[0001] Gegenstand der Erfindung sind weißtönerhaltige Flüssigwaschmittel auf der Basis
von nichtionischen und kationischen Tensiden. Die Waschmittel sind dadurch gekennzeichnet,
daß sie als Weißtöner eine Verbindung, die in Form der freien Säure der Formel (I)
entspricht,

enthalten,
worin - unabhängig voneinander -
X Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, CH₂CH₂-Z oder Y,
Y -A-NVW,
X und Y gemeinsam den Rest -CH₂CH₂-NR-CH₂CH₂ bilden können,
A C₂-C₆-Alkylen oder C₂-C₆-Alkylen-O-C₂-C₆-Alkylen,
V/W C₁-C₄-Alkyl, das durch OH oder N(R)₂ substituiert sein kann,
V und W gemeinsam den Rest -CH₂CH₂-T-CH₂CH₂- bilden können,
T O, S, NR oder CH₂,
Z OH, CN, COOR, CONH₂ oder CON(R)₂,
R C₁-C₄-Alkyl und
n eine ganze Zahl von 0-2 bedeuten.
[0002] Besonders bevorzugte Weißtöner sind solche der Formel (I), worin
X Wasserstoff oder CH₂CH₂CONH₂,
A -CH₂CH₂- oder -CH₂CH₂CH₂-,
V/W C₁-C₂-Alkyl und
n 0 oder 1 bedeuten,
wobei sich die gegebenenfalls in dem Anilinorest enthaltende SO₃H-Gruppe in m- oder
p-Stellung befindet.
[0003] Der Begriff "Waschmittel" ist im Rahmen dieser Erfindung im weitesten Sinne zu verstehen.
Er umfaßt sowohl Reinigungsmittel verschiedenster Art als auch Gewebe- und Haushaltswaschmittel
sowie Wäschenachbehandlungsmittel. Bevorzugt ist die Verwendung als "einstufiges"
Haushaltswasch-und spülmittel.
[0004] Als nicht-ionische Tenside kommen handelsübliche Produkte in Betracht, z.B. die
Additionsprodukte von Ethylenoxid mit höheren aliphatischen Alkoholen mit 6 bis 50°C-Atomen,
Polyoxyalkylenester organischer Säuren wie höherer Fettsäuren, Harzsäuren, Tallölsäuren
und Säuren der Oxidationsprodukte des Erdöls, sowie Alkylenoxidaddukte höherer Fettsäureamide,
wobei der Fettsäureteil in der Regel 8 bis 22 C-Atome aufweist und mit 10 bis 50
Mol Ethylenoxid kondensiert ist.
[0005] Geeignete kationische Tenside bzw. Textilweichmacher sind besonders quartäre Derivate
des Ammoniaks mit 2 langkettigen aliphatischen Resten, der Formel

worin
R₁ und R₂ unabhängig voneinander eine C₈-C₂₀-Alkyl oder Alkenylgruppe und
R₃ und R₄ unabhängig voneinander eine C₁-C₄-Alkylgruppe oder - gemeinsam - den Rest
eines unter Einschluß des N-Atoms gebildeten gesättigten Heterocyclus (z.B. Imidazolin)
und An
(-) ein Anion bedeuten,
wie z.B. das 1-Methyl-1-oleylamidoethyl-2-oleylimidazolinium .X
(-), das 1-Methyl-1-talgamidoethyl-2-talg-imidazolinium .X
(-) und das Di-talg-dimethylammonium .X
(-) (X
(-) vorzugsweise C1
(-)).
[0006] Das flüssige Medium für die erfindungsgemäßen Waschmittel ist wäßrig und kann aus
Wasser allein oder aus Wasser und zusätzlichen Lösungsmitteln für gewisse Zusätze
bestehen. Die zusätzlichen Lösungsmittel können bis zu 20, vorzugsweise bis 15 % des
gesamten Lösungsmittelanteils ausmachen. Als solche kommen in Betracht: niedrige
Alkanole oder ein niedriges Diol oder Polyol.
[0007] Das erfindungsgemäße flüssige Waschmittel kann im übrigen übliche Zusätze enthalten,
wie Schmutzsuspendiermittel oder Vergrauungsinhibitoren, Schauminhibitoren, Konservierungsmittel,
und Parfüme. Diese werden selbstverständlich so gewählt, daß sie mit den Hauptkomponenten
des Waschmittels verträglich sind.
[0008] Die nicht-ionogenen Tenside werden in Mengen von 5 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 20-60
Gew.-% eingesetzt. Die Konzentration des Textilweichmachers beträgt 1 bis 30 Gew.-%,
vorzugsweise 5-20 Gew.-%. Das wäßrige Lösungsmittel, vorzugsweise Wasser, das noch
mono-, di- und mehrwertige ,Alkohole und ähnliche Lösungsmittel enthalten kann, ist
mit 5 bis 60 Gew.-% vertreten.
[0009] Die erfindungsgemäß zu verwendenden Weißtöner werden in Mengen von 0,005 bis 1 %
oder mehr, bezogen auf das Gewicht des Waschmittels zugesetzt. Wasch-/Behandlungsflotten,
die das beanspruchte Waschmittel enthalten, verleihen beim Waschen von Textilien aus
vorzugsweise Cellulosefasern diesen einen brillanten Aspekt und einen angenehmen Griff.
[0010] Die erfindungsgemäß einzusetzenden Weißtöner sind zum großen Teil bekannt und beispielsweise
in folgender Patentliteratur beschrieben: DE 24 06 883, DE 20 60 085 und CH 474 601.
[0011] Man erhält die Weißtöner in ebenfalls an sich bekannter Weise, indem man in beliebiger
Reihenfolge 2 Mol Cyanurchlorid mit 2 Mol des Amins NHXY, 2 Mol des Anilins

und Diaminostilbendisulfonsäure umsetzt. Dabei empfiehlt es sich, das Amin NHXY in
einem Überschuß, d.h. mit insgesamt etwa 3-4 Mol, umzusetzen.
[0012] Das erfindungsgemäße Waschmittel kann in weichem oder hartem Wasser bei höherer Temperatur
zur Anwendung gelangen.
[0013] Die Waschbehandlung wird beispielsweise wie folgt durchgeführt: Die Textilien werden
während 1 bis 30 Minuten bei 20 bis 100°C in einem Waschbad behandelt, das 0,1 bis
10 g/kg des Waschmittels enthält. Das Flottenverhältnis kann 1:3 bis 1:50 betragen.
[0014] In den nachfolgenden Beispielen bedeuten "Teile" Gewichtsteile.
Beispiel 1
[0015] In 960 ml Wasser gibt man bei Raumtemperatur 50 g Cyanurchlorid. Unter kräftigem
Rühren tropft man zu dieser Suspension eine Lösung von 48,6 g 4,4′-Diaminostilben-2,2′-disulfonsäure
und 13,9 g Natriumcarbonat in 570 ml Wasser. Durch gleichzeitige Zugabe von Natriumhydrogencarbonat
hält man den pH-Wert zwischen 4 und 4,5. Die Reaktion ist nach ca. 2 Stunden beendet.
Die erhaltene Suspension von 4,4′-bis-(2˝,4˝-dichlor-1˝,3˝,5˝-triazinyl-6˝-amino)stilben-2,2′-disulfonsaurem
Natrium wird mit 10 %iger Natronlauge auf pH 6,75 gestellt und mit 12,8 g Anilin versetzt.
Durch gleichzeitige Zugabe von 10 %iger Natronlauge erhält man den pH-Wert zwischen
6,5 und 7. Nach ca. 30 Min. ist die Reaktion zu Ende und das gebildete 4,4′-bis-(2˝-anilino-4˝-chlor-1˝,3˝,5˝-triazinyl-6˝-amino)-stilben-2,2′-disulfonsaure
Natrium wird abgesaugt und mit 500 ml 3 %iger Kochsalzlösung gewaschen.
[0016] Das Produkt suspendiert man ohne es zu trocknen in 800 ml Wasser, gibt 23,9 g Natriumhydrogencarbonat
und 60,9 g 1-Amino-2-diethylaminoethan hinzu und erhitzt 3 Stunden zum Sieden. Anschließend
wird die Lösung mit 5 g Celite aufgekocht, filtriert und im Vakuum eingedampft. Der
Weißtöner hinterbleibt dabei als blaßgelbes Pulver.
[0017] Er entspricht - in Form der freien Säure - der Formel

Beispiel 2
[0018] Setzt man das in Beispiel 1 erhaltene 4,4′-bis-(2˝-anilino-4˝-chlor-1˝,3˝,5˝-triazinyl-6˝-amino)-stilben-2,2′-disulfonsaure
Natrium mit β-(3′-Diethylamino-propylamino)-propionsäureamid um, so erhält man einen
Weißtöner, der in der Säureform der Formel

entspricht.
Beispiel 3
[0019] In 200 ml Wasser gibt man bei Raumtemperatur 50 g Cyanurchlorid. Unter kräftigem
Rühren tropft man zu dieser Suspension eine Lösung von 48,6 g 4,4′-Diaminostilben-2,2′-disulfonsäure
und 13,9 g Natriumcarbonat in 570 ml Wasser. Durch gleichzeitige Zugabe von Natriumhydrogencarbonat
hält man den pH-Wert zwischen 4 und 4,5. Nach beendeter Reaktion (ca. 2 Stunden) stellt
man den pH-Wert auf 5 und läßt nun 18,7 g sulfanilsaures Kalium in 200 ml Wasser zufließen.
Durch gleichzeitige Zugabe von 18 %iger Sodalösung hält man den pH zwischen 5 und
5,5. Die gebildete Suspension von 4,4′-bis-(2˝-4˝′-sulfanilino-4˝-chlor-1˝,3˝,5˝-triazinyl-6˝-amino)-stilben-2,2′-tetrasulfonsaurem
Salz wird mit 53,6 g 1-Amino-3-dimethylamino-propan und 23,9 g Natriumhydrogencarbonat
versetzt und 3 Stunden zum Sieden erhitzt. Anschließend kocht man die Lösung mit 5
g Celite kurz auf, filtriert und dampft im Vakuum ein. Den Weißtöner erhält man dabei
in Form eines hellgelben Pulvers. Er entspricht in der Säureform der Formel

[0020] In analoger Weise erhält man die folgenden Weißtöner:

Beispiel 6
[0021] Ein Flüssigwaschmittel wurde wie folgt hergestellt:
0,1 Teile des Weißtöners gemäß Beispiel 1 wurden in
5,5 Teilen Ethanol gelöst oder dispergiert und mit
18 Teilen ethoxylierter C₁₂-C₁₄-Fettalkohol (10ÄO)
5 Teilen Ditalgfettalkyldimethylammoniumchlorid
und ca 71,5 Teilen vollentsalztem Wasser auf 100 aufgefüllt.
[0022] Mit dem so erhaltenen Waschmittel wurde ein verschmutzter Baumwollappen gewaschen.
Waschbedingungen: Temperatur 50°C
Wasserhärte 0° DH
Flotte 1:20
Dosierung 5 g/l
Waschzeit 15 Min.
Waschcyclen 3 x und 10 x.
Die gewaschenen Lappen wurden gespült, getrocknet und gebügelt.
[0023] Man erhält neben einem sehr guten Reinigungseffekt eine hervorragende Aufhellung
des Textilmaterials.
[0024] Ähnlich gute Ergebnisse erhält man mit den Weißtönern der Beispiele 2 - 5.
1. Weißtönerhaltige Flüssigwaschmittel auf der Basis von nichtionischen Tensiden und
kationischen Tensiden, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Weißtöner eine Verbindung,
die in Form der freien Säure der Formel (I) entspricht

enthalten,
worin - unabhängig voneinander -
X Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, CH₂CH₂-Z oder Y,
Y -A-NVW,
X und Y gemeinsam den Rest -CH₂CH₂-NR-CH₂CH₂ bilden können,
A C₂-C₆-Alkylen oder C₂-C₆-Alkylen-O-C₂-C₆-Alkylen,
V/W C₁-C₄-Alkyl, das durch OH oder N(R)₂ substituiert sein kann,
V und W gemeinsam den Rest -CH₂CH₂-T-CH₂CH₂- bilden können,
T O, S, NR oder CH₂,
Z OH, CN, COOR, CONH₂ oder CON(R)₂,
R C₁-C₄-Alkyl und
n eine ganze Zahl von 0-2 bedeuten.
2. Flüssigwaschmittel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Weißtöner
der angegebenen Formel enthalten, worin
X Wasserstoff oder CH₂CH₂CONH₂,
A -CH₂CH₂- oder -CH₂CH₂CH₂-,
V/W C₁-C₂-Alkyl und
n 0 oder 1 bedeuten,
wobei sich die gegebenenfalls in dem Anilinorest enthaltende SO₃H-Gruppe in m- oder
p-Stellung befindet.