[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zurichten von Platten, insbesondere aus
Schiefer, Ton oder anderen natürlichen oder künstlichen Gesteinen, mit mindestens
einer Zurichtstation, die ein Widerlager und eine Klemmvorrichtung zum Festklemmen
einer Rohplatte am Widerlager aufweist und der ein Bearbeitungswerkzeug zugeordnet
ist, welches über die zwischen Widerlager und Klemmvorrichtung eingespannte Rohplatte
hinwegfährt und deren über das Widerlager überstehende Ränder abschneidet.
[0002] Zum Eindecken von Dächern und zur Verkleidung von Hauswänden werden oft Platten aus
natürlichen oder künstlichen Gesteinen, wie Schiefer, gebranntem Ton oder Faserzement
verwendet, die verschiedene Größen und Formen haben und einander überlappend auf einer
Unterlage aus Holz oder einem anderen Material befestigt werden. Die vorbereiteten
Rohplatten werden nach einer Schablone zu den gewünschten Formen geschnitten, wobei
die über den Rand der Schablone herausragenden Teile einer Rohplatte mit einem Messer
abgetrennt bzw. abgeschnitten werden. Hierbei besteht insbesondere bei Schieferplatten
oder anderen Platten aus natürlichen Gesteinen das Problem, die Platte so zu fördern,
festzuklemmen und zu bearbeiten, daß sie auf ihrem Förderweg und bei der Bearbeitung
nicht bricht.
[0003] Es ist ein Verfahren zum Zurichten von Platten bekannt (DE-OS 38 39 546 Al), bei
dem die Rohplatten hochkant in einem Stapel auf einer Zuführeinrichtung herangeführt
und eine Rohplatte nach der anderen mit einem vorher bearbeiteten Rand voran hochkant
im freien Fall in eine unterhalb der Zuführeinrichtung angeordnete Zurichtstation
abgeworfen werden, wo sie hochkant festgeklemmt und ihre noch nicht zugerichteten
Ränder von einem Bearbeitungswerkzeug abgeschnitten werden, wonach die zugerichteten
Fertigplatten, ihrer Schwerkraft folgend, auf ein Abfördermittel geleitet werden.
[0004] Bei diesem bekannten Verfahren kommt es oft vor, daß die hochkant eingeworfenen Rohplatten
mit ihrem unteren, bearbeiteten Rand nicht parallel, sondern schräg auf die Stützvorrichtung
der Zurichtstation auftreffen und hierdurch zurückfedern und mehrmals auf- und niederspringen
oder wieder seitlich aus der Zurichtstation herausgeschleudert werden.
[0005] Ferner ist die Leistung der bekannten Zurichtvorrichtung begrenzt, da bei dem hin-
und hergehenden Bearbeitungswerkzeug jedem Schneidhub ein Rückhub folgt und zwischen
den Hüben Stillstandzeiten zum Laden und Entladen der Zurichtstation vorgesehen werden
müssen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Zurichten von Platten der eingangs
näher erläuterten Art anzugeben, womit eine große Zahl von Rohplatten, insbesondere
von Rohschieferplatten in kürzester Zeit schonend zugerichtet, d. h. an ihren Rändern
auf die gewünschte Form und Größe zugeschnitten werden können.
[0007] Um diese Aufgabe zu lösen, ist nach der Erfindung mindestens ein kreisendes Bearbeitungswerkzeug
vorgesehen, welches sich nur vorwärts bewegt und immer wieder auf einem Kreiswege
zur Zurichtstation zurückkehrt, wo es über die eingespannte Rohplatte hinwegfährt
und deren über das Widerlager überstehende Ränder abschneidet. Hierbei kann das Bearbeitungswerkzeug
auf einer kreisförmigen oder eliptischen Bahn kreisen und an einer oder mehreren Schienen
geführt sein. Besonders zweckmäßig ist es jedoch, wenn das Bearbeitungswerkzeug an
einem Tragarm befestigt ist, der sich um eine im Abstand von der Zurichtstation angeordnete
Mittelachse dreht. Die Rohplatten werden also dann von einem rotierenden Bearbeitungswerkzeug
zugerichtet, um den Durchsatz zu steigern und eine möglichst hohe Arbeitsgeschwindigkeit
der Zurichtvorrichtung zu erreichen.
[0008] Um die Leistung der Bearbeitungsvorrichtung noch zu erhöhen und bei einer Umdrehung
des Bearbeitungswerkzeuges gleich mehrere Rohplatten zuzurichten, ist es zweckmäßig,
wenn das Bearbeitungswerkzeug um eine im wesentlichen vertikale Mittelachse kreist
und wenn im Drehkreis des Bearbeitungswerkzeuges mehrere Zurichtstationen mit im wesentlichen
vertikalen Widerlagern und Klemmvorrichtungen angeordnet sind.
[0009] Wenn es auch möglich ist, die Rohplatten allen Zurichtstationen von einer zentralen
Zuführeinrichtung aus zuzuführen, ist es doch im allgemeinen zweckmäßiger, über jeder
Zurichtstation eine eigene Rohplattenzuführeinrichtung und unter jeder Zurichtstation
eine Fertigplattenabfördereinrichtung anzuordnen, welche die Platten im wesentlichen
tangential in die Zurichtstationen leiten und von dieser wieder abziehen.
[0010] Um einen einwandfreien Schnitt zu erzielen und Risse und Brüche in den eingespannten
Rohplatten zu verhindern, ist es zweckmäßig, wenn das Bearbeitungswerkzeug mehrere,
in Bewegungsrichtung hintereinander angeordnete Teilmesser aufweist, die mindestens
einen Teilring von Art und Größe der zu schneidenden Fertigplatte bilden. Die Teilmesser
sind lösbar und radial zur Mittelachse an einem Messerhalter befestigt, der um die
Mittelachse kreist. Die Teilmesser können hierdurch leicht justiert und gegen solche
von anderer Form und Größe ausgewechselt werden.
[0011] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und den Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform der Vorrichtung nach
der Erfindung an einem Beispiel dargestellt ist, das zugleich zur Erlaüterung des
erfindungsgemäßen Verfahrens dient. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 die schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Zurichten von Schieferplatten
nach der Erfindung, bei der sich die Zurichtstation in Einwurfstellung befindet, in
einer Seitenansicht;
Fig. 2 die Zurichtstation der Zurichtvorrichtung nach Fig. 1 in ihrer Klemmstellung;
Fig. 3 die Zurichtstation der Zurichtvorrichtung nach Fig. 1 in einer Auswurfstellung;
Fig. 4 einen schematischen Teilgrundriß der Zurichtvorrichtung nach Fig. 1 in Richtung
der Pfeile IV gesehen;
Fig. 5 die Zurichtvorrichtung nach Fig. 1 in einem Horizontal-Teilschnitt nach Linie
V-V der Fig. 1 und
Fig. 6 einen vertikalen Querschnitt durch das Bearbeitungswerkzeug der Zurichtvorrichtung
nach den Fig. 1, 4 und 5 in einem Schnitt nach Linie VI-VI.
[0012] In den Zeichnungen ist mit 10 eine Zurichtvorrichtung zum Zurichten von Schieferplatten
bezeichnet, die aus zwei Bearbeitungsstationen I und II und einer Bearbeitungsvorrichtung
III besteht. Die Bearbeitungsvorrichtung III hat ein Bearbeitungswerkzeug 11, das
an einem Tragarm 12 befestigt ist, der sich um eine im wesentlichen vertikale Mittelachse
13 dreht und von einem nicht näher dargestellten Antrieb drehend angetrieben wird,
so daß das Bearbeitungswerkzeug 11 auf einer kreisförmigen Bewegungsbahn 14 um die
Mittelachse 13 kreist. In dieser Bewegungsbahn 14 sind die beiden gleich ausgebildeten
Bearbeitungsstationen I und II diametral einander gegenüberliegend angeordnet, wie
dies in den Fig. 4 und 5 dargestellt ist.
[0013] Jede der beiden Bearbeitungsstationen I und II besteht aus einer Zurichtstation 15,
einer über der Zurichtstation angeordneten Rohplattenzuführeinrichtung 16 und einer
unter der Zurichtstation angeordneten Fertigplatten-Abfördereinrichtung 17. Hierbei
ist die Anordnung so getroffen, daß der Tragarm 12 der Bearbeitungsvorrichtung III
sich in der Höhe zwischen den Zurichtvorrichtungen 15 und den Rohplattenzuführeinrichtungen
16 befindet, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist.
[0014] Die Rohplattenzuführeinrichtung 16 besteht aus einer Längsfördereinrichtung 18, die
ein um Bandwalzen 20 umlaufendes Förderband 19 aufweist, auf dem ein Stapel 21 von
hochkant stehenden Rohplatten 22 aus Schiefer von einer hydraulischen oder pneumatischen
Vorschubeinrichtung 23 gegen eine Übergabevorrichtung 24 schrittweise vorgeschober.
wird.
[0015] Die Übergabevorrichtung 24 hat einen Saugkopf 25, der in einem Schlitten 26 um eine
horizontale Achse 27 schwenkbar gelagert ist und von einem ersten Pneumatikzylinder
um die Achse 27 geschwenkt und von einem zweiten Pneumatikzylinder 29 gegen den Rohplattenstapel
21 mit dem Schlitten 26 vor- und zurückgefahren werden kann. Der Saugkopf 25 hat einen
hier nicht näher dargestellten Saugteller mit Saugöffnungen, hinter denen ein Unterdruck
erzeugt werden kann, um eine am Saugteller anliegende Rohplatte 22 durch Saugwirkung
festzuhalten und durch Aufheben der Saugwirkung durch den Spalt 30 zwischen der Rohplattenzuführeinrichtung
16 und der Übergabevorrichtung 24 senkrecht nach unten in die Zurichtstation 15 fallenzulassen.
[0016] Jede Zurichtstation 15 besteht aus einem fest angeordneten Widerlager 31, einer gegen
das Widerlager vor- und zurückfahrbaren Klemmvorrichtung 32 und einer unterhalb von
Widerlager 31 und Klemmvorrichtung 32 angeordneten Stützvorrichtung 33 für eine Rohplatte
22. Das Widerlager 31 hat eine vertikal angeordnete Widerlagerplatte 34, in der eine
aus der Vorderfläche der Widerlagerplatte von einem dritten Pneumatikzylinder 35 aus-
und einschwenkbare Führungsleiste 36 angeordnet ist.
[0017] Die dem Widerlager 31 gegenüber angeordnete Klemmvorrichtung 32 trägt eine Locheinrichtung
38 und eine Klemmbacke 37, die eine Gummidruckplatte 39 trägt und auch mit einem Saugkopf
versehen sein kann, der ähnlich ausgebildet ist wie der Saugkopf 25 der Übergabevorrichtung
24. Die Locheinrichtung 38 trägt auf ihrer der Widerlagerplatte 34 zugewandten Seite
Dorne 40, welche die Klemmbacke 37 durchdringen und in hierfür vorgesehene Löcher
41 in der Widerlagerplatte 34 eintreten können, wenn sie die zwischen Widerlagerplatte
34 und Klemmbacke 37 eingespannte Rohplatte 22 durchstoßen haben.
