[0001] Die Erfindung liegt im Bereich der Textilindustrie und bezieht sich auf ein Verfahren
für die Regelung eines Streckwerkes gemäss den Oberbegriffen der Patentansprüche
1 bzw. 8.
[0002] Zum Vergleichmässigen von Faserbändern sind verschiedene Einrichtungen und Regelungen
bekannt, die auf dem Prinzip des Verzugs der Bänder beruhen. In der Regel werden die
Bänder doubliert und in einem zweistufigen Verzugsprozess, einem Vor- und einem Hauptverzug,
vergleichmässigt. Im Rahmen des Verzugsprozesses wird die Herstellung eines möglichst
homogenen Faserbandes angestrebt. In den entsprechenden Streckwerken fallen eingangsseitig
mit Unregelmässigkeiten bzw. Störungen behaftete Bänder an, die ausgangsseitig zu
einem Band mit möglichst gleichmässigem, vorgegebenen Querschnitt zusammengeführt
sein sollen. Dieses Erfordernis bedingt eine Regelung des Streckprozesses. Zum Stand
der Technik gehören verschiedene Antriebsanordnungen sowie Regel- und Steuereinrichtungen,
die sich diesem Problem annehmen.
[0003] So sind offene und geschlossene Regelkreise sowie deren Kombinationen bekannt, welche
durch Messung des ausgangsseitigen Bandquerschnitts bzw. der Querschnitte am Einlauf
entsprechende Messgrössen liefern, die mittels Stellgliedern den Verzug der Strecke
steuern oder regeln. Die Probleme die sich bei der Verwendung von offenen Regelkreisen
ergeben sind allgemein im Rahmen der Regelungstechnik und für die Regelung von Streckprozessen
im besonderen bekannt. Dabei handelt es sich um Schwierigkeiten, die sich aus Laufzeit
zwischen Messort und Stellglied aber auch aus der fehlenden Rückkopplungsinformation
ergeben, wobei im Zusammenhang mit Streckwerken noch prozessspezifische Probleme hinzukommen.
Andererseits sind auch geschlossene Regelkreise problembehaftet, da hier z.B. wegen
der Totzeit zwischen Messgrösse und Stellglied kurzfristig auftretende Störungen nicht
kompensiert werden können. Daneben sind im Bereich der Bandbearbeitung messtechnische
Schwierigkeiten zu überwinden.
[0004] Aus der europäischen Patentanmeldung 0 176 661 ist bspw. ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Optimierung des Streckprozesses bei Regulierstrecken der Textilindustrie mit
einem offenen und einem geschlossenen Regelkreis bekannt. Ausgehend von den oben angesprochenen
Schwierigkeiten wird in jener Schrift vorgeschlagen, einen Rückkopplungspfad zwischen
ausgangsseitiger Messstelle und Steuerschaltung vorzusehen und die Rückkopplungsinformation
zur Beeinflussung der Steuerparameter zu verwenden. Das grundsätzlich bekannte Regelungskonzept
sieht eine rechnerische Verknüpfung der eingangs- und aussgangsseitigen Messgrössen
mittels einer Kreuzkorrelation vor.
[0005] Die Berücksichtigung von sowohl einer ausgangsseitigen als auch einer eingangsseitigen
Messgrösse, wie dies der Stand der Technik zeigt, kann grundsätzlich zu einer besseren
Regelung der Gleichmässigkeit eines Faserbandes führen. Indessen werden durch die
bekannten Vorrichtungen und Verfahren die regeltechnischen und vor allem messtechnische
Besonderheiten unberücksichtigt gelassen, so dass diese Regelungen trotz zusätzlicher
Massnahmen nur beschränkte Resultate liefern. Solche Besonderheiten bei der Regelung
von Strecken führten auch dazu, dass die Anlagen während dem Betrieb überwacht werden
und gewisse Parameter manuell justiert oder korrigiert werden mussten. So lag insbesondere
ein Nachteil darin, dass in der Regel Totzeit und/oder Verstärkung manuell eingestellt
wurden und eine Anpassung während des Betriebs erforderten. Dies erforderte eine
dauernde Überwachung durch eine Betriebsperson.
[0006] Weitere Probleme ergeben sich aus der bisherigen Ausgestaltung der Antriebsanordnungen
und -vorrichtungen. Die durch die Antriebe verursachten Störungen und Schwankungen
wurden durch die bekannten Regelungen zwar berücksichtigt. Allerdings zeigt sich,
dass die Berücksichtigung der entsprechenden Störungen im Rahmen einer einzigen Haupt-
bzw. Gesamtregelung eine Kompensation sehr grosser Regelbereiche erforderte, was
herkömliche Vorrichtungen überforderte. Gleichzeitig liegt ein Nachteil darin, dass
die gesamte Rechenlast konzentriert wurde und Zeitabhängigkeiten der Regelung nicht
optimiert wurden.
[0007] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine Strecke und ein Verfahren zur Regelung
einer Strecke zu schaffen, welche nach Einstellung der Führungsgrössen für die Regelung
einen automatisierten Prozessablauf mit optimierter Vergleichmässigung des Bandes
erlauben.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil der Patentansprüche 1 bzw.
8 genannten Merkmale gelöst.
[0009] In der vorliegenden Erfindung sind Antriebsanordnung, Regelung und Messsystem optimal
aufeinander abgestimmt, so dass eine Optimierung der Vergleichmässigung erreicht wird.
Gleichzeitig ist es möglich, das System so zu regeln, dass manuelle Eingriffe weitgehend
überflüssig werden. Die bisher erforderlichen Justierungen und Anpassungen von Parametern
während des Betriebes, die durch Bedienungspersonal vorgenommen werden mussten und
mithin eine zusätzliche Fehleranfälligkeit in sich bargen, entfallen weitgehend.
[0010] Anhand der folgenden Figuren ist das erfindungsgmässe Verfahren und ein Ausführungsbeispiel
der Vorrichtung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt ein Streckwerk mit einem Vor- und Hauptverzugsabschnitt und den prinzipiellen
Messeinrichtungen.
Fig. 2 zeigt einen Messwandler für das Einlaufmessorgan 9.1.
Fig. 3 zeigt das Funktionsprinzip des erfindungsgemässen Verfahrens
[0011] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispieles der Strecke.
Mehrere Faserbänder 15.1-15.6, im Beispiel deren sechs, werden nebeneinander zu einem
lockeren Vlies zusammengefasst und durch mehrere Walzensysteme 1-6 geführt. Dadurch,
dass die Umfangsgeschwindigkeit der Walzen in Transportrichtung des Fasermaterials
in zwei Stufen zunimmt, wird dieses über die erste Stufe vorverzogen (Vorverzug),
über die zweite zum gewünschten Querschnitt weiter verzogen (Hauptverzug). Das aus
der Strecke austretende Vlies 18 ist dünner als das Vlies der eingespeisten Bänder
15.1-15.6 und entsprechend länger. Dadurch, dass die Verzugsvorgänge in Abhängigkeit
des Querschnittes der eingespeisten Bänder geregelt werden können, werden die Bänder
bzw. das Vlies während seinem Durchgang durch die Strecke vergleichmässigt, das heisst,
der Querschnitt des austretenden Vlieses ist gleichmässiger als der Querschnitt des
eingespeisten Vlieses bzw. der Bänder. Die vorliegende Strecke weist einen Vorverzugsbereich
11 und einen Hauptverzugsbereich 12 auf. Selbstverständlich kann die Erfindung auch
im Zusammenhang mit Strecken mit nur einem oder mehr als zwei Verzugsbereichen in
analoger Weise eingesetzt werden.
[0012] Die Bänder 15.1-15.6 werden durch zwei Systeme 1 und 2 von Förderwalzen in die Strecke
eingespeist. Ein erstes System 1 besteht z.B. aus zwei Walzen 1.1 und 1.2, zwischen
denen die eingespeisten und zu einem lokkeren Vlies zusammengefassten Bänder 15.1-15.6
transportiert werden. In Transportrichtung der Bänder folgt ein Walzensystem 2, das
hier aus einer aktiven Förderwalze 2.1 und zwei passiven Förderwalzen 2.2, 2.3 besteht.
Während der Einspeisung durch die Walzensysteme 1 und 2 werden die eingespeisten
Bänder 15.1-15.6 nebeneinander zu einem Vlies 16 zusammengeführt. Die Umfangsgeschwindigkeiten
v₁ und v₂ (= v
in) aller Walzen der beiden Walzensysteme 1 und 2 der Einspeisung sind gleich gross,
sodass die Dicke des Vlieses 16 im wesentlichen der Dicke der eingespeisten Bänder
15.1-15.6 entspricht.
[0013] Auf die beiden Walzensysteme 1 und 2 der Einspeisung folgt in Transportrichtung
des Vlieses 16 ein drittes System 3 von Vorverzugswalzen 3.1 und 3.2, zwischen denen
das Vlies weitertransportiert wird. Die Umfangsgeschwindigkeit v₃ der Vorverzugswalzen
ist höher als diejenige der Einlaufwalzen v
1,2, sodass das Vlies 16 im Vorverzugsbereich 11 zwischen den Einlaufwalzen 2 und den
Vorverzugswalzen 3 verstreckt wird, wobei sich sein Querschnitt verringert. Gleichzeitig
entsteht aus dem lockeren Vlies 16 der eingespeisten Bänder ein vorverzogenes Vlies
17. Auf die Vorverzugswalzen 3 folgt ein weiteres System 4 von z.B. einer aktiven
Förderwalze 4.1 und zwei passiven Förderwalzen 4.2, 4.3 zum Weitertransport des Vlieses.
Die Umfangsgeschwindigkeit v₄ der Förderwalzen 4 zum Weitertransport ist dieselbe
wie v₃ der Vorverzugswalzen 3.
[0014] Auf das Walzensystem zum Weitertransport 4 folgt in Transportrichtung des Vlieses
17 ein fünftes System 5 von Hauptverzugswalzen 5.1 und 5.2. Die Hauptverzugsgswalzen
haben wiederum eine höhere Oberflächengeschwindigkeit v₅ als die vorangehenden Transportwalzen
4, so dass das vorverzogene Vlies 17 zwischen den Transportwalzen 4 und den Hauptverzugswalzen
5 im Hauptverzugsbereich 12 weiter zum fertig verzogenen Vlies 18 verzogen wird, wobei
das Vlies 18 über einen Trichter T zu einem Band zusammengeführt wird.
[0015] Zwischen einem Paar 6 von Auslaufwalzen 6.1, 6.2, deren Umfangsgeschwindigkeit v₆
(= v
out) gleich ist wie diejenige der vorangehenden Hauptverzugswalzen (v₅) wird das fertig
verstreckte Band 18 aus der Strecke weggeführt und bspw. in rotierende Kannen 13 abgelegt.
[0016] Die Walzensysteme 1, 2 und 4 werden von einem ersten Motor 7.1 über ein Getriebe
bzw. vorzugsweise über Zahnriemen angetrieben. Die Vorverzugswalzen 3 sind mechanisch
mit dem Walzensystem 4 gekoppelt, wobei die Übersetzung gegenüber den Walzensystemen
1 und 2 einstellbar sein kann bzw. ein Sollwert vorgebbar ist. Das Getriebe (auf der
Figur nicht sichtbar) bestimmt das Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeiten der Einlaufwalzen
(v
in) und der Umfangsgeschwindigkeit v₃ der Vorverzugswalzen 3.1, 3.2, mithin das Vorverzugsverhältnis.
Die Einlaufwalzen 1.1, 1.2 können ebenfalls über den ersten Motor 7.1 oder optional
über einen unabhängigen Motor 7.3 angetrieben sein.
[0017] Die Walzensysteme 5 und 6 werden ihrerseits von einem zweiten Motor 7.2 angetrieben.
Die beiden Motoren 7.1 und 7.2 verfügen erfindungsgemäss je über einen eigenen Regler
8.1 bzw. 8.2. Die Regelung erfolgt je über einen geschlossenen Regelkreis 8.a, 8.b
bzw. 8.c, 8.d. Zudem kann der Ist-Wert des einen Motors dem anderen Motor in einer
oder in beiden Richtungen über eine Kontrollverbindung 8.e übermittelt werden, damit
jeder auf Sollwertabweichungen des anderen entsprechend reagieren kann.
[0018] Am Einlauf der Strecke wird der Gesamt-Querschnitt der eingespeisten Bänder 15.1-15.6
von einem Einlaufmessorgan 9.1 gemessen. Am Austritt der Strecke wird der Querschnitt
des austretenden Bandes 18 dann von einem Auslaufmessorgan 9.2 gemessen.
[0019] Eine zentrale Rechnereinheit 10 übermittelt eine initiale Einstellung der Sollgrösse
für den ersten Antrieb 7.1 via 10.a an den ersten Regler 8.1. Die Messgrössen der
beiden Messorgane 9.1, 9.2 werden während des Streckprozesses via die Verbindungen
9.a und 9.b dauernd an die zentrale Rechnereinheit übermittelt. Aus diesen Messresultaten
und aus dem Sollwert für den Querschnitt des austretenden Bandes 18 wird in der zentralen
Rechnereinheit und allfälligen weiteren Elementen mittels dem erfindungsgemässen
Verfahren der Sollwert für den zweiten Antrieb 7.2 bestimmt. Dieser Sollwert wird
via 10.b dauernd an den zweiten Regler 8.2 vorgegeben. Mit Hilfe dieses Regelsystems
können Schwankungen im Querschnitt der eingespeisten Bänder 15.1 - 15.6 durch entsprechende
Regelung des Hauptverzugsvorganges kompensiert bzw. eine Vergleichmässigung des
Bandes erreicht werden.
[0020] Als Regler werden im Rahmen der Hilfsregelung Positionsregler (nicht Drehzahlregler)
eingesetzt, da diese auch im Falle eines Stillstandes des Motors die Regelung gewährleisten.
Die entsprechenden Regler 8.1, 8.2 (oder allfällige weitere Regler im Rahmen der Ausführungsvarianten)
können separate Rechnereinheiten (bspw. mit digitalen Rechenelemente; Mikroprozessoren)
enthalten oder aber auch als Modul der zentralen Rechnereinheit 10 ausgeführt sein.
[0021] Im folgenden soll das Messprinzip näher erläutert werden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
einer geregelten Strecke soll ein konstanter Vorverzug erfolgen. Die Regelung des
Bandquerschnittes bzw. dessen Vergleichmässigung wird damit im wesentlichen durch
Veränderung des Verzugs im Hauptverzugbereich 12 erreicht. Das Einlaufmessorgan 9.1
liefert das eingangsseitige Messignal mit der Information über den Querschnitt der
eingespeisten Bänder 15.1-15.6. Der Erhalt des gewünschten Einlauf-Messsignals bietet
bekannterweise messtechnische Schwierigkeiten. Eine Querschnittsmessung ohne Beeinträchtigung
des Materials und mit hoher Dynamik ist in herkömmlicher Weise nur schwer möglich.
In der Konsequenz muss ein indirektes Messverfahren mit einem Messwandler durchgeführt
werden. Verschiedene herkömmliche Wandler liefern für den gewünschten Zweck nur ungenügende
Resultate. Es wird deshalb im Zusammenhang mit dieser Erfindung ein Messkondensator
21 gemäss Figur 2 verwendet, durch welchen die eingespeisten Bänder 15.1-15.6 laufen.
Dabei wird die Tatsache ausgenutzt, dass das Volumen der Bänder zwischen den Kondensatorplatten,
welches beim Durchlauf schwankt, eine Veränderung des Dielektrikums bewirkt. Beim
Durchlauf dieser Bänder durch den Kondensator 21 kann bei angelegtem Wechselstrom
U- bspw. durch Messung der Spannung U über dem Kondensator ein Rückschluss auf das
Dielektrikum gezogen werden. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Feuchtigkeitsgehalt
der Bänder und andere Störungen die Messung stark beeinträchtigen können beträgt doch
die Dielektrizitätszahl ε
Ψ von Wasser 81 im Vergleich zu Dielektrizitätszahl von bspw. Baumwolle ε

welche in der Grössenordung von 4 liegt. Mit anderen Worten besteht die Schwierigkeit
darin, das gewünschte Signal über das zu einem bestimmten Zeitpunkt im Kondensator
befindliche Volumen, welches den Gesamtquerschnitt der eingespeisten Bänder repräsentiert,
direkt über den Messwandler zu erhalten. Erfindungsgemäss wird die Spannung U über
dem Kondensator gemessen und das erhaltene Signal in einen Realteil R
x und einen Imaginärteil C
x aufgespalten. Diese Signale R
x und C
x werden, wie weiter unten ausgeführt wird, im Rahmen der Regelung ausgewertet, wobei
dabei das Auslauf-Messignal beigezogen wird. Die Schwierigkeiten bei der eingangsseitigen
Messung bilden mit einen Grund dafür, dass die erfindungsgemässe Regelung so ausgestaltet
wird, dass Messfehler im Rahmen einer adaptiven Regelung kompensiert werden.
[0022] Das Auslaufmessorgan 9.2 kann ein herkömmliches Messinstrument sein, welches ein
Signal A
out mit der Information über den Querschnitt des austretenden Bandes 18 liefert. Auch
dieses Signal wird in der Folge für die Regelung weiterverwertet. Es ist zu beachten,
dass die erforderlichen Messungen nicht nur unmittelbar am Ein- und Auslauf erfolgen
können, sondern es ist nur erforderlich, dass ein Messorgan vor und eines nach der
Regelstrecke (im regeltechnischen Sinn), d.h. hier dem Hauptverzugsbereich 12, angeordnet
ist. Im Hinblick auf eine günstige Zeitabhängigkeit der Regelung wäre z.B. auch eine
unmittelbar vor dem Hauptverzugsbereich 12 liegende Anordnung des eingangsseitigen
Messorgans von Vorteil.
[0023] Es wird davon ausgegangen, dass für eine optimierte Regelung sowohl hoch- als auch
niederfrequente Änderungen bzw. Ungleichmässigkeiten des Bandes korrigiert werden
sollen. Die Regelung soll sowohl den Mittelwert des Bandes möglichst konstant halten
(erste Priorität) als auch Ungleichmässigkeiten ausregulieren. Die betreffenden Abweichungen
der Regelgrösse können im Rahmen der Regelung als hoch- und niederfrequente Anteile
der gemessenen Regelungsgrössen erfasst werden. Mess- und regelungstechnisch stellt
sich das Problem der Gewinnung der Informationen über diese Grössen und deren Umsetzung
in die gewünschte Stellgrösse. Insbesondere bei den hochfrequenten Änderungen muss
die Laufzeit zwischen Mess- und Stellorgan berücksichtigt werden. Eingangsseitig,
d.h. beim Einlaufmessorgan 9.1 besteht die Möglichkeit, die hochfrequenten Signalanteile
zu gewinnen. Wegen der Totzeit der von dieser ausgangsseitigen Messung mittels dem
Auslaufmessorgan 9.2 abhängigen Regelung können hier nur die niederfrequenten Anteile
des Signals im Rahmen der Regelung kompensiert werden. Messtechnisch bedingte Probleme
und Fehler werden nun erfindungsgemäss im Rahmen der Regelung mitberücksichtigt, indem
die Messignale des Auslauf-Messorgans 9.2 zur Anpassung der Regelung an einlaufseitige
Messfehler oder andere Abweichungen berücksichtigt werden. Erfindungsgemäss wird
dafür ein vorzugsweise empirisch ermitteltes und während dem Betrieb laufend angepasstes
Kennfeld
R vorgesehen.
[0024] Figur 3 veranschaulicht das Regelprinzip und das erfindungsgemässe Verfahren in
einer schematischen Übersicht der Hauptregelung. Die Strecke ist durch Pfeile, welche
die Durchlaufrichtung des Bandes angeben, sowie durch zwei Blöcke für den Vorverzug
11 und den Hauptverzug 12 angedeutet. Der tatsächliche Querschnitt m
E der Bänder am Einlauf wird durch die Grösse m
e, der tatsächliche Querschnitt m
A des fertig verzogenen Bandes durch die Grösse m
a repräsentiert, wobei dies im vorliegenden Beispiel die Massen für einen je definierten,
kurzen Bandanbschnitt Δl sind. Am Einlauf werden die Bänder mit der Geschwindigkeit
v
in eingespeist und das fertige Band tritt am Auslauf mit einer Geschwindigkeit v
out aus. Die Grösse des Vorverzugs K1 kann mittels einem Vorgabeorgan 19 eingestellt
werden. Die Regelstrecke (im regeltechnischen Sinn) wird hier durch den Hauptverzugsbereich
12 gebildet. Die Laufzeit zwischen dem Einlaufmessorgan 9.1 und dem Hauptverzugsbereich
12 ist mit t1, diejenige zwischen dem Hauptverzugsbereich und dem Auslaufmessorgan
9.2 mit T2 gekennzeichnet. Die Messgrössen A
out, R
x und C
x der Messorgane 9.1, 9.2 stellen Eingangsgrössen einer Regelanlage dar. Diese enthält
eine zentrale Rechnereinheit 10, welcher die Messgrössen C
x, R
x, die Temperatur I
T sowie allfällige weitere Informationen I
1-n, wie bspw. Luft feuchtigkeit, zugeführt werden. Als Führungsgrösse wird die Grösse
A
soll vorgegeben.
[0025] Der Übersichtlichkeit halber wird das Regelsystem in der Darstellung in mehrere "Pfade"
1-4 gegliedert. Ein erster Pfad 1 enthält die zentrale Rechnereinheit 10 mit Zu- und
Wegführungen sowie mehrere Zeitglieder Z1.1-Z3 und dient erfindungsgemäss der Aufbereitung
der Messdaten. Ein zweiter Pfad 2 dient der Optimierung der Verzögerungszeit t1. Ein
dritter Pfad 3 dient der Optimierung der Konstanthaltung des Bandmittelwertes und
der Kompensation langfristiger Störungen. Schliesslich ist ein vierter Pfad 4 vorgesehen,
der eine optimierte Kompensation kurzfristiger Störungen vorsieht. Es ist vorwegzunehmen,
dass bevorzugterweise eine digitale Regelung im Rahmen der Erfindung verwendet wird.
Damit wird es möglich, sämtliche Elemente des Regelsystems in einem Rechner zu realisieren.
Zur Darstellung des Regelprinzips werden die wesentlichen, für die Erläuterung der
Erfindung notwendigen Elemente in Figur 3 schematisch aufgegliedert.
[0026] Beginnend bei Pfad 3 (Konstanthaltung des Mittelwerts) ist ein Vergleicher 35 vorgesehen
der eine Differenzbildung zwischen dem Auslauf-Signal A
out und dem Sollwert A
soll vornimmt. Die derart ermittelte Abweichung dA wird über ein I-Glied 38 einer Additionsstelle
36 zugeführt. Durch Integration der Mittelwertsabweichungen in einem I-Glied 38 und
Addition von 1 wird das Signal Δm gebildet. In einer zweiten Additionsstelle 37 werden
diese Abweichung und die durch kurzfristige Störungen verursachten Abweichungen Δh,
welche in Pfad 1 und 4 gemäss nachfolgenden Ausführungen bestimmt werden, addiert
und schliesslich der Faktor 1+Δm+Δh in einer Multiplikationsstelle 39 mit dem vorgegebenen
Nominalwert K3 des Hauptverzugs multipliziert. Im vorliegenden Ausfüh rungsbeispiel
wurde die Variante mit einer Multiplikationsstelle 39 bevorzugt, da die Stellgrösse
y hier im Rahmen eines Divisionsgliedes (x/y) für die Regelung des Hauptverzugs verwendet
werden soll. Die entsprechende Multiplikation ergibt die erforderliche Stellgrösse
y für die Regelung des Hauptverzugs.
[0027] Das Auslauf-Messignal A
out wird des weiteren einem Hochpassglied 47 des Pfades 2 zugeführt. An einer Multiplikationsstelle
40 wird das gefilterte Signal quadriert und daraus das Signal ΔH gewonnen, welches
den hochfrequenten Anteil der Mittelwertsschwankungen angibt. Berücksichtigt werden
für diesen Pfad die hochfrequenten Anteile, die in diesem Ausführungsbeispiel bei
bis ca. 300 Hz liegen. Das Signal ΔH wird einem ersten Regelglied R1 mit einer Übertragungsfunktion
zur Minimalisierung von ΔH zugeführt. Ausgang des Regelgliedes R1 bildet das Signal
S
t1, welches die Verzögerungszeit verschiedener Zeitglieder Z1.1, Z1.2, Z4 optimiernd
beeinflusst oder direkt der zentralen Rechnereinheit (10) eingespeist wird. In einer
bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird für die Bestimmung der Verzögerungszeit
t1 ein zusätzliches (hier nicht näher dargestelltes) Korrekturglied in Pfad 2 vorgesehen.
Dieses ermöglicht es, bei bestimmten Bedingungen am Eingang, insbesondere bei einem
Bandbruch, einen korrigierenden Regeleingriff um eine bestimmte, kurze Zeit Δt1 reduzierte
Verzögerungszeit t1 beim Stellglied vorzunehmen. Dadurch wird ermöglicht, dass bei
sprunghaften Ungleichmässigkeiten der einlaufseitigen Bänder eine vollständige Korrektur
erreicht wird, wobei eine allfällige Überkompensation in Kauf genommen werden kann.
[0028] Als verbindendes Kernstück der Pfade 1 und 4 ist erfindungsgemäss ein Kennfeldelement
50 vorgesehen. Dieses kann beispielsweise als schreib und lesbarer Speicher ausgebildet
sein und kann seinerseits in die zentrale Rechnereinheit 10 integriert sein. In diesem
Kennfeldelement ist ein empirisch ermitteltes Ausgangs-Kennfeld
R bezüglich der Grössen R
x und C
x gespeichert und bezieht sich auf die Grösse m
e = f(R
x, C
x). Dem Kennfeldelement 50 werden die gemessenen Wertepaare R
x, C
x zugeführt und dieses liefert als Ausgangssignal die Grösse m
e. Das Kennfeld
R wird während dem Betrieb laufend angepasst. Diese Anpassung erfolgt im Pfad 1. Die
Signale R
x, C
x werden in diesem Ausführungsbeispiel, verzögert in entsprechenden Zeitgliedern Z1.1-Z2.2,
in die zentralen Rechnereinheit 10 eingespeist. Die Zeitglieder Z1.1-Z2.2 dienen der
Berücksichtigung der gesamten Laufzeit t1 + T2 vom Einlauf- bis zum Auslaufmessorgan.
Die gefilterte Grösse m
e/t1, unter Berücksichtigung der Laufzeit t1 verzögert und in einem Divisionsglied 43
verzugsbereinigt, wird über ein Zeitglied Z3 einem weiteren Eingang der zentralen
Rechnereinheit zugeführt. Das Signal A
out mit der Information über den Auslauf-Bandquerschnitt m
A, repräsentiert durch die gemessene Grösse m
a, bildet ebenfalls einen Eingang der Rechnereinheit 10. Die Grösse m
a wird vorzugsweise ebenfalls gefiltert bevor sie der zentralen Rechnereinheit 10 zufgeführt
wird, wobei in einem entsprechenden Filter 46 des Pfades 1 die niederfrequenten Signalanteile
beschnitten werden. Die Laufzeit t1 kann anstelle der Verwendung dieser Zeitglieder
Z1.1-Z3 auch direkt durch die zentrale Rechnereinheit berücksichtigt werden, indem
dieser das Ausgangssignal S
t1 des Pfades 2 zugeführt wird.
[0029] Alle der Rechnereinheit gelieferten Signale werden im folgenden für die Bereinigung
des Kennfeldes
R des Kennfeldelements 50 verwendet, indem als Ausgang der Rechnereinheit 10 in das
Kennfeldelement 50 die unter Auswertung der Messdaten ermittelte ("effektive") Grösse
m
e zum jeweiligen Wertepaar C
x, R
x übertragen wird. Dadurch ist eine permanente An passung des Kennfeldes
R an Veränderungen innerhalb des Regelprozesses gewährleistet. Es ist ersichtlich,
dass die zentrale Rechnereinheit 10 mindestens die Signale m
e, R
x, C
x und m
a auswerten muss um die Kennfeldadaption zu gewährleisten. Die erwähnten zusätzlichen
Messdaten I
T, I
1-n können jedoch unter bestimmten Bedingungen eine weitere Verbesserung der Regelung
bewirken.
[0030] Ähnlich wie in Pfad 2 sieht Pfad 4 eine Filterung des Signals A
out vor, diesmal aber mit einem Bandpassglied 48 anstelle eines Hochpassgliedes. Dem
Banpassglied 48 ist eine Multiplikationsstelle 41 sowie ein Regelglied R2 zur Minimalsisierung
des entsprechenden Signals ΔB nachgeschaltet. Das Regelglied R2 liefert an seinem
Ausgang einen Faktor f
B, der in einer Multiplikationsstelle 42 mit dem Signal m
e/t1 verknüpft wird. Dieses Signal m
e/t1 steht am Ausgang eines Filters 49 an, dem über ein Zeitglied Z4 das Signal m
e aus dem Kennfeldelement 50 zugeführt wird. Dieser Filter 49 beschneidet die niederfrequenten
Signalanteile. Der Pfad 4 enthält des weiteren einen Schwellwertschalter 25 mit einem
einstellbaren Vorgabewert δ. Liegt das Signal m
e/t1 unter diesem Vorgabewert δ, so ist der Schalter in einer ersten Position p1. Sobald
der Vorgabewert δ überschritten wird, d.h. grosse Schwankungen von m
e um den Mittelwert auftreten, schaltet der Schalter in eine Position p2 bei der das
Signal m
e/t1 direkt zum Pfad 3 durchgeschlauft ist, so dass diese Schwankungen voll für den Hauptverzug
berücksichtigt werden. Liegen die Werte für m
e/t1 jedoch unter diesem Vorgabewert δ, so kommt die Optimierung des Pfades 4 zum Zuge.
Das Signal m
e/t1 wird in der Multiplikationsstelle 42 mit dem mittels der Minimalisierungsfunktion
des Regelgliedes R2 bestimmten Faktor f
B multipliziert und das Ausgangssignal der Multiplikationsstelle dem Pfad 3 über den
Schalter 25 zugeführt. Die Umschaltung mittels dem Schwellwertschalter 25 und die
Berücksichtigung der Optimierung durch das Regelglied R2 verhindert, dass bei kleinen
und sehr klei nen, kurzfristigen Mittelwertsabweichungen allfällige bspw. durch Rauschen
verursachte Störeinflüsse in den Pfad 3 eingeschleust werden.
[0031] Gleichzeitig dient der Schwellwertschalter der Ein- bzw. Ausschaltung der Optimierung
durch die Regelglieder R1, R2. Liegt m
e über dem Vorgabewert δ, so ist die Optimierung der Regelglieder R 1, R2 ausgeschaltet,
andernfalls eingeschaltet. Es ist nicht unbedingt erforderlich, die jeweilige durch
die Regelglieder R1, R2 bewirkte Optimierung bei einem Überschreiten des Vorgabewertes
δ auszuschalten, kann doch ein Davonlaufen der entsprechenden Regelung auch durch
Kompensationsglieder realisiert werden. Im Rahmen einer digitalen Regelung ist jedoch
das Ein-/Ausschalten der entsprechenden Regelungen einfachst möglich, so dass diese
Variante bevorzugt wird.
[0032] Der Schwellwertschalter kann auch durch ein nichtlineares Glied realisiert werden
oder im Kennfeld
R integriert sein. Im letzteren Falle liefert das Kennfeldelement 50 neben der Ausgangsgrösse
m
e auch das erforderliche Signal zur Aktivierung bzw. Deaktivierung der Optimierung
der Regelglieder R1, R2 bzw. einen amplitudenabhängigen Parameter.
[0033] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel können das Hochpassglied des Pfades 2 bspw. Frequenzen
über 100 Hz, der Bandpass solche im Bereich von 10-100 Hz filtern. Die Frequenzbereiche
sind abhängig von der Durchlaufgeschwindigkeit der Bänder, die bei den vorstehenden
Angaben im Bereich um 600 m/Min. angenommen wurde.
[0034] Es muss beachtet werden, dass die Übertragungsfunktionen der Regelglieder R1, R2
je nach Ausgestaltung des Regelsystems variieren können. In einer bevorzugten Ausführung
der Erfindung können die Filter der Pfade 2 und 4 entfallen und stattdessen die Übertragungsfunktionen
so bestimmt werden, dass die betreffenden Frequenzen in erforderlicher Weise berücksichtigt
werden. Selbstverständlich kann auch der Filter 46 des Pfades 1 entfallen und die
Filterung kann im Rahmen der zentralen Rechnereinheit 10 realisiert sein. Durch die
Möglichkeit der Veränderung der Parameter der entsprechenden Übertragungsfunktionen
besteht ausserdem der Vorteil, dass eine Anpassung an verschiedene Betriebsbedingungen
(z.B. variable Durchlaufgeschwindigkeit der Bänder) einfach vorgenommen werden kann.
[0035] Eine besondere Ausführungsform sieht in diesem Sinne eine adaptive Anpassung der
Regelparameter vor. Die Parameter der Übertragungsfunktionen der Regelglieder R1,
R2 werden im Verlauf der Regelung verändert, so dass die Variation der Stellgrösse
minimiert wird. Die Parameter der Übertragungsfunktionen werden in einer solchen Ausführung
durch die zentrale Rechnereinheit 10 aus den Messgrössen bestimmt. Bei der adaptiven
Regelung muss grosser Wert auf die Stabilität gelegt werden.
[0036] Die zentrale Rechnereinheit 10 wird vorzugsweise durch ein digitales Rechenelement
realisiert. Es ist offensichtlich, dass die zur Erläuterung des Verfahrensprinzips
explizit dargestellten Funktionen der verschiedenen Pfade 1-4 in Figur 3 teilweise
oder ganz in einem einheitlichen Rechner intergriert sein können.
[0037] Das Ausgangs-Kennfeld
R für m
e kann bspw. durch statische Messungen am Messkondensator 21 ermittelt und anschliessend
in Tabellenform gespeichert werden. Zu beachten ist, dass bei abgewandelten Messverfahren
andere Kennfelder zu bestimmen sind. Das erfindungsgemässe Prinzip lässt sich demnach
auch mit entsprechenden Kennfeldern für andere Einlauf- und Auslauf-Messignale ausführen.
[0038] Das erfindungsgemässe Regelprinzip gewährleistet eine sehr gute Vergleichmässigung
auch bei unvorhergesehenen Änderungen der Betriebsbedingungen. Insbesondere werden
auch einlaufseitige Messfehler im Rahmen der Regelung kompensiert. Sowohl kurfristige
Störungen als auch langsame Änderungen können im Rahmen dieser Regelung optimal kompensiert
werden. Wird das beschriebene Verfahren zur Hauptregelung des Streckwerkes im Zusammenhang
mit der Hilfsregelung der unabhängigen Antriebsgruppen kombiniert und eine entsprechend
vermaschte Regelung vorgesehen, so ergeben sich besonders günstige Bedingungen. Die
durch die Hauptregelung ermittelte Stellgrösse y wird demnach als Sollwert für den
Regler 8.2 des Antriebs für den Hauptverzugsbereich 12 verwendet.
[0039] Es soll hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt sein, dass sich die erfindungsgemässen
Verfahren Regelung für alle Vorrichtungen der Textilindustrie eigenen, welche eine
Regulierung eines Streckprozesses erfordern und nicht auf die im Rahmen der Beschreibung
erwähnte Strecke limitiert ist.
1. Verfahren zur Regelung einer Strecke mit einem Messorgan am Einlauf der Strecke
und einem Messorgan am Auslauf der Strekke, welche Messignale für einen geschlossenen
und einen offenen Regelkreis liefern, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslauf-Messignal (Aout) zur Anpassung der Regelparameter mindestens eines Regelgliedes (50, R1, R2) verwendet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das aussgangsseitige Messignal (Aout) zur Anpassung eines Kennfeldes (R) für das Messignal (Cx, Rx) des einlaufseitigen Messorgans (9.1) verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
a. das Einlauf-Messignal (Rx, Cx) wird als Eingangsgrösse einem Kennfeld (R) und einer zentralen Rechnereinheit (10) zugeführt;
b. das Auslauf-Messignal (Aout) wird der zentralen Rechnereinheit (10) zugeführt;
c. mittels dem Kennfeld (R) wird das Einlauf-Messignal (Rx, Cx) in ein den Einlauf-Bandquerschnitt repräsentierendes Signal (me) umgesetzt, welches die kurzfristigen Unregelmässigkeiten der Bänder am Einlauf
angibt;
d. dieses Signal (me) wird hinsichlich des Verzugs bereinigt und der zentralen Rechnereinheit (10) zugeführt;
e. unter Verwendung dieses Signals (me), des Auslauf-Messignals (Aout) sowie des Einlauf-Messignals (Rx, Cx) wird in der zentralen Rechnereinheit (10) die effektive Abhängigkeit des Einlauf-Bandquerschnittes
(me) vom Einlauf-Messignal (Rx, Cx) bestimmt und das Kennfeld (R) angepasst.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zentralen Rechnereinheit (10) zusätzliche Eingangsgrössen (IT, I1-n) zugeführt werden, die für die Kennfeldanpassung verwendet werden.
