[0001] Die Erfindung betrifft eine Schlüsselzange mit zwei das Zangenmaul bildenden Zangenbacken,
von denen die eine fest an einem Zangenschenkel sitzt, welcher zur Grobverstellung
des Zangenmaules eine Längsschlitzführung für den Zangenschenkel-Drehzapfen aufweist
und von denen die andere verschieblich an dem die Festbacke tragenden Zangenschenkel
geführt ist und über eine Kraftübertragungsstelle zwischen einer Schulter der verschieblichen
Zangenbacke und dem backenseitigen Arm des beweglichen Zangenschenkels zur Zangenmaulschließung
verlagerbar ist.
[0002] Eine derart ausgebildete Schlüsselzange ist aus der US-PS 35 34 641 bekannt, wobei
die bewegliche Backe den Festeschenkel teilweise umgreift und an diesem geradlinig
verschiebbar ist. Der bewegliche Zangenschenkel ist mittels eines Drehzapfens in einer,
eine nur auf der dem Zangenmaul zugewandten Seite mit einer Verzahnung versehenen
Ausnehmung des Festschenkels drehbar gelagert. Der Drehzapfen durchgreift hierbei
ein Fenster einer den Festschenkel einseitig umgreifenden Halterungsplatte der beweglichen
Backe, wobei diese Halterungsplatte auf der Seite des Festschenkels diesem zugeordnet
ist, die dem beweglichen Zangenschenkel gegenüberliegt. Der Zangenschenkel bildet
an dem dem Griffteil gegenüberliegenden Ende, im Bereich der Drehachse, eine Anschlagfläche
aus. Diese beaufschlagt bei Zusammendrücken der Zangenschenkel eine Anschlagnase
der beweglichen Backe und bewirkt somit ein Verlagern dieser in Schließrichtung. Im
Bereich der Ausnehmung des Festschenkels ist auf dem Drehzapfen ein Eingriffszahn
federbelastet gelagert, der mit der Verzahnung der Ausnehmung in Formschluß steht,
wobei eine Feder bestrebt ist, den beweglichen Zangenschenkel in einer Grundstellung
zu halten. Um die Öffnungsweite der Backen zu ändern, wird der bewegliche Zangenschenkel
entgegen der Betätigungsrichtung bewegt, wobei dieser den Eingriffszahn aus der Verzahnung
verlagert. Die Anschlagnase der beweglichen Backe wird nun nicht mehr von der Anschlagfläche
des beweglichen Zangenschenkels beaufschlagt. Die Groblängsverstellung des Zangenmaules
erfolgt hierbei dadurch, daß die bewegliche Backe mittels des an einer Innenwandung
des Fensters anliegenden Drehzapfens mitgeschleppt wird. Bedingt dadurch, daß der
Drehzapfen in einem Fenster der beweglichen Backe gelagert ist, besitzt dieser ein
Spiel, das bei Zangenmaulschließung durch den Widerstand des zu greifenden Werkstückes
ausgeglichen wird. Desweiteren weist diese Schlüsselzange in Öffnungsrichtung keine
Anschlagbegrenzung auf. Somit ist die Offenstellung der Schlüsselzange nicht definiert.
Ein zu weites Öffnen kann sogar zum Verlust des Eingriffes vom Eingriffszahn in die
Verzahnung der Ausnehmung führen. Somit kann die Öffnungsweite der Backen ungewollt
verändert werden. Eine sichere Handhabung der Schlüsselzange ist bei dieser Ausgestaltung
nicht gewährleistet.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Schlüsselzange handhabungstechnisch
günstiger auszugestalten.
[0004] Gelöst ist diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung.
[0005] Die Unteransprüche sind vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes.
[0006] Zufolge solcher Ausgestaltung ist eine gattungsgemäße Schlüsselzange erhöhten Gebrauchswertes
geschaffen, bei der sowohl die Groblängsverstellung als auch die Zangen maulschließung
über die Kraftübertragungsstelle erfolgt, wobei die baulichen Mittel einfach und zweckmäßig
ausgebildet sind. Es ist so vorgegangen, daß die als formschlüssiger Eingriff zwischen
backenseitigem Arm und bewegbarer Zangenbacke gestaltete Kraftübertragungsstelle
die Verbindungsstelle sowohl zur Groblängsverstellung als auch zur Zangenmaulschließung
zwischen Zangenschenkel und beweglicher Backe ist. Der formschlüssige Eingriff zwischen
dem beweglichen Zangenschenkel und der beweglichen Zangenbacke bleibt somit in jeder
Betriebsstellung erhalten. Bei der Zangenmaulschließung wird die bewegliche Backe
über die Kraftübertragungsstelle in Richtung auf die feste Backe verlagert. Dieselbe
Verbindungsstelle zwischen dem beweglichen Zangenschenkel und der beweglichen Zangenbacke
dient auch zum groben Verstellen der Schlüsselzange. Die Lage der beweglichen Zangenbacke
ist, unabhängig von der zuvor eingestellten Öffnungsweite der Backen, direkt abhängig
von der Lage des beweglichen Zangenschenkels. Die Lage der beweglichenZangenbacke
kann nicht von einem zu greifenden Werkstück verändert werden ohne eine Veränderung
der Lage des beweglichen Zangenschenkels. Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht
darin, daß die Führung der beweglichen Zangenbacke als Freiraum neben der Längsschlitzführung
gestaltet ist, in welchen Freiraum ein Führungsabschnitt der beweglichen Zangenbacke
ragt. Vorzugsweise ist hierbei vorgesehen, daß der Freiraum als Nut und der Führungsabschnitt
als Rippe ausgebildet ist. Es ist jedoch auch denkbar, den Freiraum als Schlitz und
den Führungsabschnitt als Bolzen auszubilden. Diese Ausgestaltung der Führung der
beweglichen Zangenbacke erweist sich handhabungstechnisch als wesentlicher Vorteil.
Die Schlüsselzange kann somit relativ schlank ausgebildet werden, wobei berücksichtigt
ist, daß stets eine sichere Führung der beweglichen Backe vorliegt. Um die Kraftüber
tragung zwischen dem beweglichen Zangenschenkel und der verschieblichen Zangenbacke
zu optimieren, ist vorgesehen, daß die Kraftübertragungsstelle sowohl bei der Groblängsverstellung
als auch bei der Zangenmaulschließung im wesentlichen im Bereich des Freiraumes wirkt.
Dies hat zur Folge, daß sich die Hauptkraftkomponente beim Verlagern der beweglichen
Backe etwa in axialer Richtung des Freiraumes und somit in Bewegungsrichtung der beweglichen
Zangenbacke erstreckt. Ein Verkanten der beweglichen Zangenbacke innerhalb des Bereichs
des Freiraumes ist somit verhindert. Ein weiterer Vorteil dieser Ausgestaltung ist
darin zu sehen, daß die Kraftübertragungsstelle in unmittelbarer Nähe des Zangenmaules
angeordnet ist. Ein bei Belastung auftretendes Drehmoment der beweglichen Zangenbacke
wird somit auf ein Minimum reduziert. Weiterhin ist vorgesehen, daß die bewegliche
Zangenbacke jeseits der Drehachse über den gesamten Verschwenkweg einer eingestellten
Öffnungsweite im wesentlichen spielfrei gefangen ist unter einer beidseitigen Anschlagbegrenzung
durch dem Eingriffszahn des beweglichen Zangenschenkels benachbarte Anschlagflächen.
Der Formschluß zwischen der beweglichen Backe und dem Zangenschenkel ist durch eine
Gelenkanordnung realisiert, wobei ein an dem dem Griffteil gegenüberliegenden Ende
des Zangenschenkels und jenseits dessen Drehachse angeordneter Gelenkzapfen in eine
Gelenkausnehmung der beweglichen Backe im wesentlichen spielfrei eingreift. Eine
Anschlagbegrenzung in der Offen-bzw. Schließstellung der Zange erfolgt durch jeweilige
Abstützung einer dem Gelenkzapfen benachbarten, gleichfalls an dem Zangenschenkel
ausgebildeten Anschlagflächen an der diesen zugeordneten, der Gelenkausformung benachbarten
Abstützflächen der beweglichen Backe. Hierdurch wird auch ein Klemmen der Finger zwischen
dem Festschenkel und dem Zangenschenkel vermieden. Die beiden Schenkel können bei
einer Betätigung nicht in Anlage aneinander kommen. Eine vorteilhafte Weiterbildung
besteht darin, daß an der beweglichen Backe mit seitlichem Abstand zu einer den Eingriffszahn
aufnehmenden, im wesentlichen U-förmigen Aussparung eine Anschlagschulter ausgebildet
ist, die über eine beidseitig der Aussparung verlaufende Unterkante der beweglichen
Backe nach unten vorsteht. Diese Ausbildung bietet eine verbesserte Abstützung des
beweglichen Zangenschenkels in der Offenstellung. Hierdurch wird verhindert, daß
über etwaige Hebelkräfte der Gelenkzapfen aus der Gelenkausnehmung wandert und somit
die bewegliche Backe freigibt, was zum Verlust dieser führen kann. Ein weiterer Vorteil
dieser Ausgestaltung ist darin zu sehen, daß die bewegliche Backe gabelförmig ausgebildet
ist und in parallel zur Zahnreihe verlaufenden äußeren Nuten des Festschenkels geführt
ist. Hierdurch wird einem Verkanten der beweglichen Backe entgegengewirkt und eine
optimale Führung dieser beweglichen Backe gewährleistet. Eine verbesserte Handhabung
ist weiterhin dadurch erzielt, daß der Zangenschenkel gabelförmig ausgebildet ist
und beidseitg ein Eingriffszahn ausgeformt ist, der in jeweils eine Aussparung der
beweglichen Backe eingreift. Bei dieser Ausgestaltung wird die Kraft nicht, wie bei
dem zuvor beschriebenen Stand der Technik, einseitig , dezentral zur Mittelachse der
beweglichen Backe dieser beweglichen Backe zugeführt, sondern beidseitig, symmetrisch
zur Mittelachse, womit ein Kippen der beweglichen Backe um Ihre Längsachse und somit
ein Verkanten vermieden wird. Die Kraftübertragung vom beweglichen Zangenschenkel
auf die bewegliche Backe ist aufgrund dieser Ausgestaltung optimal gelöst. Die Zahnreihe
zur Änderung der Öffnungsweite der Backen ist beidseitg an einer Ausnehmung ausgebildet.
Der Gelenk- und Verstellzahn greift jeweils gleichzeitig in zwei gegenüberliegende
Zahnreihen ein. Ein weiteres, wesentli ches Merkmal der Erfindung betrifft die Ausrichtung
der Ausnehmung, die mit den erwähnten Zahnreihen versehen ist und einer Führungsnut
der beweglichen Backe. In Schließrichtung des Zangenmaules divergieren die Mittelachsen
der Ausnehmung und der Führungsnut. Beim Verschieben der beweglichen Backe in Schließrichtung
des Zangenmaules ergibt sich somit ein gewisses Herauswandern nach unten des Gelenkzapfens
aus der Gelenkausnehmung. Dies hat zur Folge, daß die Zangenschenkel in die Schließstellung
weiter aufeinander zubewegt werden können. Umgekehrt können die Zangenschenkel bei
einem Verschieben der beweglichen Backe in Öffnungsrichtung des Zangenmaules weniger
weit in die Schließstellung aufeinander zubewegt werden. Hierdurch wird erreicht,
daß der Abstand der unteren Enden der Zangenschenkel in den beiden Extremstellungen
der beweglichen Backe annähernd erhalten bleibt, der Winkel zwischen den Zangenschenkeln
sich aber verändert.
[0007] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind nachstehend anhand dreier zeichnerisch
veranschaulichter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Vorderansicht auf eine erfindungsgemäße Schlüsselzange in zusammengedrückter
Stellung, gemäß einer ersten Ausführungsform,
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung, jedoch in geöffneter Stellung,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Schlüsselzange,
Fig. 4 eine Einzeldarstellung einer beweglichen Backe,
Fig. 5 ein perspektivisch dargestellter Ausschnitt der Schlüsselzange in geöffneter
Stellung,
Fig. 6 eine Vorderansicht auf eine Schlüsselzange in zusammengedrückter Stellung,
gemäß einer zweiten Ausführungsform,
Fig. 7 eine der Fig. 6 entsprechende Darstellung, jedoch in geöffneter Stellung,
Fig. 8 einen Schnitt gemäß der Linie VIII-VIII in Fig. 6,
Fig. 9 einen Schnitt gemäß der Linie IX-IX in Fig. 8,
Fig. 10 eine Vorderansicht auf eine Schlüsselzange in zusammengedrückter Stellung,
gemäß einer dritten Ausführungsform,
Fig. 11 eine der Fig. 10 entsprechende Darstellung, jedoch in geöffneter Stellung,
Fig. 12 einen Schnitt gemäß Linie XII-XII in Fig. 10 und
Fig. 13 einen Schnitt gemäß der Linie XIII-XIII in Fig. 12.
[0008] Die Schlüsselzange 1 aller Ausführungsbeispiele besitzt einen beweglichen Zangenschenkel
2 und einen Festschenkel 3, der materialeinheitlich in eine Lagerplatte 4 übergeht.
Diese besitzt eine Ausnehmung 5, welche an ihren parallel zueinander verlaufenden
Längsflanken 6 sägezahnartig profiliert ist. Oberhalb der Ausnehmung 5 und parallel
zu dieser verlaufend sind in der Lagerplat te 4 zwei jeweils auf den Außenflächen
eingearbeitete Freiräume 7 angeordnet, die symmetrisch zur Schlüsselzangen-Mittelachse
x-x verlaufen. In dem dem Festschenkel 3 entferntliegenden Bereich der Lagerplatte
4 ist eine materialdickere (im Vergleich zu der Lagerplatte 4) Festbacke 8 symmetrisch
zur Achse x-x angeordnet. Dieser Festbacke 8 liegt eine bewegliche Backe 9 gegenüber,
die im wesentlichen klappsymmetrisch zur Festbacke 8 ausgebildet ist. Die bewegliche
Backe 9 bildet in ihrem unteren Bereich zwei auf den Oberflächen der Lagerplatte
4 aufliegende und diese in ihrem oberen Bereich übergreifende Ausleger 10 aus. An
den der Lagerplatte 4 zugewandten Innenseiten besitzen die Ausleger 10 Führungsabschnitte
11, die jeweils mit einem der Freiräume eine Führung für die bewegliche Backe 9 bilden.
Die Führungsabschnitte 11 sind durchgehend ausgebildet. Ein Führungsabschnitt 11
ist also auch im Bereich der Gelenkausnehmung 15 vorgesehen. Die Gelenkausnehmung
15 geht entsprechend über die Dicke der Backe als solche, während darunter noch
die Führungsleiste 11 ausgebildet ist (vgl. hierzu beispielsweise Fig. 4). Grundsätzlich
kann solche Backe aus dem Vollen gearbeitet werden, beispielsweise geschmiedet werden.
Derzeit bevorzugt ist es jedoch, die Führungsleiste 11 beispielsweise anzulöten.
Insgesamt wird mit der durchgehenden Führungsleiste 11 auch eine festigkeitsmäßige
Verbesserung erreicht: Die Backe 9 ist in dem kritischen Querschnitt wesentlich steifer.
Die neutrale Phase bei Biegebeanspruchung ist verschoben.
[0009] Die Freiräume 7 sind durchgehend ausgebildet, über die gesamte Länge bzw. Breite
der Backe 9.
[0010] In den Ausleger-Endbereichen 12 sind an den Auslegern 10 Anschlagschultern 13 angeordnet.
Mit seitlichem Abstand zu den Anschlagschultern 13 sind in den Auslegern 10 Gelenkausnehmungen
15 vorgesehen, die im wesentlichen U-förmig ausgebildet sind. Sie dienen zur Aufnahme
von Gelenkzapfen 16 des beweglichen Zangenschenkels 2. Dieser ist im oberen Teil
gabelförmig ausgebildet, wobei die Gabelschenkel symmetrisch zur Mittelachse x-x angeordnet
sind und auf den Oberflächen der Lagerplatte 4 aufliegen. Der Zangenschenkel 2 ist
dabei durch einen ein Zahnsegment aufweisenden Gelenkbolzen 18 in der Ausnehmung 5
gelagert. Die Ausgestaltung der Lagerung des Zangenschenkels 2 und die Vorgehensweise
bei einer Verlagerung des Zangenschenkels in der Ausnehmung 5 sind bereits aus dem
Europa-Patent 0 116 305 offenbart. Hierauf wird insoweit vollinhaltlich Bezug genommen
und die entsprechende Offenbarung hiermit einbezogen.
[0011] In dem in den Figuren 1-5 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel sind die Freiräume
7 als Nuten 22 ausgebildet, in denen die als Rippen 23 ausgeformten Führungsabschnitte
11 einliegen. Diese Rippen 23 erstrecken sich im wesentlichen rechtwinklig zu einer
Innenkante 9′ der beweglichen Backe 9 verlaufend über die gesamte Länge des Auslegers
10, wobei die Rippen 23 so geformt sind, daß sie die Nuten 22 im Querschnitt praktisch
vollkommen ausfüllen. Die in den Ausleger-Endbereichen 12 angeordneten Anschlagschulter
13 stehen über die Unterkante 14 des Auslegers 10 nach unten vor.
[0012] Oberhalb des Gelenkbolzens 18 befinden sich an beiden Gabelschenkeln 17 jeweils beidseitig
der Gelenkzapfen 16 Anschlagflächen 19 und 20.
[0013] Der Winkel zwischen dem Festschenkel 3 und der die sägezahnartig profilierten Längsflanken
6 aufweisenden Ausnehmung 5 beträgt bei dieser Ausführungsform etwa 15°.
[0014] Bei geschlossener Stellung der Schlüsselzange 1 gemäß Fig. 1 ist die bewegliche Backe
9 über die sich aus den Gelenkausnehmungen 15 und den Gelenkzapfen 16 zusammensetzenden
Gelenke in Schließstellung verlagert. Hierbei stützen sich die Anschlagflächen 19
an den ihnen zugeordneten Teilabschnitten 21 der Unterkanten 14 ab. Die Schließstellung
ist somit definiert und ist unabhängig von der Lage des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung
5, da bei Verlagern des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung 5 ein gleichzeitiges, im
wesentlichen paralleles Verschieben der beweglichen Backe 9 geschieht. Damit wird
ein Klemmen der Finger zwischen den Zangenschenkeln 2 und 3 vermieden. Beim Öffnen
der Schlüsselzange 1 gemäß Fig. 2 wird die bewegliche Backe 9 soweit zurückverlagert,
bis sich die Anschlagflächen 20 an den Unterkanten 14 der Ausleger 10 im Bereich der
Anschlagschultern 13 abstützen. Die Gabelschenkel 17 beaufschlagen hierbei die Anschlagschultern
13, was verhindern soll, daß die Gelenkzapfen 16 aufgrund von Hebelkräften aus den
Gelenkausnehmungen 15 herausbewegt werden. Durch diese Anschlagbegrenzung ist auch
die Offenstellung definiert und ebenso wie die Schließstellung, unabhängig von der
Position des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung 5. Der Schließweg zwischen Offenstellung
und Schließstellung bleibt somit bei jeder vorgewählten Öffnungsweite gleich lang.
[0015] Ein wesentliches Merkmal betrifft die Ausrichtung der Ausnehmung 5 und der Führungsnuten
22 zueinander. Die Führungsnuten 22 und die Ausnehmung 5 sind so angeordnet, daß
Mittelachsen a, a′ der Ausnehmung 5 bzw. einer Führungsnut 22 in Schließrichtung der
Zange 1, also beispielsweise in Fig. 1 nach rechts, leicht divergieren. Es ergibt
sich ein Öffnungswinkel zwischen den Achsen von etwa 1-3°, vorzugsweise 2°. Bei einem
Ver schieben der beweglichen Backe 9 in Schließrichtung der Zange 1 bewegt sich der
Gelenkzapfen 16 in der Gelenkausnehmung 15 etwas nach unten. Hierdurch erreicht bei
einem Schließen der Zange 1 die Anschlagfläche 19 etwas früher (bezogen auf den Weg)
ihre Anschlagstellung in Anlage an einem Teilabschnitt 21. Dies hat aber vorteilhafterweise
zur Folge, daß der Abstand der unteren Enden der Zangenschenkel 2, 3 in der Schließstellung
der Zange 1 etwa die gleiche ist, wie bei einer großen Öffnungweite des Zangenmaules,
wobei die bewegliche Backe 9 in Richtung einer Öffnung des Zangenmaules verschoben
ist.
[0016] Die Ausführungsbeispiele in den Fig. 6-13 unterscheiden sich im wesentlichen zu dem
ersten Ausführungsbeispiel in den Fig. 1-5 dadurch, daß der Winkel zwischen dem Festschenkel
3 und der Ausnehmung 5 etwa 60° beträgt.
[0017] Weiterhin ist auch noch von Bedeutung, daß die Gelenkausnehmung 15 mit einer deutlichen
seitlichen Versetzung der Backe 9, genauer deren Spitzenbereich, angeordnet ist. Die
seitliche Versetzung entspricht etwa dem Ein- bis Zweifachen der Dicke bzw. Breite
des Gelenkzapfens 16. Diese seitliche Versetzung trägt wesentlich mit dazu bei, die
Zange in der gewünschten schlanken Form ausbilden zu können.
[0018] Insbesondere die Kappe 9 gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6-13, aber auch die
entsprechende Backe der andreen Ausfügrungsbeispiele kann im Querschnitt zweiteilig
aufgebaut sein. Fertigungsmäßig werden zwei aus Stahlblech gebogene Backenteile im
oberen Backenbereich flächig aneinandergelegt und vernietet. Auch können die Teile
verlötet oder verschweißt sein. Die entsprechende Gestaltung ist in den Fig. 6 und
7 durch die hierbei entstehenden äußeren Sichtkanten jeweils nur schematisch angedeutet.
[0019] Mit Bezug auf Fig. 8 ist deutlich gemacht, daß die im übrigen durchgehend ausgebildeten
Führungsabschnitte 11 als gesonderte Teile ausgeführt sind, die mit dem Auslegerbereich
10 der Backe 9 verbunden sind, nämlich vorzugsweise verlötet. Die Ausbildung der
Führung der beweglichen Backe 9 der zweiten Ausführungsform gemäß den Fig. 6-9 ist
gleich der der ersten Ausführungsform. Auch hier weist die Lagerplatte 4 Nuten 22
zur Aufnahme von Rippen 23, die sich an den Innenseiten der beweglichen Backe 9 erstrekken,
auf.
[0020] Die in den Ausleger-Endbereichen 12 angeordneten Anschlagschultern 13 sind kreisbogenförmig
ausgebildet und erstrecken sich bis in den Bereich der Gelenkausnehmung 15. Auf der
der Anschlagschulter 13 gegenüberliegenden Seite der Gelenkausnehmung 15 bildet die
bewegliche Backe 9 Teilabschnitte 21 aus. Bei geschlossener Stellung der Schlüsselzange
1 gemäß Fig. 7 stützen sich die Anschlagflächen 19 an den ihnen zugeordneten Teilabschnitten
21 der beweglichen Backe 9 ab. Auch hier ist die Schließstellung definiert und unbahängig
von der Lage des Gelenkbolzens 18 in der Ausnehmung 5. Beim Öffnen der Schlüsselzange
1 gemäß Fig. 7 erfolgt die gleiche Abstützung des beweglichen Zangenschenkels 2 an
der verschieblichen Backe 9, wobei die Anschlagschultern 13 auch die Anschlagflächen
20 bilden.
[0021] In dem Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 10-13 setzt sich die Führung der beweglichen
Backe aus einem in der Lagerplatte 4 angeordneten Schlitz 24 und einem in der verschieblichen
Backe 9 eingesetzten Bolzen 25 zusammen. s Dieser Bolzen 25 ist im Bereich der Ausleger-Endbereiche
12 angeordnet und verbindet siese miteinander.
[0022] Die Funktionsweise der Schlüsselzange 1 gemäß den Fig. 10-13 entspricht weitestgehend
der der zweiten Ausführungsform. Lediglich die Anschlagbegrenzung bei geschlossener
Stellung der Schlüsselzange erfolgt hierbei nicht über eine Abstützung einer Anschlagfläche
an einem Teilabschnitt der beweglichen Backe 9. Diese Abstützung erfolgt hierbei
über einen in dem beweglichen Zangenschenkel 2 im unteren Bereich seines Gabelschenkels
17 angeordneten Anschlagstift 26, der sich in geschlossener Stellung an einer ihm
zugewandten Außenkante der Lagerplatte 4 abstützt.
[0023] Ein wesentliches Merkmal aller Ausführungsbeispiele ist, daß der formschlüssige Eingriff
zwischen dem Gelenkzapfen 16 und der Gelenkausnehmung 15 die Verbindungsstelle zwischen
der beweglichen Backe 9 und dem beweglichen Zangenschenkel 2 sowohl zur Groblängsverstellung
als auch zur Zangenmaulschließung bildet. Die Schlüsselzange 1 weist keine weitere
Verbindungsstelle zwischen der beweglichen Backe 9 und dem beweglichen Zangenschenkel
2 auf.
[0024] Des weiteren erfolgt in allen Ausführungsbeispielen eine Kraftübertragung vom beweglichen
Zangenschenkel 2 auf die bewegliche Backe 9 sowohl bei der Groblängsverstellung als
auch bei der Zangenmaulschließung im wesentlichen im Bereich der Freiräume 7, das
heißt, im Bereich der Nuten 22 bzw. des Schlitzes 24. Die Gelenkzapfen 16 überdecken
nahezu in jeder Betriebsstellung die Freiräume 7. Es ist somit eine optimale Kraftübertragung
realisiert, zumal die sich aus den Gelenkzapfen 16 und den Gelenkausnehmungen 15
zusammensetzenden Kraftübertragungsstellen 27 in unmittelbarer Nähe des Zangenmaules
M angeordnet ist.
[0025] Die Handhabung der Schlüsselzange 1 kann beispielsweise wie folgt aussehen: Beim
Lösen bzw. Festziehen einer Schraube oder dergleichen wird die bewegliche Backe 9
an die Schraube herangeführt, indem der Gelenkbolzen 18 aus seinem Formschluß mit
der sägezahnartigen Profilierung der Längsflanken 6 der Ausnehmung 5 gebracht wird
und der bewegliche Zangenschenkel 2 unter Mitnahme der beweglichen Backe 9 verlagert
wird. Die lichte Weite zwischen den Backen 8 und 9 entspricht nun der Kopfbreite der
Schraube. Durch Verlagern des Zangenschenkels 2 in die Offenstellung wird die bewegliche
Backe 9 zurückverlagert, wobei sich die lichte Weite zwischen den Backen 8, 9 vergrößert,
wobei sich dem Benutzer die Möglichkeit ergibt, die Schlüsselzange 1 von der Schraube
abzunehmen und wieder neu anzusetzen. Sodann werden die Schenkel 2 und 3 zusammengedrückt,
was wiederum ein Schließen der Backen 8 und 9 und somit wieder ein Einklemmen der
Schraube zur Folge hat. Durch abwechselndes Schließen, Öffnen und Neuansetzen der
Schlüsselzange 1 kann der Benutzer unter handhabungstechnisch günstigen Bedingungen
beispielsweise Schrauben oder dergleichen lösen bzw. anziehen, ohne dabei den Eingriff
zwischen dem beweglichen Zangenschenkel 2 und der beweglichen Backe 9 zu verlieren.
Ein Ändern der Schlüsselmaulweite ist nur willensbetont möglich.
[0026] Die in der vorstehenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung von Bedeutung sein . Alle offenbarten Merkmale sind
erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt
der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich
mit einbezogen.
1. Schlüsselzange (1) mit zwei das Zangenmaul (M) bildenden Zangenbacken (8, 9),
von denen die eine (Festbacke 8) fest an einem Zangenschenkel (3) sitzt, welcher zur
Grobverstellung des Zangenmaules (M) eine Längsschlitzführung (Ausnehmung 5) für
den Zangenschenkeldrehzapfen (Gelenkbolzen 18) aufweist und von denen die andere (bewegliche
Backe 9) verschieblich an dem die Festbacke (8) tragenden Zangenschenkel (3) geführt
ist und über eine Kraftübertragungsstelle (27) zwischen einer Schulter (Ausleger
10) der verschieblichen Zangenbacke (9) und dem backenseitigen Arm (Gelenkzapfen 16)
des beweglichen Zangenschenkels (2) zur Zangenmaulschließung verlagerbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß die als formschlüssiger Eingriff zwischen backenseitigem Arm
(Gelenkzapfen 16) und bewegbarer Zangenbacke (9) gestaltete Kraftübertragungsstelle
(27) die Verbindungsstelle sowohl zur Groblängsverstellung als auch zur Zangenmaulschließung
zwischen Zangenschenkel (2) und beweglicher Backe (9) ist.
2. Schlüsselzange, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung
der beweglichen Zangenbacke (9) als Freiraum (7) neben der Längsschlitzführung (Ausnehmung
5) gestaltet ist, in welchem Freiraum (7) ein Führungsabschnitt (11) der beweglichen
Zangenbacke (9) ragt.
3. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Freiraum (7) als Nut (22) und der Führungsabschnitt
(11) als Rippe (23) ausgebildet ist.
4. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Freiraum (7) als Schlitz (24) und der Führungsabschnitt
(11) als Bolzen (25) ausgebildet ist.
5. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftübertragungsstelle (27) sowohl bei der Groblängsverstellung
als auch bei der Zangenmaulschließung im wesentlichen im Bereich des Freiraumes (7)
wirkt.
6. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Backe (9) jenseits der Drehachse über den
gesamten Verschwenkweg einer eingestellten Öffnungsweite im wesentlichen spielfrei
gefangen ist unter einer beidseitigen Anschlagbegrenzung durch dem Eingriffszahn (Gelenkzapfen
16) des beweglichen Zangenschenkels (2) benachbarte Anschlagflächen (19 und 20).
7. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß an der beweglichen Backe (9) mit seitlichem Abstand zu
einer den Eingriffszahn (Gelenkzapfen 16) aufnehmenden, im wesentlichen U-förmigen
Aussparung (Gelenkausnehmung 15) eine Anschlagschulter (13) ausgebildet ist, die
über eine beidseitige Aussparung (Gelenkausnehmung 15) verlaufende Unterkante (14)
der beweglichen Backe (9) nach unten vorsteht.
8. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die bewegliche Backe (9) gabelförmig ausgebildet ist und
in etwa parallel zur Zahnreihe verlaufenden Nuten (7) des Festeschenkels (3) geführt
ist.
9. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Zangenschenkel (2) gabelförmig ausgebildet ist und
beidseitig ein Eingriffszahn (Gelenkzapfen 16) ausgeformt ist, der in jeweils eine
Aussparung (Gelenkausnehmung 15) in der beweglichen Backe (9) eingreift.
10. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß Mittelachsen (a, a′) der Ausnehmung (5) und einer Führungsnut
(7) in Schließrichtung des Zangenmaules divergieren.
11. Schlüsselzange, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelachsen (a, a′) einen Öffnungswinkel von ca.
2° aufweisen.