(19)
(11) EP 0 416 335 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.03.1991  Patentblatt  1991/11

(21) Anmeldenummer: 90115626.5

(22) Anmeldetag:  16.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5H05B 3/74, H05B 1/02, F24C 15/10, H01H 37/48
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE ES FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 08.09.1989 DE 3929965

(71) Anmelder: E.G.O. Elektro-Geräte Blanc und Fischer GmbH & Co. KG
D-75038 Oberderdingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Gössler, Gerhard
    D-7516 Oberderdingen (DE)
  • Wilde, Eugen
    D-7134 Knittlingen 2 (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Ruff, Beier, Schöndorf und Mütschele 
Willy-Brandt-Strasse 28
70173 Stuttgart
70173 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Temperaturschalter


    (57) Ein Temperaturschalter (28) für die Temperaturbegrenzung einer Glaskeramikplatte (12) gegen die von Hell- und Dun­kelstrahlern (18, 20) herrührende Strahlung hat einen Fühler (27), der aus einem metallischen Fühlerrohr (43) und einem innen liegenden keramischen Stab (44) besteht. Über den Fühler (27) ist ein Steatitrohr (45) gezogen, das einerseits für die elektrische Isolierung zwischen den Heizkörpern und der Glaskeramikplatte sorgt und anderer­seits die Strahlung durch Reflektion und Absorption und thermische Masse so abschirmt, daß der Fühler eine tempo­räre Ansprechverzögerung und eine größere Schalthysterese bekommt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Temperaturschalter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Aus der DE-B-25 00 586 ist ein Temperaturschalter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekanntgeworden. Sein Fühler besteht aus einem Metallrohr, das als Ausdehnungselement dient und das seine Ausdehnung über einen innen liegenden Stab aus Material mit geringerem thermischem Ausdehnungs­koeffizienten auf den Schalter überträgt. Dieser Fühler ist mit einem darüber geschobenen Quarzrohr versehen, das verhindert, daß der Fühler eine elektrische Überbrückung des Luftabstandes zwischen den Heizwiderständen und der beheizten Glaskeramikplatte darstellt.

    [0003] Das Quarzrohr ist für Strahlung gut durchlässig und behin­dert so den Strahlungs-Wärmeübergang kaum.

    [0004] Aus dem DE-U-78 26 549 ist ein Regler für Gasherde be­kanntgeworden, bei dem über das Fühlerrohr ein weiteres Metallrohr geschoben ist, das im Abstand von diesem liegt. Dieses Rohr soll verhindern, daß die Gasflamme direkt den Fühler trifft.

    [0005] Es ist aus der EP-B-116 861 ein Temperaturschalter be­kanntgeworden, der auf einem Steg des Isoliermaterials des Strahlheizkörpers, in den er eingebaut ist, liegt und von diesem gegen Strahlung teilweise abgeschirmt wird, damit eine temporäre Ansprechverzögerung bewirkt wird. Dadurch ist es möglich, in der Anheiz- bzw. Ankochphase den Strahlheizkörper auf ein höheres Temperaturniveau zu brin­gen, das dann beim weiteren Betrieb auf einen Beharrungs­zustand abgesenkt wird, der mit Sicherheit keine Schädi­gung der Glaskeramikplatte im Dauerbetrieb bewirkt. Ähn­liches geht aus der EP-B-150 087 hervor, bei dem das zum Temperaturfühler gehörende äußere Rohr als Quarzglasrohr ausgebildet ist. Das Fühlerrohr ist mit einer Beschichtung aus einem infrarot reflektierenden Material versehen, um zu verhindern, daß durch das rohrförmige Element durchge­lassene Infrarotstrahlung den inneren Stab erreicht.

    [0006] Aus der älteren, jedoch nicht vorveröffentlichten deut­schen Patentanmeldung P 38 21 496 ist ein Temperaturfühler bekanntgeworden, dessen äußeres Fühlerrohr, das das Aus­dehnungsnormal bildet, aus einem die von der Strahlungs­quelle kommende Strahlung hauptsächlich absorbierenden Material besteht, beispielsweise einem durchgesinterten keramischen Material, vorzugsweise Cordierit.

    [0007] Temperaturschalter mit derartigen stabförmigen Differenz-­Ausdehnungsstäben als Fühler, bei denen das zum Fühler ge­hörende Außenrohr aus einem Quarzgut besteht, können zwar relativ dünn gebaut werden und lösen wegen der guten Iso­ liereigenschaften des Quarzgutes das Problem der Durch­schlagsicherheit zwischen Heizwiderständen und Heizplatte, sind aber relativ bruchgefährdet. Vor allem wirkt sich ein Bruch oder auch nur die geringste Beschädigung an einem der Enden sofort auf die Schaltgenauigkeit aus und kann daher die gesamte zu überwachende Einrichtung gefährden. Ferner sind Beschichtungen am Quarzgut schwer mit der nö­tigen Beständigkeit anzubringen und können im Inneren des Fühlers eine Art "Treibhauseffekt" erzeugen, der das Re­gelverhalten ungünstig beeinflußt.

    [0008] Es wäre daher erstrebenswert, die aus der DE-B-25 00 586 bekannte Reglerbauart mit innerem Vergleichsnormal-Stab und äußerem Ausdehnungsrohr, beispielsweise aus Metall, zu verwenden. Mit übergeschobenem Quarzgutrohr nach dieser Druckschrift sind jedoch die Schaltamplituden des Reglers zu gering, so daß er zu oft schaltet und die zulässige "Knackrate", die wegen der Netz- und Funkstörung vorge­schrieben ist, überschreitet. Außerdem erfolgt die Ab­schaltung beim ersten Aufheizen früher als es erwünscht ist. Beim ersten Aufheizen ist nämlich eine Überschreitung der für den Schutz der Glaskeramik nötigen maximalen Dau­ertemperatur möglich, ohne diese zu gefährden, so daß kür­zere Anheizzeiten erreicht werden können. Das Quarzgutrohr ist außerdem relativ teuer und bruchanfällig.

    [0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Temperaturbe­grenzer zu schaffen, der die Nachteile des Standes der Technik vermeidet und insbesondere bei zuverlässiger, be­triebssicherer Bauweise eine höhere Schaltamplitude und eine erhöhte Anheizperiode sicherstellt.

    [0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Anspruch 1 ge­löst.

    [0011] Die Verwendung eines keramischen Materials, das von sich aus Absorptions- bzw. Reflektionseigenschaften hat, vor­teilhaft beides, sorgt dafür, daß der Fühler nur mit Sekundärwärme in Form von Sekundärstrahlung des Außenrohrs bzw. von Kontakt- oder Konvektionswärmeübertragung erhält. Dadurch tritt automatisch eine Verzögerung ein, die zu einer thermischen Ansprechverzögerung des Temperaturschal­ters führt. Dadurch kann am Beginn des Reglers die einge­stellte Ausschalttemperatur "überschießen", während im Dauerbetrieb dann die eingestellte Temperatur genau gehal­ten wird. Vorteilhaft dafür ist eine erhöhte thermische Trägheit des Außenrohrs, die die Ansprechverzögerung ver­größert.

    [0012] Das Außenrohr kann aus einer magnesiumsilikathaltigen technischen Keramik, ggf. mit einem Anteil an Aluminiumsi­likat, bestehen oder dieses enthalten. Besonders bevorzugt als Material ist Steatit, das im durchgesinterten Zustand nicht nur die vorteilhaften Reflektions- und Absorptions­eigenschaften hat, d.h. für Strahlung direkt kaum durch­lässig ist, sondern daß sich auch bei Fallversuchen weni­ger bruchanfällig gezeigt hat als ein Rohr aus Quarzgut. Darüberhinaus tragen seine besseren Wärmeleiteigenschaften zu einem verbesserten Regelverhalten bei, insbesondere bei dem Fall, daß über der Heizstelle zu kleine Wärmeabnehmer (Töpfe) oder verschobene Töpfe stehen. In diesen Fällen spricht der Temperaturschalter früher an als mit dem Quarzgutrohr, so daß partielle Überhitzungen an der Glas­keramik vermieden verwenden können. Durch die Erfindung wird also nicht nur eine anfängliche Schaltverzögerung er­reicht, sondern bei dem besonders kritischen Fall des "verschobenen Topfes" auch ein früheres und somit eben­falls genaueres Ansprechen. Diese Forderungen, die sich an sich widersprechen, werden erstaunlicherweise erreicht, obwohl die Schalthysterese wesentlich größer ist als bei der Ausführung nach dem Stand der Technik.