[0018] Die Klemmbacke 37 kann mit Hilfe eines vierten Pneumatikzylinders 41 in Richtung
auf die Widerlagerplatte 34 über die Locheinrichtung 38 vor- und wieder gegen diese
zurückgeschoben werden. Locheinrichtung 38 und Klemmbacke 37 werden von einer Bracke
42 getragen, die auf einem Support 43 befestigt ist, der auf einer Gleitschiene 44
von einem fünften Pneumatikzylinder 45 gegen das Widerlager 31 vor- und zurückgefahren
werden kann. An dem Support 43 ist mit einem Träger 46 auch die Stützvortichtung 33
befestigt, die aus zwei in Richtung der Ebene der in die Zurichtstation 15 eingeführten
Rohplatte 22, d.h. radial zur Mittelachse 13 der Vorrichtung, seitlich nebeneinander
angeordneten Stützelementen 47 und 48 besteht. Jedes der beiden Stützelemente 47 und
48 hat eine bei der dargestellten Ausführungsform kreistunde Stützplatte 49 bzw. 50,
die auf der Kolbenstange 51 von sechsten Pneumatikzylindern 52 befestigt ist. Jeder
sechste Pneumatikzylinder ist mit nicht näher dargestellten Dämpfelementen versehen,
die den Kolben im Zylinder 52 in seiner Bewegung dämpfen, bevor er seine Endlage erreicht.
Derartige Dämpfelemente sind als "Endlagendämpfung" bei Pneumatikzylindern an sich
bekannt und brauchen deshalb hier nicht näher beschrieben zu werden.
[0019] Die sechsten Pneumatikzylinder 52 werden in ihrer in Fig. 1 dargestellten Ausgangslage
so eingestellt, daß sie elastisch nachgeben und wie Stoßdämpfer wirken, wenn sie von
einer aus dem Spalt 30 herunterfallenden Rohplatte 22 belastet werden, wobei beide
Stützelemente 47 und 48 voneinander unabhängig wirken. Beide Stützplatten 49 und 50
können dann, horizontal auf gleiche Höhe zueinander ausgerichtet, gemeinsam wieder
in die in Fig. 1, 2 und 3 dargestellte Lage hochgefahren werden, um die Rohplatte
22 in der Höhe auf die Widerlagerplatte 34 auszurichten. Am unteren Ende des Widerlagers
31 ist eine Leitvorrichtung 53 befestigt, mit der die aus der Zurichtstation 15 herausfallenden
Fertigplatten 54 auf ein Abfördermittel 55, beispielsweise ein Gurtförderband geleitet
werden, welches an einem heb- und senkbaren Stapeltisch 56 endet. Diesem Stapeltisch
56 ist eine Schubeinrichtung 57 zugeordnet, welche jeweils einen gebildeten Stapel
58 Fertigplatten auf einen Rollgang 59 schiebt, auf dem die Fertigplatten zu'einem
Lagerplatz weitergefördert werden.
[0020] Das zum Abschneiden der Ränder der Rohschieferplatten dienende kreisende Bearbeitungswerkzeug
11 hat einen rahmenartigen Messerträger 60 mit drei im seitlichen Abstand voneinander
angeordneten Halteschienen 61, 62 und 63 für vier Teilmesser 64, 65, 66 und 67, die
mit Messerhalterungen 68, 69, 70 und 71 auf den Halteschienen 61 bis 63 in deren Längsrichtung
verstellbar befestigt sind. Man erkennt aus den Fig. 4 und 5, daß die Halteschienen
61 und 63 parallel zu der sich radial zur Mittelachse 13 erstreckenden mittleren Halteschiene
62 angeordnet sind und daß die vier Teilmesser in Umfangsrichtung zusammen einen Teilring
bilden (Fig. 1), welcher der Umrißlinie der auszuschneidenden Fertigplatten 54 entspricht,
abgesehen von deren vorher bearbeitetem unteren Rand 22a, mit dem diese beim Zurichten
der Platten auf der Stützvorrichtung aufstehen.
