[0001] Die Erfindung betrifft eine Drallschleifeinrichtung der im Oberbegriff des Anspruches
1 genannten Art.
[0002] Bei der zerspanenden Bearbeitung metallischer Werkstükke werden mehr und mehr Schneidwerkzeuge
mit über die Werkzeuglänge sich änderndem Durchmesser, insbesondere kegelige Werkzeuge,
und mit konstantem Drallwinkel verwendet, da diese zerspanungstechnisch günstiger
sind als herkömmliche Werkzeuge mit konstanter Steigung und veränderlichem Drallwinkel.
Ein besonderes Problem ergibt sich beim Schleifen derartiger Werkzeuge, da bei der
Abwälzbewegung des Werkeuges gegenüber der Schleifscheibe der Drehwinkel der Werkzeugspindel
nicht mehr in einem linearen Zusammenhang zur axialen Verschiebebewegung stehen kann.
[0003] Es ist bereits eine Drallschleifeinrichtung der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten
Art bekannt, bei der das Leitlineal auf einem zusätzlich vorgesehenen Korrekturschlitten
angeordnet ist, welcher über ein Kopierlineal so verstellt wird, daß das Leitlineal
der Drallschleifeinrichtung bei der Axialbewegung der Werkzeugspindel zusätzlich verschwenkt
wird (Schütte-Blätter, Mai 1975, Nr. 68 der Firma Alfred H. Schütte Vertriebsgesellschaft
mbH, Köln). Die Verstellung des Korrekturschlittens erfolgt hydraulisch über entsprechende
Stellantriebe, die durch Steuerfühler angesteuert werden. Die bekannte Einrichtung
ist baulich sehr aufwendig und damit teuer.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Drallschleifeinrichtung der im
Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art zu schaffen, die einfach im Aufbau und
damit preiswert ist und die eine einfache Handhabung erlaubt.
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 enthaltenen
Merkmale gelöst.
[0006] Das Leitlineal ist so gekrümmt, daß sich sein "Einstellwinkel" entlang seiner Länge
kontinuierlich so ändert, daß die geforderte Abhängigkeit des Drehwinkels von der
axialen Vorschubbewegung der Werkzeugspindel erreicht wird. Das Leitlineal kann deshalb
wie bei herkömmlichen Maschinen fest angeordnet sein, so daß eine aufwendige Einrichtung
zur Winkelverstellung des Leitlineals entbehrlich ist. Die Krümmung des Leitlineals
kann beispielsweise vom Hersteller des Werkzeuges vorgegeben sein, der ja diese Abhängigkeit
des Drehwinkels von der axialen Vorschubbewegung der Werkzeugspindel bei der Herstellung
des Werkzeuges ebenfalls verwendet hat. Die Krümmung kann jedoch auch in einfacher
Weise vom Benutzer des Werkzeuges ermittelt werden, indem in der Drallschleifeinrichtung
die Kontur des Werkzeuges mittels der Schleifscheibe oder mittels eines gesonderten
Fühlers abgetastet und der Weg des Folgegliedes aufgezeichnet wird, welcher unmittelbar
die gekrümmte Leitlinealkontur ergibt.
[0007] Die Krümmung des Leitlineals kann beliebig und beispielsweise über die Länge des
Leitlineals ungleichförmig sein. Damit lassen sich beliebige Abhängigkeiten des Drehwinkels
von der axialen Vorschubbewegung der Werkzeugspindel darstellen, wie sie beispielsweise
bei balligen zylindrischen oder kegeligen Werkzeugen vorkommen können.
[0008] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Krümmung
des Leitlineals veränderbar ist. Damit kann ein Leitlineal an unterschiedliche Werkzeuge
angepaßt werden, so daß für diese nicht jeweils gesonderte Einrichtungen vorrätig
gehalten werden müssen, wie das bei der oben genannten bekannten Drallschleifeinrichtung
der Fall ist.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Leitlineal als elastisches Band ausgebildet,
das durch geeignete Mittel in einer vorgegebenen Lage und Form eingespannt werden
kann. Diese Mittel umfassen beispielsweise zwei Stützlager zum Stützen der Endbereiche
des Bandes sowie wenigstens eine zwischen diesen Stützlagern angeordnete verstellbare
Auslenkeinrichtung. Die Krümmung des Leitlineals ergibt sich dann bei einem Leitlineal
bestimmter Abmessungen in Abhängigkeit vom Abstand der Stützlager und vom Auslenkweg.
Um die Krümmungsform in einfacher Weise beeinflussen zu können, sind die Stützlager
in ihrem gegenseitigen Abstand veränderlich.
[0010] In einer besonders einfachen Ausgestaltung der Erfindung sind die Stützlager als
Auflager ausgebildet, auf die das Leitlineal aufgelegt wird. Um die Krümmungsrichtung
umkehren zu können, sind die Stützlager für unterschiedliche Stützrichtungen umstellbar.
[0011] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Stützlager
jeweils zwei in der Krümmungsebene des Bandes mit einem der Dicke dieses Bandes entsprechenden
Abstands zueinander angeordnete Auflager umfassen; das Band wird zwischen diese beiden
Auflager eingeführt und ist damit in zwei entgegengesetzten Stützrichtungen abgestützt.
Das Band wird durch die jeweiligen Auflager nicht eingespannt, so daß es sich mechanisch
wie ein auf zwei Lagern aufliegender Balken verhält.
[0012] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung sind die Stützlager jeweils als mit
einem Aufnahmeschlitz zur Aufnahme des Bandes versehene Drehkloben ausgebildet, die
um eine senkrecht zur Krümmungsebene des Bandes stehende Schwenkachse schwenkbar sind;
auf diese Weise können sich auch diese Stützlager entsprechend dem Krümmungsverlauf
des Bandes in deren Endbereich frei einstellen.
[0013] Die Auslenkeinrichtungen sind gemäß einer besonders einfachen Ausgestaltung der Erfindung
als Stellschrauben ausgebildet. Diese sind vorzugsweise jeweils in um senkrecht zur
Krümmungsebene stehende Schwenkachsen schwenkbar gelagerten Gewindebuchsen geführt.
Auf diese Weise können sich die Stellschrauben an seitliche Verschiebungen ihres
Anlenkpunktes am Band ohne Verspannung anpassen. Das ist insbesondere dann von Bedeutung,
wenn außerhalb der Bandmitte angeordnete Stellschrauben vorgesehen sind, wie anhand
eines Ausführungsbeispieles erläutert wird.
[0014] Die Stellschrauben sind mit dem Band gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
jeweils über Zug- und Druckkräfte auf das Band übertragende, zumindest in der Krümmungsebene
des Bandes schwenkbar mit der jeweiligen Stellschraube verbundene Verbindungsschuhe
verbunden. Auf diese Weise kann die Auslenkung des Bandes und damit der Krümmungsverlauf
zwischen den Stützlagern sehr genau vorgegeben werden, wobei gilt, daß ein gewünschter
Krümmungsverlauf umso genauer eingestellt werden kann, je mehr Stellschrauben vorgesehen
sind.
[0015] Das Folgeglied ist vorzugsweise als Rollenpaar mit zwei in einem der Banddicke entsprechenden
Abstand zueinander angeordneten, das Band zwischen sich aufnehmenden Führungsrollen
ausgebildet. Damit das Rollenpaar sich dem Kurvenverlauf des Bandes entsprechend einstellen
kann, ist es um eine senkrecht zur Krümmungsebene des Bandes stehende Achse schwenkbar
gelagert. Der Abstand der Führungsrollen ist vorzugsweise verstellbar, damit das Folgeglied
an Bänder unterschiedlicher Dicke angepaßt werden kann.
[0016] Weitere Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Drallschleifeinrichtung ergeben sich
aus den Patentansprüchen, der Zeichnung und der Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung
sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die im folgenden näher beschrieben
sind. Es zeigen:
Figur 1 in einer perspektivischen Darstellung eine Drallschleifeinrichtung mit gekrümmtem
Leitlineal;
Figur 2 schematisch ein gekrümmtes Leitlineal gemäß Figur 1 mit Mitteln zum Halten
dieses Leitlineals;
Figur 3 eine Einzelheit aus Figur 2 in einer anderen Ansicht;
Figur 4 ein anderes Ausführungsbeispiel eines Stützlagers für das Leitlineal gemäß
Figur 2 in einer Vorderansicht;
Figur 5 das Stützlager gemäß Figur 4 in einem Längsschnitt;
Figur 6 eine Klemmplatte für die Montage einer Rolle der Folgeeinrichtung in einer
Vorderansicht;
Figur 7 die Klemmplatte gemäß Figur 6 in einem Längsschnitt.
[0017] Die in Figur 1 dargestellte Drallschleifeinrichtung 2 ist Teil einer herkömmlichen
Werkzeugschleifmaschine, von der außerdem die mit einem Schleifantrieb gekoppelte
Schleifscheibe 4 zu sehen ist.
[0018] Die Drallschleifeinrichtung 2 umfaßt eine Werkzeugspindel 6, die um die Spindelachse
8 drehbar in einem Spindelbock 10 gelagert ist, welcher seinerseits in Richtung des
Pfeils 38, d.h. in Richtung der Spindelachse 8 verschiebbar ist. Die Drehantriebsvorrichtung
12 umfaßt ein mit der Werkzeugspindel verbundenes Kegelrad 14, ein mit diesem kämmendes
Kegelrad 16, ein mit dem Kegelrad 16 verbundenes Zahnritzel 18 sowie eine mit dem
Zahnritzel 18 in Eingriff befindliche Zahnstange 20, die in der senkrechten Säule
22 des Spindelbockes 10 vertikal verschiebbar gelagert ist. An der Zahnstange 20 ist
ein Rollenpaar 24, 26 angeordnet, dessen Funktion weiter unten näher erläutert wird.
[0019] An einem bezüglich des verschiebbaren Spindelbockes 10 feststehenden Haltebock 28
ist ein Linealträger 30 parallel zur Pfeilrichtung 38 einstellbar befestigt, welcher
eine Montagescheibe 32 umfaßt, die um eine die Spindelachse 8 kreuzende Schwenkachse
34 verschwenkbar und in jeder Schwenkstellung feststellbar ist. An der der Säule 22
zugewandten Stirnseite der Montageplatte 32 ist ein gekrümmtes Leitlineal 36 befestigt.
[0020] Die die Folgeeinrichtung bildenden Rollen 24, 26 sind so angeordnet, daß sie auf
der Unterseite bzw. der Oberseite des Leitlineals 36 abrollen können. Wie die Figur
1 erkennen läßt, ist das Leitlineal 36 ein flexibles elastisches Band, welches mit
einer Seitenkante im wesentlichen senkrecht auf der Montageplatte 32 steht und durch
geeignete, weiter unten näher beschriebene Mittel in seiner Form und Lage gehalten
wird.
[0021] Die Funktionsweise der Einrichtung ist folgende: Bei einer Verschiebung des Spindelbockes
10 in Richtung des Pfeiles 38, d.h. in Richtung der Spindelachse 8 rollen die Rollen
24, 26 auf dem Leitlineal 36 ab. Wenn, wie in Figur 1 dargestellt, die Montageplatte
32 in einem Winkel zur Verschieberichtung 38 eingestellt ist, werden bei einer Verschiebung
des Spindelbockes 10 in Richtung des Pfeiles 38 die Rollen 24, 26 vom Leitlineal 36
vertikal verstellt und nehmen die Zahnstange 20 mit. Die Vertikalbewegung der Zahnstange
20 wird auf das Zahnritzel 18 und damit auf die Tellerräder 16, 14 übertragen, so
daß die Werkzeugspindel 6 verdreht wird. Auf diese Weise wird die Verdrehung der Werkzeugspindel
und damit des in dieser eingespannten Werkzeuges 40 gemäß einer feststehenden Funktion
mit dem Verschiebeweg des Werkzeuges 40 in Richtung des Pfeiles 38 gekoppelt. Die
Winkeleinstellung der Montageplatte 32 entspricht etwa einer mittleren Steigung der
Werkzeugschneiden, die etwa in der Mitte der axialen Länge des Werkzeuges gegeben
ist. Die zur Erzielung des konstanten Drallwinkels erforderliche Steigungsänderung
zum vorderen bzw. hinteren Werkzeugende hin wird durch die veränderliche Steigung
des Leitlineals 36 infolge der Krümmung dieses Lineals berücksichtigt.
[0022] Wie ebenfalls aus Figur 1 zu erkennen ist, bestehen die Mittel, durch die das Leitlineal
36 in seiner Lage und Form gehalten wird, im wesentlichen aus einem an die Montageplatte
32 anschraubbaren Riegel 42, an dessen Enden Stützlager zum Abstützen der Endbereiche
des Leitlineals angeordnet sind, und in dessen zwischen den Stützlagern befindlichem
Bereich wenigstens eine Stellschraube vorgesehen ist, die das Leitlineal 36 in der
gewünschten Richtung auslenkt.
[0023] Figuren 2 und 3 zeigen in einer vergrößerten Darstellung einen etwa dem Riegel 42
aus Figur 1 entsprechenden Riegel 44, welcher über durch die Befestigungsbohrungen
46 hindurchsteckbare Befestigungsschrauben 47 (siehe Figur 3) an der Montageplatte
32 angeschraubt werden kann. An den Enden des Riegels 44 sind Stützlager 48, 50 angeordnet,
die in ihrem Abstand verstellbar sind, wie durch die Pfeile 52 angedeutet ist. Die
Stützlager 48, 50 in Figur 2 sind als reine Auflager ausgebildet, auf denen das Leitlineal
36 lose aufliegt. Zur seitlichen Verstellung der Stützlager 48, 50 ist der Riegel
44 mit Langlöchern 54 versehen (siehe Draufsicht in Figur 3), durch die Befestigungsschrauben
56 hindurchgreifen, die in entsprechende Gewindebohrungen der Stützlager 48 bzw.
50 eingeschraubt werden.
[0024] In der Mitte zwischen den Stützlagern 48, 50 ist eine erste Stellschraube 58 vorgesehen,
die durch eine Gewindebohrung 60 im Riegel 44 hindurchgreift und mit dem Leitlineal
36 über einen Verbindungsschuh 62 verbunden ist; dieser Verbindungsschuh ist so ausgebildet,
daß er eine Verdrehung der Stellschraube 58 zuläßt und daß er Zug- und Druckkräfte
auf das Leitlineal 36 übertragen kann. Durch Verstellen der Stellschraube 58 wird
eine gewünschte Krümmung des Leitlineals 36 eingestellt.
[0025] Wie Figur 2 weiterhin andeutungsweise zeigt, kann dem Riegel 44 gegenüberliegend
ein weiterer Riegel 64 auf der Montageplatte 32 befestigt sein, von dem in Figur 2
nur das linke Ende dargestellt ist. Dieser Riegel 64 trägt Stützlager 66, auf die
sich das Leitlineal 36 auflegt, wenn es nach unten gekrümmt werden soll, wie durch
gestrichelte Linien angedeutet ist. Das dargestellte Stützlager kann ebenso wie alle
anderen Stützlager seitlich verschoben und in die gestrichelt dargestellte Stellung
umgeschlagen werden, um den Stützabstand für das Leitlineal 36 zu variieren.
[0026] Um die Form der Krümmungslinien weiter variieren zu können, sind weitere Stellschrauben
vorgesehen, die in Figur 2 durch ihre Mittellinien 68, 70 symbolisiert sind. Zur Lagerung
dieser Stellschrauben am Riegel 44 sind zylindrische Gewindebuchsen 72, 74 vorgesehen,
die in den Riegel 44 von seiner Vorderseite zur Hinterseite durchsetzenden Langlöchern
76, 78 aufgenommen sind und die quer zu ihrer Zylinderachse verlaufende Gewindebohrungen
zur Aufnahme der Stellschrauben 68, 70 aufweisen. Im montierten Zustand durchsetzen
die Stellschrauben 68, 70 jeweils einen von der Oberseite zur Unterseite des Riegels
44 verlaufenden Schlitz 80, 82, welcher etwa die Form eines Stundenglases hat und
damit eine Schwenkung der jeweiligen Stellschraube 68, 70 in der in Figur 2 angedeuteten
Weise ermöglicht. Damit kann einerseits ein seitlicher Versatz der Anlenkpunkte der
Stellschrauben 68, 70 durch die Krümmung des Leitlineals kompensiert werden, andererseits
besteht die Möglichkeit, die Stellschrauben an Anlenkpunkten angreifen zu lassen,
die mehr oder weniger weit vom Anlenkpunkt der mittleren Stellschraube 58 entfernt
sind.
