(19)
(11) EP 0 416 497 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.03.1991  Patentblatt  1991/11

(21) Anmeldenummer: 90116846.8

(22) Anmeldetag:  03.09.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65D 63/10, B65B 13/32, B65B 51/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 04.09.1989 DE 8910534 U

(71) Anmelder: Lücke, Otto
D-42285 Wuppertal (DE)

(72) Erfinder:
  • Lücke, Otto
    D-42285 Wuppertal (DE)

(74) Vertreter: Rieder, Hans-Joachim, Dr. et al
Rieder & Partner Anwaltskanzlei Postfach 11 04 51
42304 Wuppertal
42304 Wuppertal (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Packstück oder dergleichen mit Kunststoffband-Umreifung


    (57) Die Erfindung betrifft ein Packstück oder dergleichen mit einer Kunststoffband-Umreifung (2), deren Bandenden (3, 4) flächendeckend aufeinanderliegen und miteinander verschweißt sind, und schlägt zur Erzielung einer optima­len Handhabung vor, daß das oberseitig liegende, nur in Teilbereichen der Überdeckung mit dem unterseitig ange­ordneten Band verschweißte Bandende (4) in eine freivor­stehende Anfasslasche (9) ausläuft.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Packstück oder dergleichen mit einer Kunststoffband-Umreifung, deren Bandenden flächendeckend aufeinanderliegen und miteinander ver­schweißt sind.

    [0002] Das Öffnen der mit einer Kunststoffband-Umreifung ver­sehenen Packstücke verlangt ein Durchtrennen des Kunst­stoffbandes mit einem Messer, Schere etc.. Ein Lösen auf andere Weise ist nicht möglich. Da jedoch Schneidwerkzeu­ge nicht stets greifbar sind, müssen diese herbeigeholt werden verbunden mit einem größeren Aufwand.

    [0003] Dem Gegenstand der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Packstücke mit einer solchen Kunststoffband-Umreifung anzugeben, welche sich kurzfristig ohne Schneidwerkzeug­einsatz öffnen läßt.

    [0004] Gelöst wird diese Aufgabe bei einer gattungsgemäßen Ausgestaltung dadurch, daß das oberseitig liegende, nur in Teilbereichen der Überdeckung mit dem unterseitig angeordneten Band verschweißte Bandende in eine frei vorstehende Anfasslasche ausläuft.

    [0005] Zufolge derartiger Ausgestaltung ist ein Packstück mit einer Kunststoffband-Umreifung der in Rede stehenden Art angegeben, welches sich schneidwerkzeuglos kurzfristig öffnen läßt, ohne jedoch die Haltekraft der Kunststoff­band-Umreifung zu benachteiligen. Die Verschweißung der Bandenden erfolgt nur in Teilbereichen der Überdeckung derart, daß das oberseitig liegende Bandende in eine freivorstehende Anfasslasche ausläuft. Diese bildet die Handhabe, wenn die Kunststoffband-Umreifung gelöst wer­den soll. Nach Ergreifen der Anfasslasche ist diese entgegen ihres Verlaufes in entgegengesetzte Richtung zu bewegen unter nacheinander erfolgendem Aufschälen der Teilbereich-Verschweißungsstellen. Dieser Trennvorgang muß willensbetont geschehen. Am Packstück vorliegende Umschnürungs-Spannungen vermögen nicht, die entsprechen­de Verschweißung zu lösen. Das bedeutet, daß die aus mehreren Teilbereichen bestehende Schweißverbindungszone eine größere Reißfestigkeit besitzt als der Aufschälwi­derstand. Die Anfasslasche kann in einfacher Weise da­durch gebildet werden, daß ein entsprechender Abstand zwischen der Schweißverbindungszone und dem abschneiden­den Trennmesser der Umreifungsmaschine gewählt wird. Das bedeutet, daß im Grunde genommen keine zusätzlichen Maßnahmen vorzunehmen sind.

