[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1
sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Die Kühlleistung einer Kälteanlage wird bestimmt durch den Kältebedarf der angeschlossenen
Kühlstellen, der im wesentlichen durch die Umgebungstemperatur und die Luftfeuchtigkeit
der Umgebungsluft am Ort der Kühlstellen beeinflußt wird. Hierdurch bedingt sind starke
Schwankungen des Kältebedarfs im jahreszeitlichen Wechsel möglich.
[0003] Unabhängig von solchen Schwankungen muß eine Kälteanlage stets auf den maximalen
Kältebedarf, d. h. bei hoher Umgebungstemperatur und hoher Luftfeuchtigketi der Umgebungsluft
am Aufstellungsort der Kühlstellen auf maximale Kühlgutbeschickung und Kühlguttemperatur
sowie auf das Kühlvolumen der Kühlstellen ausgelegt sein. Dabei haben die zuvor erwähnten
Schwankungen des Kältebedarfs zur Folge, daß die zur Kälteversorgung vorgesehenen
Verdichter mit unterschiedlicher Einschaltdauer betrieben werden, wobei bekannterweise
sich eine hohe Einschalthäufigkeit nachteilig auf deren Lebensdauer auswirkt. Um diesem
Problem abzuhelfen, ist aus der DE-PS 27 58 153 bekannt, mehrere Verdichter zur Kälteversorgung
einer Kälteanlage zusammenzuschalten und bedarfsweise deren Betrieb so vorzusehen,
daß ihre Einschaltung abhängig vom aktuellen Kältebedarf erfolgt. Dabei ist insbesondere
vorgesehen, daß die Einschaltung der Verdichter, sofern kein gemeinsamer Betrieb aufgrund
hohen Kältebedarfs erfolgt, die einzelnen Verdichter nach einem vorgegebenen Zyklus
eingeschaltet werden, so daß die Einschalthäufigkeit für alle Verdichter möglichst
gleich ist.
[0004] Die Ermittlung des Kältebedarfs und der hiervon abhängige Betrieb der Verdichter
der Kälteanlage erfolgt üblicherweise durch Auswertung des Saugdrucks im Kühlmittelkreislauf.
Hierzu wird in einem Regelkreis der aktuelle Druck in der Saugleitung mit einem durch
Berechnung ermittelten niedrigsten Wert verglichen, so daß bei maximalem Kühlbedarf
die erforderliche größte Kälteleistung zur Versorgung der Kühlstellen bereitgestellt
wird.
[0005] Die Kühlstellen werden hiervon unabhängig in einem eigenen Regelkreis, der den Zulauf
an Kältemittel kontrolliert, auf die vorgegebenen Temperaturwerte geregelt.
[0006] Aus der US-A-2 274 336 ist die Steuerung für eine Verbund-Kälteanlage bekannt, die
über eine sogenannte Kelvin-Waage in Verbindung mit unterschiedlichen Widerständen
sowie einem Stufenschalter arbeitet.
[0007] Aus der US-A-4 487 028 ist es bekannt, zur Gebäudeklimatisierung ein Kaltwassersystem
mit Sensoren in der Wasservorlauf- und Wasserrücklaufleitung sowie mit Thermoventilen
einzusetzen, wobei die Außentemperatur als Führungsgröße dient.
[0008] In der FR-A-2 505 466 ist ein Regler für eine Klima- oder Kälteanlage offenbart mit
Sensoren für jede Kühlstelle, deren Meßwerte proportional zu Meßwerten für Temperatur,
Feuchte und Druck als Strom- oder Spannungssignal einem Mikroprozessor zur Aufbereitung
zugeleitet werden. Der Mikroprozessor schaltet die mit unterschiedlicher Leistung
ausgestatteten Verdichterstufen entsprechend dem Kältebedarf ein oder aus.
[0009] In der DE-C-842 351 ist eine Steuerung für eine Verbund-Kälteanlage offenbart, bei
welcher in der Kühlmittelleitung angeordnete Magnetventile von Thermostaten der einzelnen
Kühlstellen öffnen oder schließen.
[0010] Ferner sind einzelne Saugdruckschalter vorgesehen, welche mittels entsprechender
Schutzansteuerung die Verdichterstufen einschalten.
[0011] Die US-A-4 384 462 zeigt einen Systemregler für eine Verbund-Kälteanlage mit Kühlstellen,
die mit Sensoren zur Temperaturerfassung bestückt sind, sowie mit mehreren Verdichtern,
die die erforderliche Kälteleistung durch gemeinsamen Betrieb oder abwechselnden Betrieb
bereitstellen. Dabei wird ein Referenzsignal von den Kühlstellen an eine Zentraleinheit
übermittelt und dort zwecks Ermittlung des Kältebedarfs ausgewertet und so der Betrieb
der Verdichter gesteuert.
[0012] Hierbei ist vorgesehen, den Kältemittel-Saugdruck praktisch konstant zu halten und
nur die Kühlstellentemperatur zugrundezulegen. Dies hat zur Folge, daß die Kälteübertragung
an den Kühlstellen mit der größtmöglichen Temperaturdifferenz erfolgt, obwohl im Teillastbereich
eine entsprechend kleinere Temperaturdifferenz ausreichend wäre. Eine solche Betriebsweise
aber ist unwirtschaftlich und führt zu einer hohen Einschalthäufigkeit. Die hierdurch
bedingten kurzen Betriebszeiten können zu Störungen beim Betrieb der Drosselventile,
z. B. thermostatische Expansionsventile, an den Verdampfern führen, da infolgedessen
unvollständige Kältemittelbeaufschlagung der Verdampfer und Übertragung von flüssigen
Kühlmittel in die Saugleitung und damit in den Verdichter in stetem Wechsel möglich
sind.
[0013] Ausgehend vom vorstehend genannten Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung
ein Verfahren zum Betrieb einer Kälteanlage der eingangs genannten Art anzugeben,
nach welchem ein möglichst gleichförmiger Betrieb der Kälteanlage möglich ist und
im Hinblick auf den jeweiligen Kältebedarf eine möglichst gleichmäßige Auslastung
der angeschlossenen Verdichter erfolgt. Außerdem soll eine nach dem Verfahren arbeitende
Kälteanlage konzipiert werden.
[0014] Die Lösung der Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß als Referenzsignal
die Meßwerte von Temperaturfühlern sowie der jeweilige Kältemittel-Saugdruck verwendet
werden, welche in der Zentraleinheit ausgewertet werden, daß als Sollwert für die
maximale Kälteleistung das Saugdruck-Minimum vorgegeben wird und daß eine Sollwertverschiebung
der Saugdruck-Regelung in Abhängigkeit der Abweichung der in der Zentraleinheit ausgewerteten
Kühlstellentemperatur von ihrem jeweiligen Sollwert erfolgt.
[0015] Gemäß der Erfindung ist also danach vorgesehen, daß die ursprünglich zur örtlichen
Temperaturregelung der Kühlstellen vorgesehenen Einrichtungen mit der Leistungsregelung
des Verdichter-Verbundes verknüpft werden, dabei wird das Referenzsignal der Kühlstelle
unter Zugrundelegung einer Sollvorgabe, die sowohl das maximale Kühlvolumen sowie
den hieraus resultierenden maximalen Kältebedarf als auch den Aufstellungsort der
Kühlstelle mit den vorherrschenden Umgebungsbedingungen berücksichtigt, in der Zentraleinheit
ausgewertet, um so ein Maß für den tatsächlichen Kältebedarf zu erhalten und demgemäß
einen oder mehrere Verdichter in Betrieb zu nehmen.
[0016] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann ferner vorgesehen sein, daß der
Zulauf an Kältemittel zu den angeschlossenen Kühlstellen von der Zentraleinheit geöffnet
oder geschlossen wird.
[0017] Während also bei herkömmlichen Kälteanlagen die Betriebsweise der Verdichter zur
Deckung des aktuellen Kältebedarfs üblicherweise mit festem Kältemittel-Saugdruck-Sollwert
erfolgt, und lediglich bei z. B. Supermärkten, in denen Verbund-Kälteanlagen ebenfalls
zum Einsatz kommen, eine verbesserte Ausführung mit gleitendem Saugdruck-Sollwert
Verwendung findet, bei der als Führungsgröße für die Sollwertanpassung die separate
Temperatur und/oder relative Luftfeuchte des Verkaufsraumes gewählt wird, ist gemäß
der Erfindung vorgesehen, auf derartigen apparativen Aufwand zu verzichten, indem
die ebenfalls vorgesehene Sollwertverschiebung der Saugdruck-Regelung mittels der
in der Zentraleinheit ausgewerteten Kühlstellentemperaturen erfolgt.
[0018] Auf diese Weise werden nicht nur die Temperatur und die relative Feuchte der Umgebungsluft
sondern alle den Kältebedarf beeinflussenden Faktoren berücksichtigt. Hierdurch ist
erstmals auch für Kühlräume die Möglichkeit der energetisch vorteilhaften Kühlung
mit gleitendem Saugdruck-Sollwert geschaffen.
[0019] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Verfahrensweise wird erreicht, daß die Verdichter
stets mit der höchstmöglichen und damit wirtschaftlichsten Verdampfungstemperatur
betrieben werden können und gleichzeitig die vorgeschriebenen Kühlstellentemperaturen
mit Sicherheit eingehalten werden. Hierdurch ist einerseits eine hohe Lebensdauer
der Verdichter gewährleistet und damit andererseits ein hohes Maß an Verfügbarkeit,
um die vorgeschriebenen Kühlstellen-Temperaturen einzuhalten.
[0020] Zur Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens dient erfindungsgemäß eine
Verbund-Kälteanlage mit wenigstens einer mit Temperatursensoren versehenen Kühlstelle,
mit wenigstens zwei parallel geschalteten Verdichtern, die zur Deckung des Kältebedarfs
in zyklisch abwechselndem oder gemeinsamem Betrieb die zur Deckung des Kältebedarfs
erforderliche Kälteleistung bereitstellen, mit einer Zentraleinheit, die sowohl mit
den Temperatursensoren jeder Kühlstelle als auch mit den angeschlossenen Verdichtern
der Kälteanlage verbunden ist, wobei jeder Temperatursensor ein Referenzsignal an
die Zentraleinheit gibt, welches die Zentraleinheit zur Ermittlung des Kältebedarfs
auswertet und entsprechend dem ermittelten Kältebedarf den Betrieb der Verdichter
steuert, sowie mit einem in der Kältemittel-Saugleitung angeordnetem Drucksensor,
der ebenfalls ein Referenzsignal über den aktuellen Saugdruck zur Auswertung an die
Zentraleinheit gibt, welches Referenzsignal gemeinsam mit den Referenzsignalen der
Temperatursensoren zur Festlegung des Sollwertes für das Saugdruck-Minimum in Abhängigkeit
der Abweichung der Kühlstellentemperaturen von ihrem jeweiligen Sollwert dient.
[0021] In zweckmäßiger Weiterbildung der erfindungsgemäßen Verbund-Kälteanlage ist in der
Zulaufleitung für das Kältemittel zu jeder Kühlstelle ein fernbetätigbares Absperrventil
angeordnet, welches ferngesteuert den Kältemittelzulauf unterbricht oder freigibt.
[0022] Vorteilhafterweise können die Signalleitungen zwischen den Sensoren der Kühlstellen
und der Zentraleinheit als Busleitungen zur Übertragung von Signalen und Steuerbefehlen
ausgebildet sein.
[0023] Dabei kann vorgesehen sein, daß die fernbetätigbaren Absperrventile über die Signalleitung
ansteuerbar sind.
[0024] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß den Verdampfern wenigstens
einer Kühlstelle ein Lüftergebläse zugeordnet ist, das über eine Steuerleitung mit
dem Kühlstellensensor verbunden ist.
[0025] Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0026] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels sollen die Erfindung,
vorteilhafte Ausgestaltungen sowie Vorteile der Erfindung näher erläutert und beschrieben
werden.
[0027] Die einzige Figur zeigt ein
Schaltschema einer Verbund-Kälteanlage, welche nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
arbeitet.
[0028] Die einzige Figur zeigt eine Verbund-Kälteanlage 10, mit insgesamt drei Kühlstellen
11, die parallel geschaltet sind und die durch Verdampfer 11a schematisch dargestellt
sind.
[0029] Einer jeden Kühlstelle ist ein als Temperatur-Regelung ausgebildeter Sensor zugeordnet,
der aus einem Thermostat 13 und wenigstens einem Temperaturfühler 18 gebildet ist.
Jeder einer Kühlstelle 11 zugeordnete Thermostat 13 arbeitet mit dem wenigstens einen
Temperaturfühler 18 zusammen und ist über eine Signalleitung 14 mit einer Zentraleinheit
20 verbunden. Über diese Signalleitung 14 wird die Zentraleinheit 20 von jedem der
den zur Kälteanlage gehörenden Kühlstellen 11 zugeordneten Thermostaten 13 ein Referenzsignal
übermittelt, welches Aufschluß über den momentanen Kältebedarf der Kühlstelle 11 und
damit indirekt sowohl über die Temperatur der Kühlstelle 11 als auch über die Umgebungsbedingungen
am Aufstellungsort der Kühlstelle 11 gibt.
[0030] Vorzugsweise ist die Signalleitung 14 als Datenbusleitung ausgebildet, so daß Signale
unterschiedlicher Art übertragen werden können. Außerdem ist auch die Übertragung
von Steuerbefehlen mit der Signalleitung 14 möglich.
[0031] Jede Kühlstelle 11 wird über eine Zulaufleitung 19 mit der von einem aus Verdichtern
22 gebildeten Kälteaggregat mit der zur Deckung des jeweiligen Kältebedarfs erforderlichen
Kältemittelmenge versorgt.
[0032] In der Kältemittelleitung 19 ist vor jedem Verdampfer 11a jeweils ein fernbetätigbares
Absperrventil 12 angeordnet, welches die Zufuhr an Kältemittel entsprechend dem Referenzsignal
des dieser Kühlstelle 11 zugeordneten Thermostaten 13 unterbricht oder freigibt. Vorzugsweise
sind die Absperrventile so ausgebildet, daß sie zwei Endstellungen, nämlich "offen"
und "geschlossen", ohne Zwischenstellung einnehmen.
[0033] In Durchflußrichtung hinter dem Absperrventil 12 befindet sich in der Zulaufleitung
19 eine Drosselstelle 17, die vorzugsweise als thermostatisches Expansionsventil ausgebildet
ist, um die völlige Verdampfung des Kältemittels in dem der Kühlstelle 11 zugeordneten,
hier nicht näher gezeigten Verdampfer zu gewährleisten.
[0034] Ergänzend kann jeder Kühlstelle zusätzlich ein Gebläse 14 zugeordnet sein, welches
dazu dient, die an der Kühlstelle 11 im Verdampfer 11a freigesetzte Kälteleistung
gleichmäßig zu verteilen.
[0035] Das bereits erwähnte Kälteaggregat ist aus drei parallel geschalteten jeweils von
einem Elektromotor 23 angetriebenen Verdichtern 22 gebildet, welche über einen Kondensator
25, in welchem das hochverdichtete Kältemittel verflüssigt wird unter Abgabe von Wärme,
und einen nachgeschalteten Sammler 27, von welchem die Zulaufleitung 19 abgeht, mit
den Verdampfern 11a verbunden ist.
[0036] Der Rücklauf des Kältemittels zum Kälteaggregat erfolgt über eine Saugleitung 24,
welche als Sammelleitung für die von den einzelnen Kühlstellen kommenden Einzelleitungen
ausgebildet ist und bei Erreichen des Kälteaggregats wiederum in Einzelleitungen zu
den einzelnen Verdichtern 22 geführt ist.
[0037] Zur Erhöhung des Wirkungsgrades bei der Verflüssigung des Kältemittels im Kondensator
25 kann dieser, wie im Beispiel gezeigt, als luftgekühlter Kondensator ausgebildet
sein, wobei mittels eines ein- oder mehrstufigen Gebläses die Wärmeabfuhr erhöht werden
kann. Selbstverständlich kann statt dessen auch eine Wasserkühlung vorgesehen sein,
die als regenerative Wärmequelle dient.
[0038] Die Zentraleinheit 20 ist wie bereits erwähnt über Signalleitungen 14 mit jedem Thermostaten
13 verbunden und erhält so die aktuellen Referenzwerte von den angeschlossenen Kühlstellen
11. Wie ebenfalls erwähnt, kann über diese Signalleitung 14 auch die Übertragung von
Steuerbefehlen erfolgen, was für die Fernbetätigung der fernbetätigbaren Absperrventile
12 genutzt wird. Hierzu ist abgehend von der Signalleitung 14 jeweils eine Steuerleitung
15 vorgesehen, die die Verbindung zwischen der Zentraleinheit 20 und dem jeweiligen
Antriebsmodul des zugeordneten Absperrventils 12 herstellt. In gleicher Weise ist
auch das zusätzliche Gebläse 14, das zur gleichmäßigen Kälteverteilung an der Kühlstelle
11 dient, über eine Steuerleitung 16 mit dem zugeordneten Thermostat 13 verbunden,
wobei die Steuerleitung 16 durchgeschaltet sein kann, so daß das Gebläse 14 direkt
von der Zentraleinheit 20 angesteuert wird.
[0039] Andererseits besteht auch die Möglichkeit, daß der zugeordnete Thermostat 13 die
Ansteuerung des zugeordneten Gebläses 14 sowie des Absperrventils 12 übernimmt.
[0040] Ferner ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß jeder Antriebsmotor 23 für die Verdichter
22 jeweils über eine separate Leitung 28 mit der Zentraleinheit 20 verbunden ist.
[0041] Außerdem ist ein Drucksensor 21 vorgesehen, der zur Erfassung des Saugdruckes des
Kältemittels in der Rücklaufleitung 24 dient und als Meßwandler ausgebildet ebenfalls
mit der Zentraleinheit 20 verbunden ist. Anhand des von dem Drucksensor 21 übermittelten
Referenzwertes für den aktuellen Saugdruck erhält die Zentraleinheit die zusätzliche
Information über die jeweilige Kältemitteltemperatur woraus sich im Vergleich mit
der jeweiligen Kühlstellentemperatur die erforderliche Kühlleistung, d. h. der Kältebedarf,
bestimmen läßt.
[0042] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand der Funktion der vorstehend
beschriebenen Schaltungsanordnung wird folgendes ausgeführt. Unter Zugrundelegung
des im Beispiel dargestellten Schaltungsschema werden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Sollwertabweichungen der Kühlstellensensoren 13 an die Zentraleinheit 20 weitergemeldet
und dort zusammen mit dem Signal der Saugdrucküberwachung 21 zu einem Eingangssignal
für den in der Zentraleinheit 20 integrierten, hier nicht näher gezeigten, Stufenschalter
der Verdichtersteuerung verarbeitet.
[0043] Gemäß der Erfindung sind die nachfolgend beschriebenen Möglichkeiten vorgesehen.
[0044] Der Saugdruck wird als Sollwert-Minimum für die maximale Kälteleistung eingegeben.
Die Saugdruck-Sollwerterhöhung über die Thermostaten 13 kann in einem vorgewählten
Bereich, beispielsweise 0 - 10 K, erfolgen. Die Abweichung vom Temperatursollwert
der Kühlstelle kann dabei zwischen 0 und 2 K betragen.
[0045] Eine Sollwertverschiebung für den Saugdruck beträgt bei der maximalen Abweichung
der Kühlstellentemperatur 0 K. Je weiter sich die Kühlstellentemperatur ihrem Sollwert
nähert, desto größer kann die Saugdruck-Sollwerterhöhung sein. Bei 0 K Abweichung
vom Kühlstellentemperatursollwert kommt die größte Sollwertanhebung für den Saugdruck
von beispielsweise 10 K zum Tragen. Dabei ist vorgesehen, daß die Sollwertverschiebung
für den Saugdruck schrittweise unter Einbeziehung eines hier nicht näher beschriebenen
Zeitgliedes erfolgt.
[0046] Durch diese erfindungsgemäße Erhöhung des Saugdruck-Sollwertes wird die Betriebszeit
der Kühlstellen 11 erhöht, was sich vorteilhaft auf die Arbeitsweise der Drosselventile
17 auswirkt. Kurze Betriebszeiten, die zu einem unwirtschaftlichen Betrieb der Kälteanlage
10 infolge ungenügender Kältemittelfüllung der Verdampfer 11a der Kühlstellen 11 führen
und die sich infolge ungenügender Sauggasüberhitzung leistungsmindernd auf die Verdichter
22 und nachteilig auf deren Lebensdauer auswirken, werden so verhindert.
[0047] Gleichzeitig wird hiermit eine höhere Verdampfungstemperatur erreicht, bei der der
Verdichter mit größerer Leistungszahl arbeitet, was gleichbedeutend ist, mit einer
Erhöhung seiner Kälteleistung und einer Reduzierung seiner Leistungsaufnahme.
[0048] Bestimmend für die Sollwertverschiebung des Saugdruckes des Kältemittels ist jeweils
das Referenzsignal der Kühlstelle 11, die die größte Sollwertabweichung der Kühlstellentemperatur
aufweist, da der Einhaltung des Kühlstellen-Sollwertes stets Vorrang einzuräumen ist.
[0049] Kühlstellen 11 mit geringerer Sollwertabweichung werden in diesem Fall aufgrund des
höheren Kälteangebotes gegenüber dem augenblicklichen Bedarf schneller an den Temperatursollwert
herangeführt.
[0050] Grundsätzlich ist das erfindungsgemäße Verfahren so beschaffen, daß bei Unterschreiten
des Temperatursollwertes an der Kühlstelle der Zulauf an Kältemittel zu dieser Kühlstelle
11 durch Betätigen des fernbetätigbaren Absperrventils 12 unterbrochen wird.
[0051] Die in der Zulaufleitung 19 installierten Absperrventile 12 besitzen zwei Endstellungen
für "offen" und "geschlossen", d. h. ohne Zwischenstellung.
[0052] Wird der nach oben verschobene Saugdruck-Sollwert unterschritten, so erfolgt zeitverzögert
die Abschaltung eines Verdichters, hingegen bei Überschreitung des Saugdruck-Sollwertes
das Zuschalten eines Verdichters 22. Bei entsprechend hohem Kältebedarf kann auch
das gesamte Kälteaggregat, d. h. sämtliche parallel geschalteten Verdichter 22, eingeschaltet
sein.
[0053] Ergänzend ist darauf hinzuweisen, daß vorgesehen ist, daß bei Betrieb mit abfallendem
Saugdruck - gleichbedeutend mit sinkender Kühlstellentemperatur - eine Auswertung
der Kühlstellentemperaturen jener Kühlstellen 11 erfolgt, die sich innerhalb ihrer
Schalthysterese befinden, wobei entsprechend ihrem Abstand zum Temperatursollwert
der Zulauf an Kältemittel freigegeben wird, bis die Kühlstellentemperatur-Sollwerte
erreicht sind.
[0054] Erst wenn kein Zuschalten von Kühlstellen mehr möglich ist, d. h. die Kühlstellentemperatur-Sollwerte
erreicht sind und der Saugdruck-Sollwert unterschritten wird, erfolgt die Abschaltung
des letzten im Betrieb befindlichen Verdichters 22.
[0055] Die Wiedereinschaltung des Kälteaggregats erfolgt erst dann, wenn die Temperatur
einer Kühlstelle den vorgegebenen Toleranzbereich überschritten hat. Hierbei kann
es zweckmäßig sein, den Kühlstellen unterschiedliche Prioritäten zuzuordnen, denen
zufolge eine Vorrangschaltung resultiert. Hierbei kann unterschieden werden zwischen
Kühlstellen mit großem Kältebedarf bzw. mit großer Temperaturgenauigkeit und in solche
mit geringerem Kältebedarf oder größerer zulässiger Temperaturabweichung.
[0056] Ergibt sich im Betrieb die Notwendigkeit der Zuschaltung eines weiteren Verdichters,
so wird erfindungsgemäß zunächst geprüft, ob sich die Kühlstellentemperaturen bereits
in Sollwertnähe befinden. Ist dies der Fall, so werden diese Kühlstellen sukzessive
vorzeitig abgeschaltet.
[0057] In entgegengesetzter Weise erfolgt eine Abfrage und Auswertung bei Rücklaufforderung
der Verdichter, ebenso auch zur Einleitung der längerfristigen Abschaltung der Kühlstellen
11, z. B. um vereiste Verdampfer abzutauen.
[0058] Durch diese Maßnahme erfolgt jeweils die volle Auslastung der einzelnen Verdichter
und es kann auf eine extrem feinstufige Unterteilung der Verdichter, z. B. mittels
Zylinderabschaltung, verzichtet werden. Ein schädlicher Kurzzeitbetrieb wird verhindert,
und die Verdichter werden mit höchstmöglicher Verdampfungstemperatur äußert wirtschaftlich
betrieben.
1. Verfahren zum Betrieb einer Kälteanlage (10), insbesondere einer Verbund-Kälteanlage
mit wenigstens zwei parallel geschalteten Verdichtern, die zur Deckung des jeweiligen
Kältebedarfs von wenigstens einer mit Sensoren (18) versehenen Kühlstelle (11) gleichzeitig
gemeinsam oder abwechselnd nacheinander einzeln betrieben werden, wobei von jedem
der Sensoren (18) ein Referenzsignal für die aktuellen Kühlbedingungen an der Kühlstelle
(11) zu einer Zentraleinheit (20) übermittelt wird, welche dementsprechend die angeschlossenen
Verdichter (22) an- bzw. abschaltet, dadurch gekennzeichnet, daß als Referenzsignal die Meßwerte von Temperaturfühlern (18) sowie der jeweilige
Kältemittel-Saugdruck verwendet werden, welche in der Zentraleinheit (20) ausgewertet
werden, daß als Sollwert für die maximale Kälteleistung das Saugdruck-Minimum vorgegeben
wird und eine Sollwertverschiebung der Saugdruck-Regelung in Abhängigkeit der Abweichung
der Kühlstellentemperaturen von ihrem jeweiligen Sollwert erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß unter Zugrundelegung der aus
dem Referenzsignal der Kühlstelle und aus dem Vergleich mit dem Kältemittel-Saugdruck
gewonnenen Informationen die Ansteuerung von Abschaltventilen in der Zulaufleitung
für die Kältemittelversorgung jeder Kühlstelle erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die An- bzw. Abschaltung
der angeschlossenen Verdichter durch einen in der Zentraleinheit integrierten Stufenschalter
erfolgt.
