[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur fahrtroutenselektiven Wiedergabe digital
codierter, von einem Sender zu einem Fahrzeugempfänger übertragener Verkehrsnachrichten
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein aus der DE-OS 35 36 820 bekannter Verkehrsfunk-Decoder ist zur Verarbeitung
digital codierter Signale eingerichtet, die durch Demodulation eines Hilfsträgers
gewonnen werden, der zusammen mit einem FM-Rundfunksender ausgestrahlt wird. Die
decodierten Verkehrsnachrichten können ohne Unterbrechung des Rundfunk programms
fortlaufend gesendet werden und durch die Übertragung standardisierter Texte besteht
die Möglichkeit, eine Vielzahl von Verkehrsnachrichten aus unterschiedlichen Regionen
zu übertragen.
[0003] Für den Autofahrer sind in der Regel nur die Verkehrsnachrichten von Interesse,
die seine Fahrtroute betreffen. Es ist deshalb bereits vorgeschlagen worden, die
Verkehrsnachrichten nach der vorgesehenen Fahrtroute auszuwählen, wobei Streckenführungsnamen
als oberste Hierarchiestufe zur örtlichen Eingrenzung der Verkehrsnachrichten dienen.
[0004] Durch Vergleich der in den Verkehrsnachrichten enthaltenen Streckenführungsnamen
mit entsprechenden Merkmalen der Fahrtroute gelingt es, dem Autofahrer nur die für
ihn relevanten Verkehrsnachrichten auszuwählen. Die Angaben zur Fahrtroute,die bei
der Auswahl der Verkehrsnachrichten erforderlich sind, könnten entweder manuell über
ein Eingabegerät eingegeben werden oder auch automatisch durch eine Navigationseinrichtung,
wie sie z.B. unter der Bezeichnung "Travel-Pilot" bekannt geworden ist, ermittelt
werden.
[0005] Während die manuelle Eingabe vom Autofahrer ent sprechende Aktivitäten erfordert,
die eventuell aus Bequemlichkeit unterbleiben, benötigt der "Travel-Pilot" zusätzliche
Einrichtungen im Fahrzeug, wie Radsensoren und Magnetfeldsensoren.
[0006] Eine Standortbestimmung allein durch die unterschiedlichen Laufzeitwerte der am
jeweiligen Fahrzeugstandort empfangbaren Sender ist aus dem Tagungsbericht "Elektronik
im Kraftfahrzeug", Tagung Baden Baden, 08. - 09. September 1988, VDI-Berichte 687
bekannt. Das dort beschriebene Verfahren stellt eine Hyperbelortung des Fahrzeugstandortes
über die ein RDS-Datentelegramm übertragenden Rundfunksender dar. Die Bezeichnung
Hyperbelortung beruht darauf, daß die Punkte gleicher Laufzeitdifferenzen zweier Sender
auf einer imaginären Hyperbel liegen. Durch Einbeziehung eines dritten Senders erhält
man Schnittpunkte zwischen den einzelnen Hyperbeln, die den jeweiligen Empfangsstandort
angeben.
[0007] Voraussetzung für eine derartige Ortung ist, daß die in die Ortung einbezogenenen
Sender in ihrer Modulation synchronisiert sind. Dies kann z.B. dadurch erfolgen, daß
die Sender einzeln mit hochgenauen Zeitreferenzen arbeiten oder aber durch eine gemeinsame
Zeitreferenz synchroni siert werden, wobei die Laufzeitdifferenzen zwischen der gemeinsamen
Referenz und den Sendern durch Zeitverzögerungsglieder ausgeglichen werden.
[0008] Die Hyperbelortung erfordert empfangsseitig einen erheblichen Rechenaufwand, der
den Geräteaufwand und damit auch die Herstellungskosten auf der Empfängerseite stark
erhöht und somit für den Konsumsektor unattraktiv macht.
[0009] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 dahingehend zu verbessern, daß eine Ortung über die Laufzeitwerte
der an einem Fahrzeugstandort empfangbaren Sender wesentlich vereinfacht wird.
[0010] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch
die im kennzeichnenden Teil angegebenen Merkmale gelöst.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst ein Koordinatennetz über das für
den Autofahrer relevante Gebiet gelegt und für die einezelnen Koordinatenpunkte die
Laufzeitwerte der empfangbaren und in ihrer Modulation synchronisierten Sender bestimmt.