    [0013] Besonders bevorzugt ist der Temperaturschalter für Strah­lungsbeheizungen für Glaskeramik, deren Strahlungsquelle zumindest einen Strahlheizkörper enthält, dessen Heizwi­derstand bei Temperaturen oberhalb 1500K arbeitet und bei­spielsweise als Halogenlampe ausgebildet ist. Diese sog. Hellstrahler sind aufgrund ihrer intensiven und relativ kurzwelligen Strahlung besonders kritisch im Sinne einer Temperaturbegrenzung für die Glaskeramikplatte zu regeln, in besonderem Umfange dann, wenn zusätzlich konventionelle Heizwiderstände mit wesentlich niedrigeren Glühtempera­turen verwendet werden.

    [0014] Diese und weitere Merkmale der Erfindung gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei der Aus­führungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirk­licht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Aus­führungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. So sind auch Temperaturschalter umfaßt, die einen unterschiedlichen Grundaufbau als nach dem Oberbegriff haben. Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeich­nungen dargestellt und werden im folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

    Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Strahlungs­heizung, die mit einem Temperaturschalter versehen ist,

    Fig. 2 einen Detaillängsschnitt durch einen Fühlerabschnitt des Temperaturschalters und

    Fig. 3 einen Querschnitt durch den Temperatur­fühler.



    [0015] Fig. 1 zeigt einen Strahlheizkörper 11, der unter einer in Fig. 2 angedeuteten Glaskeramikplatte 12 angeordnet ist und auf dieser eine Heiz- oder Kochstelle abgrenzt. Ein Rand 14 eines Isolierträgers 15, der in einer flachen Blech-Trägerschale 16 liegt, bildet die äußere Begrenzung der Kochstelle.

    [0016] Die Beheizung des Strahlheizkörpers 11 bilden ein Hell­strahler 18 und ein Dunkelstrahler 20. Der Hellstrahler 18 enthält in einem Quarzglasrohr einen hochtemperaturfesten Heizwiderstand 21, beispielsweise aus Wolfram. Das Quarz­glasrohr 24 ist mehreckig oder im wesentlichen kreisförmig gebogen, wobei seine beiden Anschlüsse 22 dicht nebenein­ander parallel durch den Rand 14 aus dem Strahlheizkörper hinausführen und dort mit Leitungsanschlüssen versehen sind. Die bestimmungsgemäße Glühtemperatur liegt über 1500K, vorzugsweise bei 2300K.

    [0017] Die Glühtemperatur des Dunkelstrahlers 20 liegt wesentlich unter diesen Werten. Es handelt sich bei ihm um einen üb­lichen wendelförmig gebogenen offenen Draht aus Wider­standsmaterial, der wegen seiner geringeren Glühtemperatur nicht, wie der Hellstrahler, eine Schutzgasatmosphäre be­nötigt. Der Dunkelstrahler ist in Form eines doppelt ge­führten Ringes ausgebildet, dessen Anschlüsse 25 an der gleichen Seite des Doppelbogens zur inneren und äußeren Windung reichen, wobei an der anderen Seite die beiden Windungen durch einen Bogen 26 miteinander verbunden sind. Ein Anschlußstück 38 für die Dunkelstrahleranschlüsse ist in den Rand der Trägerschale 16 eingesetzt.

    [0018] Ein stabförmiger Temperaturfühler 27 eines Temperatur­schalters 28 ragt diametral über den kreisförmigen Strahl­heizkörper und ist in dem Rand 14 auf beiden Seiten ge­führt. Der Schalterkopf 40 des Temperaturschalters 28 liegt außerhalb der übrigen Strahlheizkörperbegrenzung. Er enthält zwei Schaltkontakte 41, 42, die in Fig. 1 angedeu­tet sind. Einer dient zur Temperaturbegrenzung und der an­dere als Signalkontakt für die Meldung des Heißzustandes der Kochstelle. Der Temperaturfühler 27 ragt mit Abstand von der Unterseite der Glaskeramikplatte 12 und den Strah­lern 18, 20 durch den schüsselförmigen Innenraum des Strahlheizkörpers.

    [0019] Die beiden die Strahlungsquelle bildenden Strahler 18, 20 bilden zwei im wesentlichen zueinander konzentrische Rin­ge, von denen der Hellstrahler 18 den inneren bildet.

    [0020] Der Temperaturfühler 27 des Temperaturschalters 28 besteht aus einem metallischen Fühlerrohr 43 und einem darin lie­genden Stab 44 aus einem Material mit gegenüber dem Füh­lerrohr 43 geringerem thermischem Ausdehnungskoeffizien­ten, beispielsweise einem Keramikstab. Das Fühlerrohr ist im Gehäuse des Schalterkopfes 40 befestigt, während der Stab 44 direkt oder indirekt auf den oder die Schaltkon­takte 41, 42 einwirkt. Am freien Ende des Fühlerrohres 43 stützt sich der Stab 44 auf einer dort eingesetzten, nicht dargestellten Justierschraube ab, die in einem Gewinde des Fühlerrohrs einstellbar ist.

    [0021] Das Fühlerrohr 43 ist von einem Außenrohr 45 umgeben, das einen etwas größeren Innendurchmesser hat als der Außen­durchmesser des Fühlerrohrs, so daß zwischen ihm und dem Fühlerrohr ein Spalt 50 entsteht. Das Außenrohr 45 liegt unter Schwerkraft auf dem Fühlerrohr auf, so daß sich der Spalt 50 insbesondere im unteren Bereich bildet. Das Außenrohr kann sich innerhalb des Randes 14 axial führen, wenn die Löcher 46 in dem Rand 14, durch die der Fühler 27 zu seiner Positionierung und Führung gesteckt ist, kleiner sind als der Außendurchmesser des Außenrohres 45. Das Au­ßenrohr, das hier über den gesamten Strahlheizkörperdurch­messer einteilig durchgeht, sollte insbesondere in den Be­reichen, in denen die offen liegenden Strahlungsquellen, wie die Heizwendel 20, sind, keinen Spalt haben, durch den eine elektrisch leitende Brücke zur Glaskeramikplatte ge­bildet wird. Die Glaskeramikplatte wird bei höheren Tempe­raturen elektrisch leitend, und daher ist die Durchschlag­sicherheit bis zu ihr zu bemessen. Deswegen ist im darge­stellten Beispiel, in dem die Heizwendel 20 bis nahe an den Rand 14 reicht, das Außenrohr 45 in einer Senkbohrung 48 des Randes in der Nähe des freien Fühlerendes geführt, so daß das Außenrohr etwas in den Rand hineinreicht und kein Spalt entsteht. Auf der Schalterkopfseite ragt das Außenrohr ebenfalls in eine dort vergrößerte Bohrung 49 des Randes hinein, die, ebenso wie die Bohrungen 46, 48, auch als zur Oberseite des Randes hin offene U-förmige Ausnehmungen gebildet sein können. Über das Fühlerrohr 43 ist nahe des Schalterkopfes ein elastisches Element 51 in Form eines wärmebeständigen Schlauches, beispielsweise eines Silikon-Glasseide-Isolierschlauches gezogen. An die­sem stützt sich das Außenrohr 45 ab und positioniert es so elastisch, daß es an die Schulter zwischen den Bohrungen 46 und 48 angedrückt wird. Dadurch ist das Außenrohr ela­stisch geführt, so daß es wesentlich weniger bruchgefähr­det ist, als wenn es frei beweglich wäre.

    [0022] Das Außenrohr 45 besteht aus Steatit. Dieses Material der Gruppe KER 200 nach DIN 40685 (Keramische Isolierstoffe für die Elektrotechnik) hat sich besonders bewährt. Stea­tit ist ein magnesiumsilikathaltiges Erzeugnis, das beson­ders dicht ist und vor dem Brand gut durch Gießen, Drehen, Strangpressen, Pressen oder dgl . bearbeitet werden kann, so daß auch ein relativ dünnwandiges Rohr größerer Länge herstellbar ist. Bei einem Ausführungsbeispiel hat das Au­ßenrohr 45 einen Außendurchmesser von 7 mm bei einer Wand­dicke von ca. 0,8 mm. Das Material ist nach dem Brande me­chanisch sehr fest, hat eine sehr hohe elektrische Durch­schlagfestigkeit und vor allem eine gegenüber Quarzgut we­sentlich höhere Biegefestigkeit. Eine besonders vorteil­hafte Eigenschaft in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, daß das Material bei relativ hoher Rohwichte eine hohe spezifische Wärme hat, so daß die thermische Trägheit, die das Rohr schon aufgrund seiner Wärmespeicherkapazität ver­mittelt, groß ist. Besonders wichtig ist die Tatsache, daß es nicht transparent ist und aufgrund seiner meist hellen Farbe einen großen Teil der Strahlung reflektiert, während der andere Teil absorbiert wird und dann nur durch Sekun­därstrahlung, Wärmeleitung oder Konvektion an das eigent­liche Fühlerrohr 43 abgegeben wird, was mit einiger Verzö­gerung geschieht. Auch die thermische Leitfähigkeit ist höher als beim Quarzgut, so daß das Außenrohr dazu bei­trägt, die Wärme über die Fühlerlänge zu verteilen und da­mit bei der beschriebenen Situation "verschobener Topf" zu einem früheren Ansprechen zu kommen.

    [0023] Andere Materialien, die ähnliche Eigenschaften haben, sind ebenfalls geeignet, beispielsweise Aluminium-Magnesium-­Silikate (Gruppe KER 400 nach DIN 40685). Dort ist Cordie­rit ein geeigneter Werkstoff, obwohl seine hervorragende Eigenschaft, nämlich die geringe Wärmedehnung, hier selte­ner benötigt wird. Die dadurch erhöhte Wärmeschockbestän­digkeit kann aber in Sonderfällen wichtig sein.

    [0024] Nach dem Einschalten der Strahlungsquellen 18, 20 heizen sich diese, insbesondere der Hellstrahler 18, schnell auf, und die Strahlung wird auf die Glaskeramikplatte 12 ge­richtet, die einen Teil der Strahlung durchläßt, einen großen Teil jedoch umsetzt. Dabei heizt sich die Glaskera­mikplatte erheblich auf, und es würde an ihrer Unterseite relativ schnell die kritische Temperatur in der Größenord­nung um 900 bis 1000K erreicht werden, bei der die Glas­keramik dauernde Schäden erleiden würde, wenn sie mit die­ser Temperatur längere Zeit betrieben werden würde. Aus diesem Grunde ist der Temperaturbegrenzer vorgesehen, der darauf eingestellt ist, außer dem Betätigen einer Heißan­zeige, die schon bei Temperaturen um 300K anspricht, die Strahlungsheizkörper abzuschalten oder in ihrer Leistung zu vermindern, wenn sich die Temperatur der kritischen Temperatur der Glaskeramikplatte annähert. Die Strahlung wird von dem Außenrohr 45 abgeschirmt, und zwar teilweise absorbiert und teilweise reflektiert. Dabei ist es vor­teilhaft, daß der Spalt 50 von beispielsweise 0,5 bis 0,8 mm zwischen dem Fühlerrohr 43 und dem Außenrohr 45 sich in erster Linie auf der unteren Seite ausbildet, wo die Strahlung auftrifft, so daß dort ein Isolationszwi­schenspalt entsteht. Die Wärme kann also nur durch Sekun­därstrahlung oder durch Wärmeübertragung in dem Spalt 50 übertragen werden, während Kontaktübertragung nur im obe­ren Abschnitt vorliegt, wo das Außenrohr auf dem Fühler­rohr aufliegt. Bis dahin muß allerdings die Wärme durch Leitung um den halben Umfang des Außenrohrs herum geleitet werden. Es tritt also eine erhebliche Ansprechverzögerung ein, die die Temperatur an der Unterseite der Glaskeramik etwas über den Dauerbegrenzungswert überschießen läßt, was sich als zulässig herausgestellt hat und die Ankochzeiten wesentlich verkürzt. Durch die einseitige Spaltausbildung, die bei einem unter der beheizten Platte angeordneten Heizelement sich durch die Schwerkraft einstellt, aber bei anderer Anordnung auch durch andere Maßnahmen erreicht werden kann, wird auch bewirkt, daß infolge der besseren Wärmeübertragung von der beheizten Platte her deren Rück­strahlung sich verstärkt auswirkt.

    [0025] Im stationären Betrieb wirkt sich die Verzögerung, die durch alle Faktoren, wie Abschirmung, thermische Masse etc., bewirkt werden, dahingehend aus, daß die Schalt­amplitude sich fast um eine Zehnerpotenz vergrößern läßt und damit die Schaltintervalle auf ein zulässiges Maß gesenkt werden können. So konnte die Schaltamplitude von +/― 1,5K mit einem Quarzrohr auf +/- 11k mit einem Stea­tit-Außenrohr als Außenrohr gesteigert werden.

    [0026] Dabei hat natürlich das Außenrohr 45 den gewünschten Ef­fekt, daß die notwendige Luftstrecke zwischen der bei hö­heren Temperatur leitenden Glaskeramik und den Strahlheiz­körpern, insbesondere den offen liegenden Strahlheizkör­pern, nicht überbrückt wird. Dies ist auch deswegen wich­tig, weil im Falle des Bruches der Glaskeramik und/oder einer gekapselten Strahlungsquelle, wie des Hellstrahlers 18, keine elektrisch leitende Brücke geschaffen wird, son­dern im Gegenteil eine zusätzliche Sicherheit gegen Berüh­rung geschaffen wird.


    Ansprüche

    1. Temperaturschalter für eine eine Strahlungsquelle (18, 20) enthaltende Strahlungsheizung (11), mit we­nigstens einem Schaltkontakt (41, 42) und einem Tem­peraturfühler (27), der z.B. aus einem Stab (44) und einem diesen umgebenden Fühlerrohr (43) besteht, die unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten haben, wobei das vorzugsweise aus einem leitenden Ma­terial, wie Metall, bestehende Fühlerrohr (43) von einem elektrisch isolierenden Außenrohr (45) umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (45) ein die von der Strahlungsquelle (18, 20) kommende Strahlung zumindest in wesentlichem Umfang absorbie­rendes und/oder reflektierendes keramisches Material aufweist.
     
    2. Temperaturschalter nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß das Außenrohr (45) eine magnesium-sili­kat-haltige technische Keramik, ggf. mit einem Anteil an Aluminium-Silikat, enthält und vorzugsweise daraus besteht.
     
    3. Temperaturschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (45) Mittel zur thermischen Ansprechverzögerung des Temperaturschal­ters (28) aufweist.
     
    4. Temperaturschalter nach einem der vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (45) eine erhöhte thermische Trägheit und/oder ther­mische Leitfähigkeit aufweist.
     
    5. Temperaturschalter nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr aus Steatit besteht.
     
    6. Temperaturschalter, insbesondere nach einem der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Außenrohr (45) und Fühlerrohr (43) ein Spalt (50) vorhanden ist und vorzugsweise das Außenrohr (45) in Richtung auf die Strahlungsquelle (18, 20) zu versetzt angeordnet ist, z.B. indem es unter Schwer­kraft auf dem Fühlerrohr (43) aufliegt.
     
    7. Temperaturschalter nach einem der vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (45) über die Fühlerlänge, insbesondere im Bereich von offen liegenden Strahlheizkörpern (20) einteilig ausgebildet ist.
     
    8. Temperaturschalter, insbesondere nach einem der vor­hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (45) von einem Isolierrand (14) der Strahlheizung (11), ggf. in Senkbohrungen (48), axial geführt ist.
     
    9. Temperaturschalter nach einem der vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (45) zu einem den wenigstens einen Schaltkontakt (41, 42) enthaltenden Schalterkopf (40) hin durch ein das Fühlerrohr (43) umgebendes elastisches Element (51), wie einen wärmebeständigen Isolierschlauch, axial elastisch geführt ist.
     
    10. Temperaturschalter nach einem der vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Stab (44) aus keramischem Material und das Fühlerrohr (43) aus Metall mit einem gegenüber dem Stabmaterial größeren thermischen Ausdehnungskoeffizienten besteht und daß insbesondere die Strahlungsheizung (11) für die Be­heizung einer Glaskeramikplatte (12) ausgebildet ist, wobei die Strahlungsquelle zumindest einen Strah­lungsheizkörper (18) enthält, dessen Heizwiderstand bei Temperaturen oberhalb 1500K arbeitet und vorzugs­weise eine Halogenlampe oder dgl. ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht