[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des ersten Anspruches.
[0002] Bei bekannten Vorrichtungen zum automatischen Durchführen des Fadenverbindens sind
verschiedene Wege beschritten worden, um diesen Fadenverbindevorgang zu überwachen
und damit den Automatisierungsgrad und die Produktivität zu verbessern.
[0003] Durch die CH-PS 459 836 ist es bekannt, mittels eines elektronischen Fadenwächters
zwischen drei verschiedenen Ursachen für die Unterbrechung des Fadenlaufes zu differenzieren.
In einem ersten Fall wird die Fadenunterbrechung dadurch herbeigeführt, daß aufgrund
des Erkennens eines Fadenfehlers (Dick- oder Dünnstelle) mittels des elektronischen
Fadenwächters eine Fadentrenneinrichtung betätigt wird. In einem zweiten Fall tritt
ein Fadenbruch zwischen dem elektronischen Fadenwächter und der Auflaufspule auf.
[0004] In diesen beiden Fällen ist der von der Ablaufspule kommende Unterfaden vorhanden
und durch entsprechende Zuführorgane der Spulstelle der Fadenverbindeeinrichtung zuführbar.
Daraus ergibt sich, daß ein Kopswechsel nicht erforderlich ist.
[0005] Während im ersten Fall der Kopswechsel dadurch blockiert wird, daß der Trennimpuls
vorhanden ist, liegt im zweiten Fall das Fadenende nach dem Fadenbruch noch im Fadenreiniger,
wodurch auch hier nur ein einfacher Fadenverbindevorgang eingeleitet wird.
[0006] Im dritten Fall, dem Fadenbruch unterhalb des elektronischen Fadenreinigers, erkennt
der Fadenreiniger den Durchgang des Fadenendes. Dieses Signal führt dann unmittelbar
zum Kopswechsel. Mit dieser Einrichtung ist es deshalb nicht möglich, den Kopswechsel
bei einem nicht durch die Trennvorrichtung herbeigeführten beziehungsweise unter dem
Fadenreiniger erfolgten Fadenbruch zu unterbinden. Dadurch werden auch Kopse ausgeworfen,
die noch einen großen Bewicklungsrest tragen können.
[0007] Unter anderem durch die DE-OS 21 53 370 ist es bekannt, zusätzlich einen sogenannten
Rechentaster einzusetzen, der erkennt, ob zwischen der Ablaufspule und einer stromab
gelegenen Fadenbremse noch ein Unterfaden vorhanden ist. Abgesehen davon, daß dieses
Tastorgan zusätzlich vorzusehen ist, muß dieses sehr empfindlich sein und genau justiert
werden, da es auch das Vorhandensein eines ruhenden Fadens feststellen können muß.
[0008] Vor allem aus diesen Gründen wird heute meist auf derartige Rechentaster verzichtet.
Das führt allerdings dazu, daß eine Fadenkontrolle des Unterfadens erst nach dem Fadenverbinden
erfolgt.
[0009] Durch die DE-AS 19 30 180 ist es bekannt, bei einer automatischen Spulmaschine eine
Fadenverbindungseinrichtung vorzusehen, die eine Fadenprüfvorrichtung mit zwei Meßschlitzen
besitzt. Durch entsprechende Leitbleche der Fadenverbindeeinrichtung werden die gleichzeitig
erfaßten Fäden der Ablaufspule und der Auflaufspule mittels Leitblechen in getrennte
Meßschlitze eingeführt. Liegt dabei eines der beiden Fadenenden nicht oder in schlecht
vorbereiteter Form vor, wird die Fadensuche beider Fadenenden komplett wiederholt.
Der Kopswechsel wird in dieser Schrift nicht angesprochen.
[0010] Durch die DE 38 24 837 A 1 und die gegenüber einem Teil vorliegender Anmeldung nicht
vorveröffentlichte DE 39 23 333 Al1 sind Verfahren beziehungsweise Vorrichtungen zum
Fadenverbinden bekannt, die den ohnehin vorhandenen elektronischen Fadenwächter nutzen,
um während des Fadenverbindungszyklus' das Vorhandensein der beiden Fadenenden zu
überwachen. Das in diesen beiden Schriften dargelegte Grundprinzip besteht darin,
bei erfolglosem Fadenverbindungsvorgang nach Abschluß des ersten oder weiteren Fadenverbindungszyklen,
die nicht zu einer Fadenverbindunggeführt haben, zwischen den Ursachen der Fehlversuche
zu differenzieren. Bei mehrfachem Fehlen des Oberfadens wird ein Wartungssignal erzeugt,
während beim Fehlen des Unterfadens ein Kopswechsel durchgeführt wird.
[0011] Die DE 39 23 333 A 1 läßt allerdings noch offen, den Kopswechsel auch bereits im
Rahmen des ersten Fadenverbindungszyklus durchzuführen. Die dazu erforderliche Differenzierung
wird mit den gleichen Mitteln durchgeführt, die bereits aus der eingangs genannten
CH-PS 459 836 bekannt sind. Wie aber bereits im Zusammenhang mit dieser Schrift dargelegt,
werden auf diese Weise verstärkt Kopse ausgeworfen, die noch einen großen Bewicklungsrest
tragen können. Insbesondere ist das Erfassen des Durchganges des Fadenendes durch
den Reiniger mit großen Unsicherheitsfaktoren verbunden, was in Abhängigkeit vom Fadenmaterial
zu mehr oder weniger häufigen Fehlschaltungen führen kann. Damit stellt eine derartige
Lösung auch keine befriedigende Alternative gegenüber den Lösungen dar, bei denen
der gesamte Fadenverbindungszyklus unter größerem Zeitverlust und der Gefahr der Beschädigung
der oberen Lagen der Auflaufspule durch die wiederholte Fadensuche, die an sich aufgrund
des fehlenden ablaufspulenseitigen Fadens überhaupt nicht erforderlich wäre, mehrmals
hintereinander abläuft.
[0012] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art derart
weiterzubilden, daß die Anzahl ausgeworfener Restkopse und der Zeitbedarf für Fadenverbindungsvorgänge
gering gehalten werden und die Beanspruchung der oberen Faden lagen der Auflaufspule
auf ein erforderliches Mindestmaß reduziert wird.
[0013] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des 1. oder 17. Anspruches
gelöst.
[0014] Die erfindungsgemäße Lösung nach Anspruch 1 gestattet es, ohne zusätzliche Überwachungseinrichtungen
das Bereit legen eines Unterfadens festzustellen. Dadurch wird einerseits vermieden,
daß ein Kopswechsel durchgeführt wird, obwohl der Kops noch eine abspulbare Restfadenmenge
enthält. Zum anderen wird vermieden, daß ein gesamter Fadenverbindezyklus abläuft,
obwohl der Kops bereits abgelaufen ist. Dieser Fadenverbindezyklus, der je nach Bauart
der Fadenverbindeeinrichtung zwischen sechs und zehn Sekunden Zeit benötigt, würde
bei jedem Kops mindestens einmal nutzlos ablaufen. Dagegen wird es durch die Erfindung
möglich, sofort nach Erkennen des fehlenden Unterfadens den Kopswechsel einzuleiten.
[0015] Die Erfindung gemäß Anspruch 1 ist durch die Ansprüche 2 bis 16 vorteilhaft weitergebildet.
[0016] Da die Fadensuche an der Ablaufspule und der Auflaufspule zeitlich getrennt voneinander
erfolgt, beschränkt sich die Beanspruchung der Oberfläche der Auflaufspule ausschließlich
auf die Fälle, bei denen der von der Ablaufspule kommende Faden vorliegt. Eine mehrmalige
Fadensuche des .auflaufspulenseitigen Fadens erfolgt demzufolge nur dann, wenn nach
der Vorlage des ablaufspulenseitigen Fadens der auflaufspulenseitige Faden beim ersten
Mal nicht erfaßt werden konnte. Der Suche des auflaufspulenseitigen Fadens (Oberfaden)
und damit Beanspruchung der Oberfläche der Auflaufspule können dabei mehrere Versuche
der Erfassung des ablaufspulenseitigen Fadens (Unterfaden) sowie ein oder mehrere
Kopswechsel vorausgehen.
[0017] Die Anordnung zum Beispiel einer Blaseinrichtung im Bereich der Ablaufspule ermöglicht
es, den Fadenanfang an nahezu beliebiger Stelle der Ablaufspule zu erfassen und dem
Zubringer zuzuführen. Daraus ergibt sich insbesondere auch der Vorteil, daß ein während
des Abspulens an der Ablaufspule gerissener Faden wieder zugeführt werden kann. Außerdem
kann ein vom Zubringer nicht erfaßtes, wieder herabgefallenes Fadenende bei einer
erneuten Betätigung der Blaseinrichtung dem Zubringer erneut zugeführt werden.
[0018] Um einerseits Druckluftverluste zu vermeiden und andererseits nur eine begrenzte
Fadenlänge vom Ablaufkörper abzuziehen, ist die Dauer der Betätigung der Blaseinrichtung
begrenzt und mit der Bewegung des Zubringers abgestimmt. Die Verlängerung der Blaszeit
bei einem wiederholten Versuch der Zuführung des Fadenanfanges zum Zubringer ist deshalb
anzustreben, da ein beim ersten Versuch nicht erfaßtes Fadenende in der Regel schwerer
zu lösen ist.
[0019] Die Kontrolle der noch vorhandenen Restgarnmenge auf der Ablaufspule dient dem Zweck,
eine Wiederholungsschaltung der Fadenerfassung dann zu vermeiden, wenn die Ablaufspule
leer ist oder nur einen solchen geringen Rest enthält, der eine erneute Fadenverbindung
nicht rechtfertigt. Besonders vorteilhaft ist die Ermittlung der Restgarnmenge durch
den Spulstellenrechner, da auf diese Weise der durch einen Sensor verursachte zusätzliche
Aufwand vermieden wird.
[0020] Die Anordnung eines Sensors in einer der Abspulstellung benachbarten Wartestelleung
einer Ablaufspule gestattet es, bei Nichtvorliegen eines Rerservekopses unnötige Wiederholungsschaltungen
zu vermeiden, die letztlich zur Erzeugung eines Wartungssignals für die Bedienungsperson
führen würden, obwohl eine Wartung nicht erforderlich ist, da bei Ankunft eines neuen
Kopses in der Wartestellung alle Schritte automatisch durchführbar sind. Der Rücklauf
in die Nullstellung ist insbesondere deshalb von Vorteil, weil in dieser alle Einzelaggregate
der Fadenverbindungseinrichtung, insbesondere die Luftdüsen, außer Betrieb sind.
[0021] Die erneute Überprüfung der Erfassung des ablaufspulenseitigen Fadenendes nach dem
Kopswechsel erhöht die Sicherheit, daß eine Suche des auflaufspulenseitigen Fadens
nur auf die Fälle beschränkt ist, bei denen der ablaufspulenseitige Faden vorliegt.
Auf diese Weise können innerhalb eines Fadenverbindungszyklus mehrere Kopswechselvorgänge
mit anschließender Fadenvorlagekontrolle durchgeführt werden.
[0022] Insbesondere bei Kopswechseleinrichtungen der weiter unter beschriebenen Art ist
es möglich, nur bis etwa zur Mitte des Betätigungszyklus der Kopswechseleinrichtung
zurückzufahren und beim sich anschließenden Vorwärtslauf den Kopswechselvorgang komplett
beenden zu können. Dadurch wird für den Fall einer wiederholten Kopswechselschaltung
Schaltzeit eingespart.
[0023] Durch die zeitlich gestaffelte Bewegung des Zubringers für den ablaufspulenseitigen
Faden und der Saugdüse für den auflaufspulenseitigen Faden ist es auch möglich, unabhängig
von der Erfassung des ablaufspulenseitigen Fadens die Versuche zur Erfassung des auflaufspulenseitigen
Fadens zu wiederholen.
[0024] Analog der Verlängerung der Blaszeit bei der Zuführung des ablaufspulenseitigen Fadens
zum Zubringer kann bei der Fadensuche des auflaufspulenseitigen Fadens die Suchzeit
beim zweiten oder dritten Versuch ebenfalls verlängert werden.
[0025] Bei der Verwendung einer gemeinsamen Kurvenscheibenanordnung für die Fadenverbindeorgane
einer Spulstelle kann diese Suchzeitverlängerung durch Stoppen der Kurvenscheibenanordnung
während der Fadensuche erreicht werden. Dabei ist es auch möglich, angesteuert durch
den Spulstellenrechner, die Rücklaufgeschwindigkeit der Kehrgewindewalze und damit
der Auflaufspule während dieser Zeit zu reduzieren.
[0026] Bei der im Anspruch 17 unter Schutz gestellten nebengeordneten Variante der Erfindung
wurde von dem zusätzlichen Aufwand eines Sensors am Zubringer ausgegangen, wobei aber
gegenüber der ersten Variante der Vorteil besteht, daß das Nichtzuführen des ablaufspulenseitigen
Fadens zum Zubringer früher erkannt wird. Dadurch wird eine unnötige Bewegung des
Zubringers in die Fadeneinlegestellung vermieden, wodurch der zweite Fadenerfassungsversuch
eher gestartet werden kann und damit Zeit eingespart wird.
[0027] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Spulstelle mit Fadenverbindungseinrichtung und Kopswechseleinrichtung
nach dem Bereitlegen des ablaufspulenseitigen Fadenendes,
Fig. 2 die Spulstelle nach Fig. 1 nach dem Bereitlegen des auflaufspulenseitigen Fadenendes,
Fig. 3 ein in Fig. 3a und 3b als Gesamtheit enthaltenes Flußdiagramm des Fadenverbindungszyklus'
einschließlich Kopswechsel,
Fig. 4 ein zeitliches Ablaufschema des Fadenverbindungs-/Kopswechselvorganges gemäß
vorliegender Erfindung anhand der Stellungen einer für die Steuerung der Fadenverbindungsorgane
vorgesehenen Kurvenscheibenanordnung,
Fig. 5 eine erfindungsgemäße Variante zu Fig. 4 und
Fig. 6 eine weitere erfindungsgemäße Variante zu Fig. 4.
[0028] In einer automatischen Spulmaschine ist eine bestimmte Anzahl von Spulstellen 1 nebeneinander
angeordnet. Jede Spulstelle 1 besitzt einen Spulstellenrahmen 2, der alle Bauteile
der Spulstelle trägt. Entlang der Spulstellen verlaufen zwei Transportbänder 8 und
9. Das Transportband 8 führt Kopse 4 und das Transportband 9 Hülsen 5, die jeweils
aufrechtstehend auf Paletten 3 aufgesteckt sind.
[0029] Die Paletten 3 liegen während ihres Transportes durch das Transportband 8 nur zu
einem Teil auf diesem auf, da es schmaler ist als die Grundplatten der Paletten. Durch
eine seitliche Führung 8′ wird gewährleistet, daß die Grundplatten der Paletten 3
während des Transportes auf dem Transportband 8 in den Bereich von Transportbändern
6 ragen, die quer zum Transportband 8 verlaufen und jeder der Spulstellen 1 zugeordnet
sind.
[0030] Die Transportbänder 6 werden durch Umlenkrollen 10 und 11 umgelenkt und transportieren
in Richtung des Pfeiles 7. Der Antrieb der Transportbänder 6 kann einzeln oder in
Gruppen erfolgen. Er kann aber auch unmittelbar von einem der Transportbänder 8 oder
9, zum Beispiel über Spannrollen und Kegelräder abgenommen werden.
[0031] Sind vor der Abspulposition auf dem Transportband 6 drei Paletten 3 gestaut, können
die auf dem Transportband 8 vorbeigeführten Paletten nicht auf das Transportband 6
gelangen, da sie an der Grundplatte der letzten gestauten Palette 3 vorbeigleiten.
Im in den Fig. 1 und 2 gezeigten Zustand wird die auf dem Transportband 8 herangeführte
Palette 3 mit Kops 4 vom schneller laufenden Transportband 6 erfaßt und in die Zweigbahn
der Spulstelle 1 hineingefördert.
[0032] In der Abspulposition ist eine Manschette 17 angeordnet, die längsgeteilt ist und
aus zwei Manschettenhälften besteht. Die Manschettenhälften können durch Hydraulikzylinder
13 und 19 nacheinander aus dem Bereich der durch das Transportband 6 gebildeten Transportbahn
entfernt werden. Die Hydraulikzylinder 13 und 19 sind auf Ständern 12 und 20 befestigt.
[0033] Das Transportband 6 bildet gemeinsam mit der durch die Hydraulikzylinder 13 und 19
gebildeten Betätigungseinrichtung für die beiden Manschettenhälften die Kopswechseleinrichtung,
deren Funktionsweise nachfolgend beschrieben werden soll.
[0034] Wie aus den Fig. 1 und 2 zu erkennen ist, liegen die beiden Hydraulikzylinder 13
und 19 auf einer Achse, die mit der Transportrichtung des Transportbandes 6 etwa einen
Winkel von 45 Grad bildet. Da die Hydraulikzylinder 13 und 19 etwa jeweils in der
Mitte der beiden Manschettenhälften angebracht sind, schneidet die durch die Hydraulikzylinder
13 und 19 gebildete Achse eine durch die Fugen der Manschette 17 verlaufende gedachte
Ebene etwa im rechten Winkel. Die durch den Hydraulikzylinder 13 getragene Manschettenhälfte
weist ein Stoppelement 18 auf, welches die Palette 3, die einen Kops 4 in Abspulposition
trägt, stoppt und in dieser Position während des Abspulens hält. Wird nun der Hydraulikzylinder
13 betätigt, wird die in Transportrichtung des Transportbandes 6 hintere Manschettenhälfte
aus der Transportbahn bewegt, wodurch das Stoppelement 18 die in Abspulposition befindliche
Palette 3 freigibt. Das Transportband 6 fördert die Palette 3 mit abgespulter Hülse
5 bis auf das Transportband 9 gegen eine Führungskante 9′. Das Transportband 9 transportiert
diese Hülse 5 dann auf ihrer Palette 3 zu einer Stelle, wo sie abgezogen wird, oder
direkt zu einer Spinnmaschine.
[0035] Anschließend wird diese Manschettenhälfte wieder über das Transportband 6 verschoben
und gleichzeitig die vordere Manschettenhälfte mittels des Hydraulikzylinders 19 zurückgezogen.
Dadurch kann die nächste bereitstehende Palette 3 mit Kops in die Manschette 17 einfahren.
Anschließend wird auch diese Manschettenhälfte wieder über das Transportband 6 bewegt
und dadurch die Manschette 17 geschlossen. Zur Beschleunigung des Kopswechselvorganges
ist es jedoch auch möglich, beide Manschettenhälften gleichzeitig aus der Transportbahn
zurückzuziehen, wodurch auch der Abtransport der leeren Hülse und das Bereitstellen
eines neuen Kopses 4 in der Abspulstellung gleichzeitig erfolgt. Da das Stoppelement
18 die Paletten 3 jeweils an einem sockelförmigen Aufbau erfaßt, ist der Abstand zwischen
benachbarten Paletten groß genug, um das Stoppelement 18 nach der Freigabe der die
leere Hülse 5 tragenden Palette beim Einfahren in den Transportweg und Stoppen der
nachfolgenden Palette nicht zu behindern.
[0036] Nach dem Schließen der Manschettenhälften wird durch Blasdüsen 14 bis 16, die tangential
und schräg nach oben gerichtet in die Manschette 17 münden, der entweder auf der Hülsenspitze
oder in der Hülse bereitgelegte Fadenanfang nach oben geb lasen. Er gelangt dabei
in den Bereich der Ansaugöffnung 25 eines Zubringers 24, die zu diesem Zeitpunkt eine
Position direkt über der Manschette 17 einnimmt. Der Zubringer ist über eine hier
nicht dargestellte Verbindung an eine Saugtraverse 31 angeschlossen, die die gesamte
Spulmaschine mit Saugluft versorgt.
[0037] Vor dem Aufwärtsblasen des Fadenanfanges vom Kops 4 wird mittels einer Betätigungseinrichtung
22 eine scherenartig ausgebildete Garnschlingenauflösevorrichtung 21 geöffnet, damit
der Faden die Ansaugöffnung 25 ohne Hindernisse erreichen kann. Gegebenenfalls kann
innerhalb der Manschette 17 zusätzlich ein Ballonbegrenzer 43 angeordnet sein, der
vorteilhaft während des Ausblasens des Fadenfanges ebenfalls aus dem Fadenweg geschwenkt
ist. Dazu kann eine der Manschettenhälften eine Tasche aufweisen, in die dieser Ballonbegrenzer
43 eintauchen kann. Im Zubringer 24 oder an dessen Mündung, der Ansaugöffnung 25,
kann zusätzlich eine nicht dargestellte Klemmvorrichtung angeordnet sein, die den
erfaßten Fadenanfang während der nachfolgenden Schwenkbewegung des Zubringers 24 sicher
hält. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Rand der Ansaugöffnung aufzurauhen,
damit der Faden nicht wieder aus dem Zubringer 24 gleiten kann. Der Zubringer 24 kann
einen Sensor 45 aufweisen, der über eine Signalleitung 45′ mit einer zentralen Steuereinheit
42 verbunden ist und das Erfassen des Fadenanfanges durch den Zubringer an die zentrale
Steuereinheit 42 übermitteln kann.
[0038] Wie aus Fig. 1 noch zu erkennen ist, ist an der Manschette 17 ein Sensor 68 angeordnet,
der, wie später noch erläutert, die Restfadenmenge auf dem Kopse 4 in der Abspulstellung
erkennt. Auch dieser Sensor ist über eine Signalleitung 68′ mit der zentralen Steuereinheit
42 verbunden.
[0039] Ein weiterer Sensor 69, der über eine Signalleitung 69′ mit der zentralen Steuereinheit
42 verbunden ist, überwacht das Vorhandensein eines Kopses 4 beziehungsweise einer
Palette 3 in Wartestellung vor der Abspulposition. Auch die Verwertung der von diesem
Sensor 69 übermittelten Information wird weiter unten noch beschrieben.
[0040] Während des normalen Spulvorganges wird der Faden 35 von dem in Abspulstellung stehenden
Kops 4 abgezogen, durch einen Fadenspanner 23, einen elektronischen Fadenreiniger
27 und eine Schneid- und Klemmeinrichtung 28 hindurch, an einer über einen Saugarm
30 mit der Saugtraverse 31 verbundenen Fadenfangdüse 29 vorbei und durch einen Fadenführer
32 einer die Auflaufspule bildenden Kreuzspule 38 zugeführt. Diese Kreuzspule wird
von einer Kehrgewindewalze 37 durch Reibschluß angetrieben. Diese Kehrgewindewalze
hat zusätzlich die Funktion der Fadenverlegung für die Bildung der Kreuzbewicklung.
Die Kreuzspule 38 ist einem verschwenkbaren Spulenrahmen 39 gelagert. Dieser Spulenrahmen
39 ist um eine Schwenkwelle 40 aus einer Position 39′ bei Beginn des Bewicklungsvorganges
bis zum Erreichen der vorgegebenen maximalen Spulengröße sowie darüber hinaus zum
Abheben von der Kehrgewindewalze 37 verschwenkbar. Für das Herausnehmen der Kreuzspule
38 von Hand aus dem Spulenrahmen 39 ist ein Rahmenöffnerhebel 41 vorgesehen.
[0041] Nachfolgend soll anhand des in Fig. 3 dargestellten Flußdiagrammes dargestellt werden,
welche Schaltvorgänge während eines Fadenverbindungszyklus', gegebenenfalls mit eingeschlossenem
Kopswechsel, ablaufen.
[0042] Solange das Fadenlaufsignal (dynamisches Fadensignal im elektronischen Fadenreiniger
27) vorhanden ist, läuft der normale Spulbetrieb ab, das heißt, die Fadenverbindungseinrichtung
und die Kopswechseleinrichtung sind außer Betrieb. Ist das Fadenlaufsignal nicht mehr
vorhanden, wird entweder über den Sensor 68 oder denk hier mit zentraler Steuereinheit
42 bezeichnenten Spulstellenrechner der Füllstand des Kopses 4 abgefragt. Ist dieser
Füllstand ausreichend, wird nach dem Nullsetzen eines Zählers Z1, in dem zuvor noch
vom vorangehenden Fadenverbindungsvorgang ein Wert gespeichert war, die Unterfadenerfassung
eingeleitet. Dieser Zähler Z1 zählt die erfolglosen Versuche der Unterfadenerfassung.
Er wird für einen bestimmten Wert, im Normalfall 2, eingestellt. Als Unterfaden ist
dabei der ablaufspulenseitige Faden 35′ zu verstehen.
[0043] Die Erfassung dieses Fadens erfolgt, wie bereits beschrieben, mittels des Zubringers
24, dem der Fadenanfang durch die in der Manschette 17 erzeugte spiralförmige Luftströmung
zugeführt wird. Anschließend erfolgt die Abfrage des Vorhandenseins des Unterfadens.
Das kann einmal zu einem Zeitpunkt geschehen, zu dem der Zubringer 24 seine in Fig.
1 dargestellte oberste Position erreicht hat. Diese Stellung des Zubringers 24 kann
zum Beispiel durch einen auf der Drehachse des Zubringers angebrachten Kontakt angezeigt
werden, der über eine Signalleitung 24′ mit der zentralen Steuereinheit 42 verbunden
ist. Erhält die zentrale Steuereinheit 42 das entsprechende Stellungssignal des Zubringers
24, wird im elektronischen Fadenreiniger 27 das Vorhandensein eines statischen Fadensignals
über die Signalleitung 27′ abgefragt.
[0044] Bei einer Variante der Erfindung kann diese Abfrage bereits erfolgen, wenn der Zubringer
nach Betätigung der Blasdüsen 14 bis 16 noch in einer unteren Stellung ist. Dazu ist,
wie aus Fig. 2 ersichtlich, ein Sensor 45 im Fadenweg innerhalb des Zubringers 24
angeordnet, der die Ankunft des Fadens erkennt und über die Signalleitung 45′ an die
zentrale Steuereinheit 42 übermittelt. Bei dieser Variante der Erfindung ist die Information
über das Vorhandensein des ablaufspulenseitigen Fadens 35′ zu einem früheren Zeitpunkt
vorhanden, wodurch, wie spater noch beschrieben wird, eine Zeiteinsparung erreicht
werden kann.
[0045] Ist der Unterfaden vorhanden, erfolgt der Übergang zur Oberfadenerfassung. Ist er
nicht vorhanden, wird der Zähler Z1 um 1 erhöht. Anschließend wird abgefragt, ob der
Zähler Z1 einen Wert größer oder gleich n, wie bereits erläutert, im Normalfall 2,
erreicht hat.
[0046] Hat der Zähler Z1 einen Wert kleiner n, das heißt zum Beispiel 1, erreicht, erfolgt
ein Rücklauf der Kurvenscheibenanordnung bis zum Ausgangspunkt der Unterfadenerfassung.
Der Zubringer 24 steht dann mit seiner Ansaugöffnung 25 wieder in der unteren Stellung
25′. Daran schließt sich ein erneuter Vorlauf der Kurvenscheibenanordnung an, der
mit der Abfrage der Unterfadenerfassung endet.
[0047] Hat der Zähler Z1 den Wert n erreicht, wird daraus die Notwendigkeit des Kopswechsels
abgeleitet. Dieser beginnt zunächst mit der Abfrage des Sensors 69, ob neben der Abspulstellung
ein Kops 4 mit Palette 3 für den Wechsel bereitsteht.
[0048] Kann dieser Sensor 69 über die Signalleitung 69′ an die zentrale Steuereinheit 42
die Vorlage eines Kopses 4 melden, schließt sich die bereits weiter obene beschriebene
Kopswechselschaltung an. Um den Fadenanfang des neuen Kopses bereit legen zu können,
muß die Ansaugöffnung 25 des Zubringers 24 bereits wieder die untere Stellung 25′
eingenommen haben. Dabei erfolgt das Verschwenken der Ansaugöffnung entlang des Zubringerschwenkweges
33.
[0049] Nach der erneuten Unterfadenerfassung erfolgt wieder eine Abfrage bezüglich des Vorhandenseins
des Unterfadens. Ist dieser nicht vorhanden, wird der Antrieb für die Kurvenscheibenanordnung
auf Rücklauf geschaltet, bis die Ausgangsposition für einen weiteren Kopswechsel erreicht
ist.
[0050] Dabei erfolgt selbtverständlich auch bei diesem zweiten Versuch eine Abfrage, ob
sich ein Kops in Vorlage befindet.
[0051] Da zumindest die Möglichkeit nicht auszuschließen ist, daß ein Defekt in der durch
die Blasdüsen 14 bis 16 gebildeten Blaseinrichtung oder dem Zubringer 24 vorliegt,
kann zusätzlich ein hier in das Flußdiagramm nicht eingebauter Zähler vorhanden sein,
der nach einer vorgebbaren Anzahl von Kopswechseln, die nicht zu einer Unterfadenerfassung
geführt hat, die Spulstelle abschaltet und ein Wartungssignal auslöst.
[0052] Wurde festgestellt, daß sich kein Kops 4 in Vorlage befindet, erfolgt ein Rücklauf
der Kurvenscheibenanordnung möglichst bis in die Nullstellung, damit auch gesichert
ist, daß keinerlei Düsen beziehungsweise Ventile bis zum Eintreffen eines neuen Kopses
geöffnet bleiben. Nach Eintreffen eines Kopses vor der Abspulstellung kann durch das
Signal des Sensors 69 der Antrieb für die Kurvenscheibenanordnung wieder gestartet
werden.
[0053] Bei dem in Fig. 3 gezeigten Flußdiagramm ist vorgesehen, daß selbst bei geringem
Füllstand des Kopses 4 im Falle der Vorlage eines Unterfadens 35′ die weiteren Fadenverbindungsschritte
eingeleitet werden können. Dieses Vorgehen ist insbesondere dann von Vorteil, wenn
keine sehr exakte Erfassung des Restwickels erfolgt ist. Zumindest ist auszuschließen,
daß eine leere Hülse 5 vorliegt, wenn ein Unterfaden vorgelegt werden konnte. Bei
Verzicht auf einen Sensor 68 und Erfassung der noch vorhandenen Restgarnmenge durch
den Spulstellenrechner, der die umgespulte Garnmenge nach einem Kopswechsel über die
Umdrehungen der Spulenantriebswalze 37 registriert, ist zum Beispiel aufgrund von
möglicherweise vorhandenen Abweichungen in der Bewicklungslänge der Kopse der Bewicklungszustand
nicht ganz exakt zu bestimmen. Insbesondere in einem solchen Fall ist es von Vorteil,
wenn bei Vorlage des Unterfadens zur Vermeidung von Abfall eine Fadenverbindung erfolgt.
In jedem Fall wird jedoch ausgeschlossen, daß eine Wiederholung der Unterfadenerfassung
durchgeführt wird, wenn kein Mindestfüllstand des Ablaufkörpers vorhanden ist.
[0054] Bei sehr exakter Erfassung des Füllstandes besteht in Abwandlung zu dem Flußdiagramm
in Fig. 3 auch die Möglichkeit, bei erkannter Leerhülse 5 beziehungsweise extrem geringer
Bewicklungsmenge, unabhängig von der Erfassung des Unterfadens den Kopswechsel einzuleiten.
[0055] Nach dem Einlegen des ablaufspulenseitigen Fadenendes 35′ in den elektronischen Reiniger
27 und die Schneid- und Klemmeinrichtung 28 und dem Nachprüfen dieser Fadenvorlage
(Fig. 1) beginnt die Erfassung des auflaufspulenseitigen Fadens. In Fig. 1 ist die
dafür vorgesehene Saugdüse 34 bereits aus ihrer unteren Ruhestellung 34′ in ihre obere
Stellung verschwenkt. Dabei ist in jedem Fall zu sichern, daß die Versorgung der Saugdüse
34 mit Saugluft über eine hier nicht dargestellte Verbindung zur Saugtraverse 31 nicht
einsetzt, bevor das Vorliegen des Unterfadens bestätigt wurde.
[0056] Während in der Saugdüse 34 ein Unterdruck anliegt, dreht die Kehrgewindewalze 37
und damit auch die Kreuzspule 38 rückwärts. Dadurch wird das Erfassen des auflaufspulenseitigen
Fadenendes 35˝ durch die Saugdüse 34 ermöglicht.
[0057] Vor Beginn der Erfassung des auflaufspulenseitigen Fadenendes 35˝ wird ein für die
Oberfadenerfassung vorhandener Zähler Z2 = Null gesetzt, um nur die Fehlversuche des
jeweiligen Fadenverbindungsvorganges zählen zu können. Nach der Oberfadenerfassung
und dem Verschwenken der Saugdüse 34 entlang des Schwenkweges 36 bis in die Ruhestellung
34′ (Fig. 2) wird das Vorliegen des Oberfadens im elektronischen Reiniger 27 ebenfalls
abgefragt. Der Zeitpunkt der Abfrage kann zum Beispiel durch ein Signal eines Initiators
44 bestimmt werden, der die untere Stellung der Saugdüse 34 erkennt, wenn er durch
eine an der Drehachse der Saugdüse 34 angebrachte Nase 34˝ bedämpft wird. Diese Stellung
der Saugdüse 34 meldet der Initiator 44 über eine Signalleitung 44′ an die zentrale
Steuereinheit 42. Selbstverständlich ist es jedoch ebenso möglich, die Stellung der
Saugdüse 34 sowie auch des Zubringers 24 durch die jeweilige Stellung der Kurvenscheibenanordnung
zu überwachen.
[0058] Wurde im elektronischen Fadenreiniger 27 erkannt, daß auch der Oberfaden bereitgelegt
ist, wird der eigentliche Fadenverbindevorgang eingeleitet. Dazu werden einem Spleißerprisma
26′ einer Spleißeinrichtung 26 die beiden Fäden zugeführt. Eine derartige Spleißvorrichtung
ist unter anderem durch die DE-A 31 32 895 bekannt. Dabei werden die Fadenenden gekürzt,
in ober- und unterhalb der Spleißkammer angeordnete Saugdüsen eingesaugt, aufgelöst
und um einen solchen Betrag wieder aus dem Prisma herausgezogen, daß sich eine vorgegebene
Überlappung der Fadenenden ergibt. Anschließend erfolgt der Spleißvorgang durch ein
oder mehrere Druckluftstöße in dem Spleißerprisma 26′.
[0059] Nach dem Spleißen wird der Faden 35 wieder freigegeben, wonach der Anlauf der Kehrgewindewalze
37 und damit der Wiederbeginn des Spulvorganges erfolgt. Anschließend wird vom Fadenreiniger
27 die Spleißverbindung beziehungsweise das Fadenlaufsignal erneut geprüft. Liegt
diese Spleißverbindung im vorgegebenen Toleranzbereich, das heißt, sind keine erheblichen
Abweichungen im Querschnitt des Fadens festgestellt worden, wird der normale Spulvorgang
fortgesetzt.
[0060] Konnte der Oberfaden nicht erfaßt werden, wird der Zähler Z2 um 1 erhöht. Liegt der
dann erreichte Wert des Zähler Z2 unter einer vorgegebenen Zahl n, die üblicherweise
2 beziehungsweise 3 beträgt, wird der Antrieb für die Kurvenscheibenanordnung auf
Rücklauf gestellt, bis diese eine Stellung erreicht, in der eine Wiederholung der
Oberfadenerfassung möglich ist. Erreicht der Zähler Z2 den Wert n, wird die Spulstelle
außer Betrieb gesetzt und ein Wartungssignal, zum Beispiel Rotlicht, erzeugt.
[0061] Aus dem in Fig. 3 dargestellten Flußdiagramm ist zwar der logische Ablauf der Schaltung
erkennbar, jedoch nicht der exakte zeitliche Ablauf. Zur Erläuterung dieses zeitlichen
Ablaufes dienen die Fig. 4 bis 6, die jeweils voneinander abweichende Varianten der
Erfindung beinhalten.
[0062] Obwohl es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, die einzelnen Aggregate der Fadenverbindungseinrichtung
zu betätigen, hat sich in der Praxis eine Kurvenscheibenanordnung als zweckmäßig erwiesen,
die auf einer gemeinsamen Welle befestigt ist und demzufolge einen gemeinsamen Antrieb
aufweist. Für die Kopswechseleinrichtung ist vorteilhaft eine zweite gemeinsame Kurvenscheibenanordnung
vorgesehen, die im Bedarfsfall, wie später noch beschrieben, an die Kurvenscheibenanordnung
der Fadenverbindungseinrichtung angekoppelt wird. Derartige Kurvenscheibenanordnungen
im allgemeinen, und auch im speziellen für die Fadenverbindungs- und Kopswechseleinrichtungen
an Spulmaschinen, sind bekannt, weshalb hier nicht näher darauf eingegangen zu werden
braucht.
[0063] Bei den Fig. 4 bis 6 wird davon ausgegangen, daß ein kompletter Fadenverbindungszyklus
einer kompletten Umdrehung einer Kurvenscheibenanordnung entspricht. Ausgewählte Arbeitsschritte
sind deshalb in diesen Zyklus über insgesamt 360 Grad aufgetragen.
[0064] Bei allen drei Varianten erfolgt der Start mit der Bewegung des Zubringers in eine
Ausgangsstellung 46 für die Fadenaufnahme (entspricht Stellung in Fig. 2). Dabei bewegt
sich die Ansaugöffnung 25 aus einer stromauf der Transportrichtung des Transportbandes
6 liegenden Stellung in eine über der Manschette 17 liegende Stellung 25′. In der
Nullstellung des Zubringers 24 ist die Ansaugöffnung 25 hinter der Betätigungseinrichtung
22 für die Garnschlingenauflösevorrichtung angeordnet. Diese Nullstellung der Ansaugöffnung
25 ist erforderlich, um während des normalen Spulvorganges den Fadenlauf nicht zu
behindern. Da sie offensichtlich ist, wurde auf die Darstellung der Nullstellung verzichtet.
Darüber hinaus wäre, wie bereits dargestellt, die Ansaugöffnung 25 ohnehin durch die
Betätigungseinrichtung 22 verdeckt. Die Bewegung des Zubringers 24 aus der Nullstellung
in seine Bereitschaftsstellung, das heißt Ausgangsstellung 46 für die Fadenaufnahme,
ist durch einen Pfeil 61 gekennzeichnet. Bei den in Fig. 4 und 5 dargestellten Varianten
schließt sich unmittelbar die mit Pfeil 47 gekennzeichnete Phase der Unterfadenerfassung
an, die mit der Abfrage 49 für das Vorhandensein des Unterfadens abschließt. Diese
durch Pfeil 47 gekennzeichnete Phase schließt die Betätigung der Blasdüsen 14 bis
16, das Ansaugen des Fadenanfanges 35′ durch die Ansaugöffnung 25 und das Verschwenken
des Zubringers 24 in seine obere Stellung (Fig. 1) ein. Ergibt die Abfrage 49 des
Unterfadens, daß dieser im elektronischen Fadenreiniger zu dem Zeitpunkt nicht vorliegt,
der durch die Signalleitung 24′ an die zentrale Steuereinheit 42 übermittelt wurde,
steuert diese den Antrieb für die der Kurvenscheibenanordnung gemeinsame Welle auf
Rücklauf, der bei Erreichen der Ausgangsstellung 46 wieder abgebrochen wird. Dabei
kann diese Ansteuerung auf sehr einfachem Wege erfolgen, indem ein Motor für den Antrieb
eingesetzt wird, der in beiden Richtungen betreibbar ist. Derartige Motoren können
zum Beispiel so angesteuert werden, daß die Schaltung der Anschlüsse 1/0 Vorwärtslauf,
0/1 Rückwärtslauf, 0/0 Stand und 1/1 Bremsen bedeutet. Diese einfachen Schaltungen
sind ohne weiteres von der zentralen Steuereinheit 42 beziehungsweise dem Spulstellenrechner
zu realisieren. Auf der die Kurvenscheibenanordnung tragenden Welle kann zum Beispiel
ein Polrad angeordnet sein, welches von Hallsensoren überwacht wird, wodurch die.Stellung
des Polrades und damit der Kurvenscheibenanordnung ständig bekannt ist. Auf diese
Weise lassen sich die Abfragezeitpunkte für das Vorhandensein der Fadenenden genau
steuern. Die Übertragung der Drehbewegung vom Antriebsmotor auf die die Kurvenscheibenanordnung
tragende Welle kann über einen hier auch nicht dargestellten Schneckentrieb erfolgen.
Damit ist auch gesichert, daß nach dem Stoppen des Antriebes die Kurvenscheibenanordnung
diese Position erst dann wieder verläßt, wenn der Antrieb erneut betätigt wird.
[0065] Nach dem Rücklauf (Pfeil 48 in Fig. 4) in die Ausgangsstellung 46 erfolgt mit Pfeil
47 ein weiterer Versuch der Unterfadenerfassung. War die Abfrage in Position 49 erfolgreich,
das heißt, wurde ein Unterfaden erkannt, wird das Kurvenscheibenpaket weiter im Vorwärtslauf
angetrieben, wobei sofort die Oberfadenerfassung (Pfeil 55) beginnt. Diese Phase endet,
wenn der Oberfaden in den elektronischen Fadenreiniger 27 eingelegt ist (Fig. 2) und
die Oberfadenabfrage in der Position 56 erfolgt. Lag ein Oberfaden im Fadenreiniger
vor, wird das Kurvenscheibenpaket weiter vorwärts angetrieben. Konnte kein Oberfaden
in den Fadenreiniger eingelegt werden, erfolgt ein Rücklauf der Kurvenscheibenanordnung
(Pfeil 57) bis zu einer Ausgangsposition 58 für den Start einer zweiten Oberfadenerfassung.
Diese Position 58 ist von der Ausgangsposition des Pfeiles 55 um einen bestimmten
Winkel entfernt. Das ergibt sich daraus, daß eine Rückbewegung der Saugdüse 34 bis
in die Nähe der Nullstellung nicht erforderlich ist, da im Gegensatz zum Zubringer
24 die Fadenerfassung in der oberen Stellung der Saugdüse erfolgt. Diese Position
58 kann sogar noch weiter bis 58′ unter Verkürzung des Pfeiles 57 auf 57′ in Richtung
auf die Oberfadenabfrageposition 56 verschoben werden, da während des Rücklaufes des
Kurvenscheibenpaketes die Saugdüse 34 benachbart zur Oberfläche der Kreuzspule 38
angeordnet bleibt und auch beim Rücklauf das Ventil für die Unterdruckversorgung der
Saugdüse 34 öffnet. Dadurch verdoppelt sich die Saugzeit durch die Rücklauf- und die
anschließende Vorlaufphase der Kurvenscheibenanordnung. Es ist deshalb nur notwendig,
etwa bis in die Mitte der Öffnungsphase des Saugluftventiles für die Saugdüse 34 zurückzufahren.
[0066] Da der Rücklauf der Kehrgewindewalze 37 vom Spulstellenrechner beziehungsweise der
zentralen Steuereinheit 42 unabhängig von der Kurvenscheibenanordnung gesteuert wird,
besteht auch die Möglichkeit, bei der Wiederholung der Oberfadensuche die Rücklaufgeschwindigkeit
zu verringern. Ebenso läßt sich ohne weiteres am Spulstellenrechner auch ein kurzes
Verharren der Kurvenscheibenanordnung in der Position 58 steuern, wodurch die Fadensuchzeit
ebenfalls verlängert wird.
[0067] Der Pfeil 50 in Fig. 4 zeigt die Phase des Betriebes der Kopswechselschaltung, die
in der Position 50′ abgeschlossen ist und dort in die mit Pfeil 51 gekennzeichnete
Phase der Unterfadenerfassung nach dem Kopswechsel übergeht. Wie hieraus ersichtlich
ist, ist bei der Verwendung einer gemeinsamen Kurvenscheibenanordnung prinzipiell
ein zweiter Hub des Zubringers 24 erforderlich, um den Faden nach erfolgtem Kopswechsel
ohne Wechsel der Antriebsrichtung zuführen zu können. Das unmittelbare Einlegen des
Unterfadens in den elektronischen Fadenreiniger 27 erfolgt dabei erst nach dem Einlegen
des Oberfadens. Deshalb liegt die zweite Abfrage 52 des Unterfadens nach der Abfrage
56 des Oberfadens. Diese Notwendigkeit ergibt sich insbesonder daraus, daß der Zubringer
erst in den Schwenkbereich 36 der Saugdüse 34 eintauchen kann, wenn dieser die Kreuzungsstelle
mit dem Schwenkweg 33 des Zubringers passiert hat. Das resultiert aus der Breite der
Ansaugöffnung der Saugdüse 34, die mindestens der Breite der Kreuzspule entsprechen
muß. Aus diesem Grunde ist es auch nicht von Nachteil, wenn der Zubringer 24 den genannten
zweiten Hub ausführen muß.
[0068] Wird in der Position 52 ein Unterfaden erkannt, macht sich ein Rücklauf bis zur Position
54 erforderlich. Dabei wird auch hier der symmetrische Ablauf des Kopswechsels genutzt,
wodurch ein Zurückfahren bis in die Mitte der Kopswechselphase ausreichend ist, um
den kompletten Kopswechselvorgang durchführen zu können.
[0069] Nach Abfrage der Vorlage der beiden Fadenenden erfolgt die Vorbereitung für das Spleißen
und anschließend das Spleißen selbst (Pfeil 59). Der Pfeil 60 stellt die Freigabe
des Fadens und den Anlauf der Kehrgewindewalze 37 dar.
[0070] Der in Fig. 4 dargestellte Ablauf weist den Nachteil auf, daß beim Nichterfassen
des Fadenanfanges nach dem Kopswechsel die Kurvenscheibenanordnung so weit zurückgefahren
werden muß, daß sich eine erneute Oberfadensuche anschließt, auch wenn der Oberfaden
beim ersten Mal gefunden wurde. Des weiteren muß der elektronische Fadenreiniger 27
so ausgelegt sein, daß er zwischen dem statischen Fadensignal eines Fadens und dem
von zwei Fäden unterscheiden kann. Diese Notwendigkeit ergibt sich daraus, daß nach
der Oberfadenabfrage 56 der Oberfaden im elektronischen Fadenreiniger 27 verbleibt
und der Unterfaden hinzugefügt wird. Die Unterfadenabfrage 52 ist demzufolge zugleich
eine Abfrage, ob zwei Fäden im Fadenreiniger zu diesem Zeitpunkt vorliegen.
[0071] Um eine Beschädigung der Oberfläche der Kreuzspule 38 bei empfindlichen Garnen auszuschließen,
wenn nach dem ohnehin selten eintretenden Fall der Kopswechselwiederholung erneut
die Oberfadenerfassung einsetzt, kann vom Spulstellenrechner die Rückwärtsdrehung
der Kehrgewindewalze 37 unterbunden werden. Damit kann selbst in diesem Ausnahmefall
der Vorteil der Schonung das auflaufspulenseitigen Fadens gemäß der Erfindung genutzt
werden.
[0072] In Fig. 5 ist eine Variante dargestellt, die sich von der bisher beschriebenen Variante
insbesondere dadurch unterscheidet, daß die Phase des Kopswechsel vorverlegt ist.
Der Ablauf ohne Kopswechsel entspricht dem gemäß Fig. 4. Der Zeitpunkt der Einleitung
des Kopswechselvorganges ist auf diesen normalen Fadenverbindungsvorgang ohnehin ohne
Einfluß, da eine Kopplung mit der für den Kopswechsel zuständigen Kurvenscheibenanordnung
bis dahin nicht erfolgt.
[0073] Durch das Vorverlegen des Wechsels, hier 62 gemäß Fig. 5, ist das Ende 63 des Wechsels
so früh, daß die Unterfadenerfassung 64 zu einem Zeitpunkt mit der Unterfadenabfrage
65 abschließt, bevor im Rahmen der Oberfadenerfassung das Besaugen der Oberfläche
der Kreuzspule 38 beginnt. Außerdem erfolgt die Kontrolle des Unterfadens nach dem
Kopswechsel demzufolge vor dem Einlegen des Oberfadens in den elektronischen Fadenreiniger
27. Dadurch ist es auch möglich, einen elektronischen Fadenreiniger zu verwenden,
der außer dem dynamischen Fadensignal nur zwischen dem statischen Fadensignal und
dem Nichtvorliegen eines Fadens unterscheiden kann, da ihm immer nur ein Faden zur
Kontrolle vorgelegt wird.
[0074] Wird bei der Unterfadenabfrage 49 gemäß Fig. 5 das Erfordernis eines Kopswechsels
erkannt, kann die Kurvenscheibenanordnung bis zur Ausgangsstellung 46 zurückgefahren
werden. Es ist aber auch möglich, nur bis zum Ausgangspunkt 62′ für den Kopswechsel
zurückzufahren.
[0075] Ergibt nach dem Kopswechsel die Unterfadenkontrolle an der Position 65, daß kein
Unterfaden vorgelegt werden konnte, wird der Rücklauf 66 bis zur Position 67 durchgeführt.
Beim Passieren der Position 63 beginnt bereits der Wechselvorgang, das heißt, an dieser
Stelle muß bereits eine Kopplung, zum Beispiel mittels einer magnetbetätigten Rastklinke,
mit der Kurvenscheibenanordnung für die Kopswechseleinrichtung erfolgen. Dadurch erfolgt
ein kompletter Kopswechselvorgang, dessen erste Phase nach dem Passieren der Position
63 bis zur Position 67 abläuft, während die zweite Phase beim anschließenden Vorwärts
lauf von der Position 67 bis zur Position 63 abläuft. Anschließend erfolgt wieder
die Unterfadenerfassung 64.
[0076] Bei der in Fig. 6 dargestellten Variante ist im Zubringer 24 der Sensor 45 vorhanden,
wodurch die Unterfadenerfassungsphase 47′ bis zur Kontrolle des Erfassens des Unterfadens
49′ stark verkürzt ist. Dadurch ist nur ein sehr kurzer Rücklauf 48′ bis zur Ausgangsstellung
46 erforderlich. Auf diese Weise kann erheblich Zeit eingespart werden, wenn mehrfache
Versuche zur Erfassung des Unterfadens notwendig werden.
[0077] Der Ablauf des Kopswechsels entspricht der Darstellung in Fig. 5.
[0078] Ist auch in der Saugdüse 34 ein Sensor 70 für die Fadenkontrolle vorhanden, der über
eine Signalleitung 70′ mit der zentrallen Steuereinheit 42 verbunden ist, kann die
Oberfadenkontrolle 56′ ebenfalls wesentlich eher durchgeführt werden, als der Oberfaden
in den elektronischen Reiniger 27 eingelegt worden ist. Bei Wiederholung der Oberfadenerfassung
ist dann nur ein verkürzter Rücklauf 57˝ notwendig, dem sich eine erneute Erfassung
55′ anschließt.
[0079] Wie die Beschreibung der unterschiedlichen zeitlichen Abläufe zeigt, läßt sich auf
sehr verschiedene Weise die Abstufung der einzelnen Schritte mit dem Ziel steuern,
sowohl komplette Wiederholschaltungen als auch Schritte zu vermeiden, die nicht zum
Erfolg führen können, weil der vorhergehende eine Erfolgsvoraussetzung bildende Schritt
fehlerhaft durchgeführt wurde. Das kann insbesondere bedeutsam sein, wenn empfindliche
Garne, zum Beispiel Coregarne, verarbeitet werden. Bei bekannten Einrichtungen wird
auf der Kreuzspule mehrfach der Fadenanfang gesucht, obwohl kein Unterfaden vorhanden
war, das heißt der Fadenverbindungsvorgang nicht zum Erfolg führen konnte. Die Fadensuche
des Oberfadens beschränkt sich demzufolge bei vorliegender Erfindung nur auf die Fälle,
in denen der Unterfaden bereits festgestellt wurde. Mehrfache Oberfadensuche wird
nur erforderlich, wenn der erste Versuch der Oberfadensuche scheitert. Außerdem verkürzt
die Wiederholung erfolgloser Schritte des Fadenverbindens einschließlich Kopswechsels
insgesamt die Zeit bis zur Wiederinbetriebnahme der Spulstelle. Dabei fällt in die
Zeit des Rücklaufes 48 für die Wiederholung der Unterfadenerfassung die Phase des
Abbremsens der Kehrgewindewalze mit der Kreuzspule. Da die Kurvenscheibenanordnung
für das Fadenverbinden unmittelbar nach Feststellung eines Fadenbruches durch den
elektronischen Fadenreiniger (Ausbleiben des dynamischen Fadensignals) gestartet wird,
ist bei hohen Spulgeschwindigkeiten im Normalfall an der Position 49 (Unterfadenabfrage)
der Stillstand von Spule und Kehrgewindewalze noch nicht erreicht. Demzufolge muß
in jedem Falle, das heißt auch bei sofortiger Fadenerfassung, die Kurvenscheibenanordnung
in dieser Position so lange außer Betrieb gehalten werden, bis der Stillstand der
Spule in der Kehrgewindewalze erreicht ist. Erst dann kann die Oberfadenerfassung
einsetzen, bei der nach dem Hochschwenken der Saugdüse 34 die Kreuzspule 38 bereits
im Rückwärtslauf angetrieben sein sollte. In dieser Zeit kann zum Beispiel die Unterfadensuche
wiederholt werden.
[0080] Durch die Erfassung des Bewicklungszustandes des in Abspulstellung befindlichen Kopses
4 wird auch vermieden, daß bei leerer Hülse 5 eine unnötige Wiederholschaltung gestartet
wird. Bei Kopswechsel, in dessen Ergebnis der Unterfaden nicht erfaßt werden konnte,
mußte bei bisher bekannten Einrichtungen der komplette Wechselvorgang wiederholt werden.
Durch die vorliegende Erfindung ist selbst die Wiederholung des Kopswechsels innerhalb
des ersten Fadenverbindungszyklus möglich.
[0081] Obwohl die Ausführungsbeispiele prinzipiell darauf abgestimmt sind, Wiederholschaltungen
der Fadensuche des ablaufspulenseitigen beziehungsweise auflaufspulenseitigen Fadens
durchzuführen, ist gemäß der Erfindung, wie sie in Anspruch 1 dargelegt ist, auch
die Einleitung des Kopswechsels auch bei erstmaligem Fehlen des ablaufspulenseitigen
Fadens möglich. Bereits bei dieser Schaltung wird erreicht, daß eine unnötige Schaltverzögerung
vermieden wird und auch bei fehlendem ablaufspulenseitigen Faden keine Suche des auflaufspulenseitigen
Fadens vorgenommen wird. Demzufolge läßt sich auch bereits auf diese Weise die zusätzliche
Beanspruchung des auflaufspulenseitigen Fadens auf der Oberfläche der Kreuzspule verhindern.
1. Vorrichtung zum automatischen Durchführen des eine feste Schrittfolge aufweisenden
Fadenverbindens sowie Kopswechsels an einer Spulstelle einer Spulmaschine, mit einem
Zubringer für den Faden der Ablaufspule und einer Saugdüse für den Faden der Auflaufspule,
die beide verschwenkbar sind, um den jeweiligen Faden aufnehmen und den erfaßten Faden
der Fadenverbindungseinrichtung zuführen zu können,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Fadenlaufweg ein Fadenreiniger (27) angeordnet ist, der die Anwesenheit, die
Bewegung und die Abmessungen des Fadens (35) erkennt, daß die Schwenkwege des Zubringers
(24) für den Faden der Ablaufspule (4) und der Saugdüse (34) für den Faden der Auflaufspule
(38) jeweils den Fadenreiniger mit übergreifen, daß eine Einrichtung vorhanden ist,
die die Stellung des Zubringers ermittelt, und daß eine logische Schaltung zur Verknüpfung
des Signals über das Vorhandensein des Fadens der Ablaufspule im Fadenreiniger mit
dem Stellungssignal des Zubringers vorgesehen ist und daß eine Steuerschaltung vorhanden
ist, die bei Fehlen des Fadensignals des Fadens der Ablaufspule nach Abschluß der
Zuführbewegung des Zubringers die Inbetriebnahme der Kopswechseleinrichtung (6, 13,
17, 19) bewirkt, wobei die Schrittfolge nach dem Kopswechsel eine erneute Zubringerbewegung
zur Fadenerfassung und Zuführung zur Fadenverbindungseinrichtung beinhaltet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Steuerung vorhanden
ist, durch die der Zubringer für den Faden der Ablaufspule und die Saugdüse für den
Faden der Auflaufspule so zeitversetzt bewegbar sind, daß die aktive Fadensuche des
auflaufspulenseitigen Fadens nicht vor der Kontrolle der Vorlage des Fadens der Ablaufspule
einsetzt und daß eine Steuerschaltung vorhanden ist, die bei Fehlen des Fadenssignals
des Fadens der Ablaufspule nach Abschluß der Zuführbewegung des Zubringers und vor
Inbetriebnahme der Kopswechseleinrichtung (6, 13, 17, 19) einen Antrieb der Fadenverbindungsvorrichtung
stoppt und so steuert, daß dieser den Zubringer mindestens bis zur Ausgangsstellung
für die Fadenabholung zurückbewegt und erneut auf die normale Antriebsrichtung umschaltet,
und daß ein Zähler (Z1) vorgesehen ist, der die Fadenabholversuche zählt und erst
nach einer vorgebbaren Anzahl von Fehlversuchen die Inbetriebnahme der Kopswechseleinrichtung
bewirkt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der
Ablaufspule (4) eine Blaseinrichtung (14, 15, 16) angeordnet ist, mit der eine Luftströmung
von der Ablaufspule in Richtung der Fadenaufnahmestellung (25) des Zubringers (24)
erzeugbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Inbetriebnahme
der Blaseinrichtung durch den Fadenreiniger (27) nach einem Fadenbruch beziehungsweise
einem Kopswechsel aus lösbar ist und eine Schaltung vorhanden ist, die die Blaseinrichtung
spätestens bei Fortsetzung des Bewegungszyklus' des Zubringers außer Funktion setzt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltung für
die Betätigung der Blaseinrichtung mit der Steuerschaltung für die Wiederholung der
Zuführbewegung des Zubringers derart gekoppelt ist, daß die Blaseinrichtung bei der
Ankunft des Zubringers in seiner Ausgangsstellung für die Fadenabholung erneut betätigt
wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltung für die
Betätigung der Blaseinrichtung (14, 15, 16) so gestaltet ist, daß sie die Blaseinrichtung
bei einer Wiederholung des Fadenabholversuches über einen längeren Zeitraum in Betrieb
hält als beim ersten Fadenabholversuch.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulstelle
mit Mitteln (42, 68) ausgestattet ist, die eine noch vorhandene Restgarnmenge auf
der Ablaufspule (4) erkennen und mit einer Schaltung verbunden sind, die eine Wiederholung
eines Fadenabholversuches von der Ablaufspule blockiert, wenn nur ein geringer oder
kein Fadenrest auf der Spulenhülse der Ablaufspule vorhanden ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Erkennen
der noch auf der Ablaufspule vorhandenen Restgarnmenge durch einen neben der Abspulstelle
angeordneten Sensor (68) gebildet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Erkennen
der noch auf der Ablaufspule vorhandenen Restgarnmenge durch den Spulstellenrechner
(42) gebildet sind, der die umgespulte Garnmenge nach einem Kopswechsel über die Umdrehungen
der Spulenantriebswalze registriert.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß in einer
der Abspulstellung benachbarten Wartestellung einer Ablaufspule ein Sensor (69) vorhanden
ist, der die Anwesenheit einer Ablaufspule in dieser Position erkennt und mit einer
Schaltung verbunden ist, die einen Kopswechsel blockiert, wenn keine Ablaufspule erkannt
wurde und den Antrieb in seine Nullstellung zurückfährt.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Schaltung vorhanden ist, die nach erfolgtem Kopswechsel und erneutem Einlegen des
ablaufspulenseitigen Fadens in die Fadenverbindungseinrichtung und den Fadenreiniger
das Vorhandensein dieses Fadens (35) im Fadenreiniger (27) abfragt und bei Nichtvorliegen
dieses Fadens den Antrieb der Fadenverbindungseinrichtung stoppt und so steuert, daß
dieser mindestens so weit bis in die Kopswechselschaltung zurückfährt, daß mit der
folgenden Bewegungsrichtungsumkehr ein erneuter vollständiger Kopswechsel durchführbar
ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Einrichtung (44) vorhanden ist, die die Stellung der Saugdüse (34) ermittelt, daß
eine logische Schaltung zur Verknüpfung des Signals über das Vorhandensein des Fadens
(35˝) der Auflaufspule (38) im Fadenreiniger (27) mit dem Stellungssignal der Saugdüse
vorgesehen ist, daß eine weitere Steuerschaltung vorhanden ist, die bei Fehlen des
Fadensignals des Fadens der Auflaufspule nach Abschluß der Zuführbewegung der Saugdüse
den Antrieb der Vorrichtung stoppt, auf Rücklauf schaltet und so steuert, daß dieser
die Saugdüse um einen vorgebbaren Betrag zurückbewegt und erneut auf die normale Antriebsrichtung
umschaltet, und daß ein Zähler (Z2) vorhanden ist, der die Fadenabholversuche für
den Faden der Auflaufspule zählt und nach einer vorgebbaren Anzahl von Fehlversuchen
die Abschaltung des Antriebes und die Signalisierung der Fehlversuche bewirkt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltung für die
Fadensuche des auflaufspulenseitigen Fadens so gestaltet ist, daß sie die Suchzeit
bei Wiederholung der Fadensuche verlängert.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine
gemeinsame Kurvenscheibenanordnung für die Fadenverbindeorgane einer Spulstelle vorhanden
ist, die einen Antrieb besitzt, der zur Wiederholung von einzelnen Fadenverbindungsschritten
auf Rücklauf schaltbar ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaltung für die Fadensuche des auflaufspulenseitigen Fadens so ausgebildet ist,
daß sie bei Wiederholung der Fadensuche den Antrieb für die gemeinsame Kurvenscheibenanordnung
während der Fadensuche zum Verlängern der Suchzeit stoppt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schaltung vorhanden
ist, durch die der Antrieb der Antriebswalze (37) für die Auflaufspule (38) bei wiederholter
Fadensuche mit reduzierter Rücklaufgeschwindigkeit betrieben wird.
17. Vorrichtung zum automatischen Durchführen des eine feste Schrittfolge aufweisenden
Fadenverbindens sowie Kopswechsels an einer Spulstelle einer Spulmaschine mit einem
Zubringer für den Faden der Ablaufspule und einer Saugdüse für den Faden der Auflaufspule,
die beide verschwenkbar sind, um den jeweiligen Faden aufnehmen und den erfaßten Faden
der Fadenverbindungseinrichtung zuführen zu können, dadurch gekennzeichnet, daß am
Zubringer (24) ein Sensor (45) so angeordnet ist, daß er die Anwesenheit des erfaßten
Fadens (35′) feststellen kann, daß eine Steuerschaltung vorhanden ist, die bei Fehlen
des Fadensignals des Sensors nach Ablauf der vorgegebenen Erfassungszeitspanne die
Schrittfolge des Fadenverbindungsvorganges unterbricht, den Antrieb für die Vorrichtung
bis zur Ausgangsstellung für die Fadenabholung zurückfährt und erneut auf die normale
Antriebsrichtung umschaltet, und daß ein Zähler (Z1) vorgesehen ist, der die Fadenabholversuche
zählt und nach einer vorgebbaren Anzahl von Fehlversuchen die Inbetriebnahme der Kopswechseleinrichtung
bewirkt.