[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Umschlag, insbesondere Fotolaborarbeitstasche,
mit einer öffnungsseitig an der einen Umschlagwand, der Vorderwand, angesetzten und
zur anderen Umschlagwand, der Rückwand, hin umklappbaren Verschlußklappe, die umgeklappt
an der Ruckwand mittels eines über eine Ausstanzung geklebten Klebeetiketts festklebbar
ist.
[0002] Solche im wesentlichen aus Papier od. dgl. Material und mit oder ohne Sichtfenster
hergestellten Umschläge dienen häufig als Fotolaborarbeitstaschen zur Aufnahme der
in einem Fotolabor auszuarbeitenden Filme und Fotos, sie werden aber auch als Briefkuverts
oder allgemein als Aufnahmetaschen für verschiedenste Gegenstände verwendet. Diese
Umschläge sollen sich dabei durch einfaches Umklappen der Verschlußklappe schnell
und sauber verschließen lassen und sie sollen auch, ohne ein Zusammenkleben befürchten
zu müssen, einwandfrei und in beliebiger Anzahl übereinandergestapelt werden können.
Wie aus dem DE-GM 78 34 984, der DE-PS 31 37 681 bzw. AT-PS 377 104, oder der CH-PS
356 077 und den US-PSen 3 079 066 und 3 256 941 hervorgeht, sind bisher bei den bekannten
Umschlägen die Ausstanzungen in der Verschlußklappe oder dem als Verschluß dienenden
Vorderwandteil angeordnet und die Klebeetikette außen über diese Ausstanzungen geklebt,
so daß die Etikette bei auf- und zugeklappter Verschlußklappe sichtbar sind und den
optischen Eindruck der Umschläge beeinträchtigen. Vor allem aber wird durch die Etikette
der Aufdruckbereich an der Vorderwand geschmälert, was gerade bei der Verwendung als
Fotolaborarbeitstasche recht unerwünscht ist, da hier neben Informationen und Felder
zur Beschriftung u. dgl. möglichst großflächige Werbeaufdrucke Platz finden sollen.
Abgesehen davon, müssen die Klebeetikette an ihrer Rückseite, also an der Umschlagaußenseite,
durch Silikonbeschichtung od. dgl. speziell präpariert sein, damit beim Aufeinanderstapeln
der Umschläge ein Zusammenkleben der dann übereinander liegenden Etikette verhindert
wird. Diese speziellen Klebeetikette sind aber relativ teuer und erhöhen den gesamten
Herstellungsaufwand. Um außerdem einen mehrmals verwendbaren Klebeverschluß zu erreichen,
besteht bei den bekannten Umschlägen zumindest die Rückwand aus einer Kunststoffolie
od. dgl., was den Material- und Kostenaufwand bei der Umschlagherstellung weiter steigert.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und einen
Umschlag der eingangs geschilderten Art zu schaffen, der sich rationell fertigen läßt
und der sich darüber hinaus durch einen die Vorderwand samt Verschlußklappe ganzflächig
erfassenden etikettfreien Aufdruckbereich auszeichnet.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Ausstanzung in der Rückwand liegt
und das Klebeetikett von der Umschlaginnenseite her über die offene Ausstanzung geklebt
ist und daß die Vorderwand an der Außenseite in ihrem der Ausstanzung gegenüberliegenden
Bereich eine Trennlackschicht aufweist, wobei vorteilhafterweise ein siliziumhältiger
Kunstharzlack die Trennlackschicht bildet. Die Anordnung der Ausstanzung in der Rückwand
macht die gesamte Vorderwand zusammen mit der Verschlußklappe voll kommen frei und
ermöglicht ganzflächige Aufdrucke. Die an der Rückwand vorgesehene Ausstanzung mit
dem innenliegenden Etikett bietet auch bei offener Verschlußklappe ein ordentliches
Bild und als Etikette können herkömmliche Etikette ohne jegliche Behandlung der Rückseite
verwendet werden. Der im Zuge der Umschlagherstellung oder Bedrukkung ohne Schwierigkeiten
aufzubringende Trennlack im der Ausstanzung gegenüberliegenden Bereich an der Vorderwandaußenseite
gewährleistet das klebefreie Aufeinanderstapeln beliebig vieler Umschläge, da dieser
Trennlack eine abstoßende Wirkung zeigt und sich nicht mit dem Kleber des Etiketts
verbindet. Zusätzlich verhindert dabei die Wandstärke der Rückwand ein unmittelbar
flächiges Aufeinanderdrücken des aufliegenden Umschlages auf die Klebeschicht der
innerhalb der Rückwand liegenden Etikette, wodurch ein Haftenbleiben der aufeinandergestapelten
Umschläge ausgeschlossen ist. Der Trennlack selbst ist durchsichtig, läßt sich beschreiben
und bedrucken, so daß er unabhängig vom Zeitpunkt seines Aufbringens keinerlei Beeinträchtigung
der Vorderwandgestaltung mit sich bringt.
[0005] Zur Vermeidung der Trennlackschicht kann nach einer anderen Ausgestaltung der Erfindung
das Klebeetikett von der Umschlaginnenseite her auch über die noch mit dem ausgestanzten
Teil abgedeckte Ausstanzung geklebt sein, wobei der ausgestanzte Teil durch die umfangseitige
Stanzlinie unterbrechende Verbindungsstege lösbar in der Ausstanzung hängt. Dieser
vorerst noch vorhandene Stanzteil deckt somit das Klebeetikett nach außen hin ab,
so daß es keine freie Klebestelle mehr gibt und die Umschläge beliebig und vollkommen
gefahrlos aufeinander stapelbar sind. Erst bei Bedarf wird der Stanzteil abgezogen,
was durch die eine Sollreißlinie bildende, nur von den Verbindungsstegen unterbrochene
Stanzlinie sauber und mit einem Griff möglich ist, und der Umschlag kann ordnungsgemäß
verschlossen werden. Damit es hier zu keinem Haftenbleiben von Materialfasern od.
dgl. am Klebeetikett kommen kann, besteht vorzugsweise der Umschlag, zumindest aber
der die Austanzung aufweisende Rückwandbereich aus einem nichtfasernden Papier od.
dgl. Material.
[0006] Um einen mehrmalig verwendbaren Klebeverschluß sicherzustellen, trägt erfindungsgemäß
die Verschlußklappe an der Innenseite in ihrem auf die Ausstanzung umklappbaren Bereich
eine Folie oder eine Verbindungslackschicht, so daß sich die Klappe auf jeden Fall
und unabhängig vom übrigen Umschlagmaterial rückstandsfrei von dem Klebeetikett lösen
läßt und ein mehrmaliges, einwandfreies Schließen und Öffnen der Verschlußklappe gewährleistet
ist. Als Verbindungslack eignen sich herkömmliche Überdruck-Verbindungslacke, vorzugsweise
ein Nitrocelluloselack, wobei auch hier durch die Kleinflächigkeit der Folie oder
der Verbindungslackschicht der Material- und Herstellungsaufwand minimal bleibt. Werden
die Umschläge aus einem zusammenhängenden, Vorder- und Rückwand samt Verschlußklappe
und eventuell anschließendem Abreißstreifen bildenden Zuschnitt hergestellt, der
durch Falten und seitliches Verkleben den gewünschten Umschlag ergibt, kann rationell
bei der Herstellung des Zuschnittes auch die Ausstanzung vorgefertigt und vor dem
Zusammenfalten problemlos die Klebeetikette bzw. Folienstückchen und die Lackschichten
an den ihnen zugeordneten Stellen aufgebracht werden, wodurch eine materialsparende,
besonders wirtschaftliche Umschlagherstellung möglich ist.
[0007] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht, und
zwar zeigen
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Umschlag mit geöffneter Verschlußklappe in Rückansicht,
Fig. 2 den Zuschnitt dieses Umschlages in innenseitiger Ansicht und
Fig. 3 ein anderes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Umschlages ebenfalls
in Rückansicht.
[0008] Ein Umschlag 1 besteht aus einer Vorderwand 2 und einer Rückwand 3, wobei an der
Vorderwand 2 eine über die Öffnung 4 des Umschlages hochragende Verschlußklappe 5
angesetzt ist, von der mittels einer Perforationslinie 6 ein Abreißstreifen 7 abtrennbar
sein kann. In der Rückwand 3 ist knapp unterhalb der die Öffnung 4 bildenden Randkante
eine Ausstanzung 8 vorgesehen, über die von der Umschlaginnenseite her ein Klebeetikett
9 geklebt ist, so daß der klebende Bereich innerhalb der Ausstanzung 8 zum Festkleben
der zur Rückwand 3 hin umklappbaren Verschlußklappe 5 genutzt werden kann.
[0009] Im auf die Ausstanzung 8 umklappbaren Bereich an der Innenseite der Verschlußklappe
5 ist eine Schicht 10 aus Verbindungslack oder einer Folie aufgebracht, so daß sich
die Verschlußklappe 5, auch wenn sie aus faserndem Material besteht, mehrmals ohne
Verlust der Klebewirkung schließen und wieder öffnen läßt.
[0010] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 ist die Ausstanzung 8 von vornherein
offen und daher das Klebeetikett 9 von außen zugänglich. Um hier ein gegenseitiges
Festkleben aufeinandergestapelter Umschläge 1 zu verhindern, ist an der Vorderwand
2 außenseitig im der Ausstanzung 8 gegenüberliegenden Bereich eine Trennlackschicht
11 aufgetragen, die eine kleberabstoßende Wirkung besitzt und daher mit dem Klebeetikett
9 nicht verkleben kann.
[0011] Wie in Fig. 3 angedeutet, kann das Klebeetikett 9 aber auch vom ausgestanzten, aber
noch in der Ausstanzung 8 verbleibenden Teil 12 abgedeckt werden, um ohne Trennlackschicht
auszukommen und die Umschläge 1 gefahrlos aufeinanderstapeln zu können. Dieser Teil
12 hängt dabei nur über Verbindungsstege 14, die die umfangseitige Stanzlinie 13
unterbrechen, lösbar in der Ausstanzung 8, so daß er jederzeit bei Bedarf entlang
der durch die Stanzlinie 13 gegebenen Sollreißlinie abgezogen werden kann. Um dabei
nicht ein Haftenbleiben am Etikett befürchten zu müssen, ist selbstverständlich für
ein entsprechendes Klebemittel und/oder ein vom Kleber abziehbares, nicht faserndes
Material des Stanzteiles 12 bzw. der Rückwand 3 oder des ganzen Umschlages 1 zu sorgen.
Ist der Teil 12 entfernt, liegt die Klebestelle des Klebeetiketts 9 frei und die Verschlußklappe
5 kann wieder durch Umklappen und Niederdrücken verschlossen werden.
[0012] Der Umschlag 1 läßt sich rationell und materialsparend herstellen, indem beispielsweise
ein einheitlicher Zuschnitt 1a vorgefertigt wird, der Vorderwand 2, Rückwand 3 und
Verschlußklappe 5 samt seitlichen Klebelaschen 15 umfaßt und bereits mit der Ausstanzung
8 und innenseitig mit dem Klebeetikett 9 und gegebenenfalls der Verbindungslackschicht
10 sowie außenseitig mit der Trennlackschicht 11 versehen ist (Fig. 2). Durch entsprechendes
Zusammenfalten und Zusammenkleben dieses Zuschnittes 1a entsteht auf rationelle Weise
ein Umschlag 1 (Fig. 1), der sich zudem durch seine die gesamte Vorderwand und Verschlußklappe
einbeziehende, ganzflächige Bedruckbarkeit auszeichnet. Selbstverständlich kann dabei
in der Rückwand 3 oder auch in der Vorderwand 2 ein oder mehrere Sichtfenster vorgesehen
sein und für die eigentliche Ausgestaltung des Umschlages und die Materialwahl besteht
an und für sich volle Freiheit.
1. Umschlag (1), insbesondere Fotolaborarbeitstasche, mit einer öffnungsseitig an
der einen Umschlagwand, der Vorderwand (2), angesetzten und zur anderen Umschlagwand,
der Rückwand (3), hin umklappbaren Verschlußklappe (5), die umgeklappt an der Rückwand
(3) mittels eines über eine Ausstanzung (8) geklebten Klebeetiketts (9) festklebbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstanzung (8) in der Rückwand (3) liegt und
das Klebeetikett (9) von der Umschlaginnenseite her über die offene Ausstanzung (8)
geklebt ist und daß die Vorderwand (2) an der Außenseite in ihrem der Ausstanzung
(8) gegenüberliegenden Bereich eine Trennlackschicht (11) aufweist.
2. Umschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein siliziumhältiger Kunstharzlack
die Trennlackschicht (11) bildet.
3. Umschlag (1), insbesondere Fotolaborarbeitstasche, mit einer öffnungsseitig an
der einen Umschlagwand, der Vorderwand (2), angesetzten und zur anderen Umschlagwand,
der Rückwand (3), hin umklappbaren Verschlußklappe (5), die umgeklappt an der Rückwand
(3) mittels eines über eine Ausstanzung (8) geklebten Klebeetiketts (9) festklebbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstanzung (8) in der Rückwand (3) liegt und
das Klebeetikett (9) von der Umschlaginnenseite her über die noch mit dem ausgestanzten
Teil (12) abgedeckte Ausstanzung (8) geklebt ist, wobei der ausgestanzte Teil (12)
durch die umfangseitige Stanzlinie (13) unterbrechende Verbindungsstege (14) lösbar
in der Ausstanzung hängt.
4. Umschlag nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der die Ausstanzung
(8) aufweisende Bereich der Rückwand (3) aus einem nichtfasernden Material besteht.
5. Umschlag nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußklappe
(5) an der Innenseite in ihrem auf die Ausstanzung (8) umklappbaren Bereich eine Folie
oder eine Verbindungslackschicht (10) trägt.
6. Umschlag nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Nitrocelluloselack die
Verbindungslackschicht (10) bildet.