[0021] Aus den Fig. 4 und 5 erkennt man, daß die Zurichtstationen 15 der Bearbeitungsstationen
I und II derart in der Bewegungsbahn 14 des Bearbeitungswerkzeuges 11 angeordnet sind,
daß sich die zwischen dem Widerlager 31 und der Klemmvorrichtung 32 einer jeden Zurichtstation
eingespannten Rohschieferplatten 22 in einer senkrechten, etwa radial zur Mittelachse
13 verlaufenden Ebene befinden und daß die Rohplattenzuführeinrichtungen 16 und die
Fertigplattenabfördereinrichtungen 17 sich tangential zur Bewegungsbahn 14 oberhalb
bzw. unterhalb der Zurichtstationen 15 an diese anschließen. In Fig. 5 sind ferner
Zentriereinrichtungen 72 und 73 erkennbar, die mit Abstand einander gegenüberliegen
und Ausrichtleisten 74 aufweisen, mit denen die Rohplatten 22 in der Zurichtstation
15 seitlich derart auf die Widerlagerplatte 34 zentriert werden können, daß sie auf
beiden Seiten gleich weit über diese überstehen. Die Ausrichtleisten 74 können mit
Hilfe der Zentriereinrichtungen, die beispielsweise pneumatische Zylinder sein können,
aus ihrer in Fig. 5 dargestellten Ausrichtstellung ausgeschoben, d.h. zurückgezogen
oder ausgeschenkt werden, so daß sie beim Einwerfen einer Rohplatte nicht im Wege
sind.
[0022] Die Wirkungsweise der Zurichtvorrichtung 10 nach der Erfindung soll nun anhand der
Zeichnungen näher erläutert werden, wobei in Fig. 5 mit A, B, C, D, E, F, G, H acht
zeitlich aufeinanderfolgende Verfahrens- bzw. Wirkungsstadien der Vorrichtung angedeutet
sind, die sich ergeben, wenn das Bearbeitungswerkzeug 11 einen vollen Arbeitskreis
durchläuft.
[0023] Wenn das um die Mittelachse 13 kreisende Bearbeitungswerkzeug 11 die Bearbeitungsstation
I durchläuft, wird die zwischen der Widerlagerplatte 34 des Widerlagers 31 und der
Klemmbacke 37 der Klemmvorrichtung 32 eingespannte Rohplatte 22 an ihren oberen und
seitlichen Rändern abgeschnitten, wenn die Teilmesser 64 bis 67 über sie hinweggleiten.
Die Widerlagerplatte 34 dient hierbei als Schablone, deren äußere Umrißlinie der Umrißlinie
der zuzurichtenden Schieferplatte entspricht und über die die einen Teilring bildenden
Messer des Bearbeitungswerkzeuges 11 hinweggleiten, welche die äußere Umrißlinie der
Widerlagerplatte 34 mit geringem Spiel umgeben.
[0024] Während sich die Bearbeitungsstation I in ihrer Klemmstellung befindet, befindet
sich die Bearbeitungsstation II in ihrer Offenstellung, die in Fig. 1 dargestellt
ist und in der eine Rohplatte 22 von dem Stapel 21 abgenommen und den noch oben offenen
Raum zwischen Widerlagerplatte 34 und Klemmbacke 37 eingeworfen wird. Zu diesem Zwecke
fährt der Saugkopf 25 der Übergabevorrichtung 24 gegen den Stapel 21 vor und legt
sich gegen die ihm zugewandte Oberfläche der vordersten Rohplatte 22, auf der sie
sich durch Anlegen eines Unterdruckes festsaugt. Der Saugkopf 25 schwenkt dann in
die in Fig. 1 dargestellte vertikale Lage zurück und fährt in die in Fig. 1 dargestellte
Abwurfstellung, in der sie die Rohplatte durch Aufheben der Saugwirkung im Saugkopf
in die Zurichtstation 15 fallenläßt.
[0025] Die Rohplatte 22 trifft in der Zurichtstation auf die Stützplatten 49 und 50 der
Stützelemente 47 und 48 auf, die unter dem Stoß elastisch gedämpft nachgeben. Hierbei
können beide Stützelemente einzeln nacheinander wirken, wenn die Rohplatte 22 schief
aufkommt, d.h. mit einer ihrer beiden unteren Ecken eher auftrifft als mit der anderen.
Die Abdämpfung verhindert, daß die Platte wieder hochspringt. Anschließend werden
dann beide Stützplatten 49 und 50 auf gleiche Höhe gebracht und wieder in die in Fig.
1 dargestellte Stellung hochgefahren.
[0026] Inzwischen hat das Bearbeitungswerkzeug 11 die Position B erreicht. In dieser Position
fährt in der Bearbeitungsstation I zunächst die Locheinrichtung 38 zurück, wodurch
sich die Dorne 40 aus der Widerlagerplatte 34 und der gelochten und fertig beschnittenen
Fertigplatte 54 herausziehen, während die Fertigplatte noch zwischen Widerlagerplatte
34 und Klemmbacke 37 festgehalten wird. Zusammen mit der Locheinrichtung 38 fährt
auch die Stützvorrichtung 33 zurück, so daß der Raum unter der Fertigplatte 54 frei
wird.
[0027] In der Bearbeitungsstation II fahren Klemmbacken und Locheinrichtungen zusammen mit
der Stützvorrichtung 33 in Klemmstellung, wobei zunächst die Führungsleiste 36 in
die Fläche der Widerlagerplatte 34 zurückgeschwenkt wird, nachdem vorher die Rohplatte
22 durch die Zentriereinrichtungen 72 und 73 in Seitenrichtung zentriert wurde. Beim
Vorfahren der Klemmvorrichtung 32 eilt die Klemmbacke 37 der Locheinrichtung 38 soweit
vor, daß sie die Rohplatte 22 aus der in Fig. 1 dargestellten ersten Einwurfebene
75 in die in den Fig. 2 und 3 angedeutete Auswurfebene 76 schiebt, die seitlich gegenüber
der Einwurfebene versetzt ist.
[0028] Wenn das Bearbeitungswerkzeug die Position C erreicht, wird in der Bearbeitungsstation
I die Klemmbacke 37 zurückgefahren und die Fertigplatte 54 fällt in freiem Fall nach
unten aus, wobei sie über die Leitvorrichtung 53 auf das Abfördermittel 55 gelangt
und von dort dem Stapeltisch 56 zugeführt wird. Diese Auswurfstellung ist in Fig.
3 dargestellt.
[0029] Gleichzeitig wird in der Bearbeitungsstation II die Rohplatte 22 von der Klemmbacke
37 festgeklemmt.
[0030] Wenn dann das Bearbeitungswerkzeug 11 in die Position D gelangt, fährt die Klemmvorrichtung
32 mit der Stützvorrichtung 33 wieder in die in Fig. 1 dargestellte Ausgangsstellung
zurück, wobei gleichzeitig die Führungsleiste 36 aus der Widerlagerplatte 34 nach
vorn ausgeklappt wird, damit eine eingeworfene Rohplatte auf die Stützvorrichtung
geleitet wird und nicht danebenrutscht. In der Bearbeitungsstation II fährt nun die
Locheinrichtung 38 vor, wobei die Dorne 40 zunächst die Klemmbacke 37 durchdringen
und dann in der zwischen Klemmbacke 37 und Widerlagerplatte 34 eingespannten Rohplatte
22 die gewünschten Löcher herstellen. Anschließend legt sich die Locheinrichtung 38
hinter die Klemmbacke 37 und verstärkt die Klemmwirkung. Diese Position ist in Fig.
2 dargestellt.
[0031] In Position E gleitet das Bearbeitungswerkzeug mit seinen Messern 64 bis 67 über
die Rohplatte 22 hinweg, die zwischen dem Widerlager und der Klemmvorrichtung und
der Bearbeitungsstation 2 eingespannt ist und schneidet deren Ränder ab. Gleichzeitig
wird in der Bearbeitungsstation I eine Rohplatte 22 eingeworfen, wie dies weiter oben
erläutert wurde.
[0032] Wenn das Bearbeitungswerkzeug 11 dann die nachfolgenden Positionen F, G und H durchläuft,
vollziehen sich in den Bearbeitungsstationen I und II die gleichen Vorgänge, wie sie
weiter oben beschrieben wurden. Diese finden jedoch jetzt immer an dem jeweils anderen
der beiden Bearbeitungsstationen statt, d.h., in Position F fährt in Bearbeitungsstation
I die Klemmvorrichtung in Klemmstellung, während sie sich in Station II zurückbewegt.
In Pos. G wird die Rohplatte in der Bearbeitungsstation I festgeklemmt und in der
Bearbeitungsstation II ausgeworfen. In der Position H wird in der Bearbeitungsstation
I gelocht und in der Bearbeitungsstation II fährt die Klemmvorrichtung zurück.
[0033] Alle diese Vorgänge wiederholen sich bei jedem Umlauf des Bearbeitungswerkzeuges,
das bei jedem Umlauf jeweils zwei Schieferplatten zurichtet.
[0034] Man erkennt, daß die Erfindung nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt ist, sondern daß eine Reihe von Änderungen und Ergänzungen möglich sind,
ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Beispielsweise könnten in der Bewegungsbahn
des Bearbeitungswerzeuges auch mehr als zwei, beispielsweise vier Bearbeitungsstationen
angeordnet werden. Ferner könnten die Rohplattenzuführeinrichtungen und Fertigplatten-Abfördereinrichtungen
auch radial zur Bewegungsbahn des Bearbeitungswerkzeuges angeordnet werden. Ferner
ist die Art der Zuführung der Rohplatten zu den Zurichtstationen auch bei anderswirkenden
Bearbeitungswerkzeugen möglich, beispielsweise bei solchen Werkzeugen, die nicht kreisend
, sondern hin- und hergehend arbeiten.
[0035] Schließlich können zur Bearbeitung der Rohplatten auch mehrere kreisende Bearbeitungswerkzeuge
vorgesehen sein, die in der gleichen oder in verschiedenen Bewegungsbahnen kreisen
und an den eingespannten Rohplatten nacheinander verschiedene Bearbeitungen, wie Abschneiden
und Beschleifen der verschiedenen Kanten der Rohplatten, vornehmen.
1. Vorrichtung zum Zurichten von Platten, insbesondere aus Schiefer, Ton oder anderen
natürlichen oder künstlichen Gesteinen, mit mindestens einer Zurichtstation (15),
die ein Widerlager (31) und eine Klemmvorrichtung (32) zum Festklemmen einer Rohplatte
(22) am Widerlager aufweist und der ein Bearbeitungswerkzeug (11) zugeordnet ist,
welches über die zwischen Widerlager (31) und Klemmvorrichtung (32) eingespannte Rohplatte
(22) hinwegfährt und deren über das Widerlager (31) überstehende Ränder abschneidet,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zurichtstation (15) in der Bewegungsbahn (14) mindestens eines kreisenden
Bearbeitungswerkzeuges (11) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bearbeitungswerkzeug (11) an einem Tragarm (12) befestigt ist, der sich
um eine im Abstand von der Zurichtstation (15) angeordnete Mittelachse (13) dreht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bearbeitungswerkzeug (11) um eine im wesentlichen vertikale Mittelachse
(13) kreist und daß im Drehkreis (14) des Bearbeitungswerkzeuges (11) mehrere Zurichtstationen
(15) mit im wesentlichen vertikalen Widerlagern (31) und Klemmvorrichtungen (32) angeordnet
sind
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß über jeder Zurichtstation (15) eine Rohplattenzuführeinrichtung (16) und unter
jeder Zurichtstation (15) eine Fertigplattenabfördereinrichtung (17) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bearbeitungswerkzeug (11) mehrere, in Bewegungsrichtung hintereinander angeordnete
Teilmesser (64 bis 67) aufweist, die mindestens einen Teilring von Art und Größe der
zu schneidenden Fertigplatte (54) bilden.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilmesser(64-67) lösbar und etwa radial zur Mittelachse (13) verstellbar
an Halteschienen (61-63) befestigt sind.
1. Apparatus for dressing slabs, and specifically slabs of slate, clay or other natural
or artificial stone, comprising at least one dressing station (15) equipped with a
countersupport (31) and a clamping device (32) for clamping an unfinished slab (22)
to said countersupport, there being assigned to said dressing station a machining
tool (11) which travels over the unfinished slab (22) clamped between the countersupport
(31) and the clamping device (32) and cuts off the edges of said slab which protude
beyond said countersupport (31), characterized in that the dressing station (15) is located in the path (14) of at least one rotating
machining tool (11).
2. Apparatus as claimed in claim 1, characterized in that the machining tool (11) is attached to a support arm (12) which rotates about
a central axis (13) arranged at a distance from the dressing station (15).
3. Apparatus as claimed in any of claims 1 or 2, characterized in that the machining tool (11) rotates about an essentially vertical central axis
(13) and that there are provided, within the circle of rotation (14) of the machining
tool (11), several dressing stations (15) with essentially vertical countersupports
(31) and clamping devices (32).
4. Apparatus as claimed in any of claims 1 through 3, characterized in that there is provided a feeding device (16) for unfinished slabs above each dressing
station (15) and a discharge device (17) for the finished slabs below each dressing
station (15).
5. Apparatus as claimed in any of claims 1 through 4, characterized in that the machining tool (11) comprises a plurality of sector blades (64 - 67)
forming at least one sector ring of the type and size of the slab (54) to be cut to
final dimensions.
6. Apparatus according to any of claims 1 through 5, characterized in that the sector blades (64 - 67) are mounted on support rails (61 - 63) in a manner
permitting them to be detached and adjusted in a direction essential transverse to
the central axis (13).
1. Dispositif de dressage de plaques, et en particulier de plaques de schiste, d'argile
ou d'autres pierres naturelles ou artificielles, avec au moins un poste de dressage
(15) présentant une culée (31) et un dispositif de serrage (32) destiné à serrer une
plaque brute (22) contre la culée, et à laquelle est associé un outil de traitement
(11) qui se déplace en direction de la plaque brute (22) serrée entre la culée (31)
et le dispositif de serrage (32) et en découpe les bords dépassant de la culée (31),
caractérisé en ce que le poste de dressage (15) est installé dans le parcours de déplacement
(14) d'au moins un outil de traitement (11) réalisant des cercles.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'outil de traitement (11)
est fixé sur un bras porteur (12) qui tourne autour d'un axe médian (13) disposé à
distance du poste de dressage (15).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'outil de traitement
(11) effectue des cercles autour d'un axe en substance vertical (13) et en ce que
dans le cercle (14) parcouru par l'outil de travail (11) sont disposés plusieurs postes
de dressage (15) avec des culées (31) et des dispositifs de serrage (32), les unes
et les autres en substance verticaux.
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au-dessus de
chaque poste de dressage (15) est installé un dispositif (16) d'amenée de plaques
brutes, et en ce qu'en dessous de chaque poste de dressage (15) est installé un dispositif
(17) d'enlèvement des plaques terminées.
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'outil de
traitement (11) présente plusieurs couteaux partiels (64 à 67) disposés les uns derrière
les autres dans la direction du déplacement, et réalisant au moins une partie de l'anneau
de la forme et de la dimension de la plaque (54) à découper.
6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les couteaux
partiels (64-67) sont fixés de manière amovible et réglable sur des rails de maintien
(61 -63) orientés sensiblement suivant des rayons perpendiculaires à l'axe médian
(13).