (40, 41) is/are controlled by a control device (30) to
which external data relating to the direction of locking or the direction of passage
are delivered by a command transmitter (at 34).
6. Locking arrangement according to one of the preceding claims, characterised in that
the drive (20) has a rotating field magnet motor or an electric motor (21) which is
only operated at a fraction of its rated power.
7. Locking arrangement according to Claim 6, characterised in that a frequency converter
to which signals are delivered by the control device (30) is arranged in the electric
circuit of the motor (21).
8. Locking arrangement according to one of the preceding claims, characterised in that
a signal emitter (50) is provided which in the event of an impulse for movement in
the particular direction of passage emits an electrical signal to the turnstile (19)
which indirectly or directly actuates the drive motor (21).
9. Locking arrangement according to Claim 8, characterised in that for opening the braking
arrangement(s) (40, 41) there is provided a switch with contact-free operation which
can be actuated by approaching the turnstile (10) in the particular direction of passage
or a switch which is arranged before the turnstile in the particular direction of
passage and has a lock which can be actuated mechanically or electronically, particularly
by a magnetic card.
1. Dispositif de verrouillage conçu respectivement pour verrouiller ou bloquer, de manière
commandable et dépendant de la direction, le mouvement rotatoire d'un élément, en
particulier d'un tourniquet (10) dont le mouvement doit être respectivement verrouillé
ou bloqué en fonction de la direction, dispositif dans lequel un arbre (22) est coaxialement
entouré par deux accouplements (55, 56) à course libre, provoquant un verrouillage
dans des sens opposés, dont une partie considérée est assujettie en rotation à l'arbre
(22) et dont l'autre partie considérée, pouvant tourner autour de l'arbre (22) dans
un seul sens de rotation, peut être empéchée d'accomplir une rotation ou peut y être
autorisée au moyen d'un dispositif de freinage (40, 41), caractérisé par le fait que
l'arbre (22) est un arbre menant, relié à un entraînement (20) à sens de rotation
reversible ; et par le fait que l'arbre menant (22) est accouplé, par l'intermédiaire
d'une transmission (24), à un arbre supplémentaire (12) qui forme l'arbre (12) du
tourniquet.
2. Dispositif de verrouillage selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le
ou l'un des dispositifs de freinage (40, 41) présente un frein provoquant un déverrouillage
sans courant, en particulier un frein magnétique.
3. Dispositif de verrouillage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait
que le ou l'un des dispositifs de freinage (40, 41) présente un frein provoquant un
verrouillage sans courant.
4. Dispositif de verrouillage selon les revendications 2 et 3, caractérisé par le fait
qu'un dispositif de freinage présente un frein provoquant un déverrouillage sans courant,
notamment un frein magnétique, et l'autre dispositif de freinage présente un frein
provoquant un verrouillage sans courant.
5. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé
par le fait que le(s) dispositif(s) de freinage (40, 41) est/sont commandé(s) par
un système de commande (30) auquel des données extérieures, concernant respectivement
la direction de verrouillage ou la direction de passage, sont délivrées par un générateur
d'instructions (en 34).
6. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé
par le fait que l'entraînement (20) présente un moteur à champ magnétique rotatif
ou un moteur électrique (21), exploité uniquement selon une fraction de sa puissance
nominale.
7. Dispositif de verrouillage selon la revendication 6, caractérisé par la présence,
dans le circuit électrique du moteur (21), d'un convertisseur de fréquence auquel
des signaux sont appliqués par le système de commande (30).
8. Dispositif de verrouillage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé
par la présence d'un dispositif (50) de délivrance de signaux, qui applique au tourniquet
(10), lors d'une impulsion motrice dans la direction de passage considérée, un signal
électrique actionnant indirectement ou directement le moteur d'entraînement (21).
9. Dispositif de verrouillage selon la revendication 8, caractérisé par la présence,
pour ouvrir le(s) dispositif(s) de freinage (40, 41), d'un interrupteur fonctionnant
sans contact et actionnable en se rapprochant du tourniquet (10) dans la direction
de passage considérée, ou d'un interrupteur qui est disposé avant le tourniquet dans
la direction de passage considérée, et est raccordé à une serrure mécanique ou électronique,
notamment actionnable par carte magnétique.