[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Schneiden von Fliesen oder Platten
nach den Merkmalen des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.
[0002] Der Auflageteil bei bekannten Einrichtungen dieser Art ist als Gußteil ausgebildet
und die Lagerböcke sind mit dem Gußteil einstückig gefertigt. Es gibt bei solchen
Einrichtungen aber auch als Gußteile ausgebildete Auflageteile, an deren Enden die
Lagerböcke angeschraubt sind, wobei die auf der Oberseite der Auflageteile angeordneten
Lagerböcke mit im wesentlichen rechtwinkelig zur Auflageebene des Auflageteiles stehenden
Schrauben befestigt sind. Darüberhinaus werden bei solchen Einrichtungen die Auflageteile
auch aus Blech geformt und gebogen und auch bei diesen Blechkonstruktionen liegen
die Lagerböcke auf der Auflagefläche des Auflageteiles auf und sind ebenfalls mit
rechtwinkelig zur Auflageebene des Auflageteiles stehenden Schrauben befestigt.
[0003] Insbesondere ist hier die DE-OS 37 02 239 zu nennen, welche eine Vorrichtung zum
Schneiden von Fliesen der gegenständlichen Art zeigt. Der rechteckige Auflageteil
bei dieser vorbekannten Einrichtung ist aus einem verzugsfreien Material gefertigt,
beispielsweise kommt hiefür in Frage: Sperrholz, Spanplatten oder Schichtstoffplatten,
an deren Unterseite Standfüße oder Standleisten angeordnet sind. Von den kürzeren
Querseiten der Auflageplatte treten sich über die gesamte Seitenlänge erstreckende
Leisten vor, die von jeweils einem Schenkel eines mit einem anderen Schenkel auf
der Stirnfläche der Querseite der Auflageplatte verschraubten L-Profils gebildet
werden. In dem die vorspringende Leiste bildenden Schenkel des Profils ist jeweils
ein sich im wesentlichen über die gesamte Schenkellänge erstreckender, nur an den
Enden durch einen verbleibenden Steg geschlossener Längsschlitz vorgesehen, welcher
jeweils von einem Gewindezapfen am unteren Ende eines Halterungsbolzens durchsetzt
sind, auf deren freies Ende jeweils eine Rändelmutter aufgeschraubt ist, mit welcher
die Halterungsbolzen in dem durch die Länge des Längsschlitzes vorgegebenen Bereich
in beliebigen Verschiebungsstellungen festklemmbar sind. Das obere, ebenfalls als
Gewindezapfen ausgebildete Ende des Halterungsbolzens ist durch eine Bohrung im zugeordneten
Ende der Führungsschiene geführt, welche durch eine auf das obere freie Ende dieses
Gewindezapfens aufgeschraubte Rändelmutter entgegen der Wirkung einer den Halterungsbolzen
umgebenden unter Druckvorspannung stehenden Schraubenfeder auf die Oberseite der
Auflageplatte bzw. auf dieser Oberseite aufgelegte Fliesen aufdrückbar ist. Dadurch
ist die Führungsschiene mit der Schneideinrichtung über die Auflageplatte verschiebbar
und in an den gegenüberliegenden Seiten unterschiedlichen wählbaren Verschiebungsstellungen
auch festlegbar gehalten. Die Führungsschiene ist deshalb sowohl parallel als auch
schräg zu den nicht mit Führungen versehenen, die Auflageplatten begrenzenden Rändern
verlaufenden Stellungen fixierbar, wodurch schräge Trennschnitte in den zu schneidenden
Bauteilen herstellbar sind.
[0004] Auch die GB-PS 1 246 942 zeigt eine Einrichtung zum Schneiden von Fliesen und hier
ist der Auflageteil durch einen rechteckigen Blechteil mit abgewinkelten Längsrändern
gebildet, auf dessen Oberseite Stege für die Führungsschiene angeschweißt sind.
[0005] Alle diese bekannten Einrichtungen erfüllen die ihnen zugedachte Schneidfunktion
einwandfrei. Fliesen und Platten haben jedoch sehr unterschiedliche Abmessungen und
Größen und die Schneidgeräte müssen diesen Größen angepaßt sein, da ja zum Schneiden
der Fliese oder Platte diese zwischen den Lagerböcken liegt. Es müssen daher vom
Erzeuger solcher Einrichtungen Auflageteile unterschiedlicher Größe hergestellt und
bevorratet werden.
[0006] Von diesem Stand der Technik geht die Erfindung aus und sie zielt darauf ab, die
bekannten Konstruktionen dahingehend zu vereinfachen, daß Einrichtungen dieser Art
unabhängig von ihrer Größe baukastenartig aus Grundbauelementen zusammengefügt werden
können, was die Herstellungs- und Lagerhaltungskosten verbilligt. Zur Lösung dieser
Aufgabe schlägt die Erfindung jene Maßnahmen vor, die Inhalt und Gegenstand des kennzeichnenden
Teiles des Patentanspruches 1 sind.
[0007] Um die Erfindung zu veranschaulichen, werden Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine Einrichtung zum Schneiden von Fliesen oder
Platten in Ansicht, Fig. 2 in Seitensicht, Fig. 3 in Draufsicht; Fig. 4 den Querschnitt
durch den Auflageteil und Fig. 5 und 6 ein Detail im Schnitt, weitere Details veranschaulichen
die Fig. 7 und 8.
[0008] Die Einrichtung besitzt einen langgestreckten Auflageteil 1, an dessen beiden Stirnseiten
2 und 3 Lagerböcke 4 und 5 mittels Schrauben 6 verspannt sind. Diese Lagerböcke 4,
5 besitzen in ihrem oberen Bereich horizontal liegende Bohrungen 7, welche Führungen
8, hier in Form von paarweise angeordneten Schienen mit kreisrundem Querschnitt, aufnehmen.
An dieser Führung B ist ein Schlitten 9 verschiebbar gelagert, von welchem ein zweiarmiger
Hebelarm 10 aufgenommen ist, der in der Zeichenebene (Fig. 1) schwenkbar gelagert
ist (Pfeil 12). Der längere Arm 11 trägt endseitig einen Handgriff 13. Mit dem einen
Lagerbock und der einen Stirnseite ist noch eine Führungsplatte 16 verschraubt, an
welcher ein hier nicht dargestelltes Anschlaglineal rechtwinkelig zur Zeichenebene
(Fig. 1) verschiebbar und fixierbar gehalten ist. Dies ist hier jedoch nicht dargestellt,
da dieses Anschlaglineal, seine Verschiebbarkeit und seine Fixierbarkeit die Erfindung
nicht unmittelbar betreffen. Mit dem Hebelarm 10 kann auch noch ein Brechwerkzeug
verbunden sein, das entweder unterhalb der Führung 8 und neben dem Schneidwerkzeug
15 liegt, oder das auf der Oberseite des Schlittens 9 vorgesehen ist. Die feilgebotenen
Einrichtungen dieser Bauart besitzen unterschiedliche Baulängen L. Kleine Geräte
besitzen eine Schnittlänge von etwas mehr als 20 cm, bei großen Geräten ist die Schnittlänge
über 1 m.
[0009] Der Auflageteil 1 ist, wie auf Fig. 4 ersichtlich, als stranggepreßtes, flaches
Kastenprofil 34 ausgebildet, welches hier zu seiner vertikalen Längsmittelebene 17
spiegelsymmetrisch ausgestaltet ist. An seinen beiden schmalen Längsseiten 18 sind
seitlich offene, hinterschnittene Nuten 19 ausgeformt und an jede dieser Nuten 19
und gegen die Längsmittelebene 17 hin schließt je ein Bohrungskanal 20 an. Die Längsachsen
der Bohrungskanäle 20 und die Mittelebenen der Nuten 19 liegen in der horizontalen
Mittelebene 21 des flachen Kastenprofiles 34. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig.
4 geht jeder Nutengrund in den Bohrungskanal 20 über, so daß der Bohrungskanal 20
gegen die Nut 19 hin offen ist. Der Bohrungskanal 20 ist von einer im wesentlichen
zylindrischen Innenwand 22 begrenzt. In der Vertikalmittelebene 17 des Kastenprofiles
34 ist noch ein dessen Ober-und Unterseite 23 - 24 verbindender Mittelsteg 25 vorgesehen.
Es wird hier vermerkt, daß die Begriffe Ober- bzw. Unterseite sich auf die Darstellung
nach Fig .4 bezieht, denn das Kastenprofil kann, wie noch im folgenden dargelegt
wird, so innerhalb der Einrichtung angeordnet werden, daß die eine oder die andere
Seite als Auflageebene dient.
[0010] Grundsätzlich wäre es auch möglich, den Bohrungskanal 20 umfangsgeschlossen auszubilden,
was schematisch Fig. 7 veranschaulicht. Symmetrisch zur vertikalen Längsmittelebene
17 ist in der Oberseite 23 eine im Querschnitt im wesentlichen quadratische, auf
einer Kante stehende Nut 26 ausgeformt, die unmittelbar vom zentralen Mittelsteg
25 unterstützt ist.
[0011] Dieses Kastenprofil, das für den Auflageteil 1 dient, ist als stranggepreßtes Profil
ausgestaltet und ist mehrere Meter lang. Abhängig von der Größe der herzustellenden
Einrichtung wird von dieser Meterware die gewünschte Länge abgeschnitten. Auch die
Führungen 8 sind als Stangenmaterial bevorratet und werden auf die gewünschte Länge
zugeschnitten. Bei dem hier gezeigten Gerät sind solche Führungen 8 paarweise vorhanden.
Es liegt durchaus im Rahmen der Erfindung hier nur eine Führungsschiene vorzusehen,
die dann mehrkantig zu gestalten ist, damit der Schlitten 9 ver drehsicher an der
Führung gehalten ist. Sind Auflageteil und Führung in der entsprechenden Länge von
der erwähnten Meterware abgetrennt, dann werden die im Zusammenhang mit Fig. 1 beschriebenen
Teile zusammengebaut. Die Schrauben 6, die die Lagerböcke 4 und 5 mit dem Auflageteil
1 fest verbinden, werden in die Bohrungskanäle 20 eingedreht. Dazu können selbstschneidende
Schrauben verwendet werden. Es ist aber auch möglich, in diese Bohrungskanäle 20
für die Aufnahme dieser Befestigungsschrauben 6 Gewinde vorab einzuschneiden.
[0012] Sind Einrichtungen der gegenständlichen Art von besonders großer Länge herzustellen,
so ist es unter Umständen wünschenswert, die durch den Auflageteil 1 gebildete Auflageebene
dadurch nach den Seiten hin zu vergrößern, daß an der Seite ein weiteres flaches Kastenprofil,
wie in Fig. 4 im Querschnitt dargestellt ist, angeflanscht wird. Die dazu erforderlichen
Verbindungsmittel, in diesem Fall handelt es sich zweckmäßigerweise um Spannkeile,
werden in die Nuten 19 eingefügt.
[0013] Das flache Kastenprofil 34 nach Fig. 4 kann mit den anderen Bauteilen (Fig. 1) in
der Weise vereinigt werden, daß die Auflagefläche 27 (Fig. 1) entweder durch die
Seite 24 dieses Profiles oder durch die Seite 23 gebildet wird, da dieses Kastenprofil
34 aufgrund seiner Gestaltung sozusagen zweiseitig verwendbar ist. Wird das Kastenprofil
so angeordnet, daß die Seite 23 (Fig. 4) als Auflageebene verwendet wird, so wird
vor dem Zusammenbau in die Nut 26 ein Vierkantstab 29 eingefügt, dessen gegenüber
der Seite 23 nach oben vorstehende Kante 28 als Bruchkante dient, welche über die
gesamte Länge des Auflageteiles 1 verläuft.
[0014] Anstelle einer Verbreiterung des Auflageteiles 1 über seine ganze Länge können auch
Profilstücke 30 seitlich angeflanscht werden, die kürzer sind als der Auflageteil
1. Dazu werden in die Nut 19 Gewindebolzen 31 eingeschoben, deren Köpfe 32 in der
Nut verdrehsicher gehalten sind. Dies veranschaulichen die Fig. 5 und 6. In diesen
Profilstücken 30 können handgroße Aussparungen 33 randnah vorgesehen werden (Fig.
6), die als Grifflöcher dienen, an welchen die Einrichtung getragen werden kann.
[0015] Dank der Erfindung ist es möglich, Einrichtungen der beschriebenen Art baukastenartig
zusammenzusetzen, da das flache Kastenprofil 34 und die Führungen 8 als Meter- bzw.
Stangen(ware vorliegen und je nach Bedarf auf die geforderte Länge abgeschnitten
werden können. Die restlichen Bauteile (Hebelarm 10, Lagerböcke 4 und 5, Führungsplatte
16, Schlitten 9, Schrauben 6) sind dann Standartbauteile und sind unabhängig von der
gewählten Baulänge L gleich gestaltet. Am Schlitten 9 kann ein federbelasteter Bolzen
(nicht dargestellt) rechtwinkelig zur Zeichenebene (Fig. 1) gelagert sein, der mit
einer im zweiarmigen Hebel 10 vorgesehenen Bohrung in der Weise zusammenwirkt, daß
er als Riegel dient. Ist die Einrichtung außer Betrieb und der Hebel 10 in seiner
nach unten geschwenkten Endstellung (Fig. 1), so wird dieser federbelastete Hebel
in die genannte Bohrung des Hebels eingerastet und bildet so einen Riegel, der die
Verschwenkbarkeit des Hebels 10 unterbindet. Wird die Einrichtung bestimmungsgemäß
verwendet, so wird dieser federbelastete Bolzen aus der Bohrung im Hebel 10 zurückgezogen
und in seiner zurückgezogenen Lage verriegelt. Dann ist der Hebel 10 frei. Solche
Riegelbolzen sind in vielfältiger Form bekannt und aus diesem Grund hier nicht näher
dargestellt.
[0016] Dank der erfindungsgemäßen Vorschläge wird nicht nur die Lagerhaltung vereinfacht,
auch die Herstellung wird erheblich verbilligt.
Legende zu den Hinweisziffern:
[0017]
1 Auflageteil
2 Stirnseite
3 Stirnseite
4 Lagerbock
5 Lagerbock
6 Schraube
7 Bohrung
8 Führung
9 Schlitten
10 Hebelarm
11 Arm
12 Pfeil
13 Handgriff
14 Arm
15 Schneidwerkzeug
16 Führungsplatte
17 vertikale Längsmittelebene
18 schmale Längsseite
19 Nut
20 Bohrungskanal
21 horizontale Mittelebene
22 Innenwand
23 Oberseite
24 Unterseite
25 Mittelsteg
26 Nut
27 Auflagefläche
28 Kante
29 Vierkantstab
30 Profilstück
31 Gewindebolzen
32 Kopf
33 Aussparung
34 Kastenprofil
1. Einrichtung zum Schneiden von Fliesen und/oder Platten mit einem länglichen Auflageteil,
an dessen Schmalseiten Lagerböcke angeordnet sind, welche parallel zur Längserstreckung
des Auflageteiles verlaufende und oberhalb desselben angeordnete Führungen tragen
und entlang dieser Führungen ein Schlitten verschiebbar gelagert ist, an welchem
ein das Schneid- und evtl. ein Brechwerkzeug tragender Hebelarm schwenkbar gelagert
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Auflageteil (1) aus einem stranggepreßten, flachen
Kastenprofil (34) gebildet ist, welches zumindest zu seiner vertikalen Längsmittelebene
(17) spiegelsymmetrisch ausgebildet ist und welches an seinen beiden schmalen Längsseiten
(18) je eine längsverlaufende, seitlich offene, hinterschnittene Nut (19) aufweist
und an diese Nut (19) und gegen die vertikale Längsmittelebene (17) hin je ein Bohrungskanal
(20) anschließt, und die Längsachse des Bohrungskanales (20) und die Mittelebene
der Nut (19) in der horizontalen Mittelebene (21) des flachen Kastenprofiles (34)
liegen.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Nutengrund in den
Bohrungskanal (20) übergeht und der Bohrungskanal (20) gegen die Nut (19) hin offen
ist (Fig. 4).
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise symmetrisch
zur vertikalen Längsmittelebene (17) des flachen Kastenprofiles (34) auf der einen
Seite (23) desselben eine im Querschnitt quadratische, auf einer Kante stehende,
nach oben offene Nut (26) vorgesehen ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den beiden Stirnseiten
des flachen Kastenprofiles (34) je ein Lagerbock (4, 5) anliegt und mit von den Bohrungskanälen
(20) aufgenommenen Schrauben (6) an diesem befestigt ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den seitlichen Nuten
(19) des flachen Kastenprofiles (34) Köpfe (32) von seitlich vorstehenden Gewindebolzen
(31) verdrehsicher aufgenommen sind, und mit diesen Gewindwebolzen (31) seitlich
am Kastenprofil (34) angeflanschte Verbreiterungsprofile (30) befestigt sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbreiterungsprofile
(30), vorzugsweise an ihrem äußeren Rand Grifflöcher (33) aufweisen (Fig. 5, 6).