[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Vakuumschaltkammer gemäß
Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Bei Schaltkammern, die in der Direkt-Löt-Verschließtechnik, d. h. die Kammer wird
in einem Ofenzyklus ausgepumpt und durch Lötung verschlossen, hergestellt werden,
ist es notwendig, zum Kammerinneren einen Evakuierungsbzw. Entgasungsspalt zu lassen,
der erst nach Erreichen eines ausreichenden Hochvakuums durch Lotschmelzung verschlossen
wird. Entgasungsspalte können durch die Lötfolie selbst gebildet sein, indem diese
wellen-, oder durch Quetschung noppenförmig ausgebildet ist (DE-AS 11 04 623).
[0003] Diese Maßnahmen führen jedoch nur bei relativ leichtgewichtigen Lötbaugruppen zum
Ziel. Bei schwereren Baugruppen besteht die Gefahr, daß sich infolge der Erweichung
des Lotes bei höheren Temperaturen die Stabilität der Folie verringert und sich der
Entgasungs- bzw. Evakuierungsspalt frühzeit verschließt, bevor der Lötprozeß abgeschlossen
ist.
[0004] Man ist deshalb dazu übergegangen, einzelne, auf einer planen Lötfolie am Umfang
verteilte, massive Lotabstandsstücke aufzulegen. Diese bestehen entweder aus Lotdrahtabschnitten
in L-, V- oder O-Form oder aber aus massiven ausgestanzten rechteckigen, quadratischen
oder runden Lotabschnitten. Gemäß DE-OS 20 44 277 bestehen diese Abstandsstücke aus
U-förmigen Taschen, die auf die Lötfolie aufgeschoben werden. Diese Abstandsstücke
müssen exakt, in der Regel manuell, auf die Lötfolie aufgelegt werden, ohne Markierungspunkte
auf der Lötfolie zu besitzen. Es besteht dabei die Gefahr, daß sie sich im weiteren
Montageverlauf verschieben und im schlimmsten Falle in die Vakuumkammer hineinfallen,
aus der sie mit großem Zeitaufwand wieder entfernt werden müssen. Ferner können die
Lotdrahtstücke bei der Herstellung unnötig verunreinigt werden, was eine nicht vakuumdichte
Lötnaht zur Folge haben kann.
[0005] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Verfahren anzugeben, mit dem die
Lotabstandsstücke exakt und montagesicher zu positionieren sind.
[0006] Gelöst wird dies mit den kennzeichnenden Merkmalen des Ansprüches 1.
[0007] Eine oxydfreie Befestigung der Lotteile (Folie und Abstandsstücke) miteinander erscheint
schwierig. Bei den zu verbindenden Materialien, die in der Regel aus Silber, Gold,
Kupfer oder Mischungen davon bestehen, sind Schweißverfahren nicht oder nur mit sehr
großen Aufwendungen möglich. Hingegen hat sich eine Befestigung mittels Laserschweißen
als einfaches und erfolgreiches Verbindungsverfahren herausgestellt. Durch einen
kurzzeitigen hochenergiereichen Laserimpuls werden beide Materialien an ihren Stoßstellen
soweit erhitzt, daß sie miteinander oxydfrei verschweißen.
[0008] Eine andere Möglichkeit einer verschiebesicheren Fixierung besteht darin, die Lötfolie
mit Ausdrückungen zu versehen, in, um bzw. an die entsprechend ausgebildete Lotabstandsstücke
gelegt werden.
[0009] Schließlich hat sich ein Verstemmen der zur verbindenden Teile als eine sichere Befestigungsmethode
herausgestellt; dabei wird vorzugsweise mit einem Werkzeug ein Folienabschnitt in
das Lotabstandsstück hineingedrückt.
[0010] Weitere Verbindungsmöglichkeiten sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0011] Anhand von schematischen Darstellungen sollen Ausführungsbeispiele der Erfindung
näher erläutert werden.
[0012] Es zeigen:
Figur 1 ein Halbschnitt einer Vakuumschaltkammer,
Figur 2 ein vergrößerter Teilschnitt im Bereich Deckel-Keramikmantelkörper einer
Vakuumschaltkammer,
Figur 3 eine Draufsicht auf eine Lötfolie und
Figur 4 bis 7a Variationen der Fixierung zwischen Lötfolie und Lotabstandsstücken.
[0013] Die Vakuumschaltkammer enthält einen zylindrischen Keramikmantelkörper 1, der von
zwei metallischen Deckein 3, 4 verschlossen ist. Letztere werden vakuumdicht von zwei
Leiterstengeln 5, 6 durchgriffen. Der Stengel 6 ist beweglich und über den Balgen
7 mit dem Deckel 4 verbunden. Die Stengel 5, 6 tragen Schaltkontaktstücke 8, 9 und
sind von dem Metallschirm 10, der den Keramikmantelkörper 1 gegenüber Schaltlichtbogenprodukten
schützt, umgeben. Weitere Metallschirme 10a, 10b dienen der inneren Spannungsfestigkeit
der Schaltkammer und decken die innere Stirnkante des Keramikmantelkörpers 1 ab. Der
Metallmantel 11 schützt den Balgen 7.
[0014] Zur Herstellung der Schaltkammer werden sog. Lötbaugruppen erstellt, d. h. verschiedene
Kammerteile werden unter Zwischenlage von Lot, z. B. in Form von Lötfolien, zusammengesetzt.
Schließlich werden die Lötbaugruppen zur Schaltkammer vereinigt (siehe Figur 1) und
in einem Vakuumofen verbracht. Dieser wird evakuiert und bis auf die Schmelztemperatur
der Lote erhitzt. Damit die Gase aus der Kammer entweichen können, sind Entgasungsspalte
anzuordnen. Hierzu wird ein metallischer Deckel 3 mit Hilfe von Lotabstandsstücken
12 aufgeständert. Der Entgasungsspalt 13 bildet sich zwichen den einzelnen, am Umfang
verteilten Lotabstandsstücken 12 aus. Im gezeigten Beispiel (siehe Figur 2) werden
die Abstandsstücke 12 auf eine kreisringförmige Lötfolie 14, die die Lotgrundversorgung
der Verbindungsstelle deckt, aufgesetzt. Der Deckel 3 wird nicht unmittelbar auf den
Keramikman telkörper 1, sondern unter Zwischenlage eines Ringkranzes 15 des weichmetallischen
Schirmes 10a, der die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der zu verbindenden
vorgenannten Teile kompensiert, aufgelötet. Für das hier zu betrachtende Verfahren
bilden Deckel 3 sowie Metallschirm 10a eine Einheit und werden von den Lotabstandsstücken
12 aufgeständert.
[0015] Sowie im Lötofen und damit im Schaltkammerinneren ein gewünschtes Vakuum erreicht
ist, wird die Lötofentemperatur auf die Schmelztemperatur der Lotabstandsstücke 12
heraufgefahren, diese verfließen und der Deckel 3 senkt sich - unter Aufhebung der
Entgasungsspalte - ab. Nach Verfestigung des Lotes ist die Schaltkammer vakuumdicht
verschlossen.
[0016] Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf die Lötfolie 14 mit aufgesetzten Lotabstandsstücken
12. Beide Teile sind fest verbunden und als ganzes handhabbar. Die Verbindung geschieht
erfindungsgemäß mittels eines Laserimpulses, der die jeweiligen Teile durchdringt
und punktförmig verschweißt. Es empfiehlt sich, das Verbindungsverfahren unter Vakuum
oder einer Schutzgasatmosphäre vorzunehmen.
[0017] In Figur 4, 4a ist eine Variante der Erfindung gezeigt, gemäß der das Lotabstandsstück
als Lotdrahtring 12a ausgeführt ist, der jeweils um eine, in die Lötfolie 14 geprägte
warzenförmige Ausdrückung 16 gelegt ist. Damit ist das Lotabstandsstück für die Montage
relativ verschiebesicher festgelegt. Es genügen jeweils drei solcher Fixierpunkte
am Umfang der Lötfolie.
[0018] Bei der Variante nach Figur 5, 5a ist die Lötfolie 14 in höckerförmigen Taschen 17
gelegt, in deren Höckermulden Lotabstandsstücke in Form von Lotdrahtabschnitten 12b
eingelegt sind.
[0019] Wie in Figur 6, 6a erkennbar, paßt die Ausdrückung 18 in der Lötfolie 14 in eine
entsprechende Ausnehmung 19 im Lotabstandsstück, das als kreisförmige Scheibe 12c
ausgebildet ist.
[0020] Gemäß Figur 7, 7a sind Lötfolie 14 und Lotabstandsstück 12d durch Verstemmen miteinander
verbunden. Dabei wird mit einem Werkzeug ein Lötfolienabschnitt 20 in das Lotabstandsstück
12d hineingedrückt, jedoch nur so weit, daß der Lötfolienabschnitt 20 nicht vollständig
von der Lötfolie 14 abgetrennt wird.
[0021] Durch die gezeigten Verschiebesicherungen für die Lotabstandsstücke wird die Herstellung
der Vakuumschaltkammer wesentlich erleichtert und sicherer gemacht.
1. Verfahren zur Herstellung einer Vakuumschaltkammer, welche in einem einzigen Ofenzyklus
evakuiert und durch Lötung verschlossen wird, bei dem in den zwischen einem metallischen
Deckel sowie der Stirn eines Keramikmantelkörpers der Schaltkammer gebildeten Lötspalt
eine Lotfolie sowie damit in Körperkontakt stehende, einzeln am Umfang verteilte Lotabstandsstücke
- auf denen der Deckel aufliegt - eingebracht werden, wobei zwischen den Lötabstandsstücken
Entgasungsspalte entstehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Lotabstandsstücke (12, 12a, 12b, 12c, 12d) an der Lötfolie (14) befestigt
bzw. verschiebesicher fixiert sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigung durch einen
Laserimpuls erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Laserschweißen unter
Vakuum bzw. einer Schutzgasatmosphäre vorgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lötfolie (14) mit bleibenden
Ausdrückungen (16, 17, 18) versehen ist und an diesen die Lotabstandsstücke (12,
12a, 12b, 12c, 12d) fixiert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in die Lötfolie (14) durch
Ausdrückungen muldenförmige Abscnitte gebildet sind, in die passende Lotabstandsstücke
(12) eingelegt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in die Lötfolie (14) warzenförmige
Ausdrückungen (16) eingebracht werden, um die jeweils ein Lotabstandsstück in Form
eines Lotdrahtringes (12a) gelegt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in die Lötfolie (14) Ausdrückungen
in Form von höckerförmigen Taschen (17) eingebracht und die gebildete Höckermulde
Lotdrahtabschnitte (12b) eingelegt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Lotabstandsstück (12c)
mindestens eine Ausnehmung (19) enthält, in die eine entsprechende Ausdrükkung (18)
der Lötfolie (14) paßt.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Lötfolie (14) und Lotabstandsstück
(12d) miteinander verstemmt sind.
10. Verfahren nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Lotabstandsstücke
(12c, 12d) kreisförmige Scheiben verwendet werden.