[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines zwei- oder mehrkomponentigen
Brenngasgemisches.
[0002] Die Erfindung zielt auf die Bereitstellung von in der Regel acetylenhaltigen Brenngasgemischen,
insbesondere vor Ort beim Anwender ab. Bei solchen Gemischen besteht bekannterweise
die Gefahr, daß sie schon bei vergleichsweise geringem Überdruck und verhältnismäßig
geringer Zündenergie zerfallen oder sich sogar explosionsartig zersetzen. Die Herstellung
derartiger Gemische ist deshalb mit besonderen Schwierigkeiten verbunden.
[0003] Aus diesem Grund werden bis heute für brenntechnische Aufgaben nur entweder ungemischte
Reingase (Acetylen, Ethylen, Wasserstoff, Propylen, Propan, ...) oder fertige Mischungen
angeboten und angewendet. Deshalb muß der Anwender nach der Auswahl eines bestimmten
Brenngases oder Brenngasgemisches mit den dann vorhandenen Eigenschaften dieses Gases
zurecht kommen, auch wenn unterschiedliche brenntechnische Aufgaben zu lösen sind.
Beim Anwender besteht also nicht die Möglichkeit, die Brenngaseigenschaften auf unterschiedliche
Anwendungen hin zu optimieren. Bekannt und möglich ist lediglich noch die Einflußnahme
über den zur Verbrennung ebenfalls zuzuführenden Sauerstoffträger, z.B. in Form eines
Sauerstoffgases mit unterschiedlichen Sauerstoffgehalten.
[0004] Die Aufgabenstellung der vorliegenden Erfindung bestand deshalb darin, ein Verfahren
anzugeben, mit dem Brenngase mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und Eigenschaften
auf günstige Weise und veränderbar zur Verfügung gestellt werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die notwendigen Brenngaskomponenten
getrennt bereitgestellt und im Hinblick auf die gewünschte Brenngasgemisch-Eigenschaft,
unter Berücksichtigung sicherheitstechnischer Bedingungen, gemischt werden.
[0006] In vorteilhafter Weise wird dies automatisiert ausgeführt, und zwar in der Weise,
daß eine Rechen- und Einstelleinheit die aus der gewünschten Brenngas-Eigenschaft
sich ergebenden Einstellungen für die Gaszufuhr ermittelt und diese einstellt.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Methode ist es möglich, in weiten Bereichen maßgeschneiderte
Brenngase bereitzustellen. Wesentlich dabei ist, daß die gewünschten Brenngas-Eigenschaften
über theoretische Zusammenhänge und Kennzahlen (z.B. Dichten, Massen, Energieinhalte
und die funktionalen Zusammenhänge dieser Größen im Hinblick auf Gasmischungen) genau
definiert wird (oder sogar mehrere Eigenschaften) und basierend auf dieser Kenntnis
und somit der Möglichkeit der Rückrechnung die Einstellung der Brenngasmischung unter
Berücksichtigung auch sicherheitstechnischer Bedingungen erfolgt. Ziel-Eigenschaften
für ein Brenngasgemisch sind beispielsweise die Brenngasdichte, Primärflammenleistung,
Flammentemperatur, Zündgeschwindigkeit, Flammenstabilität, Gasgemischstabilität und
Verdichtungsfähigkeit. Zur Erläuterung bezüglich der Eigenschaften eines Brenngasgemisches
bei sich ändernder Zusammensetzung sei an dieser Stelle beispielhaft folgender tendenzieller
Zusammenhang vorgestellt: ein höherer Acetylengehalt in einem Gemisch bewirkt eine
höhere Flammleistung bei niedrigerer Brenngasdichte und bei nur geringerem zulässigen
Leitungsdruck und ebenso niedrigerer Gasstabilität.
[0008] In einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgesehen, daß bei dem entsprechend der
ermittelten Voreinstellung erzeugten Gasgemisch kennzeichnende Größen gemessen und
der Rechen- und Einstelleinheit zugeführt werden, wobei die sich daraus ergebende
Brenngaseigenschaft ermittelt wird und diese mit dem vorgegebenen Sollwert verglichen
wird, worauf gegebenenfalls eine entsprechende Nachregelung der Zufuhr der Ausgangsgase
erfolgt.
[0009] Diese Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens besitzt mit der vorhandenen Rückkopplung
eine im Hinblick auf die Einhaltung der angestrebte Brenngaseigenschaft besonders
exakte Arbeitsweise. Sie ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die angestrebte Brenngaseigenschaft
mit geringerem Meß- und Rechenaufwand zuverlässig ermittelt werden kann.
[0010] Eine weitere günstige Ausgestaltung, insbesondere für im Hinblick auf die Sicherheit
kritische Gasmischungen - hohe Acetylengehalte - besteht darin, daß ständig sicherheitstechnisch
relevante Daten des Mischgases ermittelt werden und diese sich innerhalb vorgegebener
Grenzen befinden müssen, um die Mischgaserzeugung aufrechtzuerhalten.
[0011] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung kann neben der Brenngasmischung auch
der Sauerstoffträger, d.h. das sauerstoffliefernde Gas, beispielsweise Luft, Sauerstoff
oder Ozon, bezüglich Auswahl und Zusammensetzung variiert werden, wodurch eine weiter
Beeinflußungsmöglichkeit der zu gestaltenden Verbrennung erhalten wird. Dies kann
gegebenenfalls in die vorhandenen Rechen- und Einstelleinheit integriert werden.
[0012] Darüber hinaus ist unter Umständen die Möglichkeit von Vorteil, mit inerten Gasen
innerhalb des erfindungsgemäßen Verfahrens Einfluß auf die Brenngas-Eigenschaft zu
nehmen, d.h. beispielsweise durch die Zumischung von Stickstoff zum Brenngasgemisch
eine Flammtemperaturerniedrigung zu bewirken.
[0013] Anhand der schematischen Zeichnung soll nun beispielhaft das erfindungsgemäße Verfahren
naher erläutert werden.
[0014] Im dargestellten Schema sind mit den Ziffern 1, 2 und 3 zunächst allgemein Gasquellen
dargestellt, die die einzelnen Ausgangsbrenngase oder Brenngaskomponenten liefern.
Diese sind über Leitungen 4, 5 und 6 mit einem Gasmischer 7 verbunden, an den wiederum
über eine Leitung 11 ein Verbraucher 13 angeschlossen ist. In den Leitungen 4, 5,
6 und 11 sind jeweils Meß- und Regelelemente 8, 9, 10 und 12 angeordnet, die einerseits
bestimmte Daten messen und andererseits den durch sie fließenden Gasstrom regulieren
können. Eine Rechen- und Einstelleinheit 15 ist mit allen vorhandenen Meß- und Regelelementen
verbunden und stellt diese entsprechend eingegebener oder ermittelter Daten und mittels
daraus erzeugter Signale ein und kann andererseits von diesen mit Meß- und Kontrollwerten
aus den jeweiligen Leitungen versorgt werden.
[0015] Soll nun beispielsweise ein Brenngasgemisch mit etwas geringerer Dichte als Luft,
z.B. mit 80 Vol-% Äthylen und Rest Acetylen und Propan hergestellt werden, so darf
ein Propangehalt von etwa 5 Vol-% nicht überschritten werden (Propan ist schwerer
als Luft!). Andererseits trägt Propan zur Stabilisierung und Druckfestigkeit des Gemisches
bei und soll deshalb größtmöglichst enthalten sein.
[0016] Diese Gasmischung kann mit der automatisierten und entsprechend der vorliegenden
Problemstellung programmierten Version der vorliegenden Erfindung - Zieleigenschaft
ist die Brenngasdichte, Zusammenhänge zwischen den Dichten der Einzelgase und dem
Gasgemisch sowie zwischen den Dichten und den Volumina und Dichtewerte sind programmiert
- sofort berechnet und geliefert werden, da auch die geeignete Einstellung der Einstellglieder
8, 9, 10 automatisch erfolgt. Diese Einstellglieder bestehen im vorliegenden Fall
mit Vorteil aus den in jüngerer Zeit zur Perfektion entwickelten Massendurchflußmessern,
die hochpräzise und zuverlässig arbeiten. In bestimmten Anwendungsfällen können jedoch
auch volumenbestimmende Durchflußmesser geeignet sein.
[0017] Erfindungsgemäß werden auch über die Einstellglieder Druckwerte eingehalten, die
für ein Brenngasgemisch dieser Zusammensetzung vom Sicherheitsstandpunkt aus vertretbar
sind. Dieser Druckbereich reicht prinzipiell etwa bis in die Größenordnung von 8 bar
Überdruck, wobei vor dem Hintergrund gesetzlicher Bestimmungen im Regelfall erheblich
darunter gearbeitet wird. Drücke unterhalb 2 bar sind der Standard. Bei Bedarf höherer
Drücke kann jedoch beispielsweise eine der Brenngasmischung nachgeschaltete Druckerhöhung
vorgesehen werden. auch sind verfahrensintern im Prinzip höhere Drücke möglich.
[0018] Geht man von einem Sicherheits-Grenzdruck von etwa 2 bar aus und programmiert diesen
ebenfalls, so besteht zusätzlich - bei Anordnung eines Drucksensors in der Einheit
12 - eine sicherheitstechnische Erweiterungsmöglichkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens,
nämlich durch den Vergleich des tatsächlich gemessenen Arbeitsdrucks (< 2 bar) mit
dem Grenzdruckwert, wobei gegebenenfalls eine Sicherheitsschaltung ausgelöst werden
kann.
[0019] Mit dem vorliegenden Verfahren erhält man so die Möglichkeit einer hochflexiblen
Brenngasbereitstellung aus zwei oder mehr Ausgangsbrenngasen unter gleichzeitiger
Berücksichtigung der sicherheitstechnischen Randbedingungen für diese Brenngase.
1. Verfahren zur Bereitstellung eines zwei- oder mehrkomponentigen Brenngasesgemisches
mit bestimmten Eigenschaften, dadurch gekennzeichnet, daß die Brenngaskomponenten
getrennt bereitgestellt und im Hinblick auf die gewünschte Brenngasgemisch-Eigenschaft
unter Berücksichtigung sicherheitstechnischer Bedingungen gemischt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brenngasmischung automatisiert
ausgeführt wird, und zwar in der Weise, daß eine Rechen- und Einstelleinheit die
aus der gewünschten Brenngas-Eigenschaft sich ergebenden Einstellungen für die Gaszufuhr
ermittelt und diese einstellt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei dem
entsprechend der ermittelten Voreinstellung erzeugten Gasgemisch kennzeichnende Größen
gemessen und der Rechen- und Einstelleinheit zugeführt werden, wobei die sich daraus
ergebende Brenngaseigenschaft ermittelt wird und diese mit dem vorgegebenen Sollwert
verglichen wird, worauf gegebenenfalls eine entsprechende Nachregelung der Zufuhr
der Ausgangsgase erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ständig
sicherheitstechnisch relevante Daten des Mischgases ermittelt werden und diese sich
innerhalb vorgegebener Grenzen befinden müssen, um die Mischgaserzeugung aufrechtzuerhalten.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
zur Brenngasmischung auch eine Einstellung des Sauerstoffträgers hinsichtlich seiner
Auswahl und seiner Zusammensetzung durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zumischung
von Inertgas zum Brenngasgemisch durchgeführt wird.