[0027] Die Stellschrauben 68, 70 sind über Gelenke 83, 85 mit Verbindungsschuhen 84, 86
verbunden, die am Leitlineal 36 befestigt sind. Diese Gelenke 83, 85 ermöglichen unterschiedliche
Schrägstellungen der Stellschrauben 68, 70 zum Leitlineal 36.
[0028] Die Figuren 4 und 5 zeigen ein anderes Ausführungsbeispiel eines Stützlagers 88.
Es besteht im wesentlichen aus einem kreiszylindrischen Drehkloben, welcher um eine
zur Zylinderachse parallele Schwenkachse 90 schwenkbar an der Montageplatte 32 montiert
ist. Ein zur Schwenkachse 90 koaxialer Achsenkörper 92 durchsetzt das Stützlager
88 und ist durch eine von der Rückseite der Montageplatte 32 her in diese eingeschraubte
Halteschraube 94 gehalten. Die Halteschraube 94 durchsetzt ein in der Montageplatte
32 ausgebildetes Langloch 96, so daß das Stützlager 88 verschiebbar und damit der
Abstand zweier in den beiden Endbereichen der Montageplatte 32 angeordneter Stützlager
veränderlich ist. Das Stützlager 88 weist einen Aufnahmeschlitz 98 auf, in welchen
das Leitlineal 36 eingelegt werden kann. Das eingelegte Leitlineal 36 kann durch eine
Klemmschraube 100 festgeklemmt werden. Da das Stützlager 88 um die Schwenkachse 90
drehbar ist, kann sich der Aufnahmeschlitz 98 und damit das darin gehaltene Leitlineal
36 dem jeweiligen Verlauf dieses Leitlineals in seinem Endbereich anpassen, wie in
Figur 4 durch gestrichelte Linien angedeutet ist. Das Stützlager 88 wirkt deshalb
ebenso wie die weiter vorne beschriebenen Stützlager nicht als Einspannung für das
Leitlineal 36, sondern technisch wie ein Auflager.
[0029] Wie insbesondere Figur 1 zeigt, ist das mit der Zahnstange 20 verbundene Folgeglied
als Doppelrolle ausgebildet, deren eine Rolle 24 auf der Unterseite des Leitlineals
und deren andere Rolle auf der Oberseite des Leitlineals 36 abrollt. Um eine bekannte
Drallschleifeinrichtung mit zwei in einer Führungslinealnut hintereinander laufenden
Führungsrollen für die Verwendung im Zusammenhang mit einem erfindungsgemäßen Leitlineal
umzubauen, ist die in den Figuren 6 und 7 dargestellte Klemmplatte 102 vorgesehen.
Die Klemmplatte 102 ist mit einer diese durchsetzenden kreisförmigen Klemmöffnung
104 versehen, die auf eine der erwähnten Führungsrollen aufgeschoben werden kann.
Eine Klemmschraube 106 ermöglicht ein Festklemmen der Klemmplatte 102 auf dieser Führungsrolle.
Eine Aufnahmebohrung 108 dient zur Aufnahme einer Rollenachse 110, auf der in bekannter
und deshalb nicht näher dargestellter Weise eine Rolle gelagert werden kann, die mittels
eines Sicherungsringes gesichert wird. Die zweite der oben erwähnten ursprünglich
vorhandenen Führungsrollen zusammen mit der auf der Rollenachse 110 gelagerten Rolle
bilden ein Rollenpaar, zwischen denen das Leitlineal 36 aufgenommen wird. Die Klemmplatte
102 ist mit einem Verstellschlitz 112 versehen, die eine Verstellung des Achsabstandes
der auf der Rollenachse 110 gelagerten Rolle zu den beiden oben erwähnten Führungsrollen
und damit eine Anpassung an unterschiedliche Leitlinealdicken erlaubt. Zur Verstellung
der Breite des Verstellschlitzes 112 dient eine Klemmschraube 114, die den Klemmschlitz
112 überbrückt.
[0030] Durch die Lagerung auf der ersten der erwähnten ursprünglich vorhandenen Führungsrollen
ist die Klemmplatte 102 um die Achse dieser Führungsrolle schwenkbar, so daß das
am Leitlineal 36 abrollende Rollenpaar sich dem jeweiligen Verlauf des Lineals anpassen
kann.
1. Drallschleifeinrichtung zum Schleifen von drallgenuteten Schneidwerkzeugen mit
über die Werkzeuglänge sich änderndem Durchmesser und mit konstantem Drallwinkel,
umfassend eine Werkzeugspindel, die in einem in Spindelachsenrichtung verschiebbaren
Spindelbock drehbar gelagert ist, ein in einem einstellbaren Winkel zur Verschieberichtung
des Spindelbockes ausgerichtetes Leitlineal, eine Drehantriebsvorrichtung für die
Werkzeugspindel, die über ein am Leitlineal anliegendes, am Spindelbock verstellbar
angeordnetes und mit der Drehantriebsvorrichtung gekoppeltes Folgeglied betätigbar
ist, und eine Korrektureinrichtung zur Korrektur des Einstellwinkels des Leitlineals,
dadurch gekennzeichnet, daß das Leitlineal (36) in der Verstellebene des Folgegliedes (24, 26) gekrümmt
ist.
2. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Leitlineal (36) über seine Länge eine ungleichförmige Krümmung hat.
3. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Krümmung des Leitlineals (36) veränderbar ist.
4. Drallschleifeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Leitlineal (36) als elastisches Band ausgebildet ist und daß Mittel (48,
50, 58) zum Einspannen des Bandes in einer vorgegebenen Lage und Form vorgesehen sind.
5. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Einspannen des Leitlineals (36) wenigstens zwei Stützlager (48,
50) zum Stützen der Endbereiche des Leitlineals (36) sowie wenigstens eine zwischen
den Stützlagern (48, 50) angeordnete, verstellbare Auslenkeinrichtung (58) umfassen.
6. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützlager (48, 50) in ihrem gegenseitigen Abstand veränderlich sind.
7. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützlager (48, 50) als Auflager ausgebildet sind.
8. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützlager (48, 50) für unterschiedliche Stützrichtungen umstellbar sind.
9. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützlager (66) jeweils zwei in der Krümmungsebene des Leitlineals (36) mit
einem der Dicke des Leitlineals (36) entsprechenden Abstand zueinander angeordnete
Auflager umfassen.
10. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützlager (88) jeweils als mit einem Aufnahmeschlitz (98) zur Aufnahme des
Leitlineals (36) versehene, um eine senkrecht zur Krümmungsebene des Leitlineals (36)
stehende Schwenkachse (90) schwenkbar gelagerte Drehkloben (90) ausgebildet sind.
11. Drallschleifeinrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslenkeinrichtung durch eine oder mehrere Stellschrauben (58, 68, 70) ausgebildet
ist.
12. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellschrauben (68, 70) jeweils in um senkrecht zur Krümmungsebene des Leitlineals
(36) stehende Schwenkachsen schwenkbar gelagerten Gewindebuchsen (72, 74) geführt
sind.
13. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellschrauben (68, 70) mit dem Leitlineal (36) über Zug- und Druckkräfte
auf das Leitlineal (36) übertragende, gelenkig mit der jeweiligen Stellschraube (68,
70) verbundene Verbindungsschuhe (84, 86) verbunden sind.
14. Drallschleifeinrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Folgeglied als Rollenpaar mit zwei in einem der Dicke des Leitlineals (36)
entsprechenden Abstand zueinander angeordneten, das Leitlineal (36) zwischen sich
aufnehmenden Führungsrollen (24, 26) ausgebildet ist.
15. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Rollenpaar (24, 26) um eine senkrecht zur Krümmungsebene des Leitlineals
(36) stehende Schwenkachse schwenkbar gelagert ist.
16. Drallschleifeinrichtung nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Führungsrollen zueinander verstellbar ist.
17. Drallschleifeinrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Leitlineal (36) auf einer zur Werkzeugspindelachse (8) parallelen, um eine
quer zur Werkzeugspindelachse (8) stehende Schwenkachse (34) schwenkbaren Montageplatte
(32) angeordnet ist, daß das Leitlineal (36) mit einer Seitenkante im wesentlichen
senkrecht auf der Montageplatte (32) stehend angeordnet ist, und daß das Folgeglied
(24, 26) am Spindelbock (10) in einer zur Montageplattenebene parallelen Ebene quer
zur Werkzeugspindelachse (8) verstellbar gelagert und über ein Zahnstangen-Zahnradgetriebe
(20, 18, 16, 14) mit der Werkzeugspindel (6) gekuppelt ist.