(19)
(11) EP 0 421 107 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.04.1991  Patentblatt  1991/15

(21) Anmeldenummer: 90116136.4

(22) Anmeldetag:  23.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B25B 7/12, B25B 7/04, B25B 7/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 04.09.1989 DE 3929323

(71) Anmelder: Knipex-Werk C. Gustav Putsch
D-42349 Wuppertal (DE)

(72) Erfinder:
  • Putsch, Ralf
    D-5600 Wuppertal 12 (DE)
  • Putsch, Karl
    D-5600 Wuppertal 12 (DE)

(74) Vertreter: Müller, Enno, Dipl.-Ing. et al
Rieder & Partner Anwaltskanzlei Postfach 11 04 51
42304 Wuppertal
42304 Wuppertal (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schlüsselzange


    (57) Die Erfindung betrifft eine Schlüsselzange (1) mit zwei das Zangenmaul (M) bildenden Zangenbacken (8, 9), von denen die eine (Festbacke 8) fest an einem Zangenschenkel (3) sitzt, welcher zu Grobverstellung des Zangenmaules (M) eine Längsschlitzführung (Ausnehmung 5) für den Zangenschenkel-Drehzapfen (Gelenkbolzen 18) aufweist und von denen die andere (bewegliche Backe 9) verschieblich an dem die Festbacke (8) tragenden Zangenschenkel (3) geführt ist und über eine Kraftübertragungsstelle (27) zwischen einer Schulter (Ausleger 10) der verschieblichen Zangenbacke (9) und dem backenseitigen Arm (Gelenkzapfen 16) des beweglichen Zangenschenkels (2) zur Zangenmaulschließung verlagerbar ist, und schlägt zur Erzielung einer insbesondere handhabungstechnisch günstigen Lösung vor, daß die als formschlüssiger Eingriff zwischen backenseitigem Arm (Gelenkzapfen 16) und bewegbarer Zangenbacke (9) gestaltete Kraftübertragungsstelle (27) die Verbindungsstelle sowohl zur Groblängsverstellung als auch zur Zangenmaulschließung zwischen Zangenschenkel (2) und beweglicher Backe (9) ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schlüsselzange mit zwei das Zangenmaul bildenden Zangenbacken, von denen die eine fest an einem Zangenschenkel sitzt, welcher zur Grobver­stellung des Zangenmaules eine Längsschlitzführung für den Zangenschenkel-Drehzapfen aufweist und von denen die andere verschieblich an dem die Festbacke tragenden Zangenschenkel geführt ist und über eine Kraftübertra­gungsstelle zwischen einer Schulter der verschieblichen Zangenbacke und dem backenseitigen Arm des beweglichen Zangenschenkels zur Zangenmaulschließung verlagerbar ist.

    [0002] Eine derart ausgebildete Schlüsselzange ist aus der US-PS 35 34 641 bekannt, wobei die bewegliche Backe den Festeschenkel teilweise umgreift und an diesem geradli­nig verschiebbar ist. Der bewegliche Zangenschenkel ist mittels eines Drehzapfens in einer, eine nur auf der dem Zangenmaul zugewandten Seite mit einer Verzahnung vers­ehenen Ausnehmung des Festschenkels drehbar gelagert. Der Drehzapfen durchgreift hierbei ein Fenster einer den Festschenkel einseitig umgreifenden Halterungsplatte der beweglichen Backe, wobei diese Halterungsplatte auf der Seite des Festschenkels diesem zugeordnet ist, die dem beweglichen Zangenschenkel gegenüberliegt. Der Zangen­schenkel bildet an dem dem Griffteil gegenüberliegenden Ende, im Bereich der Drehachse, eine Anschlagfläche aus. Diese beaufschlagt bei Zusammendrücken der Zangenschen­kel eine Anschlagnase der beweglichen Backe und bewirkt somit ein Verlagern dieser in Schließrichtung. Im Be­reich der Ausnehmung des Festschenkels ist auf dem Dreh­zapfen ein Eingriffszahn federbelastet gelagert, der mit der Verzahnung der Ausnehmung in Formschluß steht, wobei eine Feder bestrebt ist, den beweglichen Zangenschenkel in einer Grundstellung zu halten. Um die Öffnungsweite der Backen zu ändern, wird der bewegliche Zangenschenkel entgegen der Betätigungsrichtung bewegt, wobei dieser den Eingriffszahn aus der Verzahnung verlagert. Die Anschlagnase der beweglichen Backe wird nun nicht mehr von der Anschlagfläche des beweglichen Zangenschenkels beaufschlagt. Die Groblängsverstellung des Zangenmaules erfolgt hierbei dadurch, daß die bewegliche Backe mit­tels des an einer Innenwandung des Fensters anliegenden Drehzapfens mitgeschleppt wird. Bedingt dadurch, daß der Drehzapfen in einem Fenster der beweglichen Backe gela­gert ist, besitzt dieser ein Spiel, das bei Zangenmaul­schließung durch den Widerstand des zu greifenden Werk­stückes ausgeglichen wird. Desweiteren weist diese Schlüsselzange in Öffnungsrichtung keine Anschlagbegren­zung auf. Somit ist die Offenstellung der Schlüsselzange nicht definiert. Ein zu weites Öffnen kann sogar zum Verlust des Eingriffes vom Eingriffszahn in die Verzah­nung der Ausnehmung führen. Somit kann die Öffnungsweite der Backen ungewollt verändert werden. Eine sichere Handhabung der Schlüsselzange ist bei dieser Ausgestal­tung nicht gewährleistet.

    [0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gattungs­gemäße Schlüsselzange handhabungstechnisch günstiger auszugestalten.

    [0004] Gelöst ist diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angege­bene Erfindung.

    [0005] Die Unteransprüche sind vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes.

    [0006] Zufolge solcher Ausgestaltung ist eine gattungsgemäße Schlüsselzange erhöhten Gebrauchswertes geschaffen, bei der sowohl die Groblängsverstellung als auch die Zangen­ maulschließung über die Kraftübertragungsstelle erfolgt, wobei die baulichen Mittel einfach und zweckmäßig ausge­bildet sind. Es ist so vorgegangen, daß die als form­schlüssiger Eingriff zwischen backenseitigem Arm und bewegbarer Zangenbacke gestaltete Kraftübertragungsstel­le die Verbindungsstelle sowohl zur Groblängsverstellung als auch zur Zangenmaulschließung zwischen Zangenschen­kel und beweglicher Backe ist. Der formschlüssige Ein­griff zwischen dem beweglichen Zangenschenkel und der beweglichen Zangenbacke bleibt somit in jeder Betriebs­stellung erhalten. Bei der Zangenmaulschließung wird die bewegliche Backe über die Kraftübertragungsstelle in Richtung auf die feste Backe verlagert. Dieselbe Verbin­dungsstelle zwischen dem beweglichen Zangenschenkel und der beweglichen Zangenbacke dient auch zum groben Ver­stellen der Schlüsselzange. Die Lage der beweglichen Zangenbacke ist, unabhängig von der zuvor eingestellten Öffnungsweite der Backen, direkt abhängig von der Lage des beweglichen Zangenschenkels. Die Lage der bewegli­chenZangenbacke kann nicht von einem zu greifenden Werk­stück verändert werden ohne eine Veränderung der Lage des beweglichen Zangenschenkels. Eine vorteilhafte Wei­terbildung besteht darin, daß die Führung der bewegli­chen Zangenbacke als Freiraum neben der Längsschlitzfüh­rung gestaltet ist, in welchen Freiraum ein Führungsab­schnitt der beweglichen Zangenbacke ragt. Vorzugsweise ist hierbei vorgesehen, daß der Freiraum als Nut und der Führungsabschnitt als Rippe ausgebildet ist. Es ist jedoch auch denkbar, den Freiraum als Schlitz und den Führungsabschnitt als Bolzen auszubilden. Diese Ausge­staltung der Führung der beweglichen Zangenbacke erweist sich handhabungstechnisch als wesentlicher Vorteil. Die Schlüsselzange kann somit relativ schlank ausgebildet werden, wobei berücksichtigt ist, daß stets eine sichere Führung der beweglichen Backe vorliegt. Um die Kraftüber­ tragung zwischen dem beweglichen Zangenschenkel und der verschieblichen Zangenbacke zu optimieren, ist vorgese­hen, daß die Kraftübertragungsstelle sowohl bei der Groblängsverstellung als auch bei der Zangenmaulschlie­ßung im wesentlichen im Bereich des Freiraumes wirkt. Dies hat zur Folge, daß sich die Hauptkraftkomponente beim Verlagern der beweglichen Backe etwa in axialer Richtung des Freiraumes und somit in Bewegungsrichtung der beweglichen Zangenbacke erstreckt. Ein Verkanten der beweglichen Zangenbacke innerhalb des Bereichs des Frei­raumes ist somit verhindert. Ein weiterer Vorteil dieser Ausgestaltung ist darin zu sehen, daß die Kraftübertra­gungsstelle in unmittelbarer Nähe des Zangenmaules ange­ordnet ist. Ein bei Belastung auftretendes Drehmoment der beweglichen Zangenbacke wird somit auf ein Minimum reduziert. Weiterhin ist vorgesehen, daß die bewegliche Zangenbacke jeseits der Drehachse über den gesamten Verschwenkweg einer eingestellten Öffnungsweite im we­sentlichen spielfrei gefangen ist unter einer beidseiti­gen Anschlagbegrenzung durch dem Eingriffszahn des beweg­lichen Zangenschenkels benachbarte Anschlagflächen. Der Formschluß zwischen der beweglichen Backe und dem Zangen­schenkel ist durch eine Gelenkanordnung realisiert, wobei ein an dem dem Griffteil gegenüberliegenden Ende des Zangenschenkels und jenseits dessen Drehachse ange­ordneter Gelenkzapfen in eine Gelenkausnehmung der beweg­lichen Backe im wesentlichen spielfrei eingreift. Eine Anschlagbegrenzung in der Offen-bzw. Schließstellung der Zange erfolgt durch jeweilige Abstützung einer dem Ge­lenkzapfen benachbarten, gleichfalls an dem Zangenschen­kel ausgebildeten Anschlagflächen an der diesen zugeord­neten, der Gelenkausformung benachbarten Abstützflächen der beweglichen Backe. Hierdurch wird auch ein Klemmen der Finger zwischen dem Festschenkel und dem Zangenschen­kel vermieden. Die beiden Schenkel können bei einer Betätigung nicht in Anlage aneinander kommen. Eine vor­teilhafte Weiterbildung besteht darin, daß an der beweg­lichen Backe mit seitlichem Abstand zu einer den Ein­griffszahn aufnehmenden, im wesentlichen U-förmigen Aussparung eine Anschlagschulter ausgebildet ist, die über eine beidseitig der Aussparung verlaufende Unterkan­te der beweglichen Backe nach unten vorsteht. Diese Ausbildung bietet eine verbesserte Abstützung des beweg­lichen Zangenschenkels in der Offenstellung. Hierdurch wird verhindert, daß über etwaige Hebelkräfte der Gelenk­zapfen aus der Gelenkausnehmung wandert und somit die bewegliche Backe freigibt, was zum Verlust dieser führen kann. Ein weiterer Vorteil dieser Ausgestaltung ist darin zu sehen, daß die bewegliche Backe gabelförmig ausgebildet ist und in parallel zur Zahnreihe verlaufen­den äußeren Nuten des Festschenkels geführt ist. Hier­durch wird einem Verkanten der beweglichen Backe entge­gengewirkt und eine optimale Führung dieser beweglichen Backe gewährleistet. Eine verbesserte Handhabung ist weiterhin dadurch erzielt, daß der Zangenschenkel gabel­förmig ausgebildet ist und beidseitg ein Eingriffszahn ausgeformt ist, der in jeweils eine Aussparung der beweg­lichen Backe eingreift. Bei dieser Ausgestaltung wird die Kraft nicht, wie bei dem zuvor beschriebenen Stand der Technik, einseitig , dezentral zur Mittelachse der beweglichen Backe dieser beweglichen Backe zugeführt, sondern beidseitig, symmetrisch zur Mittelachse, womit ein Kippen der beweglichen Backe um Ihre Längsachse und somit ein Verkanten vermieden wird. Die Kraftübertragung vom beweglichen Zangenschenkel auf die bewegliche Backe ist aufgrund dieser Ausgestaltung optimal gelöst. Die Zahnreihe zur Änderung der Öffnungsweite der Backen ist beidseitg an einer Ausnehmung ausgebildet. Der Gelenk- und Verstellzahn greift jeweils gleichzeitig in zwei gegenüberliegende Zahnreihen ein. Ein weiteres, wesentli­ ches Merkmal der Erfindung betrifft die Ausrichtung der Ausnehmung, die mit den erwähnten Zahnreihen versehen ist und einer Führungsnut der beweglichen Backe. In Schließrichtung des Zangenmaules divergieren die Mittel­achsen der Ausnehmung und der Führungsnut. Beim Verschie­ben der beweglichen Backe in Schließrichtung des Zangen­maules ergibt sich somit ein gewisses Herauswandern nach unten des Gelenkzapfens aus der Gelenkausnehmung. Dies hat zur Folge, daß die Zangenschenkel in die Schließstel­lung weiter aufeinander zubewegt werden können. Umge­kehrt können die Zangenschenkel bei einem Verschieben der beweglichen Backe in Öffnungsrichtung des Zangenmau­les weniger weit in die Schließstellung aufeinander zubewegt werden. Hierdurch wird erreicht, daß der Ab­stand der unteren Enden der Zangenschenkel in den beiden Extremstellungen der beweglichen Backe annähernd erhal­ten bleibt, der Winkel zwischen den Zangenschenkeln sich aber verändert.

    [0007] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind nachstehend anhand dreier zeichnerisch veranschaulichter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 eine Vorderansicht auf eine erfindungsgemäße Schlüsselzange in zusammengedrückter Stellung, gemäß einer ersten Ausführungsform,

    Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, jedoch in geöffneter Stellung,

    Fig. 3 eine Seitenansicht der Schlüsselzange,

    Fig. 4 eine Einzeldarstellung einer beweglichen Backe,

    Fig. 5 ein perspektivisch dargestellter Ausschnitt der Schlüsselzange in geöffneter Stellung,

    Fig. 6 eine Vorderansicht auf eine Schlüsselzange in zusammengedrückter Stellung, gemäß einer zwei­ten Ausführungsform,

    Fig. 7 eine der Fig. 6 entsprechende Darstellung, jedoch in geöffneter Stellung,

    Fig. 8 einen Schnitt gemäß der Linie VIII-VIII in Fig. 6,

    Fig. 9 einen Schnitt gemäß der Linie IX-IX in Fig. 8,

    Fig. 10 eine Vorderansicht auf eine Schlüsselzange in zusammengedrückter Stellung, gemäß einer drit­ten Ausführungsform,

    Fig. 11 eine der Fig. 10 entsprechende Darstellung, jedoch in geöffneter Stellung,

    Fig. 12 einen Schnitt gemäß Linie XII-XII in Fig. 10 und

    Fig. 13 einen Schnitt gemäß der Linie XIII-XIII in Fig. 12.



    [0008] Die Schlüsselzange 1 aller Ausführungsbeispiele besitzt einen beweglichen Zangenschenkel 2 und einen Festschen­kel 3, der materialeinheitlich in eine Lagerplatte 4 übergeht. Diese besitzt eine Ausnehmung 5, welche an ihren parallel zueinander verlaufenden Längsflanken 6 sägezahnartig profiliert ist. Oberhalb der Ausnehmung 5 und parallel zu dieser verlaufend sind in der Lagerplat­ te 4 zwei jeweils auf den Außenflächen eingearbeitete Freiräume 7 angeordnet, die symmetrisch zur Schlüsselzan­gen-Mittelachse x-x verlaufen. In dem dem Festschenkel 3 entferntliegenden Bereich der Lagerplatte 4 ist eine materialdickere (im Vergleich zu der Lagerplatte 4) Festbacke 8 symmetrisch zur Achse x-x angeordnet. Dieser Festbacke 8 liegt eine bewegliche Backe 9 gegenüber, die im wesentlichen klappsymmetrisch zur Festbacke 8 ausge­bildet ist. Die bewegliche Backe 9 bildet in ihrem unte­ren Bereich zwei auf den Oberflächen der Lagerplatte 4 aufliegende und diese in ihrem oberen Bereich übergrei­fende Ausleger 10 aus. An den der Lagerplatte 4 zugewand­ten Innenseiten besitzen die Ausleger 10 Führungsab­schnitte 11, die jeweils mit einem der Freiräume eine Führung für die bewegliche Backe 9 bilden. Die Führungs­abschnitte 11 sind durchgehend ausgebildet. Ein Führungs­abschnitt 11 ist also auch im Bereich der Gelenkausnehm­ung 15 vorgesehen. Die Gelenkausnehmung 15 geht entspre­chend über die Dicke der Backe als solche, während darun­ter noch die Führungsleiste 11 ausgebildet ist (vgl. hierzu beispielsweise Fig. 4). Grundsätzlich kann solche Backe aus dem Vollen gearbeitet werden, beispiels­weise geschmiedet werden. Derzeit bevorzugt ist es je­doch, die Führungsleiste 11 beispielsweise anzulöten. Insgesamt wird mit der durchgehenden Führungsleiste 11 auch eine festigkeitsmäßige Verbesserung erreicht: Die Backe 9 ist in dem kritischen Querschnitt wesentlich steifer. Die neutrale Phase bei Biegebeanspruchung ist verschoben.

    [0009] Die Freiräume 7 sind durchgehend ausgebildet, über die gesamte Länge bzw. Breite der Backe 9.

    [0010] In den Ausleger-Endbereichen 12 sind an den Auslegern 10 Anschlagschultern 13 angeordnet. Mit seitlichem Abstand zu den Anschlagschultern 13 sind in den Auslegern 10 Gelenkausnehmungen 15 vorgesehen, die im wesentlichen U-förmig ausgebildet sind. Sie dienen zur Aufnahme von Gelenkzapfen 16 des beweglichen Zangenschenkels 2. Die­ser ist im oberen Teil gabelförmig ausgebildet, wobei die Gabelschenkel symmetrisch zur Mittelachse x-x ange­ordnet sind und auf den Oberflächen der Lagerplatte 4 aufliegen. Der Zangenschenkel 2 ist dabei durch einen ein Zahnsegment aufweisenden Gelenkbolzen 18 in der Ausnehmung 5 gelagert. Die Ausgestaltung der Lagerung des Zangenschenkels 2 und die Vorgehensweise bei einer Verlagerung des Zangenschenkels in der Ausnehmung 5 sind bereits aus dem Europa-Patent 0 116 305 offenbart. Hier­auf wird insoweit vollinhaltlich Bezug genommen und die entsprechende Offenbarung hiermit einbezogen.

    [0011] In dem in den Figuren 1-5 dargestellten ersten Ausfüh­rungsbeispiel sind die Freiräume 7 als Nuten 22 ausgebil­det, in denen die als Rippen 23 ausgeformten Führungsab­schnitte 11 einliegen. Diese Rippen 23 erstrecken sich im wesentlichen rechtwinklig zu einer Innenkante 9′ der beweglichen Backe 9 verlaufend über die gesamte Länge des Auslegers 10, wobei die Rippen 23 so geformt sind, daß sie die Nuten 22 im Querschnitt praktisch vollkommen ausfüllen. Die in den Ausleger-Endbereichen 12 angeordne­ten Anschlagschulter 13 stehen über die Unterkante 14 des Auslegers 10 nach unten vor.

    [0012] Oberhalb des Gelenkbolzens 18 befinden sich an beiden Gabelschenkeln 17 jeweils beidseitig der Gelenkzapfen 16 Anschlagflächen 19 und 20.

    [0013] Der Winkel zwischen dem Festschenkel 3 und der die säge­zahnartig profilierten Längsflanken 6 aufweisenden Aus­nehmung 5 beträgt bei dieser Ausführungsform etwa 15°.

    [0014] Bei geschlossener Stellung der Schlüsselzange 1 gemäß Fig. 1 ist die bewegliche Backe 9 über die sich aus den Gelenkausnehmungen 15 und den Gelenkzapfen 16 zusammen­setzenden Gelenke in Schließstellung verlagert. Hierbei stützen sich die Anschlagflächen 19 an den ihnen zugeord­neten Teilabschnitten 21 der Unterkanten 14 ab. Die Schließstellung ist somit definiert und ist unabhängig von der Lage des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung 5, da bei Verlagern des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung 5 ein gleichzeitiges, im wesentlichen paralleles Ver­schieben der beweglichen Backe 9 geschieht. Damit wird ein Klemmen der Finger zwischen den Zangenschenkeln 2 und 3 vermieden. Beim Öffnen der Schlüsselzange 1 gemäß Fig. 2 wird die bewegliche Backe 9 soweit zurückverla­gert, bis sich die Anschlagflächen 20 an den Unterkanten 14 der Ausleger 10 im Bereich der Anschlagschultern 13 abstützen. Die Gabelschenkel 17 beaufschlagen hierbei die Anschlagschultern 13, was verhindern soll, daß die Gelenkzapfen 16 aufgrund von Hebelkräften aus den Gelenk­ausnehmungen 15 herausbewegt werden. Durch diese An­schlagbegrenzung ist auch die Offenstellung definiert und ebenso wie die Schließstellung, unabhängig von der Position des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung 5. Der Schließweg zwischen Offenstellung und Schließstellung bleibt somit bei jeder vorgewählten Öffnungsweite gleich lang.

    [0015] Ein wesentliches Merkmal betrifft die Ausrichtung der Ausnehmung 5 und der Führungsnuten 22 zueinander. Die Führungsnuten 22 und die Ausnehmung 5 sind so angeord­net, daß Mittelachsen a, a′ der Ausnehmung 5 bzw. einer Führungsnut 22 in Schließrichtung der Zange 1, also beispielsweise in Fig. 1 nach rechts, leicht divergie­ren. Es ergibt sich ein Öffnungswinkel zwischen den Achsen von etwa 1-3°, vorzugsweise 2°. Bei einem Ver­ schieben der beweglichen Backe 9 in Schließrichtung der Zange 1 bewegt sich der Gelenkzapfen 16 in der Gelenkaus­nehmung 15 etwas nach unten. Hierdurch erreicht bei einem Schließen der Zange 1 die Anschlagfläche 19 etwas früher (bezogen auf den Weg) ihre Anschlagstellung in Anlage an einem Teilabschnitt 21. Dies hat aber vorteil­hafterweise zur Folge, daß der Abstand der unteren Enden der Zangenschenkel 2, 3 in der Schließstellung der Zange 1 etwa die gleiche ist, wie bei einer großen Öffnungwe­ite des Zangenmaules, wobei die bewegliche Backe 9 in Richtung einer Öffnung des Zangenmaules verschoben ist.

    [0016] Die Ausführungsbeispiele in den Fig. 6-13 unterscheiden sich im wesentlichen zu dem ersten Ausführungsbeispiel in den Fig. 1-5 dadurch, daß der Winkel zwischen dem Festschenkel 3 und der Ausnehmung 5 etwa 60° beträgt.

    [0017] Weiterhin ist auch noch von Bedeutung, daß die Gelenkaus­nehmung 15 mit einer deutlichen seitlichen Versetzung der Backe 9, genauer deren Spitzenbereich, angeordnet ist. Die seitliche Versetzung entspricht etwa dem Ein- bis Zweifachen der Dicke bzw. Breite des Gelenkzapfens 16. Diese seitliche Versetzung trägt wesentlich mit dazu bei, die Zange in der gewünschten schlanken Form ausbil­den zu können.

    [0018] Insbesondere die Kappe 9 gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6-13, aber auch die entsprechende Backe der andreen Ausfügrungsbeispiele kann im Querschnitt zweitei­lig aufgebaut sein. Fertigungsmäßig werden zwei aus Stahlblech gebogene Backenteile im oberen Backenbereich flächig aneinandergelegt und vernietet. Auch können die Teile verlötet oder verschweißt sein. Die entsprechende Gestaltung ist in den Fig. 6 und 7 durch die hierbei entstehenden äußeren Sichtkanten jeweils nur schematisch angedeutet.

    [0019] Mit Bezug auf Fig. 8 ist deutlich gemacht, daß die im übrigen durchgehend ausgebildeten Führungsabschnitte 11 als gesonderte Teile ausgeführt sind, die mit dem Ausle­gerbereich 10 der Backe 9 verbunden sind, nämlich vor­zugsweise verlötet. Die Ausbildung der Führung der beweglichen Backe 9 der zweiten Ausführungsform gemäß den Fig. 6-9 ist gleich der der ersten Ausführungsform. Auch hier weist die Lagerplatte 4 Nuten 22 zur Aufnahme von Rippen 23, die sich an den Innenseiten der beweglichen Backe 9 erstrek­ken, auf.

    [0020] Die in den Ausleger-Endbereichen 12 angeordneten An­schlagschultern 13 sind kreisbogenförmig ausgebildet und erstrecken sich bis in den Bereich der Gelenkausnehmung 15. Auf der der Anschlagschulter 13 gegenüberliegenden Seite der Gelenkausnehmung 15 bildet die bewegliche Backe 9 Teilabschnitte 21 aus. Bei geschlossener Stellung der Schlüsselzange 1 gemäß Fig. 7 stützen sich die Anschlagflächen 19 an den ihnen zugeordneten Teilabschnitten 21 der beweglichen Backe 9 ab. Auch hier ist die Schließstellung definiert und unbahängig von der Lage des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung 5. Beim Öffnen der Schlüsselzange 1 gemäß Fig. 7 erfolgt die gleiche Abstützung des beweglichen Zangenschenkels 2 an der verschieblichen Backe 9, wobei die Anschlagschultern 13 auch die Anschlagflächen 20 bilden.

    [0021] In dem Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 10-13 setzt sich die Führung der beweglichen Backe aus einem in der Lagerplatte 4 angeordneten Schlitz 24 und einem in der verschieblichen Backe 9 eingesetzten Bolzen 25 zusammen. s Dieser Bolzen 25 ist im Bereich der Ausleger-Endbereiche 12 angeordnet und verbindet siese miteinander.

    [0022] Die Funktionsweise der Schlüsselzange 1 gemäß den Fig. 10-13 entspricht weitestgehend der der zweiten Ausfüh­rungsform. Lediglich die Anschlagbegrenzung bei geschlos­sener Stellung der Schlüsselzange erfolgt hierbei nicht über eine Abstützung einer Anschlagfläche an einem Teil­abschnitt der beweglichen Backe 9. Diese Abstützung erfolgt hierbei über einen in dem beweglichen Zangen­schenkel 2 im unteren Bereich seines Gabelschenkels 17 angeordneten Anschlagstift 26, der sich in geschlossener Stellung an einer ihm zugewandten Außenkante der Lager­platte 4 abstützt.

    [0023] Ein wesentliches Merkmal aller Ausführungsbeispiele ist, daß der formschlüssige Eingriff zwischen dem Gelenkzap­fen 16 und der Gelenkausnehmung 15 die Verbindungsstelle zwischen der beweglichen Backe 9 und dem beweglichen Zangenschenkel 2 sowohl zur Groblängsverstellung als auch zur Zangenmaulschließung bildet. Die Schlüsselzange 1 weist keine weitere Verbindungsstelle zwischen der beweglichen Backe 9 und dem beweglichen Zangenschenkel 2 auf.

    [0024] Des weiteren erfolgt in allen Ausführungsbeispielen eine Kraftübertragung vom beweglichen Zangenschenkel 2 auf die bewegliche Backe 9 sowohl bei der Groblängsverstel­lung als auch bei der Zangenmaulschließung im wesentli­chen im Bereich der Freiräume 7, das heißt, im Bereich der Nuten 22 bzw. des Schlitzes 24. Die Gelenkzapfen 16 überdecken nahezu in jeder Betriebsstellung die Freiräu­me 7. Es ist somit eine optimale Kraftübertragung reali­siert, zumal die sich aus den Gelenkzapfen 16 und den Gelenkausnehmungen 15 zusammensetzenden Kraftübertra­gungsstellen 27 in unmittelbarer Nähe des Zangenmaules M angeordnet ist.

    [0025] Die Handhabung der Schlüsselzange 1 kann beispielsweise wie folgt aussehen: Beim Lösen bzw. Festziehen einer Schraube oder derglei­chen wird die bewegliche Backe 9 an die Schraube herange­führt, indem der Gelenkbolzen 18 aus seinem Formschluß mit der sägezahnartigen Profilierung der Längsflanken 6 der Ausnehmung 5 gebracht wird und der bewegliche Zangen­schenkel 2 unter Mitnahme der beweglichen Backe 9 verla­gert wird. Die lichte Weite zwischen den Backen 8 und 9 entspricht nun der Kopfbreite der Schraube. Durch Verla­gern des Zangenschenkels 2 in die Offenstellung wird die bewegliche Backe 9 zurückverlagert, wobei sich die lich­te Weite zwischen den Backen 8, 9 vergrößert, wobei sich dem Benutzer die Möglichkeit ergibt, die Schlüsselzange 1 von der Schraube abzunehmen und wieder neu anzusetzen. Sodann werden die Schenkel 2 und 3 zusammengedrückt, was wiederum ein Schließen der Backen 8 und 9 und somit wieder ein Einklemmen der Schraube zur Folge hat. Durch abwechselndes Schließen, Öffnen und Neuansetzen der Schlüsselzange 1 kann der Benutzer unter handhabungstech­nisch günstigen Bedingungen beispielsweise Schrauben oder dergleichen lösen bzw. anziehen, ohne dabei den Eingriff zwischen dem beweglichen Zangenschenkel 2 und der beweglichen Backe 9 zu verlieren. Ein Ändern der Schlüsselmaulweite ist nur willensbetont möglich.

    [0026] Die in der vorstehenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung von Bedeutung sein . Alle offenbarten Merkmale sind erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten Priori­tätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhalt­lich mit einbezogen.


    Ansprüche

    1. Schlüsselzange (1) mit zwei das Zangenmaul (M) bilden­den Zangenbacken (8, 9), von denen die eine (Festbacke 8) fest an einem Zangenschenkel (3) sitzt, welcher zur Grobverstellung des Zangenmaules (M) eine Längsschlitz­führung (Ausnehmung 5) für den Zangenschenkeldrehzapfen (Gelenkbolzen 18) aufweist und von denen die andere (bewegliche Backe 9) verschieblich an dem die Festbacke (8) tragenden Zangenschenkel (3) geführt ist und über eine Kraftübertragungsstelle (27) zwischen einer Schul­ter (Ausleger 10) der verschieblichen Zangenbacke (9) und dem backenseitigen Arm (Gelenkzapfen 16) des bewegli­chen Zangenschenkels (2) zur Zangenmaulschließung verla­gerbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die als form­schlüssiger Eingriff zwischen backenseitigem Arm (Gelenkzapfen 16) und bewegbarer Zangenbacke (9) gestal­tete Kraftübertragungsstelle (27) die Verbindungsstelle sowohl zur Groblängsverstellung als auch zur Zangenmaul­schließung zwischen Zangenschenkel (2) und beweglicher Backe (9) ist.
     
    2. Schlüsselzange, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung der beweglichen Zangen­backe (9) als Freiraum (7) neben der Längsschlitzführung (Ausnehmung 5) gestaltet ist, in welchem Freiraum (7) ein Führungsabschnitt (11) der beweglichen Zangenbacke (9) ragt.
     
    3. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Freiraum (7) als Nut (22) und der Führungsab­schnitt (11) als Rippe (23) ausgebildet ist.
     
    4. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Freiraum (7) als Schlitz (24) und der Führungsab­schnitt (11) als Bolzen (25) ausgebildet ist.
     
    5. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftübertragungsstelle (27) sowohl bei der Groblängsverstellung als auch bei der Zangenmaulschlie­ßung im wesentlichen im Bereich des Freiraumes (7) wirkt.
     
    6. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Backe (9) jenseits der Drehachse über den gesamten Verschwenkweg einer eingestellten Öffnungs­weite im wesentlichen spielfrei gefangen ist unter einer beidseitigen Anschlagbegrenzung durch dem Eingriffszahn (Gelenkzapfen 16) des beweglichen Zangenschenkels (2) benachbarte Anschlagflächen (19 und 20).
     
    7. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der beweglichen Backe (9) mit seitlichem Abstand zu einer den Eingriffszahn (Gelenkzapfen 16) aufnehmen­den, im wesentlichen U-förmigen Aussparung (Gelenkausnehmung 15) eine Anschlagschulter (13) ausge­bildet ist, die über eine beidseitige Aussparung (Gelenkausnehmung 15) verlaufende Unterkante (14) der beweglichen Backe (9) nach unten vorsteht.
     
    8. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Backe (9) gabelförmig ausgebildet ist und in etwa parallel zur Zahnreihe verlaufenden Nuten (7) des Festeschenkels (3) geführt ist.
     
    9. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Zangenschenkel (2) gabelförmig ausgebildet ist und beidseitig ein Eingriffszahn (Gelenkzapfen 16) ausge­formt ist, der in jeweils eine Aussparung (Gelenkausnehmung 15) in der beweglichen Backe (9) ein­greift.
     
    10. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehre­ren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß Mittelachsen (a, a′) der Ausnehmung (5) und einer Führungsnut (7) in Schließrichtung des Zangenmau­les divergieren.
     
    11. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehre­ren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich­net, daß die Mittelachsen (a, a′) einen Öffnungswinkel von ca. 2° aufweisen.
     




    Zeichnung