[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erkennung von Stempelbrüchen an
Perforierwerkzeugen für Bleche. Ferner ist Gegenstand der Erfindung eine Vorrichtung
zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0002] Zur Herstellung von Lochblechen werden Perforierwerkzeuge verwendet, die eine der
Lochanzahl entsprechende Anzahl von Stempel aufweisen. Bei diesen bekannten Werkzeugen
ist besonders im Bereich der Lochdurchmesser von 0,3 bis 10 mm die Stempelbruchgefahr
sehr groß, vor allem, wenn Blechstärken gestanzt werden, die etwa in der Größenordnung
des Lochdurchmessers liegen. Durch die Vielzahl der Stempel ist es nicht möglich,
den Bruch eines Stempels durch Änderung der Stanzkraft zu erkennen. Auch eine Überwachung
der Einzelstempel ist nicht möglich, da eine sehr große Anzahl von Einzelstempel auf
engstem Raum überprüft werden müßte.
[0003] Die Erfindung hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem
Stempelbrüche an Perforierwerkzeugen für Bleche möglichst sofort nach dem Auftreten
erkannt werden können, uni damit größere Schäden zu vermeiden.
[0004] Das gesetzte Ziel wird in einfacher Weise dadurch erreicht, daß mindestens eine Kamera,
insbesondere Zeilendiodenkamera das gelochte Blech nach dem Austritt aus dem Perforierwerkzeug
abbildet und das gelochte Blech von einer Lichtquelle beleuchtet wird, die sich auf
der der Kamera gegenüberliegenden Seite des Bleches befindet, sodaß ein ausreichender
Kontrast in der Abbildung der Löcher entsteht.
[0005] Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Überwachung der Stempel der Werkzeuge
durch eine Kontrolle des Lochbildes des Lochbleches. Bricht ein Stempel, so fällt
eine (Längs-)Lochreihe aus. Diese Veränderung des Lochmusters wird durch die Kamera
abgetastet und die Auswertung der Veränderung des Bildes zum Abstellen der Presse
verwendet.
[0006] Es ist bei numerisch arbeitenden Steueranordnungen für den schrittweisen Vorschub
eines Arbeitsstückes, das zwischen einem festen und einem durch Kurbelbewegung hin-
und herbewegten Werkzeug bearbeitet wird, bereits bekannt, an die die Kurbelbewegung
durchführende Kurbelwelle einen fotoelektrischen Impulsgeber anzuschließen. Dieser
Impulsgeber weist eine an die Kurbelwelle angeschlossene Scheibe mit abwechselnd durchsichtigen
und undurchsichtigen Feldern, eine Lichtquelle, die einen Lichtstrahl gegen diese
Felder richtet, und eine Fotodiode auf, die in Richtung des Lichtstrahles hinter der
Scheibe angeordnet ist. Der Impulsgeber tastet demnach die Kurbelwellenstellung ab
und steuert den Vorschub. Demgegenüber wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine
Überwachung von vorhandenen oder nicht vorhandenen Stanzöffnungen auf fotoelektronischem
Weg durchgeführt, um einen Bruch des Stempels an Perforierwerkzeugen zu erkennen.
[0007] Um Abbildungsungenauigkeiten bei Lochdurchmessern bis etwa 1,5 mn auszuschalten,
wird erfindungsgemäß bei diesen Lochdurchmessern als Kriterium zur Fehlerfeststellung
die Erweiterung der Dunkelbereiche zwischen den Löchern herangezogen.
[0008] Bei Lochdurchmessern über etwa 1,5 mm ist es ausreichend, wenn als Kriterium zur
Fehlerfeststellung das Verschwinden der Hellbereiche herangezogen wird.
[0009] Um die Effizienz der Erfindung weiter zu erhöhen, ist es vorteilhaft, wenn die Kameras
über einen Computer gesteuert werden, der das jeweilig erzeugte Lochmuster erkennt.
[0010] Eine weitere Verbesserung bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ergibt
sich, wenn durch die Computersteuerung eine automatische Umschaltung des Fehlerkriteriums
in Abhängigkeit von der Lochgröße erfolgt.
[0011] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich aus durch mindestens eine Kamera,
insbesondere Zeilendiodenkamera, die nach dem Austritt des Bleches aus dem Perforierwerkzeug
zur Abbildung des Lochbildes angeordnet ist, und eine gegenüberliegend der Kamera
angeordnete Lichtquelle.
[0012] Nachstehend ist die Erfindung an Hand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
näher beschrieben, ohne jedoch auf dieses Beispiel beschränkt zu sein.
[0013] Dabei zeigen:
Fig.1 eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig.2 die Abbildung eines fehlerlosen Lochmusters in der Zeilendiodenkamera und die
dazupassenden - fehlerfreien - Stanzlöcher, und
Fig.3 die Abbildung eines Lochungsfehlers in der Zeilendiodenkamera und die dazupassenden
- fehlerhaften - Stanzlöcher.
[0014] Gemäß der Fig.1 wird ein zu lochendes Blech 1 mit Hilfe von Fördereinrichtungen
2, 2′, 2˝, 2‴ in ein Perforierwerkzeug 3 gebracht, das aus einem Perforierwerkzeugoberteil
4 und einem Perforierwerkzeugunterteil 5 besteht. Zwischen dem Perforierwerkzeugoberteil
4 und dem Perforierwerkzeugunterteil 5 wird das zu lochende Blech 1 in an sich bekannter
Weise gestanzt, und es verläßt das Perforierwerkzeug 3 als Lochblech 6. Vorzugsweise
unmittelbar nach Verlassen des Perforierwerkzeuges 3 wird das Lochblech 6 auf Fehler
im Lochmuster geprüft. Dies geschieht dadurch, daß im Ausführungsbeispiel eine Zeilendiodenkamera
7 das Lochblech 6 von oben abbildet. Zum Verstärken des Kontrastes - hell und dunkel
- wird das Lochblech 6 von unten unter Zuhilfenahme einer Lichtquelle 8 durchleuchtet,
wodurch der gewünschte Effekt, nämlich die Erhöhung des Kontrastes, ausreichend gewührleistet
wird.
[0015] Gemäß Fig.2 kommt durch den Abbildungsmaßstab bei einem Lochdurchmesser von 0,5 mm
der Stanzlöcher 9 eine Anzahl von fünf bis sechs Dioden in einen Hellbereich 10. Der
dazwischenliegende Dunkelbereich 11 umfaßt drei bis vier Dioden. Durch die Abbildungsungenauigkeit
und das Wandern des Bleches infolge Freiwerdens von inneren Spannungen beim Perforieren
ist die Überwachung des Hellbereiches in diesem Durchmesserbereich zur Erkennung des
Fehlers nicht ausreichend zuverlässlich.
[0016] Es wird daher das Auswerteprogramm des Steuerungscomputers so erstellt, daß nicht
das Verschwinden des Hellbereiches 10 zur Fehlererkennung verwendet wird, sondern
das Erweitern des Dunkelbereiches 11 von drei bis vier Dioden auf einen Dunkelbereich
12 (Fig.3), der, bezogen auf eine Lochung 0,5 mm, elf bis vierzehn Dioden umfaßt.
Die elf bis vierzehn Dioden kommen durch Zusammenfassen von zwei Dunkelbereichen und
einem Hellbereich zustande.
[0017] Bei Lochungen über 1,5 mm, wobei mindestens fünfzehn bis achtzehn Dioden im Hellbereich
liegen, ist es ausreichend, die Hellbereiche bzw. deren Verschwinden zu überwachen.
[0018] In beiden Fällen wird bei Erkennen eines Fehlers in der Lochung das Perforierwerkzeug
abgeschaltet.
[0019] Das Muster des Bleches wird in einem automatischen Lernvorgang in der Überwachungsvorrichtung
gespeichert. Auch die Auswahl des Überwachungsprogrammes (Überwachung Dunkelbereiche
oder Hellbereiche erfolgt in Abhängigkeit von der Lochgröße selbsttätig.
[0020] Im Rahmen der Erfindung sind noch zahlreiche Abänderungen möglich. Insbesondere ist
es denkbar, daß mehrere Kameras über die Blechbreite angeordnet werden, wobei eine
Kamera immer einen Teil der Breite überwachen kann. Der Ort der Überwachung des Bleches
liegt nahe dem Austritt des Bleches aus dem Werkzeug, entsprechend dem halben Durchmesser
der Lichtquelle, damit Stempelbrüche frühzeitig erkannt werden und eine Beschädigung
des Werkzeuges durch einen querliegenden Stempel oder Teile des abgebrochenen Stempels
möglichst gering gehalten wird.
[0021] Die gezeigte Anordnung, eine Zeilendiodenkamera bildet von oben das - zur Erhöhung
des Kontrastes durch eine Lichtquelle von unten beleuchtete - Lochblech ab, kann auch
umgekehrt angeordnet werden, sodaß die Zeilendiodenkamera von unten das von oben
beleuchtete Lochblech abbildet. Dabei kann unter Umständen als Lichtquelle auch Tageslicht
herangezogen werden. Auch ist die Verwendung anderer Kameras als Zeilendiodenkameras
möglich.
1. Verfahren zur Erkennung von Stempelbrüchen an Perforierwerkzeugen für Bleche, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens eine Kamera, insbesondere Zeilendiodenkamera das gelochte
Blech nach dem Austritt aus dem Perforierwerkzeug abbildet und das gelochte Blech
von einer Lichtquelle beleuchtet wird, die sich auf der der Kamera gegenüberliegenden
Seite des Bleches befindet, sodaß ein ausreichender Kontrast in der Abbildung der
Löcher entsteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Lochdurchmessern bis
etwa 1,5 mm als Kriterium zur Fehlerfeststellung die Erweiterung der Dunkelbereiche
zwischen den Löchern herangezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Lochdurchmessern über
etwa 1,5 mm als Kriterium zur Fehlerfeststellung das Verschwinden der Hellbereiche
herangezogen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kameras
über einen Computer gesteuert werden, der das jeweilig erwünschte Lochmuster erkennt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Computersteuerung
eine automatische Umschaltung des Fehlerkriteriums in Abhängigkeit von der Lochgröße
erfolgt.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet
durch mindestens eine Kamera, insbesondere Zeilendiodenkamera (7), die nach dem Austritt
des Bleches (6) aus dem Perforierwerkzeug (3) zur Abbildung des Lochbildes angeordnet
ist, und eine gegenüberliegend der Kamera (7) angeordnete Lichtquelle (8)..