[0001] Die Erfindung betrifft ein Plattenelement für eine Lärmschutzwand gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Es sind Plattenelemente bekannt, die sich mit Hilfe bekannter Verbindungselemente
und -techniken zu schallabsorbierenden Lärmschutzwänden zusammensetzen lassen. Aus
solchen Plattenelementen zusammengesetzte Lärmschutzwände werden zum Schutz der Umgebung
vor Verkehrslärm an den Rändern von Strassen und Bahngleisen eingesetzt. Es sind
verschiedene Bauarten derartiger Lärmschutzwände bekannt. Insbesondere sind Lärmschutzwände
aus Beton von solchen aus Holz zu unterscheiden.
[0003] Bei einer bekannten Ausführung einer schallabsorbierenden Lärmschutzwand aus Beton
besteht der tragende Grundkörper aus herkömmlichem Beton, welcher auf der schallzugewandten
Seite mit einer schallabsorbierenden Schicht aus einem porösem Beton, beispielsweise
aus Lavabeton, versehen ist. Zum Erzielen einer verbesserten schallabsorbierenden
Wirkung kann die Oberfläche der schallabsorbierenden Schicht wellenartig ausgeführt
sein, beispielsweise in Form von längs verlaufenden trapezförmigen Erhöhungen und
Vertiefungen. Derartige Lärmschutzwände sind robust und unempfindlich gegen Umwelteinflüsse
wie Verschmutzung, Feuchtigkeit und Frost. Zwar nimmt die poröse Absorptionsschicht
Feuchtigkeit auf, sie wird jedoch nicht von dieser zerstört, sondern die Feuchtigkeit
fliesst durch das poröse Material hindurch und nimmt dabei in den Poren bzw. an der
Oberfläche angelagerte Schmutzpartikel mit. Es hat sich gezeigt, dass auch in den
Poren gefrorene Feuchtigkeit keine Schäden an der Absoptionsschicht hervorruft.
[0004] Der Nachteil derartiger Lärmschutzwände besteht in dem hohen Gewicht, was sich insbesondere
beim Transport zum Aufstellort und beispielsweise beim Einsatz auf Brücken etc. negativ
bemerkbar macht.
[0005] In einer anderen bekannten Ausführung bestehen die Lärmschutzwände aus Holz. In dieser
Ausführung weisen die Lärmschutzwände gegenüber solchen aus Beton den Vorteil deutlich
niedrigeren Gewichtes auf und bieten gegenüber Betonwänden ästhetische Vorteile.
[0006] Lärmschutzwände aus Holz sind in der Regel so aufgebaut, dass die schallabsorbierende
Wirkung durch eine Schicht aus schallabsorbierendem Material erzielt wird, welche
sich innerhalb eines tragenden Rahmens befindet. Die schallabsorbierende Schicht besteht
vorzugsweise aus Steinwolle oder einer anderen, vorzugsweise mineralischen, Faserwolle.
Der Rahmen eines solchen Plattenelementes ist nach hinten mittels einer hölzernen
Rückwand verschlossen, welche beispielsweise aus Holzlatten besteht. Gegebenenfalls
kann zwischen der schallabsorbierenden Schicht und der Rückwand zum Erreichen einer
zusätzlichen Isolierwirkung ein Luftspalt vorgesehen sein. Nach vorne, also zur schallzugewandten
Seite hin, kann die schallabsorbierende Schicht zusätzlich mit einem Polyestervlies
überzogen sein. Die mechanisch wirksame Abdeckung der Lärmschutzwand zur schallzugewandten
Seite hin wird bei derartigen Ausführungen mittels Holzlatten vorgenommen. Die Holzlatten
sind vor der schallabsorbierenden Schicht in Form eines Lattenrostes, also jeweils
in einigem Abstand voneinander vorzugsweise in vertikaler Richtung am Rahmen angebracht.
Vorzugsweise werden hierzu Latten mit trapezförmigem Querschnitt verwendet.
[0007] In dieser Ausführung liegt die schallabsorbierende Schicht in den Zwischenräumen
zwischen den einzelnen Holzlatten nach aussen hin frei. Ein vollständiges, ganzflächiges
Abdecken der schallabsorbierenden Schicht ist zum Aufrechterhalten der Lärmschutzfunktion
nicht möglich. Neben einer gegenüber Lärmschutzwänden aus Beton grösseren Empfindlichkeit
gegenüber Verschmutzungen weist die beschriebene Ausführung einer hölzernen Lärmschutzwand
insbesondere den Nachteil auf, dass die schallabsorbierende Schicht, wegen der nicht
vollständigen Abdeckung nach aussen, gegen mechanische Beschädigungen nur unvollständig
geschützt ist. Mutwillige und auch naturbedingte Beschädigungen der schallabsorbierenden
Lage und damit erhebliche Beeinträchtigungen der Lärmschutzwirkung können häufig auftreten.
[0008] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Lärmschutzwand zu schaffen,
welche insbesondere im Hinblick auf ästhetische Wirkung und Gewicht der Wand die Vorteile
einer hölzernen Lärmschutzwand bietet und ebenso robust ist, wie die bekannten Ausführungen
von Lärmschutzwänden aus Beton.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches
1 aufgeführten Merkmale gelöst.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung beispielsweise
näher beschrieben. Die Figur zeigt:
einen Schnitt durch eine Lärmschutzwand mit einem erfindungsgemässen Plattenelement.
[0011] Das in der Figur dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Plattenelementes
1 für eine Lärmschutzwand besteht aus einem vorzugsweise hölzernen Rahmen 2, welcher
zum Ausbilden einer schallabsorbierenden Abdeckschicht bis zu einer bestimmten Höhe
mit einem zementgebundenen, porösen Werkstoff gefüllt ist. Die schallzugewandte Oberfläche
der Deckschicht 3 kann eben oder zur Erhöhung der Lärmschutzwirkung anders struk
turiert, wie beispielsweise mit Rippen 3a, ausgeführt sein. Auf der schallabgewandten
Seite schliesst sich der aus einem zementgebundenen, porösen Werkstoff bestehenden
Deckschicht 3 eine Lage eines schallabsorbierenden Materials 4 an, wobei vorzugsweise
Steinwolle, Glaswolle oder eine Wolle aus anderen mineralischen Fasern oder -gemischen
verwendet wird. Zur schallabgewandten Seite hin ist die Lärmschutzwand mit einer hölzernen
Rückwand 5, welche vorzugsweise in Form von Holzlatten ausgeführt ist, abgedeckt.
Einzelne erfindungsgemässe Plattenelemente können mittels bekannter Verbindungs-
und Verankerungsmittel zu einer Lärmschutzwand beliebiger Länge kombiniert werden.
Zum Schutz vor Witterungseinflüssen kann die Oberseite der Plattenelemente mit einer
Blechabdeckung, vorzugsweise aus Kupferblech abgeschlossen werden.
[0012] Zur vollständigen Erzielung der erstrebten Lärmschutzwirkung ist es erforderlich,
die Zwischenräume zwischen den einzelnen Plattenelementen mit entsprechenden Dichtungsmitteln
zu versehen. Der Rahmen des Plattenelementes kann hierfür mit entsprechenden Nuten
und anderen Verbindungsmitteln versehen sein.
[0013] Das erfindungsgemässe Plattenelement für eine Lärmschutzwand ist zur schallzugewandten
Seite hin durch eine Schicht aus einem zementgebundenen, porösen Werkstoff abgedeckt.
Dieser zementgebundenen, poröse Werkstoff ist in einer vorteilhaften Ausführung ein
Lavabeton. Es können jedoch auch andere, vorteilhafterweise poröse Zuschlagstoffe
einzeln oder in Kombination untereinander in dem die Abdeckschicht bildenden zementgebundenen
Werkstoff vorhanden sein. Diese Zuschlagstoffe können beispielsweise Holzspäne, Tonkugeln,
Granulate aus Schaumkunststoff oder ähnliche Partikel sein.
[0014] Das erfindungsgemässe Plattenelement erzielt seine Lärmschutzwirkung durch die Kombination
von zwei hintereinanderliegenden, schallabsorbierenden Mitteln, d.h. der Abdeckschicht
und zusätzlich der Isolierschicht. Damit erreicht das erfindungsgemässe Plattenelement
für eine Lärmschutzwand eine gute Lärmschutzwirkung, ist unempfindlich gegen Verschmutzung
sowie Witterungseinflüsse und eine Beschädigung der vorzugsweise aus einer Faserwolle
bestehenden Absorbierschicht ist ausgeschlossen.
1. Plattenelement (1) für eine Lärmschutzwand, bestehend aus einem das Wandelement
einfassenden Rahmen (2), aus einer den Rahmen zur schallabgewandten Seite hin abschliessenden
Rückwand (5), aus schallabsorbierenden Mitteln, welche in Form einer auf der schallzugewandten
Seite angeordneten schallabsorbierenden Schicht (4) ausgeführt sind und aus Mitteln
(3) zum Abdecken der Absorbierschicht (4) zur schallzugewandten Seite hin, dadurch
gekennzeichnet, dass die Abdeckmittel (3) die Absorbierschicht (4) ganzflächig und
vollständig bedecken und dass die Abdeckmittel (3) eine schallabsorbierende Wirkung
besitzen.
2. Plattenelement für eine Lärmschutzwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Abdeckmittel (3) aus einem zementgebundenen, porösen Werkstoff bestehen.
3. Plattenelement für eine Lärmschutzwand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Abdeckmittel (3) aus Lavabeton bestehen.
4. Plattenelement für eine Lärmschutzwand nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass die Absorbierschicht (4) aus einer Faserwolle besteht.
5. Plattenelement für eine Lärmschutzwand nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die äussere Oberfläche der Abdeckmittel (3) wellenartig oder
gestuft ausgeführt ist.