[0001] Für die Ausrüstung von Substraten, besonders Textilmaterial, mit Aminopolysiloxanen
ist eine möglichst feine Verteilung derselben in der Behandlungsflotte erwünscht,
und so hat man Aminopolysiloxane unter Verwendung bestimmter Techniken und/oder Tenside
in Wasser, zur Bildung feinteiliger Emulsionen bis Mikroemulsionen, emulgiert. Aus
der EP 138 192 A ist z.B. bekannt, solche Mikroemulsionen über ein Ölkonzentrat, unter
Verwendung bestimmter öllöslicher Tenside, und durch rasches Einrühren des Ölkonzentrates
in Wasser herzustellen, wobei die Feinheit der Emulsion von der Geschwindigkeit der
Dispergierung abhängt. Bekanntlich weisen solche Emulsionen die in der EP 358 652
A aufgezeigten Mängel bezüglich Typkonformität und Wärmestabilität auf. Aus der EP
358 652 ist es bekannt, bestimmte Aminopolysiloxane unter Verwendung bestimmter wasserlöslicher,
insbesondere stickstoff-freier Emulgatoren und von Säure, als Mikroemulsionen zu
formulieren.
[0002] Die genannten Mikroemulsionen weisen eine bestimmte Stabilität auf. In der Technik
- insbesondere im Gebiet der Textilbehandlung - bestand aber immer noch ein Bedarf
an Aminopolysiloxanmikroemulsionen, die genügend scherkraftstabil wären, um auch bei
sehr hoher dynamischer Beanspruchung der Textilbehandlungsflotte stabil zu bleiben,
d.h. um ihre Feinverteilung in der Behandlungsflotte und folglich ihre Wirksamkeit
(z.B. ihr Aufziehvermögen auf das Substrat) beizubehalten und um durch Destabilisierung
verursachte Silikonablagerungen auf der behandelten Ware (was zu den gefürchteten
Silikonflecken führt) und an Apparteteilen (was sowohl die behandelte Ware durch Silikonabschmierungen
als auch den einwandfreien Betrieb der Apparatur beeinträchtigt und aufwändiges Reinigen
der Apparatur erfordert) zu vermeiden.
[0003] Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß unter Verwendung von amphoteren -
insbesondere stickstoffhaltigen - Tensiden (β), wie unten definiert, und Einstellen
des pH-Wertes wie unten definiert, wäßrige Aminopolysiloxanmikroemulsionen hoher Scherkraftstabilität,
insbesondere wie unten beschrieben, hergestellt werden können.
[0004] Die Erfindung betrifft emulgatorhaltige wäßrige Mikroemulsionen von Aminopolysiloxanen,
wie unten definiert, deren Herstellung und deren Verwendung.
[0005] Gegenstand der Erfindung sind wäßrige Mikroemulsionen eines Aminopolysiloxans (α),
die durch einen Gehalt an einem amphoteren Tensid (β) und einen PH ≦ 7 gekennzeichnet
sind.
[0006] Der Begriff Mikroemulsion wird hier im allgemeinsten Sinn des Wortes verwendet und
umfaßt flüssige Systeme in welchen die Komponenten in der kontinuierlichen Phase
so fein verteilt sind, daß die deutliche Zweiphasensysteme bis zu kolloidalen Lösungen
darstellen. Als Mikroemulsionen werden insbesondere hier solche verstanden, die translucent
bis transparent (lichtdurchlässig bis optisch klar) sind, im wesentlichen solche mit
einem durchschnittlichen Teilchendurchmesser (Nummerndurchschnitt) der dispergierten
Teilchen ≦ 0,2µm, vorzugsweise ≦ 0,1µm, vornehmlich worin der Teilchendurchmesser
der dispergierten Teilchen vorwiegend ≦ 0,2µm, vorzugsweise ≦ 0,1µm ist.
[0007] Als Aminopolysiloxane (α) eignen sich im allgemeinen beliebige Aminopolysiloxane
mit polykationischem Charakter, im wesentlichen solche, die aus wiederkehrenden Dimethylsiloxyeinheiten
und Aminosiloxyeinheiten (insbesondere aliphatischen Aminosiloxyeinheiten worin die
Aminogruppe über Kohlenstoff an Si gebunden ist) aufgebaut sind. Sie können einen
linearen Aufbau oder auch einen verzweigten und/oder vernetzten Aufbau aufweisen.
Die Endgruppen können einen reaktiven Substituenten, insbesondere z.B. -OH, enthalten
oder gegebenenfalls blockiert sein; eine bevorzugte blockierte Endgruppe ist die Trimethylsiloxygruppe.
[0008] Vorzugsweise sind die erfindungsgemäß einzusetzenden Aminopolysiloxane aus wiederkehrenden
Einheiten der folgenden Formeln aufgebaut

worin A einen zweiwertigen Kohlenwasserstoffrest mit 2-6 Kohlenstoffatomen,
B Wasserstoff, C₁₋₄-Alkyl oder -(CH₂)
m-NH₂,
m 2 oder 3,
Z -CH₃ oder -O-X
und X Wasserstoff, Methyl oder die Bindung zu Resten der untenstehenden Formeln (c)
oder (d) oder einen Polysiloxanrest aus Einheiten (a) und/oder (b)
bedeuten.
[0009] Die Endgruppen der Aminopolysiloxanketten entsprechen vorzugsweise den Formeln (c)
und/oder (d)

worin Y Methyl, Methoxy oder Hydroxy bedeutet.
[0010] In den Formeln (b) und (d) steht A vorzugsweise für einen aliphatischen monoäthylenisch
ungesättigten oder bevorzugt gesättigten Kohlenwasserstoffrest mit 3-4 Kohlenstoffatomen,
insbesondere Propylen-1,3 oder 2-Methyl-propylen-1,3.
[0011] B steht vorzugsweise für Wasserstoff, Aminoäthyl oder Aminopropyl, insbesondere
für Aminoäthyl.
[0012] Z steht vorzugsweise für Methyl.
[0013] Vorteilhaft weisen die Aminopolysiloxane (α) eine Viskosität im Bereich von 500-30'000,
vornehmlich 700-20'000, vorzugswseise 1000-15'000 cP auf (Brookfield Rotationsviskosimeter
RV, Spindel Nr. 5, 20°C). Die Aminzahl der Aminopolysiloxane (α) liegt vorteilhaft
im Bereich von 0,1-3,0, vorzugsweise 0,3-1,2.
[0014] Schematisch können die erfindungsgemäß einzusetzenden Aminopolysiloxane (α) durch
die folgende allgemeine Formel dargestellt werden

worin W₁ und W₂ jeweils eine Gruppe der Formel (c) oder (d) bedeuten, das Molekül
mindestens eine Gruppe der Formel (b) aufweist und die Indices x und y so gewählt
werden, daß das Polymere die oben-angegebenen Werte für Aminzahl und Viskosität aufweist.
Das Verhältnis der Anzahl Dimethylsiloxyeinheiten zur Anzahl Aminosiloxyeinheiten,
insbesondere der Formel

liegt vorteilhaft im Bereich von 3/1 bis 300/1, vorzugsweise 10/1 bis 100/1.
[0015] Die Aminopolysiloxane können auf an sich bekannte Weise oder analog zu bekannten
Methoden hergestellt werden, z.B. durch Aminoalkylierung von Polysiloxanen, die reaktive
Si-gebundene Wasserstoffatome aufweisen, oder vornehmlich durch Copolymerisation von
aminogruppenhaltigen Silanen mit nicht-ionogenen Mono- oder Polysiloxanen, vorzugsweise
mit α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxanen, vorteilhaft mit einem durchschnittlichen
Molekulargewicht M
n im Bereich von 500 bis 10'000, vorzugsweise 1000 bis 7000, oder cyclischen Siloxanen,
z.B. Octamethylcyclotetrasiloxan. Als Aminosilane kommen vornehmlich aminosubstituierte
Trimethoxysilane oder Dimethoxymethylsilane in Betracht, worin die Aminogruppe über
Kohlenstoff an das Siliciumatom gebunden ist und vornehmlich der Formel -A-NH-B entspricht.
Bevorzugte Reste -A-NH-B sind γ-Aminopropyl und γ-(β-Aminoäthylamino)-propyl.
[0016] Die Aminoalkylierung kann unter an sich bekannten Bedingungen unter Verwendung üblicher
Aminoalkylierungsmittel erfolgen.
[0017] Die Copolymerisation kann auf an sich bekannte Weise durchgeführt werden, vornehmlich
durch Umsetzung der Reaktionsteilnehmer bei mäßiger oder erhöhter Temperatur, insbesondere
bei Temperaturen im Bereich von 15-180°C, gegebenenfalls in Gegenwart eines Katalysators
und gewünschtenfalls unter Einsatz von endblockierenden Gruppen, z.B. mit Hexamethyldisiloxan.
Als Katalysatoren können sowohl Säuren (insbesondere Ameisensäure, Essigsäure, Schwefelsäure,
saure Ionenaustauscher oder Trifluorethansulfonsäure) als auch Alkalimetall- oder
Ammoniumverbindungen, insbesondere Alkalimetall- oder Ammoniumsilanolate (z.B. Kalium-
oder Tetramethylamoniumsilanolat), Alkalimetallhydroxyde, -carbonate oder -bicarbonate
(z.B. Kaliumhydroxyd, Natriumhydroxyd oder Natriumbicarbonat) oder noch Benzyltrimethylammoniumhydroxyd
eingesetzt werden. Gewünschtenfalls kann in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels
polymerisiert werden, das dann, unter Polymerisationsbedingungen oder anschließend
entfernt, beispielsweise abdestilliert, werden kann.
[0018] Wird ein aminogruppenhaltiges Trimethoxysilan zur Einführung der Einheiten der Formel
(b) verwendet, kann je nach Umsetzungsbedingungen die Methoxygruppe Z zur Hydroxygruppe
verseift werden oder auch weiter an der Copolymerisation teilnehmen, so daß an dieser
Stelle eine Verzweigung des Copolymeren erfolgen kann.
[0019] Je nach gewählten Copolymerisationsbedingungen können die aminogruppenhaltigen Einheiten
im Molekül statistisch verteilt sein oder endständig sein oder wie in Blockpolymeren
gruppiert sein oder noch sich gegen die Extremitäten der linearen Ketten anhäufen.
[0020] Für die erfindungsgemäßen Mikroemulsionen sind diejenigen Aminopolysiloxane (α)
bevorzugt, die einen gegebenenfalls verzweigten, vorwiegend linearen Aufbau des Polysiloxangrundgerüstes
aufweisen, vorzugsweise solche worin Z Methyl bedeutet. Weiter sind diejenigen linearen
Polymere bevorzugt, die nicht endblockiert sind, im wesentlichen solche, worin in
den Gruppen (c) und (d) Y Hydroxy bedeutet.
[0021] Als amphotere Tenside (β) kommen vornehmlich solche in Betracht, die neben einem
Fettrest und einer anionischen Gruppe (bzw. Säuregruppe) im Molekül mindestens eine
tertiäre (in der dipolaren Form des Ampholyten protonierte) Aminogruppe oder quaternäre
Ammoniumgruppe enthalten, vornehmlich solche, wie in "Amphotheric Surfactants", Surfactants
Science Series, vol. 12 (Bernard R. Bluestein, Clifford L. Hilton, 1982) beschrieben
und insbesondere im Kapitel 1, auf den Seiten 2-7, 16-36 und 50-59, im Kapitel 2,
auf den Seiten 75-97, 113-119, 122-131, 133-143, 155, 159 und 160, und im Kapitel
3, auf den Seiten 178-203, 209, 219 und 220 aufgezählt, worunter diejenigen hier bevorzugt
sind, die auf den Seiten 30, 31, 77, 78, 87, 197 und 220 beschrieben sind. Vorteilhaft
werden als (β) solche amphoteren Tenside eingesetzt, worin (auf die nicht-dipolare
Form des Ampholyten bezogen) die Säuregruppe eine Carbon- oder Sulfonsäuregruppe
ist und der lipophile Rest über eine Carbamoylgruppe an den Rest des Moleküls gebunden
ist oder der 2-ständige Substituent eines amphoteren Imidazolins oder des Imidazoliniumringes
eines Betains der Imidazoliniumreihe ist. Vorzugsweise werden als amphotere Tenside
(β) solche der folgenden Formeln eingesetzt [wobei die Formeln (II) und (IV) die nicht-dipolare
Form des jeweiligen Ampholyten darstellen, diese aber auch - je nach pH - in der entsprechenden
dipolaren Form, z.B. als inneres Salz, vorliegen können]

worin R-CO- den Rest einer Fettsäure mit 8-24 Kohlenstoffatomen,
n eine Zahl von 2 bis 6,
R₁ Wasserstoff, C₁₋₄-Alkyl, Benzyl oder β-Hydroxy-äthyl oder -propyl,
R₂ C₁₋₄-Alkyl,
R₃ C₁₋₄-Alkyl, Benzyl oder β-Hydroxyäthyl oder -propyl,
G C₁₋₃-Alkylen oder 2-Hydroxy-propylen-1,3,
L eine Carboxy- oder Sulfogruppe
und Q⁻ ein Gegenion zum Ammoniumkation
bedeuten, oder Gemische davon.
[0022] R in den Formeln (IV) und (V) entspricht in der Bedeutung dem Symbol R in den Formeln
(II) und (III), d.h. es steht für einen entsprechenden aliphatischen Kohlenwasserstoffrests
mit 7-23 Kohlenstoffatomen.
[0023] Die quaternären Imidazoliniumverbindungen, die neben dem 2-ständigen Rest R die N-gebundenen
Reste R₃ und -G-L tragen, können gegebenenfalls auch in der isomeren Form

vorliegen. Der Einfachheit halber werden sie im folgenden nur mit der Formel (V)
angegeben.
[0024] Vorzugsweise ist R-CO- der Rest einer aliphatischen Fettsäure mit 12-18 Kohlenstoffatomen
und kann gesättigt oder auch ungesättigt sein. Folgende Fettsäurereste können erwähnt
werden: Lauroyl, Palmitoyl, Myristoyl, Oleoyl, Stearoyl, Behenoyl und Arachidoyl sowie
die Reste von technischen Fettsäuren, insbesondere der Talgfettsäure oder der Kokosfettsäure.
[0025] R₁ steht vorteilhaft für Methyl, Äthyl oder vorzugsweise β-Hydroxyäthyl.
[0026] R₂ steht vorzugsweise für Methyl.
[0027] R₃ steht vorteilhaft für Methyl, Äthyl oder β-Hydroxyäthyl, in der Formel (III) vorzugsweise
für Methyl und in der Formel (V) vorzugsweise für β-Hydroxyäthyl.
[0028] G steht vorteilhaft für Methylen, Äthylen oder Propylen-1,3 oder für 2-Hydroxy-propylen-1,3.
Steht L für eine Carboxygruppe, dann bedeutet G vorzugsweise C₁₋₃-Alkylen, insbesondere
Methylen; steht L für die Sulfogruppe dann bedeutet G bevorzugt C₁₋₃-Alkylen oder
insbesondere 2-Hydroxy-propylen-1,3.
[0029] Die Tenside (β) können in Form der freien Säuren (bzw. inneren Salze) oder vorzugsweise
als Salze, worin L -COOM oder -SO₃M und M ein Kation bedeuten, eingesetzt werden.
Vorzugsweise ist M ein Alkalimetallkation (insbesondere Lithium, Natrium oder Kalium).
[0030] Als Gegenionen Q⁻ kommen im allgemeinen übliche Gegenionen in Betracht, wie sie in
Cyclisierungs- oder Quaternierungsreaktionen entstehen, vornehmlich für das Anion
einer Mineralsäure (beispielsweise Chlorid oder Sulfat) oder, besonders in der Formel
(III), vorteilhaft auch für Methosulfat oder Äthosulfat, je nach verwendetem Quaternierungsmittel.
Tenside der Formel (II), worin n 2 bedeutet, sind durch Cyclisierungsreaktion in
solche der Formel (IV) überführbar und umgekehrt sind Tenside der Formel (IV) durch
Hydrolyse in solche der Formel (II) überführbar, worin n 2 bedeutet.
[0031] In den erfindungsgemäßen Mikroemulsionen werden vorteilhaft pro 100 Gewichtsteile
Aminopolysiloxan (α) 5-60, vorzugsweise 10-40, insbesondere 15-35 Gewichtsteile des
amphoteren Tensids (β) eingesetzt.
[0032] Die erfindungsgemäßen Mikroemulsionen weisen einen pH von 7 oder weniger auf, was
durch Säurezugabe eingestellt werden kann, und die Aminopolysi loxane (α) liegen
in den erfindungsgemäßen Mikroemulsionen mindestens teilweise in protonierter Form
vor. Die pH-Werte der erfindungsgemäßen Präparate liegen vorteilhaft im Bereich von
pH 2-5, vorzugsweise pH 3-5.
[0033] Als Säuren (ε), die zur pH-Einstellung eingesetzt werden können, eignen sich beliebige
genügend starke Säuren, vorzugsweise
(ε₁) aliphatische Carbonsäuren mit 1-8 Kohlenstoffatomen, insbesondere einfache Carbonsäuren
mit 1-6, vorzugsweise 1-4 Kohlenstoffatomen (vornehmlich Ameisensäure, Essigsäure,
Propionsäure und Butter-re), Dicarbonsäuren mit 2-6 Kohlenstoffatomen (vornehmlich
Oxalsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und Adipinsäure) und Hydroxycarbonsäuren
mit 3-8, vorzugsweise 3-4 Kohlenstoffatomen (vornehmlich Milchsäure, Weinsäure, Zitronensäure,
Gluconsäure und Glucoheptonsäure),
und stärkere Säuren
(ε₂) vorzugsweise Mineralsäuren (insbesondere Salzsäure, Schwefelsäure oder Phosphorsäure)
und stärkere organische Säuren (insbesondere Trichloressigsäure und Trifluormethansulfonsäure)
Unter den Säuren (ε₁) sind Ameisensäure und Essigsäure bevorzugt. Unter den Säuren
(ε₂) sind Schwefelsäure und Salzsäure bevorzugt.
[0034] Vorteilhaft enthalten die erfindungsgemäßen Mikroemulsionen mindestens einen nicht-ionogenen
Emulgator (γ).
[0035] Geeignete, nicht-ionogene Emulgatoren (γ) sind besonders solche mit einem HLB-Wert
im Bereich von 5-16. Die Emulgatoren (γ) können aliphatischen und gegebenenfalls auch
aromatischen Charakter aufweisen, sind aber bevorzugt rein aliphatisch. Besonders
erwähnenswert sind Sorbitmonoester von C₈₋₁₆- (vorzugsweise C₁₁₋₁₄-)-Fettsäuren und
Oxäthylierungsprodukte von Fettalkoholen oder von Fettsäureamiden, worin der Fettrest
vorteilhaft 8-22, vorzugsweise 10-18 Kohlenstoffatome enthält; gegebenenfalls kann
im nicht-ionogenen Tensid, neben den Äthylenoxyeinheiten auch eine Anzahl, insbesondere
eine kleinere Anzahl, Propylenoxyeinheiten eingebaut sein. Es können insbesondere
Oxäthylierungsprodukte von den folgenden Fettalkoholen und Fettsäureamiden erwähnt
werden: Laurylalkohol, Myris tylalkohol, Cetylalkohol, Oleylalkohol, Stearylalkohol
und technische Alkohole, insbesondere Talgfettalkohol und Kokosfettalkohol, sowie
die analogen Fettsäureamide, und schwach- oder starkverzweigte, primäre oder sekundäre
synthetische Alkohole aus der Oxosynthese - z.B. aus Propylen - worunter diejenigen
mit 10-15 Kohlenstoffatomen bevorzugt sind, vornehmlich Trimethylnonanol, Tetramethylnonanol
und Tetramethyldecanol, insbesondere der primäre Isotridecylalkohol Tetramethylnonanol-1;
unter den Sorbitfettsäureestern ist besonders Sorbitanmonolaurat bevorzugt. Der Oxäthylierungsgrad
wird zweckmäßig so gewählt, daß der gewünschte HLB-Wert eingestellt werden kann.
Von besonderem Vorteil ist es zwei verschiedene Emulgatoren (γ) einzusetzen, u.zw.
vornehmlich nicht-ionogene Emulgatoren (γ₁) mit einem niedrigeren HLB-Wert, vorteilhaft
einen HLB-Wert im Bereich von 5-12, vorzugsweise 6-12, und Emulgatoren (γ₂) mit einem
höheren HLB-Wert, der vorteilhaft im Bereich von 10-16, vorzugsweise 12-16 liegt,
wobei der HLB-Wert von (γ₂) vorteilhaft um mindestens eine Einheit, vorzugsweise um
mindestens zwei Einheiten höher ist als derjenige von (γ₁).
[0036] Die HLB-Werte der Oxäthylierungsprodukte können durch die bekannte Formel HLB = E/5
(E = Gew.% Äthylenoxy im Molekül) errechnet werden.
[0037] Pro 100 Gewichtsteile des Aminopolysiloxans (α) werden vorteilhaft 10-60, vorzugsweise
15-50 Gewichtsteile des nicht-ionogenen Emulgators (γ) bzw. des nicht-ionogenen Emulgatorgemisches
(γ₁) + (γ₂) eingesetzt. Das Gewichtsverhältnis (γ₁):(γ₂) liegt vorteilhaft im Bereich
von 1:9 bis 9:1, vornehmlich 1,5:8,5 bis 8,5:1,5, vorzugsweise 4:6 bis 6:4.
[0038] Gewünschtenfalls, besonders wenn als (γ₁) Emulgatoren mit einem HLB < 10 eingesetzt
werden, können Hydrotropika (δ) eingesetzt werden.
[0039] Es eignen sich als (δ) im allgemeinen bekannte, vorteilhaft aliphatische, niedrig-molekulare
Verbindungen, vorzugsweise nicht-ionogene C/H/O-Verbindungen, insbesondere mit 4
bis 24 Kohlenstoffatomen, vornehmlich aliphatische Alkohole und/oder Äther mit 4
bis 18, insbesondere 4-12 Kohlenstoffatome. Bevorzugte Hydrotropika sind Polyole
[insbesondere 1,3-Butandiol, Neopentylglykol, Pentaerythrit, 1,1,1-Tris(hydroxymethyl)-äthan
oder -propan, 2,5-Hexandiol und 2-Methyl-pentan-2,4-diol], Oligoalkylenglykole und
deren Alkyläther [vornehmlich Di-, Tri-, Tetra-, Penta- und Hexaäthylenglykol und
deren Mono- oder Di-(C₁₋₆-alkyl)-äther, insbesondere Di-, Tri- oder Tetraäthylenglykolmonobutylather
und Bis-(2-hydroxypropyl)-äther, und Dipropylenglykol] und an der anomeren Hydroxygruppe
durch C₁₋₆-Alkyl verätherte Glucoside (vorzugsweise Butylglucosid).
[0040] Vorteilhaft werden bis zu 60 Gewichtsteile, vorzugsweise bis zu 50 Gewichtsteile,
insbesondere 5 bis 50 Gewichtsteile (δ) pro 100 Gewichtsteile (α) eingesetzt.
[0041] Vorteilhaft enthalten die erfindungsgemäßen wäßrigen Mikroemulsionen bis zu 70 Gew.%,
vornehmlich 15-70 Gew.%, vorzugsweise 20-60 Gew.%, insbesondere 30-50 Gew.% der gesamten
Komponenten [(α)+(β)+(γ)+(δ)], wobei der Gehalt an (δ) 0-60 Gew.% bezogen auf (α)
beträgt.
[0042] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthalten die erfindungsgemäßen
Mikroemulsionen mindestens ein kationisches Tensid (η). Als kationische Tenside (η)
kommen vornehmlich Ammoniumverbindungen in Betracht, die mindestens einen lipophilen
Rest enthalten, welcher vorteilhaft ein aliphatischer Fettrest mit 8-24 Kohlenstoffatomen
ist, wobei vorzugsweise nicht mehr als ein solcher lipophiler Rest pro Ammoniumgruppe
im Molekül vorhanden ist. Als kationische Tenside (η) kommen vorzugsweise solche
der folgenden Formel

in Betracht, worin
T einen Rest der Formel R′-CH₂-, R′-CO-NH-T′- oder R′-CH₂-O-T˝-,
R′ einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 7-23 Kohlenstoffatomen,
T₁ C₂₋₆-Alkylen,
T′ C₂₋₆-Alkylen,
T˝ C₂₋₆-Alkylen oder -CH₂-CHOH-CH₂-,
R₄ jeweils C₁₋₄-Alkyl oder einen Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)
q-H,
R₅ jeweils Wasserstoff oder C₁₋₄-Alkyl,
R₆ C₁₋₄-Alkyl, einen Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)
q-H oder T,
p eine Zahl von 1 bis 2,
q jeweils mindestens 1, wobei Σq ≦ 70,
und Q₁⁻ ein Gegenion zum Ammoniumkation
bedeuten.
[0043] Wenn in der Formel (VI) R₅ Wasserstoff bedeutet, können vorteilhaft die entsprechenden
protonierbaren, freien Basen der Formel

eingesetzt werden, welche dann, spätestens bei der Einstellung des pH-Wertes auf
pH ≦ 7, protoniert werden.
[0044] Der Rest R′ enthält vorteilhaft 11 bis 21 Kohlenstoffatome. Als Reste R′-CH₂- kommen
vornehmlich die folgenden in Betracht: Lauryl, Palmityl, Cetyl, Oleyl, Stearyl, Behenyl,
Arachidyl, Talgalkyl und Kokosalkyl, worunter diejenigen mit 12-18 Kohlenstoffatomen
bevorzugt sind. Als Reste R′-CO- kommen insbesondere die Acylreste der entsprechenden
Fettsäuren in Betracht, z.B. wie oben für R-CO- genannt.
[0045] T₁ und T′ stehen vorzugsweise für T₂, d.h. für Äthylen oder Propylen, worunter Propylen-1,3
besonders bevorzugt ist.
[0046] T˝ steht vorzugsweise für Äthylen, Propylen oder 2-Hydroxypropylen-1,3.
[0047] T steht vorzugsweise für T₀, d.h. für R′-CH₂- oder R′-CO-NH-T′-.
[0048] In einer bevorzugten Untergruppe (η₁) der kationischen Tenside (η) bedeuten
R₄ R₄′, d.h. Methyl oder Äthyl,
R₅ R₅′, d.h. C₁₋₄-Alkyl, vorzugsweise Methyl oder Äthyl,
R₆ R₆′, d.h. C₁₋₄-Alkyl, vorzugsweise Methyl oder Äthyl,
und der Index p p′, d.h. 0 oder 1, vorzugsweise 0; Q₁⁻ steht dabei für übliche Anionen,
insbesondere wie sie durch Quaternierung entstehen, z.B. wie oben für Q⁻ genannt.
[0049] In einer weiteren bevorzugten Untergruppe (η) der kationischen Tenside (η) bedeuten
R₄ R₄˝, d.h. einen Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)
q₁-H,
R₅ Wasserstoff,
R₆ R₆˝, d.h. einen Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)
q₁-H,
p p˝, d.h. 0 oder 1,
und q q1, d.h. mindestens 2, wobei Σq1 = 5 bis 40, vorzugsweise 8 bis 20; Q₁⁻ steht
dabei für ein Gegenion, wie es durch Protonierung entsteht, insbesondere wie es durch
Zugabe der Säuren (ε) entsteht.
[0050] Bevorzugte Amine der Formel (VII) entsprechen der Formel

Die quaternären Tenside (η₁) entsprechen vorteilhaft der Formel

vorzugsweise der Formel

[0051] Vorzugsweise werden als kationische Tenside (η) quaternäre Verbindungen (η₁), vorteilhaft
der Formel (IX), vorzugsweise der Formel (X), eingesetzt, welche vorteilhaft mit
(η₂) bzw. mit den protonierbaren Aminen der Formel (VII), vorzugsweise der Formel
(VIII), verschnitten sein können. Wenn (η₁) mit (η₂) oder insbesondere mit protonierbaren
Aminen der Formel (VII) bzw. (VIII) verschnitten ist, liegt das Gewichtsverhältnis
von (η₁) zu (η₂) [letzteres als protonierbare, freie Base der Formel (VII) berechnet],
vorzugsweise von Tensid der Formel (IX) oder (X) zu Tensid der Formel (VIII), vorteilhaft
im Bereich von 1 zu 2 bis 5 zu 1, vorzugsweise 1/1 bis 3/1.
[0052] Die Tenside (η) werden besonders vorteilhaft dann eingesetzt, wenn Tenside (γ₁),
insbesondere solche von HLB ≦ 9, vorzugsweise HLB = 5 bis 9, und/oder öllösliche Tenside
(γ₁) eingesetzt werden, wobei die Tenside hier als öllöslich bezeichnet werden, wenn
mindestens 1g davon in 20g eines klaren Aminopolysiloxans (α) [in Form des freien
Amins und/oder in mit (ε) protonierter Form] bei 20°C eine klare Lösung geben.
[0053] Pro 100 Gewichtsteile (α) werden vorteilhaft bis zu 30, vorzugsweise 8 bis 20 Gewichtsteile
(η) eingesetzt. Der Gesamtgehalt an [(α) + (β) + (γ) + (δ) + (η)] in den erfindungsgemäßen
Mikroemulsionen liegt vorteilhaft im Bereich von 15 bis 70 Gew.%, vornehmlich 20
bis 60 Gew.%, vorzugsweise 30 bis 50 Gew.%, wobei der Gehalt an (δ) 0-60 Gew.% bezogen
auf (α) und der Gehalt an (η) 0-30 Gew.% bezogen auf (α) betragen.
[0054] Die erfindungsgemäßen Mikroemulsionen können durch Mischen der jeweiligen Komponenten
hergestellt werden, wobei (β) der nicht-protonierten oder der protonierten Form von
(α) zugegeben werden kann und, erforderlichenfalls, nach der Zugabe von (β) der pH
auf den gewünschten Wert eingestellt wird. Die Einstellung der erforderlichen oder
gewünschten sauren pH-Werte erfolgt zweckmäßig durch Säurezugabe, vorzugsweise durch
Zugabe von (ε), insbesondere (ε₁) und/oder (ε₂).
[0055] Die Einstellung der pH-Werte kann in einer oder auch in mehreren Stufen, d.h. durch
eine oder mehrere Säurezugaben erfolgen. Vorteilhaft wird erst mit (ε₁) auf einen
pH z.B. im Bereich von 3-7, günstigerweise auf einen schwachsauren bis neutralen pH,
vorzugsweise pH 6-7, eingestellt; der endgültige pH, vorzugsweise im Bereich von 2-5,
insbesondere 3-5, wird vorzugsweise mit (ε₂) eingestellt. Es ist aber auch möglich
nur mit (ε₁) oder nur mit (ε₂) zu verfahren.
[0056] Die erfindungsgemäßen Mikroemulsionen werden vorzugsweise durch Zugabe von (β) und
vorzugsweise (γ) [insbesondere (γ₁) und (γ₂)] und gegebenenfalls (δ) und/oder (η)
sowie der erforderlichen Menge Wasser und Säure (ε) zu (α) hergestellt. Die Reihenfolge
der Zugaben ist im allgemeinen beliebig, solange die jeweiligen Gemische gut rührbar
sind. So kann beispielsweise (α) zuerst mit (γ₁) oder mit (δ) oder mit einem Gemisch
aus (γ₁) und (δ) gemischt werden und dann mit den restlichen Komponenten nacheinander
oder als Gemische [z.B. (γ₂) + (β), oder (γ₁) + (γ₂) + (β)] weitervermischt werden
oder es können (γ₁) + (γ₂) + (β) und gegebenenfalls (δ) und/oder (ε₁) zusammen zu
(α) gegeben werden. Wasser und Säure (ε₁) können separat oder zusammen mit den jeweiligen
Komponenten beigemischt werden. (η) kann in jeder Stufe eingesetzt werden, vorteilhaft
nach den anderen Tensiden und vorzugsweise nach (ε). Vorteilhafte Reihenfolgen der
Zugaben der Komponenten (β), (γ₁), (γ₂), (ε₁) und (ε₂) zu (α) können durch das folgende
Schema 1 dargestellt werden
| SCHEMA 1 |
| 1. |
2. |
3. |
4. |
5. |
| α |
γ₁ |
γ₂ |
β |
ε₂ |
| α |
γ₁ |
γ₂ + β |
ε₂ |
|
| α |
γ₁ + γ₂ |
β |
ε₂ |
|
| α |
γ₁ + γ₂ + β |
ε₂ |
|
|
wobei (ε₁) beliebig in einer oder mehreren der Stufen 1. bis 5. und/oder der Zwischenstufen
zwischen 1 und 2, 2 und 3, gegebenenfalls 3 und 4 und gegebenenfalls 4 und 5 zugegeben
werden kann, (δ), soweit es zugegeben wird, beliebig in einer oder mehreren der Stufen
1 bis 5 und/oder der Zwischenstufen zwischen 1 und 2, 2 und 3, gegebenenfalls 3 und
4 und gegebenenfalls 4 und 5 und/oder nach der Zugabe von (ε₂) zugegeben werden kann.
[0057] Das erforderliche Wasser kann separat oder zusammen mit einer oder mehreren der
Komponenten, vorteilhaft mit (β), (γ₂) und/oder (δ) zugegeben werden. (β) wird vorteilhaft
als wäßriges Präparat eingesetzt. Vorteilhafte Varianten in der Reihenfolge der Zugaben
sind insbesondere die folgenden:
[0058] Variante a): Zugabe zu (α) erst von (γ₁), dann von [(γ₂) + Wasser], dann von [(β)
+ Wasser] und dann von (ε₂)
mit folgenden Untervarianten für die Zugabe von (ε₁):
a₁): Zugabe von (ε₁) vor (γ₁),
a₂): Zugabe von (ε₁) zwischen (γ₁) und (γ₂) oder zusammen mit (γ₁) oder (γ₂),
a₃): Zugabe von (ε₁) zwischen (γ₂) und (β) oder zusammen mit (β),
a₄): Zugabe von (ε₁) nach (γ₁), (γ₂) und (β),
und folgenden weiteren Untervarianten für die Zugabe von (δ):
a
w₁): (δ) vor oder zusammen mit (γ₁),
a
w₂): (δ) vor oder zusammen mit (γ₂),
a
w₃): (δ) vor oder zusammen mit (β),
a
w₄): (δ) nach (β) und vor (ε₂),
wobei w = 1, 2, 3 oder 4;
eine weitere Untervariante ist (a
w₄₁) für die zusätzliche Zugabe von restlichem (γ₁) mit oder nach (β) und vor (ε₂).
[0059] Variante b): Zugabe zu (α) erst von (γ₁) dann von [(γ₂) + (β) + Wasser] und dann
von (ε₂)
mit folgenden Untervarianten für die Zugabe von (ε₁):
b₁): (ε₁) vor (γ₁),
b₂): (ε₂) zwischen (γ₁) und [(γ₂) + (β) + Wasser] oder zusammen mit (γ₁) oder [(γ₂)
+ (β) + Wasser],
b₃): (ε₁) nach [(γ₂) + (β) + Wasser] und vor der Zugabe von (ε₂);
mit folgenden weiteren Untervarianten für die zusätzliche Zugabe von (δ):
b
w₁): (δ) vor (γ₁),
b
w₂): (δ) zwischen (γ₁) und [(γ₂) + (β) + Wasser] oder zusammen mit (γ₁) oder [(γ₂)
+ (β) + Wasser],
b
w₃): (δ) nach [(γ₂) + (β) + Wasser],
(w = 1, 2 oder 3).
[0060] Variante c): Zugabe zu (α) eines Gemisches von (γ₁) + (γ₂) + (β) und danach Zugabe
von (ε₂)
mit folgenden Untervarianten für die Zugabe von (ε₁):
c₁): (ε₁) vor [γ₁) + (γ₂) + (β)],
c₂): (ε₁) zusammen mit [γ₁) + (γ₂) + (β)],
c₃): (ε₁) nach [γ₁) + (γ₂) + (β)] und vor (ε₂);
und folgenden weiteren Untervarianten für die zusätzliche Zugabe von (δ):
c
w₁): (δ) vor [(γ₁) + (γ₂) + (β)],
c
w₂): (δ) zusammen mit [(γ₁) + (γ₂) + (β)],
c
w₃)): (δ) nach [(γ₁) + (γ₂) + (β)] und vor (ε₂), (w = 1, 2 oder 3).
[0061] (η) kann zu einer beliebigen Stufe zugegeben werden, vorteilhaft nach der Zugabe
von (β), günstigerweise nach der Zugabe von (ε₂). Des erforderliche Wasser und gegebenenfalls
zusätzlich erforderliches Wasser kann in einer oder mehreren Stufen zugegeben werden,
beispielsweise mit der Variante c) zusammen mit (γ₁), (γ₂) und (β) und/oder nach
der Zugabe von (γ₁), (γ₂) und (β) vor und/oder gleichzeitig mit der Zugabe von (ε₁).
[0062] Besonders günstige Reihenfolgen der Zugaben von (β), (γ₁), (γ₂), (ε) [gegebenenfalls
aufgeteilt in (ε₁) und (ε₂)] und gegebenenfalls (δ) und/oder (η) [gegebenenfalls aufgeteilt
in (η₁) und (η₂)] können durch folgendes Schema 2 dargestellt werden
| SCHEMA 2 |
| 1. |
2. |
3. |
4. |
5. |
6. |
7. |
| α |
γ₁ |
(β+γ₂)¹ |
δ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
| α |
γ₁ |
(β+γ₂+δ)¹ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
| α |
γ₁ |
(β+γ₂+δ+ε₁)¹ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
|
| α |
γ₁+γ₂ |
β¹ |
δ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
| α |
γ₁+γ₂ |
(β+δ)¹ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
| α |
γ₁+ε₁ |
(β+γ₂)¹ |
δ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
| α |
γ₁+ε₁ |
(β+γ₂+δ)¹ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
|
| α |
γ₁+δ |
(β+γ₂)¹ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
| α |
δ |
(β+γ₁+γ₂)¹ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
| α |
γ₁+γ₂+β |
δ¹ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
| α |
(β+γ₁+γ₂+δ)¹ |
ε₁ |
ε₂ |
(η₁+η₂)² |
|
|
| ¹ Zusammen mit der Hauptmenge Wasser |
| ² Als wäßrige Lösung |
[0063] Durch Vermischen der Komponenten (α), (β), (γ₁) und (γ₂) und Wasser, sowie gegebenenfalls
(δ), können, besonders unter neutralen bis basischen Bedingungen, auch bei erhöhter
Temperatur, trübe Emulsionen (Makroemulsionen) entstehen, welche aber durch Säurezugabe
- auch nur durch Zugabe von (ε₁) - in lichtdurchlässige bis klare Mikroemulsionen
umgewandelt werden können. Wird von Anfang an die mit (ε) protonierte Form won (α)
verwendet, dann kann durch Einrühren von (γ₁), (γ₂) und Wasser bereits eine Mikroemulsion
entstehen.
[0064] Die Zugabe der jeweiligen Bestandteile kann mit einer beliebigen geeigneten Geschwindigkeit
erfolgen, d.h. es kann z.B. eine wäßrige Komponente oder ein wäßriges Komponentengemisch
rasch und unter schnellem Rühren in wenigen Minuten zugegeben werden oder, am einfachsten,
durch langsames Einrühren im Laufe von einer bis mehreren Viertelstunden (z.B. im
Laufe von einer halben Stunde bis zwei Stunden). Das Vermischen der Komponenten kann
bei beliebigen geeigneten Temperaturen erfolgen, z.B. im Bereich von 15°C bis zur
Rückflußtemperatur, vorteilhaft von Raumtemperatur (= 20°C) bis 80°C, wobei insbesondere
auch Temperaturen < 50°C gut geeignet sind.
[0065] Die erfindungsgemäßen Mikroemulsionen, insbesondere die wie oben beschrieben hergestellten,
eignen sich als Ausrüstungsmittel für Fasermaterial und können, so wie sie formuliert
sind, direkt zur Formulierung der Applikationsflotte eingesetzt werden oder können
erforderlichenfalls vor der Applikation aus wäßrigem Medium mit Wasser zu verdünnteren
Stammdispersionen verdünnt werden, z.B. bis zu einem Trockenstoffgehalt von 2 bis
4 Gew.%. Gewünschtenfalls können die erfindungsgemäßen wäßrigen Präparate noch weitere
übliche Zusätze enthalten, wie Duftstoffe oder Fungizide. Sie sind für die Ausrüstung
von Fasermaterial, insbesondere Textilmaterial aus wäßrigem Medium, insbesondere
zur Verbesserung von Griff- und Gleiteigenschaften, geeignet.
[0066] Es eignet sich beliebiges Textilmaterial, wie es in der Textilindustrie vorkommt,
u.zw. sowohl natürliche als auch synthetische und halbsynthetische Materialien und
deren Gemische, insbesondere natürliche oder regenerierte Cellulose, natürliches
oder synthetisches Polyamid, polyester-, polyurethan- oder polyacrylnitrilhaltiges
Material, sowie Gemische daraus (z.B. PES/CO und PAN/CO). Das Material kann in einer
beliebigen Bearbeitungsform vorliegen, z.B. als lose Fasern, Filamente, Fäden, Garnstränge
und -spulen, Gewebe, Gewirke, Vliese, Vliesstoffe, Filze, Teppiche, Samt, Tuftingware
oder auch Halbfertig- oder Fertigware. Vorzugsweise werden Kreuzspulen, ,Textilbahnen,
Textilschlauchware (insbesondere Gewirkschlauchware) oder Stückware ausgerüstet.
[0067] Die Ausrüstung erfolgt zweckmäßig aus wäßrigem, deutlich saurem bis nahezu neutralem
Medium insbesondere im pH-Bereich von 3,0-7,5. Die Konzentration der erfindungsgemäßen
Präparate, bezogen auf das Substrat, kann je nach Art und Beschaffenheit des Substrates
und gewünschtem Effekt in weiten Grenzen variieren und beträgt - berechnet auf die
Komponente (α) - vorteilhaft Werte im Bereich von 0,1-1, vorzugsweise 0,2-0,6% Aminopolysiloxan
(α), bezogen auf das Trockengewicht des Substrates.
[0068] Das erfindungsgemäße Ausrüstungsverfahren wird vorteilhaft als Letzte Ausrüstungsstufe
des Materials durchgeführt, vorzugsweise im Anschluß an eine Bleiche, ein optisches
Aufhellverfahren und/oder ein Färbeverfahren, gegebenenfalls zusammen mit einer zusätzlichen
Behandlung, z.B. einer permanenten Ausrüstung (Kunstharzausrüstung) des Fasermaterials.
Die Ausrüstung kann nach beliebigen an sich üblichen Verfahren durchgeführt werden,
z.B. nach Imprägnierverfahren oder nach Ausziehverfahren. Bei Ausziehverfahren können
sowohl Verfahren aus langer als auch aus kurzer Flotte in Frage kommen, z.B. bei Flottenverhältnissen
im Bereich von 100:1 bis 0,5:1, insbesondere zwischen 60:1 und 2:1; die Applikationstemperatur
kann auch bei üblichen Werten liegen, beispielsweise im Bereich zwischen Raumtemperatur
und 60°C, vorzugsweise im Bereich von 25°C bis 40°C, der pH-Wert liegt vorzugsweise
im Bereich von 4 bis 6. Das Imprägnieren kann ebenfalls nach an sich üblichen Verfahren
durchgeführt werden, z.B. durch Tauchen, Foulardieren, Schaumauftrag oder Aufsprühen,
vorzugsweise bei Temperaturen von 15-40°C und bei pH-Werten im Bereich von 3,5-7.
Nach dem Imprägnierverfahren bzw. nach dem Ausziehverfahren kann die behandelte Ware
auf übliche Weise getrocknet werden, z.B. bei 30 bis 180°C, vorzugsweise 60 bis 140°C.
[0069] Die erfindungsgemäßen Mikroemulsionen zeichnen sich durch eine hervorragende Beständigkeit
(besonders Scherstabilität) aus und die Applikationsflotten sind insbesondere auch
unter starker dynamischer Beanspruchung von Flotte und/oder Textilmaterial stabil
und unverändert wirksam; sie eignen sich daher z.B. für die Ausrüstung in der Haspelkufe,
im Jigger, in Garnfärbeapparaten, in Stück-Färbeapparaten (sogenannten "Garment dyeing
machines") sowie insbesondere auch in Düsenfärbeapparaten, u.zw. auch in solchen,
in denen extrem hohe Scherkräfte (auch Prall- und Rückprallkräfte) wirksam werden.
Die erfindungsgemäßen Präparate sind auch für die Naßausrüstung von Kreuzspulen sehr
gut geeignet; auch in diesem Fall hat die starke dynamische Beanspruchung der Flotte,
die vom Inneren der Spule nach außen durch die Fäden der Kreuzspule forciert wird,
praktisch keine negative Auswirkung auf die erfindungsgemäße Präparation und die damit
erzielte Ausrüstung. Die erfindungsgemäßen Präparate - insbesondere die (η)-haltigen
- sind, in den Behandlungsflotten, auch gegen Verunreinigungen, die z.B. als Rückstände
aus einer vorhergehenden Behandlung des Substrates stammen können, beständig, insbesondere
gegen anionische Verunreinigungen, z.B. Farbstoffe, optische Aufheller oder Tenside.
[0070] In den folgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichsteile und die Prozente Gewichtsprozente,
die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben; Gewichtsteile stehen zu Volumenteile
wie g zu ml.
[0071] Die eingesetzten Tenside (β) sind die folgenden:

worin R˝-CO- Oleoyl bedeutet und R˝ in (β₁) die gleiche Bedeutung (C₁₇H₃₃) wie in
(β₂), (β₃) und (β₄) aufweist.
*technisches Isomerengemisch aus der Oxosynthese
[0072] Die eingesetzten Emulgatoren (γ₁) und (γ₂) sind die folgenden:
(γ₁₁)Anlagerungsprodukt von 4 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol technisches Isotridecylalkohol
*
(γ₁₂) Anlagerungsprodukt von 5 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol technisches Isotridecylalkohol
*
(γ₁₃) Anlagerungsprodukt von 6 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol 2,6,8-Trimethylnonanol-4
(Tergitol TMN-6, UNION CARBIDE)
(γ₁₄) Anlagerungsprodukt von 3 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol C₁₁₋₁₅-Alkanol (Tergitol 15-S-3)
(γ₁₅) Sorbitanmonolaurat
(γ₂₁) Anlagerungsprodukt von 9,5 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol technisches Isotridecylalkohol
*.
[0073] Die eingesetzten Tenside (η₁) und (η₂) sind die folgenden:

worin C₁₇H₃₅-CO- den Stearoylrest bedeutet,
C₁₈H₃₅- den Oleylrest bedeutet
und v + z = 15.
Beispiel 1 (Produkte A, B, C und D)
[0074] 185,4 Teile α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan mit einer Hydroxyzahl von 26 (bestimnmt
nach der Phenylisocyanat-Methode) und einem mittleren Molekulargewicht M
n von 5000 (bestimmt durch Dampfdruckosmometrie) werden mit 12,2 Teilen N-(β-Aminoäthyl)-γ-(methyldimethoxysilyl)-propylamin
kurz verrührt. Sodann gibt man 2,4 Teile Eisessig zu und erhitzt unter Stickstoff
auf 75°C. Nach 5 Stunden bei dieser Temperatur wird auf 50°C abge kühlt, die Stickstoffzufuhr
abgestellt und es werden 30 Teile (γ₁₂) zugegeben. Anschließend werden innert 1 Stunde
480,5 Teile einer Lösung von 30 Teilen (γ₂₁) in 450,5 Teilen Wasser zugetropft. Sobald
ca. 140,0 Teile der wäßrigen Lösung zugetropft sind, wird die Emulsion transparent.
Nun werden bei 30°C noch 3,5 Teile Eisessig zugegeben sowie
(für Produkt A) 120 Teile einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₁) oder
(für Produkt B) 120 Teile einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₂) oder
(für Produkt C) 120 Teile einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₃) oder
(für Produkt D) 120 Teile einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₄).
[0075] Anschließend wird der pH mit 36,5%iger Salzsäure auf 4,0 eingestellt. Man erhält
transparente scherkraftstabile Aminopolysiloxanmikroemulsionen.
Beispiel 2 (Produkt E)
[0076] 188,70 Teile α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan (wie in Beispiel 1) werden mit 12,50
Teilen N-(β-Aminoäthyl)-γ-(methyldimethoxysilyl)-propylamin verrührt und mit 0,07
Teilen 50%iger Natriumhydroxydlösung versetzt. Sodann wird unter Stickstoff auf 112°C
erhitzt, wobei 1 Volumenteil Destillat aufgefangen wird. Nach 3½ Stunden wird auf
40°C abgekühlt. Sobald diese Temperatur erreicht ist, werden 0,02 Teile Natriumbicarbonat
zugegeben und es wird unter Vakuum (bei 70 mbar) auf 110°C erhitzt. Sodann wird auf
50°C abgekühlt und mit Stickstoff entlastet, und es werden 30 Teile (γ₁₂) zugegeben.
Anschließend werden innert 1 Stunde 480 Teile einer Lösung von 30 Teilen (γ₂₁) in
450 Teilen Wasser zugetropft. Sodann gibt man noch 3 Teile Eisessig, 100 Teile einer
50%igen wäßrigen Lösung von (β₄), 147 Teile Wasser und 20 Teile (γ₁₃) zu und stellt
den pH-Wert mit ca. 20 Teilen 36,5%iger Salzsäure auf 4,0 ein. Man erst eine scherkraftstabile
Aminopolysiloxanmikroemulsion (Produkt E).
Beispiel 3 (Produkt F)
[0077] 200,0 Teile eines durch Kondensation von 600,0 Teilen α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan
(wie in Beispiel 1) und 39,6 Teilen N-(β-Aminoäthyl)-γ- (methyldimethoxysilyl)-propylamin,
unter Zusatz von 7,7 Teilen Eisessig als Katalysator, hergestellten Aminopolysiloxans
werden bei 50°C mit 30 Teilen (γ₁₁) und 20 Teilen Butylmonoglucosid versetzt. Anschließend
werden innert 1 Stunde 480,5 Teile einer Lösung von 30 Teilen (γ₂₁) in 450,5 Teilen
Wasser zugetropft. Sodann werden noch 120 Teile einer 50%igen wäßrigen Lösung von
(β₄), 138,5 Teile Wasser und 11,0 Teile Ameisensäure zugegeben. Man erhält eine scherkraftstabile
Aminopolysiloxanmikroemulsion (Produkt F).
Beispiel 4 (Produkt G)
[0078] 200,0 Teile eines durch Kondensation von 600,0 Teilen α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan
(wie in Beispiel 1) und 39,6 Teile N-(β-Aminoäthyl)-γ-(methyldimethoxysilyl)-propylamin
unter Zusatz von 7,7 Teilen Eisessig hergestellten Aminopolysiloxans werden bei 50°C
mit 30 Teilen (γ₁₁) versetzt. Anschließend werden innert 1 Stunde 480,5 Teile einer
Lösung von 30 Teilen (γ₂₁) in 450,5 Teilen Wasser zugetropft. Sodann werden noch 3,7
Teile Eisessig, 120,0 Teile einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₄), 87,8 Teile Wasser,
18,0 Teile Salzsäure 36,5%ig zur Einstellung des pH-Wertes auf 4,0 und 60,0 Teile
Dipropylenglykol nacheinander zugegeben. Man erhält eine scherkraftstabile Aminopolysiloxanikroemulsion
(Produkt G).
Beispiel 5 (Produkt H)
[0079] 300,00 Teile α,ω-Dihydroxypolydimethylsiloxan mit einer Hydroxyzahl von 26 (bestimmt
nach der Phenylisocyanat-Methode) und einem mittleren Molekulargewicht M
n von 5000 (bestimmt durch Dampfdruckosmometrie) werden mit 19,80 Teilen N-Aminoäthyl-aminopropyl-methyldimethoxysilan
und 3,84 Teilen Eisessig unter Vakuum so lange auf 75°C erhitzt, bis eine Brookfield-Rotationsviskosität
im Bereich von 30'000-40'000 cP erreicht wird. Sodann werden 3,58 Teile Kaliumhydroxid
gelöst in 5,38 Teile Wasser zugefügt und es wird unter Stickstoff weiter bei 75°C
reagieren gelassen, bis eine Brookfield-Rotationsviskosität im Bereich von 7000 bis
9000 cP erreicht ist. Nun werden die Heizung und die Stickstoffzugabe abgestellt
und 49,00 Teile (γ₁₄) zugegeben. Nun läßt man eine wäßrige Lösung bestehend aus
762,15 Teilen Wasser
49,00 Teilen (γ₂₁)
195,96 Teilen einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₄)
und 130,64 Teilen einer 80%igen wäßrigen Butylmonoglucosidlösung
zufließen. Anschließend werden noch ca. 13,00 Teile Eisessig und 25,00 Teile 36,5%iger
Salzsäure zugegeben, um den pH-Wert auf 4,0 einzustellen Man erhält ein transparentes
Produkt, das noch mit 16,33 Teilen (η₂₁) sowie 26,65 Teilen (η₁₁) gelöst in 11,76
Teilen Wasser und 26,91 Teilen Dipropylenglykol versetzt wird. Man erhält 1633,00
Teile Produkt H mit einer guten Scherkraftstabilität.
Beispiel 6 (Produkt J)
[0080] Es wird vorgegangen wie im Beispiel 5 bis zur Abstellung der Heizung und der Stickstoffzufuhr.
Nun werden 16,33 Teile (γ₁₄) sowie 32,67 Teile (γ₁₅) zugesetzt. Anschließend läßt
man eine wäßrige Lösung bestehend aus
745,81 Teilen Wasser
49,00 Teilen (γ₂₁)
195,96 Teilen einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₄)
und 130,64 Teilen einer 80%igen wäßrigen Butylmonoglucosidlösung
zufließen. Sodann werden noch ca. 13,00 Teile Eisessig und 25,00 Teile 36,5%iger Salzsäure
zugegeben um den pH-Wert auf 4,0 einzustellen. Man erhält ein transparentes Produkt,
das noch mit 39,98 Teilen (η₁₁) gelöst in 17,64 Teilen Wasser und 40,37 Teilen Dipropylenglykol
versetzt wird. Man erhält 1633,00 Teile Produkt J mit einer guten Scherkraftstabilität.
Beispiel 7 (Produkt K)
[0081] Es wird vorgegangen wie im Beispiel 5 bis zur Zugabe von (γ₁₄). Nun läßt man eine
wäßrige Lösung bestehend aus
729,48 Teilen Wasser
49,00 Teilen (γ₂₁)
195,96 Teilen einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₄)
und 130,64 Teilen Dipropylenglykol
zufließen. Anschließend werden noch ca. 13,00 Teile Eisessig und 25,00 Teile 36,5%iger
Salzsäure zugegeben um den pH-Wert auf 4,0 einzustellen. Man erhält ein transparentes
Produkt, das noch mit 16,33 Teilen (η₂₁) sowie 39,98 Teilen (η₁₁) gelöst in 17,64
Teilen Wasser und 40,37 Teilen Dipropypenglykol versetzt wird. Man erhält 1633,00
Teile Produkt K mit einer guten Scherkraftstabilität.
Beispiel 8 (Produkt L)
[0082] Es wird wie im Beispiel 7 vorgegangenen, mit dem Unterschied, daß anstelle von Dipropylenglykol
1,3-Butandiol eingesetzt wird.
Beispiele 6bis, 7bis und 8bis (Produkte J′, K′ und L′)
[0083] Man verfährt wie in den Beispielen 6, 7 bzw. 8 beschrieben, mit dem Unterschied,
daß anstelle der Lösung von 39,98 Teilen (η₁₁) in 17,64 Teilen Wasser und 40,39 Teilen
Dipropylenglykol bzw. 1,3-Butandiol eine Lösung von 39,98 Teilen (η₁₁) in 58,01 Teilen
Wasser eingesetzt wird. Man erhält 1633,00 Teile Produkt J′, K′ bzw. L′ mit guter
Scherkraftstabilität.
Beispiel 9 (Produkt M)
[0084] 337,46 Teile Octamethylcyclotetrasiloxan, 10,50 Teile N-Aminoäthylaminopropyl-methyldimethoxysilan
und 0,75 Teile einer 35%igen Lösung von Benzyltrimethylammoniumhydroxid in Methanol
werden miteinander verrührt und auf 80°C erhitzt. Nach 4 Stunden bei 80°C wird innert
30 Minuten auf 150°C aufgewärmt und nach einer Stunde wird bei 150°C das nicht umgesetzte
Octamethylcyclotetrasiloxan unter Vakuum abdestilliert. Man erhält 26,62 Teile Destillat
und 322,09 Teile eines aminomodifizierten Polydimethylsiloxans, das auf Raumtemperatur
abgekühlt wird. Nun werden 32,21 Teile (γ₁₄) und anschließend eine wäßrige Lösung
bestehend aus
644,18 Teilen Wasser
64,42 Teilen (γ₂₁)
322,09 Teilen einer 50%igen wäßrigen Lösung von (β₄)
und 128,84 Teilen einer 80%igen wäßrigen Butylmonoglucosidlosung zugegeben. Man erhält
eine trübe Emulsion, die mittels 14,82 Teilen Eisessig und 23,83 Teilen Salzsäure
36,5%ig auf pH 4,0 eingestellt wird. Die trübe Emulsion wird nun auf 50°C erhitzt,
wobei ein klares Produkt entsteht. Nun wird auf Raumtemperatur abgekühlt und, vor
dem Ausladen, werden 80,52 Teile einer 50%igen Lösung von (η₁₂) in Isopropanol zugegeben.
Man erhält 1633,00 Teile des scherkraftstabilen Produktes M.
Applikationsbeispiele A bis C
[0085]
A. 1 kg des auszurüstenden Substrates (Textilware, Baumwoll-single-jersey, blau)
werden bei 40°C und einem Flottenverhältnis 1:8 auf einem Laborjet der Firma MATHIS
(Schweiz) mit 40g Ausrüstungsmittel (Produkte A bis M) behandelt. Die Flottenumwälzung
beträgt 60 l/Min. und die Behandlungszeit 20 Min. Das Wasser weist eine Härte von
10° dH (nach DIN 53905) und einen pH von 4 auf. Nach der Behandlung wird das Substrat
geschleudert, während 90 Sek. bei 140°C ohne Spannen getrocknet und der Weichgriff
bestimmt. Es treten während der Behandlung keine Ablagerungen oder schmierige Abscheidungen
auf. Auf der Textilware sind keine Flecke festzustellen. Nach dem Ablassen der Flotte
können keine Rückstände im Apparat beobachtet werden. Sämtliche Produkte (A bis M)
sind scherstabil und ergeben eine deutliche Verbesserung des Griffs der behandelten
Textilware (gegenüber der entsprechend ohne Silikonmikroemulsion behandelten). Analog
wie im Applikationsbeispiel A beschrieben, wird anstelle vom Produkt C das Produkt
A, B, D, E, F, G, H, J, J′, K, K′, L, L′ oder M eingesetzt.
B. Apparat: THIES-Jet R95, 3 Kammern;
Substrat: 360kg Polyester/Baumwolle (50/50) Single-jersey, grüne Färbung (Dispersions-
und Reaktivfarbstoff);
Produkt: 2,0% (auf Warengewicht bezogen) Produkt C;
Flotte: 2000 l Permutitwasser;
Flottenverhältnis: 1:5,5;
pH-Wert: 4,5;
Temperatur: 30°C;
Behandlungszeit: 20 Min.;
Warengeschwindigkeit: 200 m/Min.;
Arbeitsablauf: Das Produkt wird in 150 l Wasser vorverdünnt in 5 Min. zudosiert. Es
bilden sich keine Rückstände, Ablagerungen oder Flecke. Das Warenbild sowie der Weichgriff
der trockenen Ware sind einwandfrei.
C. Apparat: 3-Rollenjet von AVESTA (Schweden); Substrat: 150kg Polyester/Baumwolle
(50/50) Intimmischung Trikot, gefärbt mit Reaktiv- und Dispersionsfarbstoffen (einbadig-zweistufig)
und kationisch nachbehandelt;
Produkt: 2,0% (auf Warengewicht bezogen) Produkt C;
Flotte 2200 l Permutitwasser;
Flottenverhältnis: 1:15;
pH-Wert: 4,5;
Temperatur: 30°C;
Behandlungszeit: 20 Min.;
Warengeschwindigkeit: 90 m/Min.; Arbeitsablauf: Das Produkt wird in 150 l Wasser vorverdünnt
in 5 Min. zudosiert. Die Temperatur bleibt dabei konstant. Beim Ausladen der Ware
entstehen keine Flecke oder Ablagerungen auf der Vare oder im Apparat. Nach dem Trocknen
zeigt die behandelte Ware einen ausgezeichneten Weichgriff.
[0086] Analog wie in den Applikationsbeispielen B und C beschrieben, werden anstelle vom
Produkt C die Produkte H, J und K eingesetzt.
[0087] Analog wie auf dem AVESTA-Jet wird im Applikationsbeispiel C auf einem GASTON-COUNTY-Jet
verfahren.