[0001] Die Erfindung betrifft ein Regal entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere
ein Metallregal, dessen Komponenten auf einfache Weise variabel zusammengesteckt oder
ineinandergehängt werden können.
[0002] Solche Regale umfassen horizontale Träger, die beispielsweise an Wandschienen oder
an freistehenden Ständern befestigt werden und Fachböden, die wiederum in die Träger
eingehängt werden. je nach Verwendungszweck umfassen sie eventuell noch weitere Elemente,
wie z.B. seitliche Begrenzungen der Fächer oder Bücherstützen. Die einzelnen Komponenten
werden meist aus Bleichteilen gefertigt.
[0003] Um bei konventionellen Regalen dieses Typs die gewünschte Tragfähigkeit zu erzielen,
ist eine geiwsse minimale Materialstärke erforderlich. Sie bestimmt im wesentlichen
das Gewicht und damit die Herstellungs- und Transportkosten. Der einfache Aufbau ermöglicht
ein zusammensetzen am Aufstellungsort und damit einen raumsparenden Transport in zerlegtem
Zustand. Insbesondere an den Stellen, an denen die Blechteile ineinandergesteckt
oder -gehängt werden, weisen die üblichen Regale jedoch scharfe Kanten auf, die nicht
nur bei der Montage, sondern auch im Gebrauch eine Verletzungsgefahr darstellen.
[0004] In DE 86 21 295 U1 ist beispielsweise ein Regal beschrieben, bei dem der Fachboden
mit Zungen versehen ist, die zur Verriegelung in Öffnungen hineinragen, die in die
Träger gestanzt sind. Diese Anordnung weist jedoch den Nachteil auf, daß die Zungen
aus den Öffnungen herausrutschen, wenn sich die Träger beispielsweise durch einen
seitlich auf das Regal wirkenden Stoß verbiegen oder unter Belastung verziehen. Eine
sichere Fixierung der Fachböden wird daher nicht erreicht. Außerdem sind die Zungen
scharfkantig und stellen für das Montagepersonal eine Verletzungsgefahr dar.
[0005] Bei dem in US 4 101 108 beschriebenen konventionellen Re gal bestehen die vertikalen
Stützen aus zwei verschraubten Teilen, die miteinander einen nach oben offenen Spalt
bilden. In diesen Spalt wird eine Halteklammer eingesetzt, die wiederum den Fachboden
trägt. Diese Anordnung benötigt mindestens an jeder Ecke des Fachbodens eine vertikale
Stütze, also auch an der Regalvorderseite. Dadurch wird eine aus mehreren aneinander
angrenzenden Fachböden gebildete Regalfläche fest unterteilt und das Regalsystem
kann nicht so flexibel eingesetzt werden. Außerdem lassen sich die Fachböden mit Hilfe
der beschriebenen Befestigungsklammern nur schlecht fixieren.
[0006] Der Erfindung liegt die aufgabe zugrunde, ein Regal zu schaffen, das einfach und
kostengünstig gefertigt werden kann, geringe Lager- und Transportkosten verursacht
und stabil, variabel, vielseitig verwendbar und leicht zu montieren ist.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegeben. Danach besteht der Träger aus zwei Trägerelementen bzw. -teilen mit einem
dazwischenliegenden Spalt, wodurch im Vergleich zu einem massiven Träger bei gleicher
Knickfestigkeit und Verwindungssteifheit eine Gewichtsersparnis erzielt wird. Außerdem
weisen die Fachböden Laschen auf, die in den Spalt einsteckbar sind. Dadurch wird
eine sichere Fixierung der Böden im Regal erreicht. Träger und Fachboden bilden in
zusammengesetztem Zustand eine feste, stabile Einheit. Die scharfen Kanten des Fachbodens
an der Stelle, an der er in den Träger eingehängt wird, verschwinden völlig im Spalt
und stellen keine Verletzungsgefahr mehr dar.
[0008] Die Bauelemente können vorzugsweise aus Blech durch einfache Stanz- und Kantungsvorgänge
gefertigt werden.
[0009] Die vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 2 ermöglicht eine besonders
einfache Herstellung des Trägers aus nur einem Blechstück. Bei der Anordnung der Biegestelle
nach Anspruch 3 entsteht an der Vorderseite des Trägers eine abgerundete Kante, an
der keine Verletzungsgefahr besteht. Gleichzeitig kann auf besonders einfache Art
verhindert werden, daß der Fachboden nach vorne heraufrutscht. Der Träger ist besonders
formstabil, wenn die beiden rückseitigen Enden des Blechstücks, wie in Anspruch 4
angegeben, beispielsweise durch Schweißpunkte miteinander verbunden sind. Ein Regal
nach Anspruch 5, bei dem zwei Fachböden in einen Träger einhängbar sind, benötigt
wenig Bauteile. Dies reduziert die Herstellungs-, Lager- und Transportkosten. Ein
Regal, das Begrenzungen der Regalfächer oder auch Bücherstützen aufweist, läßt sich
nach den Ansprüchen 6 oder 7 so gestalten, daß es einfach montiert werden kann und
vielseitig verwendbar ist.
[0010] Die vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 8 ermöglicht eine sichere
Lagerung von Gegenständen entsprechender Höhe, die vom Träger eines darüberliegenden
Fachbodens abgestützt werden können.
[0011] In der Zeichnung sind vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt:
Es zeigen:
Figur 1 die schematische Darstellung der Gesamtansicht eines zusammengebauten Regals,
das als Beispiel einen Aktenordner enthält;
Figur 2 die perspektivische Teilansicht eines zerlegten Regals mit Schiene, Träger,
Fachboden und seitlicher Fachbegrenzung;
Figur 3 eine Ausführungsform einer Bücherstütze als Teil eines Regals entsprechend
der Erfindung.
[0012] Bei dem in Figur 1 dargestellten Regal sind Träger 1 an vertikalen Stützen 4 befestigt.
In die Träger sind Fachböden 2 und seitliche Fachbegrenzungen 3 eingehängt. Die Höhe
des Trägers 1 ist größer bemessen als die des Fachbodens 2 an dessen vorderem Flansch
21, so daß hohe Gegenstände, wie in dem gezeigten Beispiel ein Aktenordner 5, von
einem Träger des darüberliegenden Regalfachs seitlich abgestützt und am Herauskippen
gehindert werden, wenn der vertikale Abstand der Regalfächer dementsprechend gewählt
ist.
[0013] In Figur 2 ist der Aufbau eines Trägers 1 aus zwei Trägerteilen 17 und 18 zu sehen.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind sie aus einem einzigen Blechstück gefertigt,
das an seiner Symmetrieachse um ca. 180° gebogen wurde. Der Biegeradius ist so gewählt,
daß ein Spalt 15 mit der gewünschten Breite entsteht. Die gebogene Kante bildet die
Vorderkante 10 des Trägers 1. Der Spalt 15 wird nach hinten durch eine Prägung 14
abgeschlossen. An zwei Schweißpunkten 11 sind die beiden Teile 17 und 18 miteinander
verbunden. Mittels zweier Haken 12 und 13 kann der Träger 1 in Aussparungen 40 der
vertikalen Stütze 4 in variabler Höhe eingehängt werden.
[0014] Der Fachboden 2 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel ebenfalls aus einem einzigen
Blech hergestellt. Er weist seitliche abgekantete Laschen 20 auf, die beim Zusammenbau
des Regals jeweils in den Spalt 15 des Trägers 1 gesteckt werden. Der Spalt 15 und
die seitliche Lasche 20 sind in ihrer Länge so bemessen, daß ein Verrutschen des Fachbodens
ausgeschlossen ist. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Vorderkante des Fachbodens
2 unter Bildung eines Flansches 21 nach unten, und die rückwärtige Kante unter Bildung
eines Flansches 22 nach oben gebogen. Dadurch wird verhindert, daß Gegenstände hinter
das Regal rutschen können, auf der Regalvorderseite wird für jedes Fach eine Beschriftungsfläche
bereitgestellt. Sie kann beispielsweise mit hier nicht gezeigten magnetisch haftenden
Schildchen versehen werden. Die abgewinkelten Kanten geben dem Fachboden eine erhöhte
Stabilität.
[0015] Zur seitlichen Begrenzung des Regalfachs sind bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
Fachbegrenzungen 3 vorgesehen. Sie sind in ihrem unteren Abschnitt dreigeteilt, wobei
die mittlere Lasche 31 parallel versetzt zu den beiden äußeren Laschen 30 und 32
verläuft. Die beiden äußeren Laschen 30 und 32 sind durch Schlitze 23 des Fachbodens
2 durchsteckbar. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Breite des Spalte 15 so
bemessen, daß zwei Materiallagen, beispielsweise 20 und 31, in den Spalt 15 des Trägers
1 eingeschoben werden können. Die beiden Laschen 30 und 32 der Fachbegrenzung 3 kommen
neben dem Träger 1 zu liegen. Es sind jedoch auch Ausführungen denkbar, bei denen
der Spalt 15 breit genug ist, um auch die beiden Laschen 30 und 32 aufzunehmen.
[0016] Als Variante einer Fachbegrenzung ist in Figur 3 eine Bücherstütze 6 gezeigt. In
dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die mittlere Lasche 61 gegenüber den beiden
äußeren Laschen 60 und 62 um 90° abgewinkelt. Dadurch läßt sich die Bücherstütze 6
auch neben den Fachboden 2 in den Träger 1 einstecken. Die Schlitze 23 im Fachboden
2 sind dann nicht erforderlich. Die abgewinkelte mittlere Lachse 61 verhindert ein
Durchrutschen der Bücherstütze 6 nach unten.
[0017] Entsprechend der Erfindung kann die gebogene Stelle des Trägers 1 nicht nur wie in
Figur 2 gezeigt, die Vorderkante 10, sondern beispielsweise auch die Unterkante bilden.
Je nach Breite des Spalts 15 kann es auch günstig sein, statt einer Biegung um 180°
zwei dicht nebeneinanderliegende Biegungen um jeweils ca. 90° vorzusehen. Außerdem
kann der Träger auch aus mehreren Teilen anstatt aus einem einzigen gebogenen Blech
gefertigt werden.
[0018] Bei entsprechender Bemessung des Spalts 15 ist es möglich, in einen einzigen Träger
1 die seitlichen Laschen 20 zweier horizontal aneinander angrenzender Fachböden 2
und eventuell noch zusätzlich eine Fachbegrenzung 3 einzuhängen. Dadurch kann mit
nur wenigen standardisierten Bauteilen auch eine größere zusammenhängende Regalfläche
bereitgestellt werden. Zur weiteren Versteifung ist es möglich, an den Bauteilen
zusätzliche Prägungen oder Rippen anzubringen.
1. Regal mit mindestens zwei im wesentlichen horizontalen Metallträgen (1) und einem
daran befestigbaren Fachboden (2), dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (1) zwei Trägerteile (17, 18) aufweist, die einen nach oben offenen
Spalt (15) miteinander bilden, und
daß der Fachboden (2) mit einer Lasche (20) versehen ist, die in den Spalt (15) einsteckbar
ist.
2. Regal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Trägerteile (17,
18) Teile eines an einer Kante (10) um im wesentlichen 180° gebogenen, einstückigen
Bleches sind.
3. Regal nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gebogene Kante (10) die
der Regalvorderseite zugewandte Kante des Trägers (1) bildet.
4. Regal nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß beide Trägerteile (17, 18) an
der der Regalrückseite zugewandten Seite des Trägers, insbesondere durch Schweißpunkte
(11), miteinander verbunden sind.
5. Regal nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt
(15) zwischen beiden Trägerteilen (17, 18) so breit bemessen ist, daß beide Laschen
(20) von zwei aneinander angrenzenden Fachböden (2) in einen einzigen Träger (1) einsteckbar
sind.
6. Regal nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt
(15) zwischen beiden Lagen (17, 18) des Trägers (1) so breit bemessen ist, daß zusätzlich
zur Lasche (20) des Fachbodens (2) noch eine Lasche (30, 31, 32, 60, 62) einer seitlichen
Fachbegrenzung (3), insbesondere einer Bückerstütze (6), einsteckbar ist.
7. Regal nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Fachboden
(2) neben der in den Träger (1) einsteckbaren Lasche (20) einen Schlitz (23) aufweist,
durch den eine Lasche (30, 32, 60, 62) einer seitlichen Fachbegrenzung, insbesondere
einer Bücherstütze (6), durchsteckbar ist.
8. Regal nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterkante
des Trägers (1) im zusammengebauten Zustand des Regals tiefer liegt als die unterste
Stelle des Fachbodens (2).