(19)
(11) EP 0 418 195 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.03.1991  Patentblatt  1991/12

(21) Anmeldenummer: 90810657.8

(22) Anmeldetag:  30.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5D03D 49/32
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR IT

(30) Priorität: 15.09.1989 CH 3364/89

(71) Anmelder: SULZER RÀœTI AG
CH-8630 Rüti (CH)

(72) Erfinder:
  • Pfarrwaller, Erwin
    CH-8405 Winterthur (CH)

(74) Vertreter: Hammer, Bruno, Dr. 
c/o Sulzer Management AG KS/Patente/0007W
8401 Winterthur
8401 Winterthur (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Projektilbeschleunigungsvorrichtung einer Webmaschine


    (57) Die Projektilbeschleunigungsvorrichtung weist ein an einen Rollenhebel (32) angelenktes Koppelgetriebe (8) mit zwei Knicklagen (8a, 8c) und ein von der Antriebswelle angetrie­benes Spannorgan (13) auf. Das Spannorgan spannt das Kop­pelgetriebe über seine Strecklage (8b) hinaus. Damit werden grosse Bewegungswinkel des Schlaghebels (W1, W2) bei stark reduzierten Bewegungen des Rollenhebels (W3, W4) erreicht.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Projektilbeschleunigungsvor­richtung einer Webmaschine mit Antriebswelle, Beschleuni­gungswelle, Schlaghebel, Oelbremse und einem Kniegelenk an einem Rollenhebel. Solche Vorrichtungen sind beispielswei­se aus CH-PS 313 155 bzw. US-PS 2 813 549 bekannt. Dabei wird der Schlaghebel und ein mit ihm verbundener Torsions­stab von einer Kurvenscheibe auf der Antriebswelle über den Rollenhebel und das Kniegelenk gespannt. Beim Abschuss muss nun auch der relativ schwere Rollenhebel die ganze Bewegung des Schlaghebels zwangsläufig mitmachen. Dies erfordert einen grossen Energie- und Leistungsaufwand zum Beschleunigen wie auch zum wieder Abbremsen der Bewegung nach dem Abschuss des Projektils. Dies bedeutet also einen erheblichen Energieaufwand, grosse mechanische Belastungen und Abnützungen und zunehmende Bremsprobleme, womit die Leistungsgrenzen der Webmaschinen erreicht werden.

    [0002] Um die Webmaschinenleistung weiter steigern zu können, wie auch um Energieverbrauch und Abnützung relativ zu senken, wird eine verbesserte Projektilbeschleunigungsvorrichtung gesucht. Deren Aufgabe ist es, obige Probleme zu überwin­den und höhere Webmaschinenleistungen und grössere Effi­zienz zu erreichen.

    [0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst. Durch die Einführung eines Koppelge­triebes mit zwei Knicklagen wird die Bewegung des relativ schweren Rollenhebels beim Abschuss stark reduziert und durch das Spannorgan zum Spannen des Schlaghebels bzw. des Torsionsstabs über seine Strecklage hinaus kann überdies eine wesentlich günstigere geometrische Anordnung erreicht werden. Insgesamt werden also Energiebedarf, auftretende Kräfte und Abnützung wesentlich reduziert und die Lei­stungsfähigkeit der Webmaschine entsprechend erhöht.

    [0004] Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Weiterbil­dungen der Erfindung. Eine besonders einfache Ausführung weist einen Rollenhebel mit zwei Rollen auf, welche beide auf nur einer Kurvenscheibe der Antriebswelle ablaufen. Eine einfache Ausführung des Spannorgans weist eine Exzen­terschwinge auf der Antriebswelle und ein Spannlappen auf der Beschleunigungswelle auf. Besonders hohe Webmaschinen­leistungen können mit einem Schlaghebel erreicht werden, der ein Endstück aufweist, das beim Abschuss direkt auf die Stossfläche des Projektils einwirkt ohne zwischenge­schaltetes Schlagstück. Denn dies erlaubt grössere Be­schleunigungswinkel und damit höhere Leistungen.

    [0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 eine erfindungsgemässe Projektilbeschleunigungs­vorrichtung mit Koppelgetriebe und Spannorgan;

    Fig. 2 schematisch den Mechanismus einer weiteren Projektilbeschleunigungsvorrichtung;

    Fig. 3 ein Spannorgan mit Spannlappen und Schwenk­lasche;

    Fig. 4 ein Spannorgan mit bogenförmiger Führungsnut des Spannlappens und

    Fig. 5 ein Spannorgan mit Gabelführung an der Exzenter­schwinge.



    [0006] Bei der erfindungsgemässen Projektilbeschleunigungsvor­richtung von Fig. 1a, b sind ein Schlaghebel 4, ein Spann­lappen 9 mit Lagernut 24 und ein Arm 18 einer Oelbremse 17 fest mit der Beschleunigungswelle 10 verbunden. Eine Schwenklasche 22 läuft drehbar ebenfalls auf Welle 10. Mit der Antriebswelle 12 sind eine Kurvenscheibe 34 mit Arre­tier- und Auslösenocken 2 und Spannnocken 30 sowie eine Exzenterschwinge 20 verbunden. Den Nocken 2 und 30 sind entsprechende Arretier- und Auslöserolle 1 und Spannrolle 31 zugeordnet. Die Rollen 1 und 31 trägt ein Rollenhebel 32 mit Drehachse 33. Eine Lasche 7 ist über ein Kniegelenk 15 mit dem Rollenhebel 32 und über ein weiteres Gelenk 16 mit dem Schlaghebel 4 gekoppelt. Lasche 7 und Gelenke 15 und 16 bilden das Koppelgetriebe 8. Der Schlaghebel 4 mün­det in ein Endstück 5, welches in Direktabschuss auf das Projektil 6 trifft und dieses in Richtung 14 beschleunigt. Das Endstück 5 ist hier unmittelbar fest oder drehbar nur am Schlaghebel 4 fixiert, im Gegensatz zu bisherigen Schlagstücken, welche in einer externen Führung laufen. Die Funktion der erfindungsgemässen Projektilbeschleuni­gungsvorrichtung ist in Fig. 2 schematisch dargestellt.

    [0007] Fig. 1a zeigt die Vorrichtung in ihrer Ausgangslage a mit erster Knicklage 8a des Koppelgetriebes vor Abschuss des Projektils. Die Rolle 1 des Rollenhebels 32a läuft dabei auf dem Arretier- und Auslösenocken 2 bis zu dessen Aus­lösepunkt 3 und hält dadurch das Kniegelenk 15 und den Schlaghebel 4a gespannt. Durch Ueberschreiten des Auslöse­punktes 3 wird das Kniegelenk 15 geknickt, der Schlaghebel 4 bewegt sich um den Winkel W1 bis zur Stellung 4b und beschleunigt dabei das Projektil 6 in Richtung 14 auf maximale Geschwindigkeit. In dieser Stellung b ist das Koppelgetriebe 8b mit dessen zweitem Gelenk 16 gestreckt und der Rollenhebel 32b erfährt hier eine Bewegungsumkehr, hat also die Geschwindigkeit 0 und damit auch die kineti­sche Energie 0. Im Gegensatz dazu hat bei bisherigen Pro­jektilbeschleunigungsvorrichtungen der schwere Rollenhebel in dieser Stellung eine grosse kinetische Energie aufge­nommen, welche für die Beschleunigung des Projektils ver­loren ist.

    [0008] Der Schlaghebel 4 wird anschliessend über den Winkel W2 von der Oelbremse 17 bis zum Stillstand in seiner Endlage 4c gebremst, wobei das Koppelgetriebe seine zweite Knick­lage 8c erreicht. Während also der Schlaghebel, wie ange­strebt, sehr grosse Winkel W1 und W2 mit hoher Geschwin­digkeit überstreicht, wird die Bewegung des Rollenhebels 32 entsprechend den kleinen Winkeln W3 und W4 sehr stark reduziert. Das anschliessende Spannen des Schlaghebels, bzw. seines Torsionsstabes, erfolgt nun durch das Spann­organ 13 mit der Exzenterschwinge 20, wobei sich das Koppelgetriebe 8 mit Gelenk 16 um den Winkel W6 bis über die Strecklage 8a hinaus bewegt (Fig. 2). Anschliessend wird der schlaghebel durch die Spannrolle 31 des Rollen­hebels über das Koppelgetriebe 8 um den Winkel W7 weiter gespannt bis zur Abschussstellung 4a, 8a und 32a.

    [0009] In Fig. 1 und 3 besteht das Spannorgan nebst der Exzenter­schwinge 20 aus einer Schwenklasche 22 mit einem Gelenk­bolzen 21, welcher in eine Lagernut 24 des Spannlappens 9 eingreift und dadurch den Schlaghebel 4 spannt.

    [0010] Fig. 4 zeigt ein Spannorgan mit einem Bolzen 37 an der Exzenterschwinge 20, welcher in eine bogenförmige Führungsnut 36 des Spannlappens 9 eingreift. Bei der umge­kehrten Anordnung von Fig. 5 läuft ein Bolzen 39 des Spannlappens 9 in einer bogenförmigen Gabelführung 38 der Exzenterschwinge 20. Diese erfindungsgemässen Spannorgane ergeben günstige geometrische Bedingungen, d.h. günstige Spannwinkel sowohl für das Spannorgan selber als auch für das restliche Spannen des Schlaghebels um den Winkel W7 mittels Rollenhebel 32 und Koppelgetriebe 8. Sie ermögli­chen damit höhere Spannleistungen bei reduziertem Aufwand und Verschleiss. Der Winkel W7 kann sehr klein gewählt werden, z.B. nur 1 bis 2 Grad, während W1 und W2 z.B. mit 20 bis 30 Grad bei Direktabschuss relativ grosse Werte erreichen können.

    Bezeichnungsliste



    [0011] 

    1 Arretier- und Auslöserolle

    2 Arretier- und Auslösenocken

    3 Auslösepunkt

    4 Schlaghebel

    5 Endstück

    6 Projektil

    7 Lasche

    8 Koppelgetriebe

    9 Spannlappen

    10 Beschleunigungswelle

    12 Antriebswelle

    13 Spannorgan

    14 Abschussrichtung

    15 Kniegelenk

    16 weiteres Gelenk

    17 Oelbremse

    18 Arm

    20 Exzenterschwinge

    21 Gelenkbolzen

    22 Schwenklasche

    24 Lagernut

    30 Spannnocken

    31 Spannrolle

    32 Rollenhebel

    33 Drehachse von 32

    34 Kurvenscheibe mit 2, 30

    36 bogenförmige Führungsnut

    37 Bolzen

    38 bogenförmige Gabelführung

    39 Bolzen

    W1 Winkel

    W2

    W3

    W4

    W6

    W7

    a 1. Knicklage

    b Strecklage

    c 2. Knicklage




    Ansprüche

    1. Projektilbeschleunigungsvorrichtung einer Webmaschine mit Antriebswelle, Beschleunigungswelle, Schlaghebel, Oelbremse und einem Kniegelenk an einem Rollenhebel, gekennzeichnet durch ein Koppelgetriebe (8) mit einem weiteren Gelenk (16) zwischen Rollenhebel (32) und schlaghebel (4), welches zwei Knicklagen auf­weist, wobei die erste Knicklage (8a) der Abschussposi­tion (4a) und die gegenüberliegende zweite Knicklage (8c) der Endposition (4c) des Schlaghebels entspricht, und durch ein von der Antriebswelle (12) angetriebenes Spannorgan (13), welches das Koppelgetriebe aus der zweiten Knicklage über seine Strecklage (8b) hinaus in Richtung erste Knicklage (8c) spannt.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oelbremse (17) mit dem Schlaghebel (4) gekop­pelt ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsendlage des Schlaghebels im wesentlichen der Strecklage (8b) des Koppelgetriebes entspricht.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenhebel (32) zwei Rollen (1, 31) aufweist, welche beide auf einer Kurvenscheibe (34) der Antriebs­welle (12) ablaufen.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannorgan (13) eine Exzenterschwinge (20) auf der Antriebswelle (12) und einen Spannlappen (9) auf der Beschleunigungswelle (10) aufweist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterschwinge (20) über einen Bolzen (21) mit einer Schwenklasche (22) auf der Beschleunigungs­welle (10) verbunden ist und dass der Spannlappen (9) eine Lagernut (24) zur Abstützung des Bolzens (21) auf­weist.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Spannlappen (9) eine bogenförmige Führungsnut (36) zur Aufnahme eines Bolzens (37) der Exzenter­schwinge (20) aufweist.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterschwinge (20) eine bogenförmige Gabel­führung (38) zur Aufnahme eines Bolzens (39) des Spann­lappens (9) aufweist.
     
    9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlaghebel (4) ein Endstück (5) aufweist, dass beim Abschuss direkt auf die Stossfläche des Projektils (6) einwirkt.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht