(19)
(11) EP 0 414 197 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.02.1991  Patentblatt  1991/09

(21) Anmeldenummer: 90115943.4

(22) Anmeldetag:  20.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5C11D 3/10, C11D 3/06, C11D 3/39, C11D 3/386, C11D 3/08, C11D 3/20, C11D 3/37, C11D 1/66
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 22.08.1989 DE 3927714
29.11.1989 DE 3939494

(71) Anmelder: Joh. A. Benckiser GmbH
D-67059 Ludwigshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • Wäschenbach, Guido, Dr. Dipl.-Chem.
    D-6800 Mannheim 81 (DE)
  • Hertling, Ludwig
    D-6843 Biblis (DE)
  • Ussat, Wolfgang, Dr. Dipl.-Chem.
    D-6703 Limburgerhof (DE)

(74) Vertreter: Lederer, Franz, Dr. et al
Lederer, Keller & Riederer Patentanwälte Prinzregentenstrasse 16
80538 München
80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Maschinengeschirrspülmittel


    (57) Die Erfindung betrifft ein mild-alkalisches Maschinenge­schirrspülmittel, welches

    a) mindestens 25 Gew.-% einer Kombination aus Natrium­carbonat und Natriumhydrogencarbonat enthält;

    b) frei ist von Metasilikaten;

    c) frei ist von Chlorbleichmitteln und

    d) in 1 %iger wäßriger Lösung einen mild-alkalischen pH-Wert von weniger als 10,5 aufweist.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Maschinengeschirr­spülmittel.

    [0002] Herkömmliche Maschinengeschirrspülmittel basieren im wesentlichen auf Natriumtripolyphosphat, Natriummetasilikat und Natriumcarbonat und sind stark alkalisch. Der pH-Wert dieser Produkte liegt im allgemeinen bei 12 (in 1 %iger Lösung) und ist im wesentlichen auf den hohen Gehalt an Natriummetasilikat und Natriumcarbonat zurückzuführen. Bei diesen pH-Werten können Reizungen bzw. Verätzungen der Haut und der Schleimhäute, insbesondere beim Verschlucken (Kleinkinder) auftreten und dadurch sind diese Produkte zunehmend in die öffentliche Diskussion geraten. Es besteht daher ein Bedarf an Maschinengeschirrspülmitteln, die weni­ger alkalisch sind. Bei einer Verminderung der Alkalinität wurde aber eine Verminderung der Geschirrspülleistung er­wartet.

    [0003] Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde ein Maschi­nengeschirrspülmittel zu entwickeln, welches einen niedri­geren pH-Wert als die herkömmlichen Geschirrspülmittel besitzt und insbesondere einen pH-Wert unterhalb von 10,5 (in 1 %iger wäßriger Lösung), dennoch eine gute Reinigungs­leistung aufweist und aus die Umwelt nicht oder möglichst wenig belastenden Bestandteilen zusammengesetzt ist.

    [0004] Aus der EP-A 135 227 ist ein Maschinengeschirrspülmittel bekannt, welches nur schwach alkalisch ist und einen pH-­Wert von etwa 9,3 - 10,8 (in 0,3 %iger wäßriger Lösung) aufweist, 25 - 50 Gew.-% Natriumtriphosphat, 7,5 - 40 Gew.­% Natriumcarbonat, 2 - 15 Gew.-% Natriumsilikat, sowie eine Peroxyverbindung und Enzym enthält. Es wird festgestellt, daß die Wirksamkeit und Stabilität einer solchen mild-alka­lischen, enzymatischen Zusammensetzung eine Sache der Aus­wahl der Bestandteile in richtiger Menge ist.

    [0005] Gemäß vorliegender Erfindung wurde festgestellt, daß auf Natriummetasilikat in einem wirksamen Maschinengeschirr­spülmittel vollständig verzichtet werden kann, wenn statt dessen ein Gemisch aus Natriumcarbonat und Natriumhydrogen­carbonat eingesetzt wird. Dieses Gemisch bietet die Mög­lichkeit, den pH-Wert cer Endrezeptur in einem größeren pH-Bereich zu variieren, wobei die hohe Alkalitätsreserve erhalten bleibt. Diese hohe Alkalitätsreserve andererseits erlaubt es, den Enzymgehalt und den Buildergehait der Re­zeptur sehr niedrig zu halten. Erfindungsgemäß ist es sogar möglich auf Phosphatbuilder vollständig zu verzichten.

    [0006] Die erfindungsgemäßen Maschinengeschirrspülmittel enthalten im allgemeinen 20 - 80 Gew.-%, vorzugsweise 30 - 70 Gew.-% und insbesondere 45 - 55 Gew.-% Natriumcarbonat sowie 5 - 50 Gew.-%, vorzugsweise 10 - 40 Gew.-% und insbesondere 15 - 36 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat.

    [0007] Die US-P 4 306 987 offenbart stark alkalische Geschirrspül­mittel mit speziellen niedrigschäumenden nichtionischen Detergentien. Diese bekannten Geschirrspülmittel enthalten im allgemeinen 20 - 80 Gew.-% eines alkalischen Detergens­salzes wie z.B. Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat und Mischungen davon, Di- und Trinatriumorthopiosphat, Natriummetasilikat, Natriumsesquisilikat, Borax und Natrium borat, sowie als Bleichmittel 5 - 50 Gew.-% chloriertes Tri­natriumphosphat oder statt dessen eine Mischung aus Li­thiumhypochlorit oder chlorierter Cyanursäure und Trina­triumphosphat. Das Natriumsilikat macht in diesen bekannten Geschirrspülmitteln im allgemeinen 20 - 80 %, vorzugsweise 20 - 40 % aus.

    [0008] In ihrer allgemeinsten Form betrifft die Erfindung ein Maschinengeschirrspülmittel, welches

    a) mindestens 25 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 30 Gew.-%, einer Kombination aus Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat enthält;

    b) frei ist von Metasilikaten;

    c) frei ist von Chlorbleichmitteln und

    d) in 1 %iger wäßriger Lösung einen mild-alkalischen pH-Wert von weniger als 10,5 aufweist.



    [0009] Der pH-Wert der erfindungsgemäßen Maschinengeschirrspülmit­tel liegt im allgemeinen im Bereich von 9,0 - 10,5 oder sogar darunter, vorzugsweise im Bereich von 9,9 - 10,4.

    [0010] In der erfindungsgemäß eingesetzten Kombination aus Na­triumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat beträgt das Ver­hältnis von Natriumcarbonat zu Natriumhydrogencarbonat im allgemeinen 4:1 bis 1:1, vorzugsweise 3:1 bis 1:1.

    [0011] Bevorzugte erfindungsgemäße Geschirrspülmittel mit einem pH-Wert von 9,0 - 10,5, vorzugsweise von 9,9 - 10,4, ent­halten 20 - 80 Gew.-% Natriumcarbonat und 5 - 50 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat, wobei die Kombination aus Natrium­carbonat und Natriumhydrogencarbonat mindestens 30 Gew.-% der Gesamtzusammensetzung ausmacht.

    [0012] Die erfindungsgemäßen Geschirrspülmittel können ein Phos­phat, herkömmlicherweise Natriumtripolyphosphat als Builder enthalten. Ein geeignetes phosphathaltiges Geschirrspülmit­tel enthält 20 - 60 Gew.-% Natriumcarbonat und 10 - 20 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat, wobei die Summe von Na­triumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat 30 - 70 Gew.-% ausmacht, und 10 - 40 Gew.-%, vorzugsweise 20 - 35 Gew.-% Phosphat, insbesondere Natriumtripolyphosphat.

    [0013] Besonders bevorzugt werden jedoch Maschinengeschirrspülmit­tel, die frei von Phosphaten sind. Statt des Phosphats können phosphatfreie Buildersysteme eingesetzt werden, die das Phosphat ganz oder teilweise ersetzen. Für diesen Zweck sind verschiedene Systeme bekannt geworden. Als besonders geeignet für die Zwecke der vorliegenden Erfindung hat sich ein Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymer (beispielsweise das Produkt Sokalan CP 5 ex BASF), oder eine Polyacrylsäure (beispielsweise Acrysol LMW 45 ND ex Rhom & Haas) erwiesen, welche gegebenenfalls zusammen mit geringen Mengen einer Phosphonsäure (beispielsweise 1-Hydroxyethan-1,1-diphos­phonsäure/HEDP/) eingesetzt werden können. Das als Phos­phatersatzstoff dienende Polymer kann in einer Menge von 0 - 15 Gew.-%, vorzugsweise 3 - 10 Gew.-% eingesetzt werden. Die Phosphonsäure wird in einer Menge von 0 - 10, vorzugs­weise 2 - 4 Gew.-% eingesetzt. Ein phosphatfreies Builder­system kann anstelle von geringen Mengen einer Phosphonsäu­re auch geringe Mengen niedrigmolekularer Polymerer auf Basis der Maleinsäure bzw. Acrylsäure z.B. Sokalan PM10 ex BASF oder Sokalan PA15 ex BASF enthalten.

