[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausbau eines Tunnels mit Stahl/Betonausbau
mit einer Innenschale aus Stahlblechsegmenten. Zu derartigen Tunneln werden auch Untergrundbahntunnel
gerechnet.
[0002] Ein Tunnelausbau findet in der Regel nur dann statt, wenn das umgebende Gebirge nicht
standfest ist. Die häufigst vorkommende Bauweise sieht vor, daß zunächst auf den Gebirgsausbruch
eine Spritzbetonschicht aufgebracht wird. Die Spritzbetonschicht verändert ein Aufblättern
der Gebirgsschichten. Dies ist auch als Konsolidieren bekannt. Darüber hinaus bildet
die Spritzbetonschicht eine Rücklage für üblicherweise verwendete Kunststoffabdichtungen.
Die Kunststoffabdichtungen werden nach Fertigstellung der Spritzbetonschicht aufgebracht.
Die Abdichtungen werden aus Bahnen zusammengesetzt. Der Auskleidung mit der Abdichtung
folgt das Einbringen von Betonarmierungen bzw. Bewehrungsstäben und/oder -matten.
Anschließend wird ein Schalungswagen in den Tunnel gefahren und der Zwischenraum zwischen
der Abdichtung und dem Schalungswagen mit Beton ausgefüllt. Dies geschieht in einzelnen
Abschnitten. Die Abschnitte sind üblicherweise bis 20 m lang.
[0003] In Tunneln, bei denen drückendes Wasser ansteht, ist eine Paneelbauweise üblich.
Die Paneele bestehen aus Beton und/oder Stahl. Derartige Konstruktionen haben sich
jedoch nicht in Bereichen mit geringem Wasserdruck bzw. geringem Wasseranfall durchgesetzt.
Das ist darauf zurückzuführen, daß Beton gegenüber Stahl nach wie vor der preiswertere
Baustoff ist.
[0004] An dieser Stelle setzt die Erfindung ein, denn die Erfindung geht von der Überlegung
aus, daß nicht nur der Preis des Baustoffs für die Gestaltung eines Ausbaues maßgeblich
ist, sondern auch verschiedenen Gegebenheiten Rechnung getragen werden muß - auch,
wenn das eine aufwendigere Bauweise nach sich zieht.
[0005] Zu den im Tunnelbau mit zu berücksichtigenden Funktionen gehört die Setzung bzw.
Senkung. Erfahrungsgemäß verursacht ein Abbau und das damit verbundene Anschneiden
von Gebirgsschichten eine Störung im Gebirge bzw. im Erdreich. Ergebnis der Störung
sind Spannungen, die sich im Wege von Setzungen bzw. Senkungen abbauen.
[0006] Ferner ist beim Tunnelbau zu berücksichtigen, daß die Mannschaften im Bereich der
Abbaufront weitgehend ungeschützt arbeiten. Das gilt solange, bis der Ausbau eingebracht
ist. Darüber hinaus sind Ausbrüche bzw. Einbrüche bekannt. Diese Brüche können sogar
zu Tagesbrüchen werden. Dabei dringt Gebirgsmaterial in den Tunnelausbruch. Das eindringende
Gebirgsmaterial breitet sich unter dem Druck nachdrängender Massen auch ohne Wasseranteile
wie Schlamm aus. Die Erfindung geht von der auf Seite 560, zweiten Absatz und auf
Seite 559, Bild 10 in "Glückauf", Band 123 (1987) Nr.9 erläuterten Einrichtung aus.
[0007] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen neuartigen
Tunnelausbau zu schaffen, der den entstehenden Spannungen im Gebirge und/oder Brüchen
Rechnung trägt.
[0008] Nach der Erfindung wird das dadurch erreicht, daß in mindestens einem Bauabschnitt
- die Stahlblechsegmente nachgiebig auf der Sohle des Bauabschnittes aufgesetzt werden,
- die Stahlblechsegemente unter Freilassung eines Setzungsfreiraums an der Sohle des
Bauabschnittes mit Beton hinterfüllt werden und
- nach Erstellen des bleibenden Anschlusses des Ausbaus an die Sohle des Bauabschnittes
bzw. an den nachfolgenden Bauabschnitt der Nachgiebigkeitsbereich starr verfüllt wird
und die Stahlblechsegmente gegeneinander abgedichtet werden.
Vorteilhafterweise bilden die Stahlblechsegmente ein Schutzdach, hinter dem sich die
Mannschaft und Gerät halten können. Das Schutzdach kann der Abbaufront mit geringem
Abstand folgen. Vorteilhafterweise läßt sich der Abstand so gering halten, daß sich
das nicht unterstützte Hangende auf ein vernachlässigbar geringes Maß reduziert.
[0009] Zwar ist aus der DE-A-3613140 ein Verfahren zum Ausbau eines Tunnels mit Stahl/Betonausbau
bekannt. Hier findet sich jedoch eine Außenschale aus Stahlblech. Durch die innenseitige
Anordnung der Stahlblechschale ergibt sich eine völlig neue Bauweise mit überraschenden
neuen Verfahrensweisen und vorteilhaften Wirkungen.
[0010] Nach Vorpfänden eines Stahlblechsegmentes wird das Stahlblechsegment baldmöglichst
mit Beton hinterfüllt. Das bewirkt Kraftschluß und Formschluß des Stahlblechsegmentes
mit dem Gebirgsausbruch. Bei geeigneter Frühtragfestigkeit des Betons kann über die
Vorpfändung bereits Gebirgsdruck aufgenommen werden. Nach der Erfindung ist überdies
vorgesehen, baldmöglichst eine Abstützung der Stahlblechsegmente an der Tunnelsohle
im Bereich der Abbaufront herzustellen. Diese Abstützung ist vorläufiger Art, wenn
der Tunnelausbruch abschnittsweise erfolgt und mit der Kalotte begonnen wird. Dann
schließt sich an den Kalottenausbruch und den Ausbau des Tunnels im Kalottenbereich
der Abbau im Bereich der Tunnelstrosse an.
[0011] Nach der Erfindung ist diese Abstützung nachgiebig. Das wird durch die Nachgiebigkeitselemente
zwischen den Stahlblechsegmenten und der Abstützung (z. B. der Tunnelsohle) erreicht.
Die Nachgiebigkeitselemente lassen eine Verformung des Gebirges zu. Dahinter steht
die Philosophie, durch Gebirgsverformung oberhalb des Tunnels eine ganz oder teilweise
selbsttragende Gewölbeausbildung herbeizuführen. Dies entlastet den Tunnelausbau.
[0012] Die Nachgiebigkeit im Bereich der Nachgiebigkeitselemente setzt nach der Erfindung
einen Verformungshohlraum hinter den Nachgiebigkeitselementen voraus. Dementsprechend
wird der Beton unter Freilassung der Hohlräume hinterfüllt. Die Nachgiebigkeitselemente
ermöglichen dann über die gewählte Dauer ihres Einsatzes eine kontrollierte Nachgiebigkeit.
[0013] Sofern der Tunnelausbau mehrstufig stattfindet und bereits der Einsatz von Nachgiebigkeitselementen
für die im Kalottenausbruch eingesetzten Stahlblechsegmente vorgesehen ist, kann es
zu einer Unterbrechung der Nachgiebigkeitsfunktion kommen, wenn der Ausbruch für die
Strosse erfolgt. Für den Ausbau im Strossenbereich können wiederum erfindungsgemäße
Stahlblechsegmente verwendet werden, die sich über Nachgiebigkeitselemente an der
Tunnelsohle abstützten. Die vorstehend beschriebene Unterbrechung der Nachgiebigkeitsfunktion
hat nur geringen Einfluß auf das Setzungsverhalten bzw. Senkungsverhalten. Wahlweise
kann auch die Nachgiebigkeit während des Strossenausbruchs erhalten bleiben. Dazu
werden als Auflager für die Nachgiebigkeitselemente der kalottenseitigen Stahlsegmente
Fundamentstreifen gewählt, die während des Strossenausbruches ausreichenden Halt im
Gebirge besitzen und/oder ausreichenden Halt in dem bereits fertiggestellten Tunnelausbau
finden.
[0014] Die Verformungshohlräume können solange offengehalten werden, bis sich jedes gewünschte
Setzungsverhalten bzw. Entspannung des Gebirges eingestellt hat. Danach werden die
Nachgiebigkeitselemente versteift. Vorzugsweise geschieht das durch Verfüllen der
Verformungshohlräume mit Beton. Das kann z. B. durch Einspritzen von Betonmilch erfolgen.
[0015] Vorteilhafterweise erübrigt sich mit dem erfindungsgemäßen Stahl-Betonausbau mit
innenliegenden Stahlsegmenten eine zusätzliche Abdichtungsmaßnahme, wenn sich die
erfindungsgemäßen Stahlblechsegmente überlappen. Dann können die Überlappungsbereiche
miteinander verschweißt werden. Auch eine Verspannung unter Zwischenlegen von Fugenband
kommt in Betracht.
[0016] Das Hinterfüllen der Stahlsegmente mit Beton kann in verschiedener Weise erfolgen.
Eine Möglichkeit besteht darin, den Baustoff nach Aufstellen der Stahlsegmente unter
gleichzeitiger Benetzung mit Wasser in den Hohlraum zwischen die Stahlsegmente und
den Gebirgsausbruch zu blasen. In diesem Fall kann auf eine Schalung verzichtet werden,
wenn der Baustoff eine entsprechende Frühfestigkeit hat. Derart schnell bindende bzw.
verfestigende Betone sind handelsüblich verfügbar.
[0017] Eine andere Möglichkeit zur Ausformung der erfindungsgemäßen Betonsegmente besteht
in der Verwendung einer Stirnschalung. Der Baustoff kann hinter die Stirnschalung
hydraulisch gepumpt werden. Die Stirnschalung verhindert, daß der Baustoff aus dem
Hohlraum zwischen den Stahlsegmenten und dem Gebirgsausbruch wieder herausfließt.
[0018] Vorzugsweise erstreckt sich der im Bereich der Nachgiebigkeitselemente vorgesehene
Verformungshohlraum von diesen Nachgiebigkeitselementen bis zum Gebirgsausbruch. Der
Hohlraum kann auch im Abstand von dem Gebirgsausbruch enden. Dabei wird der Hohlraum
jedoch immer so groß gewählt, daß die oben beschriebene Nachgiebigkeitswirkung im
wesentlichen erhalten bleibt.
[0019] Insgesamt ist der erfindungsgemäße Ausbau in vielfältiger Hinsicht variierbar. Er
kann auf die speziellem Anforderungen des Einzelfalles eingestellt werden. Die Einstellung
des erfindungsgemäßen Ausbaues erfolgt wahlweise durch Veränderung der Anzahl der
verschiedenen Segmente und/oder durch Veränderung der Zahl der Nachgiebigkeitselemente.
Der Ausbau eignet sich auch als Baukastensystem.
[0020] Nach der Erfindung finden vorzugsweise gewellte Stahlbleche als Stahlblechsegmente
Verwendung. In der gewellten Form hat das Stahlblech besonders hohe Widerstände gegen
Biegung. Ferner ist es von Vorteil, das Stahlblech mit Baustoffankern bzw. Bewehrungsstäben
zu versehen, die sowohl eine Verbindung zu dem Baustoffsegment herstellen als auch
wahlweise eine Verstärkung des Baustoffsegmentes bewirken.
