(19)
(11) EP 0 427 888 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.05.1991  Patentblatt  1991/21

(21) Anmeldenummer: 89121959.4

(22) Anmeldetag:  28.11.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B07B 1/28, B07B 1/46, B07B 1/50, B07B 13/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 15.11.1989 DE 8913500 U

(71) Anmelder: Kremer, Christof
D-65611 Brechen-Niederbrechen (DE)

(72) Erfinder:
  • Kremer, Christof
    D-65611 Brechen-Niederbrechen (DE)

(74) Vertreter: Simon, Peter, Dr.-Jur. et al
Offheimer Weg 64
D-65549 Limburg
D-65549 Limburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Sortierigel mit eingelassenen Siebstäben und Siebblechen


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf einen Sortierigel, bestehend aus einer Rotorwelle (1), dieser zugeordnete Siebstäbe (3) und Siebbleche (4).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Sortierigel, der im Oberbegriff des Anspruches näher bezeichneten Art.

    [0002] Bei Anlagen zur Aufbereitung von Altbaustoffen (Bauschutt) ist davon auszugehen, daß belastetes Material einer Sortierung zugeführt werden muß, um das gewünschte Endprodukt durch weiteren Brechereinsatz zu erhalten. Dabei setzt sich der Bauschutt aus unbelastetem Material, wie Straßenbaumaterial, Asphalt, Beton, Ziegelsteine, Basalt, etc.; und belastetem Material, wie Eisen, Holz, Kunststoff, Papier, Textil, etc. zusammen.

    [0003] Im Rahmen der nach dem jetzigen Stand der Technik eingesetzten Sortieranlagen werden hauptsächlich Siebe unterschiedlichster Art und Anordnung eingesetzt, wobei lediglich eine Sortierung nach der unterschiedlichen Größe der zu verarbeitenden Materialien vorgenommen werden kann. Auch gibt es aufwendige Anlagen, je nach Sortierstufe, die das unterschiedliche Gewicht der Materialien dahingehend ausnutzen, indem durch Wasser- oder Gebläseeinrichtungen spezifisch leichte von spezifisch schwereren Materialien getrennt werden. Diese Sortiertechniken sind in der Regel sehr energieaufwendig und gewährleisten keine Sortierung, ohne daß manuell zu bewerkstelligende Sortierstufen zwischengeschaltet werden müssen, wie vonhand vorzunehmendes Auslesen von Kunststoff, Metallteilen, etc.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, speziell im Bereich der Aufbereitung von Altbaustoffen eine Sortiervorrichtung zu schaffen, die insbesondere ohne manuellen Einsatz eine Trennung von belastetem und unbelastetem Bauschutt bewirkt und zudem energiearm und umweltfreundlich zum Einsatz gelangt, wobei das so unbelastete Altbaumaterial einem Brecher zugeführt werden kann, der es bei entsprechender Technik zu dem gewünschten Endprodukt bearbeitet.

    [0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 - 4 gelöst.

    [0006] Die Erfindung beruht auf der Überlegung, eine Sortiertechnik zu schaffen, die zum einen die unterschiedlichen Größen der einzelnen Bauschutteile und zum anderen die unterschiedlichen Gewichte der einzelnen Bauschutteile berücksichtigt.

    [0007] Voraussetzung dafür ist, sich die vorgenannten Merkmale in einer Sortiereinheit zunutze zu machen bei spezieller Anordnung von Sortiertechniken.

    [0008] Durch die spezielle Anordnung der Siebstäbe (3) auf den Formteilen (2) in einem bestimmten Abstand wird zunächst bewirkt, daß Kleinteile, wie zum Beispiel Sand und Kies in den Sammel­bunker (5) fallen, wobei auf die Siebstäbe grob vorsortiertes Bauschuttmaterial durch Förderband aufgegeben wird. Da die Siebstäbe (3) an den Formteilen (2) durch Federgelenke verbunden sind, die unterschiedlich stark eingestellt sein können, neigt sich der einzelne Siebstab bei entsprechender Gewichts­ einwirkung, so daß schwereres Material ebenfalls in den Sammelbunker (5) fällt, während das belastete Material (Holz, Kunsttoff, Papier, etc.) von den rotierenden Siebstäben (3) weiter befördert wird und schließlich bei der Abwärtsbewegung der Siebstäbe durch den Drehvorgang bedingt vor dem Auskämmer (7) herausfällt und somit von dem unbelasteten Material abgeschieden wird. Die Längssiebe (4), ebenfalls angebracht an den Formteilen (2) bewirken, daß noch an den belasteten Baumaterialien anhaftende Reststoffe, wie Sand, Kies, etc. bedingt durch die Drehbewegung abfallen, und so in den Sammelbunker (5) gefördert werden.

    [0009] Dabei gelangen die beweglich angebrachten Längssiebe (4) durch die Drehbewegung im unteren Halbkreis in eine Kippstellung und schlagen schließlich gegen den Anschlag (6) an.

    [0010] Durch das Anschlagen wird bewirkt, daß die Längssiebe (4) durch verstopfendes Material, wie Kunststoff, Papier, etc. gereinigt werden und dieses Material ebenfalls von dem unbelasteten Baumaterial abgesondert wird.

    [0011] Durch die Anordnung des Auskämmers (7) negativ versetzt zu den Siebstäben (3) wird bewirkt, daß die Siebstäbe (3) infolge der Drehbewegung nach jeder Umdrehung von anhaftendem oder verklemmten Material gereinigt und befreit werden.

    [0012] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen häher erläutert. Es zeigt:

    Figur 1 einen Längsschnitt des Siebbleches (4)

    Figur 2 einen Querschnitt, wobei die Formteile (2) an der Rotorwelle (1) starr befestigt sind. An den Formteilen (2) sind die Siebstäbe (3) durch Federgelenke befestigt, so daß eine lotrechte Bewegung möglich ist. Desweiteren sind an den Formteilen (2) Siebbleche (4) beweglich befestigt, wobei die Siebbleche (4) durch die Rotationsbewegung bedingt, umkippen und gegen die Anschläge (6) ebenfalls befestigt an den Formteilen (2) schlagen. Im rechten Bereich des Sammelbunkers (5) ist der Auskämmer (7) senkrecht angeordnet, wobei im unteren Bereich des Sammelbunkers eine Öffnung (8) vorgesehen ist zum Abtransport des unbelasteten Materials.
    Im Materialaufgabebereich ist den Siebstäben (3) ein Formteil (9) zugeordnet.

    Figur 3 einen Längsschnitt, wobei die Siebstäbe (3) bei entsprechendem Abstand an den Formteilen (2) durch Federgelenke befestigt sind. Zwischen den einzelnen Formteilen (2) sind die jeweiligen Siebbleche (4) angeordnet.




    Ansprüche

    1. Sortierigel mit auf einer Rotorwelle (1) in Längs- und Drehrichtung bei bestimmtem Abstand angebrachten Formteilen (2), den Formteilen zugeordneten Siebstäben (3), die Formteile in ihrer Längsrichtung verbunden mit einem beweglichen Siebblech (4), die Rotorwelle (1), mit zugeordneten Formteilen (2), diesen zugeordneten Siebstäben (3) mit Siebblechen (4) angeordnet in einem nach unten teilweise geöffneten Sammelbunker (5).
     
    2. Sortierigel nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Siebstäbe (3) an den Formteilen durch Federgelenke befestigt und dadurch in ihrer lotrechten Richtung beweglich sind.
     
    3. Sortierigel nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Längssiebe (4) an den Formteilen (2) durch Gelenke befestigt sind, so daß sie bei Drehbewegung der Rotorwelle (1) im unteren Halbkreis durch eine Kippbewegung aufklappen und dadurch gegen einen Anschlag (6) ebenfalls angebracht an den Formteilen (2) schlagen.
     
    4. Sortierigel nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß in dem Sammelbunker (5) im unteren Bereich ein Auskämmer (7) angebracht ist, der den Siebstäben (3) negativ zugeordnet ist. Sammelbunker (5) dadurch gekennzeichnet, daß er im unteren Bereich eine Öffnung hat. Der Sammelbunker (5) dadurch gekennzeichnet, daß im Materialaufgabebereich den Siebstäben (3) ein Formteil (9) zugeordnet ist.
     




    Zeichnung