    [0014] Das phosphatfreie Buildersystem kann anstelle von Phosphon­säuren oder niedrigmolekularer Polymerer auch Nitrilotri­essigsäure enthalten.

    [0015] Ein geeignetes phosphatfreies Maschinengeschirrspülmittel enthält 25 - 60 Gew.-% Natriumcarbonat und 10 - 35 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat, wobei die Summe von Natriumcarbo­nat und Natriumhydrogencarbonat 35 - 75 Gew.-% ausmacht, sowie 3 - 10 Gew.-% eines phosphatfreien polymeren Buil­ders.

    [0016] Die erfindungsgemäßen Maschinengeschirrspülmittel sind vorzugsweise frei von Siiikaten. Es hat sich jedoch heraus­gestellt, daß eine geringe Menge an Disilikaten oder Schichtsilikaten als Korrosionsinhibitoren vorteilhaft sein kann. Sofern solche Silikate als Korrosionsinhibitoren eingesetzt werden soll ihre Menge 15 Gew.-% der gesamten Zusammensetzung nicht überschreiten, im allgemeinen liegt ihr Anteil bei 5 - 10 Gew.-%.

    [0017] Vorzugsweise enthalten die erfindungsgemäßen Maschinenge­schirrspülmittel Enzyme, die jedoch in den erfindungsge­mäßen Zusammensetzungen bereits in sehr geringen Mengen wirksam sind.

    [0018] Vorzugsweise verwendet man Proteasen (beispielsweise das Produkt Savinase 4.0 T ex Novo) und Amylasen (beispielswei­se das Produkt Termamyl 60 T ex Novo), jedoch können auch, insbesondere bei tiefen Waschtemperaturen, Lipasen für bestimmte Anschmutzungen vorteilnaft sein.

    [0019] Die Enzyme werden im allgemeinen in Mengen von 0 - 3 Gew.­%, vorzugsweise 0,4 - 1 Gew.-% eingesetzt.

    [0020] Chlorbleichmittel, wie beispielsweise Natriumdichlorisocya­nurat werden erfindungsgemäß vermieden, so daß eine dadurch bedingte Beeinträchtigung der Enzymstabilität und -aktivi­tät entfällt und eine eventuell mögliche Bildung von chlo­rierten organischen Verbindungen als Folge solcher Chlor­bleichmittel vermieden wird. Stattdessen können vorteil­haft Sauerstoffbleichmittel eingesetzt werden, wie bei­spielsweise Natriumperborat-Monohydrat, Natriumperborat­tetrahydrat, Kaliummonopersulfat, Magnesium-Monoperoxyph­thalat Hexahydrat(H48), Diperoxidodecandisäure (phlegmati­siert) und Natriumpercarbonat. Die erfindungsgemäßen Ma­schinengeschirrspülmittel enthalten zweckmäßigerweise 3 - 15 Gew.-%, vorzugsweise 3 - 10 Gew.-% und insbesondere 5 - 8 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat oder Natriumpercarbo­nat.

    [0021] Speziell bei tiefen Temperaturen kann zur Optimierung der Bleichleistung ein Bleichaktivator, wie z.B.
    TAED (Tetraacetylethylendiamin),
    TAGU (Tetraacetylglycoluril),
    GPA (Glucosepentaacetat) und andere
    in die Formulierung eingebaut werden.

    [0022] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können geringe Mengen eines Tensids, vorzugsweise eines nichtionischen Tensids enthalten und zwar zweckmäßigerweise in einer Menge bis 5 Gew.-%, vorzugsweise bis 3 Gew.-% und insbesondere bis 1 Gew.-%. Im allgemeinen sind Mengen im Bereich von 0,2 - 2 Gew.-% eines nichtionischen Tensids voll ausreichend. Die eingesetzten Tenside müssen schwachschäumend sein, daher sind nichtionische Tenside am besten geeignet. Be­vorzugt werden schwach schäumende nichtionische Tenside mit guter biologischer Abbaubarkeit eingesetzt. Dabei handelt es sich z.B. um Addukte von Ethylenoxid und Propylenoxid oder Ethylenoxid und höheren Alkylenoxiden an native bzw. synth. Fettalkohole oder Oxoalkohole. Ebenfalls gut geeig­net sind entsprechende Addukte die endgruppenverschlossen sind.

    [0023] Das erfindungsgemäße Maschinengeschirrspülmittel kann noch weitere übliche Bestandteile enthalten, wie Farbstoffe, Parfümöle oder sonstige Hilfsstoffe, wie z.B. Stabilisato­ren für Enzyme.

    [0024] Der vor allem bei stark Natriumcarbonat/Natriumbicarbonat­haltigen Formulierungen zu beobachtende Effekt einer ver­minderten Einspülbarkeit kann durch den Einsatz von Fett­säuren und/oder Kohlenwasserstoffen (Weißölen) überwunden werden (Anticaking Mittel).

    [0025] Bei den Fettsäuren haben sich solche mit Kohlenwasserstoff­ketten im Bereich C₁₂-C₁₈ als geeignet erwiesen.

    [0026] Bei den Kohlenwasserstoffen haben sich solche Gemische aus gesättigten geradkettigen und cyclischen Kohlenwasserstof­fen mit einem Flammpunkt oberhalb 150° C als geeignet er­wiesen.

    [0027] Die Fettsäuren bzw. Kohlenwasserstoffe werden in Mengen von 0 - 3 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 - 2 Gew.-% und insbesondere 0,7 - 1,5 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung eingesetzt.

    [0028] Auch Natriumsulfat hat sich als Anticaking Mittel geeignet erwiesen und kann anstelle der Weißöle verwendet werden. Natriumsulfat eignet sich ferner als Verdünnungsstoff. Wenn die Alkalinität der Rezeptur vermindert werden soll, kann ein Teil der Natriumcarbonat/Natriumhydrogencarbonat-Menge durch Natriumsulfat ersetzt werden, wobei jedoch der Min­destgehalt von 25 Gew.-%, vorzugsweise 30 Gew.-% an der Natriumcarbonat/Natriumhydrogencarbonat-Kombination erhal­ten bleiben muß. Die erfindungsgemäßen Maschinengeschirr­spülmittel können daher 0 - 35 Gew.-% Natriumsulfat enthal­ten.

    [0029] Eine geeignete, phosphathaltige erfindungsgemäße Zusammen­setzung besteht aus
    20 - 35 Gew.-% Natriumtripolyphosphat
    35 - 55 Gew.-% Natriumcarbonat
    10 - 20 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
    5 - 8 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat
    0,4 - 1 Gew.-% Protease
    0,4 - 1 Gew.-% Amylase
    0,2 - 2 Gew.-% Nichtionisches Tensid
    wobei ein Teil der Natriumcarbonat/Natriumhydrogen­carbonat-Menge durch
    0 - 20 Gew.-% Natriumsulfat ersetzt werden kann; und weist einen pH-Wert (in 1 %iger Lösung) von 10,2 - 10,4 auf.

    [0030] Eine besonders geeignete, phosphatfreie erfindungsgemäße Zusammensetzung besteht aus
    35 - 55 Gew.-% Natriumcarbonat
    20 - 35 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
    5 - 8 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat
    0,4 - 1 Gew.-% Protease
    0,4 - 1 Gew.-% Amylase
    0,2 - 2 Gew.-% Nichtionisches Tensid
    3 - 10 Gew.-% Acrylsäure/Maleinsäure/Copolymerisat
    0 - 4 Gew.-% Phosphonsäure
    , wobei ein Teil der Natriumcarbonat/Natriumhydrogencarbonat-­Menge durch 0 - 35 Gew.-% Natriumsulfat ersetzt werden kann, und weist einen pH-Wert (in 1 %iger Lösung) von 10,2 - 10,4 auf.

    [0031] Entgegen allen Erwartungen ist die Reinigungsleistung der erfindungsgemäßen Maschinengeschirrspülmittel vergleichbar mit herkömmlichen, stark alkalischen Maschinengeschirrspül­mitteln auf der Basis von Natriummetasilikat. Für spezielle Anschmutzungen, wie z.B. Haferflocken, sind die erfindungs­gemäßen Formulierungen sogar noch überlegen.

    [0032] Des weiteren waren die Ergebnisse von Korrosionsversuchen an Glas, Porzellan und Besteckteilen überraschend positiv. Anstelle einer verstärkten Glaskorrosion, die durch die Verwendung von Natriumcarbonat anstelle von Natriumsilikat erwartet wurde, ist der Angriff aber äußerst gering. Das gleiche gilt im Vergleich zu marktüblichen metasilikathal­tigen Reinigern.

    [0033] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzun­gen ist der, daß wegen der geringen eingesetzten Enzym- und Phosphatmengen die Rohstoffkosten der erfindungsgemäßen Rezepturen viel niedriger sind als die vergleichbarer be­kannter Rezepturen.

    [0034] Die erfindungsgemäßen Maschinengeschirrspülmittel werden im allgemeinen als trockene Pulver oder Granulate in herkömm­licher Weise formuliert. Ihr Einsatz in Form von Tabletten, Pouches, Portionspackungen aber auch in Form flüssiger Konzentrate ist jedoch nicht ausgeschlossen.

    [0035] Die Erfindung wird anhand der nachstehenden Beispiele näher erläutert.

    Beispiel 1



    [0036] Durch Trockenvermischung bzw. Granulieren wurde ein Maschi­nengeschirrspülmittel folgender Zusammensetzung formuliert:
    Natriumtripolyphosphat 24,0 Gew.-%
    Natriumcarbonat 49,0 Gew.-%
    Natriumhydrogencarbonat 18,0 Gew.-%
    Natriumperborat-Monohydrat 7,0 Gew.-%
    Protease 0,5 Gew.-%
    Amylase 0,5 Gew.-%
    Nichtionisches Tensid (Lutensol LF403) 1,0 Gew.-%


    [0037] Diese Zusammensetzung besaß einen pH-Wert (in 1 %iger wäßriger Lösung) von 10,3.

    Beispiel 2



    [0038] Durch Trockenvermischung bzw. Granulieren wurde ein Maschi­nengeschirrspülmittel folgender Zusammensetzung formuliert:
    Natriumcarbonat 49,0 Gew.-%
    Natriumhydrogencarbonat 34,5 Gew.-%
    Natriumperborat-Monohydrat 7,0 Gew.-%
    Protease 0,5 Gew.-%
    Amylase 0,5 Gew.-%
    Nichtionisches Tensid (Lutensol LF403) 1,0 Gew.-%
    Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymer 5,0 Gew.-%
    Phosphonsäure (HEDP) 2,5 Gew.-%


    [0039] Diese Zusammensetzung besaß einen pH-Wert (in 1 %iger wäßriger Lösung) von 10,0.

    Beispiel 3



    [0040] 
    Beispiel 3
    Natriumcarbonat 50,0 Gew.-%
    Natriumhydrogencarbonat 33,0 Gew.-%
    Natriumperborat-Monohydrat 6,0 Gew.-%
    TAED 1,5 Gew.-%
    Acrylsäure/Maleinsäure Copolymer 5,0 Gew.-%
    Phosponsäure (HEDP) 2,5 Gew.-%
    Fettsäure (C₁₂-C₁₈) 1,0 Gew.-%
    Protease 0,5 Gew.-%
    Amylase 0,5 Gew.-%


    [0041] Diese Zusammensetzung besaß einen pH-Wert (in 1 %iger Lösung) von 10,1.

    Vergleichsversuche



    [0042] Die erfindungsgemäßen Formulierungen der Beispiele 1 und 2 wurden in Bezug auf ihre Reinigungsleistung mit einer natriummetasilikathaltigen Formulierung (Rezeptur I) ver­glichen. Die Abprüfung erfolgte in Anlehnung an die DIN 44990-Vorschrift, nur mit dem Unterschied, daß die Auswer­tung der Reinigungsleistung für Spinat, Hackfleisch, Hafer­flocken und Tee prozentual gewichtet wurde.

    [0043] Die Vergleichsrezeptur I hatte folgende Zusammensetzung:
    Natriumtripolyphosphat 36,1 Gew.-%
    Natriummetasilikat 51,0 Gew.-%
    Natriumcarbonat 9,65 Gew.-%
    Natriumdichloroisocyanurat 2,25 Gew.-%
    Tensid (Dehypon LT104) 1,0 Gew.-%.


    [0044] Zum weiteren Vergleich ist als Rezeptur II eine Formulie­rung gemäß EP-A 135 227 untersucht worden, die folgende Zusammensetzung aufwies:
    Rez.: 45 % Natriumtripolyphosphat, 15 % Natriumcarbonat, 10 % Natriumperborat * 4H20, 4 % TAED, 3 % Thermamyl 60 T, 2 % Savinase 4.0 T, 0,7 % Dequest 2016, 5 % Natriumdisilikat, 10 % Natriumsulfat, 1,5 % Lutensol LF 403, Wasser ad 100 %.

    [0045] Die Ergebnisse der Vergleichsversuche sind in der nachste­henden Tabelle I zusammengefaßt.

    [0046] Die Vergleichsversuche zeigen, daß die erfindungsgemäßen Formulierungen eine vergleichbare Reinigungsleistung er­bringen trotz der niedereren Alkalität gegenüber Rezeptur I und trotz der geringeren Enzymmenge und geringeren Phos­phatmenge gegenüber Rezeptur II.
    Tabelle I
    Anschmutzung Vergleich Rez. I Vergleich Rez. II Beisp. 1 Beisp. 2 Beisp. 1 jedoch ohne Enzyme
    Wasserhärte 4°d 20°d 20°d 4°d 20°d 4°d 20°d 20°d
    Eigelb 4,9 5,0 5,0 4,9 4,9 5,0 5,0 4,9
    Spinat 4,4 3,6 4,4 4,3 3,2 3,8 3,7 3,5
    Hackfleisch 5,0 4,9 5,0 5,0 5,0 4,9 4,9 3,1
    Haferflocken 4,2 4,1 4,5 4,8 4,5 4,7 4,4 4,0
    Tee 5,0 4,9 5,0 5,0 4,6 4,5 3,0 4,4
    Margarine 5,0 5,0 5,0 5,0 5,0 5,0 4,6 5,0
    Milch 3,8 3,2 2,4 3,7 4,2 4,0 3,9 3,4
    Gesamt 4,6 4,5 4,6 4,8 4,6 4,6 4,3 4,3



    Ansprüche

    1. Maschinengeschirrspülmittel, welches

    a) mindestens 25 Gew.-% einer Kombination aus Natrium­carbonat und Natriumhydrogencarbonat enthält;

    b) frei ist von Metasilikaten;

    c) frei ist von Chlorbleichmitteln und

    d) in 1%iger wäßriger Lösung einen mild-alkalischen pH-Wert von weniger als 10,5 aufweist.


     
    2. Maschinengeschirrspülmittel gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es mindestens 30 Gew.-% einer Kom­bination aus Natriumcarbonat und Natriumhydrogencar­bonat enthält.
     
    3. Maschinengeschirrspülmittel gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Kombination aus Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat das Ver­hältnis von Natriumcarbonat zu Natriumhydrogencarbonat 4:1 bis 1:1, vorzugsweise 3'1 bis 1:1 beträgt.
     
    4. Maschinengeschirrspülmittel gemäß einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es einen pH-Wert von 9,0 - 10,5, vorzugsweise von 9,9 - 10,4 aufweist und 20 - 80 Gew.-% Natriumcarbonat und 5 - 50 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat enthält.
     
    5. Maschinengeschirrspülmittel gemäß einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es 20 - 60 Gew.-­% Natriumcarbonat und 10 - 20 Gew.-% Natriumhydrogen­carbonat enthält, wobei die Summe von Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat 30 - 70 Gew.-% ausmacht, und daß es 10 - 40 Gew.-%, vorzugsweise 20 - 35 Gew.-% Phosphat, vorzugsweise Natriumtripolyphosphat enthält.
     
    6. Maschinengeschirrspülmittel gemäß einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß es frei von Phosphaten ist.
     
    7. Maschinengeschirrspülmittel gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es 25 - 60 Gew.-% Natriumcarbonat und 10 35 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat enthält, wobei die Summe von Natriumcarbonat und Natriumhydro­gencarbonat 35 - 75 Gew.-% ausmacht, und daß es 3 - 10 Gew.-% eines phosphatfreien polymeren Builders enthält.
     
    8. Maschinengeschirrspülmittel gemäß einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es bis 15 Gew.-­%, insbesondere 5 - 10 Gew.-% Disilikat enthält.
     
    9. Maschinengeschirrspülmittel nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es ein oder mehrere Enzyme enthält.
     
    10. Maschinengeschirrspülmittel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Protease und/oder eine Amylase und/oder eine Lipase enthält.
     
    11. Maschinengeschirrspülmittel nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Sauer­stoffbleichmittel enthält.
     
    12. Maschinengeschirrspülmittel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß es 3 - 15 Gew.-%, vorzugsweise 3 - 10 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat oder Natriumper­carbonat enthält.
     
    13. Maschinengeschirrspülmittel nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es 0 - 5 Gew.-%, vorzugsweise 0 - 1 Gew.-% eines nichtionischen Tensids enthält.
     
    14. Maschinengeschirrspülmittel nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es einen Zusatz von Fettsäuren (C₁₂-C₁₈) und/oder Weißölen in einer Menge bis 3 Gew.-% als Anticaking-Mittel enthält.
     
    15. Maschinengeschirrspülmittel nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es 0 - 35 Gew.-% Natriumsulfat enthält.
     
    16. Maschinengeschirrspülmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es besteht aus
    20 - 35 Gew.-% Natriumtripolyphosphat
    35 - 55 Gew.-% Natriumcarbonat
    10 - 20 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
    5 - 8 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat
    0,4 - 1 Gew.-% Protease
    0,4 - 2 Gew.-% Amylase
    0,2 - 2 Gew.-% Nichtionisches Tensid
    wobei ein Teil der Natriumcarbonat/Natriumhydrogencar­bonat-Menge durch
    0 - 20 Gew.-% Natriumsulfat ersetzt werden kann und einen pH-Wert (in 1 %iger Lösung) von 10,2 - 10,4 aufweist.
     
    17. Maschinengeschirrspülmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es besteht aus
    35 - 55 Gew.-% Natriumcarbonat
    20 - 35 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
    5 - 8 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat
    0,4 - 1 Gew.-% Protease
    0,4 - 1 Gew.-% Amylase
    0,2 - 2 Gew.-% Nichtionisches Tensid
    3 - 10 Gew.-% Acrylsäure/Maleinsäure/Copolymerisat
    0 - 4 Gew.-% Phosphonsäure,
    wobei ein Teil der Natriumcarbonat/Natriumhydrogencarbonat-­Menge durch 0 - 35 Gew.-% Natriumsulfat ersetzt werden kann, und einen pH-Wert (in 1 %iger Lösung) von 10,2 - 10,4 aufweist.
     
    18. Maschinengeschirrspülmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es besteht aus
    22 - 26 Gew.-% Natriumtripolyphosphat
    47 - 52 Gew.-% Natriumcarbonat
    16 - 20 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
    6 - 8 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat
    0,4 - 0,6 Gew.-% Protease
    0,4 - 0,6 Gew.-% Amylase
    0,5 - 2 Gew.-% Nichtionisches Tensid
    und einen pH-Wert (in 1 %iger Lösung) von 10,2 - 10,4 aufweist.
     
    19. Maschinengeschirrspülmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es besteht aus
    47 - 52 Gew.-% Natriumcarbonat
    32 - 36 Gew.-% Natriumhydrogencarbonat
    6 - 8 Gew.-% Natriumperborat-Monohydrat
    0,4 - 0,6 Gew.-% Protease
    0,4 - 0,6 Gew.-% Amylase
    0,5 - 2 Gew.-% Nichtionisches Tensid
    3 - 7 Gew.-% Acrylsäure/Maleinsäure-Copolymer
    2 - 4 Gew.-% Phosphonsäure
    und einen pH-Wert von 9,9 - 10,2 aufweist.