[0001] Die Erfindung betrifft eine Trägerplatte für einen Hohlraumboden, bei der eine großflächige
Bauplatte mit einer Vielzahl von Durchbrüchen versehen ist, an die jeweils eine
nach oben offene und nach unten geschlossene ausgießbare Hohlfußhülse anschließt,
die an der Trägerplatte unter Abstützung am Rand des Durchbruches angebracht ist
und in der Länge sowohl grob hinsichtlich Installationshöhe als auch fein zwecks
Ausgleich von Bodenunebenheiten veränderbar ist, und bei der jede der Hohlfußhülsen
ein an der Bauplatte angebrachtes, in sich steifes Manschettenstück und ein in dem
Manschettenstück in Fußlängsrichtung verschiebbares, in sich steifes Napfstück aufweist,
wobei eine Feststellung des Napfstückes gegenüber Verschiebung in Fußlängsrichtung
vorgesehen ist.
[0002] Hohlraumböden werden in der Regel mit Installationshöhen von 40 - 80 mm hergestellt,
so daß die Füße der Trägerplatten entsprechend von 40 - 80 mm verschieden lang sind.
Wenn die Längen der Füße einer Trägerplatte fest eingestellt sind, so wird die Trägerplatte
auf einem unebenen Unterboden nur mit wenigen Füßen aufstehen, wogegen die anderen
Füßen in der Luft frei enden und keine Stützfunktion ausüben. Diese Schwierigkeit
wird in der DE-OS 37 22 599 berücksichtigt, indem eine Trägerplatte durch eine Vielzahl
kleinerer, kleinflächiger Trägerelemente mit jeweils nur drei, im Dreieck angeordneten
Füßen ersetzt wird, da bei diesen Trägerelementen stets alle drei Füße auch auf unebenem
Unterboden aufstehen. Diese Bauweise verlangt die Abdeckung der Trennfugen zwischen
der Vielzahl von Trägerelementen mit einer Folie und verlangt an den Trägerelementen
fertige Füße, welche die Belastung des fertigen Hohlraumbodens aufnehmen können.
[0003] Bei einer durch die Praxis bekannten Trägerplatte ist im aufgestellten Zustand eine
feine längenmäßige Veränderung von Hohlfußhülsen bei festgestellter großer Installationshöhe
vorgesehen. Es sind die Hohlfußhülsen ziehharmonikaartig zusammenschiebbare Schläuche,
die nach dem Ausgießen mit Fließestrich und dem Erstarren des Fließestrichs fertige,
vollbelastbare Füße sind. Die Trägerplatte wird zunächst provisorisch auf Hilfsstelzen
aufgestellt, welche sich zwischen dem Unterboden und der Bauplatte erstrecken und
die Installationshöhe bestimmen. Beim Ausgießen mit Fließestrich werden die Schläuche,
die als Hohlfußhülsen vorgesehen sind, nach unten bis zur Anlage an den Unterboden
gestreckt, wodurch Bodenunebenheiten ausgeglichen werden.
[0004] Bei einer bekannten (DE-PS 34 38 872) Trägerplatte der eingangs genannten Art sind
das Manschettenstück und das Napfstück gegeneinander durch Reibungsschluß in vorgegebener
Höheneinstellung festsetzbar. Dabei kann der Reibungsschluß ausreichen, um ein Begehen
der Bauelemente zuzulassen. Auch hier läßt es sich nicht verhindern, daß dann wenn
die Trägerplatte mit gleichlang eingestellten Hohlfußhülsen aufgestellt wird, die
Trägerplatte auf einem unebenen Unterboden nur mit wenigen Füßen aufsteht, wogegen
die anderen Füße in der Luft frei enden und keine Stützfunktion ausüben.
[0005] Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, auf preiswerte Weise eine Trägerplatte
der eingangs genannten Art, bei der Hohlfußhülsen auf eine bestimmte Installationshöhe
voreinstellbar sind und die im aufgestellten Zustand auf voreingestellten Hohlfußhülsen
ruht, derart zu schaffen, daß eine Anpassung an Bodenunebenheiten durch Feinverstellung
der Länge von Hohlfußhülsen ge geben ist. Die erfindungsgemäße Trägerplatte ist,
diese Aufgabe lösend, dadurch gekennzeichnet, daß zum Feststellen des Napfstückes
am Manschettenstück jeweils eine radial ineinandergreifende Riegeleinrichtung vorgesehen
ist und daß im aufgestellten Zustand der Trägerplatte einige der Hohlfußhülsen bezüglich
der groben Installationshöhe ineinandergreifend verriegelt sind, während bei den anderen
Hohlfußhülsen eine feine längenmäßige Veränderung der Riegeleinrichtung durchführbar
ist.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Trägerplatte erfolgt sowohl die Aufstellung mit vorgegebener
Installationshöhe als auch die Feinanpassung an Bodenunebenheiten mittels der Hohlfußhülsen.
Provisorische Hilfsstelzen entfallen, da die im aufgestellten Zustand tragenden Hohlfußhülsen
diejenigen Belastungen aufnehmen können, die beim Fertigstellen des Hohlraumbodens
auftreten. Sowohl die grobe als auch die feine Längeneinstellung werden mittels der
gleichen Einrichtung durchgeführt. Die Hohlfußhülsen sind zweiteilig, um die Einstellung
der Installationshöhe und die Anpassung der Bodenunebenheiten an der Baustelle zu
erreichen bzw. durchzuführen. Die aufgestellte Trägerplatte ist zunächst durch einige
Hohlfußhülsen für ein Begehen fest abgestützt und die anderen Hohlfußhülsen werden
bei aufgestellter Trägerplatte fein zwecks Ausgleichs von Bodenunebenheiten verändert.
Beim fertigen Hohlboden tragen alle Hohlfußhülsen.
[0007] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn das Napfstück mit einem Außengewinde
in ein Innengewinde des Manschettenstückes geschraubt ist und innen eine Einrichtung
zum Ansetzen eines Schraubwerkzeuges aufweist. Es werden alle Hohlfußhülsen durch
Schrauben auf die gewünschte Installationshöhe eingestellt. Bei aufgestellter Trägerplatte
werden diejenigen Napfstücke, die aufgrund von Bodenunebenheiten noch frei enden,
durch Schrauben zur Anlage an den Unterboden gebracht, so daß alle Hohlfußhülsen starr
stützende Funktion haben können. Sodann werden die Hohlfußhülsen mit Estrich ausgegossen
und wird die Bauplatte mit einer Estrichschicht belegt.
[0008] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es auch, wenn das Manschettenstück und das
Napfstück mit in Fußlängsrichtung nebeneinander verlaufenden Reihen von Löchern versehen
sind, durch zwei nebeneinander befindliche Löcher beider Reihen ein Steckbolzen gesteckt
ist und die Abmessungen der Löcher in Fußlängsrichtung gegenüber den entsprechenden
Abmessungen des Steckbolzens um die feine Längenveränderbarkeit größer sind. Es werden
alle Hohlfußhülsen durch Stecken auf die gewünschte Installationshöhe eingestellt.
Bei aufgestellter Trägerplatte ist die Trägerplatte von den Hohlfußhülsen gestützt,
die sich in höheren Unterbodenbereichen befinden, wobei der Steckbolzen am unteren
Lochrandbereich des Napfstückes und am oberen Lochrandbereich des Manschettenstückes
anliegt. Bei den anderen Hohlfußhülsen ist das Napfstück in Anlage an tiefere Unterbodenbereiche
gerutscht, wobei der Steckbolzen vom unteren Lochrandbereich des Napfstückes und vom
oberen Lochrandbereich des Manschettenstückes Abstand aufweist. Sodann werden die
Hohlfußhülsen mit Estrich ausgegossen und wird die Bauplatte mit einer Estrichschicht
belegt. Erst wenn der Estrich gehärtet ist, haben die in tieferen Unterbodenbereichen
befindlichen Hohlfußhülsen als fertige Füße eine starr stützende Funktion.
[0009] In der Zeichnung sind zwei bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung dargestellt
und zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Trägerplatte für einen Hohlraumboden,
Fig. 2 einen Schnitt eines Bereiches der Trägerplatte gemäß Fig. 1 mit der ersten
Ausführungsform einer Hohlfußhülse, in einem gegenüber Fig. 1 vergrößerten Maßstab,
und
Fig. 3 eine Darstellung gemäß Fig. 2 mit der zweiten Ausführungsform einer Hohlfußhülse.
[0010] Die Trägerplatte gemäß Fig. 1 weist eine rechteckige Bauplatte 1 auf, die z.B. eine
Gipskartonplatte, eine Gipsfaserplatte, eine Spanplatte oder eine Zementfaserplatte
ist. Die Bauplatte 1 ist steif und so dick, daß sie begehbar ist. Die Bauplatte 1
ist mit drei auf Abstand voneinander angeordneten Reihen von Hohlfußhülsen 2 bestückt,
die in der Reihe einen Abstand von ca. 20 - 30 cm voneinander haben und in Durchbrüchen
3 von z.B. 60 mm Durchmesser stecken. Die Trägerplatte hat nur einen kleinen Prozentsatz
der Endtragfähigkeit des fertigen Hohlraumbodens, z.B. eine Tragfähigkeit von 1kN/m².
Die Hohlfußhülsen 2 sind auf Installationshöhen von 40 - 80 mm stufenlos einzustellen.
Es ist wahlweise auch möglich, die Hohlfußhülsen 2 so auszubilden, daß sie für Installationshöhen
von 70 - 110 mm geeignet sind.
[0011] Die Trägerplatte gemäß Fig. 1 wird verarbeitet, indem eine Vielzahl solcher Trägerplatten
auf einem Unterboden aufgestellt werden. Die Hohlfußhülsen werden auf Bodenunebenheiten
eingestellt, so daß sie alle am Unterboden anliegen. Die Stoßfugen der aneinander
gelegten Trägerplatten werden mit Streifen überklebt. Es wird gießfähiger wässriger
Estrich aufgegossen und verteilt, so daß sich die Hohlfußhülsen mit wässrigem Estrich
füllen. In der Regel wird selbst nivellierender Fließestrich aufgegossen. Wenn der
Estrich ausgehärtet ist, ist der Hohlraumfußboden zumindest im Rohzustand fertig und
weist dann eine Endtragfähigkeit von z.B. 30kN/m² auf.
[0012] Bei den beiden Ausführungsformen gemäß Fig. 2 und 3 sind die Hohlfußhülsen 2 jeweils
zweiteilig, d.h. aus einem Manschettenstück 4 und einem eingeschobenen Napfstück
5 zusamengesetzt. Die Hohlfußhülsen 2 sind im Querschnitt rund und mit dem Manschettenstück
4 in den runden Durchbruch 3 eingepreßt oder eingeschraubt. Das Manschettenstück
4 ist im wesentlichen ein Rohrstück, das außen eine seitlich vorspringende Stütze
6 aufweist, die an der Unterseite der Bauplatte 1 anliegt. Die Stütze 6 ist z.B.
eine Reihe von nasenartigen Vorsprüngen. Gemäß Zeichnung ist die Stütze 6 ein rundum
laufender Sims, der sich im Querschnitt radial nach außen verjüngt. Die Stütze 6
ist in der oberen Hälfte des Manschettenstückes 4 vorgesehen. Das Napfstück 5 hat
unten einen Boden, der nach unten hin eine ebene Stellfläche 7 bildet. Die Hohlfußhülse
2 bzw. das Manschettenstück 4 und das Napfstück 5 bestehen in der Regel aus einem
Kunststoff, können aber auch aus einem Metall bestehen. Die Tragfähigkeit der Hohlfußhülse
2 ist relativ gering. Wenn die Hohlfußhülse mit ausgehärtetem Estrich gefüllt ist,
liegt ein voll tragfähiger Fuß vor.
[0013] Gemäß Fig. 2 ist das Napfstück 5 an der Außenseite über seine Länge mit einem Gewinde
versehen, das in ein Gewinde 8 an der Innenseite des Manschettenstückes 4 greift.
Die beiden Gewinde bilden eine radial ineinander greifende und fein veränderbare
Riegeleinrichtung dar. An der Innenseite des Bodens des Napfstückes 5 ist zum Ansetzen
eines Schraubwerkzeuges eine Einrichtung 9 vorgesehen, die als aufwärtsragender Steg
ausgebildet ist. Gemäß Fig. 3 weisen das Manschettenstück 4 und das Napfstück 5 an
zwei einander gegenüberliegen den Seiten je eine vertikale Reihe von Löchern 10 auf
und ist ein Steckbolzen 11 durch zwei Paare voneinander zugeordneten Löchern 10 waagerecht
gesteckt. Jedes Loch 10 weist in Fußlängsrichtung eine Abmessung 12 auf, die erheblich
größer ist als die entsprechende Abmessung, d.h. der Durchmesser des Steckbolzens
11. Die vergrößerten Löcher und der Stekkbolzen bilden eine radial ineinander greifende
und fein veränderbare Riegeleinrichtung. Wenn der eingegossene Estrich ausgehärtet
ist, so füllt er auch die ineinander übergehenden Löcher 10 des Manschettenstükkes
5 und des Napfstückes 4.
1. Trägerplatte für einen Hohlraumboden, bei der eine großflächige Bauplatte mit einer
Vielzahl von Durchbrüchen versehen ist,
an die jeweils eine nach oben offene und nach unten geschlossene ausgießbare Hohlfußhülse
anschließt, die an der Trägerplatte unter Abstützung am Rand des Durchbruches angebracht
ist
und in der Länge sowohl grob hinsichtlich Installationshöhe als auch fein zwecks
Ausgleich von Bodenunebenheiten veränderbar ist, und
bei der jede der Hohlfußhülsen ein an der Bauplatte angebrachtes, in sich steifes
Manschettenstück und ein in dem Manschettenstück in Fußlängsrichtung verschiebbares,
in sich steifes Napfstück aufweist, wobei eine Feststellung des Napfstückes gegenüber
Verschiebung in Fußlängsrichtung vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zum Feststellen des Napfstückes (5) am Manschettenstück (4) jeweils eine radial
ineinandergreifende Riegeleinrichtung (8, 10, 11) vorgesehen ist und
daß im aufgestellten Zustand der Trägerplatte einige der Hohlfußhülsen (2) bezüglich
der groben Installationshöhe ineinandergreifend verriegelt sind, während bei den
anderen Hohlfußhülsen eine feine längenmäßige Veränderung der Riegeleinrichtung durchführbar
ist.
2. Trägerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Napfstück (5) mit einem Außengewinde in ein Innengewinde (8) des Manschettenstückes
(4) geschraubt ist und innen eine Einrichtung (9) zum Ansetzen eines Schraubwerkzeuges
aufweist.
3. Trägerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Manschettenstück (4) und das Napfstück (5) mit in Fußlängsrichtung nebeneinander
verlaufenden Reihen von Löchern (10) versehen sind, durch zwei nebeneinander befindliche
Löcher (10) beider Reihen ein Steckbolzen (11) gesteckt ist und die Abmessungen (12)
der Löcher (10) in Fußlängsrichtung gegenüber den entsprechenden Abmessungen des
Steckbolzens (11) um die feine Längenveränderbarkeit größer sind.