[0001] Die Erfindung betrifft einen Tennisschläger mit einem Handgriff, der vorzugsweise
mit einem Griffband umwickelt ist.
[0002] Ein Tennisschläger, normalerweise bestehend aus Rahmen, Bespannung und Handgriff,
wird von einem Tennisspieler regelmäßig mit einer bestimmten Haltekraft der Tennishand
am Handgriff gehalten. Für eine optimale Schlaghaltung und Schlagführung ist eine
Mindest-Haltekraft am Handgriff erforderlich. Fast alle Tennisspieler haben Schwierigkeiten,
die Haltekraft am Handgriff stets ausreichend hoch zu halten, insbesondere in dem
dem Aufprall eines Tennisballes auf die Bespannung unmittelbar vorausgehenden Augenblick
läßt häufig die Haltekraft aus einer Schreckreaktion heraus kurzfristig nach. Gerade
in diesem Augenblick muß sie aber hoch genug sein.
[0003] Durch Videoaufnahmen und andere Beobachtungstechniken versucht man, einem Tennisspieler
beizubringen, daß und wie er beim Tennisspiel erreichen kann, daß er den Tennisschläger
immer ausreichend fest, den Handgriff des Tennisschlägers also mit ausreichender
Haltekraft hält. Diese Methoden sind aufwendig und nicht sehr erfolgreich.
[0004] Für sich ist ein Tennisschläger bekannt (US-PS 40 27 879), bei dem Metallteile vorgesehen
sind, die sich in Abhängigkeit von der Haltekraft verschieben und mechanisch aneinander
anschlagen, wenn die Haltekraft ausreichend hoch ist. Es hat sich aber in der Praxis
herausgestellt, daß diese Form einer Haltekraftanzeige nicht zuverlässig ist und folglich
nicht zu wirklichen Trainingserfolgen führt. In der Tat wird nämlich eine solche
Haltekraftanzeige häufig überhört bzw. ändert sich die Haltekraft so langsam, daß
man überhaupt nichts hört, weil der Aufschlagimpuls der Metallteile, der ja nur von
der Änderungsgeschwindigkeit der Haltekraft abhängt, zu gering ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tennisschläger mit der Zielrichtung
eines besonders einfachen und erfolgreichen Trainingsverlaufs weiter auszugestalten.
[0006] Die Erfindung löst die zuvor aufgezeigte Aufgabe dadurch, daß in den Handgriff ein
Sensor eingebaut ist, durch den die Haltekraft meßbar ist, mit der die Hand eines
den Tennisschläger führenden Tennisspielers den Handgriff umspannt, daß der Sensor
an eine in den Handgriff integrierte elektronische Auswerteschaltung angeschlossen
ist und daß von der Auswerteschaltung bei Erreichen eines bestimmten voreinstellbaren
Grenzwertes (oder verschiedener Grenzwerte) der Haltekraft ein Anzeigesignal, insbesondere
ein akustisches Anzeigesignal, abgebbar ist. Erfindungsgemäß wird also in den Tennisschläger
eine vorzugsweise akustische Anzeige der Haltekraft integriert. Ein akustisches Anzeigesignal
ist besonders zweckmäßig, da es unter allen Spielbedingungen wahrgenommen wird.
[0007] Zunächst empfiehlt es sich, das akustische Anzeigesignal dann ertönen zu lassen,
wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert überschreitet. Das entspricht dem
Spielablauf insoweit besonders gut, als eine ausreichende Haltekraft gerade dann vorliegen
muß, wenn der Schlag ausgeführt wird. Man muß also nicht dauernd mit der ausreichenden
Haltekraft zufassen, sondern wird durch die akustische Anzeige darauf hingewiesen,
wenn man vor Ausführung des Schlages die ausreichende Haltekraft erreicht hat.
[0008] Umgekehrt kann es sich auch empfehlen, das akustische Anzeigesignal dann ertönen
zu lassen, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert unterschreitet. Dann
ertönt das Anzeigesignal im Normalfall eben nicht, sondern nur im Fehlerfall. Das
Anzeigesignal hat so den für die Aufmerksamkeit des Tennisspielers besonders vorteilhaften
Charakter eines echten Alarmsignals.
[0009] Verschiedene Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre der Erfindung sind in
den dem Anspruch 1 nachgeordneten Ansprüchen beschrieben. Im übrigen erfolgt eine
weitere Erläuterung der Erfindung auch noch anhand der Zeichnung, die ein bevorzugtes
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Tennisschlägers zeigt.
[0010] In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 in einer Ansicht, teilweise geschnitten, ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Tennisschlägers,
Fig. 2 in einer Ansicht von der Stirnseite des Griffes her, schematisch und teilweise
geschnitten, ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Tennisschlägers und
Fig.3 in Fig. 2 entsprechender Darstellung ein drittes Ausführungsbeispiel eines Tennisschlägers.
[0011] Der in Fig. 1 dargestellte Tennisschläger weist zunächst einen in üblicher Form gestalteten
Rahmen 1 auf, für den hier eine übliche Bespannung 2 angedeutet ist. Der Tennisschläger
hat ferner einen mit dem Rahmen 1 einstückig ausgeführten, hier mit einem Griffband
3 umwickelten Handgriff 4. Man erkennt, daß der Handgriff 4 einen, hier teilweise
im Schnitt dargestellten Kern 5 aufweist, auf den ein aus Kunststoff bestehender Griffabschnitt
mit dem darauf gewickelten Griffband 3 aufgesetzt ist.
[0012] Wesentlich ist nun, daß in den Handgriff 4 ein Sensor 6 eingebaut ist, durch den
die Haltekraft meßbar ist, mit der die Hand eines den Tennisschläger führenden Tennisspielers
den Handgriff 4 umspannt, daß der Sensor 6 an eine in den Handgriff 4 integrierte
elektronische Auswerteschaltung 7 angeschlossen ist und daß von der Auswerteschaltung
7 bei Erreichen eines bestimmten voreinstellbaren Grenzwertes (oder verschiedener
Grenzwerte) der Haltekraft ein Anzeigesignal, insbesondere ein akustisches Anzeigesignal,
abgebbar ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß ein bestimmter
Grenzwert der Haltekraft voreinstellbar, also veränderlich einstellbar ist und daß
ein akustisches Anzeigesignal ertönt, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert
unterschreitet. Sobald die Haltekraft nachläßt und den voreingestellten Grenzwert
unterschreitet, wird also ein Tennisspieler von selbst darauf aufmerksam gemacht,
daß er den Handgriff 4 des Tennisschlägers wieder fester fassen muß. Damit ist sichergestellt,
daß ein Tennisspieler immer wieder an das ausreichend feste Halten des Handgriffes
4 seines Tennisschlägers erinnert wird. Umgekehrt könnte man auch das Anzeigesignal
ertönen lassen, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert überschreitet,
was die zuvor erläuterten Vorteile hätte.
[0013] Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine elektronische Auswerteschaltung
7 lediglich als plattenförmiges bzw. scheibenförmiges Teil in der Stirnseite des Handgriffs
4 eingebaut, von außen zugänglich in der Stirnseite eingelassen ist auch ein Aufnahmefach
für eine Knopfzelle 8 oder eine andere Batterie als Energieversorgung für die Auswerteschaltung
7 und den Sensor 6. Man könnte auch mit einer Pufferbatterie und Solarzellen, letztere
aufgebracht im Mittelbereich des Rahmens 1, arbeiten.
[0014] An der Stirnseite zeigt sich ein akustischer Signalgeber 9, hier in Form eines modernen
Piezo-Lautsprechers. Gestrichelt ist dargestellt, daß hier soeben ein akustisches
Anzeigesignal ertönt, da nämlich, wie die Figur erkennen läßt, am Handgriff 4 eine
Haltekraft Null vorliegt, die Haltekraft also den voreingestellten Grenzwert unterschreitet.
[0015] Im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel gilt, daß der Handgriff 4 aus zwei
Halbschalen 10, 11 aufgebaut ist, zwischen denen mindestens ein die Halbschalen 10,
11 auseinanderdrückendes Federelement 12 vorzugsweise mehrere Federelemente, angeordnet
ist bzw. sind. Mehrere, verteilt angeordnete Federelemente 12 hätten den Vorteil,
daß sich die der Haltekraft entgegenwirkende, von den Federelementen 12 aufgebrachte
Gegenkraft noch besser über die Länge des Handgriffes 4 verteilen würde. Im übrigen
zeigt das dargestellte Ausführungsbeispiel, daß in diesem Fall auch der Kern 5 des
Handgriffes 4 aus zwei Teilen besteht, jedenfalls in seinem unteren, den Handgriff
4 bildenden Bereich.
[0016] Das Federelement 12 bildet im dargestellten Ausführungsbeispiel einen Teil des Sensors
6, nämlich das auf den gewünschten Grenzwert einstellbare Teil des Sensors 6. Dazu
ist im hier dargestellten Ausführungsbeispiel die Federkraft des Federelements 12
einstellbar, beispielsweise durch eine entsprechende Änderung einer Vorspannkraft.
[0017] In dem zuvor erläuterten Zusammenhang kann für die in Fig. 1 dargestellte Version
des Tennisschlägers erläutert werden, daß hier der Sensor 6 als eigentlichen Signalauslöser
einen Berührungskontakt 13 aufweist. Bei durch die ausreichende Haltekraft ausgelöstem
Zusammendrücken der beiden Halbschalen 10, 11 des Handgriffes 4 kommen die beiden
Kontaktflächen des Berührungskontakts 13 aneinander zur Anlage, so daß ein Schaltsignal
ausgelöst wird. Dieses dient im hier dargestellten Ausführungsbeispiel dazu, das
vom Signalgeber 9 abgegebene akustische Anzeigesignal auszuschalten, es könnte natürlich
auch für die genau umgekehrte Schaltfunktion, ganz gleich in Verbindung mit welchem
Signalgeber, verwendet werden.
[0018] Das in Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine Alternative, die dadurch
gekennzeichnet ist; daß der Handgriff 4 einteilig ausgeführt, aber mit einem elastischen
Außenmantel 14 versehen ist. Dazu korrespondiert, daß hier der Sensor 6 als großflächiges,
druckempfindliches Element, beispielsweise als Dehnungsmeßstreifenfolie ausgeführt
und für sich flächig auf den Handgriff 4 aufgebracht ist. Alternativ dazu käme auch
eine hydraulische oder pneumatische Haltekrafterfassung in Frage.
[0019] Fig. 3 macht eine weitere Alternative deutlich, die dadurch gekennzeichnet ist, daß
der Handgriff 4 einteilig ausgeführt ist, daß in jeder der vier Ecken des Handgriffes
4 ein Federelement 15 angeordnet ist und daß alle Federelemente 15 auf einen zentralen
Sensor 6 wirken oder jedes Federelement 15 auf einen eigenen Sensor 6 wirkt. Der
in Fig. 3 erkennbare zentrale Sensor 6 kann ein druckempfindliches Element, beispielsweise
ein Piezokristall oder eine Anordnung von Piezokristallen sein. Das Federelement 15,
bestehend aus dem eigentlichen beweglichen Körper und einer Druckfeder, ist so in
den Handgriff 4 eingebaut, daß es nach außen hin bis an einen Anschlag geschoben ist.
Bei ausreichender Haltekraft wird das Federelement entgegen der Federkraft nach innen
gedrückt und der Sensor 6 wird betätigt. Es reicht also schon aus, wenn an einem der
Federelemente 15 in jeder der vier Ecken die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert
überschreitet.
[0020] Weitere Alternativen für den Sensor 6 sind kapazitiv arbeitende Signal auslöser,
induktiv arbeitende Signalauslöser, etc. Was man im einzelnen wählt, hängt von der
jeweiligen Ausgestaltung des Tennisschlägers ab.
[0021] Den erfindungsgemäß vorgesehenen Sensor 6 könnte man auch als nachrüstbares Element
für vorhandene Tennisschläger verwenden, technisch wird wohl in den meisten Fällen
aber ein speziell ausgestatteter Tennisschläger die bessere Alternative sein.
1. Tennisschläger mit einem Handgriff (4), der vorzugsweise mit einem Griffband (3)
umwickelt ist,dadurch gekennzeichnet, daß in den Handgriff (4) ein Sensor (6) eingebaut ist, durch den die Haltekraft meßbar
ist, mit der die Hand eines den Tennisschläger führenden Tennisspielers den Handgriff
(4) umspannt, daß der Sensor (6) an eine in den Handgriff integrierte elektronische
Auswerteschaltung (7) angeschlossen ist und daß von der Auswerteschaltung (7) bei
Erreichen eines bestimmten voreinstellbaren Grenzwertes (oder verschiedener Grenzwerte)
der Haltekraft ein Anzeigesignal, insbesondere ein akustisches Anzeigesignal, abgebbar
ist.
2. Tennisschläger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Handgriff (4),
insbesondere in die Stirnseite des Handgriffes (4), ein Signalgeber (9), insbesondere
ein Piezo-Lautsprecher od. dgl., für das Anzeigesignal integriert ist.
3. Tennisschläger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff
(4) aus zwei Halbschalen (10, 11) aufgebaut ist, zwischen denen mindestens ein die
Halbschalen (10, 11) auseinanderdrückendes Federelement (12), vorzugsweise mehrere
Federelemente, angeordnet ist bzw. sind.
4. Tennisschläger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Federkraft des
Federelementes (12) einstellbar ist.
5. Tennisschläger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff
(4) einteilig ausgeführt, aber mit einem elastischen Außenmantel (14) versehen ist.
6. Tennisschläger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff
(4) einteilig ausgeführt ist, daß in jeder der vier Ecken des Handgriffes (4) ein
Federelement (15) angeordnet ist und daß alle Federelemente (15) auf einen zentralen
Sensor (6) wirken oder jedes Federelement (15) auf einen eigenen Sensor (6) wirkt.
7. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sensor (6) einen Berührungskontakt (13) als Signalauslöser aufweist.
8. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sensor (6) als großflächiges , druckempfindliches Element, beispielsweise als Dehnungsmeßstreifenfolie,
ausgeführt und in das Griffband (3) integriert oder für sich flächig auf den Handgriff
(4) aufgebracht ist.
9. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
akustische Anzeigesignal ertönt, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert
überschreitet.
10. Tennisschläger nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
akustische Anzeigesignal ertönt, wenn die Haltekraft den voreingestellten Grenzwert
unterschreitet.