[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage für die Erzeugung eines Produktgases aus einem
feinteiligen Kohlenstoffträger, insbesondere aus feinkörniger bis staubförmiger Kohle,
im Wege der Druckvergasung, - mit einem vertikalen Reaktor mit Vergasungsteil und
Strahlungskühlungskessel, welcher Reaktor von unten nach oben durchströmt ist, einem
vertikalen Konvektionskühlungsapparat, der von oben nach unten durchströmt ist, und
einer gekühlten Verbindungsleitung zwischen dem Kopf des Reaktors und dem Kopf des
Konvektionskühlungsapparates, wobei der Reaktor einen aus Rohren gebildeten Schacht,
einen unteren Flüssigschlackeauslaß und ein oberes, eingezogenes Anschlußteilstück
für die Verbindungsleitung aufweist sowie zur Abkühlung des Produktgases bis zur
ausreichenden Verfestigung flüssig mitgerissener Schlackepartikel eingerichtet ist,
wobei der Konvektionskühlungsapparat mit einem unteren Abzug für das Produktgas und
für mitgerissene Schlackepartikel ausgerüstet ist, und wobei fernerhin der Vergasungsteil
des Reaktors eine untere Primärreaktionszone und eine obere Sekundärreaktionszone
aufweist. In der Primärreaktionszone führt die Reaktion hauptsächlich zu CO₂ und
H₂ O. In der Sekundärreaktionszone findet hauptsächlich eine Wassergasreaktion statt,
die zu dem Produktgas aus im wesentlichen CO₂ und H₂ führt. Das Produktgas fällt als
rohes Produktgas an und wird danach gereinigt. Es wird beispielsweise als Synthesegas
für die Herstellung von Kohlenwasserstoffen, als Heizgas, insbesondere für Gasturbinen,
oder auch als Reduktionsgas für metallurgische Zwecke eingesetzt. In bezug auf die
Chemie und die Physik der Druckvergasung, insbesondere der Kohledruckvergasung, wird
auf die Fachliteratur verwiesen. Der Produktgasstrom verläßt den Vergasungsteil mit
einer Temperatur im Bereich von 1300° C bis 1700° C. Angestrebt wird in diesem Bereich
eine Temperatur des Produktgases bei etwa 1400° C. Es versteht sich, daß für die Zuführung,
Förderung und Abführung der am Prozeß beteiligten Mengenströme die entsprechenden
Einrichtungen vorgesehen sind.
[0002] Bei den bekannten Anlagen, von denen die Erfindung ausgeht (EP 0 115 094, EP 0 150
533) ist der Reaktor frei von gekühlten Schotten oder anderen schottenähnlichen Einbauten.
Offenbar bestanden Bedenken, Schotten einzubauen. Das gilt insbesondere für den Vergasungsteil.
Tatsächlich bewirken gekühlte Schotten nach Maßgabe ihrer Oberfläche eine beachtliche
Kühlung und damit eine Störung des endothermen Teils der Vergasungsreaktion. um andererseits
sicherzustellen, daß nach Abschluß der Vergasungsreaktion das Produktgas aus dem Vergasungsteil
mit einer Temperatur von etwa 1300° C bis 1700° C in den Strahlungskühlungskessel
eintritt, ergibt sich aus Kühlungsgründen für den Vergasungsteil eine beachtliche
Bauhöhe, die 20 m und mehr betragen kann. Die Bauhöhenverhältnisse sind im übrigen
in bezug auf den sogenannten Schlackesplit so ausgewogen, daß das Produktgas in störendem
Maße feinteilige Schlacke nicht mitführt und die Schlacke hauptsächlich flüssig aus
dem Vergasungsteil abläuft. Endlich ist die Bauhöhe des Vergasungsteils so eingerichtet,
daß ein ausreichend großer Vergasungswirkungsgrad erreicht wird und das Produktgas
unvergaste feinteilige Kohlenstoffträger in störendem Maße nicht mitführt. Würde man
bei den bekannten Anlagen die Bauhöhe des Vergasungsteils reduzieren, so würde man
den Schlackesplit und den Vergasungswirkungsgrad störend beeinflussen. Das Produktgas
würde zu viel Schlacke und in störendem Maße unvergaste feinteilige Kohlenstoffträger
mitreißen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anlage der eingangs beschriebenen
Zweckbestimmung sowie des eingangs angegebenen grundsätzlichen Aufbaus zu schaffen,
deren Vergasungsteil sich durch eine beachtliche Reduzierung der Bauhöhe, ohne störende
Beeinträchtigung des Vergasungswirkungsgrades und des Schlackesplits auszeichnet,
und zwar ohne Vergrößerung des Querschnittes des Vergasungsteils.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß der Vergasungsteil zumindest
im Bereich der Sekundärreaktionszone radiale Schotten aufweist, die mit Wasser gekühlt
sind und einen zentralen Bereich freilassen, und daß die Oberfläche der Schotten mit
Stiften versehen und mit einem feuerfesten Werkstoff beschichtet ist.
[0005] Die Erfindung erreicht die Reduzierung der Bauhöhe des Vergasungsteils, ohne Querschnittsvergrößerung,
dadurch daß in Abweichung von der herrschenden Baulehre die wie angegeben eingerichteten
Schotten zumindest bis in den Vergasungsteil geführt sind. Überraschenderweise tritt
eine erhebliche Störung der thermodynamischen Zusammenhänge, insbesondere des Reaktionsablaufes,
durch die im Vergasungsteil angeordneten gekühlten Schotten nicht ein, obwohl in dem
Vergasungsteil mit seiner wesentlich reduzierten Bauhöhe das gebildete Produktgas
auf eine Temperatur im Bereich von 1300° C bis 1700° C heruntergekühlt wird, vorzugsweise
auf eine Temperatur von etwa 1400° C. Das beruht einerseits darauf, daß die Schotten
einen zentralen Strömungsbereich freilassen. Andererseits wirkt sich infolge des hohen
Staubgehaltes in diesem zentralen Strömungsbereich der Einfluß der Schotten kaum aus.
Die Schotten im Vergasungsteil sind in der beschriebenen Weise mit feuerfestem Werkstoff
beschichtet. Auf diesen Schotten schlägt sich die flüssige Schlacke nieder, die an
den Schotten abläuft. Für die Strahlungswechselwirkung mit den umzuformenden Komponenten
kommt es auf die Oberflächentemperatur dieser ablaufenden Schlacke an, die beachtlich
höher ist als die Temperatur der Schottenwände oder gar der Kühlrohre in den Schotten.
Im übrigen definieren die radialen Schotten zwischen sich Kammern. Der Abstand der
Schotten kann so gewählt werden, daß auch im Zentrum dieser Kammern zwischen den
radialen Schotten der Kühleinfluß der Schotten auf die gewollten Reaktionen verhältnismäßig
klein ist, so daß der Strahlungswirkungsgrad nicht störend beeinträchtigt ist. Andererseits
bewirken die Schotten mit ihren Anströmkanten und ihren beschichteten Oberflächen
eine Verstärkung des Schlackenaustrages, so daß trotz der reduzierten Bauhöhe des
Vergasungsteils der Schlackesplit nicht beeinträchtigt wird, und zwar auch dann nicht,
wenn mit verhältnismäßig großer Strömungsgeschwindigkeit gearbeitet wird. Im Rahmen
der Erfindung liegt es jedoch, die Schotten mit einem unteren Teilstück bis in den
Bereich der Primärreaktionszone zu führen. Sie können dort in die Schlacke eintauchen.
[0006] Eine besonders große Reduzierung der Bauhöhe ist dann möglich, wenn nach bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung die Sekundärreaktionszone in ein unteres Teilstück
des Strahlungskühlungskessels hineingezogen ist und auch dieses Teilstück des Strahlungskühlungskessels
gekühlte radiale Schotten aufweist, die einen zentralen Bereich freilassen und mit
Stiften versehen sowie mit einem feuerfesten Werkstoff beschichtet sind. Nach bevorzugter
Ausführungsform der Erfindung wird man fernerhin die radialen Schotten aus dem Vergasungs
teil bis in den oberen Teil des Strahlungskühlungskessels führen und lediglich im
Bereich der Sekundärreaktionszone im Vergasungsteil bzw. im unteren Teil des Strahlungskühlungskessels
mit einer Beschichtung aus einem feuerfesten Werkstoff versehen. Wird die Reduzierung
der Bauhöhe soweit geführt, daß das Produktgas feinteiligen Kohlenstoffträger mitführt,
so kann nichtsdestoweniger ein hoher Vergasungswirkungsgrad aufrechterhalten werden,
wenn nämlich das Produktgas über einen Feststoffabscheider geführt wird und darin
abgeschiedene Aschepartikel mit erhöhtem Kohlenstoffgehalt in den Vergasungsteil,
d. h. in dessen Brenner, zurückgeführt werden.
[0007] Arbeitet man nach der Lehre der Erfindung, so kann die Bauhöhe des Vergasungsteils
um die Hälfte und um mehr als die Hälfte reduziert werden. Bezogen auf den Strahlungskühlungsteil
läßt sich die Auslegung so treffen, daß der Vergasungsteil eine Bauhöhe aufweist,
die etwa um einen Faktor 0,5 bis 0,4 kleiner ist als die Bauhöhe des Strahlungskühlungsteils.
Vergleicht man die Höhe der Sekundärreaktionszone bei der erfindungsgemäßen Anlage
mit einer Sekundärreaktionszone, die klassisch, ohne Schotten, ausgebildet ist, so
ist die Höhe der erfindungsgemäßen Ausführungsform um das 0,2- bis 0,8-fache kleiner.
Ein Betrieb mit wesentlich verbessertem Wirkungsgrad und reduzierten Energieverlusten
ist möglich, wenn in Kombination zu den beschriebenen Maßnahmen die folgenden weiteren
Maßnahmen verwirklicht werden. So empfiehlt es sich, die Anordnung so zu treffen,
daß der Reaktor einen Schacht aufweist, der in bezug auf die Störung des Produktgases
als Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal ausgeführt ist, in den die gekühlten Schotten
radial hineinragen und der von Einrichtungen für die Zuführung von fremden Kühlmitteln
frei ist, und daß der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal in bezug auf die Kühlung
des Produktgases als Strahlungskühler so ausgelegt ist, daß allein durch die Strahlungskühlung
die ausreichende Verfestigung der mitgerissenen Schlacke erfolgt. In dem Merkmal,
daß ein fremdes Kühlmittel nicht eingeführt wird, kommt zum Ausdruck, daß in dem Strahlungskühlungskessel
eine Quencheinrichtung nicht vorgesehen ist. Der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal
besitzt nach bevorzugter Ausführungsform einen in Strömungsrichtung nach Maßgabe
der abkühlungsbedingten Volumenreduzierung des Produktgases abnehmenden Querschnitt.
Er kann als Strahlungskühler für eine Abkühlung des Produktgases auf etwa 1000° C
bis 700° C ausgelegt sein. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung beginnt der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal
schon im Vergasungsteil unmittelbar oberhalb der Brennkammern der Vergasungsbrenner.
Der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal kann auch als im Querschnitt zylindrischer
Strömungskanal ausgebildet sowie als Strahlungskühler für eine Abkühlung des Produktgases
bis auf etwa 1300° C bis 1000° C bei Eintritt in die Verbindungsleitung ausgelegt
sein, wobei im Bereich des düsenförmig ein gezogenen Anschlußteils für die Verbindungsleitung
und/oder im Anschluß daran eine Quencheinrichtung für die Einführung fremder Kühlmittel
angeordnet sowie ein anschließendes Teilstück der Verbindungsleitung als Direktkühlstrecke
eingerichtet und für die Abkühlung des Produktgases auf etwa 1000° C bis 700° C ausgelegt
ist. Die Strömungsgeschwindigkeit des Produktgases kann in dem mit Schotten ausgerüsteten
Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal in weiten Grenzen, z. B. von 0,2 bis 20 m/sec.,
variieren. Vorzugsweise ist der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal für eine Strömungsgeschwindigkeit
des Produktgases von kleiner als 1 m/sec. eingerichtet.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung
Fig. 1 die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anlage und
Fig. 2 einen Schnitt in Richtung A-B durch den Gegenstand der Fig. 1.
[0009] Die in den Figuren dargestellte Anlage dient zur Erzeugung eines Produktgases aus
einem feinteiligen Kohlenstoffträger. Insbesondere aus feinkörniger bis staubförmiger
Kohle oder einem ähnlichen Brennstoff, im Wege der Druckvergasung. Zum grundsätzlichen
Aufbau gehören
ein vertikaler Reaktor mit Vergasungsteil 1 und Strahlungskühlungskessel 2, der von
unten nach oben durchströmt ist,
ein vertikaler Konvektionskühlungsapparat 3, der von oben nach unten durchströmt ist
und
eine gekühlte Verbindungsleitung 4 zwischen dem Kopf des Reaktors 1, 2 und dem Kopf
des Konvektionskühlungsapparates 3.
[0010] Die Anordnung ist so getroffen, daß der Reaktor 1, 2 einen aus Rohren 5 gebildeten,
im Horizontalschnitt im wesentlichen kreisförmigen Schacht 6, einen unteren Flüssigschlackeauslaß
7 und ein oberes eingezogenes Anschlußteilstück 3 für die Verbindungsleitung 4 aufweist.
Im unteren Bereich des Vergasungsteils 1 sind die Brenner 9 angeordnet. Der Reaktor
1, 2 ist zur Abkühlung des Produktgases bis zur ausreichenden Verfestigung flüssig
mitgerissener Schlackepartikel eingerichtet. Der Konvektionskühlungsapparat 3 ist
mit einem unteren Abzug 10 für das Produktgas und für mitgerissene Schlackepartikel
ausgerüstet. Der Vergasungsteil 1 des Reaktors besitzt eine untere Primärreaktionszone
11 und eine obere Sekundärreaktionszone 12.
[0011] Man erkennt im Vergasungsteil 1 im Bereich der Sekundärreaktionszone 12 radiale Schotten
13, die mit Wasser gekühlt sind und einen zentralen Bereich 14 freilassen. Der vergrößerte
Ausschnitt bei Fig. 2 läßt erkennen, daß die Oberflächen der Schotten 13 mit Stiften
15 versehen und von einem feuerfesten Werkstoff 16 beschichtet sind. In der Fig. 1
ist strichpunktiert der Umriß eines Reaktors R angedeutet, bei dem die Lehre der
Erfindung nicht verwirklicht ist. Man erkennt die wesentlich größere Bauhöhe, die
darauf beruht, daß der Vergasungsteil 1 mehr als doppelt so hoch ist als bei der ausgezogen
gezeichneten erfindungsgemäßen Ausführungsform. Durch einen schraffierten Bereich
17 wurde in der Fig. 1 dargestellt, daß die Sekundärreaktionszone 12 in ein unteres
Teilstück des Strahlungskühlungskessels 2 hineingezogen ist und daß auch dieses Teilstück
des Strahlungskühlungskessels geführte radiale Schotten 13 aufweist, die einen zentralen
Bereich 14 freilassen und die mit Stiften 15 versehen sowie mit einem feuerfesten
Werkstoff 16 beschichtet sind. Die radialen Schotten 13 sind darüber hinaus im Ausführungsbeispiel
aus dem Ver gasungsteil 1 bis in den oberen Teil des Strahlungskühlungskessels 2
geführt, jedoch lediglich im Bereich der Sekundärreaktionszone 12 im Vergasungsteil
1 bzw. im schraffierten Bereich 17 des Strahlungskühlungskessels 2 mit den Stiften
15 und einer Beschichtung aus einem feuerfesten Werkstoff 16 versehen. Durch eine
strichpunktierte Pfeilführung 18 wurde angedeutet, daß das Produktgas über einen
Feststoffabscheider 19 geführt ist, wobei Einrichtungen getroffen sind, die dafür
sorgen, daß die darin abgeschiedenen feinteiligen Aschepartikel mit erhöhtem Kohlenstoffgehalt
in den Vergasungsteil 1 zurückführbar, nämlich den Brennern 9 im Vergasungsteil 1
wieder zuführbar sind.
[0012] Im übrigen besitzt der Reaktor einen Schacht 20, der in bezug auf die Strömung des
Produktgases als Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal ausgeführt ist. Er ist von
Einrichtungen für die unmittelbare Zuführung von fremden Kühlmitteln frei. Der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal
20 ist in bezug auf die Kühlung des Produktgases als Strahlungskühler eingerichtet
und so ausgelegt, daß allein durch die Strahlungskühlung die ausreichende Verfestigung
der mitgerissenen Schlackepartikel erfolgt.
[0013] Die Fig. 1 macht deutlich, daß der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal 20 als
im Querschnitt zylindrischer Strömungskanal ausgebildet sowie als Strahlungskühler
für eine Abkühlung des Produktgases bis auf etwa 1300° C bis 1000° C bei Eintritt
in die Verbindungsleitung 4 ausgelegt ist. Im Bereich des düsenförmig eingezogenen
Anschlußteilstückes 8 für die Verbindungsleitung 4 und/oder im Anschluß daran ist
eine Quencheinrichtung 21 für die unmittelbare Einführung fremder Kühlmittel erkennbar.
Im übrigen ist ein anschließendes Teilstück der Verbindungsleitung 4 als Direktkühlstrecke
eingerichtet und für eine Abkühlung des Produktgases auf etwa 1000° C bis 7000° C
ausgelegt. Der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal 20 besitzt einen in Strömungsrichtung
nach Maßgabe der abkühlungsbedingten Volumenreduzierung des Produktgases abnehmenden
Querschnitt. In der Zeichnung ist diese Abnahme als lineare Abnahme des Querschnittes
dargestellt und übertrieben gezeichnet. In Strenge folgt diese Reduzierung des Querschnittes
eher einer Exponentialfunktion. Der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal 20 beginnt
unmittelbar oberhalb der Brenner 9, die im übrigen insbesondere in der Fig. 2 erkennbar
sind, die einen Schnitt in Richtung A-B durch den Gegenstand der Fig. 1 darstellt.
Im übrigen ist im Ausführungsbeispiel ein Dampfüberhitzer 22 vorgesehen, er befindet
sich im oberen Teil des Konvektionskühlungsapparates 3. In der Fig. 1 sind Abklopfreinigungseinrichtungen
23 angedeutet, die außen an dem Schacht angreifen, der den Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal
20 bildet. Man erkennt sie aber auch an dem Konvektionskühlungsapparat 3.
1. Anlage für die Erzeugung eines Produktgases aus einem feinteiligen Kohlenstoffträger,
insbesondere aus feinkörniger bis staubförmiger Kohle, im Wege der Druckvergasung,
- mit
einem vertikalen Reaktor mit Vergasungsteil und Strahlungskühlungskessel, welcher
Reaktor von unten nach oben durchströmt ist,
einem vertikalen Konvektionskühlungsapparat, der von oben nach unten durchströmt ist,
und
einer gekühlten Verbindungsleitung zwischen dem Kopf des Reaktors und dem Kopf des
Konvektionskühlungsapparates,
wobei der Reaktor einen aus Rohren gebildeten Schacht, einen unteren Flüssigschlackeauslaß
und ein oberes, eingezogenes Anschlußteilstück für die Verbindungsleitung aufweist
sowie zur Abkühlung des Produktgases bis zur ausreichenden Verfestigung flüssig mitgerissener
Schlackepartikel eingerichtet ist, wobei der Konvektionskühlungsapparat mit einem
unteren Abzug für das Produktgas und für mitgerissene Schlackepartikel ausgerüstet
ist und wobei fernerhin der Vergasungsteil des Reaktors eine untere Primärreaktionszone
und eine obere Sekundärreaktionszone aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergasungsteil (1) zumindest im Bereich der Sekundärreaktionszone (12) radiale
Schotten (13) aufweist, die mit Wasser gekühlt sind und einen zentralen Bereich (14)
freilassen, und daß die Oberfläche der Schotten (13) mit Stiften (15) versehen und
mit einem feuerfesten Werkstoff (16) beschichtet ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schotten (13) bis in den
Bereich der Primärreaktionszone (11) geführt sind.
3. Anlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekundärreaktionszone
(12) in ein unteres Teilstück des Strahlungskühlungskessels (2) hingezogen ist (Bereich
17) und daß auch dieses Teilstück des Strahlungskühlungskessels (2) mit Wasser gekühlte
radiale Schotten (13) aufweist, die einen zentralen Bereich (14) freilassen und die
mit Stiften (15) versehen sowie mit einem feuerfesten Werkstoff (16) beschichtet sind.
4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die radialen
Schotten (13) aus dem Vergasungsteil (1) bis in den oberen Teil des Strahlungskühlungskessels
(2) geführt und lediglich im Bereich der Sekundärreaktionszone (12) im Vergasungsteil
bzw. im unteren Teil (Bereich 17) des Strahlungskühlungskessels (2) mit einer Beschichtung
aus einem feuerfesten Werkstoff (16) versehen sind.
5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Produktgas
über einen Feststoffabscheider (19) geführt ist und darin abgeschiedene feinteilige
Aschepartikel mit erhöhtem Kohlenstoffgehalt in den Vergasungsteil (1) zurückführbar
sind.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergasungsteil
(1) eine Bauhöhe aufweist, die etwa um einen Faktor 0,5 bis 0,4 kleiner ist als die
Bauhöhe des Strahlungskühlungskessels (2).
7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktor
einen Schacht (20) aufweist, der in bezug auf die Strömung des Produktgases als durch
die radialen Schotten (13) unterteilter Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal ausgeführt
ist, der von Einrichtungen für die Zuführung von fremden Kühlmitteln frei ist, und
daß der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal (20) in bezug auf die Kühlung des Produktgases
als Strahlungskühler so ausgelegt ist, daß allein durch die Strahlungskühlung eine
ausreichende Verfestigung der mitgerissenen Schlacke erfolgt.
8. Anlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal
(20) einen in Strömungsrichtung nach Maßgabe der abkühlungsbedingten Volumenreduzierung
des Produktgases abnehmenden Querschnitt aufweist und als Strahlungskühler für eine
Abkühlung des Produktgases auf etwa 1000° C bis 700° C ausgelegt ist.
9. Anlage nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal
(20) unmittelbar oberhalb der Brenner (9) des Vergasungsteils (1) beginnt.
10. Anlage nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleichgeschwindigkeits-Strömungskanal
(20) als im Querschnitt zylindrischer Strömungskanal ausgebildet sowie als Strahlungskühler
für eine Abkühlung des Produktgases bis auf etwa 1300° C bis 1000° C bei Eintritt
in die Verbindungsleitung (4) ausgelegt ist, und daß im Bereich des düsenförmig ein
gezogenen Anschlußteilstückes (8) die Verbindungsleitung (4) und/oder im Anschluß
daran eine Quencheinrichtung (21) angeordnet sowie ein anschließendes Teilstück der
Verbindungsleitung (4) als Direktkühlstrecke eingerichtet und für eine Abkühlung des
Produktgases auf etwa 1000° C bis 700° C ausgelegt ist.