(19)
(11) EP 0 421 976 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.04.1991  Patentblatt  1991/15

(21) Anmeldenummer: 90890233.1

(22) Anmeldetag:  02.08.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65D 85/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 05.10.1989 AT 2304/89

(71) Anmelder: PAKA VERPACKUNGEN Gesellschaft m.b.H.
A-4614 Marchtrenk (AT)

(72) Erfinder:
  • Lasinger, Manfred, Dipl.-Ing.
    A-4310 Mauthausen (AT)
  • Mayr, Johann
    A-4072 Alkoven (AT)
  • Obermayr, Manfred
    A-4511 Allhaming (AT)

(74) Vertreter: Hübscher, Heiner, Dipl.-Ing. et al
Spittelwiese 7
A-4020 Linz
A-4020 Linz (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Umschlag, insbesondere Fotolaborarbeitstasche


    (57) Ein Umschlag (1) weist eine öffnungsseitig an der einen Umschlagwand, der Vorderwand (2), angesetzte und zur anderen Umschlagwand, der Rückwand (3), hin umklappbare Verschlußklappe (5) auf, die umgeklappt an der Rückwand (3) mittels eines über eine Ausstanzung (8) geklebten Klebeetiketts (9) festklebbar ist.
    Um bei rationeller Herstellung einen durch die Ausstanzung (8) unbeeinträchtigten Bedruckungsbereich zu erhalten, liegt die Ausstanzung (8) in der Rückwand (3) und ist das Klebeetikett (9) von der Umschlaginnenseite her über die Ausstanzung (8) geklebt, wobei die Vorderwand (2) an der Außenseite in ihrem der Ausstanzung (8) gegen­überliegenden Bereich eine Trennlackschicht (11) aufweist oder der ausgestanzte Teil (12) durch die umfangseitige Stanzlinie (13) unterbrechende Verbindungsstege (14) lösbar in der Ausstanzung hängt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Umschlag, insbe­sondere Fotolaborarbeitstasche, mit einer öffnungsseitig an der einen Umschlagwand, der Vorderwand, angesetzten und zur anderen Umschlagwand, der Rückwand, hin umklapp­baren Verschlußklappe, die umgeklappt an der Ruckwand mittels eines über eine Ausstanzung geklebten Klebeeti­ketts festklebbar ist.

    [0002] Solche im wesentlichen aus Papier od. dgl. Material und mit oder ohne Sichtfenster hergestellten Umschläge dienen häufig als Fotolaborarbeitstaschen zur Aufnahme der in einem Fotolabor auszuarbeitenden Filme und Fotos, sie werden aber auch als Briefkuverts oder allgemein als Aufnahmetaschen für verschiedenste Gegenstände verwendet. Diese Umschläge sollen sich dabei durch einfaches Umklap­pen der Verschlußklappe schnell und sauber verschließen lassen und sie sollen auch, ohne ein Zusammenkleben be­fürchten zu müssen, einwandfrei und in beliebiger Anzahl übereinandergestapelt werden können. Wie aus dem DE-GM 78 34 984, der DE-PS 31 37 681 bzw. AT-PS 377 104, oder der CH-PS 356 077 und den US-PSen 3 079 066 und 3 256 941 hervorgeht, sind bisher bei den bekannten Umschlägen die Ausstanzungen in der Verschlußklappe oder dem als Verschluß dienenden Vorderwandteil angeordnet und die Klebeetikette außen über diese Ausstanzungen geklebt, so daß die Etikette bei auf- und zugeklappter Verschluß­klappe sichtbar sind und den optischen Eindruck der Umschläge beeinträchtigen. Vor allem aber wird durch die Etikette der Aufdruckbereich an der Vorderwand geschmälert, was gerade bei der Verwendung als Foto­laborarbeitstasche recht unerwünscht ist, da hier neben Informationen und Felder zur Beschriftung u. dgl. mög­lichst großflächige Werbeaufdrucke Platz finden sollen. Abgesehen davon, müssen die Klebeetikette an ihrer Rück­seite, also an der Umschlagaußenseite, durch Silikon­beschichtung od. dgl. speziell präpariert sein, damit beim Aufeinanderstapeln der Umschläge ein Zusammenkleben der dann übereinander liegenden Etikette verhindert wird. Diese speziellen Klebeetikette sind aber relativ teuer und erhöhen den gesamten Herstellungsaufwand. Um außerdem einen mehrmals verwendbaren Klebeverschluß zu erreichen, besteht bei den bekannten Umschlägen zumindest die Rück­wand aus einer Kunststoffolie od. dgl., was den Material- und Kostenaufwand bei der Umschlagherstellung weiter steigert.

    [0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und einen Umschlag der eingangs geschilderten Art zu schaffen, der sich rationell fertigen läßt und der sich darüber hinaus durch einen die Vorder­wand samt Verschlußklappe ganzflächig erfassenden etikett­freien Aufdruckbereich auszeichnet.

    [0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Ausstan­zung in der Rückwand liegt und das Klebeetikett von der Umschlaginnenseite her über die offene Ausstanzung geklebt ist und daß die Vorderwand an der Außenseite in ihrem der Ausstanzung gegenüberliegenden Bereich eine Trenn­lackschicht aufweist, wobei vorteilhafterweise ein sili­ziumhältiger Kunstharzlack die Trennlackschicht bildet. Die Anordnung der Ausstanzung in der Rückwand macht die gesamte Vorderwand zusammen mit der Verschlußklappe voll­ kommen frei und ermöglicht ganzflächige Aufdrucke. Die an der Rückwand vorgesehene Ausstanzung mit dem innen­liegenden Etikett bietet auch bei offener Verschlußklappe ein ordentliches Bild und als Etikette können herkömmliche Etikette ohne jegliche Behandlung der Rückseite verwendet werden. Der im Zuge der Umschlagherstellung oder Bedruk­kung ohne Schwierigkeiten aufzubringende Trennlack im der Ausstanzung gegenüberliegenden Bereich an der Vorder­wandaußenseite gewährleistet das klebefreie Aufeinander­stapeln beliebig vieler Umschläge, da dieser Trennlack eine abstoßende Wirkung zeigt und sich nicht mit dem Kleber des Etiketts verbindet. Zusätzlich verhindert dabei die Wandstärke der Rückwand ein unmittelbar flächi­ges Aufeinanderdrücken des aufliegenden Umschlages auf die Klebeschicht der innerhalb der Rückwand liegenden Etikette, wodurch ein Haftenbleiben der aufeinandergesta­pelten Umschläge ausgeschlossen ist. Der Trennlack selbst ist durchsichtig, läßt sich beschreiben und bedrucken, so daß er unabhängig vom Zeitpunkt seines Aufbringens keinerlei Beeinträchtigung der Vorderwandgestaltung mit sich bringt.

    [0005] Zur Vermeidung der Trennlackschicht kann nach einer anderen Ausgestaltung der Erfindung das Klebeetikett von der Umschlaginnenseite her auch über die noch mit dem ausgestanzten Teil abgedeckte Ausstanzung geklebt sein, wobei der ausgestanzte Teil durch die umfangseitige Stanzlinie unterbrechende Verbindungsstege lösbar in der Ausstanzung hängt. Dieser vorerst noch vorhandene Stanzteil deckt somit das Klebeetikett nach außen hin ab, so daß es keine freie Klebestelle mehr gibt und die Umschläge beliebig und vollkommen gefahrlos aufeinander stapelbar sind. Erst bei Bedarf wird der Stanzteil ab­gezogen, was durch die eine Sollreißlinie bildende, nur von den Verbindungsstegen unterbrochene Stanzlinie sauber und mit einem Griff möglich ist, und der Umschlag kann ordnungsgemäß verschlossen werden. Damit es hier zu keinem Haftenbleiben von Materialfasern od. dgl. am Klebeetikett kommen kann, besteht vorzugsweise der Umschlag, zumindest aber der die Austanzung aufweisende Rückwandbereich aus einem nichtfasernden Papier od. dgl. Material.

    [0006] Um einen mehrmalig verwendbaren Klebeverschluß sicherzu­stellen, trägt erfindungsgemäß die Verschlußklappe an der Innenseite in ihrem auf die Ausstanzung umklappbaren Bereich eine Folie oder eine Verbindungslackschicht, so daß sich die Klappe auf jeden Fall und unabhängig vom übrigen Umschlagmaterial rückstandsfrei von dem Kle­beetikett lösen läßt und ein mehrmaliges, einwandfreies Schließen und Öffnen der Verschlußklappe gewährleistet ist. Als Verbindungslack eignen sich herkömmliche Über­druck-Verbindungslacke, vorzugsweise ein Nitrocellulose­lack, wobei auch hier durch die Kleinflächigkeit der Folie oder der Verbindungslackschicht der Material- und Herstellungsaufwand minimal bleibt. Werden die Umschläge aus einem zusammenhängenden, Vorder- und Rückwand samt Verschlußklappe und eventuell anschließendem Abreißstrei­fen bildenden Zuschnitt hergestellt, der durch Falten und seitliches Verkleben den gewünschten Umschlag ergibt, kann rationell bei der Herstellung des Zuschnittes auch die Ausstanzung vorgefertigt und vor dem Zusammenfalten problemlos die Klebeetikette bzw. Folienstückchen und die Lackschichten an den ihnen zugeordneten Stellen auf­gebracht werden, wodurch eine materialsparende, besonders wirtschaftliche Umschlagherstellung möglich ist.

    [0007] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispiels­weise veranschaulicht, und zwar zeigen

    Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Umschlag mit geöffneter Verschlußklappe in Rückansicht,

    Fig. 2 den Zuschnitt dieses Umschlages in innenseitiger Ansicht und

    Fig. 3 ein anderes Ausführungsbeispiel eines erfindungs­gemäßen Umschlages ebenfalls in Rückansicht.



    [0008] Ein Umschlag 1 besteht aus einer Vorderwand 2 und einer Rückwand 3, wobei an der Vorderwand 2 eine über die Öffnung 4 des Umschlages hochragende Verschlußklappe 5 angesetzt ist, von der mittels einer Perforationslinie 6 ein Abreißstreifen 7 abtrennbar sein kann. In der Rück­wand 3 ist knapp unterhalb der die Öffnung 4 bildenden Randkante eine Ausstanzung 8 vorgesehen, über die von der Umschlaginnenseite her ein Klebeetikett 9 geklebt ist, so daß der klebende Bereich innerhalb der Ausstanzung 8 zum Festkleben der zur Rückwand 3 hin umklappbaren Verschlußklappe 5 genutzt werden kann.

    [0009] Im auf die Ausstanzung 8 umklappbaren Bereich an der Innenseite der Verschlußklappe 5 ist eine Schicht 10 aus Verbindungslack oder einer Folie aufgebracht, so daß sich die Verschlußklappe 5, auch wenn sie aus fa­serndem Material besteht, mehrmals ohne Verlust der Klebewirkung schließen und wieder öffnen läßt.

    [0010] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 ist die Aus­stanzung 8 von vornherein offen und daher das Klebeeti­kett 9 von außen zugänglich. Um hier ein gegenseitiges Festkleben aufeinandergestapelter Umschläge 1 zu ver­hindern, ist an der Vorderwand 2 außenseitig im der Aus­stanzung 8 gegenüberliegenden Bereich eine Trennlack­schicht 11 aufgetragen, die eine kleberabstoßende Wirkung besitzt und daher mit dem Klebeetikett 9 nicht verkleben kann.

    [0011] Wie in Fig. 3 angedeutet, kann das Klebeetikett 9 aber auch vom ausgestanzten, aber noch in der Ausstanzung 8 verbleibenden Teil 12 abgedeckt werden, um ohne Trenn­lackschicht auszukommen und die Umschläge 1 gefahrlos aufeinanderstapeln zu können. Dieser Teil 12 hängt dabei nur über Verbindungsstege 14, die die umfangseitige Stanz­linie 13 unterbrechen, lösbar in der Ausstanzung 8, so daß er jederzeit bei Bedarf entlang der durch die Stanz­linie 13 gegebenen Sollreißlinie abgezogen werden kann. Um dabei nicht ein Haftenbleiben am Etikett befürchten zu müssen, ist selbstverständlich für ein entsprechendes Klebemittel und/oder ein vom Kleber abziehbares, nicht faserndes Material des Stanzteiles 12 bzw. der Rückwand 3 oder des ganzen Umschlages 1 zu sorgen. Ist der Teil 12 entfernt, liegt die Klebestelle des Klebeetiketts 9 frei und die Verschlußklappe 5 kann wieder durch Umklappen und Niederdrücken verschlossen werden.

    [0012] Der Umschlag 1 läßt sich rationell und materialsparend herstellen, indem beispielsweise ein einheitlicher Zu­schnitt 1a vorgefertigt wird, der Vorderwand 2, Rück­wand 3 und Verschlußklappe 5 samt seitlichen Klebelaschen 15 umfaßt und bereits mit der Ausstanzung 8 und innen­seitig mit dem Klebeetikett 9 und gegebenenfalls der Verbindungslackschicht 10 sowie außenseitig mit der Trennlackschicht 11 versehen ist (Fig. 2). Durch ent­sprechendes Zusammenfalten und Zusammenkleben dieses Zuschnittes 1a entsteht auf rationelle Weise ein Umschlag 1 (Fig. 1), der sich zudem durch seine die gesamte Vorder­wand und Verschlußklappe einbeziehende, ganzflächige Bedruckbarkeit auszeichnet. Selbstverständlich kann dabei in der Rückwand 3 oder auch in der Vorderwand 2 ein oder mehrere Sichtfenster vorgesehen sein und für die eigentliche Ausgestaltung des Umschlages und die Materialwahl besteht an und für sich volle Freiheit.


    Ansprüche

    1. Umschlag (1), insbesondere Fotolaborarbeitstasche, mit einer öffnungsseitig an der einen Umschlagwand, der Vorderwand (2), angesetzten und zur anderen Umschlagwand, der Rückwand (3), hin umklappbaren Verschlußklappe (5), die umgeklappt an der Rückwand (3) mittels eines über eine Ausstanzung (8) geklebten Klebeetiketts (9) fest­klebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstanzung (8) in der Rückwand (3) liegt und das Klebeetikett (9) von der Umschlaginnenseite her über die offene Ausstanzung (8) geklebt ist und daß die Vorderwand (2) an der Außen­seite in ihrem der Ausstanzung (8) gegenüberliegenden Bereich eine Trennlackschicht (11) aufweist.
     
    2. Umschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein siliziumhältiger Kunstharzlack die Trennlack­schicht (11) bildet.
     
    3. Umschlag (1), insbesondere Fotolaborarbeitstasche, mit einer öffnungsseitig an der einen Umschlagwand, der Vorderwand (2), angesetzten und zur anderen Umschlagwand, der Rückwand (3), hin umklappbaren Verschlußklappe (5), die umgeklappt an der Rückwand (3) mittels eines über eine Ausstanzung (8) geklebten Klebeetiketts (9) fest­klebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstanzung (8) in der Rückwand (3) liegt und das Klebeetikett (9) von der Umschlaginnenseite her über die noch mit dem ausgestanzten Teil (12) abgedeckte Ausstanzung (8) geklebt ist, wobei der ausgestanzte Teil (12) durch die umfang­seitige Stanzlinie (13) unterbrechende Verbindungsstege (14) lösbar in der Ausstanzung hängt.
     
    4. Umschlag nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der die Ausstanzung (8) aufweisende Bereich der Rückwand (3) aus einem nichtfasernden Material be­steht.
     
    5. Umschlag nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußklappe (5) an der Innenseite in ihrem auf die Ausstanzung (8) umklappbaren Bereich eine Folie oder eine Verbindungslackschicht (10) trägt.
     
    6. Umschlag nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Nitrocelluloselack die Verbindungslackschicht (10) bildet.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht