[0001] Die Erfindung betrifft einen Türgriff für Kraftfahrzeuge nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
[0002] Ein solcher Türgriff ist aus der DE 26 58 159 B2 bekannt. Zur Ansteuerung einer Schließeinrichtung
einer Fahrzeugtür ist dort ein Betätigungshebel vorgesehen, bei dem die nach einer
Betätigung erforderliche Rückstellung in die Ausgangslage über Federkräfte selbsttätig
erfolgt und von einem Festanschlag begrenzt wird. Dabei bildet eine elastische Zwischenlage
eine Dämpfungsauflage für die Begrenzungsanschläge, um die Geräuschbildung zu mindern,
die beim Aufschlagen des federkraftrückgeführten Betätigungshebels an die Anschläge
entsteht.
[0003] Solche und ähnliche passive, elastische Dämpfungsauflagen für eine geräuscharme Rückführung
eines Betätigungshebels sind verschiedentlich in Gebrauch. Der vorgesehene Dämpfungsweg
ist sehr kurz, und eine exakte Positionierung ist wegen der Toleranzen und Materialermüdungserscheinungen
erschwert. Zudem ermöglichen solche Materialien aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften
keine gleichmäßige, weiche Rückführung des Betätigungshebels in seine Ausgangslage.
Das Anschlaggeräusch wird damit nur unvollständig und unzuverlässig reduziert.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Türgriff der eingangs genannten Art
so auszubilden, daß eine weitgehende und zuverlässige Reduzierung des Anschlaggeräusches
erzielt wird.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe werden bei einem Türgriff der eingangs genannten Art die
kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 vorgesehen. Durch diese Maßnahme
wird der Betätigungshebel während seiner Rückstellbewegung von einer bestimmten
Position aus bis zum Erreichen seiner Ausgangslage so an ein Dämpfungselement angekoppelt,
daß dieses auf den Betätigungshebel eine der Federkraft entgegengerichtete Kraft
ausübt, welche bis zum Erreichen einer bestimmten, geringen Geschwindigkeit des Betätigungshebels
größer als die Federkraft ist.
[0006] Durch diese geschwindigkeitsabhängige Verzögerung des Betätigungshebels ist es möglich,
diesen geräuscharm in seine Endlage zurückzuführen. Hierbei wird im Gegensatz zur
Verwendung elastischer Materialien als Begrenzungsanschläge um so mehr Bewegungsenergie
des Betätigungshebels an das Dämpfungselement abgeführt, je größer diese Energie
ist. Der Betätigungshebel wird gleichmäßig und weich in seine Endlage zurückgeführt.
Der Begrenzungsanschlag wird mit sehr geringer Geschwindigkeit erreicht, und es ist
damit eine größtmögliche Reduzierung des Anschlaggeräusches erzielt.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Dabei bietet das kennzeichnende Merkmal nach Anspruch 3 den Vorteil,daß die Ansteuerung
des Schließmechanismus durch den Betätigungshebel ohne Beeinflussung durch das Dämpfungselement
ermöglicht ist. Die Merkmale nach Anspruch 6 ermöglichen in vorteilhafter Weise eine
gedämpfte Führung des Betätigungshebels auch aus der Ausgangslage heraus, was eine
durch ruckartige Betätigung mögliche Beschädigungsgefahr von mit dem Betätigungshebel
verbundenen Teilen verringert.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Anordnung zur gedämpften Rückstellung eines
Türbetätigungshebels und
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel des Dämpfungselementes der Fig. 1, das eine geschwindigkeitsabhängige
Dämpfungskraft hervorruft.
[0009] Einen erfindungsgemäß gedämpften Türbetätigungsmechanismus zeigt die Fig. 1. Dabei
greift ein nicht näher gezeigter, an seinem einen Ende schwenkbar gelagerter Türaußengriff
an seinem anderen Ende über die Verlängerung (17) durch die Türwand und ist am Ende
(4) der Verlängerung (17) an einen Hebel (5) angelenkt. Der Hebel (5) ist durch die
Achse (2) drehbar gelagert und besitzt eine als Massenausgleichsgewicht dienende mit
ihm fest verbundene Verlängerung (6). Die Achse (2) ist dabei ebenso wie eine weitere
Achse (10) vertikal an zwei parallel versetzten, horizontal verlaufenden Halteblechen
gelagert, zwischen denen sich der Hebel (5) befindet, wobei im Schnitt der Zeichnung
lediglich das untere Halteblech (1) gezeigt ist. Es ist entsprechend der Griffmulde
der Türaußenwand zur Fahrzeuginnenseite hin gebogen ausgeführt und an den beiden
Endteilen (1a, 1b) in nicht näher gezeigter Weise mit dem oberen Halteblech verbunden
und an der Innenseite der Fahrzeugtüraußenwand angebracht. An den Halterungen sind
zudem Begrenzungsanschläge (13a, 13b), die die Rotationsbewegung des Dämpfungselementes
(11) mittels eines daran angebrachten Zapfens (12) begrenzen, und eine einseitige
Befestigung (9) für die Feder (7) angebracht. Zum Erzwingen der Rückstellbewegung
des Hebels (5) und damit des Türaußengriffs in die hier gezeigte Ausgangslage ist
die Feder (7) über die Abstandshalterung (8) an ihrem zweiten Ende in einer Aussparung
(15) des Hebels (5) vorgespannt eingelegt. An die Bewegung des Türgriffs ist über
eine Aussparung (3) des Hebels (5), in die das abgewinkelte Ende einer zum Türschloß
führenden Stange (16) eingreift, der Schließmechanismus angekoppelt.
[0010] Nach Betätigen des Türaußengriffs befindet sich der Hebel (5) in einer entgegen der
gezeigten Pfeilrichtung verdrehten Position. Nach Loslassen des Türaußengriffs bewirkt
die Feder (7) über den Hebel (5) eine Rückstellbewegung in der gezeigten Pfeilrichtung.
Diese erfolgt zunächst ohne Einwirkung des Dämpfungselementes (11), wobei in dieser
Bewegungsphase die Betätigung des hier nicht gezeigten, an den Türaußengriff über
die Stange (16) angekoppelten Schließmechanismus stattfindet. Bevor der Hebel (5)
jedoch seine gezeigte Endlage erreicht, greift die Verlängerung (6) in eine Aussparung
(14) des Dämpfungselementes (11) ein und führt dieses in einer Rotationsbewegung
um die Achse (10) mit. Während dieser Bewegungsphase übt das Dämpfungselement (11)
eine von seiner Winkelgeschwindigkeit abhängige Kraft auf die Verlängerung (6) aus,
welche die von der Feder (7) verursachte Drehbewegung des Hebels (5) abbremst. Das
System erreicht so seine Endlage mit geringer Geschwindigkeit bei gegenüber elastischen
Dämpfungsauflagen vergleichsweise langem Bremsweg, was eine effektive Geräuschminderung
ermöglicht. Bei der Betätigung des Hebels (5) aus seiner Endlage heraus wird über
die Verlängerung (6), die in die Aussparung (14) eingreift,das Dämpfungselement (11)
wieder zurückgestellt. Dadurch wird gleichzeitig eine materialschädigende, ruckartige
Hebelbetätigung verhindert.
[0011] Selbstverständlich ist es als zusätzliche Maßnahme günstig, die beschriebenen Begrenzungsanschläge
mit bekannten passiven Dämpfungsauflagen, wie z.B. Gummiauflagen, auszustatten.
[0012] Das Dämpfungselement (11) kann wie in Fig. 2 gezeigt ausgebildet sein. Es besteht
aus einer zylinderartigen Büchse, die einen Boden und einen Deckel besitzt und an
der durchgeführten Achse (10) drehbar gelagert ist. Eine Aussparung (14) ist in der
kreiszylinderförmigen Außenwandung (22) angeordnet. Der nach außen abgedichtete Hohlraum
(20) im Inneren der Büchse ist mit einer Flüssigkeit geeigneter Viskosität gefüllt.
An der ortsfesten Achse (10) sind im Hohlraum (20) rechteckige Flügelplatten (18,
19, 23) angebracht, die als Lochbleche ausgeführt sind. Eine entsprechende Flügelplatte
(21) ist fest mit der Außenwandung (22) verbunden. Bei Drehung der Außenwandung (22)
relativ zur ortsfesten Achse (10) muß die Flüssigkeit durch die Öffnungen der Lochbleche
strömen. Die von der Viskosität der Flüssigkeit aufgebrachte Widerstandskraft steigt
hierbei bekanntermaßen mit größer werdender Relativgeschwindigkeit an. Das Dämpfungselement
übt daher die gewünschte geschwindigkeitsabhängige Dämpfungskraft auf die Verlängerung
(6) aus.
1. Türgriff für Kraftfahrzeuge, welcher zur Betätigung einer Schließeinrichtung einer
Fahrzeugtür einen Betätigungshebel besitzt, dessen Rückstellbewegung in eine Ausgangslage
über Federkräfte erfolgt und von einem Anschlag begrenzt wird, wobei Mittel zur Geräuschdämpfung
zugeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß eines dieser Mittel ein bewegliches Dämpfungselement
(11) ist, welches mit dem Betätigungshebel mindestens kurz vor dem Erreichen seiner
Ausgangslage koppelbar ist und auf ihn eine der Federkraft entgegengerichtete Kraft
ausübt, welche sich mit abnehmender Geschwindigkeit des Betätigungshebels verringert
und bis kurz vor Erreichen der Endlage größer als die Federkaft ist.
2. Türgriff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (11)
die geschwindigkeitsabhängige Verzögerungskraft aufgrund von Viskositätseffekten erzeugt.
3. Türgriff nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem
Teilabschnitt des gesamten Rückstellweges des Betätigungshebels keine Verbindung von
Dämpfungselement (11) und Betätigungshebel besteht.
4. Türgriff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Dämpfungselement (11) drehbar angeordnet ist.
5. Türgriff nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement (11)
ein mit einer Flüssigkeit gefüllter Hohlzylinder (20) ist, in dem mit Drosselöffnungen
versehene Flügel (18, 19, 21, 23) angeordnet sind.
6. Türgriff nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpfungselement
(11) am Umfang eine Aussparung (14) besitzt, in welche der Betätigungshebel oder eine
mit ihm verbundene Verlängerung (6) eingreift.
7. Türgriff nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungshebel oder
die Verlängerung (6) in beiden Drehrichtungen des Dämpfungselementes (11) in die Aussparung
(14) eingreift.
8. Türgriff nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlag zur Bewegungs-Begrenzung der Rückstellbewegung am Dämpfungselement
(11) angreift.
9. Türgriff nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Festanschläge (13a,
13b) die Bewegung des Dämpfungselementes (11) über einen von ihm abragenden Vorsprung
(12) beidseitig begrenzen.