(19)
(11) EP 0 428 550 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
31.03.1993  Patentblatt  1993/13

(21) Anmeldenummer: 89908379.4

(22) Anmeldetag:  22.07.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F02D 41/14, F02M 25/08
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE8900/486
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 9001/628 (22.02.1990 Gazette  1990/05)

(54)

STEREOLAMBDAREGELUNG

STEREO LAMBDA CONTROL SYSTEM

SYSTEME DE STEREOREGULATION LAMBDA


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 04.08.1988 DE 3826527

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
29.05.1991  Patentblatt  1991/22

(73) Patentinhaber: ROBERT BOSCH GMBH
70442 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • ROSENZOPF, Günter
    D-7140 Ludwigsburg (DE)
  • STEINBRENNER, Ulrich
    D-7000 Stuttgart 1 (DE)
  • WILD, Ernst
    D-7141 Oberriexingen (DE)
  • SCHNEIDER, Gerhard
    D-7257 Ditzingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 191 170
GB-A- 2 064 171
DE-A- 2 658 616
US-A- 4 383 515
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum adaptierten Vorsteuern und Regeln der den zwei Kraftstoffzumeßeinrichtungen einer Brennkraftmaschine zuzuführenden Luft/Kraftstoff-Gemische, die zwei gesonderte Abgaskanäle mit jeweils einer Lambdasonde und einem Katalysator aufweist.

    Stand der Technik



    [0002] Ein derartiges Verfahren und eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens sind z. B. von einem System der Anmelderin zum Vorsteuern und Regeln eines 12-Zylinder-ottomotores bekannt, der zwei Zylinderbänke mit jeweils sechs Zylindern aufweist. Die Kraftstoffzumeßeinrichtungen sind als Einspritzeinrichtungen ausgeführt. Die Ansaugrohre sind voneinander getrennt, und es sind zwei gesonderte Tankentlüftungsventile vorhanden. Das adaptierte Vorsteuern und Regeln wird durch zwei voneinander getrennte Einzelvorrichtungen ausgeführt, wobei jede Vorrichtung jeweils einer Zylinderbank zugeordnet ist.

    [0003] Ein ähnliches Verfahren sowie eine entsprechend Vorrichtung ist auch aus der US-A-4 383 515 bekannt. Dort wird jedoch nur mit einem von Last und Drehzahl abhängigen Vorsteuerwert ohne Adaption gearbeitet und lediglich die Abgase der beiden Zylinderbänke mit getrennten Abgassonden erfaßt. Eine Tankentlüftung ist nicht vorgesehen.

    [0004] Die EP-A-191 174 offenbart eine "Vorrichtung zur Entlüftung eines Kraftstofftanks" unter Einbeziehung einer Lambdaregelung sowie einer adaptiven Vorsteuerung. Dabei ist vorgesehen, die Grundadaption im Lambda-Regelkreis für die Kraftstoffzufuhrberechnung nur dann freizugeben, wenn die aus der Tankentlüftung herrührenden Kraftstoffmengen vernachlässigbar sind.

    [0005] Verfahren der eingangs genannten Art werden als Stereolambdaregelung bezeichnet. Charakteristisch für die Stereolambdaregelung sind die gesonderten Abgaskanäle mit jeweils einer Lambdasonde und einem Katalysator. Hinter dem Katalysator können die Abgasrohre vereinigt sein. Die Ansaugleitungen brauchen nicht völlig voneinander.getrennt zu sein, wie beim beschriebenen Anwendungsbeispiel, sondern Luft kann auch für beide Bänke gemeinsam durch ein Hauptrohr angesaugt werden.

    [0006] Unter adaptiertem Vorsteuern und Regeln versteht man das Verfahren, daß abhängig von Werten von Betriebsgrößen Vorsteuerwerte zum Einstellen des Luft/Kraftstoffgemisches, in der Regel vorläufige Einspritzzeiten, bestimmt werden. Die Vorsteuerwerte sind so gewählt, daß beim jeweils vorliegenden Betriebszustand gerade ein gewünschter Lambdawert erreicht werden soll, insbesondere der Lambdawert 1, bei Magerkonzepten ein Lambdawert größer 1. Treten Abweichungen vom gewünschten Lambdawert auf, werden diese ausgeregelt. Um systemimmanenten Störgrößen Rechnung zu tragen, wird außerdem eine Adaption durchgeführt, d. h. die Vorsteuerwerte werden mit Integralergebnissen des Regelstellwertes korrigiert. Dadurch halten sich Regelabweichungen in engen Grenzen, was zu schnellem Ausregeln und geringer Schwingungsneigung der Einrichtung zum adaptierten Vorsteuern und Regeln führt.

    [0007] Auf jede der beiden Zylinderbänke bei einer Stereolambdaregelung wirken individuelle Störgrößen, z. B. unterschiedliche Leckluftraten und unterschiedliche Durchflußraten der Kraftstoffzumeßeinrichtungen. Dieser Unabhängigkeit der beiden Zylinderbänke voneinander wird dadurch Rechnung getragen, daß gemäß dem Stand der Technik für jede Bank das Verfahren zum adaptierten Vorsteuern und Regeln gesondert in jeweils einer gesondert dafür vorgesehenen Vorrichtung ausgeführt wird. Dies führt zu einem relativ hohen Preis der Gesamtvorrichtung zur Stereolambdaregelung.

    [0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren für Stereolambdaregelung anzugeben, das mit einer einzigen Vorrichtung zum adaptierten Vorsteuern und Regeln der beiden Kraftstoffzumeßeinrichtungen für zwei Zylinderbänke einer Brennkraftmaschine auskommt. Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, eine nach einem solchen Verfahren arbeitende Vorrichtung für die Stereolambdaregelung anzugeben.

    Vorteile der Erfindung



    [0009] Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch die Merkmale von Anspruch 1, die erfindungsgemäße Vorrichtung durch die Merkmale von Anspruch 3 gegeben. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand des abhängigen Anspruchs.

    [0010] Dem erfindungsgemäßen Verfahren liegen im wesentlichen zwei Erkenntnisse zugrunde. Die eine Erkenntnis ist die, daß sich die individuellen Eigenschaften der zwei Zylinderbänke einer Brennkraftmaschine alle in den beiden getrennt vorgenommenen Lambdawertmessungen niederschlagen, also durch unterschiedliche Werte der Regelstellgröße und unterschiedliche Werte der aus der Regelstellgröße berechneten Vorsteueradaptionsgrößen berücksichtigbar sind. Die Vorsteuerstellwerte sind herkömmlicherweise in aufwendigen Rechenverfahren aus Kennfeldern oder Rennlinien zu bestimmen. Die Abarbeitungszeit eines Regelverfahrens läßt sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erheblich abkürzen, da die Vorsteuerstellwerte für beide Zylinderbänke gemeinsam verwendet werden. Entsprechendes gilt in Bezug auf Lambdasollwerte, wenn es sich um eine Magerregelung handelt. Die zweite Erkenntnis ist die, daß ein jeweils vorliegender Vorsteuerstellwert nicht dauernd mit Korrekturwerten für die beiden Bänke zu modifizieren ist, sondern daß die Arbeitszyklen der Zylinder in den beiden Bänken gegeneinander versetzt sind, daß also in einem ersten Zeitraum der Vorsteuerstellwert mit Korrekturwerten für die eine Bank und danach mit Korrekturwerten für die andere Bank modifiziert werden muß. Beim erfindungsgemäßen Stereolambdaregelungsverfahren wird also ein für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen gemeinsamer Vorsteuerstellwert für die Stellgrößen und ein gemeinsamer Lambdasollwert bestimmt, aber es werden für jede Kraftstoffzumeßeinrichtung gesondert Werte einer Regelstellgröße und von dieser abhängige Werte von Vorsteueradaptionsgrößen bestimmt und dem gemeinsamen Vorsteuerstellwert nacheinander gesondert überlagert. Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Stereolambdaregelung zeichnet sich demgemäß dadurch aus, daß sie für beide Zylinderbänke gemeinsam ausgebildet ist und Mittel zum Ausführen der genannten Verfahrensschritte aufweist.

    [0011] Gemäß einer Weiterbildung des Verfahrens wird für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen ein gemeinsamer Tankentlüftungsadaptionswert verwendet, der aus der für eine der beiden Kraftstoffzumeßeinrichtungen bestimmten Regelstellgröße bestimmt wird. Dies ist selbst dann möglich, wenn völlig voneinander getrennte Ansaugleitungen verwendet werden.

    [0012] Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, daß bei der Tankentlüftungsadaption das u.U unterschiedliche Ansaugverhalten der zwei Zylinderbänke (z.B. durch individuelle Leckluftraten) berücksichtigt werden muß. In dem erfindungsgemäßen Verfahren geschieht dies durch die für beide Zylinderbänke gesondert bestimmten Vorsteueradaptionswerte, die während der Tankentlüftungsadaption unverändert genutzt werden.

    Zeichnung



    [0013] Die Erfindung wird im folgenden anhand von durch eine Figur veranschaulichten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Figur zeigt in Form eines Funktionsblockdiagramms eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens.

    Beschreibung von Ausführungsbeispielen



    [0014] In der Figur sind in der Mitte rechts eine erste Zylinderbank 1.1 mit z. B. vier Zylindern und eine zweite Zylinderbank 1.2 dargestellt, die ebenso viele Zylinder aufweist. Die Zahl der Zylinder ist nicht näher gekennzeichnet und auf sie kommt es auch im weiteren nicht an. Im Ansaugstutzen 2.1 der ersten Bank 1.1 sind Einspritzventile als Kraftstoffzumeßeinrichtung 3.1 angeordnet. Entsprechend weist die zweite Bank 1.2 einen Ansaugstutzen 2.2 mit einer Kraftstoffzumeßeinrichtung 3.2 auf. Im Abgasrohr 4.1 der ersten Zylinderbank 1.1 ist eine erste Lambdasonde 4.1 angebracht. Eine entsprechende zweite Lambdasonde 5.2 ist im Abgasrohr 4.2 der zweiten Zylinderbank 1.2 vorhanden.

    [0015] Außer den eben genannten körperlichen Bauteilen sind in Fig. 1 nur noch Funkionsschritte dargestellt, wie sie von einem Programm in einer Stereolambdaregelungseinrichtung ausgeführt werden. Einzelne der Funktionsschritte können auch durch gesonderte Bauteile realisiert sein, was sich jedoch nur bei hohen Stückzahlen rentiert. In der Regel werden nach derzeitigem Stand der Technik alle Funktionen einer Lambdaregelung durch ein in einem Mikrorechner ablaufendes Programm realisiert.

    [0016] Im folgenden wird zunächst das Teilverfahren beschrieben, wie es für die erste Zylinderbank 1.1 ausgeführt wird.

    [0017] In einem Vergleichsschritt 6.1 wird der von der ersten Labmdasonde 5.1 bestimmte Lambdaistwert von einem Lambdasollwert abgezogen. Der Lambdasollwert beträgt in der Regel 1, kann jedoch, bei Magerkonzepten, auch größer als 1 sein. In letzterem Fall wird der Lambdasollwert abhängig von Werten von aktuellen Betriebsgrößen, z. B. der Fahrpedalstellung und der Drehzahl, aus einem Kennfeld oder durch Auswerten von Kennlinien bestimmt. Der aus den beiden Lambdawerten gebildete Differenzwert wird in einem Regelungsschritt 7.1, in der Figur mit "1. Regelung" beschriftete, zum Ausgeben einer Regelstellgröße verarbeitet. Beim Ausführungsbeispiel ist die Regelstellgröße ein Regelfaktar FR1. Mit desem Regelfaktor FR1 wird in einem Regelmultiplikationsschritt 8.1 ein Vorsteuerstellwert TL x

    Fi multiplikativ modifiziert, der bereits zuvor additiv in einem Leckluftadaptionsschritt 9.1 mit einem Leckluftadaptionswert modifiziert wurde. Dieser Leckluftadaptionswert wurde in einem Vorsteueradaptionsschritt 10.1 durch Integration des Regelfaktors FR1 auf beliebige bekannte Art und Weise gewonnen. Im Vorsteueradaptionsschritt 10.1 werden beim dargestellten Ausfünrungsbeispiel außer dem Leckluftadaptionswert noch ein multiplikativer und ein additiver Adaptionswert bestimmt. Ersterer wird mit dem durch die oben genannten Schritte modifizierten Vorsteuerstellwert in einem Adaptionsmultiplikationsschritt 11.1 multiplikativ verknüpft. Dann wird in einem Adaptionsadditionsschritt 12.1 der additive Adaptionswert hinzugezählt. Alle Adaptionswerte werden dauernd durch Integration des Regelfaktors FR1 neu bestimmt, solange ein Vorsteueradaptionsflag 13.1 gesetzt ist. Dieses Flag ist in der Figur als Schalter dargestellt, der beim Verschieben nach links schließt. Beim Rücksetzen des Flag, entsprechend einem Verschieben des Schalters nach rechts, findet dagegen Tankentlüftunasadaption statt. Das Flag wird in vorgegebenen regelmäßigen Zeitabständen vor z. B. einigen Sekunden gesetzt bzw. rückgesetzt.

    [0018] In einem Zeitraum, in dem Tankentlüftungsadaption stattfindet, wird in einem Tankentlüftungsadaptionsschritt 14.1 auf beliebige bekannte Art und Weise ein Tankentlüftungsadaptionswert bestimmt, der mit dem jeweils vorliegenden, durch Vorsteueradaptionswerte modifizierten Vorsteuerstellwert multiplikativ in einem Tankentlüftungsmultiplikations-Schritt 15.1 verknüpft wird. Während derjenigen Phasen, in denen Tankentlüftungsadaption stattfindet, bleiben also die Vorsteueradaptionswerte unverändert, während in Zeiträumen mit Vorsteueradaption der Tankentlüftungsadaptionswert unverändert bleibt, und zwar auf dem Wert 1. Vorsteuerstellwerte werden also im Vorsteueradaptionszeitraum mit einem variablen Regelfaktor FR1 und variablen Vorsteuerstellwerten modifiziert, während die Vorsteuerwerte während des Tankentlüftungsadaptionszeitraumes nach wie vor durch den sich dauernd ändernden Regelfaktor FR1 und den Tankentlüftungsadaptionswert modifiziert werden. Das Ergebnis ist eine vorläufige Einspritzzeit TIV1.

    [0019] Die vorläufige Einspritzzeit TIV1 wird über ein Interface 16 in einen zweiten ebenfalls beiden Zylinderbänken 1.1 und 1.2 gemeinsamen Rechner weitergeleitet, der in einem Korrekturaddierschritt 17.1 additiv eine Korrekturzeit zufügt, die Störgrößen in Bezug auf batteriespannungsabhängige Eigenschaften der Einspritzventile der Kraftstoffzumeßeinrichtung 3.1 berücksichtigt. Es werden außerdem, was nicht gesondert dargestellt ist, für jedes Einspritzventil kurbelwellenabhängige Öffnungs- und Schließzeitpunkte bestimmt.

    [0020] Das Interface 16 zwischen zwei Rechnern ist beim Ausführungsbeispiel vorgesehen, weil die nach derzeitigem Stand der Technik üblichen Rechner zum Bestimmen von adaptierten Stellgrößen nicht genügend Ausgänge besitzen, um mehrere Einspritzventile sequentiell gesondert ansteuern zu können. Es befindet sich also sozusagen links vom Interface 16 ein Hauptrechner und rechts davon ein Hilfsrechner zum Ausgeben von Ansteuergrößen für die Einspritzventile. Der Hilfsrechner kann bei Abänderung des Ausführungsbeispieles nicht nur den letzten Modifizierschritt der Vorsteuerstellwerte, nämlich den Multiplizierschritt 17.1 zur Batteriespannungskorrektur vornehmen, sondern er kann noch weitere der vorgenannten Modifizierschritte übernehmen. Es sind dann die entsprechenden Modifizierwerte, also z. B. die Tankentlüftungsadaptionswerte ebenfalls über das Interface 16 zu übertragen. Umgekehrt ist es möglich, auch den letzten Modifizierschritt 17.1 durch den Hauptrechner auszuführen.

    [0021] Alle Rechenschritt, die bisher für die Lambdaregelung der ersten Zylinderbank 1.1 beschrieben wurden, werden entsprechend für die zweite Zylinderbank 1.2 ausgeführt. Entsprechende Rechenschritte sind in der Figur mit ".2" statt ".1" aber im übrigen gleichen Bezugszeichen indiziert.

    [0022] Von Bedeutung für das beschriebene Verfahren ist, daß Lambdasollwerte und Vorsteuerstellwerte gemeinsam verwendet werden und nur die Werte der Stellgrößen FR1 bzw. FR2 und die aus diesen Werten berechneten Adaptionswerte zylinderbankindividuell bestimmt werden. Die Vorsteuerstellwerte werden nicht jeweils für die erste Zylinderbank 1.1 und die zweite Zylinderbank 1.2 gemeinsam modifiziert, sondern ein Vorsteuerwert wird in einem bestimmten kurzen Zeitabschnitt zunächst mit für die ersten Zylinderbank 1.1 bestimmten Werten modifiziert, um eine Einspritzzeit für ein Einspritzventil an der ersten Zylinderbank zu liefern, und in einem darauffolgenden kurzen Zeitabschnitt wird der Vorsteuerwert mit Werten für die zweite Zylinderbank 1.2 modifiziert, um Einspritzwerte für ein dortiges Einspritzventil bereitzustellen. Aufgrund dieser Maßnahmen ist es möglich, mit einer einzigen Vorrichtung für die Stereolambdaregelung beider Zylinderbänke 1.1 und 1.2 auszukommen. Selbst wenn diese Vorrichtung in einen Hauptrechner und einen Hilfsrechner untergliedert ist, handelt es sich dennoch um eine gemeinsame Vorrichtung.

    [0023] Weiter oben wurde summarisch darauf hingewiesen, daß für die zweite Zylinderbank in Bezug auf Rechenschritte zum Bestimmen von Einspritzzeiten alles für die erste Zylinderbank 1.1 ausführlich Beschriebene entsprechend gelte. Dies trifft jedoch für eine bevorzugte Ausführungsform nicht für die Tankentlüftungsadaption zu. Daher sind in der Figur die zur zweiten Zylinderbank 1.2 zugehörigen Rechenschritte, die mit der Tankentlüftungsadaption zu tun haben, gestrichelt eingezeichnet. Es handelt sich hierbei um den Tankentlüftungsadaptionsschritt 14.2 und einen Regelfaktorkorrekturschritt 18.2. Der Sinn des Korrekturschrittes ist der, dann, wenn der Tankentlüftungsadaptionswert verändert wird, den Regelfaktor FR2 gegenläufig in einem Divisionsschritt 19.2 zu verändern, so daß das Produkt aus (bereits anderweitig modifiziertem) Vorsteuerwert, Regelfaktor und Tankadaptionswert konstant bleibt. Ein entsprechender Regelfaktor-Korrekturschritt 18.1 findet auch für Werte für die erste Zylinderbank 1.1 statt. Auch die Vorsteueradaptionswerte müssen entsprechend rückkorrigiert werden, was allerdings der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt ist. Bei all diesen Rückkorrekturen handelt es sich um übliche Rechenschritte.

    [0024] Da, wie erwähnt, beim bevorzugten Ausführungsbeispiel der Tankentlüftungsadaptionsschritt 14.2 für die zweite Zylinderbank nicht ausgeführt wird, aber auch für diese Zylinderbank ein Tankentlüftungsadaptionswert benötigt wird, wird derjenige Tankentlüftungsadaptionswert im Takentlüftungsmultiplikationschritt 15.2 verwendet, der im Tankentlüftungsadaptionsschritt 14.1 berechnet wurde. Dies ist möglich, da während der Tankentlüftungsadaptionsphase im wesentlichen dieselben Störgrößen wirken, deren Einflüsse während der verhergehenden Vorsteueradaptionsphase adaptiert wurden und demgemäß in den Vorsteueradaptionswerten berücksichtigt sind. Eventuelle kleine Restfehler werden durch geringfügig unterschiedliche Regelfaktoren FR1 bzw. FR2 für die beiden Zylinderbänke 1.1 bzw. 1.2 ausgeglichen. Auch der Regelfaktor-Korrekturwert wird übernommen.

    [0025] Wenn der Tankentlüftungsadaptionswert z. B. aus dem Regelfaktor FR1 nicht mehr bestimmt werden kann, wird dies durch ein Fehlersuchverfahren festgestellt, und es wird dann der Tankentlüftungsadaptionsschritt 14.1 gesperrt und stattdessen der Tankentlüftungsadaptionsschritt 14.2 ausgeführt. Der von diesem Schritt gelieferte Adaptionswert wird nicht nur im Tankentlüftungsmultiplikationsschritt 15.2, sondern auch im Tankentlüftungsmultiplikationsschritt 15.1 verwendet.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum adaptierten Vorsteuern und Regeln der Luft/Kraftstoffgemische mittels zweier Kraftstoffzumeßeinrichtungen (2.1 und 2.2) einer Brennkraftmaschine, die zwei gesonderte Abgaskanäle (4.1 und 4.2) mit jeweils einer Lambdasonde (5.1 und 5.2) und einem Katalysator aufweist, wobei

    - für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen ein gemeinsames Lastsignal (TL) erfaßt wird,

    - ein für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen gemeinsamer Vorsteuerstellwert (TL*

    Fi) und ein gemeinsamer Lambdasollwert (λ soll) bestimmt werden,

    - für jede Kraftstoffzumeßeinrichtung Werte einer Lambda-Regelstellgröße mit Regelfaktoren (FR1 und FR2 ) und von dieser abhängige Werte von Vorsteuerstellgrößen und von dieser abhängige Werte von Vorsteueradaptionsgrößen (Ausgangssignale von 10.1 und 10.2) gesondert bestimmt und dem gemeinsamen Vorteuerstellwert (TL*

    Fi) gesondert überlagert werden,

    - für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen ein gemeinsamer Tankentlüftungsadaptionswert (Ausgangssignal von 14.1) verwendet wird, der aus der für eine der beiden Kraftstoffzumeßeinrichtungen bestimmten Regelstellgröße (FR1, FR2) bestimmt wird,

    - Vorsteuer- und Tankentlüftungsadaption nicht gleichzeitig stattfinden, und wobei

    - dann, wenn eine Tankentlüftungsadaption stattfindet, einer der Regelfaktoren (FR1,FR2) in einer Weise korrigiert wird, die die lambdakorrigierte Einspritzzeit TIV unverändert läßt.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei dann, wenn das Bestimmen des Tankentlüftungsadaptionswertes für die erste Kraftstoffzumeßeinrichtung aufgrund eines Fehlers nicht mehr möglich ist, dieser Wert aus der für die zweite Kraftstoffzumeßeinrichtung gebildeten Regelstellgröße bestimmt wird, und für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen gemeinsam verwendet wird.
     
    3. Vorrichtung zum adaptierten Vorsteuern und Regeln der Luft/Kraftstoffgemische mittels zweier Kraftstoffzumeßeinrichtungen (2.1 und 2.2) einer Brennkraftmaschine, die zwei gesonderte Abgaskanäle (4.1 und 4.2) mit jeweils einer Lambdasonde (5.1 und 5.2) und einem Katalysator aufweist, wobei

    - ein Mittel zum Erfassen eines gemeinsamen Lastsignals TL für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen, sowie

    - ein Mittel zum Bestimmen eines gemeinsamen Vorsteuerstellwertes TL*

    Fi für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen und zum Bestimmen eines gemeinsamen Lambdasollwertes (λ soll) vorhanden ist,
    die Vorrichtung ferner

    - ein Mittel aufweist, das für jede Kraftstoffzumeßeinrichtung Werte einer Lambda-Regelstellgröße mit Regelfaktoren (FR1 und FR2) und von dieser abhängige Werte von Vorsteuerstellgrößen und von dieser abhängige Werte von Vorsteueradaptionsgrößen (Ausgangssignale von 10.1 und 10.2) gesondert bestimmt und dem gemeinsamen Vorsteuerstellwert (TL*

    Fi) gesondert überlagert,

    - Mittel enthält, die für beide Kraftstoffzumeßeinrichtungen einen gemeinsamen Tankentlüftungsadaptionswert bilden, der aus der für eine der beiden Kraftstoffzumeßeinrichtungen bestimmten Regelstellgröße bestimmt wird und daß die Vorrichtung mit Mitteln ausgestattet ist,

    - die dafür sorgen, daß Vorsteuer- und Tankentlüftungsadaption nicht gleichzeitig stattfinden und wobei

    - Mittel vorhanden sind, die dann, wenn eine Tankentlüftungsadaption stattfindet, einen der Regelfaktoren (FR1, FR2) in einer Weise korrigieren, die die lambdakorrigierte Einspritzzeit TIV unverändert läßt.


     


    Claims

    1. Method for the adapted pre-control and closed-loop control of the air/fuel mixture by means of two fuel metering devices (2.1 and 2.2) of an internal combustion engine which has two separate exhaust gas ducts (4.1 and 4.2) each with a lambda probe (5.1 and 5.2) and a catalyser, in which

    - a common load signal (TL) is recorded for both fuel metering devices,

    - a common pre-control setting value (TL*

    Fi) and a common required lambda value (λ required) are determined for both fuel metering devices,

    - values of a lambda closed-loop control setting parameter with control factors (FR1 and FR2) and values, dependent on the latter, of pre-control setting parameters and values, dependent on the latter, of pre-control adaptation parameters (output signals of 10.1 and 10.2) are separately determined for each fuel metering device and are separately superimposed on the common pre-control setting value (TL*

    FI),

    - a common tank ventilation adaptation value (output signal of 14.1), which is determined from the closed-loop setting parameters (FR1, FR2) determined for one of the two fuel metering devices, is used for both fuel metering devices,

    - pre-control adaptation and tank ventilation adaptation do not take place simultaneously, and in which

    - when a tank ventilation adaptation is taking place, one of the closed-loop control factors (FR1, FR2) is corrected in a way which leaves the lambda-corrected injection period TIV unchanged.


     
    2. Method according to Claim 1 in which, when the determination of the tank ventilation adaptation value for the first fuel metering device is no longer possible because of a fault, this value is determined from the closed-loop control parameters formed for the second fuel metering device and is used jointly for both fuel metering devices.
     
    3. Appliance for the adapted pre-control and closed-loop control of the air/fuel mixture by means of two fuel metering devices (2.1 and 2.2) of an internal combustion engine which has two separate exhaust gas ducts (4.1 and 4.2) each with a lambda probe (5.1 and 5.2) and a catalyser, in which

    - a means is present for recording a common load signal TL for both fuel metering devices, and

    - a means is present for determining a common pre-control setting value TL*

    Fi for both fuel metering devices and for determining a common required lambda value (λ required),
    the appliance also

    - has a means by which values of a lambda closed-loop control setting parameter with control factors (FR1 and FR2) and values, dependent on the latter, of pre-control setting parameters and values, dependent on the latter, of pre-control adaptation parameters (output signals of 10.1 and 10.2) are separately determined for each fuel metering device and are separately superimposed on the common pre-control setting value (TL*

    FI),

    - has means by which a common tank ventilation adaptation value, which is determined from the closed-loop setting parameters determined for one of the two fuel metering devices, is formed for both fuel metering devices and that the appliance is equipped with means

    - which ensure that pre-control adaptation and tank ventilation adaptation do not take place simultaneously and in which

    - means are present which, when a tank ventilation adaptation is taking place, correct one of the closed-loop control factors (FR1, FR2) in a way which leaves the lambda-corrected injection period TIV unchanged.


     


    Revendications

    1. Procédé de commande préalable adaptative et de régulation du mélange air/carburant à l'aide de deux installations de dosage de carburant (2.1 et 2.2) d'un moteur thermique ayant deux tubulures d'échappement particulières (4.1, 4.2) et équipées chacune d'une sonde lambda (5.1, 5.2) et d'un catalyseur,

    - un signal de charge commun (TL) étant détecté pour les deux installations de dosage de carburant,

    - une valeur de commande préalable commune (TL* π Fi) commune étant prévue pour les deux installations de dosage de carburant ainsi qu'une valeur de consigne lambda, commune, lambda (λcoms) étant déterminée,

    - pour chaque installation de dosage de carburant, on détermine des valeurs d'une grandeur de régulation lambda avec des coefficients de régulation (FR1 et FR2) et à partir de celles-ci, des valeurs dépendantes des grandeurs de réglage préalable et à partir de celles-ci des valeurs dépendantes des grandeurs, commande préalable adaptative (signaux de sortie de 10.1 et 10.2) que l'on détermine de manière particulière et on les combine de façon particulière à la valeur de commande préalable commune (TI* π Fi),

    - pour les deux installations de dosage de carburant, on utilise une valeur de ventilation adaptative de réservoir, commune, (signal de sortie de 14.1) qui se détermine à partir des grandeurs de régulation (FR1, FR2) déterminées pour l'une des deux installations de dosage de carburant,

    - la commande préalable et la ventilation adaptative du réservoir ne se font pas simultanément et,

    - lorsqu'il y a une ventilation adaptative de réservoir, on corrige l'un des coefficients de régulation (FR1, FR2) de façon à laisser inchangée la durée d'injection corrigée en lambda (TIV).


     
    2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, si la détermination de la valeur de ventilation adaptative de réservoir n'est plus possible pour la première installation de dosage de carburant à cause d'une erreur, on détermine cette valeur à partir des grandeurs de régulation formées pour la seconde installation de dosage de carburant et on l'utilise en commun pour les deux installations de dosage de carburant.
     
    3. Dispositif de commande préalable adaptative et de régulation du mélange air/carburant à l'aide de deux installations de dosage de carburant (2.1 et 2.2) d'un moteur thermique ayant deux tubulures d'échappement distinctes (4.1, 4.2) avec chaque fois une sonde lambda (5.1, 5.2) et un catalyseur,

    - un moyen étant prévu pour détecter un signal de charge commun (TL) aux deux installations de dosage de carburant, ainsi que

    - un moyen pour déterminer une valeur de commande préalable commune (TL* π Fi) pour les deux installations de dosage de carburant et pour déterminer une valeur de consigne, lambda, commune (λcoms),
    le dispositif comprend en outre:

    - un moyen déterminant pour chaque installation de dosage de carburant, des valeurs d'une grandeur de régulation lambda avec des coefficients de régulation (FR1, FR2) et à partir de celles-ci, des valeurs dépendantes des grandeurs de commande préalable et à partir de celles-ci, des valeurs dépendantes des grandeurs de commande préalable adaptative (signaux de sortie de 10.1 et 10.2) déterminées séparément pour être combinées séparément à la valeur de commande préalable commune (TL* π Fi),

    - des moyens qui forment une valeur commune de ventilation adaptative de réservoir pour les deux installations de dosage de carburant, cette valeur étant déterminée à partir des grandeurs de régulation définies pour l'une des deux installations de dosage de carburant, et en ce que le dispositif est muni de moyens,

    - qui assurent que la commande préalable adaptative et la ventilation adaptative de réservoir ne s'effectuent pas simultanément et,

    - des moyens étant prévus qui corrigent l'un des coefficients de régulation (FR1, FR2) lorsque se produit une ventilation adaptative du réservoir, pour être corrigée afin que la durée d'injection, correction lambda (TIV) restent inchangés.


     




    Zeichnung