4. Verbund-Kälteanlage mit wenigstens einer mit Temperatursensoren (18) versehenen Kühlstelle
(11), mit wenigstens zwei parallel geschalteten Verdichtern (22), die zur Deckung
des Kältebedarfs in zyklisch abwechselndem oder gemeinsamem Betrieb die zur Deckung
des Kältebedarfs erforderliche Kälteleistung bereitstellen, mit einer Zentraleinheit
(20), die sowohl mit den Temperatursensoren (18) jeder Kühlstelle (11) als auch mit
den angeschlossenen Verdichtern (22) der Kälteanlage (10) verbunden ist, wobei jeder
Temperatursensor (18) ein Referenzsignal an die Zentraleinheit (20) gibt, welches
die Zentraleinheit (20) zur Ermittlung des Kältebedarfs auswertet und entsprechend
dem ermittelten Kältebedarf den Betrieb der Verdichter (22) steuert, sowie mit einem
in der Kältemittel-Saugleitung (24) angeordnetem Drucksensor (21), der ebenfalls ein
Referenzsignal über den aktuellen Saugdruck zur Auswertung an die Zentraleinheit (20)
gibt, welches Referenzsignal gemeinsam mit den Referenzsignalen der Temperatursensoren
(18) zur Festlegung des Sollwertes für das Saugdruck-Minimum in Abhängigkeit der Abweichung
der Kühlstellentemperaturen von ihrem jeweiligen Sollwert dient.
5. Verbund-Kälteanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zulaufleitung
(13) für das Kältemittel zu jeder Kühlstelle (11) ein fernbetätigbares Absperrventil
(12) angeordnet ist, welches ferngesteuert den Kältemittelzulauf unterbricht oder
freigibt.
6. Verbund-Kälteanlage nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Signalleitungen (14) zwischen den Sensoren (13) der Kühlstellen (11) und der Zentraleinheit
(20) als Busleitungen zur Übertragung von Signalen und Steuerbefehlen ausgebildet
sind.
7. Verbund-Kälteanlage nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die fernbetätigbaren
Absperrventile (12) über die Signalleitung (14, 15) ansteuerbar sind.
8. Verbund-Kälteanlage nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
den Verdampfern (11a) wenigstens einer Kühlstelle (11) ein Lüftergebläse (14) zugeordnet
ist, das über eine Steuerleitung (16) mit dem Kühlstellensensor (13) verbunden ist.
1. Method of operating a refrigeration installation (10), in particular a compound refrigeration
installation having at least two compressors connected in parallel, which are operated
simultaneously together or alternately one after the other to cover the respective
refrigeration requirement of at least one cooling point (11) provided with sensors
(18), a reference signal for the current cooling conditions at the cooling point (11)
being transmitted from each of the sensors (18) to a central unit (20), which accordingly
switches on or off the connected compressors (22), characterised in that the measured
values of temperature sensors (18) and the respective coolant suction pressure are
used as reference signal and are evaluated in the central unit (20), in that the suction
pressure minimum is predetermined as set value for the maximum refrigerating capacity
and a set-value displacement of the suction-pressure control takes place as a function
of the deviation of the cooling point temperatures from their respective set value.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the activation of shut-off valves
in the feed line for the coolant supply of each cooling point takes place on the basis
of the information obtained from the reference signal of the cooling point and from
comparison with the coolant suction pressure.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterised in that the switching on or off of
the connected compressors is performed by a step switch integrated in the central
unit.
4. Compound refrigeration installation having at least one cooling point (11) provided
with temperature sensors (18), having at least two compressors (22) connected in parallel,
which provide the refrigerating capacity required to cover the refrigeration requirement
by operating alternately in cycles or together, having a central unit (20), which
is connected both to the temperature sensors (18) of each cooling point (11) and to
the connected compressors (22) of the refrigeration installation (10), each temperature
sensor (18) emitting a reference signal to the central unit (20) which the central
unit (20) evaluates for determining the refrigeration requirement and controls the
operation of the compressors (22) according to the determined refrigeration requirement,
as well as having a pressure sensor (21) arranged in the coolant suction line (24),
which pressure sensor likewise emits to the central unit (20) a reference signal on
the current suction pressure for evaluation, which reference signal semes together
with the reference signals of the temperature sensors (18) for fixing the set value
for the suction pressure minimum as a function of the deviation of the cooling point
temperatures from their respective set value.
5. Compound refrigeration installation according to Claim 4, characterised in that a
remote-operable shut-off valve (12), which interrupts or releases the coolant feed
under remote control, is arranged in the feed line (13) for the coolant to each cooling
point (11).
6. Compound refrigeration installation according to one of Claims 4 or 5, characterised
in that the signal lines (14) between the sensors (13) of the cooling points (11)
and the central unit (20) are designed as bus lines for the transmission of signals
and control commands.
7. Compound refrigeration installation according to Claim 5 or 6, characterised in that
the remote-operable shut-off valves (12) can be activated via the signal line (14,
15).
8. Compound refrigeration installation according to one of Claims 4 to 7, characterised
in that the evaporators (11a) of at least one cooling point (11) are assigned a fan
blower (14), which is connected via a control line (16) to the cooling point sensor
(13).
1. Procédé d'exploitation d'une installation frigorifique (10), notamment d'une installation
frigorifique complexe comportant au moins deux compresseurs raccordés en parallèle,
lesquels, pour couvrir le besoin en froid d'au moins un poste frigorifique (11) muni
de capteurs (18), fonctionnent soit conjointement, en même temps, soit séparément
en alternance, chacun des capteurs (18) transmettant un signal de référence, pour
les conditions frigorifiques actuelles régnant au poste frigorifique (11), à une unité
centrale (20) qui active ou inactive en conséquence les compresseurs raccordés (22),
caractérisé par le fait que l'on utilise comme signal de référence les valeurs de mesure de capteurs
de température (18) ainsi que la pression d'aspiration de fluide frigorifique concernée,
ces valeurs et cette pression étant interprétées dans l'unité centrale (20), par le
fait que l'on fixe à l'avance, comme valeur de consigne pour la puissance frigorifique
maximale, le minimum de pression d'aspiration et on déplace la valeur de consigne
de la régulation de pression d'aspiration en fonction de l'écart entre les températures
des postes frigorifiques et leur valeur de consigne concernée.
2. Procédé selon revendication 1, caractérisé par le fait que la commande de valves d'isolement
sur la conduite d'arrivée de fluide frigorifique de chaque poste frigorifique s'effectue
en se basant sur les informations acquises à partir du signal de référence du poste
frigorifique et à partir de la comparaison avec la pression d'aspiration de fluide
frigorifique.
3. Procédé selon revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que l'activation ou, selon,le
cas, l'inactivation, des compresseurs raccordés s'effectue par un commutateur à gradins
intégré dans l'unité centrale.
4. Installation frigorifique complexe comportant : au moins un poste frigorifique (11)
muni de capteurs de température (18); au moins deux compresseurs (22) raccordés en
parallèle qui, en fonctionnant en alternance ou simultanément, fournissent la puissance
frigorifique nécessaire à la couverture du besoin en froid, une unité centrale (20)
qui est reliée aussi bien aux capteurs de température (18) de chaque poste frigorifique
(11) qu'aux compresseurs (22) raccordés de l'installation frigorifique (10), chaque
capteur de température (18) fournissant à l'unité centrale (20) un signal de référence
que l'unité centrale (20) analyse afin de déterminer le besoin en froid, celle-ci
commandant le fonctionnement du compresseur (22) en fonction du besoin en froid déterminé,
ainsi qu'un capteur de pression (21) disposé sur la conduite d'aspiration de fluide
frigorifique (24) et fournissant également à l'unité centrale (20), aux fins d'interprétation,
un signal de référence concernant la pression d'aspiration actuelle, ledit signal
de référence servant, conjointement avec les signaux de référence des capteurs de
température (18), à fixer la valeur de consigne pour le minimum de pression d'aspiration,
en fonction de l'écart des températures des postes frigorifiques par rapport à leur
valeur de consigne respective.
5. Installation frigorifique complexe selon revendication 4, caractérisée par le fait
qu'une vanne d'arrêt (12) actionnée à distance pour interrompre ou autoriser l'arrivée
de fluide frigorifique, est disposée sur la conduite d'arrivée (13) de fluide frigorifique
allant à chaque poste frigorifique (11).
6. Installation frigorifique complexe selon l'une des revendications 4 ou 5, caractérisée
par le fait que les lignes de signaux (14) entre les capteurs (13) des postes frigorifiques
(11) et l'unité centrale (20) sont réalisées sous forme de lignes-bus pour transmettre
des signaux et des ordres de commande.
7. Installation frigorifique complexe selon revendication 5 ou 6, caractérisée par le
fait que les vannes d'arrêt actionnées à distance (12) sont commandées par la ligne
de signaux (14, 15).
8. Installation frigorifique complexe selon l'une des revendications 4 à 7, caractérisée
par le fait qu'aux évaporateurs (11a) d'au moins un poste frigorifique (11) est associé
un ventilateur (14) qui est relié au capteur (13) du poste frigorifique par l'intermédiaire
d'une ligne de commande (16).