[0021] Die Nachgiebigkeitselemente können aus Platten bestehen, zwischen denen Verformungsprofile
vorgesehen sind. Die Gestaltung der Verformungsprofile läßt sich rechnerisch und konstruktiv
genau auf die gewünschte Nachgiebigkeit auslegen.
[0022] Im Tunnelbau findet bislang als Baustoff Beton Verwendung. Selbstverständlich ist
die Erfindung nicht auf Beton beschränkt. Mit der Bezeichnung Beton sollen alle in
Betracht kommenden Baustoffe umfaßt sein.
[0023] Hinsichtlich weiterer wesentlicher Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Ausbaues
sowie der Nachgiebigkeitselement wird auf die Unteransprüche, die Zeichnung und die
nachfolgende Beschreibung verwiesen.
[0024] In der Zeichnung zeigen die
- Fig. 1 - 4 verschiedene schematisch dargestellte Ausbausituationen eines tunnels,
- Fig. 5 eine Einzelheit des nach Fig. 1 - 4 vorgesehenen Ausbaues.
[0025] In Fig. 1 ist mit 1 der Ausbruch für eine Tunnelkalotte und mit 2 die Sohle des Ausbruchs
bezeichnet. Das Gebirge trägt die Bezeichnung 1.1. Der Tunnelausbau besteht nach Fig.
1 aus einer Stahlinnenschale 3 und einem angeformten bzw. hinterfüllten Betonsegment
1.2. Die Stahlinnenschale 3 wird aus einem Stahlwellblech von z. B. 2 - 5 mm Dicke
gebildet. Die Innenschale 3 bildet ein Blechsegment. In Tunnellängsrichtung sind weitere
Blechsegmente hintereinander angeordnet.
[0026] Anstelle der einteiligen Schale 3 können auch Schalen mit mehreren Blechsegmenten
verwendet werden. Desgleichen läßt sich die Anzahl der Blechsegmente in Tunnellängsrichtung
variieren.
[0027] Zur Aneinanderreihung der Blechsegmente haben diese gemäß Fig. 1 a jeweils abgewinkelte
Ränder 3.1, mit denen sie sich in Tunnellängsrichtung überlappen. Im Überlappungsbereich
ist im Ausführungsbeispiel eine Schraubverbindung vorgesehen. Anstelle der Schraubverbindungen
können wahlweise auch Keil- oder Bolzenverbindungen Anwendung finden. Die einzelnen
Verbindungen sind gleichmäßig am Ausbauumfang verteilt.
[0028] Gebirgsseitig ist das Blechsegment 3 mit einer Anzahl gleichmäßig verteilter Baustoffanker
3.2 versehen. Die Baustoffanker 3.2 sind verschweißt. An dem dem Blech abgewandten
Ende besitzen die Baustoffanker 3.2 eine Abwinkelung. Die Baustoffanker 3.2 dienen
dazu, die Verbindung zwischen den Segmenten 1.2 und 3 zu sichern bzw. eine Verbindung
herzustellen.
[0029] Nach Ausbruch des Kalottenraumes 1 werden im söhligen Bereich 2 zwei Auflager 4 in
Form von Betonstreifenfundamenten hergestellt. Auf die Auflager 4 wird die Innenschale
3 aufgestellt. Dabei stützt sich die Innenschale 3 über Nachgiebigkeitselemente 5.1
und 5.2 an den Auflagern ab.
[0030] Die Einbringung der Innenschale 3 erfolgt mittels einer geeigneten Ausbaubühne oder
eines als Ausbauwerkzeug umgearbeiteten Frontladers.
[0031] Nach Positionierung der Innerschale 3 wird der Stirnbereich zwischen Innenschale
3 und Gebirge 1.1 mit einer Stirnschalung verschlossen. Ferner wird der Hohlraum 6
hinter den Nachgiebigkeitselementen mit Hilfe eines geeigneten Schalungskörpers offengehalten.
Als Schalungskörper für den Hohlraum 6 eignen sich z. B. aufblasbare Kissen.
[0032] Nach dem Einschalen wird der Hohlraum mit Beton verfüllt, so daß das Betonsegment
1.2 entsteht.
[0033] An den in Fig. 1 dargestellten Ausbau schließt sich der weitere Ausbruch des Tunnels
im Strossenbereich gemäß Fig. 2 an. Dabei wird das Betonsegment 1.2 mit der in Innenschale
3 mittels Ankern 7 in seiner Position gehalten. Die Anker 7 sind wahlweise unmittelbar
mit Anbringen der Innenschale 3 oder nach dem Betonieren gesetzt worden. Das Ankersetzen
unmittelbar beim Einbringen der Innenschale 3 hat den Vorteil, daß dann die Anker
die Innenschale während des Hinterfüllvorganges in ihrer Position halten.
[0034] Beim Ausbruch des Tunnels im Strossenbereich gem. Fig. 2 gerät das Auflager 4 in
Wegfall. Es wird die Tunnelsohle 8 gegossen.
[0035] Nach Erstellung der Tunnelsohle 8 werden gemäß Fig. 3unterhalb der Innenschale 3
bzw. des die Innenschale 3 bildenden Blechsegmentes weitere Blechsegmente 9 gesetzt.
Die weiteren Blechsegmente 9 überlappen das Blechsegment 3 bei 10. Dabei sind die
Nachgiebigkeitselemente 5.1 und 5.2 nicht störend, weil sie hinter dem Blechsegment
3 angeordnet sind und über eine Platte 11 mit dem Blechsegment verbunden sind, die
mit dem Blechsegment 3 abschließt.
[0036] Die Blechsegmente 9 besitzen wie das Blechsegment 3 Nachgiebigkeitselemente, die
hier mit 12 bezeichnet sind und sich an der Tunnelsohle abstützen. Hinter den Nachgiebigkeitselementen
12 entsteht ein Verformungshohlraum 13. Der Verformungshohlraum 13 wird wie der Verformungshohlraum
6 erzeugt. Anschließend wird der Hohlraum hinter den Blechsegmenten 9 mit Beton verfüllt.
Dabei wird zugleich der Verformungshohlraum 6 geschlossen, da der Beton die Nachgiebigkeitselemente
5.1 und 5.2 umschließt.
[0037] In der aus Fig. 3 ersichtlichen Ausbauphase wird die Gebirgsbewegung mit dem Nachgiebigkeitselement
12 aufgenommen. Zugleich kann die Position der Blechsegmente 9 mit weiteren Ankern
14 gesichert werden.
[0038] Die Fig. 1 und 3 zeigen zwei Nachgiebigkeitsphasen, wobei die Nachgiebigkeitsphase
nach Fig. 1 sich entsprechend dem Arbeitsfortschritt beim Tunnelausbau im Ausführungsbeispiel
auf max. drei Tage beschränkt. In dieser Zeit sind bereits wesentliche Gebirgsspannungen
ausgeglichen worden.
[0039] Die Nachgiebigkeitsphase nach Fig. 3 kann nach Belieben lang gestaltet werden, um
sicherzustellen, daß eine optimale Gebirgsformation durch Nachgeben erreicht worden
ist. Anschließend wird der Verformungshohlraum 13 mit Beton verfüllt. Das gechieht
vorzugsweise durch Verspritzen von Betonmilch. Zugleich wird der Verformungshohlraum
mit einem Wellblechstreifen 15 gemäß Fig. 4 geschlossen. Der Blechstreifen 15 überlappt
bei 16 die Segmente 9. Zugleich ist im Sohlbereich ein Sohlblech 17 vorgesehen. Infolgedessen
können alle Bleche 3, 9, 15 und 17 miteinander verschweißt werden. Dadurch entsteht
eine dichte Blechinnenschale.
[0040] Die Nachgiebigkeitselemente 5.1, 5.2 und 12 bestehen gemäß Fig. 5 aus M- oder W-förmigen
Verformungsprofilen 18. Die Anzahl der Verformungsprofile und ihre Abmessungen können
variieren. Damit läßt sich die Nachgiebigkeit der Nachgiebigkeitselemente beliebig
einstellen.
[0041] Die Verformungsprofile 18 und die platte 11 bestehen im Ausführungsbeispiel aus dem
gleichen Stahlblech wie die Segmente 3 und 9.
[0042] Anstelle der oben beschriebenen aufblasbaren Kissen, die nach Luftablassen entfernt
werden können, können auch andere Schalungskörper Verwendung finden. Dazu sind z.
B. Hohlkörper aus Holz, Stahl oder Kusntstoff geeignet. Die Körper können eine verlorene
Schalung bilden, d. h. die Körper verbleiben an der Einsatzstelle. Wahlweise sind
die Körper für die Hohlraumbildung auch mit den Nachgiebigkeitselementen einstückig
oder an diesen angeformt. Bei Verwendung von Nachgiebigkeitselementen aus Stahlblechkonstruktion
kann der den Hohlraum bildende Formkörper z. B. durch eine Blechauswölbung entstehen.
[0043] Wahlweise sind die Nachgiebigkeitselemente mit Bewehrungsbolzen versehen, die die
Verankerung der Nachgiebigkeitselemente im Beton verbessern.
1. Verfahren zum Ausbau eines Tunnels mit Stahl/Betonausbau mit einer Innenschale aus
Stahlblechsegmenten (3, 9),
dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einem Bauabschnitt
- die Stahlblechsegmente (3, 9) nachgiebig auf der Sohle des Bauabschnittes aufgesetzt
werden,
- die Stahlblechsegmente (3, 9) unter Freilassung eines Setzungsfreiraums (6, 13)
an der Sohle des Bauabschnittes mit Beton (1.2) hinterfüllt werden und
- nach Erstellen des bleibenden Anschlusses des Ausbaus an die Sohle des Bauabschnittes
bzw. an den nachfolgenden Bauabschnitt der Nachgiebigkeitsbereich starr verfüllt wird
und die Stahlblechsegmente (3, 9) gegeneinander abgedichtet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stahlblechsegmente (3, 9) mit Nachgiebigkeitselementen auf ein Auflager
(4, 8) gesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verformungshohlraum mit Betonmilch ausgefüllt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei mehrstufigem Ausbau die Folgeelemente an die vorher fertiggestellten Elemente
anbetoniert werden.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch überlappende Stahlblechsegmente (3, 9).
6. Verfahren nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine geschlossene Stahlinnenschale.
7. Verfahren nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch verschweißte Stahlbleche
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7. gekennzeichnet durch eine den Verformungshohlraum hinter den Nachgiebigkeitselementen bildende Schalung.
9. Verfahren nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch wiederverwendbare oder verlorene Formkörper.
10. Verfahren nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch Formkörper, die an die Nachgiebigkeitselemente (5.1, 5.2, 12) angeformt oder mit
diesen einstückig sind.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachgiebigkeitselemente mit M- oder W-förmigen Verformungsprofilen (18)
versehen sind.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Verformungsprofile hinter den Blechsegmenten liegen.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeichnet durch Bewehrungsbolzen an den Nachgiebigkeitselementen.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, gekennzeichnet durch Bewegungsstäbe (3.2)oder Baustoffanker an den Segmenten (3, 9).
1. Process for supporting a tunnel with a reinforced concrete support system having an
inner shell consisting of sheet steel segments (3, 9), characterised in that in at
least one section under construction
- the sheet steel serpents (3, 9) are yieldingly fixed to the bottom of the section
under construction,
- the sheet steel segments (3, 9) are backfilled with concrete (1, 2) leaving a free
settlement space (6, 13) at the bottom of the section under construction, and
- after effecting the remaining connection of the support system to the bottom of
the section under construction or to the next section under construction, the yielding
region is rigidly filled and the sheet steel segments (3, 9) are sealed off from one
another.
2. Process according to claim 1, characterised in that the sheet steel serpents (3, 9)
are fixed to a support (4, 8) by means of yielding elements.
3. Process according to claim 1 or claim 2, characterised in that the hollow deformation
space is filled with mortar.
4. Process according to claim 1, characterised in that in the case of a multi-stage support
system, the subsequent elements are concreted on to the previously completed elements.
5. Process according to one or more of claims 1 to 4, characterised by overlapping sheet
steel serpents (3, 9).
6. Process according to claim 5, characterised by a closed steel inner shell.
7. Process according to claim 6, characterised by welded steel sheets.
8. Process according to one or more of claims 1 to 7, characterised by formwork forming
the hollow deformation space behind the yielding elements.
9. Process according to claim 8, characterised by reusable or expendable moulded bodies.
10. Process according to claim 8, characterised by moulded bodies which are integrally
moulded on to the yielding elements (5.1, 5.2, 12) or are formed in one piece therewith.
11. Process according to one or more of claims 1 to 10, characterised in that the yielding
elements are provided with M- or W-shaped deformation sections (18).
12. Process according to claim 11, characterised in that the deformation sections are
situated behind the sheet steel segments.
13. Process according to one or more of claims 1 to 12, characterised by reinforcing bolts
on the yielding elements.
14. Process according to one or more of claims 1 to 13, characterised by reinforcing rods
(3.2) or construction material anchors on the segments (3, 9).
1. Procédé de cuvelage d'un tunnel avec cuvelage acier/béton, comportant une coque interne
en segments de tôle d'acier (3, 9), caractérisé en ce que dans au moins un tronçon
de construction :
- les segments de tôle d'acier (3, 9) sont posés élastiquement sur le fond du tronçon
de construction,
- les segments de tôle d'acier (3, 9) sont remplis par l'arrière avec du béton (1,
2) en maintenant libre un espace libre de tassement (6, 13) sur le fond du tronçon
de construction, et
- après fabrication du raccordement restant du cuvelage sur le fond du tronçon de
construction ou sur le tronçon de construction suivant, la zone d'élasticité est rigidement
remplie et les segments de tôle d'acier (3, 9) sont rendus étanches l'un par rapport
à l'autre.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les segments de tôle d'acier
(3, 9) sont posés avec des éléments d'élasticité sur un support (4, 8).
3. Procédé suivant l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que
la cavité de déformation est remplie avec un lait de béton.
4. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que lors d'un cuvelage en plusieurs
étapes, les éléments successifs sont bétonnés sur les éléments achevés précédemment.
5. Procédé suivant une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisé par des segments
de tôle d'acier (3, 9) qui se recouvrent.
6. Procédé suivant la revendication 5, caractérisé par une coque interne en acier fermée.
7. Procédé suivant la revendication 6, caractérisé par des tôles d'acier soudées.
8. Procédé suivant l'une ou plusieurs des revendications 1 à 7, caractérisé par un coffrage
formant derrière les éléments d'élasticité la cavité de déformation.
9. Procédé suivant la revendication 8, caractérisé par des corps de moulage réutilisables
ou perdus.
10. Procédé suivant la revendication 8, caractérisé par des corps de moulage qui sont
façonnés sur les éléments d'élasticité ou qui forment une pièce avec ceux-ci.
11. Procédé suivant l'une ou plusieurs des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que
les éléments d'élasticité sont pourvus de profilés de déformation (18) en forme de
M ou de W.
12. Procédé suivant la revendication 11, caractérisé en ce que les profilés de déformation
sont situés derrière les segments de tôle.
13. Procédé suivant l'une ou plusieurs des revendications 1 à 12, caractérisé par des
chevilles d'armature sur les éléments d'élasticité.
14. Procédé suivant l'une ou plusieurs des revendications 1 à 13, caractérisé par des
barres de déplacement (3.2) ou par des ancrages de matériaux sur les segments (3,
9).