    [0006] Eine vorteilhafte Weiterbildung ist darin zu sehen, daß die Teilbereich-Verschweißung durch mit Abstand hinter­einander- und querliegende, geradlinige Schweißzonen gebildet ist. Die Kraft, die erforderlich ist, die Teil­bereich-Verschweißung zu lösen, entspricht daher derjeni­gen, die benötigt wird, um eine geradlinige Schweißzone aufzutrennen. Dagegen tragen die vorzugsweise hinterein­derliegenden Teilbereichs-Schweißzonen insgesamt zur Reißfestigkeit der Teilbereich-Verschweißung bei. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, daß durch die der Anfasslasche benachbarte geradlinige Schweißzone eine Biegestelle entsteht, so daß die Anfasslasche einen leicht abgespreizten Verlauf zu den Bandenden einnimmt. Demgemäß kann die Anfasslasche bequem ergriffen werden, um danach die hintereinanderliegenden, quergerichteten, geradlinigen Schweißzonen durch Schälvorgang zu trennen. Verpackungstechnisch erweisen sich die Anfasslaschen jedoch nicht als störend. Bei einem Aufeinanderstapeln von mehreren Packstücken werden dann die entsprechenden Anfasslaschen in Anlage zur Umreifung gebracht. Sobald sie jedoch druckentlastet werden, spreizen sie sich leicht ab in die bequeme Anfassstellung.

    [0007] Handhabungstechnische Vorteile werden dadurch geschaf­fen, daß der freie Überstand der Anfasslasche etwa der doppelten Breite des Bandes und die Breite der Schweißzo­ne etwa der Dicke des Bandes entspricht. Versuche haben ergeben, daß diese Länge des freien Überstandes aus­reicht, um die Anfasslasche genügend fest greifen zu können. Ein längerer Überstand ist daher nicht erforder­lich, so daß die anmeldungsgemäße Lösung materialsparen­de Umreifungen zuläßt. Anfasslasche und Breite der Schweißzone sind dabei so aufeinander abgestimmt, daß die vorgenannte Länge des Überstandes der Anfasslasche ausreicht, um die Schweißzonen nacheinander aufzutren­nen.

    [0008] Schließlich ist es noch von Vorteil, einen wellenförmi­gen Verlauf mindestens des oberseitig liegenden Banden­des im Bereich der Teilbereich-Verschweißung vorzusehen, was noch dazu beiträgt, die Reißfestigkeit zu erhöhen, ohne jedoch sich nachteilig auf den Aufschälwiderstand auszuwirken.

    [0009] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figuren 1 bis 4 erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 ein mit einer Kunststoffband-Umreifung versehe­nes Packstück,

    Fig. 2 in perspektivischer Darstellung eine Aus­schnittsvergrößerung des Bereiches II in Fig. 1,

    Fig. 3 einen Längsschnitt durch die Bandenden unter Veranschaulichung der mit Abstand hintereinan­der- und querliegenden, geradlinigen Schweißzo­nen mit leicht abgespreizter Anfasslasche und

    Fig. 4 eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung, jedoch während des Aufschälens der Schweißver­bindungszonen.



    [0010] In Fig. 1 ist mit der Ziffer 1 ein Packstück bezeichnet, welchem eine Kunststoffband-Umreifung 2 zugeordnet ist. Deren Bandenden 3,4 liegen flächendeckend aufeinander und sind miteinander verscheißt.

    [0011] Das Verbinden der Bandenden erfolgt durch eine Teilbe­reich-Verschweißung 5, welche durch mit Abstand hinter­einander- und querliegende, geradlinige Schweißzonen 6,7 und 8 gebildet ist. Nach Erhitzen der Kunststoff-Banden­den 3,4, die von nicht veranschaulichten Greifern einer Umreifungsmaschine gehalten sind, werden durch nicht dargestellte Druckbacken die Bandenden gegeneinanderge­drückt, so daß sich danach ein wellenförmiger Verlauf des oberen Bandendes 4 im Berech der Teilbereich-Ver­schweißung 5 ergibt. Zu diesem Zweck kann die Druckbacke mit vorstehenden Stegen ausgerüstet sein. Möglich wäre es auch, zusätzlich die andere Druckbacke mit vorstehen­den Stegen auszustatten.

    [0012] Nach dem Schweißvorgang erfolgt das Durchtrennen des Kunststoffbandes derart, daß das oberseitig liegende Bandende 4 in eine Anfasslasche 9 ausläuft. Der freie Überstand A dieser Anfasslasche 9 entspricht etwa der doppelten Breite B des Bandes. Ferner ist eine Breite c der Schweißzonen gewählt, welches Maß etwa der Dicke D des Bandes entspricht.

    [0013] Die vorgenannten Stege der einen Druckbacke erzeugen auf Höhe der Schweißzonen 6,7,8 Eindrückungen 10,11,12 an dem oberen Bandende 4. Durch die der Anfaßlasche 9 be­nachbarte Eindrückung 12 wird eine Verformung erzeugt, aufgrund welcher sich die Anfasslasche 9 vom unterseiti­gen Bandende 3 abspreizt. Der entsprechende Abspreizwin­kel liegt bevorzugtermaßen im Bereich zwischen 10 und 30°.

    [0014] Nach Umschnüren des Packstücks 1 mit einer entsprechen­den Spannung greifen an der Teilbereich-Verschweißung 5, welche die Schweißzonen 6,7,8 ausbildet, entsprechende Reißkräfte an. Diese führen jedoch nicht zu einem Lösen der Schweißverbindung.

    [0015] Um ein Lösen der Kunststoffband-Umreifung 2 vornehmen zu können, ist die Lasche 9 vorzugsweise zwischen Zeigefin­ger und Daumen zu erfassen unter Verschwenken der Anfaß­lasche schräg zur Pfeilrichtung x oder in dieser Rich­tung, einhergehend mit einem größer werdenden Winkel zwischen Anfasslasche und Bandende 3. Überlagernd zu dieser Schwenkbewegung ist eine Kraft P in der in Fig. 4 veranschaulichten Pfeilrichtung auszuüben verbunden damit, daß die Schweißzonen 6,7,8 nacheinander durch Aufschälen getrennt werden. In Fig. 4 ist eine Zwischen­stellung veranschaulicht. Diese zeigt, daß die der An­fasslasche 9 benachbarte Schweißzone 8 zertrennt worden ist. Dieses Aufschälen kann mit relativ geringen Kraft­aufwand geschehen. Dennoch ist durch die Teilbereich-Ver­schweißung 5 eine feste Verbindung gegeben, die sich dadurch auszeichnet, daß die Reißfestigkeit größer ist als der Aufschälwiderstand.

    [0016] Alle in der Beschreibung erwähnten und in der Zeichnung dargestellten neuen Merkmale sind erfindungswesentlich, auch soweit sie in den Ansprüchen nicht ausdrücklich beansprucht sind.


    Ansprüche

    1. Packstück oder dergleichen mit einer Kunststoffband-­Umreifung (2), deren Bandenden (3,4) flächendeckend aufeinanderliegen und miteinander verschweißt sind, dadurch gekennzeichnet, daß das oberseitig liegende, nur in Teilbereichen der Überdeckung mit dem unterseitig angeordneten Band verschweißte Bandende (4) in eine freivorstehende Anfasslasche (9) ausläuft.
     
    2. Packstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilbereich-Verschweißung (5) durch mit Abstand hintereinander- und querliegende, geradlinige oder voll­flächige Schweißzonen (6,7,8) gebildet ist.
     
    3. Packstück, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der freie Überstand (A) der Anfasslasche (9) etwa der doppelten Breite (B) des Bandes entspricht und die Brei­te (C) der Schweißzonen (6,7,8) etwa der Dicke (D) des Bandes entspricht.
     
    4. Packstück, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche gekennzeichnet durch einen wellenförmigen Verlauf mindestens des oberseitig liegen­den Bandendes (4) im Bereich der Teilbereich-Verschweis­sung 5.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht