(19)
(11) EP 0 427 940 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.05.1991  Patentblatt  1991/21

(21) Anmeldenummer: 90118657.7

(22) Anmeldetag:  28.09.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E01B 31/17
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 14.11.1989 DE 3937812

(71) Anmelder: LINSINGER MASCHINENBAU GMBH
A-4662 Steyrermühl (AT)

(72) Erfinder:
  • Pomikacsek, Josef, Dipl.-Ing.
    A-4813 Altmünster (AT)

(74) Vertreter: Hafner, Dieter, Dr.rer.nat., Dipl.-Phys. 
Dr. Hafner & Stippl, Patentanwälte, Ostendstrasse 132
D-90482 Nürnberg
D-90482 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren sowie Vorrichtung zur Bearbeitung der Laufflächen von Schienen


    (57) Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung womit bei dem mittels beweglichen, an einem entlang der Schienenstrecke bewegbaren Fahrgestell angeordneten Schleifsteinen (7) auf die Lauffläche von Schienen (3) eingewirkt wird, wobei eine Mehrzahl von Schleifsteinen (7) verwendet wird. Erfindungsgemäß werden die Schleif­steine (7) einzeln oder in Gruppen während des Betriebs periodisch angehoben und wieder abgesenkt, wobei während des Anhebens des jeweiligen Schleifsteins (7) eine Reinigung der Arbeitflächen der Schleifsteine (7) er­folgt. Bei Schienenkrümmungen wird über Näherungs­schalter (12) eine Veränderung der Position des Schleif­steins (7) relativ zu einer den Schleifstein (7) verti­kal bewegenden Hydraulikeinheit (11) festgestellt, wobei die Lage der Hydraulikeinheit (11) über eine Querführung (10) nachgestellt werden kann.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Bearbeitung der Laufflächen von Schienen gemäß den Oberbegriffen der Patentansprüche 1 sowie 7.

    [0002] Ein vergleichbares gattungsgemäßes Verfahren bzw. Vor­richtung ist bereits aus der DE-OS 28 01 110 sowie der DE-OS 28 01 111 bekannt. Es handelt sich hierbei in beiden Fällen um Schienenschleifmaschinen, bei denen mehrere hintereinander in Längsrichtung der Schiene angeordnete Rutschersteine während des Betriebes oszillierend hin und her bewegt werden. Die Rutscher­steine sind daher während des Betriebs kontinuierlich mit der Oberfläche der Schiene in Berührung. Ein konti­nuierliches Einwirken der Rutschersteine auf die Schie­nenoberfläche ist insofern nachteilig, als die Poren zwischen den Schleifpartikeln allmählich verstopft werden, wodurch eine deutliche Verschlechterung der Schleiffähigkeit verursacht wird. Zwar bewirkt die oszillierende Bewegung der Rutschersteine gemäß dem Stand der Technik eine Lockerung des auf den Arbeits­flächen entstehenden Schleifschlamms, diese Selbstreini­gungswirkung ist jedoch begrenzt. Aufgrund des Einsatzes der sich oszillierend bewegenden Rutschersteine ist ferner ein spiel freier Antriebsmechanismus des Schienen­fahrzeuges notwendig, um eine einwandfreie Schleifwir­kung zu erzeugen. Hierdurch ist ein zusätzlicher Kosten­aufwand nötig.

    [0003] Ein Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Bearbeitung der Laufflächen von Schienen zu schaffen, welche(s) unter Zuhilfenahme einfacher Mittel eine kostengünstige aber hochwirksame Bearbeitung von Schienenlaufflächen er­möglicht.

    [0004] Dieses Ziel wird beim erfindungsgemäßen Verfahren da­durch gelöst, daß

    a) die Schleifsteine einzeln oder in Gruppen während des Betriebs periodisch in eine Arbeitsposition abgesenkt und wieder in eine Ruheposition angehoben werden,

    b) jeweils mindestens ein Schleifstein während des Be­triebs sich in Arbeitsposition befindet und

    c) während der Ruhestellung eines jeden Schleifsteins dessen Arbeitsfläche gereinigt wird.



    [0005] Durch die Erfindung wird gewährleistet, daß während des Betriebs der nachteilig wirkende Schleifschlamm von den Arbeitsflächen der Schleifsteine entfernt werden kann. Die Schleifsteine werden während des Betriebs der Vor­richtung periodisch immer wieder in einen gereinigten Zustand gebracht. Hierdurch wird eine wesentliche Er­höhung der Schleifwirkung der Schleifsteine und dadurch eine höhere Bearbeitungsqualität erzielt. Das erfindungsgemäße Verfahren gewährleistet daher eine sehr hohe Bearbeitungsqualität bei im Vergleich zu bekannten Verfahren wesentlich längeren Standzeiten der Schleif­steine. Im übrigen ist es nicht erforderlich, das der Antriebsmechanismus des Schienenfahrzeugs spielfrei sein muß. Zweckmäßige Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den Unteransprüchen 2 - 6.

    [0006] Zweckmäßigerweise erfolgt die Reinigung durch einfaches Eindüsen von Wasser. Die Möglichkeit der Reinigung der Arbeitsflächen von Schleifsteinen generell und hier insbesondere die Reinigung durch einfaches Eindüsen von Wasser gewährleistet ferner, daß nicht nur die Arbeits­flächen der Schleifsteine, sondern sekundär auch die Schienenlauffläche während des Betriebs der Vorrichtung gereinigt werden kann.

    [0007] Eine erhöhte Schleifwirkung bei gleichzeitiger effek­tiver Reinigung der Arbeitsflächen wird zweckmäßiger­weise dann erreicht, wenn die Mehrzahl, insbesondere mindestens zwei der Schleifsteine sich in Arbeitsposi­tion befindet.

    [0008] Eine einfache Aktivierung bzw. Passivierung der Vor­richtung ist dadurch erreichbar, daß sämtliche Schleif­steine über einen gemeinsamen Träger abgesenkt werden und in dieser Position das Abheben bzw. Absenken ein­zelner Schleifsteine über separate Antriebe erfolgt. Bei Beendigung des Bearbeitungsvorganges kann über den ge­meinsamen Träger die komplette Vorrichtung in eine Passiv-Stellung gebracht werden.

    [0009] Dadurch, daß gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausge­staltung des erfindungsgemäßen Verfahrens die Lage eines jeden einzelnen Schleifsteins quer zur Längsrichtung der Schiene aktiv nachgeführt wird, können Schienenbereiche mit Krümmungen (Weichenbereiche etc.), bei denen sich eine Veränderung der Lage der Schiene relativ zum Werk­zeughalter aufgrund des Radstands des Fahrgestells er­gibt, ausgeglichen werden. Folglich läßt sich auch in gekrümmten Bereichen von Schienen eine optimale Ober­flächenqualität der bearbeiteten Schiene erzielen.

    [0010] Zur Lösung des eingangs erwähnten Ziels ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, daß die Schleifsteine einzeln oder in Gruppen vertikal bewegbar sind, derart, daß während des Betriebs ein periodisches und zwischen den Schleifsteinen alternierendes Abheben (Ruhestellung) und Wiederabsenken (Arbeitsstellung) der Schleifsteine erzielbar ist und eine Reinigungseinrich­tung vorgesehen ist, welche die Arbeitsfläche des in Ruhestellung befindlichen Schleifsteins reinigt. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird ein kontinuier­liches Reinigen der einzelnen Schleifsteine während des Betriebs ermöglicht und dadurch eine wesentliche Er­höhung der Schleifwirkung der Schleifsteine und als Folge davon eine Erhöhung der Bearbeitungsqualität der Schienenoberfläche erzielt.

    [0011] Zweckmäßigerweise sind als Reinigungsvorrichtung im Bereich des jeweiligen Schleifsteins befindliche Wasser­düsen vorgesehen. Die Möglichkeit der Reinigung generell und hier insbesondere die Reinigung durch Einstrahlen von Wasser bietet den zusätzlichen Vorteil, daß neben der Reinigung der Arbeitsflächen der Schleifsteine sekundär auch die Schienenoberfläche gereinigt wird, so daß die in Arbeitsposition befindenden Schleifsteine eine frischgereinigte Schienenoberfläche bearbeiten können.

    [0012] Zweckmäßigerweise ist jedem Schleifstein oder jeder Schleifsteineinheit ein eigener Halterahmen zugeordnet. Die Steuerung der vertikalen Bewegung des Schleifsteins kann daher in vorteilhafter Weise unabhängig von den restlichen Schleifsteinen erfolgen. Zusätzlich lassen sich bei separatem Halterahmen weitere Bewegungsmöglich­keiten des Halterahmens erzielen.

    [0013] Zweckmäßigerweise wird als Antrieb zur vertikalen Be­wegung des Schleifsteines eine Hydraulikeinheit ver­wendet, welche mit dem zentralen Rahmen oder zentralen Träger in Verbindung steht, wobei der Halterahmen als Gegenlager der Hydraulikeinheit dient. Diese Ausge­staltung ist konstruktionstechnisch besonders einfach zu realisieren.

    [0014] Dadurch, daß gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Halterahmen und/oder die Hydraulikeinheit über eine Querführung mit dem zen­tralen Träger in Verbindung stehen, kann der Halterahmen und/oder die Hydraulikeinheit eines jeden Schleifsteines unabhängig von den übrigen Schleifsteinen vertikal be­wegt werden. Insbesondere ist es möglich, die in Längs­richtung der Schiene hintereinander angeordneten Schleifsteine dem Krümmungsverlauf der Schiene ent­sprechend anzupassen.

    [0015] Die in Unteranspruch 11 beschriebene Nachführung der Lage eines Schleifsteines quer zur Längsrichtung der Schiene ist zweckmäßigerweise dadurch erzielbar, daß mittels der Querführung der die Vertikalbewegung bewir­kende Antrieb, insbesondere die Hydraulikeinheit quer zur Längsachse der Schienen verschiebbar ist, der Halte­rahmen sowohl in Querrichtung als auch senkrecht zur Schiene bewegbar an der Hydraulikeinheit angeordnet ist und der Näherungsschalter zur Erfassung einer quer zur Schiene erfolgenden Verschiebung des Halterahmens vor­gesehen sind. Diese Ausgestaltung besitzt den Vorteil, daß Abweichungen von der Sollposition des Schleifwerk­zeugs aufgrund der besonderen Anordnung des Halterahmens erfassbar sind und eine Nachstellung der Querposition über die Querführung erfolgen kann.

    [0016] Zweckmäßigerweise ist hierzu der Halterahmen U-förmig ausgebildet und weist an seiner offenen Seite den Werk­zeughalter auf. Halterahmen und Werkzeughalter um­schließen dann gleichsam die Hydraulikeinheit, bilden also eine geschlossene Einheit, wobei jedoch eine Quer­beweglichkeit der Hydraulikeinheit möglich bleibt.

    [0017] Eine weitere Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein elastisches Glied zwischen Halte­rahmen und Hydraulikeinheit vorgesehen ist. Dieses elastische Glied bewirkt eine elastisch beaufschlagte Vertikalbeweglichkeit sowie Querbeweglichkeit des Hal­terahmens.

    [0018] Eine konstruktiv besonders einfache Lösung sieht vor, daß als elastisches Glied mindestens ein Gummipuffer eingesetzt wird, welcher sowohl komprimiert werden kann als auch eine querwirkende Elastizität aufweist.

    [0019] Eine zweckmäßige Ausgestaltung der vorliegenden Erfin­dung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bear­beitung der Lauffläche von Schienen in schema­tisierter, stark vereinfachter Darstellung;

    Fig. 2 das Prinzip der Ansteuerung bzw. Aufhängung eines einzelnen Schleifsteines aus einer Blickrichtung parallel zur Längsachse der Schiene, der Schleifstein befindet sich hier in Arbeitsposition;

    Fig. 3 die Anordnung gemäß Fig. 2 aus einer Blick­richtung quer zur Längsachse der Schiene;

    Fig. 4 die Ansteuerung bzw. Anlenkung des Schleif­steins, wobei sich der Schleifstein hier im abgehobenen Zustand in Ruheposition befindet;

    Fig. 5 die Anordnung gemäß Fig. 4 aus einer Blick­richtung quer zur Längsachse der Schiene.



    [0020] Fig. 1 zeigt mit Bezugszeichen 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bearbeitung der Laufflächen von Schienen 3. Die Vorrichtung 1 umfaßt ein Fahrgestell 2, welches selbst angetrieben oder aber über eine (nicht darge­stellte) Zugmaschine bewegbar ist. An jeder Seite des Fahrgestells 2 befindet sich eine Bearbeitungseinheit, welche einen zentralen Träger 4 aufweist, der über Hy­draulikzylinder 6 sowie Schwingen 5 vertikal bewegbar angeordnet ist. Die Bearbeitungseinheit kann folglich über den gemeinsamen Träger 4 in eine während des Be­triebs vorherrschende Aktiv-Position abgesenkt werden. Ist der Bearbeitungsvorgang beendet, wird über die Hy­draulikzylinder 6 die gesamte Bearbeitungseinheit ange­hoben.

    [0021] Die Bearbeitungseinheit umfaßt eine Mehrzahl in Längs­richtung der Schiene 3 entlang des Trägers 4 hinterein­ander angeordneter Schleifsteine 7, welche auf die Ober­fläche der Schiene während des Betriebs einwirken. Die Unterseite des jeweiligen Schleifsteins 7 weist ein der Oberflächenkontur einer Schiene angepaßtes Profil auf.

    [0022] Aus Fig.2 ist die Konstruktion der Lagerung bzw. Auf­hängung der einzelnen Schleifsteine 7 ersichtlich. Der gemeinsame Träger 4 steht mit einer Hydraulikeinheit 11 über eine Querführung 10 in Verbindung. Die Hydraulik­einheit 11 umfaßt einen Druckstempel 15, welcher von einem Stützteil 16 getragen ist. Stützteil 16 sowie Druckstempel 15 bilden die Hydraulikeinheit 11.

    [0023] Druckstempel 15 und Stützteil 16 sind von einem U-­förmigen Halterahmen 8 umgeben, dessen offenes Ende durch einen Werkzeughalter 9 verschlossen ist, an dem der Schleifstein 7 angebracht ist. Der U-förmige Halte­rahmen 8 sowie der Werkzeughalter 9 umgeben die Hydrau­likeinheit 11, wobei der Druckstempel 15 der Hydraulik­einheit 11 an der Innenseite der Schmalseite des U-­förmigen Rahmens 8 angreift.

    [0024] Zwischen dem Werkzeughalter 9 und der Unterseite des Stützteils 16 der Hydraulikeinheit 11 sind - wie aus Fig. 3 ersichtlich - zwei Gummipuffer 13 eingesetzt. Die beiden Gummipuffer 13 erlauben bei Betätigung des Druck­stempels 15 der Hydraulikeinheit 11 eine vertikale Be­wegbarkeit von Halterahmen 8 zu Hydraulikeinheit 11, wobei sich die Hydraulikeinheit 11 an dem Werkzeughalter 9 über die beiden Gummipuffer 13 abstützt. Diese Kon­struktion erlaubt jedoch nicht nur eine vertikale Bewe­gung von Halterahmen 8 zu Hydraulikeinheit 11, sondern auch eine horizontale Verschiebbarkeit der beiden Teile zueinander. Hierbei werden die beiden Gummipuffer 13 in Richtung zur Auslenkung hin deformiert.

    [0025] Die Hydraulikeinheit 11 ist über die Querführung 10 mittels eines Hydraulikzylinders 6 quer zur Längsachse der Schiene verschiebbar angeordnet. Desweiteren sind Näherungsschalter 12 am Halterahmen 8 zur Bestimmung von Anderungen des Abstandes von Hydraulikeinheit zu dem jeweiligen Näherungsschalter 12 vorgesehen. Die Nähe­ rungsschalter 12 sind mit einer Steuerung verbunden, welche auf ein Hydraulikventil 17 einwirkt.

    [0026] Die Figuren 2 und 3 bezeichnen den Schleifstein bzw. dessen Ansteuerung in Arbeitsposition, d. h. in un­mittelbarem Kontakt mit der Lauffläche der Schiene.

    [0027] Fig. 4 beschreibt demgegenüber die Ruheposition des Schleifsteins 7, welche durch Betätigung des Druck­stempels 15 vollzogen werden kann. Hierbei werden die Gummipuffer 13 entsprechend komprimiert.

    [0028] Wie aus Fig. 5 ersichtlich, sind im Bereich des Schleif­steins 7 Wasserdüsen 14 vorgesehen, welche während der Zeitdauer der Ruheposition des jeweiligen Schleif­steins 7 die Arbeitsflächen des Schleifsteins 7 und sekundär auch die Schienenoberfläche von anhaftenden Schleifschlamm befreien.

    [0029] Im folgenden soll die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung näher erläutert werden. Während des Betriebs (Träger ist abgesenkt = Aktiv-Position) der Vorrichtung 1 werden die einzelnen Schleifsteine 7 durch Betätigung des jeweiligen Druckstempels 15 alternierend abgehoben bzw. abgesenkt, wobei jeweils die Arbeitsflächen der abgehobenen Schleifsteine mittels Wasserstrahl gereinigt werden. Die Taktfolge der in Arbeits- bzw. Ruheposition befindlichen Schleifsteine kann beliebig eingestellt werden, es hat sich jedoch als vorteilhaft erwiesen, immer eine Mehrzahl von Schleifsteinen in Arbeitsposi­tion zu halten.

    [0030] Die Betätigung der einzelnen Hydraulikeinheiten 11 bzw. Druckstempel 15 erfolgt hintereinander periodisch unter Zuhilfenahme einer geeigneten Steuerung. Die übrigen Schleifsteine 7 bleiben in Arbeitsposition, wobei die ausgeübten Druckkräfte durch den zentralen Träger 4 konstant sind und auf die sich in Arbeitsposition be­findlichen Schleifsteine wirksam ausüben. Konstante Bearbeitungskräfte werden gewährleistet, da die Rei­bungskraft von der Fläche unabhängig ist.

    [0031] Bei Spurweitenänderungen oder bei Änderung der Lage des Fahrgestells zum Schienenstrang beispielsweise in Kurvenbögen ist es möglich, die Lage der Schleifsteine nachzustellen. Ändert sich folglich die Spurweite bzw. die Lage des Fahrzeugs zum Schienenstrang, führt dies aufgrund der freien Querbeweglichkeit des den Schleif­stein 7 haltenden Halterahmens 8 zu einer Änderung der Position des Halterahmens 8 relativ zum Fahrzeug, wodurch eine Deformierung der Gummipuffer 13 verursacht wird. Mit anderen Worten, es verändert sich die Lage des Halterahmens 8 bzw. des Werkzeughalters 9 zur fest mit dem Träger 4 in Verbindung stehenden Hydraulikeinheit 11. Die Abweichung von der jeweiligen Sollposition wird in beiden Richtungen mit Hilfe von Näherungsschalter 12 erfaßt. Mit Hilfe der Signale der Näherungsschalter 12 wird das Hydraulikventil 17 betätigt, womit der Hydrau­likzylinder 6 über die Querführung 10 eine Kompensa­tionsbewegung der Hydraulikeinheit 11 durchführt. Diese Kompensationsbewegung wird solange aktiviert, bis bei Erreichen der Soll-Position des Schleifsteins 7 der jeweilige Näherungsschalter 12 abschaltet.

    [0032] Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die diesbezügliche Vorrichtung ermöglichen eine höchst effiziente Bearbei­tung von Schienenoberflächen bei im Vergleich zum Stand der Technik erhöhten Standzeiten der Schleifsteine 7. Desweiteren wird eine im Vergleich zu den eingangs er­wähnten, bekannten Vorrichtungen erhöhte Baudichte von Schleifsteinen ermöglicht. Letztendlich sind an den Antriebsmechanismus des Zugfahrzeugs keine besonderen Forderungen gestellt. Alles in allem erweist sich die Erfindung als wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiet der Oberflächenbearbeitung von Schienen.

    BEZUGSZEICHENLISTE



    [0033] 

    1 Vorrichtung zur Bearbeitung von Laufflächen

    2 Fahrgestell

    3 Schiene

    4 Träger

    5 Schwinge

    6 Hydraulikzylinder

    7 Schleifwerkzeug

    8 Halterahmen

    9 Werkzeughalter

    10 Querführung

    11 Hydraulikeinheit

    12 Näherungsschalter

    13 Gummipuffer

    14 Wasserdüse

    15 Druckstempel

    16 Stützteil

    17 Hydraulikventil




    Ansprüche

    1. Verfahren zur Bearbeitung der Laufflächen von Schienen, bei dem mittels beweglichen, an einem ent­lang der Schienenstrecke bewegbaren Fahrgestell angeordneten Schleifsteinen auf die Lauffläche von Schienen eingewirkt wird, wobei eine Mehrzahl von Schleifsteinen verwendet wird,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß

    a) die Schleifsteine einzeln oder in Gruppen während des Betriebs periodisch in eine Arbeits­position gesenkt und anschließend wieder in eine Ruheposition angehoben werden,

    b) in jedem Fall ein Schleifstein während des Betriebs sich in Arbeitsposition befindet sowie

    c) während der Ruhestellung eines jeden Schleif­steins dessen Arbeitsfläche gereinigt wird.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Reinigung durch Einstrahlen von Wasser er­folgt.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 - 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß mindestens zwei Schleifsteine sich ständig in Arbeitsposition befinden.
     
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 - 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß sämtliche Schleifsteine über einen gemeinsamen Träger abgesenkt werden und in dieser Position das Abheben bzw. das Absenken einzelner Schleifsteine über separate Antriebe erfolgt.
     
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 - 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Lage eines jeden einzelnen Schleifsteines quer zur Längsrichtung der Schiene aktiv nachgeführt wird.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Nachführung jedes Schleifsteines unabhängig von den weiteren Schleifsteinen erfolgt.
     
    7. Vorrichtung zur Bearbeitung der Laufflächen von Schienen, insbesondere zur Durchführung des Ver­fahrens gemäß den Ansprüchen 1 - 6, mit einem Fahr­gestell, mindestens einem am fahrgestell abstütz­baren Träger, welcher mit auf die Laufflächen von Schienen anpreßbaren Schleifsteinen in Verbindung steht und die Schleifsteine in Längsrichtung der Schiene hintereinander angeordnet sind,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schleifsteine (7) einzeln oder in Gruppen vertikal bewegbar sind, derart, daß während des Betriebes ein periodisches und zwischen den Schleifsteinen alternierendes Abheben (Ruhestellung) und Wiederabsetzen (Arbeitsstellung) der Schleifsteine (7) erzielbar ist und eine Reinigungs­ einrichtung vorgesehen ist, welche die Arbeitsfläche des in Ruhestellung befindlichen Schleifsteines (7) reinigt.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als Reinigungsvorrichtung im Bereich des jewei­ligen Schieifsteines (7) Wasserdüsen (14) vorgesehen sind.
     
    9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 oder 8,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß jedem Schleifstein (7) oder jeder Schleifstein­gruppe ein eigener Halterahmen (8) zugeordnet ist.
     
    10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 - 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Antrieb zur vertikalen Bewegung des Schleif­steins (7) hydraulisch erfolgt und als Gegenlager der Hydraulikeinheit der Halterahmen (8) dient.
     
    11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 - 10,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Lage eines jeden einzelnen Schleifsteines (7) quer zur Längsrichtung der Schiene (3) während des Betriebs aktiv nachführbar ist.
     
    12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß Halterahmen (8) und/oder Hydraulikeinheit (11) über eine Querführung mit dem zentralen Träger (4) in Verbindung stehen.
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß mittels der Querführung (10) der die Vertikal­bewegung bewirkende Antrieb, insbesondere die Hy­draulikeinheit (11) quer zur Längsrichtung der Schienen (3) verschiebbar ist, der Halterahmen (8) sowohl in Querrichtung als auch senkrecht zur Schiene (3) bewegbar an der Hydraulikeinheit (11) angeordnet ist und Näherungsschalter (12) zur Er­fassung einer Verschiebung des Halterahmens (8) vorgesehen sind.
     
    14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 - 13,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Halterahmen (8) U-förmig ausgebildet ist und an seiner offenen Seite einen Werkzeughalter (9) aufweist und damit eine geschlossene Einheit bildet.
     
    15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 - 14,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß mindestens ein elastisches Glied zwischen Halte­rahmen (8) und Hydraulikeinheit (11) vorgesehen ist.
     
    16. Vorrichtung nach Anspruch 15,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als elastisches Glied mindestens ein Gummipuffer (13) vorgesehen ist.
     
    17. Vorrichtung nach Anspruch 14,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Hydraulikeinheit (11) über ein Stützteil (16) sowie zwei Gummipuffer (13) auf dem Werzeug­halter (9) abgestützt ist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht