[0001] Die erfindung betrifft ein Sprungrettungsgerät mit einer aus aufblasbaren, biegsamen
Schläuchen gebildeten, fachwerk- oder gerüstartigen Halterung und einem der Halterung
zugeordneten Bezug, der oben ein die Aufsprungfläche bildendes, zugfestes Tuch aufweist
und das Gerät seitlich und unten abschliesst, wobei der Bezug einen oder mehrere luftgefüllte
Hohlräume umschliesst und mit mehreren Luftdurchtrittsöffnungen als Drosselstellen
aufweist und wobei die Halterung derart nachgiebig verformbar ist, dass nach einer
Belastung durch einen Aufsprung das Gerät bzw. der Bezug wieder in seine ursprüngliche
Gestalt unter Straffung des Bezuges überführbar sind, wobei weiterhin die Halterung
einen oberen und einen unteren, durch Stützen verbundenen, umlaufenden Rahmen aufweist.
[0002] Bei den bekannten Geräten dieser Art ist der Bezug keine geschlossene Hülle, vielmehr
werden dabei die zwischen den Stützen und Rahmen befindlichen Öffnungen durch nachträglich
angebrachte, angehaftete Planen geschlossen. Demgemäss wird bei der Herstellung dieser
Geräte zunächst die Halterung erstellt; es erfolgt dann das Zuschneiden der Planen,
deren Ränder mit der Halterung durch Haftung verbunden werden müssen. Hierdurch bedingt
sind die Haftnähte äusseren Einflüssen ausgesetzt; es kann u.a. bei Brandeinsätzen
und erhöhter Wärmeeinwirkung zu Beschädigungen an diesen Nähten kommen, insb. aber
auch an den Längsnähten, die zur Erstellung der aus Schlauchkörpern bestehenden Halterung
erforderlich sind.
[0003] Aufgrund der Erfindung sollen diese Nachteile vermieden werden. Es wird somit ein
Gerät angestrebt, bei dem die erwähnten Verbindungsnähte geschützt sind. Ausserdem
soll erreicht werden, dass bei dennoch eintretenden Beschädigungen die Halterung und
der Bezug ausgewechselt werden können.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass die Halterung einerseits
und der Bezug andererseits für sich hergestellte, austauschbare Bestandteile des Gerätes
sind, dass die Steifigkeit ( Hüllsteifigkeit ) des Gerätes durch die von innen gegen
den geschlossenen Bezug einwirkende Halterung bewirkt ist und dass ferner der Bezug
mit dem oberen Rahmen der Halterung an der Innenseite des Gerätes verbunden ist.
[0005] Demgemäss wird nach Fertigstellung der Halterung und des Rahmens der Rahmen in den
hüllenartigen Bezug eingebracht. Mit dem Aufblasen der Halterung legt sich diese mit
Spannnung innen an die Hülle an, worauf z.B. über einen verschliessbaren Schlitz
in der Hülle von einer Bedienungsperson die vorzugsweise lösbare Verbindung zwischen
der Hülle und dem oberen Rahmen der Halterung hergesetllt wird. Bei einem solchen
Gerät ist einerseits die Gebrauchstüchtigkeit sichergestellt, obwohl die Halterung
und der hüllenartige Bezug separate Teile sind, und andererseits ist gewährleistet,
dass die äussere Hülle die zu schützenden Nähte und Haftverbindungen auch dann ausreichend
schützt, wenn das Gerät bei Brandeinsätzen höheren Temperaturen ausgesetzt ist.
[0006] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Zeichnung dargestellt, in der
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist. Es zeigen :
Fig. 1 ein Sprungrettungsgerät in schaubildlicher, vereinfachter Darstellung,
Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie II - II von Fig. 1,
Fig. 3 eine Teilansicht des Gerätes gemäss Fig. 1 in Richtung des Pfeiles III gesehen,
jedoch nur die rechte Ecke dieser Ansicht und
Fig. 4 einen Teilschnitt nach der Linie IV - IV von Fig. 2.
[0007] Das Gerät hat eine etwa quadratische Aufsprungfläche 1, es soll im Sinne des Pfeiles
2 im wesentlichen mittig beaufschlagt werden. Breite und Länge des Gerätes betragen
etwa 3 - 4 m. Die Höhe des Gerätes ist etwa 1.5 - 2 m. Wenngleich diese Masse besonders
praxisgerecht sind, so können dennoch Abweichungen, insb. auch bezüglich der Grundrissgestalt
möglich sein. Das Gerät kann auch mit Traggriffen, ferner mit Markierungen für den
Aufsprung ausgestattet sein
[0008] Das Gerät besteht im wesentlichen aus einem hüllenartigen Bezug 3 und einer von diesem
eng umschlossenen Halterung 4. Diese Hauptbestandteile des Gerätes werden für sich
hergestellt und aus einem zugfesten,luftundurchlässigen Tuch oder Stoff gefertigt.
Dabei geht man von ebenen Teilen aus, die durch Nähte oder Überlappungen verbunden
und z.B. durch eine bei a in Fig. 4 wiedergegebene Überlappung zu einem Schlauchkörper
geformt sind.
[0009] Die Halterung 4 besteht ihrerseits aus biegsamen, aufblasbaren Schlauchkörpern,
und zwar einem unteren quadradtischen Rahmen 5 und einem oberen ebenfalls waagerechten,quadratischen
Rahmen 6. In den Ecken der Rahmen 5, 6 befinden sich senkrechte Stützen 7 ( alle Bestandteile
der Halterung 4 sind in Fig. 1 durch gestrichelte Linien abgedeutet ). Es versteht
sich, dass alle vorgenannten Teile der Halterung 4 untereinander in Verbindung stehen,
also durch ein an einer Stelle befindliches Ventil aufgeblasen werden können.
[0010] Der hüllenartige Bezug 3 hat ein die Aufsprungfläche 1 bildendes waagerechtes Tuch
8, Seitenwände 9 und einen Boden 1o.
[0011] Aus federungstechnischen Gründen befindet sich innerhalb des Hohlraumes 11 des Gerätes
etwa auf halber Höhe eine waagerechte Querwand 12, zudem sind der Bezug 3 bzw. die
Seitenwände 9 beidseitig im Bereich jeder Stütze 7 mit eine senkrechte Reihe bildenden
Öffnungen 13 versehen, die beim Auftreffen eines zu Rettenden Luft ausströmen und
Luft wieder einströmen lassen, wenn der Rettende das Gerät verlassen hat und aufgrund
der in der Halterung 4 gespeicherten Rückstellkraft das Gerät sich wieder aufrichtet
und schliesslich seine Gestalt gemäss Fig. 1 wieder einnimmt.
[0012] Im Bereich einer Stütze 7 ist ein senkrechter, sich etwa über die Höhe der Seitenwände
9 erstreckender Schlitz 14 in dieser Seitenwand, der mittels Reissverschluss geöffnet
und verschlossen werden kann. Ist der Schlitz 14 geöffnet und sind die Schlauchkörper
der Halterung 4 aufgeblasen, so kann ein Monteur das Innere des Gerätes betreten,
um dort die nachstehend noch beschriebenen Verbindungsmittel zwischen der Halterung
4 und dem Bezug 3 betätigen und auch die Querwand 12 installieren zu können.
[0013] Um die Funktion des Gerätes zu verbessern, sind der Rahmen 5 seitlich aussen oben
und der Rahmen 6 seitlich aussen unten mit streifenförmigen Laschen 15 an einer oder
Zwei Stellen zwischen den Stützen versehen, denen innen liegende Befestigungsstreifen
16 an den Seitenwänden 9 zugeordnet sind. Diese Laschen und Streifen werden durch
Kordeln oder dgl. ggfs auch schmale Streifen lösbar miteinander verbunden, die in
der Zeichnung nicht näher dargestellt sind. Damit wird verhindert, dass die lose aufeinander
liegenden Teile der Halterung 4 und des Bezuges 3 nicht verrutschen können, wenn die
Verformung durch Aufsprung erfolgt und später die Rückverformung ststtfindet. Die
Stützen 9 hingegen sollen vorzugsweise nicht angebunden sein, damit eine freie Verformung
stattfinden kann. Auch genügt ggfs. eine nur am oberen Rahmen 6 angeordnete Befestigung
im obigen Sinne.
[0014] Die Querwand 12 ist im Bereich der Stützen 7 ausgespart und berührt im übrigen nur
die Seitenwände 9, mit denen sie durch Reissverschlüsse 17 lösbar verbunden ist. Diese
Querwand 12 verhindert im weiteren auch ein übertriebenes seitliches Ausbeulen beim
Aufsprung, hat also eine Doppelwirkung ( neben der federungstechnisch günstigen Hintereinanderschaltung
von zwei Luftkissen ).
[0015] In der schützenden Hülle, nämlich dem Bezug 3, kann auch das für die unter Überdruck
stehende Halterung 4 erforderliche Überdruckventil angeordnet sein. Zudem sollte
der Bezug 3 mit einer kleiner Ausnehmung versehen sein, um von dort das Aufblasventil
für die Halterung 4 zugänglich zu machen.
1. Sprungrettungsgerät mit einer aus aufblasbaren, biegsamen Schläuchen gebildeten,
fachwerkartig oder gerüstartigen Halterung und einem Bezug, der oben ein die Aufsprungfläche
bildendes, zugfestes Tuch aufweist und das Gerät seitlich und unten abschliesst, wobei
der Bezug einen oder mehrere luftgefüllte Hohlräume umschliesst und mit mehreren Luftdurchtrittsöffnungen
als Drosselstellen aufweist und wobei die Halterung derart nachgiebig verformbar ist,
dass nach einer Belastung durch Aufsprung das Gerät wieder in seine ursprüngliche
Gestalt unter Straffung des Bezuges überführbar ist, und wobei weiterhin die Halterung
einen oberen und einen unteren Rahmen aufweist und die beiden Rahmen durch in den
Ecken des Gerätes befindliche senkrechte Stützen verbunden sind, dadurch gekennzeichnet,
dass die Halterung (4) und der Bezug (3) für sich hergestellte, austauschbare Bestandteile
des Gerätes sind, dass die Steifigkeit ( Hüllsteifigkeit ) des Gerätes durch die von
innen gegen den geschlossenen Bezug (3) einwirkende Halterung (4) bewirkt ist und
dass der Bezug (3) mit dem oberen Rahmen (6) der Halterung (4) verbunden ist.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeihnet, dass der Bezug (3) auch mit dem unteren
Rahmen (5) der Halterung (4) verbunden ist.
3. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen der
Halterung (4) und dem Bezug (3) lösbar ist.
4. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel des oberen
Rahmens (6) seitlich aussen unten angeordnet sind, denen Verbindungsmittel (16) der
Seitenwand (9) gegenüber-liegen.
5. Gerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel des unteren
Rahmens (5) seitlich aussen oben angeordnet sind, denen Verbindungsmittel (16) der
Seitenwand (9) gegenüberliegen.
6. Gerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel
(15,16) streifen- bzw. laschenartig geformt sind, denen Bindekordeln, Bindestreifen
od. dgl. zugeordnet sind.
7. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unter Verzicht auf Bindemittel
die Stützen (7) gegenüber dem Bezug (3) verschiebbar sind.
8. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Seitenwand (9) des Bezuges
(3) mit einem verschliessbaren, senkrechten Schlitz (14) versehen ist, der sich etwa
über die Höhe der Seitenwand erstreckt und in der Nähe einer Stütze (7) befindet.
9. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeishnet, dass die zur Unterteilung des Gerätehohlraumes
dienende bzw. dienenden Querwänd(e) (12) lösbar, vorzugsweise durch Reissverschluss
mit den Seitenwänden des Bezuges (3) verbunden und im Bereich der Stützen (7) ausgespart
sind.
10. Gerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die den Stützen (7) zugekehrten
Ränder der Querwände (12) den Stützen (7) gegenüber verschiebbar sind.
11. Gerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, zwischen zwei benachbarten
Stützen (7) nur bis zu drei Verbindungsstellen ( gleichmässig über den gegenseitigen
Abstand der Stützen (7) verteilt ) vorgesehen sind.
12. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei viereckiger, insb. quadratischer
Grundrissgestalt des Gerätes nur in den Ecken des Gerätes Stützen (7) vorgesehen sind.