Gebiet der Technik
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zum röntgenstrahlgesteurten
Rohstoffscheiden und kann zum Voraufbereiten von Mineralrohstoffen, sekundären Metallrohgütern
usw. zum Einsatz kommen.
Vorhergehender Stand der Technik
[0002] Es ist ein Verfahren zum röntgenstrahlgesteuerten Scheiden von nutzbaren Mineralien
(SU, A, 952384) bekannt, wonach Stücke eines zu scheidenden Rohstoffs vor einer Röntgenstrahlquelle
geführt werden, man die Fluoreszenzröntgenstrahlung und die von einem Stück gestreute
Röntgenstrahlung gleichzeitig mißt, das Intensitätsverhältnis der Fluoreszenzröntgenstrahlung
der zu bestimmenden nutzbaren Komponente und der Streustrahlung von jedem Stück ermittelt
und ein Scheiden nach dem Wert des besagten Verhältnisses erfolgen läßt, indem es
mit einem vorgegebenen Schwellenwert verglichen wird. Dabei wird die Intensität der
Streustrahlung in einem energetischen Bereich aufgezeichnet, der einer Photospitze
dieser Strahlung entspricht.
[0003] Das Verfahren wird durch eine Einrichtung (SU, A, 952384) durchgeführt, die ein in
einem Kollimator untergebrachtes Isotop und Röntgenstrahlungsdetektoren enthält, die
als Proportionalzählrohre ausgeführt und beiderseits des Isotops angeordent sind.
Stücke des zu scheidenden Rohstoffes werden vor dem Isotop und vor den Zählrohren
im freien Fall vorbeigeführt.
[0004] Ein Nachteil dieses Verfahrens bzw. dieser Einrichtung besteht darin, daß Rohrstoffstücke
am Isotop und an den Detektoren längs verschiedener Fallkurven vorbeigehen, daher
hat man diese Elemente sowie Stellmechanismen, mit deren Hilfe Rohstoffstücke abgeschieden
werden, in einer ausreichenden Entfernung von der mittleren Bewegungsbahn der Stücke
anzuordnen, damit die letzteren keine besagte Elemente berühren. Dies führt zur gesteigerten
Leistung der Stellmechanismen, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens herabgesetzt
wird, sowie zur Empfindlichkeitssenkung bei Aufzeichnung der Sekundärstrahlung.
[0005] Die Empfindlichkeit der Aufzeichnung der Sekundärröntgenstrahlung wird auch dadurch
herabgesetzt, daß Rohstoffstücke, die am Isotop und an den Proportionalzählrohren
im freien Fall vorbeigehen, gegenüber diesen willkürlich orientiert sind, d.h. ihnen
sowohl mit breiten als auch mit schmalen Kanten zugekehrt sein können. Da die Stücke
der Röntgenstrahlung nur im Laufe einer sehr kurzen Zeit ausgesetzt sind, kann diese
willkürliche Orientierung der Stücke in bezug auf ihre Bewegungsrichtung bewirken,
daß ein Stück, dessen Gehalt an nutzbaren Komponenten einen Schwellenwert überschreitet,
doch das dem Isotop mit einer schmalen Kante zugekehrt ist, als ein minderwertiger
beurteilt wird und in Abfälle gelangt. All dies senkt die Effektivität eines Scheidens.
[0006] Es ist auch ein Verfahren zum röntgenstrahlgesteuerten Rohstoffscheiden bekannt,
das durch eine im wissenschaftlichtechnischen Informationssammelwerk "Obogaschenie
rud" Nr.3 (178), 1985 (Leningrad), A,P.Chernov u.a. "Rudosortirowochnyi avtomat dlya
pokuskovogo obogaschenia mineralnogo syrya", S.31 bis 33) beschriebene Einrichtung
durchgeführt wird. Das Verfahren besteht darin, daß die Stücke des zu scheidenden
Rohstoffs auf einer Förderfläche in einer Monoschicht in einer stabilen Lage angeordnet
werden, wodurch diese Stücke sich auf der Transportfläche in stabiisierten Bahnen
fortschreitend bewegen, ohne umzukippen bzw. sich von dieser Fläche zu trennen. Bei
Bewegung auf der Transportfläche werden Stücke durch Röntgenstrahlung bestrahlt, man
mißt die sekundäre Röntgenstrahlung, die durch die Stücke hindurchgeht und klaubt
hockwertige Stücke nach einem Intensitätswert der Sekundärstrahlung aus.
[0007] Die Einrichtung enthält die längs der Bewegungsrichtung eines Rohstoffes sequentiell
angeordneten: einen Beschickungsbunker, eine Transportvorrichtung, bestehend aus einem
schwachgeneigten Schnellschwingspeiser und einem Bandförderer, sowie pneumatische
Stellmechanismen. Über dem Förderband ist ein Stabilisator in Form eines Bürstenförderers
angeordnet, der die Stücke gegen das Band drückt und sie in eine stabile Lage bringt.
Nach dem Stabilisator sind in der Bewegungsrichtung von Rohstoff unter dem Förderband
gleichmäßig über die ganze Bandbreite verteilte Röntgenstrahlungsquellen und koaxial
mit diesen über dem Band Röntgenstrahlungsdetektoren angeordnet. Die letzteren üben
auch Funktion eines Koordinatensystems aus, indem sie Abmessungen der Stücke und ihre
Position am Band ermitteln. Es ist auch ein Rechner vorhanden, dessen Eingänge mit
Ausgängen der Detektoren und dessen Ausgänge mit Stellmechanismen verbunden sind.
[0008] Die Röntgenstrahlungsquellen und -detektoren bilden über die Breite des sich bewegenden
Rohstofflusses einzelne Durchsichtszonen und Stellmechanismen sind in jeder der besagten
Durchsichtszonen an Ablaufabschnitten vom Förderband angeordnet. Der Schurrenboden
des Schnellschwingspeisers weist ein gestuftes Beschleunigungsprofil auf, wodurch
die Bewegungsgeschwindigkeit der Rohstoffstücke ansteigt, die Höhe des Flusses des
Rohstoffs dementsprechend abnimmt und am Speiserausgang sich Stücke in einer Monoschicht
bewegen. Am Bandförderer werden Rohstoffstücke durch Stabilisatorbürsten gegen die
Bandoberfläche gedrückt und darauf unter Abstützung auf Kanten eingestellt, die eine
stabile Lage von Stücken im Laufe der Bewegung sicherstellen. Wenn Rohstoffstücke
an Röntgenstrahlquellen vorbeigehen, zeichnen Detektoren die Intensität der durch
Stücke hindurchgegangenen Sekundärstrahlung auf, der Rechner verarbeitet Detektorensignale,
die zum Gehalt der Stücke an nutzbaren Komponenten proportional sind, und gibt Befehle
zum Einschalten der entsprechenden Stellmechanismen zum Klauben der nutzbaren Stücke
aus. Dabei entspricht eine Anzahl der eingeschalteten Stellmechanismen den Abmessungen
der auszuklaubenden Stücke.
[0009] Da Stücke am Förderer in der stabilen Lage angeordnet werden, sind sie den Röntgenstrahlungsquellen
mit einer wenn auch keine maximale Fläche aufweisenden, doch ausreichend großen Kante
zugekehrt, wodurch Meßfehler ausgeschlossen werden, die dem Verfahren und der Einrichtung
gemäß SU, A, 952384 eigen sind. Trotzdem stellen die vorstehend beschriebenen ein
Verfahren und eine Einrichtung keine hohe Effektivität beim Scheiden, da Detektoren
eine durch Stücke hindurchgegangene Röntgenstrahlung aufzeichnen und diese Strahlung
nur eine schwache Abhängigkeit von der Konzentration nutzbarer Komponenten in Stücken
aufweist. In bezug auf Konzentration nutzbarer Komponenten in einem Rohstoff ist ihre
sekundäre Fluoreszenzröntgenstrahlung aussagekräftiger. In der beschriebenen Einrichtung
wird eine Aufzeichnung dieses Strahlung, wenn man Röntgenstrahlungsquellen und -detektoren
auf ein und derselben Seite von Stücken, und zwar oberhalb des Förderbandes anordnet,
kein erwünschtes Ergebnis liefern, weil das Förderband eine hohe Untergrundstrahlung
erzeugen wird, die sich auf eine Genauigkeit der Messungen negativ auswirkt. Aus diesen
Gründen läßt das beschriebene Verfahren keine Stücke mit einem niedrigen Erzgehalt
(unter 10%) scheiden und kann nur bei Erzaufbereitung bzw. zum Scheiden von mineralischen
Kontrastrohstoffen (Schiefer, Kohle) zum Einsatz kommen.
[0010] Ein anderer Nachteil des beschriebenen Verfahrens und der entsprechenden Einrichtung
besteht darin, daß Rohstoffstücke das Förderband in unstabilisierten Bahnen verlassen,
daher sollen Stellmechanismen, wie im Verfahren gemäß SU, A, 952394, in einer ausreichenden
Entfernung von zukommenden Stücken angeordnet werden und in Verbindung damit eine
größere Leistung aufweisen.
Offenbarung der Erfindung
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum röntgenstrahlgesteuerten
Rohstoffscheiden zu entwickeln und eine entsprechende Einrichtung zu schaffen, mit
deren Hilfe man eine sekundäre Fluoreszenzröntgenstrahlung der Rohstoffstücke ohne
Störungen durch eine Untergrundstrahlung messen kann, wobei ein Durchlauf der Stücke
vor Röntgenstrahlungsquellen und -detektoren sowie vor Stellmechanismen, mit deren
Hilfe nutzbare Stücke ausgeklaubt werden, in stabilisierten Bahnen gewährleistet wird,
wodurch die Effektivität des Scheidens gesteigert und der Energieaufwand für die Arbeit
der Stellmechanismen gesenkt werden.
[0012] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren zum röntgenstrahlgesteuerten Rohstoffscheiden,
bestehend darin, daß Stücke eines zu scheidenden Rohstoffes auf einer Transportfläche
in einer Monoschicht gelegt, sie in einer stabilen Lage angeordnet, Abmessungen der
Stücke und ihre Lage über die Monoschichtbreite festgestellt, die Stücke durch Röntgenstrahlung
bestrahlt werden, die sekundäre Röntgenstrahlung von jedem Stück gemessen wird und
die nutzbare Stücke anhand der Meßergebnisse ausgeklaubt werden, erfindungsgenäß dadurch
gelöst, daß die Stücke nach Ablaufen von der Transportfläche in einer Monoschicht
unter Beibehaltung ihrer Lage in bezug auf die Bewegungsrichtung ohne Abstützung weiterfördert
werden und die Ermittlung der Abmessungen von Stücken und ihrer Lage über die Monoschichtbreite,
die Bestrahlung durch Röntgenstrahlung, die Messung der Sekundärstrahlung und das
Ausklauben nutzbarer Stücke im Laufe der besagten Weiterbeförderung der Stücke ohne
Abstützung durchgeführt werden.
[0013] Die Aufgabe wird auch bei einer Einrichtung zum röntgenstrahlgesteuerten Rohstoffscheiden
mit einem Beschickungsbunker, einer Transportvorrichtung, enthaltend einen schwach
geneigten Schnellschwingspeiser zum Legen der zu scheidenden Rohstoffstücke in eine
Monoschicht, einem über der Transportvorrichtung angeordneten Stabilisator zum Brigen
der Stücke in die stabile Lage, einem Koordinatensystem zur Ermittlung der Abmessungen
der Stücke und ihrer Lage über die Monoschichtbreite, Röntgenstrahlquellen, Röntgenstrahldetektoren,
Stellmechanismen zum Ausklauben nutzbarer Stücke und einem Rechner, dessen Eingänge
an Ausgänge des Koordinatensystems und der Röntgenstrahldetektoren und dessen Ausgänge
an die Stellmechanismen angeschlossen sind, erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Transportvorrichtung zusätzlich einen stark geneigten Schnellschwingspeiser enthält,
der in der Bewegungsrichtung der Rohstoffstücke nach dem schwach geneigten Speiser
angeordnet und mit diesem gekoppelt ist, wobei die Einrichtung noch einen Stabilisator
aufweist, der über dem Kopp lungsabschnitt des schwach geneigten und des stark geneigten
Schnellschwingspeisers zur Kompensation der Drehmomente von Stücken angeordnet ist,
die bei ihren Übergang auf den stark geneigten Speiser entstehen, und daß das Koordinatensystem,
Röntgenstrahlquellen und -detektoren sowie Stellmechanismen in der Bewegungsrichtung
der Rohstoffstücke nach dem stark geneingten Schnellschwingspeiser angeordnet sind.
[0014] Die Effektivität des Scheidens wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren und der entsprechenden
Einrichtung dadurch gesteigert, daß man bei einer Rohstoffbewegung ohne Abstützung
die sekundäre Fluoreszenzröntgenstrahlung nutzbarer Komponenten in Stücken und eine
Streustrahlung von Stücken ohne Störungen durch Untergrundstrahlung wie beim Verfahren
gemäß SU, A, 952384 registrieren kann. Doch im Unterschied vom besagten Verfahren
bewegen sich Rohstoffstücke ohne Abstützung unter Beibehaltung ihrer Lage in bezug
auf die Bewegungsrichtung, d.h. ohne Drehbewegung und in stabilisierten Bahnen. Diese
Bewegung ohne Abstützung wird in der erfindungsgemäßen Einrichtung durch einen stark
geneigten Schnellschwingspeiser und den zweiter Stabilisator erzielt. Die Bewegung
der Rohstoffstücke an Röntgenstrahlungsquellen und - detektoren sowie am Koordinatensystem
und an den Stellmechanismen in stablisierten Bahnen vorbei ermöglicht die nähere Anordnung
der besagten Elemente gegenüber den zu analysierenden Rohstoffstücken, wodurch die
Empfindlichkeit der Aufzeichnung der sekundären Röntgenstrahlung gesteigert und die
Leistung der Stellmechanismen gesenkt werden können.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0015] Nachstehend wird die Erfindung anhand einer ausführlichen Beschreibung der besten
Ausführungsvariante unter Bezugnahme auf Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- schematisch eine erfindungsgemäße Einrichtung zum röntgenstrahlgesteuerten Rohstoffscheiden
und
- Fig.2a-2c
- die Bewegung der Rohstoffstücke über den stark geneigten Schnellschwingförderer in
der Einrichtung nach Fig.1.
Beste Ausführungsvariante der Einrichtung
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Rohstoffscheiden besteht im Folgenden. Stücke
eines zu scheidenden Rohstoffes innerhalb eines bestimmten Größenbereichs werden auf
eine Transportfläche aufgegeben, die eine kleine Neigung aufweist. Auf dieser Transportfläche
werden die Stücke mittels Vibrationsvorschubs in eine Monoschicht gelegt und voneinander
über die Flußbreite getrennt. Bei einer weiteren Bewegung der Stücke auf der Transportfläche
stellt sich jedes davon in eine stabile Lage, d.h. auf solch eine Kante ein, daß es
sich auf diese Kante (sei es nur in drei Punkten) abstützend ohne Rollen beim konstanten
Aufliegen dieser Kante weiter bewegt. Diese Kante kann keine maximale Fläche im Vergleich
mit allen Kanten eines Stücks aufweisen, sie ist eben eine beliebige Kante, die als
Stützkante eine zur weiteren stabilen Bewegung eines Stücks ohne Rollen ausreichende
Fläche aufweist. Das Vorhandensein derartiger Kanten bei einem beliebigen Stück wird
durch ein Verfahren zur Gewinnung von Gesteinstücken sichergestellt, sei es Abbau
mit Kammersprengungen bzw. Zerkleinerung durch Aufspalten. Große Gesteinschollen werden
in den beiden Fällen nach Linien der größten Abschwächung (Mikrorisse) bzw. nach linearen
Richtungen der größten Druckbeanspruchung gespalten. Daher sind für Gesteinstücke
keine rundliche Form, sondern eine Keil-, Lamellen- bzw. Stabform oder die Form eines
verhältnismäßig isometrischen unregelmäßigen Polyeders üblich.
[0017] Danach werden Stücke von einer schwach geneigten auf eine stark geneigte Transportfläche
übergeben, worauf sie zusätzlich beschleunigt werden und jedes Stück sich von einem
anderen trennt. Die bei der Beschleunigung entstehenden Drehmomente der Stücke, die
durch ihre Übergang auf eine stark geneigte Bewegungsbahn und durch eine Gleitreibung
bedingt sind, werden z.B. mit Hilfe von mechanischen Verfahren zur Drehmomentkompensation
bzw. bei Bewegung über die stark geneigte Fläche durch kein Gleiten, sondern durch
einen Vibrationsvorschub beseitigt.
[0018] Nachdem sie die stark geneigte Transportfläche verlassen haben, bewegen sich Stücke
in einer Monoschicht ohne Abstützung, wobei sie im Ergebnis der vorstehend beschriebenen
Maßnahmen eine konstante Bewegungsbahn ohne Lageänderung in bezug auf die Flußbreite
und auf die Bewegungsrichtung, d.h. ohne Drehbewegung beibehalten. Dabei sind Stücke
einer Ebene, die eine Fortsetzung der stark geneigten Transportfläche darstellt, mit
denselben Kanten zugekehrt, die nach Anbringung der Stücke in die stabile Lage auf
der Transportfläche als Stützkanten gedient haben.
[0019] Im Laufe der Bewegung von Rohstoffstücken ohne Abstützung werden eine Größe bzw.
Abmessungen jedes Stücks und seine Lage über die Monoschichtbreite ermittelt, jedes
Stück wird durch Röntgenstrahlung bestrahlt, man mißt eine sekundäre Fluoreszenzröntgenstrahlung
nutzbarer Komponenten in jedem Stück und anhand der Meßergebnisse werden nutzbare
Stücke ausgeklaubt. Dank Stabilisierung der Bewegungsbahnen der Stücke werden Arbeitsgänge
zur Messung und zum Ausklauben der Stücke bei einer optimalen Entfernung der entsprechenden
Elemente von diesen Stücken durchgeführt. Außerdem stellt eine Messung der sekundären
Röntgenstrahlung von Stücken im Laufe ihrer Bewegung ohne Abstützung eine Senkung
der Störungen infolge Untergrundstrahlung sicher.
[0020] Die Einrichtung zum röntgenstrahlgesteuerten Rohstoffscheiden enthält einen Beschickungsbunker
1 (Fig.1) mit einem Sammelbehälter und einem (nicht eingezeichneten) Auslaßmechanismus,
eine Transportvorrichtung mit drei Schnellschwingspeisern 2, 3 und 4, Stabilisatoren
5 und 6, ein Koordinatensystem 7 zur Ermittlung der Abmessungen von Stücken und ihrer
Lage über die Breite des sich bewegenden Flusses, Röntgenstrahquellen 8, Röntgenstrahldetektoren
9, Stellmechanismen, z.B. Druckluftventile 10, Aufnahmebehälter 11 und 12 für separierte
Stücke und einen Rechner 13. Das Koordinatensystem 7, die Röntgenstrahlquellen 8 und
die Röntgenstrahldetektoren 9 sowie der Rechner 13 stellen, wie es nachstehend angegeben
wird, allgemein bekannte Einrichtungen dar, daher sind sie in der Zeichnung nur angedeutet.
[0021] Die Schnellschwingspeiser 2 und 3 haben schwach geneigte Tragflächen und der Schnellschwingspeiser
4 hat eine stark geneigte Tragfläche, wobei der letztere im Oberteil einen krummlinigen
Abschnitt 14 aufweist, der mit der Fläche des Schnellschwingförderers 3 gekoppelt
ist.
[0022] Der Stabilisator 5, der gemeinsam mit dem Schnellschwingspeiser 3 zur Einstellung
der Rohstoffstücke in eine stabile Lage bestimmt ist, befindet sich über dem Schnellschwingspeiser
3 und ist z:B. als eine unbewegliche elastische Bürste ausgeführt. Der Stabilisator
6, der z.B. einen Bürstenförderer darstellt, ist über dem krummlinigen Abschnitt 14
des Schnellschwingspeisers 4 angeordnet und dient zur Kompensation von Drehmomenten
der zu scheidenden Stücke bei ihrer Übergang vom Schnellschwingspeiser 3 auf den Schnellschwingspeiser
4. Die Abstände der Stabilisatoren 5 und 6 von Flächen der entsprechenden Schnellschwingspeiser
sind so zu bemessen, daß Stücke gegen diese Flächen ohne wesentliche Bremsung gepreßt
werden.
[0023] Das Koordinatensystem 7, die Quellen 8 und die Detektoren 9 der Rüntgenstrahlung
sowie die Stellmechanismen 10 sind in der Bewegungsrichtung der Rohstoffstücke nach
dem stark geneigten Schnellschwingspeiser 4 angeordnet. Das Koordinatensystem 7 enthält
die über Flußbreite der sich bewegenden Rohstoffstücke angeordneten: Lichtquellen
und gegenüber diesen auf der anderen Seite von Bewegungsbahnen der Stücke angeordneten
Lichtempfänger. Derartige Systeme werden z.B. in Untergrundbahnen zum Durchlassen
der Fahrgäste, zum Zählen der sich auf einem Förderer bewegenden Gegenstände usw.
verwendet; ihre Wirkungsweise beruht auf Registrierung des Schattens eines Gegenstandes
bei seiner Bewegung an der Lichtquelle vorbei. Als Röntgenstrahlungsquellen 8 können
Röntgenröhren oder Radionuklide und als Detektoren 9 Proportionalitäts-, Szintillations-bzw.
Halbleiterzähler verwendet werden. Die Quellen 8 und die Detektoren 9 der Röntgenstrahlung
und die Druckluftventile 10 sind wie auch Elemente des Koordinatensystems 7 über die
Flüßbreite der Rohstoffstücke gleichmäßig verteilt.
[0024] Eingänge des Rechners 13 sind mit Ausgängen des Koordinatensystems 7 bzw. Ausgängen
der Detektoren 9 und Ausgänge mit den Druckluftventilen 10 gekoppelt. Der Rechner
13 enthält einen Impulshöhenanalysator, einen Prozessor nebst Arbeitsspeicher und
eine Steuereinheit zur Prozessorkopplung mit Lichtempfängern des Koordinatensystems
und den Stellmechanismen. Derartige Einrichtungen sind allgemein bekannt und z.B.
in SU, A, 915558 bzw. SU, A, 646737 beschrieben.
[0025] Die Einrichtung funktioniert wie folgt.
[0026] Ein Rohstoff in einem bestimmten Größenbereich der Stücke wird über den Beschickungsbunker
1 dem ersten schwach geneigten Schnellsohwingspeiser 2 und dann dem zweiten schwach
geneigten Schnellschwingspeiser 3 zugeführt, der eine größere Transportgeschwindigkeit
als der erste erzielt, wodurch Stücke in eine Monoschicht gelegt werden. Außerdem
prüft der Schnellschwingspeiser 3 gemeinsam mit dem Stabilisator 5 Rohstoffstücke
auf Lagestabilität. Zu diesem Zweck sind auf der Oberfläche des Schnellschwingspeisers
3 Stufen mit einer Höhe gleich 0,1 bis 0,2 der durchschnittlichen Stückgröße der zu
scheidenden Klasse vorgesehen. Wenn ein Rohstoffstück diese Stufen passiert, wird
es geneigt und sein Schwerpunkt verschiebt sich gegenüber Stützpunkten einer Tragkante.
Wenn dabei kein Umkippen eines Stücks stattfindet, stellt die entsprechende Stützkante
eine ausreichende Stabilität bei der weiteren Stückbewegung unter Abstützung auf diese
Kante sicher. Wenn die Lage eines Stücks unstabil ist, kippt es auf der nächsten Stufe
auf eine andere Kante un und dies solange, bis es sich auf eine "stabile" Kante legt.
Anstelle von Stufen können auf der Tragfläche des Schnellschwingspeisers 3 andere
Vorrichtungen zur Anbrigung der Rohstoffstücke in eine stabile Lage, z.B. Querrollen,
Rippen usw. vorgesehen werden. Durch Regelung der Schwingungsfrequenz des Speisers
3 und der elastischen Kraft der Bürste des Stabilisators 5, indem man sie gegenüber
der Oberfläche des Speisers 3 hebt bzw. senkt, kann man Bedingungen erzielen, die
ein Rollen der Stücke am Ausgang des Schnellschwingspeisers 3 ausschließen.
[0027] Auf dem Schnellschwingspeiser 3 erfolgt auch eine Trennung der Stücke voneinandet
über die Flußbreite z.B. durch eine Flächenerweiterung des Schnellschwingspeisers
3 in der Bewe gungsrichtung der Stücke oder dadurch, daß darauf auseinandergehende
Führungen angeordnet werden.
[0028] Bei der weiteren Bewegung gelangen Stücke auf den stark geneigten Schnellschwingspeiser
4 und unter die Bürste des Stabilisators 6. Die Geschwindigkeit des Bürstenförderers
im Stabilisator 6 ist der Schwingvorschubgeschwindigkeit des Speisers 3 gleich und
der Drehsinn ist so gewählt, daß sich der untere, den transportierten Stücken zugekehrte
Trum des Förderers in derselben Richtung wie Stücke bewegt. Die Bürste drückt Stücke
gegen Oberflächen der Schnellschwingspeiser 3 und 4 auf deren benachbarten Abschnitten
und quasi begleitet Stücke, ohne dabei eine stärkere Bremsung erzeugt wird. Dabei
werden Drehmomente der Stücke gedämpft, die durch deren Übergang auf die stark geneigte
Transportfläche bewirkt werden, und Stücke bewegen sich auf dem Schnellschwingspeiser
4 unter Abstützung auf dieselbe Kanten, wie auf dem Schnellschwingspeiser 3. Auf dem
stark geneigten Schnellschwingspeiser 4 werden Stücke beschleunigt und trennen sich
von nachfolgenden Stücken, wodurch Bedingungen für stückweise Messungen in der Monoschicht
geschaffen werden.
[0029] Eine unveränderliche Lage der Stücke im Laufe ihrer Bewegung auf dem Schnellschwingspeiser
4 in bezug auf die Richtung dieser Bewegung kann wie folgt erklärt werden. Bei Bewegung
eines Stücks durch einen Schwingvorschub über eine geneigte Fläche findet kein Gleiten
des Stücks über diese Fläche statt, sondern das Stück "schreitet", d.h. berührt die
Fläche nur dann, wenn diese Fläche eine Gegenbewegung zu ihm hun ausführt. Wenn zum
Zeitpunkt der Berührung mit der Fläche eines Schnellschwingspeisers die ganze Stützkante
eines Stücks in Berührung kommt, wird ein Stoß über den Schwerpunkt C des Stücks (Fig.2a)
gerichtet. In diesem Falle weist das Stück kein Drehmoment auf.
[0030] Wenn aus irgendeinem Grunde zum Zeitpunkt eines Zusammenstoßes der Oberfläche des
Schnellschwingspeisers 4 der Vorderpunkt A der Stützfläche eines Stücks an nächsten
liegt (Fig. 2b), wird dar Stück von einem Drehmoment "m" beansprucht, das entgegen
seiner Vorschubrichtung wirkt. Im Falle einer Berüh rung mit dem Hinterpunkt B der
Stützkante (Fig.2c) wird das Drehmoment "m" in der Bewegungsrichtung des Stücks wirken.
Da die Schwingungsamplitude des Speisers 4 0,5 bis 1,0 mm und eine Frequenz 100 bis
400 Hz betragen, kann sich ein Stück im Laufe einer Schwingungsperiode höchstens um
wenige Grad drehen und ein nächster Schlag vom Schnellschwingspeiser beansprucht den
gegenüberliegenden Punkt derselben Stützfläche. Auf diese Weise "schreitet" ein Stück
über die stark geneigte Fläche, indem es schwankt und sich allmählich stabilisiert,
ohne dabei von einer geradlinigen Bahn mehr als 1 mm abzuweichen. Dies kann mit einer
für die Praxis ausreichenden Genauigkeit als eine stabilisierte Bewegungsbahn gelten.
[0031] Nachdem Stücke den stark geneigten Schnellschwingspeiser 4 (Fig.1) verlassen haben,
bewegen sie sich ohne Abstützung in einer Monoschicht mit der Beschleunigung eines
freien Falles. Dabei weichen ihre ehemalige Stützkanten von stabilen Bahnen höchstens
um wenige Millimeter ab, was im Vergleich mit Stückabmessungen vernachlässigbar klein
ist, wodurch diese Bahnen als stabilisierte gelten dürfen.
[0032] Bei der abstützungsfreien Bewegung der Stücke ermittelt das Koordinatensystem 7 Abmessungen
jedes Stücks oder, genauer gesagt, seine Projektionsfläche, die mit Hilfe von Lichtempfängern
sowie Quellen 8 und Detektoren 9 der Röntgenstrahlung "sichtbar" ist. Des weiteren
werden Stücke durch eine Röntgenstrahlung von den Quellen 8 bestrahlt und die Detektoren
9 registrieren eine Sekundärstrahlung von einem jeden Stück, und Zwar ein charakteristisches
Linienspektrum einer nutzbaren Komponente und ein kontinuierliches (polyenergetisches)
Spektrum der Streustrahlung von einem Stück. Signale der Detektoren 9, die zum Gehalt
eines Stücks an einer nutzbaren Komponente proportional sind, werden wie auch Signale
vom Koordinatensystem 7 in den Rechner 13 eingegeben, der nach Verarbeitung dieser
Signale den Wert eines jeden Stücks auf der Monoschichtbreite bestimmt und Befehle
zum Einschalten jener Druckluftventile ausgibt, deren Lage über die Monoschichtbreite
der Lage nutzbarer Stücke entspricht. Dabei entspricht die Anzahl der Druckluftventile
10, die zum Ausklauben eines Stücks eingeschaltet werden, den Abmessungen dieses Stücks,
die durch das Koordinatensystem 7 registriert worden sind. Infolgedessen gelangen
nutzbare Stücke in den Aufnahmebehälter 12 und Ausschußstücke in den Behälter 11.
[0033] Eine Stabilisierung der Bewegungsbahnen von Rohstoffstücken und ihrer Lage in bezug
auf die Bewegungsrichtung ermöglicht eine Anordnung der Quellen 8 und der Detektoren
9 der Röntgenstrahlung sowie der Druckluftventile 10 in einem optimalen Abstand von
diesen Stücken. Dies steigert die Empfindlichkeit der Messungen, wodurch Rohstoffe
mit einem Gehalt an nutzbaren Komponenten bis auf 0,5% geschieden werden können und
senkt einen Energieaufwand für Arbeit der Ventile. So können beim erfindungsgemäßen
Verfahren Druckluftventile in einem Abstand von 1 bis 2 cm von Stücken angeordnet
werden, während bei dem bekannten Verfahren bei der unstabilisierten Bewegung der
Stücke im Anordnungsbereich der Druckluftventile dieser Abstand wenigstens 5 bis 8
cm zu betragen hat. Dementsprechend wird ein Luftdurchsatz für Druckluftventile im
erfindungsgemäßen Verfahren um das 15- bis 20-fache vermindert, weil die Schlagkraft
eines Luftstrahls umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstandes zwischen einem
Ventil und einem Rohstoffstück abnimmt.
Industrielle Answedbarkeit
[0034] Die Erfindung ist zur Voraufbereitung und Sortierung von Rohstoffstücken in einem
Großenbereich 15 bis 200 mm bestimmt, in denen nutzbare Komponenten mit einer Atomnummer
nicht über 20 enthalten sind. Die Erfindung kann in Aufbereitungsbetrieben, in Kreislauf-Fließstraßen
zur Aufbereitung von Erzrohstoffen und in technologischen Anlagen zur Verarbeitung
von metallischen Sekundärrohstoffen zum Einsatz kommen.
1. Verfahren zum röntgenstrahlgesteuerten Rohstoffscheiden, bestehend darin, daß Stücke
eines zu scheidenden Rohstoffes auf einer Transportfläche in einer Monoschicht gelegt
und in eine stabile Lage gebracht, Abmessungen der Stücke und ihre Lage über die Monoschichtbreite
ermittelt, die Stücke durch eine Röntgenstrahlung bestrahlt werden, die sekandäre
Röntgenstrahlung von jedem Stück gemessen wird und anhand der Meßergebnisse nutzbare
Stücke ausgeklaubt werden, dadurch gekennzeichnet, daß nachdem Stücke die Transportfläche verlassen haben, ihre abstützungsfreie Bewegung
in einer Monoschicht unter Beibehaltung der Stücklage in bezug auf die Bewegungsrichtung
der Stücke bewirkt wird und die Ermittlung der Stückabmessungen und der Stücklage
über die Monoschichtbreite, die Bestrahlung durch die Röntgenstrahlung, die Messung
der Sekundärstrahlung und das Ausklauben der nutzbaren Stücke im Laufe der besagten
abstützungsfreien Bewegung der Stücke erfolgen.
2. Einrichtung zum röntgenstrahlgesteuerten Rohstoffscheiden mit einem Beschickungsbunker
(1), einer Transportvorrichtung, enthaltend einen schwach geneigten Schnellschwingspeiser
(3) zum Legen der Stücke eines zu scheidenden Rohstoffes in einer Monoschicht, einem
Stabilisator (5), der über der Transportvorrichtung zum Bringen der Stücke in eine
stabile Lage angeordnet ist, einem Koordinatensystem (7) zur Ermittlung der Abmessungen
der Stücke und ihrer Lage über die Monoschichtbreite, Röntgenstrahlquellen (8), Röntgenstrahldetektoren
(9), Stellmechanismen (10) zum Ausklauben nutzbarer Stücke und einem Rechner (13),
dessen Eingänge mit Ausgängen des Koordinatensystems (7) bzw. der Röntgenstrahldetektoren
(9) und dessen Ausgänge mit Stellmechanismen (10) gekoppelt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Transportvorrichtung zusätzlich einen stark geneigten Schnellschwingspeiser
(4) enthält, der in der Rohstoffbewegungsrichtung nach dem schwach geneigten Schnellschwingspeiser
(3) angeordnet und damit gekoppelt ist und dadurch, daß sie noch einen Stabilisator
(6) enthält, der über dem Kopplungsabschnitt (14) des schwach geneigten (3) und des
stark geneigten (4) Schnellschwingspeisers zur Kompensation der Drehmomente von Stücken
angeordnet ist, die bei ihrer Übergang auf den stark geneigten Schnellschwingspeiser
(4) entstehen, und daß das Koordinatensystem (7), die Röntgenstrahlquellen (8), die
Röntgenstrahldetektoren (9) und die Stellmechanismen (10) in der Richtung der Rohstoffbewegung
nach dem stark geneigten Schnellschwingspeiser (4) angeordnet sind.