(19)
(11) EP 0 416 347 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.03.1991  Patentblatt  1991/11

(21) Anmeldenummer: 90115757.8

(22) Anmeldetag:  17.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5A63B 69/38
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 05.09.1989 DE 3929459

(71) Anmelder: Suttner, Wolfgang
D-4800 Bielefeld 11 (DE)

(72) Erfinder:
  • Suttner, Wolfgang
    D-4800 Bielefeld 11 (DE)

(74) Vertreter: von Rohr, Hans Wilhelm, Dipl.-Phys. et al
Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr & Weidener, Postfach 10 13 54
D-45013 Essen
D-45013 Essen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Tennisschläger


    (57) Gegenstand der Erfindung ist ein Tennisschläger mit einem vorzugsweise mit einem Griffband (3) umwickelten Handgriff (4), der sich in trainingstechnisch hervorragender Weise dadurch auszeichnet, daß in den Handgriff (4) ein Sen­sor (6) eingebaut ist, durch den die Haltekraft meßbar ist, mit der die Hand eines den Tennisschläger führenden Tennisspielers den Handgriff (4) umspannt, daß der Sensor (6) an eine in den Handgriff integrierte elektronische Aus­werteschaltung (7) angeschlossen ist und daß von der Auswerteschaltung (7) bei Erreichen eines bestimmten voreinstellbaren Grenzwertes (oder verschie­dener Grenzwerte) der Haltekraft ein Anzeigesignal, insbesondere ein akusti­sches Anzeigesignal, abgebbar ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Tennisschläger mit einem Handgriff, der vor­zugsweise mit einem Griffband umwickelt ist.

    [0002] Ein Tennisschläger, normalerweise bestehend aus Rahmen, Bespannung und Hand­griff, wird von einem Tennisspieler regelmäßig mit einer bestimmten Halte­kraft der Tennishand am Handgriff gehalten. Für eine optimale Schlaghaltung und Schlagführung ist eine Mindest-Haltekraft am Handgriff erforderlich. Fast alle Tennisspieler haben Schwierigkeiten, die Haltekraft am Handgriff stets ausreichend hoch zu halten, insbesondere in dem dem Aufprall eines Tennisballes auf die Bespannung unmittelbar vorausgehenden Augenblick läßt häufig die Haltekraft aus einer Schreckreaktion heraus kurzfristig nach. Gerade in diesem Augenblick muß sie aber hoch genug sein.

    [0003] Durch Videoaufnahmen und andere Beobachtungstechniken versucht man, einem Tennisspieler beizubringen, daß und wie er beim Tennisspiel erreichen kann, daß er den Tennisschläger immer ausreichend fest, den Handgriff des Tennis­schlägers also mit ausreichender Haltekraft hält. Diese Methoden sind aufwen­dig und nicht sehr erfolgreich.

    [0004] Für sich ist ein Tennisschläger bekannt (US-PS 40 27 879), bei dem Metall­teile vorgesehen sind, die sich in Abhängigkeit von der Haltekraft verschie­ben und mechanisch aneinander anschlagen, wenn die Haltekraft ausreichend hoch ist. Es hat sich aber in der Praxis herausgestellt, daß diese Form einer Haltekraftanzeige nicht zuverlässig ist und folglich nicht zu wirk­lichen Trainingserfolgen führt. In der Tat wird nämlich eine solche Halte­kraftanzeige häufig überhört bzw. ändert sich die Haltekraft so langsam, daß man überhaupt nichts hört, weil der Aufschlagimpuls der Metallteile, der ja nur von der Änderungsgeschwindigkeit der Haltekraft abhängt, zu ge­ring ist.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tennisschläger mit der Zielrichtung eines besonders einfachen und erfolgreichen Trainingsver­laufs weiter auszugestalten.

    [0006] Die Erfindung löst die zuvor aufgezeigte Aufgabe dadurch, daß in den Hand­griff ein Sensor eingebaut ist, durch den die Haltekraft meßbar ist, mit der die Hand eines den Tennisschläger führenden Tennisspielers den Hand­griff umspannt, daß der Sensor an eine in den Handgriff integrierte elek­tronische Auswerteschaltung angeschlossen ist und daß von der Auswerte­schaltung bei Erreichen eines bestimmten voreinstellbaren Grenzwertes (oder verschiedener Grenzwerte) der Haltekraft ein Anzeigesignal, insbe­sondere ein akustisches Anzeigesignal, abgebbar ist. Erfindungsgemäß wird also in den Tennisschläger eine vorzugsweise akustische Anzeige der Halte­kraft integriert. Ein akustisches Anzeigesignal ist besonders zweckmäßig, da es unter allen Spielbedingungen wahrgenommen wird.

    [0007] Zunächst empfiehlt es sich, das akustische Anzeigesignal dann ertönen zu lassen, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert überschreitet. Das entspricht dem Spielablauf insoweit besonders gut, als eine ausreichende Haltekraft gerade dann vorliegen muß, wenn der Schlag ausgeführt wird. Man muß also nicht dauernd mit der ausreichenden Haltekraft zufassen, sondern wird durch die akustische Anzeige darauf hingewiesen, wenn man vor Ausfüh­rung des Schlages die ausreichende Haltekraft erreicht hat.

    [0008] Umgekehrt kann es sich auch empfehlen, das akustische Anzeigesignal dann ertönen zu lassen, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert unterschreitet. Dann ertönt das Anzeigesignal im Normalfall eben nicht, sondern nur im Fehlerfall. Das Anzeigesignal hat so den für die Aufmerk­samkeit des Tennisspielers besonders vorteilhaften Charakter eines echten Alarmsignals.

    [0009] Verschiedene Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre der Erfindung sind in den dem Anspruch 1 nachgeordneten Ansprüchen beschrieben. Im übrigen erfolgt eine weitere Erläuterung der Erfindung auch noch anhand der Zeichnung, die ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Tennisschlä­gers zeigt.

    [0010] In der Zeichnung zeigt

    Fig. 1 in einer Ansicht, teilweise geschnitten, ein bevorzugtes Ausführungs­beispiel eines erfindungsgemäßen Tennisschlägers,

    Fig. 2 in einer Ansicht von der Stirnseite des Griffes her, schematisch und teilweise geschnitten, ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Tennisschlä­gers und

    Fig.3 in Fig. 2 entsprechender Darstellung ein drittes Ausführungsbeispiel eines Tennisschlägers.



    [0011] Der in Fig. 1 dargestellte Tennisschläger weist zunächst einen in üblicher Form gestalteten Rahmen 1 auf, für den hier eine übliche Bespannung 2 ange­deutet ist. Der Tennisschläger hat ferner einen mit dem Rahmen 1 einstückig ausgeführten, hier mit einem Griffband 3 umwickelten Handgriff 4. Man er­kennt, daß der Handgriff 4 einen, hier teilweise im Schnitt dargestellten Kern 5 aufweist, auf den ein aus Kunststoff bestehender Griffabschnitt mit dem darauf gewickelten Griffband 3 aufgesetzt ist.

    [0012] Wesentlich ist nun, daß in den Handgriff 4 ein Sensor 6 eingebaut ist, durch den die Haltekraft meßbar ist, mit der die Hand eines den Tennisschläger füh­renden Tennisspielers den Handgriff 4 umspannt, daß der Sensor 6 an eine in den Handgriff 4 integrierte elektronische Auswerteschaltung 7 angeschlossen ist und daß von der Auswerteschaltung 7 bei Erreichen eines bestimmten vor­einstellbaren Grenzwertes (oder verschiedener Grenzwerte) der Haltekraft ein Anzeigesignal, insbesondere ein akustisches Anzeigesignal, abgebbar ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß ein bestimm­ter Grenzwert der Haltekraft voreinstellbar, also veränderlich einstellbar ist und daß ein akustisches Anzeigesignal ertönt, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert unterschreitet. Sobald die Haltekraft nachläßt und den voreingestellten Grenzwert unterschreitet, wird also ein Tennis­spieler von selbst darauf aufmerksam gemacht, daß er den Handgriff 4 des Tennisschlägers wieder fester fassen muß. Damit ist sichergestellt, daß ein Tennisspieler immer wieder an das ausreichend feste Halten des Hand­griffes 4 seines Tennisschlägers erinnert wird. Umgekehrt könnte man auch das Anzeigesignal ertönen lassen, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert überschreitet, was die zuvor erläuterten Vorteile hätte.

    [0013] Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine elektronische Auswerteschaltung 7 lediglich als plattenförmiges bzw. scheibenförmiges Teil in der Stirnseite des Handgriffs 4 eingebaut, von außen zugänglich in der Stirnseite eingelassen ist auch ein Aufnahmefach für eine Knopf­zelle 8 oder eine andere Batterie als Energieversorgung für die Auswerte­schaltung 7 und den Sensor 6. Man könnte auch mit einer Pufferbatterie und Solarzellen, letztere aufgebracht im Mittelbereich des Rahmens 1, arbei­ten.

    [0014] An der Stirnseite zeigt sich ein akustischer Signalgeber 9, hier in Form eines modernen Piezo-Lautsprechers. Gestrichelt ist dargestellt, daß hier soeben ein akustisches Anzeigesignal ertönt, da nämlich, wie die Figur er­kennen läßt, am Handgriff 4 eine Haltekraft Null vorliegt, die Haltekraft also den voreingestellten Grenzwert unterschreitet.

    [0015] Im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel gilt, daß der Handgriff 4 aus zwei Halbschalen 10, 11 aufgebaut ist, zwischen denen mindestens ein die Halbschalen 10, 11 auseinanderdrückendes Federelement 12 vorzugsweise mehrere Federelemente, angeordnet ist bzw. sind. Mehrere, verteilt ange­ordnete Federelemente 12 hätten den Vorteil, daß sich die der Haltekraft entgegenwirkende, von den Federelementen 12 aufgebrachte Gegenkraft noch besser über die Länge des Handgriffes 4 verteilen würde. Im übrigen zeigt das dargestellte Ausführungsbeispiel, daß in diesem Fall auch der Kern 5 des Handgriffes 4 aus zwei Teilen besteht, jedenfalls in seinem unteren, den Handgriff 4 bildenden Bereich.

    [0016] Das Federelement 12 bildet im dargestellten Ausführungsbeispiel einen Teil des Sensors 6, nämlich das auf den gewünschten Grenzwert einstellbare Teil des Sensors 6. Dazu ist im hier dargestellten Ausführungsbeispiel die Feder­kraft des Federelements 12 einstellbar, beispielsweise durch eine entsprechen­de Änderung einer Vorspannkraft.

    [0017] In dem zuvor erläuterten Zusammenhang kann für die in Fig. 1 dargestellte Version des Tennisschlägers erläutert werden, daß hier der Sensor 6 als eigentlichen Signalauslöser einen Berührungskontakt 13 aufweist. Bei durch die ausreichende Haltekraft ausgelöstem Zusammendrücken der beiden Halb­schalen 10, 11 des Handgriffes 4 kommen die beiden Kontaktflächen des Be­rührungskontakts 13 aneinander zur Anlage, so daß ein Schaltsignal ausge­löst wird. Dieses dient im hier dargestellten Ausführungsbeispiel dazu, das vom Signalgeber 9 abgegebene akustische Anzeigesignal auszuschalten, es könnte natürlich auch für die genau umgekehrte Schaltfunktion, ganz gleich in Verbindung mit welchem Signalgeber, verwendet werden.

    [0018] Das in Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine Alternative, die dadurch gekennzeichnet ist; daß der Handgriff 4 einteilig ausgeführt, aber mit einem elastischen Außenmantel 14 versehen ist. Dazu korrespondiert, daß hier der Sensor 6 als großflächiges, druckempfindliches Element, beispiels­weise als Dehnungsmeßstreifenfolie ausgeführt und für sich flächig auf den Handgriff 4 aufgebracht ist. Alternativ dazu käme auch eine hydraulische oder pneumatische Haltekrafterfassung in Frage.

    [0019] Fig. 3 macht eine weitere Alternative deutlich, die dadurch gekennzeichnet ist, daß der Handgriff 4 einteilig ausgeführt ist, daß in jeder der vier Ecken des Handgriffes 4 ein Federelement 15 angeordnet ist und daß alle Federelemente 15 auf einen zentralen Sensor 6 wirken oder jedes Federele­ment 15 auf einen eigenen Sensor 6 wirkt. Der in Fig. 3 erkennbare zentrale Sensor 6 kann ein druckempfindliches Element, beispielsweise ein Piezokristall oder eine Anordnung von Piezokristallen sein. Das Federelement 15, bestehend aus dem eigentlichen beweglichen Körper und einer Druckfeder, ist so in den Handgriff 4 eingebaut, daß es nach außen hin bis an einen Anschlag geschoben ist. Bei ausreichender Haltekraft wird das Federelement entgegen der Feder­kraft nach innen gedrückt und der Sensor 6 wird betätigt. Es reicht also schon aus, wenn an einem der Federelemente 15 in jeder der vier Ecken die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert überschreitet.

    [0020] Weitere Alternativen für den Sensor 6 sind kapazitiv arbeitende Signal aus­löser, induktiv arbeitende Signalauslöser, etc. Was man im einzelnen wählt, hängt von der jeweiligen Ausgestaltung des Tennisschlägers ab.

    [0021] Den erfindungsgemäß vorgesehenen Sensor 6 könnte man auch als nachrüstbares Element für vorhandene Tennisschläger verwenden, technisch wird wohl in den meisten Fällen aber ein speziell ausgestatteter Tennisschläger die bessere Alternative sein.


    Ansprüche

    1. Tennisschläger mit einem Handgriff (4), der vorzugsweise mit einem Griffband (3) umwickelt ist,dadurch gekennzeichnet, daß in den Handgriff (4) ein Sensor (6) eingebaut ist, durch den die Haltekraft meßbar ist, mit der die Hand eines den Tennisschläger führenden Tennisspielers den Handgriff (4) umspannt, daß der Sensor (6) an eine in den Handgriff integrierte elektro­nische Auswerteschaltung (7) angeschlossen ist und daß von der Auswerteschal­tung (7) bei Erreichen eines bestimmten voreinstellbaren Grenzwertes (oder verschiedener Grenzwerte) der Haltekraft ein Anzeigesignal, insbesondere ein akustisches Anzeigesignal, abgebbar ist.
     
    2. Tennisschläger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Hand­griff (4), insbesondere in die Stirnseite des Handgriffes (4), ein Signalge­ber (9), insbesondere ein Piezo-Lautsprecher od. dgl., für das Anzeigesignal integriert ist.
     
    3. Tennisschläger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff (4) aus zwei Halbschalen (10, 11) aufgebaut ist, zwischen denen mindestens ein die Halbschalen (10, 11) auseinanderdrückendes Federelement (12), vorzugsweise mehrere Federelemente, angeordnet ist bzw. sind.
     
    4. Tennisschläger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkraft des Federelementes (12) einstellbar ist.
     
    5. Tennisschläger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff (4) einteilig ausgeführt, aber mit einem elastischen Außenmantel (14) versehen ist.
     
    6. Tennisschläger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff (4) einteilig ausgeführt ist, daß in jeder der vier Ecken des Handgriffes (4) ein Federelement (15) angeordnet ist und daß alle Feder­elemente (15) auf einen zentralen Sensor (6) wirken oder jedes Federele­ment (15) auf einen eigenen Sensor (6) wirkt.
     
    7. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (6) einen Berührungskontakt (13) als Signalauslöser aufweist.
     
    8. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (6) als großflächiges , druckempfindliches Element, beispiels­weise als Dehnungsmeßstreifenfolie, ausgeführt und in das Griffband (3) in­tegriert oder für sich flächig auf den Handgriff (4) aufgebracht ist.
     
    9. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das akustische Anzeigesignal ertönt, wenn die Haltekraft den voreinge­stellten Grenzwert überschreitet.
     
    10. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das akustische Anzeigesignal ertönt, wenn die Haltekraft den voreinge­stellten Grenzwert unterschreitet.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht