(19)
(11) EP 0 416 411 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.03.1991  Patentblatt  1991/11

(21) Anmeldenummer: 90116333.7

(22) Anmeldetag:  27.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E04F 15/024
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 07.09.1989 DE 3929676

(71) Anmelder: Gebr. Knauf Westdeutsche Gipswerke
D-97346 Iphofen (DE)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Böhme, Volker, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. E. Kessel Dipl.Ing. V. Böhme Karolinenstrasse 27
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Trägerplatte für einen Hohlraumboden


    (57) Es gibt eine Trägerplatte, bei der eine Bauplatte 1 mit einer Vielzahl von Hohlfußhülsen 2 versehen ist, die jeweils ein in einem Manschettenstück 4 verschiebbares Napfstück 5 aufweisen. Dabei ist es erwünscht, wenn auf preiswerte Weise die Hohl­fußhülsen der Trägerplatte auf eine bestimmte In­stallationshöhe voreinstellbar sind und die Träger­platte im aufgestellten Zustand auf voreingestell­ten Hohlfußhülsen ruht und wenn eine Anpassung an Bodenunebenheiten durch Feinverstellung der Länge von Hohlfußhülsen erfolgt. Dies ist erreicht, in­dem zum Feststellen der Napfstücke 5 am Manschetten­stück 4 jeweils eine radial ineinandergreifende Riegeleinrichtung 8 vorgesehen ist und indem im auf­gestellten Zustand der Trägerplatte einige der Hohl­fußhülsen 2 bezüglich der groben Installationshöhe ineinandergreifend verriegelt sind, während bei den anderen Hohlfußhülsen eine feine längenmäßige Veränderung der Riegeleinrichtung 8 durchführbar ist. Die aufgestellte Trägerplatte ist zunächst durch einige Hohlfußhülsen für ein Begehen fest abgestützt und die anderen Hohlfußhülsen werden bei aufgestellter Trägerplatte fein zwecks Aus­gleichs von Bodenunebenheiten verändert.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Trägerplatte für einen Hohl­raumboden, bei der eine großflächige Bauplatte mit ei­ner Vielzahl von Durchbrüchen versehen ist, an die je­weils eine nach oben offene und nach unten geschlossene ausgießbare Hohlfußhülse anschließt, die an der Träger­platte unter Abstützung am Rand des Durchbruches ange­bracht ist und in der Länge sowohl grob hinsichtlich In­stallationshöhe als auch fein zwecks Ausgleich von Bo­denunebenheiten veränderbar ist, und bei der jede der Hohlfußhülsen ein an der Bauplatte angebrachtes, in sich steifes Manschettenstück und ein in dem Manschetten­stück in Fußlängsrichtung verschiebbares, in sich stei­fes Napfstück aufweist, wobei eine Feststellung des Napfstückes gegenüber Verschiebung in Fußlängsrichtung vorgesehen ist.

    [0002] Hohlraumböden werden in der Regel mit Installationshöhen von 40 - 80 mm hergestellt, so daß die Füße der Träger­platten entsprechend von 40 - 80 mm verschieden lang sind. Wenn die Längen der Füße einer Trägerplatte fest eingestellt sind, so wird die Trägerplatte auf einem unebenen Unterboden nur mit wenigen Füßen aufstehen, wogegen die anderen Füßen in der Luft frei enden und keine Stützfunktion ausüben. Diese Schwierigkeit wird in der DE-OS 37 22 599 berücksichtigt, indem eine Träger­platte durch eine Vielzahl kleinerer, kleinflächiger Trägerelemente mit jeweils nur drei, im Dreieck ange­ordneten Füßen ersetzt wird, da bei diesen Trägerele­menten stets alle drei Füße auch auf unebenem Unter­boden aufstehen. Diese Bauweise verlangt die Abdeckung der Trennfugen zwischen der Vielzahl von Trägerele­menten mit einer Folie und verlangt an den Trägerele­menten fertige Füße, welche die Belastung des fertigen Hohlraumbodens aufnehmen können.

    [0003] Bei einer durch die Praxis bekannten Trägerplatte ist im aufgestellten Zustand eine feine längenmäßige Ver­änderung von Hohlfußhülsen bei festgestellter großer Installationshöhe vorgesehen. Es sind die Hohlfußhülsen ziehharmonikaartig zusammenschiebbare Schläuche, die nach dem Ausgießen mit Fließestrich und dem Erstarren des Fließestrichs fertige, vollbelastbare Füße sind. Die Trägerplatte wird zunächst provisorisch auf Hilfs­stelzen aufgestellt, welche sich zwischen dem Unter­boden und der Bauplatte erstrecken und die Installa­tionshöhe bestimmen. Beim Ausgießen mit Fließestrich werden die Schläuche, die als Hohlfußhülsen vorgesehen sind, nach unten bis zur Anlage an den Unterboden ge­streckt, wodurch Bodenunebenheiten ausgeglichen werden.

    [0004] Bei einer bekannten (DE-PS 34 38 872) Trägerplatte der eingangs genannten Art sind das Manschettenstück und das Napfstück gegeneinander durch Reibungsschluß in vorgegebener Höheneinstellung festsetzbar. Dabei kann der Reibungsschluß ausreichen, um ein Begehen der Bauelemente zuzulassen. Auch hier läßt es sich nicht verhindern, daß dann wenn die Trägerplatte mit gleichlang eingestellten Hohlfußhülsen aufgestellt wird, die Trägerplatte auf einem unebenen Unterboden nur mit wenigen Füßen aufsteht, wogegen die anderen Füße in der Luft frei enden und keine Stützfunktion ausüben.

    [0005] Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, auf preis­werte Weise eine Trägerplatte der eingangs genannten Art, bei der Hohlfußhülsen auf eine bestimmte Installa­tionshöhe voreinstellbar sind und die im aufgestellten Zustand auf voreingestellten Hohlfußhülsen ruht, derart zu schaffen, daß eine Anpassung an Bodenunebenheiten durch Feinverstellung der Länge von Hohlfußhülsen ge­ geben ist. Die erfindungsgemäße Trägerplatte ist, diese Aufgabe lösend, dadurch gekennzeichnet, daß zum Fest­stellen des Napfstückes am Manschettenstück jeweils eine radial ineinandergreifende Riegeleinrichtung vor­gesehen ist und daß im aufgestellten Zustand der Träger­platte einige der Hohlfußhülsen bezüglich der groben Installationshöhe ineinandergreifend verriegelt sind, während bei den anderen Hohlfußhülsen eine feine längen­mäßige Veränderung der Riegeleinrichtung durchführbar ist.

    [0006] Bei der erfindungsgemäßen Trägerplatte erfolgt sowohl die Aufstellung mit vorgegebener Installationshöhe als auch die Feinanpassung an Bodenunebenheiten mittels der Hohlfußhülsen. Provisorische Hilfsstelzen entfallen, da die im aufgestellten Zustand tragenden Hohlfußhülsen die­jenigen Belastungen aufnehmen können, die beim Fertig­stellen des Hohlraumbodens auftreten. Sowohl die grobe als auch die feine Längeneinstellung werden mittels der gleichen Einrichtung durchgeführt. Die Hohlfußhülsen sind zweiteilig, um die Einstellung der Installations­höhe und die Anpassung der Bodenunebenheiten an der Bau­stelle zu erreichen bzw. durchzuführen. Die aufgestell­te Trägerplatte ist zunächst durch einige Hohlfußhülsen für ein Begehen fest abgestützt und die anderen Hohl­fußhülsen werden bei aufgestellter Trägerplatte fein zwecks Ausgleichs von Bodenunebenheiten verändert. Beim fertigen Hohlboden tragen alle Hohlfußhülsen.

    [0007] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn das Napfstück mit einem Außengewinde in ein Innengewinde des Manschettenstückes geschraubt ist und innen eine Einrichtung zum Ansetzen eines Schraubwerkzeuges auf­weist. Es werden alle Hohlfußhülsen durch Schrauben auf die gewünschte Installationshöhe eingestellt. Bei auf­gestellter Trägerplatte werden diejenigen Napfstücke, die aufgrund von Bodenunebenheiten noch frei enden, durch Schrauben zur Anlage an den Unterboden gebracht, so daß alle Hohlfußhülsen starr stützende Funktion haben können. Sodann werden die Hohlfußhülsen mit Es­trich ausgegossen und wird die Bauplatte mit einer Es­trichschicht belegt.

    [0008] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es auch, wenn das Manschettenstück und das Napfstück mit in Fußlängs­richtung nebeneinander verlaufenden Reihen von Löchern versehen sind, durch zwei nebeneinander befindliche Löcher beider Reihen ein Steckbolzen gesteckt ist und die Abmessungen der Löcher in Fußlängsrichtung gegen­über den entsprechenden Abmessungen des Steckbolzens um die feine Längenveränderbarkeit größer sind. Es wer­den alle Hohlfußhülsen durch Stecken auf die gewünschte Installationshöhe eingestellt. Bei aufgestellter Trä­gerplatte ist die Trägerplatte von den Hohlfußhülsen gestützt, die sich in höheren Unterbodenbereichen be­finden, wobei der Steckbolzen am unteren Lochrandbe­reich des Napfstückes und am oberen Lochrandbereich des Manschettenstückes anliegt. Bei den anderen Hohl­fußhülsen ist das Napfstück in Anlage an tiefere Unter­bodenbereiche gerutscht, wobei der Steckbolzen vom unteren Lochrandbereich des Napfstückes und vom oberen Lochrandbereich des Manschettenstückes Abstand auf­weist. Sodann werden die Hohlfußhülsen mit Estrich ausgegossen und wird die Bauplatte mit einer Estrich­schicht belegt. Erst wenn der Estrich gehärtet ist, haben die in tieferen Unterbodenbereichen befindlichen Hohlfußhülsen als fertige Füße eine starr stützende Funktion.

    [0009] In der Zeichnung sind zwei bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung dargestellt und zeigt

    Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Trägerplatte für einen Hohlraumboden,

    Fig. 2 einen Schnitt eines Bereiches der Trägerplatte gemäß Fig. 1 mit der ersten Ausführungsform einer Hohlfußhülse, in einem gegenüber Fig. 1 vergrößerten Maßstab, und

    Fig. 3 eine Darstellung gemäß Fig. 2 mit der zweiten Ausführungsform einer Hohlfußhülse.



    [0010] Die Trägerplatte gemäß Fig. 1 weist eine rechteckige Bauplatte 1 auf, die z.B. eine Gipskartonplatte, ei­ne Gipsfaserplatte, eine Spanplatte oder eine Zement­faserplatte ist. Die Bauplatte 1 ist steif und so dick, daß sie begehbar ist. Die Bauplatte 1 ist mit drei auf Abstand voneinander angeordneten Reihen von Hohl­fußhülsen 2 bestückt, die in der Reihe einen Abstand von ca. 20 - 30 cm voneinander haben und in Durch­brüchen 3 von z.B. 60 mm Durchmesser stecken. Die Trä­gerplatte hat nur einen kleinen Prozentsatz der End­tragfähigkeit des fertigen Hohlraumbodens, z.B. eine Tragfähigkeit von 1kN/m². Die Hohlfußhülsen 2 sind auf Installationshöhen von 40 - 80 mm stufenlos einzustel­len. Es ist wahlweise auch möglich, die Hohlfußhülsen 2 so auszubilden, daß sie für Installationshöhen von 70 - 110 mm geeignet sind.

    [0011] Die Trägerplatte gemäß Fig. 1 wird verarbeitet, indem eine Vielzahl solcher Trägerplatten auf einem Unter­boden aufgestellt werden. Die Hohlfußhülsen werden auf Bodenunebenheiten eingestellt, so daß sie alle am Un­terboden anliegen. Die Stoßfugen der aneinander geleg­ten Trägerplatten werden mit Streifen überklebt. Es wird gießfähiger wässriger Estrich aufgegossen und ver­teilt, so daß sich die Hohlfußhülsen mit wässrigem Es­trich füllen. In der Regel wird selbst nivellierender Fließestrich aufgegossen. Wenn der Estrich ausgehärtet ist, ist der Hohlraumfußboden zumindest im Rohzustand fertig und weist dann eine Endtragfähigkeit von z.B. 30kN/m² auf.

    [0012] Bei den beiden Ausführungsformen gemäß Fig. 2 und 3 sind die Hohlfußhülsen 2 jeweils zweiteilig, d.h. aus einem Manschettenstück 4 und einem eingeschobenen Napf­stück 5 zusamengesetzt. Die Hohlfußhülsen 2 sind im Quer­schnitt rund und mit dem Manschettenstück 4 in den run­den Durchbruch 3 eingepreßt oder eingeschraubt. Das Man­schettenstück 4 ist im wesentlichen ein Rohrstück, das außen eine seitlich vorspringende Stütze 6 aufweist, die an der Unterseite der Bauplatte 1 anliegt. Die Stüt­ze 6 ist z.B. eine Reihe von nasenartigen Vorsprüngen. Gemäß Zeichnung ist die Stütze 6 ein rundum laufender Sims, der sich im Querschnitt radial nach außen ver­jüngt. Die Stütze 6 ist in der oberen Hälfte des Man­schettenstückes 4 vorgesehen. Das Napfstück 5 hat unten einen Boden, der nach unten hin eine ebene Stellfläche 7 bildet. Die Hohlfußhülse 2 bzw. das Manschettenstück 4 und das Napfstück 5 bestehen in der Regel aus einem Kunststoff, können aber auch aus einem Metall bestehen. Die Tragfähigkeit der Hohlfußhülse 2 ist relativ gering. Wenn die Hohlfußhülse mit ausgehärtetem Estrich gefüllt ist, liegt ein voll tragfähiger Fuß vor.

    [0013] Gemäß Fig. 2 ist das Napfstück 5 an der Außenseite über seine Länge mit einem Gewinde versehen, das in ein Ge­winde 8 an der Innenseite des Manschettenstückes 4 greift. Die beiden Gewinde bilden eine radial ineinan­der greifende und fein veränderbare Riegeleinrichtung dar. An der Innenseite des Bodens des Napfstückes 5 ist zum Ansetzen eines Schraubwerkzeuges eine Einrich­tung 9 vorgesehen, die als aufwärtsragender Steg aus­gebildet ist. Gemäß Fig. 3 weisen das Manschettenstück 4 und das Napfstück 5 an zwei einander gegenüberliegen­ den Seiten je eine vertikale Reihe von Löchern 10 auf und ist ein Steckbolzen 11 durch zwei Paare vonein­ander zugeordneten Löchern 10 waagerecht gesteckt. Jedes Loch 10 weist in Fußlängsrichtung eine Abmessung 12 auf, die erheblich größer ist als die entsprech­ende Abmessung, d.h. der Durchmesser des Steckbolzens 11. Die vergrößerten Löcher und der Stekkbolzen bil­den eine radial ineinander greifende und fein veränder­bare Riegeleinrichtung. Wenn der eingegossene Estrich ausgehärtet ist, so füllt er auch die ineinander über­gehenden Löcher 10 des Manschettenstükkes 5 und des Napfstückes 4.


    Ansprüche

    1. Trägerplatte für einen Hohlraumboden, bei der eine großflächige Bauplatte mit einer Viel­zahl von Durchbrüchen versehen ist,
    an die jeweils eine nach oben offene und nach unten geschlossene ausgießbare Hohlfußhülse anschließt, die an der Trägerplatte unter Abstützung am Rand des Durchbruches angebracht ist
    und in der Länge sowohl grob hinsichtlich Installa­tionshöhe als auch fein zwecks Ausgleich von Boden­unebenheiten veränderbar ist, und
    bei der jede der Hohlfußhülsen ein an der Bauplatte angebrachtes, in sich steifes Manschettenstück und ein in dem Manschettenstück in Fußlängsrichtung ver­schiebbares, in sich steifes Napfstück aufweist, wobei eine Feststellung des Napfstückes gegenüber Verschiebung in Fußlängsrichtung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zum Feststellen des Napfstückes (5) am Manschettenstück (4) jeweils eine radial ineinandergreifende Riegeleinrichtung (8, 10, 11) vorgesehen ist und
    daß im aufgestellten Zustand der Trägerplatte einige der Hohlfußhülsen (2) bezüglich der groben Installa­tionshöhe ineinandergreifend verriegelt sind, wäh­rend bei den anderen Hohlfußhülsen eine feine län­genmäßige Veränderung der Riegeleinrichtung durch­führbar ist.
     
    2. Trägerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß das Napfstück (5) mit einem Außengewinde in ein Innengewinde (8) des Manschettenstückes (4) geschraubt ist und innen eine Einrichtung (9) zum Ansetzen eines Schraubwerkzeuges aufweist.
     
    3. Trägerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß das Manschettenstück (4) und das Napfstück (5) mit in Fußlängsrichtung nebeneinander verlauf­enden Reihen von Löchern (10) versehen sind, durch zwei nebeneinander befindliche Löcher (10) beider Reihen ein Steckbolzen (11) gesteckt ist und die Abmessungen (12) der Löcher (10) in Fußlängsrich­tung gegenüber den entsprechenden Abmessungen des Steckbolzens (11) um die feine Längenveränderbar­keit größer sind.
     




    Zeichnung