[0001] Die Neuerung betrifft ein gestanztes Strickwerkzeug für Textilmaschinen, insbesondere
Strick- und Wirkmaschinen, mit einem Schaft, der wenigstens einen Fuß trägt und zumindest
einen mit einem schwingungsdämpfenden Kunststoff gefüllten Freiraum aufweist, dessen
Kunststoffüllung mit dem Schaft fest verbunden ist.
[0002] Unter Strickwerkzeugen sind dabei Zungennadeln, Spitzennadeln, Schiebernadeln, Nadeln
ohne Zungen, Platinen u. dgl. zu verstehen.
[0003] Um die bei zunehmender Strickgeschwindigkeit immer häufig auftretenden Haken- bzw.
Kopfbrüche zu vermeiden oder zumindest in ihrer Häufigkeit herabzusetzen und damit
die Lebensdauer der Strickwerkzeuge entsprechend zu verlängern, ist es aus der DE-PS
28 20 925 bekannt, Wenigstens einen an den Fuß gekoppelten, leicht biegsamen Steg
im Schaft vorzusehen und so die durch die Schloßteile der Maschine in den Fuß eingeleitete
Stoßenergie in Biegearbeit umzuwandeln. Dieser schmale Steg weist eine Höhe von höchstens
1,1 mm auf und ist deshalb bei einer Länge von beispielsweise mehr als 8 mm hochelastisch.
Zur Erhöhung der Stabilität solcher einen stark gedämpft schwingungsfähigen Schaft
aufweisender Strickwerkzeuge ist es aus der DE-OS 30 14 751 bekannt, im Schaft einen
weiteren, an den Fuß angekoppelten, leicht biegbaren Steg vorzusehen, der gemeinsam
mit dem vorerwähnten oberen Steg und mit von der Schaftoberkante zur Schaftunterkante
durchgehenden Führungsteilen zumindest einen Freiraum begrenzt. Alle diese Strickwerkzeuge
haben sich in der Praxis hervorragend bewährt.
[0004] Aus der DE-PS 33 14 809 ist eine Weiterbildung dieser Strickwerkzeuge in dem Sinne
bekannt geworden, daß zumindest ein in dem Schaft vorhandener randseitig geschlossener
oder randoffener Freiraum mit einem schwingungsdämpfenden Kunststoff ausgefüllt ist,
der mit dem anschließenden Schaft fest verbunden ist. Diese Freiräume sind quer zur
Schaftlängsachse gerichtete Durchbrüche oder Ausnehmungen in dem Schaft, die gegebenenfalls
randseitig mit Profilierungen etc. ausgebildet sind, um damit eine feste Verankerung
der Kunststoffüllung zu gewährleisten. Durch die Kombination zwischen dem Kunststoff
und den erwähnten, leicht biegbaren Stegen, die eine Höhe von höchstens 1,1 mm aufweisen,
wird, wie sich gezeigt hat, das Schwingungsverhalten der Stege derart günstig beeinflußt,
daß sich eine weitere Erhöhung der Strickgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Verlängerung
der Lebensdauer der Strickwerkzeuge erzielen läßt.
[0005] Wegen der von Breitseite zu Breitseite des Schaftes durchgehenden, den jeweiligen
Freiraum bildenden Durchbrüche oder Ausnehmungen kann die Verankerung des den Freiraum
ausfüllenden Kunststoffs nur an den Berandungsflächen des jeweiligen Freiraumes erfolgen,
die wegen der geringen Dicke des Schaftes notwendigerweise schmal sind. Dieses Problem
kann technisch einwandfrei gelöst werden, doch sind dazu gegebenenfalls besondere
Maßnahmen hinsichtlich der Randgestaltung erforderlich (vgl. beispielsweise DE-PS
37 06 856).
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Neuerung die Aufgabe zugrunde, ein
für hohe Strickgeschwindigkeiten eingerichtetes Strickwerkzeug der eingangs genannten
Art weiter in dem Sinne zu verbessern, daß es unter Beibehaltung der geschilderten
vorteilhaften Eigenschaften bei der Massenfabrikation einfachere Verhältnisse hinsichtlich
der Verankerung des den jeweiligen Freiraum in dem Schaft ausfüllenden Kunststoffs
aufweist.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist das Strickwerkzeug neuerungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
daß der Schaft, ausgehend von der Schaftober- und/oder der Schaftunterkante in seiner
Längsrichtung zumindest bereichsweise mit wenigstens einer schlitzartigen Vertiefung
versehen ist, durch die der mit dem Kunststoff gefüllte Freiraum gebildet ist.
[0008] In dieser schlitzartigen Vertiefung findet der Kunststoff an allen Seiten Halt, so
daß ohne weiteres eine hervorragende Verankerung an dem metallischen Schaft gewährleistet
ist. Die die Freiräume bildenden Vertiefungen können mit entsprechend gestalteten
Schlitzfräsern problemlos hergestellt werden. Bei einem einen Vollschaft aufweisenden
Strickwerkzeug ist die Vertiefung beidseitig durch relativ dünne Schaftwangen begrenzt,
die das Strickwerkzeug elastisch halten, so daß in Verbindung mit dem die Vertiefung
ausfüllenden schwingungsdämpfenden Kunststoff die eingangs erläuterten vorteilhaften
Eigenschaften, d.h. geringe Haken- bzw. Kopfbruchhäufigkeit und lange Lebensdauer
bei hoher Strickgeschwindigkeit erhalten oder sogar noch weiter verbessert werden.
[0009] Der Schaft kann mit Vorteil wenigstens einen, zumindest bereichsweise von der Schaftober-
zur Schaftunterkante durchgehenden Freiraum aufweisen, der beispielsweise auf zumindest
einer Seite wenigstens einen vor- oder zurückspringenden Bereich hat, so daß sich
noch zusätzlich eine formschlüssige Verankerung des Kunststoffmaterials ergibt.
Auch ist das Einpressen des Kunststoffs in eine solche durchgehende schlitzartige
Vertiefung besonders einfach. Grundsätzlich sind aber auch Ausführungsformen denkbar,
bei denen der Schaft wenigstens einen bodenseitig geschlossenen Freiraum aufweist,
der dann eben lediglich von seiner Öffnung an der Schaftober- oder der Schaftunterkante
aus mit dem Kunststoff befüllt wird.
[0010] Bei einem Strickwerkzeug, dessen Schaft wenigstens zwei von der Schaftoberkante zur
Schaftunterkante durchgehende Führungsteile aufweist, die durch schmale Stege miteinander
verbunden sind, durch die gemeinsam mit den Führungsteilen ein mit dem Kunststoff
gefüllter Freiraum begrenzt ist, ist neuerungsgemäß die Anordung mit Vorteil derart
getroffen, daß eine schlitzartige Vertiefung der beschriebenen Art im Bereiche wenigstens
eines Steges angeordnet ist, dessen so gebildeter Freiraum ebenfalls mit Kunststoff
gefüllt ist.
[0011] Die Höhe des Steges kann von den Schaftabmessungen unter Berücksichtigung des zu
erzielenden gedämpften Schwingungsverhaltens abhängig sein; sie beträgt bei den bevorzugten
Ausführungsformen jedoch höchstens 1,1 mm.
[0012] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Neuerung dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Strickwerkzeug gemäß der Neuerung in der Ausbildung mit einem Vollschaft
im Ausschnitt, in einer Seitenansicht, teilweise aufgebrochen längs der Linie I-I
der Fig. 2, in dem Zustand ohne Kunststoffüllung,
Fig. 2 das Strickwerkzeug nach Fig. 1, geschnitten längs der Linie II-II der Fig.
1,
Fig. 3 das Strickwerkzeug nach Fig. 1 in dem Zustand mit eingebrachter Kunststoffüllung,
teilweise aufgebrochen, gemäß der Linie III-III der Fig. 4, in einer Darstellung entsprechend
Fig. 1,
Fig. 4 das Strickwerkzeug nach Fig. 3, geschnitten längs der Linie IV-IV der Fig.
3,
Fig. 5 ein Strickwerkzeug gemäß der Neuerung in einer anderen Ausführungsform des
Schaftes mit an den Steuerfuß angekoppelten Stegen, im Ausschnitt, in einer Seitenansicht,
Fig. 6 das Strickwerkzeug nach Fig. 5, geschnitten längs der Linie V-V der Fig. 5,
Fig. 7 das Strickwerkzeug nach Fig. 5, teilweise auf gebrochen gemäß der Linie VII-VII
der Fig. 8, in einer Seitenansicht und
Fig. 8 das Strickwerkzeug nach Fig. 7, geschnitten längs der Linie VIII-VIII der Fig.
7.
[0013] Von dem in den Fig. 1 und 5 in zwei verschiedenen Ausführungsformen dargestellten,
aus einem Stahlband ausgestanzten Strickwerkzeug ist lediglich der Schaft 1 veranschaulicht,
der bei beiden Ausführungsformen jeweils einen angeformten Fuß 2 trägt. Das Strickwerkzeug
ist beispielsweise eine Zungennadel, deren (nicht dargestellter) Hals- und Kopfteil
in an sich bekannter Weise ausgebildet ist.
[0014] Bei der ersten Ausführungsform nach den Fig. 1 bis 4 ist der Schaft 1 als sogenannter
Vollschaft ausgeführt. Er ist in dem Bereich vor dem Fuß 2 mit wenigstens einer
in Schaftlängsrichtung sich erstreckenden schlitzartigen Vertiefungen 3 versehen,
die auf den aus Fig. 1 ersichtlichen Schaftbereich beschränkt ist. Die schlitzartige
Vertiefung 3 geht von der Schaftoberkante 4 bis zu der Schaftunterkante (Schaftrücken)
5 durch; sie ist symmetrisch zu der in Fig. 2 bei 6 angedeuteten Längsmittelebene
des Schaftes 1 angeordnet und wurde, wie die Fig. 1, 3 erkennen lassen, mit geeigneten
Schlitzfräsern, ausgehend von der Schaftoberkante 4 und der Schaftunterkante 5, eingefräst.
Aus diesem Grunde ist die schlitzartige Vertiefung 3 an ihren beiden Stirnseiten durch
zwickelartige Materialvorsprünge 7 begrenzt, die in den von der Vertiefung 3 in dem
Schaft 1 ausgebildeten Freiraum ragen.
[0015] Dieser Freiraum ist mit einem in Fig. 3, 4 mit 8 bezeichneten Kunststoffmaterial
vollständig ausgefüllt, das eben mit der Schaftoberkante 4 und der Schaftunterkante
5 abschließt und das mit dem den Freiraum begrenzenden Schaftmaterial fest verbunden
ist. Die den von der schlitzartigen Vertiefung 3 gebildeten Freiraum breitseitig begrenzenden
stehengebliebenen Schaftwangen 9 sind verhältnismäßig dünn, so daß sich eine hohe
elastische Biegsamkeit des Schaftes 1 ergibt, die durch das den Freiraum ausfüllende
Kunststoffmaterial 8 gedämpft ist.
[0016] In den Fig. 1, 3 ist lediglich eine schlitzartige Vertiefung 3 dargestellt. Es sind
Ausführungsformen denkbar, bei denen mehrere solcher Vertiefungen 3 vorgesehen sind,
die auch vor und hinter dem Fuß angeordnet sein können. Auch kann es in bestimmten
Fällen zweckmäflig sein, die schlitzartige Vertiefung 3 nicht von der Schaftoberkante
4 bis zur Schaftunterkante 5 durchzuführen, sondern sie,ausgehend von der Schaftoberkante
4 bzw. der Schaftunterkante 5, nur bis zu einer bestimmten Tiefe, die kleiner als
die Schafthöhe ist, reichen zu lassen, derart, daß die schlitzartige Vertiefung 3
einen bodenseitig geschlossenen Freiraum bildet, der mit dem Kunststoff 8 oder 80
ausgefüllt ist.
[0017] Bei der zweiten Ausführungsform nach den Fig. 5 bis 8 weist der Schaft 1 von der
Schaftoberkante 4 bis zur Schaftunterkante 5 durchgehende Führungsteile 10, 11, 12
auf, die jeweils durch zwei parallele, einander gegenüberliegende schmale Stege 13,
14 miteinander verbunden sind, von denen die Stege 13 an der Schaftoberkante 4 und
die Stege 14 an der Schaftunterkante 5 liegen.
[0018] Die Stege 13, 14, deren Höhe vorzugsweise höchstens 1,1 mm beträgt und die in der
Regel länger als 8 mm sind, begrenzen gemeinsam mit den Führungsteilen 10, 11 bzw.
10, 12 jeweils einen länglichen Durchbruch 15 bzw. 16, der randseitig geschlossen
und mit Kunststoff 80 gefüllt ist. Der Kunststoff 80 ist randseitig mit der Berandung
des Durchbruches 15 bzw. 16 fest verbunden; er füllt den von dem Durchbruch gebildeten
Freiraum vollständig aus.
[0019] Bei dieser Ausführungsform sind im Bereiche der beiden Durchbrüche 15, 16 zwei schlitzartige
Vertiefungen 30 in dem Schaft 1 ausgebildet, die sich ebenfalls in Schaftlängsrichtung
erstrecken und symmetrisch zu der Längsmittelebene 6 (Fig. 6) des Schaftes angeordnet
sind. Die beiden schlitzartigen Vertiefungen 30 durchdringen die oberen Stege 13 und
verlaufen durch die unteren Stege 14, ohne daß sie im Bereiche der Schaftunterkante
5 aus dem Schaft 1 austreten. Ihr Umriß ist in Fig. 5 gestrichelt angedeutet und in
seiner genauen Formgebung aus Fig. 7 zu ersehen. Die schlitzartigen Vertiefungen 30
sind wiederum mit dem Kunststoff 80 gefüllt, der in die Kunststoffüllung der Durchbrüche
15, 16 übergeht. Wie aus Fig. 7 hervorgeht, sind die schlitzartigen Vertiefungen stirnseitig
wieder profiliert, derart, daß in den von den Vertiefungen 30 jeweils gebildeten Freiraum
vorragende zwickelartige Bereiche7 und hinterschnittene Bereiche 17 vorhanden sind,
die eine formschlüssige Verankerung der gesamten Kunststoffüllung bewirken.
[0020] Alternativ könnte wenigstens eine der schlitzartigen Vertiefungen 30 sich auch durch
den unteren Steg 14 erstrecken und damit im Bereiche der Schaftunterkante 5 öffnen.
Jede der schlitzartigen Vertiefungen 30 erstreckt sich im wesentlichen über die gesamte
Länge des von ihr durchdrungenen Steges 13. Sie ist mit einem Schlitzfräser in den
Schaft 1 eingefräst und damit zumindest teilweise im Bereich ihrer seitlichen Berandung
kreisförmig gekrümmt.
[0021] Eine typische Schaftdicke für die beschriebenen Strickwerkzeuge beträgt ca. 0,4
mm. Die Breite der schlitzartigen Vertiefung 3 bzw. 30 liegt jeweils bei ca. einem
Drittel der Schaftdicke, wenngleich naturgemäß auch andere Breiten-/Dickenverhältnisse
denkbar sind. Als Kunststoff für die Kunststoffüllung 8 bzw. 80 kommt insbesondere
ein Polyamid in Frage.
1. Gestanztes Strickwerkzeug für Textilmaschinen, insbesondere Strick- und Wirkmaschinen,
mit einem Schaft, der wenigstens einen Fuß trägt und zumindest einen mit einem schwingungsdämpfenden
Kunststoff gefüllten Freiraum aufweist, dessen Kunststoffüllung mit dem Schaft fest
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (1), ausgehend von der Schaftoberund/oder
der Schaftunterkante (4, 5) in seiner Längsrichtung zumindest bereichsweise mit einer
schlitzartigen Vertiefung (3; 30) versehen ist, durch die der mit dem Kunststoff
(8; 80) gefüllte Freiraum gebildet ist.
2. Strickwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das der Schaft (1) wenigstens
einen, zumindest bereichsweise von der Schaftober- (4) zur Schaftunterkante (5) durchgehenden
Freiraum (3) aufweist.
3. Strickwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft
(1) wenigstens einen bodenseitig geschlossenen Freiraum (30) aufweist.
4. Strickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dessen Schaft wenigstens
zwei von der Schaftoberkante zur Schaftunterkante durchgehende Führungsteile aufweist,
die durch schmale Stege miteinander verbunden sind, durch die gemeinsam mit den Führungsteilen
wenigstens ein mit dem Kunststoff gefüllter Freiraum begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet,
das eine schlitzartige Vertiefung (30) im Bereiche wenigstens eines Steges (13) angeordnet
ist, dessen so gebildeter Freiraum ebenfalls mit Kunststoff gefüllt ist.