(19)
(11) EP 0 420 802 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.08.1995  Patentblatt  1995/32

(21) Anmeldenummer: 90810704.8

(22) Anmeldetag:  17.09.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D06L 1/14, D06L 3/02, D06P 1/613, D06M 11/38

(54)

Wässriges, lagerstabiles, gering schäumendes Netzmittel

Aqueous, storage stable, low foaming wetting agent

Agent mouillant aqueux stable au stockage et peu moussant


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 26.09.1989 CH 3478/89

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
03.04.1991  Patentblatt  1991/14

(73) Patentinhaber: CIBA-GEIGY AG
4002 Basel (CH)

(72) Erfinder:
  • Guth, Christian
    CH-4127 Birsfelden (CH)
  • Stehlin, Albert
    F-68300 Rosenau (FR)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 017 149
EP-A- 0 202 638
EP-A- 0 303 928
FR-A- 2 182 781
GB-A- 1 566 130
EP-A- 0 017 190
EP-A- 0 274 350
EP-A- 0 354 344
FR-A- 2 580 664
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues wässriges, lagerstabiles, in der Anwendung gering schäumendes Netzmittel sowie seine Herstellung und Verwendung in der Textilbehandlung.

    [0002] Die EP-A-0 274 350 beschreibt z.B ein lagerstabiles Textilhilfsmittel, das einen Phosphorsäureteilester, ein nichtionogenes Tensid, ein anionisches Tensid und ein Alkalimetallhydroxid enthält. Ferner ist es aus der DE-A 33 15 951 bekannt, bei der Behandlung von Textilien schaumarme Netzmittel einzusetzen, um die Behandlung in alkalischen Flotten zu verbessern. Die dabei vorgeschlagenen Netzmittel weisen allerdings einen niedrigen Trübungspunkt auf, der sich ungünstig auf deren Lagerstabilität auswirkt. Bei Temperaturen oberhalb des Trübungspunktes kommt es zur Phasentrennung, wodurch die Verwendung dieser Netzmittel nicht mehr möglich ist.

    [0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Netzmittel bereitzustellen, dessen Trübungspunkt eine Lagerstabilität bis 40°C ermöglicht und gleichzeitig ein schaumarmes Verhalten in der Anwendung zeigt.

    [0004] Das erfindungsgemässe wässrige, lagerstabile, in der Anwendung gering schäumende Netzmittel, das frei von phosphorhaltigen Verbindungen ist, enthaltend ein nichtionogenes Tensid aus der Gruppe der teilweise endgruppenverschlossenen alkoxylierten Fettalkohole ist dadurch gekennzeichnet, dass es

    (a) 15 bis 60 Gew.% eines nichtionogenen Tensids der allgemeinen Formel

    worin
    R einen aliphatischen Rest mit mindestens 8 Kohlenstoffatomen,
    R₁ Wasserstoff, C₁ bis C₈-Alkyl, einen cycloaliphatischen Rest mit mindestens 5 C-Atomen, Phenylniederalkyl oder Styryl,
    "Alkylen" einen Alkylenrest von 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und
    p eine Zahl von 2 bis 24 bedeuten und

    (b) 1 bis 10 Gew.% eines Alkylsulfates der Formel



            (5)   R₈O-SO₃X



    worin

    R₈
    einen aliphatischen gesättigten, verzweigten oder geradkettigen Rest mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen und
    X
    Wasserstoff, Alkalimetall oder Ammonium bedeutet,
    als Hydrotropiermittel
    enthält.



    [0005] Der Substituent R in Formel (1) stellt vorteilhafterweise den Kohlenwasserstoffrest eines ungesättigten oder gesättigten aliphatischen Monoalkohols mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen dar. Der Kohlenwasserstoffrest kann geradkettig oder verzweigt sein. Vorzugsweise bedeutet R einen Alkyl- oder Alkenylrest mit 9 bis 14 C-Atomen.

    [0006] Als aliphatische gesättigte Monoalkohole können natürliche Alkohole, wie z.B. Laurylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol oder Stearylalkohol, sowie synthetische Alkohole, wie z.B. 2-Ethylhexanol, 1,1,3,3-Tetramethylbutanol, Octan-2-ol, Isononylalkohol, Trimethylhexanol, Trimethylnonylalkohol, Decanol, C₉-C₁₁-Oxoalkohol, Tridecylalkohol, Isotridecanol oder lineare primäre Alkohole (Alfole) mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen in Betracht kommen. Einige Vertreter dieser Alfole sind Alfol (8-10), Alfol (9-11), Alfol (10-14), Alfol (12-13) oder Alfol (16-18). ("Alfol" ist ein eingetragenes Warenzeichen).

    [0007] Ungesättigte aliphatische Monoalkohole sind beispielsweise Dodecenylalkohol, Hexandecenylalkohol oder Oleylalkohol.

    [0008] Die Alkoholreste können einzeln oder in Form von Gemischen aus zwei oder mehreren Komponenten vorhanden sein, wie z.B. Mischungen von Alkyl- und/oder Alkenylgruppen, die sich von Soja-Fettsäuren, Palmkernfettsäuren oder Talg-Oelen ableiten.

    [0009] (Alkylen-O)p-Ketten sind bevorzugt vom Ethylenglykol-, Ethylenpropylenglykol- oder Ethylenisopropylenglykol-Typus; p ist bevorzugt 4 bis 20.

    [0010] Als nichtionogene Tenside seien beispielsweise genannt:
    • Anlagerungsprodukte von vorzugsweise 4 bis 20 Mol Alkylenoxiden, insbesondere Ethylenoxid, wobei einzelne Ethylenoxideinheiten durch substituierte Epoxide, wie Isopropylenoxid und/oder Propylenoxid, ersetzt sein können, an höhere ungesättigte oder gesättigte Fettalkohle mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen.


    [0011] Praktisch wichtige, nichtionogene Tenside entsprechen der Formel


    worin von Y₁ und Y₂ der eine Rest Methyl oder Ethyl und der andere Wasserstoff,
    n₁ eine ganze Zahl von 2 bis 24 und
    m₁ eine ganze Zahl von 0 bis 15 bedeutet,
    wobei die Summe von m₁ und n₁ maximal 24 ist und
    R und R₁ die in Formel (1) angegebene Bedeutung haben.

    [0012] Von ganz besonderem Interesse sind nichtionogene Tenside der Formel


    worin
    R₂ C₉ bis C₁₄-Alkyl,
    R₃ Wasserstoff, Butyl, einen cycloaliphatischen Rest mit mindestens 6 C-Atomen oder Benzyl,
    von Y₃ und Y₄ der eine Rest Wasserstoff oder Methyl und der andere Wasserstoff,
    m₂ eine ganze Zahl von 0 bis 8 und
    n₂ eine ganze Zahl von 4 bis 8 bedeuten.

    [0013] Weitere wichtige nichtionogene Tenside entsprechen der Formel


    worin R₂ die in Formel (3) angegebene Bedeutung hat,
    R₄ Wasserstoff, C₁ bis C₄-Alkyl oder Phenylniederalkyl,
    von Y₅ und Y₆ der eine Rest Wasserstoff und der andere Ethyl,
    n₃ eine ganze Zahl von 4 bis 8 und
    m₃ eine ganze Zahl von 1 bis 3 bedeuten.

    [0014] Die Herstellung der nichtionogenen Tenside der Formeln (1) bis (4) geschieht in an sich bekannter Weise, so z.B. durch Umsetzung der entsprechenden Alkylenoxidanlagerungsprodukte mit Thionylchlorid und nachfolgender Umsetzung der entstandenen Chlorverbindung mit einem kurzkettigen, cycloaliphatischen, Fett-, Phenylniederalkyl- oder Styrylalkohol.

    [0015] Liegt das erfindungsgemässe Hydrotropiermittel (Komponente (b)) der Formel (5) als Salz vor, so kommen beispielsweise Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsalze in Betracht. Das Natriumsalz ist bevorzugt.

    [0016] Hydrotropiermittel der Komponente (b) sind Alkylsulfate, bei denen der Substituent R₈ in Formel (5) den Kohlenwasserstoffrest eines aliphatischen gesättigten Monoalkohols mit 4 bis 8 Kohlenstoffatome bedeutet. Der Kohlenwasserstoffrest kann geradkettig oder verzweigt sein.

    [0017] Als aliphatische gesättigte Monoalkohole kommen dabei natürliche Alkohole in Betracht, wie z.B. Isobutylalkohol, sek.Butanol, tert.Butanol, Isoamylalkohol, 2-Ethylbutanol, 2-Methylpentanol, 5-Methylheptan-3-ol, 2-Ethylhexanol, 1-1-3-3-Tetramethylbutanol, Octan-2-ol, Die Alkylsulfate können dabei bereits in Form ihrer Salze vorliegen und allein oder als (technisches) Gemisch untereinander in dem erfindungsgemässen Netzmittel eingesetzt werden.

    [0018] Die Alkylsulfonate der Formel (5) sowie ihre Alkalimetall- oder Aminsalze können auch zusammen mit anderen Verbindungen als Hydrotropiermittel eingesezt werden, z.B. mit polymerisierter Acrylsäure, C₁ bis C₁₀ - Alkylphosphonsäure oder C₁ bis C₁₀ - Alkylphosphonsäureestern.

    [0019] Die Herstellung dieser Alkylsulfate erfolgt nach an sich bekannter Weise durch Umsetzung der entsprechenden Alkohole mit z.B. Schwefelsäure, Oleum, Chlorsulfonsäure oder Schwefeltrioxid.

    [0020] Das erfindungsgemässe Netzmittel kann zusätzlich eine fakultative Komponente (c) enthalten.

    [0021] Es kommen dafür unpolare organische Lösungsmittel in Betracht, deren Flammpunkt oberhalb von 65°C liegt. Es können z.B. zyklische geradkettige oder insbesondere verzweigte Alkohole eingesetzt werden, wie z.B. Cyclohexanol, Methylcyclohexanol, Tetralin, n-Hexanol, 2-Ethylhexanol-1, Isooctylalkohol, Isononylalkohol und besonders Trimethylhexanol-3,5,5. Ferner können als unpolare organische Lösungsmittel Ester eingesetzt werden, wie zum Beispiel Tributylcitrat oder Tributylphosphat.

    [0022] Die neuen Netzmittel können durch einfaches Verrühren der genannten Komponenten (a), (b) und gegebenenfalls (c) hergestellt werden.

    [0023] Die Herstellung erfolgt vorzugsweise dadurch, dass man die Komponenten (a), (b) und gegebenenfalls (c) unter Rühren mischt und deionisiertes Wasser hinzugibt, bis eine homogene Lösung vorliegt.

    [0024] Bevorzugte erfindungsgemässe Netzmittel enthalten insbesondere mit Vorteil, bezogen auf das gesamte Gemisch,
    15 bis 60 Gew.% der Komponente (a),
    2 bis 10 Gew.% der Komponente (b),
    0 bis 4 Gew.% der Komponente (c) und
    ad 100% Wasser.

    [0025] Die neuen Netzmittel stellen wässrige, in der Anwendung gering schäumende Formulierungen dar, die sich durch einen Trübungspunkt auszeichnen, der über 40°C liegt und die bis 40°C lagerstabil sind.

    [0026] Sie finden Verwendung als Netzmittel in der Textilbehandlung, insbesondere in der Vorbehandlung, wie beispielsweise in der Langflottenbleiche oder in der Chlor- und Peroxid-Heissbleiche.

    [0027] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach auch ein Verfahren zum Netzen von Fasermaterialien. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man diese Materialien in wässrigem Medium in Gegenwart eines Netzmittels behandelt, das frei von phosphorhaltigen Verbindungen ist und

    (a) 15 bis 60 Gew.% eines nichtionogenen Tensids der allgemeinen Formel

    worin
    R einen aliphatischen Rest mit mindestens 8 Kohlenstoffatomen,
    R₁ Wasserstoff, C₁ bis C₈-Alkyl, einen cycloaliphatischen Rest mit mindestens 5 C-Atomen, Phenylniederalkyl oder Styryl,
    "Alkylen" einen Alkylenrest von 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und
    p eine Zahl von 2 bis 24 bedeuten und

    (b) 1 bis 10 Gew. % eines Alkylsulfates der Formel



            (5)   R₈O-SO₃X



    worin

    R₈
    einen aliphatischen gesättigten, verzweigten oder geradkettigen Rest mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen und
    X
    Wasserstoff, Alkalimetall oder Ammonium bedeutet,
    als Hydrotropiermittel
    enthält.



    [0028] Die Einsatzmengen, in denen das erfindungsgemässe Netzmittel den Behandlungsflotten zugesetzt wird, betragen zwischen 0,1 und 10, vorzugsweise 0,5 und 5 g pro Liter Behandlungsflotte. Die Flotte kann noch weitere Zusätze enthalten, z.B. Entschlichtungsmittel, Farbstoffe, optische Aufheller, Kunstharze und Alkalien wie Natriumhydroxid.

    [0029] Als Fasermaterialien kommen in Betracht:
    Cellulose, insbesondere unvorbehandelte natürliche Cellulose wie z.B. Hanf, Leinen, Jute, Zellwolle, Viskose, Azetatreyon, native Cellulosefaser und besonders Rohbaumwolle, Wolle, Polyamid-, Polyacrylnitril- oder Polyesterfasermaterialien sowie Fasermischungen, z.B. solche aus Polyacrylnitril/Baumwolle oder Polyester/Baumwolle.

    [0030] Das zu behandelnde Fasermaterial kann in den verschiedensten Verarbeitungsstufen vorliegen, so z.B. das cellulosehaltige Material als loses Material, Garn, Gewebe oder Gewirke. Hierbei handelt es sich also in der Regel stets um textile Fasermaterialien, die aus reinen textilen Cellulosefasern oder aus Gemischen aus textilen Cellulosefasern mit textilen Synthesefasern hergestellt werden. Das Fasermaterial kann kontinuierlich oder diskontinuierlich in wässeriger Flotte behandelt werden.

    [0031] Die wässerigen Behandlungsflotten können in bekannter Weise auf die Fasermaterialien aufgebracht werden, vorteilhaft durch Imprägnieren am Foulard, wobei die Flottenaufnahme etwa 50 bis 120 Gew.% beträgt. Das Foulaldierverfahren kommt insbesondere beim Pad-Steam-Verfahren, dem Pad-Thermofixverfahren sowie Pad-Batch-Verfahren zur Anwendung.

    [0032] Die Imprägnierung kann bei 10 bis 60°C, vorzugsweise jedoch bei Raumtemperatur, vorgenommen werden. Nach der Imprägnierung und Abquetschung wird das Cellulosematerial gegebenenfalls nach einer Zwischentrocknung, einer Hitzebehandlung, z.B. bei Temperaturen von 95 bis 210°C unterworfen. Beispielsweise kann die Hitzebehandlung nach einer Zwischentrocknung der Ware bei 80 bis 120°C, durch Thermofixieren bei einer Temperatur von 120 bis 210°C, vorzugsweise 140 bis 180°C, durchgeführt werden. Vorzugsweise erfolgt die Hitzebehandlung direkt, d.h. ohne Zwischentrocknung, durch Dämpfen bei 95 bis 120°C, vorzugsweise 100 bis 106°C. Je nach Art der Hitzeentwicklung und des Temperaturbereiches kann die Hitzebehandlung 30 Sekunden bis 30 Minuten dauern. Bei dem Pad-Batch-Verfahren wird die imprägnierte Ware ohne Trocknung aufgerollt und anschliessend gegebenenfalls mit eine Plastikfolie verpackt, und bei Raumtemperatur 1 bis 24 Stunden gelagert.

    [0033] Die Behandlung der Fasermaterialien kann aber auch in sogenannten langen Flotten bei einem Flottenverhältnis von z.B. 1:3 bis 1:100, vorzugsweise 1:8 bis 1:25 und bei 10 bis 100, vorzugsweise 80 bis 98°C während etwa 1/4 bis 3 Stunden unter Normalbedingungen, d.h. unter atmosphärischem Druck in üblichen Apparaturen, z.B. einem Jigger, Jet oder einer Haspelkufe erfolgen. Gegebenenfalls kann aber auch die Behandlung bis 150°C, vorzugsweise 105 bis 140°C unter Druck in sogenannten Hochtemperatur-Apparaturen (HT-Apparaturen) durchgeführt werden.

    [0034] Anschliessend werden die Fasermaterialien, wenn es das Verfahren verlangt, mit heissem Wasser von etwa 90 bis 98°C und dann mit warmem und zuletzt mit kaltem Wasser gründlich gespült, gegebenenfalls neutralisiert und hierauf vorzugsweise bei erhöhten Temperaturen getrocknet.

    [0035] Als wesentliche Vorteile der erfindungsgemässen Netzmittel sind neben ihrer ausgezeichneten Netzwirkung ihre gute Lagerstabilität sowie ihr schaumarmes Verhalten in der Anwendung zu verzeichnen.

    [0036] In den nachfolgenden Beispielen beziehen sich die Prozente stets auf das Gewicht.

    Herstellungsbeispiele der Formulierungen



    [0037] Beispiel 1: Man stellt die Formulierungen A, B, C und D her, indem man die in Tabelle I aufgeführten Komponenten entsprechend ihrer Gewichts-Anteile unter Rühren mischt, bis eine homogene Lösung entsteht.
    Tabelle I
      A B
    Nichtionogenes Tensid der Formel (1), z.B. 15 Mol des    
    Ethylen/Propylenoxidadduktes an 1 Mol eines C₉ - C₁₁-Fett-    
    alkohols 25 25
    2-Ethylhexanolsulfat-Natriumsalz 9 9
    (40 %ige Lösung)    
    3,5,5-Trimethylhexanol   3
    Isopropanol    
    Wasser 66 63
    Trübungspunkt [°C]* 40,5 41,5
    Schaumhöhe [ml] von 2 g/l der    
    Formulierung ** 70 50
    *Trübungspunkt der Formulierung tel quel;
    ** Schaumprüfung in Anlehnung an DIN 53902

    Applikationsbeispiele



    [0038] Beispiel 2: Ein Roh-Baumwolltrikot wird in einem ®AHIBA-Färbeapparat in einem Bad gebleicht, welches pro Liter
       2g der Formulierung B
       0,2 g des wässrigen Gemisches aus dem Oligomeren-Gemisch von Phosphorsäureestern gem. US-PS 4 254 063, Na-Gluconat und Magnesiumchlorid (Verhältnis 2:1:1)
       1g NaOH fest und
       5 ml H₂O₂ (35 %) enthält.

    [0039] Das Bleichbad wird innerhalb von 20 Minuten auf 90°C aufgeheizt und dann weitere 30 Minuten bei dieser Temperatur gehalten. Anschliessend wird das Substrat heiss und kalt ausgewaschen und neutralisiert. Während der Bleiche tritt keine störende Schaumbildung auf. Es resultiert ein gleichmässiger Weissgrad, der von -72 auf 50 CIBA-GEIGY-Weisseinheiten angehoben wird.

    [0040] Beispiel 3: Ein rohes Baumwolltrikot mit einem Laufmetergewicht von 80 g wird in einer Galaxy-Anlage (Firma Benninger, Schweiz) bei einer Geschwindigkeit von 54 m/min durch ein Chlor-Bleichbad geführt, das pro Liter
       4g Aktiv-Chlor
       1,5 g NaOH (100%) und
       2g der Formulierung B enthält.

    [0041] Die Verweilzeit beträgt 15 Minuten bei 16°C.
    Die Ware wird gleichmässig benetzt und das Chlor-Bleichbad ist schaumfrei. Nach einem Spülprozess wird die Ware abgequetscht und durch ein H₂O₂-Bleichbad geleitet, das pro Liter
       2g des wässrigen Gemisches aus dem Oligomeren-Gemisch von Phosphorsäureestern gem. US-PS 4 254 063, Na-Gluconat und Magnesiumchlorid (Verhältnis 2:1:1)
       3g NaOH (100%)
       3 ml Wasserglas 38°Bé
       0,5 g der Formulierung B und
       15 ml H₂O₂ (35 %) enthält.

    [0042] Die Verweilzeit beträgt 35 Minuten bei 85°C. Auch im Peroxid-Bleichbad tritt keine störende Schaumbildung auf. Es resultiert ein hoher gleichmässiger Weissgrad von R 46 = 86.2 (gemessen mit dem Elrephogerät).


    Ansprüche

    1. Wässriges, lagerstabiles, in der Anwendung gering schäumendes Netzmittel, das frei von phosphorhaltigen Verbindungen ist, enthaltend ein nichtionogenes Tensid aus der Gruppe der teilweise endgruppenverschlossenen alkoxylierten Fettalkohole, dadurch gekennzeichnet, dass es

    (a) 15 bis 60 Gew.% eines nichtionogenen Tensids der allgemeinen Formel

    worin
    R einen aliphatischen Rest mit mindestens 8 Kohlenstoffatomen,
    R₁ Wasserstoff, C₁ bis C₈-Alkyl, einen cycloaliphatischen Rest mit mindestens 5 C-Atomen, Phenylniederalkyl oder Styryl,
    "Alkylen" einen Alkylenrest von 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und
    p eine Zahl von 2 bis 24 bedeuten und

    (b) 1 bis 10 Gew. % eines Alkylsulfates der Formel



            (5)   R₈O - SO₃X



    worin

    R₈   einen aliphatischen gesättigten, verzweigten oder geradkettigen Rest mit 4 bis 8 Kohlenstoffatomen und

    X   Wasserstoff, Alkalimetall oder Ammonium bedeutet,

    als Hydrotropiermittel enthält.


     
    2. Netzmittel gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (a) der Formel

    entspricht, worin von Y₁ und Y₂ der eine Rest Methyl oder Ethyl und der andere Wasserstoff,
    n₁ eine ganze Zahl von 2 bis 24,
    m₁ eine ganze Zahl von 0 bis 15 bedeuten,
    wobei die Summe von m₁ und n₁ maximal 24 ist und
    R und R₁ die in Formel (1) angegebene Bedeutung haben.
     
    3. Netzmittel gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das nichtionogene Tensid der Komponente (a) der Formel

    entspricht, worin
    R₂ C₉ bis C₁₄-Alkyl,
    R₃ Wasserstoff, Butyl, einen cycloaliphatischen Rest mit mindestens 6 C-Atomen oder Benzyl,
    von Y₃ und Y₄ der eine Rest Wasserstoff oder Methyl und der andere Wasserstoff,
    m₂ eine ganze Zahl von 0 bis 8 und
    n₂ eine ganze Zahl von 4 bis 8 bedeuten.
     
    4. Netzmittel gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das nichtionogene Tensid der Komponente (a) der Formel

    entspricht, worin
    R₂ C₉ bis C₁₄-Alkyl,
    R₄ Wasserstoff, C₁ bis C₄-Alkyl oder Phenylniederalkyl,
    von Y₅ und Y₆ der eine Rest Wasserstoff und der andere Ethyl ist,
    n₃ eine ganze Zahl von 4 bis 8 und
    m₃ eine ganze Zahl von 1 bis 3 bedeuten.
     
    5. Netzmittel gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich als fakultative Komponente (c) ein unpolares Lösungsmittel enthält.
     
    6. Verwendung des Netzmittels gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5 als Netzmittel in der Textilvorbehandlung.
     
    7. Verfahren zum Netzen von Fasermaterialien, dadurch gekennzeichnet, dass man diese Materialien in wässrigem Medium in Gegenwart eines Netzmittels behandelt, das frei von phosphorhaltigen Verbindungen ist und

    (a) 15 bis 60 Gew.% eines nichtionogenen Tensids der in Anspruch 1 definierten Formel (1),

    (b) 1 bis 10 Gew. % eines Alkylsulfates der Formel (5) und

    (c) 0 bis 4 Gew.% eines unpolaren Lösungsmittels

    enthält.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass man das Netzmittel in einer Menge von 0,1 bis 10 g, vorzugsweise 0,5 bis 5 g pro Liter Flotte einsetzt.
     
    9. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Fasermaterial kontinuierlich oder diskontinuierlich behandelt wird.
     


    Claims

    1. An aqueous storage-stable wetting agent which is low-foaming in application and is free of phosphorus-containing compounds, comprising a nonionic surfactant selected from the group of the partially end group-blocked alkoxylated fatty alcohols, which agent comprises

    (a) 15 to 60 % by weight of a nonionic surfactant of the general formula

    in which R is an aliphatic radical of at least 8 carbon atoms, R₁ is hydrogen, C₁- to C₈alkyl, a cycloaliphatic radical of at least 5 carbon atoms, phenyl-lower alkyl or styryl, "alkylene" is an alkylene radical of 2 to 4 carbon atoms and p is a number from 2 to 24 and

    (b) 1 to 10 % by weight of an alkyl sulfate of the formula



            (5)   R₈O-SO₃X,



    in which R₈ is an aliphatic saturated, branched or straight-chain radical of 4 to 8 carbon atoms and X is hydrogen, an alkali metal or ammonium, as hydrotropic agent.


     
    2. A wetting agent according to claim 1, wherein component (a) has the formula

    in which one of the radicals Y₁ and Y₂ is methyl or ethyl and the other is hydrogen, n₁ is an integer from 2 to 24 and m₁ is an integer from 0 to 15, the sum of m₁ and n₁ being at most 24 and R and R₁ being as defined in formula (1).
     
    3. A wetting agent according to claim 1, wherein the nonionic surfactant corresponds to component (a) of the formula

    in which R₂ is C₉- to C₁₄alkyl, R₃ is hydrogen, butyl, a cycloaliphatic radical of at least 6 carbon atoms or benzyl, one of the radicals Y₃ and Y₄ is hydrogen or methyl and the other is hydrogen, m₂ is an integer from 0 to 8 and n₂ is an integer from 4 to 8.
     
    4. A wetting agent according to either of claims 1 and 2, wherein the nonionic surfactant corresponds to component (a) of the formula

    in which R₂ is C₉- to C₁₄alkyl, R₄ is hydrogen, C₁- to C₄alkyl or phenyl-lower alkyl, one of the radicals Y₅ and Y₆ is hydrogen and the other is ethyl, n₃ is an integer from 4 to 8 and m₃ is an integer from 1 to 3.
     
    5. A wetting agent according to any one of claims 1 to 4, which additionally contains an apolar solvent as optional component (c).
     
    6. Use of the wetting agent according to any one of claims 1 to 5 as wetting agent in the pretreatment of textiles.
     
    7. A process for the wetting of fibre materials, wherein these materials are treated in an aqueous medium in the presence of a wetting agent which is free of phosphorus-containing compounds and comprises

    (a) 15 to 60 % by weight of a nonionic surfactant of the formula (1) defined in claim 1

    (b) 1 to 10 % by weight of an alkyl sulfate of the formula (5) and

    (c) 0 to 4 % by weight of an apolar solvent.


     
    8. A process according to claim 7, wherein the wetting agent is used in an amount of 0.1 to 10 g, preferably 0.5 to 5 g, per litre of liquor.
     
    9. A process according to any one of claims 7 or 8, wherein the fibre material is treated continuously or batchwise.
     


    Revendications

    1. Agent mouillant aqueux, stable au stockage et peu moussant, exempt de composés contenant du phosphore et contenant un agent tensioactif non ionogène du groupe formé par les alcools gras alcoxylés partiellement coiffés de groupes terminaux, caractérisé en ce qu'il contient

    (a) de 15 à 60 % en poids d'un agent tensioactifon ionogène de formule générale



            (1)   R-O-(alkylène-O)p-R₁



    dans laquelle
       R représente un résidu aliphatique comportant au moins 8 atomes de carbone,
       R₁ représente un atome d'hydrogène, un groupe alkyle en C₁₋₈, un résidu cycloaliphatique comportant au moins 5 atomes de carbone, un groupe phényl-(alkyle inférieur) ou styryle,
       "alkylène" représente un résidu alkylène comportant de 2 à 4 atomes de carbone et
       p est un nombre compris entre 2 et 24, et

    (b) de 1 à 10 % en poids d'un sulfate d'alkyle de formule



            (5)   R₈O-SO₃X



    dans laquelle
    R₈ représente un résidu aliphatique saturé, à chaîne linéaire ou ramifiée comportant de 4 à 8 atomes de carbone et
    X représente un atome d'hydrogène, un métal alcalin ou un groupe ammonium,
    jouant le rôle d'agent solubilisant (agent d'hydrotropie).


     
    2. Agent mouillant conforme à la revendication 1, caractérisé en ce que le composant (a) correspond à la formule

    dans laquelle un des deux groupes Y₁ et Y₂ représente un résidu méthyle ou éthyle et l'autre un atome d'hydrogène,
    n₁ est un nombre entier compris entre 2 et 24 et
    m₁ est un nombre entier compris entre 0 et 15,
    la somme de m₁ et n₁ valant au plus 24 et
    R et R₁ ayant la signification indiquée pour la formule (1).
     
    3. Agent mouillant conforme à la revendication 1, caractérisé en ce que l'agent tensioactif non ionogène (composant (a)) correspond à la formule

    dans laquelle
    R₂ représente un groupe alkyle en C₉₋₁₄,
    R₃ représente un atome d'hydrogène, un résidu butyle, un résidu cycloaliphatique comportant au moins 6 atomes de carbone ou un résidu benzyle, un des résidus Y₃ et Y₄ représente un atome d'hydrogène ou un groupe méthyle et l'autre un atome d'hydrogène,
    m₂ est un nombre entier valant entre 0 et 8,
    n₂ est un nombre entier valant entre 4 et 8.
     
    4. Agent mouillant conforme à une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que l'agent tensioactif non ionogène (composant (a)) répond à la formule

    dans laquelle
    R₂ représente un groupe alkyle en C₉₋₁₄,
    R₄ représente un atome d'hydrogène, un groupe alkyle en C₁₋₄ ou un groupe phényl-(alkyle inférieur),
    un des groupes Y₅ et Y₆ représente un atome d'hydrogène et l'autre un groupe éthyle,
    n₃ représente un nombre entier compris entre 4 et 8 et
    m₃ représente un nombre entier compris entre 1 et 3.
     
    5. Agent mouillant conforme à une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il contient en plus, comme composant facultatif (c), un solvant non polaire.
     
    6. Utilisation de l'agent mouillant conforme à une des revendications 1 à 5 pour le prétraitement de textiles.
     
    7. Procédé pour mouiller des matériaux fibreux, caractérisé en ce que l'on traite ces matériaux dans un milieu aqueux en présence d'un agent mouillant, exempt de composés contenant du phosphore, et contenant

    (a) de 15 à 60 % en poids d'un agent tensioactif non ionogène de formule (1) définie dans la revendication 1,

    (b) de 1 à 10 % en poids d'un sulfate d'alkyle de formule (5) et

    (c) de 0 à 4 % en poids d'un solvant apolaire.


     
    8. Procédé conforme à la revendication 7, caractérisé en ce que l'on utilise l'agent mouillant à raison de 0,1 à 10g, de préférence à raison de 0,5 à 5 g par Iitre de bain.
     
    9. Procédé conforme à une des revendications 7 ou 8, caractérisé en ce que le traitement du matériau fibreux se fait selon un procédé continu ou discontinu.