5. Verfahren zur Regelung eines Streckwerkes nach einem der Anspruche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Auslauf-Messignal (A
out) für die Regelung der kurzfristigen Mittelwertsschwankungen des Bandes folgendermassen
verwendet wird:
a. das Auslauf-Messignal (Aout) wird einem ersten Regelglied (R1) zugeführt dessen Übertragungsfunktion eine Minimalisierung
der hochfrequenten Anteile dieses Signals (Aout) zur Bestimmung der Totzeit (t1) bewirkt;
b. das Auslauf-Messignal (Aout) wird einem zweiten Regelglied (R2) zugeführt, dessen Übertragungsfunktion eine Minimalisierung
der mittleren Frequenzanteile dieses Signals (Aout) zur Bestimmung des Verstärkungsfaktors (fB) bewirkt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zur Gewinnung der hohen Frequenzanteile für das erste Regelglied (R1) ein Hochpassfilter
im Bereich 100-300 Hz eingesetzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Gewinnung der mittleren Frequenzanteile für das zweite Regelglied (R2) ein
Bandpassfilter im Bereich 10-100 Hz eingesetzt wird.
8. Verfahren zur Regelung einer Strecke mit einem Messorgan am Einlauf des Streckwerks
und einem Messorgan am Auslauf des Streckwerks, welche Messignale für einen geschlossenen
und einen offenen Regelkreis liefern,
dadurch gekennzeichnet, dass
a. ein den Einlauf-Bandquerschnitt repräsentierende Signal (me) mittels einem Schwellwertschalter (25) in Abhängigkeit eines Vorgabewertes (δ) entweder
direkt zum Stellorgan zurückgeführt wird, sofern dieser Vorgabewert (δ) überschritten
ist, oder in einer Verknüpfungsstelle (42) mit einem Regelverstärkungsfaktor (fB) multipliziert wird und das resultierende Signal zum Stellorgan zurückgeführt wird,
sofern der Vorgabewert (δ) nicht erreicht ist;
b. die Optimierung der Regelverstärkung sowie der Verzögerungszeit ausgeschaltet
wird sobald das den Einlauf-Bandquerschnitt repräsentierende Signal (me) den Vorgabewert (δ) überschreitet und eingeschaltet wird, sobald dieses Signal (me) diesen Vorgabewert (δ) unterschreitet;
c. dass das gemäss a. bestimmte, die kurzfristigen Abweichungen repräsentiernde und
optimierte Ausgangssignal (Δh) und ein die langsamen Abweichungen des Auslauf-Banddurchmessers
(mA) repräsentierendes Signal (Δm) addiert werden und die Stellgrösse (HV(1+Δm+Δh)) beeinflussen.
9. Verfahren nach Anspruch 5 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Optimierung durch die beiden Regelglieder (R1, R2) ausgeschaltet wird sobald
das den Einlauf-Bandquerschnitt repräsentierende Signal (me) den Vorgabewert (δ) überschreitet und eingeschaltet wird, sobald dieses Signal
(me) diesen Vorgabewert (δ) unterschreitet;
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das eingangsseitige Messorgan (9.1) als Messkondensator (21) ausgebildet ist,
mit dem die durch den DurchLauf der eingespeisten Bänder (15.1-15.6) verursachte
Änderung des Dielektrikums mittels Messung der Spannung U über dem Kondensator gemessen
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die gemessene Spannungsänderung in einen Realteil (Rx) und einen Imaginärteil (Cx) des Signals aufgespalten wird welche zum Kennfeld (R) und zur zentralen Rechnereinheit geführt werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Einlauf-Messignal (Rx, Cx) sowie das verzugsberei nigte, den Einlauf-Bandquerschnitt (mE) repräsentierende Signal (me/t1) der zentralen Rechnereinheit (10) mit einer der Laufzeit zwischen Einlauf-Messorgan
(9.1) und Auslauf-Messorgan (9.2) entsprechenden Verzögerung (t1, t2) zugeführt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-12, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufzeit (t1) zwischen dem Einlauf-Messorgan (9.1) und dem Hauptverzugsbereich
(12) und/oder die Laufzeit (T2) zwischen dem Hauptverzugsbereich (12) und dem Auslauf-Messorgan
(9.2) durch die zentrale Rechnereinheit (10) berücksichtigt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrösse (HV(1+Δm+Δh)) der Hauptregelung den Sollwert für mindestens
eine hilfsgeregelte Antriebsgruppe eines Verzugsbereiches (12) mit einem vorgegebenen
Nominalverzug (K3) beeinflusst.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 14, dadurch gekennzeichnet, dass mittels dem Verfahren eine Strecke gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5 geregelt
wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass mittels
dem Verfahren ein auf einer Kämmaschine integriertes Streckwerk geregelt wird.