Dies kann durch einfache Umrechnung der Entfernungen der Koordinatenpunkte zu den
einzelnen Senderstandorten in Laufzeitwerte erfolgen. Die so gewonnenen Laufzeitwerte
werden nun tabellarisch im Empfänger gespeichert und mit den ermittelten Laufzeitwerten
verglichen. Als Standort werden dann diejenigen Koordinaten ausgewählt, deren Laufzeitwerte
den gemessenen Laufzeitwerten am nächsten kommen.
[0012] Zur Verringerung des Speicherbedarfs können auch statt der absoluten Laufzeitwerte
relative Laufzeitwerte gespeichert werden, die auf den Sender mit der geringsten
Laufzeit bezogen sind. Vorzugsweise wird zur Laufzeitmessung wenigstens ein im digitalen
Datenstrom enthaltendes, periodisch übertragenes Bit verwendet, wobei das vom Sender
mit der geringsten Laufzeit übertragene Bit eine Uhr mit der Umlaufzeit gleich der
Wiederholzeit des Bits startet. Die danach von den übrigen Sendern übertragenen Bits
setzen Zeitmarken auf der Zeitskala der Uhr.
[0013] Dadurch wird die Uhr nach jeder Wiederholzeit des zuerst eintreffenden Bits wieder
neu gestartet, so daß an die absolute Zeitbasis keine hohen Anforderungen gestellt
werden müssen.
[0014] Für die Auswahl der in die Ortung einbezogenen RDS-Sender, die digital codierte
Verkehrsnachrichten im RDS-Datentelegramm übertragen, eignen sich einmal deren Frequenzen
und zusätzlich die Programm-Identifikations-Codes. Durch Auswertung sowohl der Frequenzen
als auch der PI-Codes wird eine eindeutige Zuordnung der Sender erreicht, die auch
schon eine grobe Gebietsbestimmung ermöglicht. Besonders vorteilhaft ist es, wenn
die den jeweiligen Fahrzeugstandort bestimmenden Koordinaten unmittelbar den Ortsadressen
im TMC-Code eines Vergleichers für vorgegebene Streckenführungsnamen zugeordnet sind,
so daß eine Eingrenzung der Verkehrsnachrichten auf die Fahrtroute ohne Umrechnung
oder Umwandlung der Standortkoordinaten auf Adressen im TMC-Code für Streckenführungsnamen
möglich ist.
[0015] Die Erfindung betrifft ferner einen Fahrzeugempfänger nach dem Oberbegriff des Anspruchs
8.
[0016] Diesbezüglich liegt ihr die Aufgabe zugrunde, einen Fahrzeugempfänger dahingehend
zu verbessern, daß die Laufzeitmeßeinrichtungen zur Bestimmung des jeweiligen Fahrzeugstandortes
aufgrund der Laufzeitdifferenzen der empfangbaren Sender im Hinblick auf den nötigen
Rechenaufwand und die Rechengeschwindig keit vereinfacht werden.
[0017] Diese Aufgabe wird bei einem Fahrzeugempfänger nach dem Oberbegriff des Anspruchs
8 durch die im kennzeichnenden Teil angegebenen Merkmale gelöst.
[0018] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Ansprüchen, der weiteren Beschreibung und der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel
des Verfahrens und des Fahrzeugempfängers veranschaulicht.
[0019] In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 ein mit einem Koordinatennetz überzogener Landkartenausschnitt mit Senderstandorten,
Fig. 2 eine graphische Darstellung der zeitlichen Verknüpfungen von Trägerschwingung,
Bit, Block und Gruppe beim RDS-Datentelegramm,
Fig. 3 ein Funktionsdiagramm zum Verfahrensablauf, und
Fig. 4 ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen Fahrzeugempfängers.
[0020] Fig. 1 zeigt einen Landkartenausschnitt des südlichen Teils des Bundeslandes Niedersachsen,
in dem die dort vorhandenen Bundesautobahnen, größeren Städte und Senderstandorte
Stadthagen, Hannover und Harz eingetragen sind. Die drei Sender strahlen das Programm
von NDR2 aus, und zwar Stadthagen auf 102,6 MHz, Hannover auf 96,2 MHz und Harz auf
92,1 MHz. Allen drei Sendern ist für das Programm von NDR2 der Programm-Identifikations-Code
D3C2 zugeordnet.
[0021] Der Kartenausschnitt, in dem alle drei Sender von einem Fahrzeug aus zu empfangen
sind, ist mit einem Koordinatennetz überzogen, bei dem die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden
Koordinaten mit Y und die in Ost-West-Richtung verlaufenden Koordinaten mit X bezeichnet
sind. Das Koordinatennetz besitzt hier eine Rasterweite von 10 x 10 km. Jedem Schnittpunkt
des Koordinatennetzes sind die Laufzeiten zwischen den drei genannten Sendern zugeordnet.
[0022] So ergibt sich z.B. für die Stadt Hildesheim, die auf dem Koordinatenschnittpunkt
X₃ und Y₄ folgende Gruppe von Laufzeitwerten: Für 96,2 MHz 73,3 µsec, für 102,6 MHz
170,7 µsec und für 92,1 MHz 186,7 µsec. Wird diese Wertegruppe auf den Sender mit
der geringsten Laufzeit zurückbezogen, so ergibt sich eine Kurztabelle, bei der der
Frequenz 96,2 MHz der Laufzeitwert 0, der Frequenz 102,6 MHz der Laufzeitwert 93,4
usec und der Frequenz 92,1 MHz der Laufzeitwert 109,4 usec zugewiesen wird.
[0023] Diese Kurztabelle reicht für die Standortbestimmung aus und besitzt den Vorteil,
daß sie ein Drittel weniger Speicherkapazität im Laufzeitwertespeicher des Empfängers
beansprucht.
[0024] Bei der Standortbestimmung des Empfängers werden die ermittelten Laufzeitwerte mit
den gespeicherten Laufzeitwerten verglichen. Dabei wird die Wertegruppe ausgewählt,
die bei allen drei Werten die größte Übereinstimmung besitzt. Der dieser Wertegruppe
zugeordnete Koordinatenpunkt entspricht dann dem Standort des Empfängers bzw. des
Fahrzeuges. Um Zwischenwerte zwischen dem relativ groben Raster von 10 x 10 km zu
erhalten, könnte auch die betreffende Masche des Koordinatennetzes ausgewählt werden
und die genaue Position durch Interpolation der vier Koordinaten ermittelt werden.
Für eine flächendeckende Anwendung des Verfahrens wäre es erforderlich, das Koordinatennetz
weiter auszudehnen als hier auf dem Kartenabschnitt dargestellt und alle empfangbaren
synchronisierten Sender hinsichtlich ihrer Laufzeitwerte in entsprechende Tabellen
aufzunehmen und abzuspeichern.
[0025] Fig. 2 zeigt ein Diagramm zur Veranschaulichung der Verknüpfung von Trägerschwingung,
Bit, Block und Gruppe beim RDS-Datentelegramm. Beim 57 kHz-Träger, auf den das RDS-Datentelegramm
aufmoduliert ist, entsprechen 48 Schwingungsperioden einem Bit. Dabei bilden 26 Bit
einen Block und 4 Blöcke ergeben eine RDS-Gruppe. Aus dem Zusammenhang ergibt sich,
daß die RDS-Gruppen von 87,578 msec wiederholt werden.
[0026] Wird innerhalb jeder RDS-Gruppe 1 Bit zur Durchführung der Laufzeitmessungen ausgewertet,
zweckmäßigerweise aus dem PI-Code, da dieser unverändert etwa 11-mal pro Sekunde
wiederkehrt, so lassen sich etwa 11 Messungen pro Sekunde durchführen. Diese Zeit
bietet eine ausreichende Genauigkeit, um auch die Fahrtrichtung durch aufeinanderfolgende
Messungen erfassen zu können und so eine noch engere Auswahl der rele vanten Verkehrsnachrichten
zu treffen.
[0027] Außerdem ergibt sich zwischen der Wiederholzeit von 87,578 msec und den innerhalb
eines üblichen Sendegebietes auftretenden Laufzeitwerten ein günstiges Verhältnis,
so daß die Laufzeitwerte mit hoher Genauigkeit ermittelt werden können, ohne daß
hierfür eine besonders präzise Zeitbasis auf der Empfängerseite erforderlich wäre.
[0028] Fig. 3 veranschaulicht den Verfahrensablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens. Von
einem Fahrzeugempfänger werden wenigstens drei Sender empfangen und hier die RDS-Datentelegramme
einem Decoder zugeführt. Anhand eines definierten Bits in jeder Gruppe wird bei dem
Sender A mit der geringsten Laufzeit eine Uhr mit der Umlaufzeit von 87,578 msec gestartet
und auf der Zeitskala werden durch die Bits der weiteren Sender B und C Zeitmarken
gesetzt. Aus den Zeitmarken ergeben sich die Laufzeitdifferenzen zwischen dem Empfängerstandort
und den Standorten der einzelnen Sender.
[0029] Aus den ermittelten Laufzeitwerten werden anhand einer Kurztabelle die am nähesten
kommenden Werte ermittelt, denen ein bestimmter Ort mit den Koordinaten X und Y zugeordnet
ist. Die ermittelten Koordinaten werden nun dazu benutzt, einen Vergleicher für Ortsadressen
anzusprechen, der aus den im sogenannten Trafic-Message-Channel (TMC) vorhandenen
und noch unselektierten Verkehrsnachrichten diejenigen auszuwählen gestattet, die
für die vorgesehene Fahrtroute des Autofahrers relevant sind.
[0030] Fig. 4 zeigt das Blockschaltbild eines Fahrzeugempfängers, wobei sich die Darstellung
auf die Wiedergabe der Baueinheit beschränkt, die zur Darstellung von Verkehrsnachrichten
erforderlich sind.
[0031] Eine Empfangseinrichtung 14 ist auf die in einem Empfangsgebiet empfangbaren Sender
abstimmbar. Die Empfangseinrichtung 14 beinhaltet entweder mehrere auf verschiedene
Sender gleichzeitig abgestimmte Empfangsteile oder ein im Multiplexbetrieb umschaltbares
Empfangsteil.
[0032] Der Empfangseinrichtung 14 ist ein Decoder 10 nachgeschaltet, der den digital codierten
Datenstrom decodiert. Dabei wird beim RDS-Datenstrom insbesondere der sogenannte
Trafic-Message-Channel (TMC) ausgewertet, welcher die Verkehrsnachrichten enthält.
Darüberhinaus wertet der Decoder aber auch die Empfangsfrequenz sowie den Programm-Identifikations-Code
aus. Analog zur Empfangseinrichtung 14 kann der Decoder 10 ebenfalls aus mehreren
parallelen Decoderteilen bestehen oder aber als im Multiplexbetrieb umschaltbarer
Decoder ausgebildet sein.
[0033] Dem Decoder 10 ist ein Vergleicher 12 nachgeschaltet, dem einerseits vom Decoder
10 die vollständigen übertragenen Verkehrsnachrichten zugeführt und andererseits
Merkmale der Fahrtroute eingegeben werden. Aus diesen beiden Informationen werden
durch Vergleich diejenigen Verkehrsnachrichten selektiert, die für die vorgesehene
Fahrtroute relevant sind und diese Verkehrsnachrichten werden über die Ausgabeeinrichtung
18 dem Autofahrer optisch oder akustisch vermittelt.
[0034] Die Angabe der Fahrtroute wird über eine Standortbestimmung durch Laufzeitmessungen
der empfangsbaren Sender ermittelt. Dazu wird ein periodisch übertragenes Bit im
digitalen Datenstrom vom Decoder 10 einer Laufzeitmeßeinrichtung 16 zugeführt. Das
Bit trifft dabei mehrfach ein, und zwar sowohl von dem Sender mit der geringsten Laufzeit
als auch von den weiteren Sendern mit größeren Laufzeiten. Durch die Zeitdifferenzen
zwischen dem Eintreffen des perio disch wiederkehrenden Bits werden Laufzeitwerte
oder Laufzeitdifferenzwerte ermittelt, die einem Laufzeitvergleicher 22 zugeführt
werden.
[0035] Im einzelnen umfaßt die Laufzeitmeßeinrichtung 16 eine Steuerschaltung 26, die eine
Uhr 24 steuert. Durch das vom Sender mit der geringsten Laufzeit übertragene Bit wird
die Uhr 24 über die Steuerschaltung 26 gestartet. Die von den übrigen Sendern übertragenen
Bits bewirken, daß Zeitmarken auf der Zeitskala der Uhr 24 gesetzt werden.
[0036] Die Uhr 24 mit der Zeitskala steht hier symbolisch für eine Zeitmeßeinrichtung, die
z.B. durch entsprechend gesteuerte Zähler realisiert sein kann, aber in Abhängigkeit
der Wiederholzeit der übertragenen Steuerbits neu gestartet wird, und somit selbst
keine Anforderungen an eine präzise Zeitbasis erfüllen muß.
[0037] Die ermittelten Laufzeitwerte sowie die Frequenzen der empfangenen Sender und deren
Programm-Identifikations-Codes werden einem Laufzeitvergleicher 22 zugeführt, der
ebenfalls Angaben aus einem Laufzeitwertespeicher 20 erhält.
[0038] In dem Laufzeitwertespeicher 20 ist das Koordinatennetz mit den zugehörigen Laufzeitdifferenzwerten
sowie den Sendefrequenzen und den PI-Codes gespeichert.
[0039] Durch Vergleich der Laufzeitwertegruppen wird diejenige Wertegruppe im Laufzeitwertespeicher
20 ausgewählt, die allen zum Vergleich herangezogenen gemessenen Laufzeitwerten
am nächsten kommt. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, daß bei Abweichungen
zwischen zwei oder mehreren benachbarten Wertegruppen interpoliert wird und daraus
entsprechende Koordinaten errechnet werden.
[0040] Die durch Vergleich im Laufzeitwertevergleicher 22 selektierten Koordinaten geben
den Fahrzeugstandort an. Aus der Folge der ermittelten Werte kann außerdem auf die
Fahrtrichtung geschlossen werden. Dies kann z.B. bei höherer Fahrtgeschwindigkeit
auch zur Auswahl eines Autobahnabschnitts mit Fahrtrichtung benutzt werden.
[0041] Die Koordinaten adressieren in einem nachgeschalteten Vergleicher 12 für Streckenführungsnamen
Ortsadressen, aufgrund derer die für die Fahrtroute relevanten Streckenführungsnamen
ausgewählt werden. Die Strecken führungsnamen werden dabei, wie bereits erwähnt,
im Vergleicher 12 mit den in den Verkehrsnachrichten enthaltenen Streckenführungsnamen
verglichen und fahrtroutenspezifisch selektiert.
[0042] Zweckmäßigerweise wird die Tatsache, daß ein Sendernetz mit synchroner Modulation
arbeitet, beispielsweise durch ein spezifisches Bit im RDS-Datenstrom dem Empfänger
mitgeteilt. Im Empfänger wird dann ein Ausfall der Synchronisation der Sendermodulation
erkannt, da nun eine Ortung mit der vorbeschriebenen Methode nicht mehr möglich ist.
[0043] Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Beispiel von nach den RDS/TMC-Spezifikationen
übertragenen Verkehrsnachrichten beschränkt. Vielmehr läßt sich die Erfindung allgemein
anwenden, wenn digital codierte Verkehrsnachrichten übertragen und empfangen werden
können.
1. Verfahren zur fahrtroutenselektiven Wiedergabe digital codierter, von einem Sender
zu einem Fahrzeugempfänger vorzugsweise nach den RDS/TMC-Spezifikationen übertragener
Verkehrsnachrichten, welche in einem Decoder des Empfängers decodiert, hinsichtlich
streckenspezifischer Merkmale mit Merkmalen der Fahrtroute verglichen werden und bei
Übereinstimmung in einem vorgegebenen Rahmen dem Fahrer über eine optische und/oder
akustische Ausgabeeinrichtung vermittelt werden, wobei als Merkmal der Fahrtroute
der jeweilige Fahrzeugstandort dient, welcher durch Laufzeitmessungen der Ausstrahlungen
wenigstens dreier in ihrer Modulation synchronisierter Sender ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß im Empfänger ein Koordinatennetz mit Laufzeitwerten der in einem jeweiligen
Gebiet empfangbaren synchronisierten Sender gespeichert ist und durch Vergleich der
gemessenen Laufzeitwerte mit gespeicherten Laufzeitwerten die Koordinaten der am nähesten
liegenden Laufzeitwerte im Koordinatennetz als Fahrzeugstandort ausgewählt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufzeitwerte als Laufzeitdifferenzwerte zu dem Sender mit der geringsten
Laufzeit als Bezugswert gespeichert sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Koordinatennetz eine Rasterweite von vorzugsweise 10 x 10 km umfaßt und
Zwischenwerte durch Interpolation benachbarter Koordinaten bestimmt werden.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Laufzeitmessung wenigstens ein im digitalen Datenstrom enthaltenes, periodisch
übertragenes Bit dient, wobei das vom Sender mit der geringsten Laufzeit übertragene
Bit eine Uhr mit der Umlaufzeit gleich der Wiederholzeit des Bits startet und die
von den übrigen Senders danach übertragenen Bits Zeitmarken auf der Zeitskala der
Uhr setzen.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Identifikation der synchronisierten Sender deren Sendefrequenz ausgewertet
wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Sendern, die digital codierte Verkehrsnachrichten im RDS-Datentelegramm
übertragen, zur Identifikation der synchronisierten Sender zusätzlich der Programm-Identifikations-Code
(PI-Code) ausgewertet wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß den Koordinaten unmittelbar Ortsadressen im TMC-Code für den Vergleicher für
vorgegebene Streckenführungsnamen zugeordnet sind.
8. Fahrzeugempfänger mit einem Decoder (10) zur Decodierung digital codiert empfangener,
vorzugsweise nach den RDS-Spezifikationen übertragener Verkehrsnachrichten, einem
Vergleicher (12) für in den Verkehrsnachrichten enthaltende streckenspezifische Merkmale
mit Merkmalen der Fahrtroute, mit einer Empfangseinrichtung (14) und einer Laufzeitmeßeinrichtung
(16) für wengistens drei in ihrer Modulation synchronisierte Sender, mittels der die
Merkmale der Fahrtroute als jeweiliger Fahrzeugstandort bestimmbar sind, sowie einer
optischen und/oder akustischen Ausgabeeinrichtung (18) zur fahrtroutenselektiven
Wiedergabe der Verkehrsnachrichten, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Laufzeitwertespeicher (20) des Empfängers ein Koordinatennetz mit
Laufzeitwerten der in einem jeweiligen Gebiet empfangbaren synchronisierten Sender
gespeichert ist und daß in einem Laufzeitvergleicher (22) durch Vergleich der gemessenen
Laufzeitwerte mit gespeicherten Laufzeitwerten die Koordinaten der am nähesten liegenden
Laufzeitwerte im Koordinatennetz als Fahrzeugstandort ausgewählt werden.
9. Fahrzeugempfänger nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufzeitwerte im Laufzeitwertespeicher (20) als Laufzeitdifferenzwerte
zu dem Sender mit der geringsten Laufzeit als Be zugswert gespeichert sind.
10. Fahrzeugempfänger nach Anspruch 8 oder 9. dadurch gekennzeichnet, daß das im Laufzeitwertespeicher (20) gespeicherte Koordinatennetz mit Laufzeitwerten
eine Rasterweite von vorzugsweise 10 x 10 km umfaßt und daß eine Interpolationsschaltung
vorgesehen ist, mittels der Zwischenwerte durch Interpolation benachbarter Koordinaten
bestimmt werden.
11. Fahrzeugempfänger nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 -10, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufzeitmeßeinrichtung (16) eine Uhr (24) mit einer Zeitskala umfaßt, deren
Umlaufzeit gleich der Wiederholzeit eines im digitalen Datenstrom enthaltenden, periodisch
übertragenen Bits ist, und daß mittels einer Steuerschaltung (26) die Uhr (24) durch
das vom Sender mit der geringsten Laufzeit übertragene Bit gestartet wird und durch
die von den übrigen Sendern danach übertragenen Bits Zeitmarken auf der Zeitskala
der Uhr (24) gesetzt werden.
12. Fahrzeugempfänger nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 - 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufzeitwertespeicher (20) die den Laufzeitwer ten zugeordneten Sendefrequenzen
der in ihrer Modulation synchronisierten Sender umfaßt.
13. Fahrzeugempfänger nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 - 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Laufzeitwertespeicher (20) bei Sendern, die digital codierte Verkehrsnachrichten
im RDS-Datentelegramm übertragen, zusätzlich die den Laufzeitwerten zugeordneten
Programm-Identifikations-Codes (PI-Codes) der in ihrer Modulation synchronisierten
Sender umfaßt.
14. Fahrzeugempfänger nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 - 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Koordinaten im Laufzeitwertespeicher (20) unmittelbar den TMC-Ortsadressen
eines Speichers (28) für Streckenführungsnamen zugeordnet sind.
15. Verfahren und Fahrzeugempfänger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Empfänger von den Sendern durch ein spezifisches Signal mitgeteilt wird,
ob ein Sendernetz bzw. einzelne Sender mit synchroner Modulation arbeiten.